Fat suits – was ich einmal haben möchte

Cabinet_Card_Fe_Geburtstag_Victoria

Als ich mit dem Abnehmen vor drei Wochen begonnen habe (Damals, TM), war die Ursache nur vordergründig ein Kleidungsstück, das ich sehr mag, das aber über Brust und Hintern deutlich zu stramm sitzt/saß. Es war nur der tipping point. Erreicht nach immer mehr Beobachtungen. Einerseits der erstaunlichen Abnahme eines Freundes, der innerhalb weniger Monate bestimmt zwanzig Kilo verloren hat (ich habe ihn nie gefragt, wie viel denn genau. Aber es ist eine beeindruckende Veränderung) und andererseits der Betrachtung meines Spiegelbildes, das von der Seite gerade noch „geht so, wenn man die Augen zukneift“, aber von vorne überhaupt nicht mehr tragbar war.

Ich besitze keinen Ganzkörperspiegel. Ich vermute, da bin ich mit vielen dicken Leuten in guter Gesellschaft. Man mag das nicht wirklich so wahrnehmen. Augen zu und durch und wenn ich es nicht sehe, ist es auch nicht da. Ein feiner Selbstbetrug.

Besteht nur leider keinen Realitätscheck. Dumm nur, dass man im Alltag ständig von spiegelnden Flächen umgeben ist. Seien es Schaufenster, die Glastüren beim Aldi oder die dekorativen Spiegelpaneele im Treppenhaus auf der Arbeit. Man kann dem eigenen Abbild also praktisch nicht entkommen.

Und der größte Erdungspunkt von allen ist ja immer wieder ein Klamottenkauf.

Ich war daran noch nie wirklich interessiert, völlig egal von meinem Gewicht. Jeans/Cargohose und T-Shirt. Alles bevorzugt in Schwarz, bis sie etwas Dunkleres erfinden. Ich besitze eine beeindruckende Kollektion von Band- und Nerdshirts aber habe (außerhalb des Reenactmentzusammenhangs) noch nie ein Kleid getragen (als kleines Kind möglicherweise, aber selbst das ziehe ich in Zweifel). Auch geschminkt habe ich mich nie (Goth und ungeschminkt – funktionierte jahrelang dank recht heller Hautfarbe). Nicht einmal für festliche Anlässe. Genausowenig trage ich hochhackige Schuhe. Obwohl ich zwei Paar davon besitze (5 cm Blockabsatz, viktorianischer Stil). Mein Standardschuhwerk sind im Winter Springer und im Sommer – natürlich schwarze – Turnschuhe.

Irgendwie ging Mode und Weiblichkeit immer sehr weit an mir vorbei.

Dennoch kann man aber nunmal nicht ohne soziale Sanktionen in Kartoffelsäcken durch die Gegend laufen und so ist gelegentlicher Neuerwerb der Körperbedeckung nicht zu vermeiden. Und das artete immer mehr zum Frust aus. Meine bevorzugten Quellen, Gothbedarfsläden, neigen dazu, ab Kleidergröße 40 sehr, sehr dünn bestückt zu sein. Man sieht zwar auch dort immer wieder eher feistere Elfen, aber was die dort finden ist unglaublich überschaubar. Die Zielgruppe für schwarze Mode ist und bleibt sehr schlank. Und je weiter ich mich von „schlank“ entfernt habe, um so bedrückender wurden Besuche in all‘  den „Dark …“, „Shadow …“ oder „…-Cave“-Läden.

Die letzten drei Jahre konnte ich gar keine hübschen Hosen mit Ketten, Nieten und überall aufgesetzten Taschen und Riemen mehr kaufen, sondern musste in normalen Läden auf sackartige Jeans zurückgreifen.

Kein schöner Zustand und ein Schlag ins Kontor für’s Selbstbewusstsein.

Aber das werde ich ja jetzt ändern.

Und nach drei Wochen mit konsequentem Abnehmen bilden sich in meinem Kopf seltsame Gedanken (habe ich doch irgendwelche Nährstoffmangel?). Ich glaube, ich möchte mir, sobald ich auf 60 Kilo angekommen bin, ein Kleid kaufen. Natürlich nichts gewöhnliches, sondern mit viktorianischem Einschlag (das sieht großartig aus. Und genau meine Farbe!). Gern sehr dezent Steampunk. Passend zu den einmal getragenen Schuhen. Und dazu einen schönen Mantel (hmmm … hübsch). Gar nicht zu reden davon, dass ich dann endlich wieder meine geliebten Klingelinghosen (überall Metall, deshalb der Name) anziehen kann!

Tja, Fernziele.

Es wäre super, wenn ich das schon bis zum Herbst, wenn wir für ein paar Tage nach Rom wollen, geschafft hätte. Aber das würde mehr als ein Kilo pro Woche und das stetig durchgehalten bedeuten. Derzeit ist das noch machbar – aber ich denke mal, dass es ab unter 70 deutlich langsamer gehen wird.

Dennoch will ich es mir als Ziel stecken. Damit ich immer am Ball bleibe. Obwohl Motivation derzeit noch nicht wirklich ein Problem ist.

Ich schaffe das.

Advertisements

2 Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s