Reduzierung vs. Soziales – Fight!

Sobald man Anomalien in seine Ernährung einpflegt, erreicht man recht zügig enge Kurven, durch die man nur schwer navigieren kann.

Mein vor etwa fünf Jahren angeeigneter Vegetarismus war da zwar nun wirklich nicht all zu schwer, erzeugte aber auch schon Reibung. Von der „fleischlosen Alternative“ bei Firmenfeiern (Yay, Nudeln mit Soße … schon wieder!) über die Problematik, dass die Familie von SO ruhrgebietstypisch eine Ernährung ohne Fleisch kategorisch als „Hasenfutter“ ablehnt (wenn sie auch nur für mich das erste Mal in ihrem Leben Brokkoli gekocht haben. Und ich konnte das gar nicht richtig würdigen, weil für mich Brokkoli nun nicht wirklich zu den exotische Genüssen zählt … ich habe den betriebenen Aufwand also gar nicht erkannt, bis mich SO später darauf hingewiesen hat) bis zum stetigen Herauspicken von Speckstückchen und dergleichen aus der Sammelverpflegung beim Spielen.

Nicht völlig smooth sailing – aber absolut im Rahmen des Unaufwändigen.

Aber jetzt wird es schwieriger. Ich bin erst zwei Wochen in meinem exotischeren Essverhalten und hatte schon ein paar Klippen zu umschiffen.

Am einfachsten ist es im Arbeitsalltag. Da kann ich mir mein Essen mitnehmen und in aller Ruhe zu einem von mir gewählten Zeitpunkt (eben am Ende meines täglichen Fastenfensters) verzehren. Klappt.

Aber was tun in der sozialen Freizeit? Am Samstag habe ich Vampire. Dort gibt es natürlich ein gemeinsames Essen. Das werden vermutlich wieder ordentlich Kohlehydrate sein. Aber positiv: Wir spielen ab 15 Uhr, ich kann also innerhalb meines Fensters essen.

Sonntag bin ich bei F. eingeladen, um mit M. sein geplantes Tattoo zu besprechen. Zum Frühstück. Mein Fastenfenster reicht aber bis 13 Uhr. Weil ich nunmal nicht der Klotz am Bein sein will, habe ich herausgehandelt, dass ich um zwölf Uhr komme und Reste esse. Das wird auch gut laufen, da F. sich Paleo ernährt und mir deshalb fein Proteine verabreichen wird.

Nächstes Wochenende steht die Geburtstagsfeier eines befreundeten Paares an. Ich werde noch genauer berichten, da es ein alljährlicher Höhepunkt ist. Und natürlich wird es auch dort Dinge zu essen geben, die nicht hundert Prozent in meinen derzeitigen Plan passen. Zu einer Zeit, die mir auch nicht in den Plan passt. Wenigstens habe ich noch nie Alkohol getrunken, so dass mir diese Kalorienquelle auf ewig verschlossen bleiben wird.

So viele Gelegenheiten, „nur mal eine Ausnahme“ zu machen.

Ich bin nicht wirklich anfällig dafür, solche Ausnahmen einschleifen zu lassen, dazu bin ich – nerdige Grundpersönlichkeit sei dank – zu obsessiv. Habe ich mich auf etwas eingeschossen, ziehe ich es durch. Bis an die Schmerzgrenze und auch locker darüber hinaus. Aber ich möchte den Balanceakt schaffen, niemandem mit extremer Pickiness den Abend anzusäuern und trotzdem hinterher nicht auf mich wütend zu sein, weil ich mich habe gehen lassen.

Liest man sich durch die themenaffinen Blogs erkennt man schnell, dass diese soziale Problematik auch für andere ein häufiger Stolperstein ist. Es ist und bleibt kompliziert!

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