Tour de Innenstadt – klein anfangen

Hewlitt_Sherku

Gestern hat es mir gereicht. Dieses elende Winterwetter mit den morgendlichen Gefrierpunktwerten geht mir sowas von auf den Zeiger. Und ich habe mich auch noch bisher dadurch davon abhalten lassen, das neue Fahrrad einzuweihen, obwohl ich mörderisch Lust drauf hatte. Aber gestern war das Maß voll. Sollte es kalt sein wie hulle (und durch das Abnehmen und die noch nicht genügend aufgebauten Muskeln friere ich derzeit praktisch ständig!), sollten komische Regenschauer aus dem Nichts auftauchen – ich würde jetzt Fahrrad fahren.

Und genau das habe ich getan.

Für „neuronormale“ Menschen ist es vermutlich nicht einfach sich vorzustellen, was für eine Überwindung es mich kostet, so etwas Ungewohntes ganz allein auf mich gestellt zu tun. Und natürlich war es schwer. Natürlich hatte ich Ängste. Von „ich werde umfallen und ein Auto völlig zerstören“ bis zu „ich überfahre den Mann, der dort vorne sorglos auf dem Radweg entlangläuft“ war alles dabei. Aber ich habe durchgehalten. Und nach einem Kilometer merkte ich, wie schnell ich mit diesem neuen Untersatz werden konnte. (Natürlich kurzer Panikmoment: „Ich werde deshalb einen blutigen Unfall haben! Ich spür` schon, dass mir schwindelig wird!“ Aber dann habe ich meinen Autosuggestionstrigger genutzt und hatte es zügig im Griff.)

Ich flog nur so dahin, die Sonne schien, der Wind wehte mir Tränen in die Augen, ich verschluckte eine kleine Fliege (nicht in meine Kalorienmenge eingepreist) und es war großartig!

All zu ausschweifend war die Tour nun nicht. Mehr als drei Kilometer dürften es nicht geworden sein. Aber es war ein Anfang. Und ich habe mich mitten in den Verkehr getraut, von dem mich sonst meine sichere Blechkiste abschirmt. Je nachdem, wie lange es heute Abend dauert, meinen Eltern ihren neuen Computer zu installieren, werde ich noch mit dem Fahrrad einkaufen fahren. Bis raus zum Biosupermarkt!

Schon erstaunlich, wie viel weiter und offener mein Leben in letzter Zeit geworden ist. Wenn jetzt noch das Abnehmen mal wieder Fahrt aufnimmt (ein halbes Kilo pro Woche ist sehr, sehr wenig!) bin ich wirklich zufrieden. Und ich wette, dass die Ärztin auch wieder zufrieden nicken wird.

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