Im Supermarkt an Begegnungen leiden

Das Bild hat nichts damit zu tun, was ich erlebt habe. Aber ich fand es amüsant, wie unbeeindruckt der Hund meines Charakters beim Endkampf auf Molag Bals Arm herumstand. (Und dann vergesse ich ein „e“ … Biberkacke. Aber das bleibt jetzt so. Monument of stupid.)

Aber der Supermarkt. Und die Begegnungen.

Normalerweise is SO derjenige, der in unserem Haushalt an Begegnungen leidet. Er findet – ohne es zu wollen oder gar herauszufordern – die Irren dieser Welt und sie ihn. Zugegebenermaßen scheint es im Ruhrgebiet mehr Verhaltensauffällige zu geben als hier unten im Süden. Aber das mag daran liegen, dass es einfach mehr Leute pro Quadratmeter sind. Oder dass ihre Mentalität eher in die Richtung geht, ihre Befindlichkeiten mit dem Rest der Welt teilen zu müssen. Was weiß ich. Jedenfalls herrscht dort eine erstaunliche Meckeroppa-, Irremutti-, Guggstdumischan-Dichte.

Aber die letzte Woche bescherte mir 300 Kilometer südlich gleich zwei „WTF?!“-Momente der Extraklasse.

Der erste gleich am Montag. Übergang A5 zu A67. Der übliche Feierabendstau, der nie sehr lange ist (vielleicht 500 Meter). Ich zuckle mit etwa 30 km/h vor mich hin, wende aus Zufall den Blick nach rechts … und da hockt ein Typ auf der licht bewaldeten Böschung und … kackt. Neben dem Stau. Nicht im Wald. Und etwa fünf Kilometer vor der nächsten Raststätte. Sein Autokennzeichen (ich gehe einfach mal davon aus, dass der neben ihm geparkte Minivan zu ihm gehörte) wieß ihn nicht als ortsfremd aus. Tja.

Eine Begegnung. Damit dachte ich, mein Soll erfüllt zu haben.

Aber – weit gefehlt.

Gestern war ich im Voldemart (es ist natürlich schon lange kein Walmart mehr, aber der Name hat sich bei uns gehalten), um Quinoa zu kaufen. Wovon ich aber abkam, als 500 Gramm über 5 Euro kosten sollten. Brennt denen der Kittel? Ich mag nicht das ganze Regal, nur eine gummelige Tüte davon! Ich bin dann empört bei Hirse geblieben, die auch halbwegs lowcarbfreundlich ist. Wundergetreide Quinoa. Ja, ich habe mich schon sehr gewundert.

Jedenfalls stand ich vor dem Getreideregal und hielt nachdenklich in jeder Hand eine Tüte. Als ich drei Meter neben mir, vor den Cornflakes, aus dem Augenwinkel eine Bewegung bemerkte und es dann auch schon hörte „Praaaaaaaap“. Ein Opa im Jogginganzug stand vor den Kellog´s und furzte langanhaltend und – das ist reine Spekulation – zufrieden.

Karl Lagerfeld mag nicht pauschal recht haben. Aber wer im Supermarkt eine Jogginghose trägt und vor allen Leuten Gott und die Welt zusammenbläht hat mit ziemlicher Sicherheit die Kontrolle über sein Leben verloren.

Ja, es mag sein, dass ich hier völlig ungerechtfertigt einen unschuldigen Menschen verurteile (ich erinnere an die Reizdarmszene bei dead like me). Das war mir in diesem Moment und mit zwei Pfund Getreide in der Hand völlig egal. Ich ergriff die Flucht.

Jetzt hoffe ich, mein Soll an schrägen Typen für die nächsten Wochen abgearbeitet zu haben.

Die Hirse kocht sich übrigens nicht so gut. Vielleicht fehlt mir auch die Übung. Ich war bisher eher Couscous-Fan (ja, ich weiß, der quillt nur) und schwenke nur sehr unwillig davon weg. Muss ich aber wohl, da mir F. nachdrücklich erklärt hat, dass Couscous jetzt erstmal gar nicht geht. Schade. Kalorienmäßig ist er nämlich prima. Aber dummerweise eben ein absolut unvollwertiges Weizenmonster.

Da macht man nix.

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