Monat: Mai 2016

Der Montags-Wiegewolf sagt …

Wiegewolf

zehnte Woche und 81,7 Kilo.

Nein, ich bin nicht zufrieden. Obwohl ich einen Meilenstein erreicht habe. Zehn Kilo weniger als zu Beginn des Abnehmens und damit ein Drittel des Weges geschafft.

Aber es könnte und sollte deutlich mehr sein und schneller gehen. Und ich weiß einfach nicht, warum ich immer tagelangen Stillstand habe, obwohl ich mich an mein Kaloriendefizit halte, Sport mache, mehr trinke, als ich eigentlich möchte und sogar Nahrungsergänzungsmittel schlucke, um ja alle Eventualitäten abzudecken.

F. sagt mir die ganze Zeit, dass ich es langsam angehen lassen soll. Dass ich nicht ungeduldig sein soll. Das würde schon werden.

Aber was mich einfach stört ist, dass das Abnehmen anscheinend doch nicht so berechenbar ist, wie ich nach der Lektüre von Fettlogik überwinden dachte.

Oder es ist genau so berechenbar und ich bekomme es nur nicht richtig hin. Und dieser Gedanke ist für jemand so zwanghaften wie mich noch viel entsetzlicher. Ich kann´s mal wieder nicht. Ich bin mal wieder zu blöd für einfache Dinge. Ich bin zu willensschwach und kriege das niemals hin.

Und aus dieser Gedankenfalle zu kommen, ist eine verdammte Herausforderung.

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Die Selbstwahrnehmung wird unwirklich

DSC_0078Ein schrottiges Handyfoto eines Baumes im Felsenmeer bei Bensheim. Dort waren F. und ich nämlich gestern wandern.

Wobei „wandern“ die Sache nur sehr unzureichend trifft, wenn man eigentlich über hausgroße Felsen klettert, matschige (wir hatten vergessen, dass es die letzten zwei Tage etliche Unwetter gegeben hatte) Stiegen emporrobbt und sich über Brückenkonstruktionen schwingt. Also – sehr, sehr anstrengend.

Aber auch unglaublich schön. Ich liebe das Felsenmeer.

Und da war ich nicht die einzige. Eigentlich hatten wir gedacht, dass der Samstag vor dem offiziellen „Familientag“ (steht zumindest so auf der Homepage) dann nicht so familienüberlaufen wäre (wir sind beide von Kindern nicht wirklich begeistert; meiden sie einfach höflich-freundlich) – aber da hatten wir uns getäuscht. Von Vattern, der mit Flipflops über die Felsklötze krauchte bis zu Kindern, die sich mit Kreissägengeräuschen in jede Matschpfütze fallen liessen, war alles geboten.

Aber – das Felsenmeer ist für alle da. Weshalb wir dann einfach so hoch wie möglich gestiegen sind und dort auch tatsächlich noch etwas Frieden und Stille fanden. Nur von Ferne war gelegentlich hochfrequentes Geschrei zu vernehmen.

DSC_0079Auf dieser Bank ziemlich weit unten haben wir nicht gerastet. Fanden nur den entenhausener Namen zu schön, um daran vorbeizugehen. Die Stifter von Bänken weiter oben waren nicht mehr so lustig.

Es war eine sehr anstrengende Wanderung/Klettertour und wir sind kurz vor fünf umgekehrt, als von Westen langsam eine dunkle Wolkenwand heranrückte und man in der schwüler werdenden Luft den ersten Donner hören konnte.

In Bensheim haben wir uns noch ein Eis gegönnt (ich hatte eine Kugel Gurke und eine Kugel Bergamotte. Fand ich großartig! F. nicht so) und als die ersten Tropfen fielen, waren wir wieder am Auto.

Abends haben wir – erschöpft auf der Couch lungernd – Essen vom indischen Bringdienst bestellt.

Und nach der ganzen Kletterei hat das meinem heutigen Wiegen auch nicht im geringsten geschadet! Yeah!

Heute werde ich mich mal um die klemmende Bremsbacke am Vorderrad meines Fahrrads kümmern. Ist schließlich nicht notwenig, dass sich das Ding vor der Zeit abnutzt.

Und die Sache mit der Wahrnehmung? Ich besitze keinen Ganzkörperspiegel. Nur einen fürs Gesicht. Auf der Arbeit sehe ich mich gelegentlich in Spiegelpanelen im Treppenhaus aber das ist nur im Vorübergehen.

Gestern jedenfalls habe ich mich bei F. mal etwas länger (also bestimmt zehn Sekunden) in ihrem Garderobenspiegel betrachtet. Und, Olaf die Waldfee, ich habe tatsächlich gesehen, dass ich jetzt zehn Kilo runter habe!

Bisher hatte ich in meiner Selbstwahrnehmung nur das diffuse Geschwurbel von „Ja, Hosen sind weiter … aber richtig merken kann man sonst noch nichts. Dauert wohl noch.“

Pustekuchen. Man kann tatsächlich schon etwas sehen!

Gefällt mir.

Und aus Gründen das Lied, das mir seit gestern im Kopf steckt. Ja, Val sieht nicht wirklich so aus.

Babysteps

DSC_0074Zweieinhalb Tage lang ärgerte ich mich über die unerklärlichen übernacht-Kilos, die sich einfach nicht bewegen wollten.

Ich habe mich eisern an meine Kalorienmenge gehalten, weiter meinen Sport gemacht und den Zorn unter Kontrolle gebracht (normalerweise glaube ich ja an die universelle Wirksamkeit des Sithcode, aber in diesem Fall musste ich ganz Jedi sein).

Und gestern las ich dann zufällig im Ohne-Unsinn-Abnehmen-Forum, dass solche Wassereinlagerungen daher kommen können, dass man beim Sport zu wenig Magnesium/Kalzium/Zeug bekommt.

Eigentlich war ich der Meinung, dass ich mich durchaus ausgewogen ernähre – aber da mir bei solch unerklärlichen Gewichtszunahmen recht zügig die Nerven blankliegen, habe ich mir gestern beim Einkaufen einfach mal so ein Kombipräparat mitgenommen und eine Tablette zum Abendessen geschluckt.

Und siehe da – heute morgen waren 700 Gramm wieder weg. Prima. Das kann gern so weitergehen, dafür nehme ich auch brav die Tablettchen.

Ich bin natürlich immer noch nicht auf dem Stand von vor der sprunghaften Zunahme, aber ich kann zumindest mal eine zarte Hoffnung hegen.

Voller guter Laune nach diesem kleinen Teilerfolg bin ich heute morgen um sieben dann zu einer kurzen Fahrradtour losgezogen. Das ist die ideale Zeit. An einem sonnigen Feiertag sind so früh morgens nur Hundebesitzer und Jogger unterwegs und man hat die Felder ganz für sich. Die Sonne steht noch tief, das Streiflicht macht alles irgendwie unwirklich und doch klar konturiert und die Stille ist kühl und entspannend.

Einziges Manko: Irgend etwas stimmt mit der Vorderradbremse nicht. Die rechte Backe schleift und muss immer von Hand weggezogen werden. Da muss ich etwas unternehmen.

Aber nicht heute.

Heute gibt es in vier Stunden leckeres Frühstück mit veganer Leberwurst (selbst hergestellt nach diesem Rezept und endlos davon begeistert – bester Leberwurstgeschmack ever bei kaum Kalorien und viel Protein!) und dazu wieder Magnesium. Dann sollte mein Körper doch wirklich alles haben, was er braucht!

Dafuq?!

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Symbolbild „früher war alles besser“. Demnächst werde ich wohl vielleicht wieder Das Schwarze Auge spielen. Und habe dafür meinem zehn Jahre alten Charakter Sanjo mal ein Redesign verpasst.

Heute dachte ich wirklich, dass die Sache mit dem bösen Willen der Haushaltsgeräte wahr sein muss. Denn meine Waage zeigte mir 83 Kilo an. Fast zwei Kilo mehr als am Samstag. Und nein, ich habe keine vierzehntausend Kalorien gefressen. Ich habe stur maximal tausend reingefahren. Und jeden zweiten Tag geshreddet. Und war jeden zweiten Tag mit dem Fahrrad unterwegs.

Ist das wieder das gefürchtet/berühmte Wasser? Aber warum? Weil ich salzigen Käse gegessen habe? Weil der Mond gerade abnehmender Galliard ist? Erdanziehung, Lizardmen? Und vor allem: Wie und wann werde ich den Dreck wieder los? Wie verhindere ich, dass es wieder passiert?

Man liest ja immer wieder, dass solche Einlagerungen zyklusbedingt sein sollen. Aber … in der zweiten Woche? Was ist das für eine schwachsinnige Korrelation?

Macht mich sehr wütend. Abnehmen saugt gerade mal wieder Kamelhoden.

Der Montags-Wiegewolf sagt …

Wiegewolf

neunte Woche und 82,6 Kilo.

Was ein verdammter Mist ist. Ich hatte gehofft, mit diesem Wiegewolf meinen ersten Meilenstein erreicht zu haben. Es sah auch gut aus. Von Freitag bis Sonntag hatte ich 81,7 Kilo. Aber heute Morgen waren es plötzlich 900 Gramm mehr und ich bleibe immer noch bei „weniger als zehn Kilo abgenommen“.

Dabei hätte ich heute ein Erfolgserlebnis dringend nötig, weil ich gestern erfahren habe, dass aus meinem Kurzurlaub diese Woche nichts wird. Dazu noch ein ungutes Gefühl nach einem Streit und das Rezept für ein langsam näher robbendes Tief ist perfekt.

Ich muss mich an anderen Dingen festhalten. Dumm nur, dass im Moment nichts davon ansteht. Also keine privaten Illustrationen. Ich könnte etwas zeichnen, traue mich aber nach der heftigen Kontroverse letzte Woche nicht mehr.

Generell macht mich dieser Wochenanfang gerade sehr mutlos.

Spreading the love

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Vor einer Woche habe ich meiner Mutter „Fettlogik überwinden“ geliehen. Sie war sehr interessiert und als ich gestern zum Wäschewaschen kam, hat sie mir erzählt, dass sie das Buch fast durch hat – aber sich fragt, wann denn die Diättipps kommen. Als ich ihr dann erklärt habe, dass es doch genau darum geht, keine Tipps und one-size-fits-not-quite-all-Lösungen zu geben, war sie allerdings auch nicht unzufrieden. Weil Erzählmirnix ja auch die Brigittediät positiv wertet – und meine Mutter auf die schwört.

Generell ist meine Familie schon immer sehr fettlogikfrei unterwegs gewesen. Die einzig moppligeren waren auch nur meine Schwester und ich … die Gründe dafür sind mir mittlerweile klar, aber es bringt nichts, mit dem Finger zu zeigen, psychischer Missbrauch (das ist zu hart formuliert. Aber mir fällt kein anderer Begriff ein) ist ein Verbrechen über mehrere Generationen. Meine Schwester und ich haben die Kette durchbrochen. Sie durch Distanz und die endlose Geduld ihres Mannes und ich dadurch, dass ich gar nicht erst Kinder plane. Generell haben wir wohl beide verziehen, da wir erkannt haben, dass wir die Opfer von Opfern sind.

Auf jeden Fall glaube ich, dass ich durch die Therapie mit meinen Eltern sehr viel milder umgehen kann. Und dass meine Mutter positiv an meinem Abnehmen teilhat und auch sonst meinen Körper akzeptieren kann (das ist kein „Fatacceptance“-Mist. Damit meine ich, dass sie über das zweite Tattoo nicht mehr ausgeflippt ist, sondern es interessiert betrachtete) ist auch schön.

Jedenfalls hatte meine Mutter keine (kaum?) Fettlogiken, da sie Übungsleiterin ist, Kindern und Menschen nach Krebs-OPs Sport nahebringt, schon sehr vernünftige Vorstellungen von Ernährung hat (sowohl meine Schwester als auch ich hassen Vollkornnudeln. Weil wir sie als Kinder immer bekamen und sie beschissen schmeckten) und nur so etwas wie Low Carb war ihr noch fremd.

Dennoch hat das Buch ihr sehr gefallen – wer lässt sich nicht gern aus berufenem Munde bestätigen?

Und ein Freund meiner Eltern will abnehmen, bekommt das einfach nicht hin und liess über meine Mutter fragen, wie ich das schaffen würde. Die Antwort „Unter Bedarf essen und Sport“ war vermutlich zu knapp. Der Mann ist Zahnarzt, er sollte doch so etwas schon wissen, oder nicht? Wahrscheinlich müsste ich konkreter werden und Worte wie „Küchenwaage“, „Kalorien zählen mit hübschen Listen im Internet oder per App“, „lange satt durch Protein“ und „intermittierendes Fasten“ hinzufügen. Ich glaube, das werde ich demnächst auch tun.

Und sobald meine Mutter das Buch durch hat, gebe ich es an D. Die hat vor Jahren schonmal fast hundert Kilo abgenommen, jetzt durch Streß im Job wieder zwanzig davon drauf und ist dem Ganzen ziemlich aufgeschlossen.

Wenn der Schmerz nachlässt …

Calvin_Hobbes_Werewolf4Könnte man sagen. Interessanterweise hat er aber völlig aufgehört. Trotz dass ich mittlerweile sogar mit weniger Pausen mit Jillian herumshredde habe ich gar keinen Muskelkater mehr. Ich bin misstrauisch. Zwar ist es nicht so, als würde ich nicht schwitzen wie die Wutz (für meine Verhältnisse. Also für andere Leute eher moderat) oder als würden hinterher meine Beine sich nicht sehr puddinggefüllt anfühlen … aber am nächsten Tag ist alles weg. Ist das nun gut oder schlecht?

Ich erwarte sicher nicht, in absehbarer Zeit Muskeln zu sehen oder zu fühlen. Dazu liegt noch zu viel Fett über allem. Aber merkwürdig ist es schon. Interessanterweise fallen mir die späteren Cardio-Einheiten auch immer leichter als die Anfänglichen. Ist das normal oder bin ich ein Mutant?

Den fehlenden Muskelkater könnte ich mir noch damit erklären, dass ich mir immer nach dem Herumhüpfen eine große Menge Eiweiß reinzwinge, obwohl ich nach dem Sport eigentlich keinen Appetit habe. Das umgehe ich dann mit Treats wie gebratenem Halloumi mit Ei, den ich zwar unglaublich liebe, der aber zu viele Kalorien hat, um öfter auf dem Plan zu stehen.

Insgesamt habe ich aber eine „geschenkter Gaul“-Grundhaltung. Soll heißen: Egal, woher es kommt – kein Muskelkater ist toll.

Desweiteren bin ich derzeit recht kreativ unterwegs, viele Illustrationen (nein, nicht viele. Aber einige), viele Stories. Und das fühlt sich gut an. Ich habe Schwung.

Außerdem nähert sich ein erster Meilenstein. Aber ich will es nicht beschreien und mich unter Druck setzen. Ich warte ab, ob der nächste Wiegewolf da schon ein Zeichen setzen kann.