Die schärfsten Kritiker der Elche … Oder: Bodyimage und Chili

Maelstrom of time
Gestern war ich im Prollo-Kaufland, um mir gefrorene Bohnen (danke, Mrs. Flummi!), Handkäse und grünen Tee zu kaufen (typischer Einkauf der Champions. Oder so). Und dabei fiel mir meine missgünstige Grundhaltung auf. Früher waren mir dicke Menschen völlig egal. Habe ich gar nicht wahrgenommen. Grundrauschen beim Rausgehen. Völlig normal. Heute vergleiche ich. Und zwar nicht „bin ich auch so dick?“, sondern „war ich auch so dick?“. Es ist, als würde mir das Bild meines früheren Körpers langsam entgleiten und ich würde eine Art nickligen Eifer entwickeln, mir das ehemalige Desaster immer wieder vor Augen zu führen. So etwas kann nicht besonders gesund sein. Dass es den anderen Leuten gegenüber low key-gemein ist, kommt hinzu. Wobei ich es ja niemandem sage. „Guten Tag, mein Name ist MME Graphisme, ich war auch mal so dick wie Sie. Oder fast. Oder etwas mehr. Ich bin unsicher. Wie viel wiegen Sie?“. Aber gut für Seelenhygiene und Karma ist es nicht.

Ich muss an meinem Bodyimage arbeiten. Sollte ich sowieso, nachdem ich so sehr über „coming out as fat“ gezürnt habe. Der neueste Schwachsinn, mit dem sich die Fat Activists bei den Oppression Olympics bessere Startplätze sichern möchten. „Seht her, wir sind so schlimm dran wie die queere Community! Aber wir sind mutig und outen uns jetzt als fett!“. Alter … „coming out“ beinhaltet doch schon, dass man das erstens jemand anderem gegenüber tut und es zweitens etwas ist, das vorher nur innerlich war. Und ich kann’s mir auch lebhaft vorstellen. Ist bestimmt so schwierig wie für G., der seinem hochaggressiven Vater als Teenager gestand, schwul zu sein. Oder als ich meine Freundin zum Geburtstag meiner Mutter mitbrachte. Oder als H. ihren Job beim Bund verlor, weil sie trans ist (mittlerweile ist das ja besser geworden. Zum Glück!). Aber klar – „Mutti, ich habe etwas Wichtiges zu sagen: Ich bin fett!“ spielt sicher in der gleichen Liga. Besonders, weil man in vielen Ländern ja auch noch dafür verfolgt wird und in Russland als Übergewichtiger keinen Führerschein machen darf, weil das als Geisteskrankheit gilt. Äh. Nicht.

Es ist wirklich wie überall – die Extremisten sind am sichtbarsten und schaden der Sache am Meisten. Und ich als Ciswhite Ablebodied Shitlord gehe jetzt besser meine Privilegien checken, ne?

Aber ich sollte vor der eigenen Tür kehren und erstmal daran arbeiten, mit mir selbst zurecht zu kommen. Das ist Arbeit genug, bei meiner ganzen Paranoia bezüglich Nahrung und Bewegung! Für’s Wochenende habe ich mir wieder viel von Beidem vorgenommen. Wieder ein Eis für mich, dafür dann die gestern, heute und morgen gesparten Kalorien (werden etwa tausend zusammenkommen) plus einer Radtour in die große Stadt (ungefähr 500 Kalorien) und alles ist gut. Richtig trainieren kann ich immer noch nicht, da die Erkältung sich hinzieht. Das nervt. Ohne Sport werde ich grantig, ungesellig und nach und nach immer unausstehlicher (Nein! – Doch! – Oh!)

Und dann die Sache mit dem Chili … Ich glaube, ich werde das Ganze mit 500 Gramm passierten Tomaten und 300 Gramm Zucchini strecken und auf zweimal essen. Das sind dann knapp 500 Kalorien pro Portion. Zwar immer noch etwa 50 mehr, als ein „normales“ Abendessen, aber das ist verkraftbar. Hey – Chili!

Zählt definitiv für die Culinary Diversity-Wölfe.

Was auch zählen könnte ist mein Grüner-Tee-Experiment. Statt meines Kaffeedarstellers habe ich mir heute den allenthalben schwer gelobten grünen Tee mit in die Firma genommen. Wie im Internet gelesen zweieinhalb Minuten ziehen lassen, damit er anregend wirkt (scheint zu klappen) und meine übliche Menge an Flavour, Mandelmilch und Süßstoff reingekippt. Und ich gebe zu … ich habe das mit den Bitterstoffen überschätzt. Verträgt durchaus etwas weniger Süße. Dass ich so etwas mal sagen würde! Vermutlich tötet all’ das Stevia sowieso jeden positiven Effekt des Tees. Lernkurve huuuiii!

Langsam wird’s wieder besser

Alicorn

… zumindest was die Erkältung angeht. Der Husten und die Rotzerei wird mich zwar noch einige Zeit begleiten, aber da ich noch zwei Tage Fenchelgemüse vor mir habe, ist ein verminderter Geschmackssinn eine tolle Sache! Ja, irgendwie war es tatsächlich keine sooooo gute Idee. Für nächste Woche sollte ich mir etwas vornehmen, das ich kenne, schätze und schon lange nicht mehr hatte. Spontan würde mir da Chili Sin Carne einfallen. Ist aber echt energiedicht, auch wenn ich Shiratakireis nehme. Ich rechne das mal zusammen …

  • 200 Gramm Tofuhack – 240 Kalorien
  • 1 Dose Kidneybohnen – 187 Kalorien
  • 1 Dose Mais – 219 Kalorien
  • 150 Gramm Paprika – 50 Kalorien
  • 100 Gramm Zwiebeln – 33 Kalorien
  • 5 Gramm Kokosöl – 45 Kalorien
  • 200 Gramm Shiratakireis – 20 Kalorien

Macht zusammen … 794 Kalorien. What the everloving fuck! Nope, diese Idee ist hiermit wieder gestorben. Ich gebe nicht mein halbes Tagesbudget für eine Mahlzeit aus. Gut, ich esse auch nur zweimal am Tag. Aber trotzdem – dafür dann keinen Platz mehr für einen Sojajoghurt mit Beeren als Nachtisch zu haben wäre albern. Wenn ich den Mais durch Zucchini und Tomaten ersetzen würde, ginge das Ganze vermutlich sogar (644 Kalorien). Aber mal im Ernst – Chili ohne Mais? Da kann ich’s auch bleiben lassen! Ärgerlich, sehr ärgerlich.

Mal sehen. Vielleicht spare ich mir ja nächste Woche dann doch etwas dafür an. Aber andererseits möchte ich da lieber für das Grillen bei J1 horten, das für übernächsten Samstag geplant ist. Kräuterbutterciabatta schlägt Chili. Ach, warum ist die Haltephase nur so schwierig? Warum fällt es anderen Leuten so leicht, intuitiv ihr Gewicht zu halten, während ich wie blöde herumrechnen und mir tausend Dinge verkneifen muss?

Ja, Leben ist nicht fair. Vor allem nicht, wenn man eine ziemlich kleine Frau mit einem dementsprechend kleinen Umsatz ist. Aber ich hab’ doch jetzt Muskeln … und ich trainiere … und ich ernähre mich bewusst … kann ich nun nicht langsam mal im intuitiv-Essen-ohne-wieder-zuzunehmen-Land ankommen?

Naja, vermutlich nicht. Ich bezahle dafür, mich fett gefressen zu haben (ja, ganz allein meine Verantwortung. Keine mystische genetische Veranlagung. PCOS und Schilddrüse haben damit gar nichts zu tun und man kann auch bequem mit gutem, vegetarischem Clean Eating dick werden), indem ich nun für den Rest meines Lebens kämpfen muss, dünn und gesund zu bleiben. Aber das ist es natürlich wert. Blutdruck, Gelenke, Hormone und ausbleibende Diabetes danken es mir. Trotzdem doof.

Ansonsten bin ich low-key zufrieden. Und das ist eigentlich genau der Zustand, den ich anstrebe. Ich kann wieder ohne Einschränkungen Fahrrad fahren (Hurra für Kniegenesung!), möchte mir deshalb zur Selbstkontrolle einen Fahrradtacho anschaffen. Ich freue mich darauf, ab ungefähr Samstag oder Sonntag wieder ins Training einsteigen zu dürfen (wenn mir nicht wieder jemand eine bizarre Kränk aufhängt! Der Erklärfaun sammelt schon Namen. Tracheenterrorismus ist bisher mein Favorit). Und in Sachen Hobbies wurstle ich in Second Life, weil mir nach Kreativität ist. Deshalb auch die vielen Fantasybilder über den Blogbeiträgen in letzter Zeit.

In TESO haben die Js und ich milde Erfolgserlebnisse. Mein persönliches Highlight war unser erster Versuch beim dritten Boss des neuen Dungeons (ab 12:38). Die drei Js haben nicht schnell genug geschaltet und wurden von überlappenden AoE-Effekten instant geröstet (da hat mich SWTOR gut genug gedrillt. Ich bleibe nie stehen, wenn alle Circles-of-ganz-schlimm-Aua unter sich haben). War klar, dass ich bei 75% Boss-Health als Tank den Kampf nicht positiv beenden konnte. Aber ich wollte sehen, wie weit ich komme. Die Antwort auf diese Frage war: Sehr weit! Ich habe auf meinen Damage-Bar gewechselt, irgendwann die Werwolf-Ulti gezündet und dann den Boss durch zwei weitere Phasen runtergefräst, bevor es irgendwann zu viele Geisteradds wurden.

Es war sehr, sehr motivierend, wie die drei Js mich über Discord angefeuert haben. Hat Spaß gemacht! Und im zweiten Versuch haben wir den Boss auch problemlos geschafft. Genau wie den Rest des Dungeons.

Trotzdem brauche ich demnächst wohl mal eine Alternative zu TESO. Daran habe ich mich derzeit etwas satt gesehen. Und immer nur Second Life reicht nicht. SWTOR ist leider auch töter als der Dodo. Ich denke darüber nach, mir die aktuelle WoW-Erweiterung zu holen. Aber das mag reine Nostalgie sein! Conan Exiles ist mir die dreißig Euro nicht wert, glaube ich. Und bei Star Citizen bleibt die Problematik, dass ich keine First-Person-Spiele mag.

Ach, wird sich schon etwas finden!

Stiftung Fencheltest

The realms behind shadow and stars
Viel geschmeckt habe ich dank der weiterhin bestehenden Erkältung nicht. Aber das, was ich geschmeckt habe war maximal okay-ish. Also gilt auch heute noch: Fenchel und ich werden keine besten Freunde. Die intensiv-ätherische Note kann ich schon bei Kräuterbonbons nicht leiden.

Aber zum Glück gab es noch genug anderes Gemüse, das zwar einiges dieses Aromas mitgenommen hatte, aber dennoch lecker wie immer war. Vom Handkäse gar nicht zu reden.

Außerdem hatte ich als Sättigungsbeilage 200 Gramm Shiratakinudeln am Start. Gekauft im mir bisher unbekannten, von Voller Napf empfohlenen Asia Markt im Industriegebiet. Ein winziger, vollgerümpelter Laden mit allem, was das Herz begehrt. Ich konnte meine Garam Masala- und Tandoorigewürz-Vorräte auffüllen, ohne die Apothekenpreise des Hipster-Rewe zahlen zu müssen (dass Prollo-Kaufland als Maximum der Exotik Currypulver und Gulaschgewürz führt, ist vermutlich wenig überraschend). Und eine größere Auswahl von Shiratakinudeln und -reis. Zwar nicht viel billiger als beim Real, dafür aber direkter verfügbar weil am Ort.

Außerdem gibt es dort neben eingedostem Gemüse der unterschiedlichsten Seltsamkeitsstufen, Reis in Großverbrauchersäcken, Räucherstäbchen/hütchen/pulver/whatever, dubiose Süßigkeiten, Geschirr (sehr hübsch, mal sehen, ob ich mir ein paar Schalen zulege), die verpflichtende kitschige Deko und Mochi in den bizarrsten Geschmacksrichtungen. Ich mag keine Mochi. Normalerweise. Aber ich glaube für diese Varianten werde ich einmal eine Versuchsreihe starten. Und Mochi sind ja nun im Vergleich zu anderen Süßwaren auch recht zahm, was die Energiedichte angeht. Das Internet spuckt mir hier zwar um ein Drittel höhere Werte aus, als die Packungsangaben – aber trotzdem noch stemmbar.

Immer noch kein Training möglich. Ich schleimrolle meinen Nacken und mache Spaziergänge, um meinen Körper bei der Genesung zu unterstützen. Kranksein saugt.

Die Culinary Diversity-Wölfe stöbern Seltenheiten auf. Teil vier: Fenchel

Druck

Fenchel und ich. Eine Geschichte voller Missverständnisse. Ganz ohne blaue Ersatzflüssigkeit. Aber irgendwie hat es mit uns nicht sollen sein.

Wobei es eigentlich nur genau eine Begegnung gab. Und die verlief traumatisch genug, jetzt noch nachzuwirken.

Es war in einer dunklen stürmischen Nacht in den Neunzigern …

Nein. Es war ein ganz normales Abendessen. Ich wohnte noch bei meinen Eltern und eigentlich war gemeinsames Abendessen selten. Auf einem Bauernhof gibt es als Familientermin das Mittagessen, Frühstück und Abendessen nimmt sich jeder dann, wenn er/sie gerade keine Pflichten im Stall/in der Schule/sonstwo hat. Gemolken wird zweimal am Tag. Abends und morgens. Und wenn man das auf so einem Ökohof von Hand im Freilaufstall macht, dauert es eben seine Zeit, weil sich die Ziegen natürlich auch noch ihre Zuneigungsportionen abholen wollen. Ziegen sind sehr, sehr freundliche, liebevolle Tiere, die starke Bindungen entwickeln. Man sollte sie nicht maschinell melken, finde ich. Meine Gewohnheit, um fünf Uhr aufzustehen, habe ich eben durch das langwierige morgendliche Melken entwickelt und auch durch Studien- und jetzt Arbeitszeit mitgeschleppt. Auf jeden Fall also: Feste Zeiten für gemeinsames Essen waren schwierig.

Aber aus irgend einem Grund hatte meine Mutter an diesem unheilvollen Abend in ihrer Zeitschrift (ich glaube, es war die Brigitte) ein Rezept für Fenchelsalat gefunden und wollte es unbedingt ausprobieren. Und weil Fenchel nicht in Einzelportionen daherkommt, gab es genug für alle.

Die Familie saß also gespannt um den Esstisch. Jeder bekam einen Schlag Salat und dazu Brot. Jeder nahm eine Gabel voll und wirklich jeder beschloss, gar nicht mehr hungrig zu sein. Der medizinische Grundgeschmack löste rund um den Tisch die grauenerregendsten Assoziationen aus. Das Abendessen bestand dann aus Brot, Butter, Käse. Selbstgemachtem Ziegenkäse natürlich. Deutlich besser als Fenchel!

Aber irgendwas muss an Fenchel dransein. Sonst würde er nicht immer wieder im Gemüseregal vom Aldi auftauchen. Das Zeug muss einfach schmecken! Ich meine, es gibt ja eigentlich kein nicht schmeckendes Gemüse, oder?

Fragt man Leute, was sie gar nicht essen mögen, kommt in 90% der Fälle irgend etwas Tierisches heraus. Kutteln. Hirn. Wurst. Strenger Käse. Oder Fermentiertes wie Natto, Tofu oder dergleichen. Aber Gemüse? Da gibt es fast nie komplette Ablehnung einer einzelnen Sorte.

Ich muss es also irgendwie schaffen, mich mit Fenchel anzufreunden. Ist immerhin immens gesund, das Zeug (weil ich mich ja sonst so ungesund ernähre … ).

Ich habe den Fenchel jetzt erst einmal mit eher milden Gemüsen kombiniert und eingelegt. Das ganze wird dann im Ofen gegart und mit Handkäsewürfeln (eff yeah, 60 Gramm Protein für 250 Kalorien!) garniert. Deutsche Welle Hessen oder so. „Un weil mitm Aaach mitesse duusch, ganniere ma de Salad imma middähm Handkäääs!“

Das mag jetzt einige alemannische Einschläge enthalten. Aber ich spreche Hessisch nunmal nur als Fremdsprache und in unserer lokalen Variante des Rheinfränkisch verläuft eben direkt die Grenze zum Alemannischen, wie man zum Beispiel am „-ele“-Diminutiv merkt (Kätzele, Buwele …). Da fällt es mir manchmal schwer, Hessisch richtig anzuwenden.

Jetzt gehe ich meine doch recht persistente Erkältung weiter auskurieren. Ich bin froh, dass die Waldnymphe mich nach und nach davon überzeugt hat, dass man auch bei popligen Minikrankheiten Tabletten nehmen darf. Dank Ibuprofen habe ich viel besser geschlafen!

‚murica!

Der Arzt bekommt nun doch seinen Willen. Er hat gemeint, ich solle bitte zwei Wochen Sportpause (insbesondere vom Krafttraining) machen, damit die Entzündung der Sehne in der Schulter ganz abklingen könnte. Ich dachte „Ja, ja“ und war wild entschlossen, beim ersten Anzeichen von „es geht mir besser“ wieder anzufangen, zu trainieren.

Vorgestern wäre es soweit gewesen.

Wenn … ja wenn mir nicht der Chef eine fette Sommergrippe aufgehängt hätte. Latschte niesend mit „ich bin wohl auf was allergisch“ in unserem Büro herum.

Jetzt habe ich Hals- und Ohrenschmerzen und die Nase sitzt zu. Aber meine Schulter bekommt wenigstens Ruhe. Denn zu mehr als langsamem, zombiehaften Schlurfen bin ich nicht in der Lage.

Der Schulter tut es erstaunlicherweise wirklich total gut. So schmerzfrei war ich seit einem Jahr nicht mehr! Man sollte fast meinen, so ein Arzt versteht etwas von den Zusammenhängen im Körper!

Aber die Waldnymphe habe ich gestern besucht. Weil sie nach zwei Wochen Urlaub bei ihrer Tante in Georgia wieder auf heimischem Boden gelandet ist. Ich habe einen Sack voll seltene (für unsere Verhältnisse) Süßigkeiten mitgebracht bekommen, die ich mir nach und nach reinhauen werde.

Und sie hat berichtet, dass im Süden der USA tatsächlich zwei Drittel aller Menschen mindestens übergewichtig, meistenteils aber adipös sind. Und dass es ihrer Meinung nach zwei Faktoren sind: Dort ist Fastfood tatsächlich einfacher und billiger zu bekommen als unverarbeitete Lebensmittel (klar, man kann auch einfach Fastfood unter Bedarf essen und abnehmen … aber ohne lang sättigende Proteine stelle ich mir das sehr quälend vor) und man kann kaum Sport machen. Wohnt man nicht in der Stadt, gibt es keine Feldwege und die Straßen entlangzujoggen ist wegen der Autofahrer und freilaufender Hunde lebensgefährlich. Bliebe noch Bodyweight in den eigenen vier Wänden. Aber das allein ist natürlich auch nicht so toll. Und im Fernsehen gibt es drei Sorten Werbung: Für Anwälte, Medikamente und Futter.

Von daher – es ist einfach, sich lustig zu machen. Aber man sollte mal eine Meile in den Schuhen dieser Leute laufen.

Ich mache mir nun Übelkeit mit Süßigkeiten, dann bin ich wieder für eine ganze Weile geheilt.

Und hoffe, dass diese blöde Erkältung schnell wieder verschwindet, so lange das Wetter für Jogging noch so fein ist. Der diesjährige Sommer glänzt dahingehend eher mit Unberechenbarkeit.

Soooo sensibel!

Die Waldnymphe kommt bald zurück, deshalb gab’s ein Bild von Rhys, der sich freut, dass Jamie wieder da ist!

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich, seit ich Sport mache und abgenommen habe, unglaublich fragil geworden bin. Genau das Gegenteil von dem, was ich erreichen wollte. Und natürlich auch nur eine „gefühlte“ Sache, denn die harten Fakten sagen, dass ich seltener krank bin, mein Blutdruck sich normalisiert hat, Haut und Haare so viel schöner geworden sind, ich mit weniger Schlaf viel ausgeruhter bin und meine mentalen Probleme deutlich besser zu händeln sind.

Aber gefühlt … gefühlt belauere ich mich selbst, habe ständig Schmerzen, wird jedes kurze Vertreten auf seine Langzeitfolgen hin analysiert. Gestern beim Laufen habe ich es geschafft, bis Kilometer vier mein Knie völlig zu vergessen (nicht, dass es wehgetan hätte! Aber man muss es beobachten. Ständig!) – aber dann tat mir plötzlich die linke Fußsohle weh! Was sollte ich tun? Ich hoffte auf geschlossene Bahnschranken, um eine Minute Erholung zu bekommen. Aber die Deutsche Bahn tat mir keinen Gefallen und einfach so mitten auf freier Strecke langsamer zu werden, nur weil etwas wehtut …? Wo kämen wir da hin! Also habe ich es weggelaufen und dabei konstante Horrorvorstellungen darüber, was die Schonhaltung mit meinem Knie anrichten wird, vor Augen gehabt. Schon amüsant – Voller Hypochondermodus aber bei weitem nicht genug, um eine Handlungsaufforderung zu provozieren.

Ende vom Lied war, dass der Schmerz – wie immer – nach ein paar hundert Metern wieder weg war und dies mein Knie nicht im Geringsten gejuckt hat. Allerdings hat die Schonhaltung mir einen kleinen, sehr lokalen Muskelkater im Oberschenkel eingebracht. Trotz Schleimrollen. Trotz Wechselduschen. Trotz Durchblutungsbürsten.

Macht nichts, da ich heute sowieso einen Ruhetag einlegen werde. Erstens, weil mir das Kühlschrankbüro eine kleine Erkältung beschert hat, die ich nicht ausbrechen lassen möchte und Zweitens weil der landwirtschaftliche Wetterdienst für meine Joggingstrecke heute zu meiner Laufzeit zu 90% Regen vorhersagt (ja, der landwirtschaftliche Wetterdienst ist so genau, dass er bis auf Parzelle herunter Vorhersagen gibt!). Dann wird die Zeit eben genutzt, um im Prollo-Kaufland eine Klinikpackung Handkäse zu erwerben (falls sie welchen haben. Der ist sehr oft ausverkauft. Der Einkäufer dort ist wirklich nicht sehr gut) und auf die Post zu gehen.

Dafür liegt morgen die Regenwahrscheinlichkeit um sechs Uhr morgens nur bei einem Prozent. Das klingt doch nach einem Morgenlauf! Dann hat’s hoffentlich auch bessere Temperaturen. Die schwüle Hitze der letzten zwei Tage hat das Laufen nicht wirklich angenehm gemacht.

Und morgen Mittag geht’s zur Waldnymphe! Die kommt nämlich morgen ganz früh wieder aus dem Land der Bacon Pancakes nach Hause. Viel wird dank Jetlag wohl nicht mit ihr anzufangen sein, aber ein bisschen erzählen und zusammen kochen ist bestimmt drin.

Gar nicht zu reden davon, dass heute ein-Eimer-Eis-für-mich-Tag ist! Wird das Gemüse und den Handkäse gar prächtig abrunden. Dazu ein paar Folgen Two Broke Girls und der Abend ist perfekt.

Makros, Ernährungsformen, werd‘-ich-etwa-vegan und Laufen

Relaxing after the fight
Ich bekomme derzeit zu wenig Eiweiß. Ich dümple zwischen 80 und 120 Gramm herum. Letzteres ist mehr als prima, weil es mehr als zwei Gramm pro Kilo Körpergewicht entspricht, ersteres ist mit knapp 1,4 eher am „meh“-Ende der Skala und leider häufiger. Abgenommen habe ich mit Low Carb High Protein. Ich habe am Fett gespart und tue das auch noch heute. Mehr oder weniger. Denn meine Makrozusammensetzung hat sich immer mehr verschoben und ich bin jetzt bei 40/35/25. 40 % Kohlenhydrate (zu 90 % aus Gemüse), 35 % Protein und 25 % Fett. Damit komme ich prinzipiell ganz gut klar, da ich immer noch Volumen essen möchte/muss, um mich gut gesättigt zu fühlen.

Aber die ganze letzte Woche hatte ich Hunger. Viel mehr als sonst. Wobei „die ganze Woche“ sehr übertrieben ist. Eigentlich nur morgens. Natürlich ist da auch fehlinterpretiertes Durstgefühl dabei, das sich nach einer Tasse Wasser und einer Tasse Kaffeedarsteller wieder legt … aber trotzdem hatte ich auch danach noch deutlich mehr Hunger bis zum Ende des Fastenfensters. Von 13 bis 22 Uhr habe ich keinen Hunger. Ich habe sogar mehrfach meinen Kaffee nach dem Abendessen weggelassen. Aber morgens bis 13 Uhr – das kann im Moment grade sehr lang werden.

Mag daran liegen, dass ich wegen der Sparaktion im Defizit liege und mein Körper sich gerade so komfortabel im Gesamtumsatz eingerichtet hatte. Also reiner Protesthunger. Aber ebenso kann es sein, dass ich vielleicht an der Makroverteilung schrauben sollte. Ich werde mir mal wieder ein paar Rollen Handkäse in den Kühlschrank packen. Die schlagen eiweißmäßig ja sogar die Alternativen der Omnivoren (die magische Hühnerbrust) aus dem Feld. Ja, ich glaube, nächste Woche sind Käsetage angesagt. Schmeckt gut, ist kalorientechnisch super einzubauen und hatte ich schon länger nicht mehr. Ob das für die Culinary Diverity-Wölfe zählt? Hmmm … besser noch mit etwas anderem kombinieren. So sehr, wie ich gerade von Rührei mit Handkäse phantasiere, muss es wohl tatsächlich mal mehr Eiweiß und Fett sein!

Auf jeden Fall ist meine derzeitige Haltephase ein hervorragender Zeitpunkt, um verschiedene Ernährungsformen zu testen, bevor ich die letzten fünf Kilo angehe, die eindeutig Kür und nicht Pflicht sind und dank des Pareto-Abnehmens auch nur sehr schwer herunterzubekommen. Ich könnte mal Low Carb High Fat ausprobieren. Aber ich fürchte mich davor, dass mein Körper dann die kleinen Portionen ablehnen könnte (ja, alles unter 500 – 750 Gramm für ein Abendessen ist für mich Büffetfräse nunmal „zu klein“). Und eigentlich mag ich Gemüse auch zu gern, um es nicht in großen Mengen zu essen. Ganz davon ab, dass ich erst einmal vegetarische Rezepte aus dem LCHF-Bereich finden müsste, die sich mealpreppen und schnell zubereiten lassen, weil ich abends nach Job und Sport nicht mehr Willens bin, lange in der Küche zu stehen. Oder sogar vegane Rezepte? Ich neige bei Hauptmahlzeiten immer mehr zum Veganismus. Ansonsten ja nicht – siehe mein tägliches Quarkporridge und die geplante Käse-Eskalation. Aber Veganes lässt sich viel einfacher und langfristiger vorbereiten. Und ja, ich gebe es zu – Sojajoghurt schmeckt mir mittlerweile besser als normaler Joghurt. Wenn irgendjemand noch gescheiten und vor allem bezahlbaren Soja-Magerquark erfindet (dass Aldi günstigen Sojajoghurt anbietet ist ein Geschenk des Himmels!), stünde einer Transition zum kompletten Veganismus nichts mehr im Wege.

Gestern war ich zum ersten Mal seit einer Woche wieder laufen. Ungünstiger Tag da heiß und sehr, sehr schwül. Hammerzeiten waren also in jedem Fall nicht zu erwarten. Egal, Hauptsache wieder Bewegung! Also in die Laufklamotten und losgetrabt.

Es war anstrengend. Sehr anstrengend. Obwohl ich davon mindestens 70 % auf das Wetter schiebe. Aber – ich habe meine übliche Strecke nicht nur in akzeptabler wenn auch sicher nicht ehrfurchtgebietender Zeit (Rundenzeiten von 5:14 bis 5:18) geschafft, sondern noch dazu Spaß dabei gehabt und das Knie tat kein Stück weh! Über Nacht hat es auch keinen Schmerz entwickelt. Ich scheine also geheilt. Und ab Sonntag dann wieder Krafttraining! Ich freue mich so!

Auffallend war, dass ich sehr stark geschwitzt habe. Deutlich mehr als sonst. Ich habe sogar fast Forrest-Gump-Reenactment gemacht, in dem ich ein Smiley auf den Rücken meines Shirts geschwitzt habe. Ob das am Wetter oder dem ausgesetzten Training lag, kann ich nicht sagen. Ich beobachte das weiter.

Heute Morgen habe ich dann nicht nur Nacken und Schulter, sondern auch den Rest des Rückens und die Beine geschleimrollt. Nur um sicherzugehen. Hilft bestimmt!

Zum Abschluss der Kalorien-für-Eis-Sparstand: Glatt 1300 Kalorien. Noch 30 bis zum Brownie-Eis. Ja, ich weiß. Ich wollte nicht mehr so zwanghaft zählen. Aber im Spar-Fall bin ich immer noch lieber hypergenau und im deutlichen Übererfüllungsmodus. Weil zwanghafter Kontrollfreak und so!