Spreading the love

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Vor einer Woche habe ich meiner Mutter „Fettlogik überwinden“ geliehen. Sie war sehr interessiert und als ich gestern zum Wäschewaschen kam, hat sie mir erzählt, dass sie das Buch fast durch hat – aber sich fragt, wann denn die Diättipps kommen. Als ich ihr dann erklärt habe, dass es doch genau darum geht, keine Tipps und one-size-fits-not-quite-all-Lösungen zu geben, war sie allerdings auch nicht unzufrieden. Weil Erzählmirnix ja auch die Brigittediät positiv wertet – und meine Mutter auf die schwört.

Generell ist meine Familie schon immer sehr fettlogikfrei unterwegs gewesen. Die einzig moppligeren waren auch nur meine Schwester und ich … die Gründe dafür sind mir mittlerweile klar, aber es bringt nichts, mit dem Finger zu zeigen, psychischer Missbrauch (das ist zu hart formuliert. Aber mir fällt kein anderer Begriff ein) ist ein Verbrechen über mehrere Generationen. Meine Schwester und ich haben die Kette durchbrochen. Sie durch Distanz und die endlose Geduld ihres Mannes und ich dadurch, dass ich gar nicht erst Kinder plane. Generell haben wir wohl beide verziehen, da wir erkannt haben, dass wir die Opfer von Opfern sind.

Auf jeden Fall glaube ich, dass ich durch die Therapie mit meinen Eltern sehr viel milder umgehen kann. Und dass meine Mutter positiv an meinem Abnehmen teilhat und auch sonst meinen Körper akzeptieren kann (das ist kein „Fatacceptance“-Mist. Damit meine ich, dass sie über das zweite Tattoo nicht mehr ausgeflippt ist, sondern es interessiert betrachtete) ist auch schön.

Jedenfalls hatte meine Mutter keine (kaum?) Fettlogiken, da sie Übungsleiterin ist, Kindern und Menschen nach Krebs-OPs Sport nahebringt, schon sehr vernünftige Vorstellungen von Ernährung hat (sowohl meine Schwester als auch ich hassen Vollkornnudeln. Weil wir sie als Kinder immer bekamen und sie beschissen schmeckten) und nur so etwas wie Low Carb war ihr noch fremd.

Dennoch hat das Buch ihr sehr gefallen – wer lässt sich nicht gern aus berufenem Munde bestätigen?

Und ein Freund meiner Eltern will abnehmen, bekommt das einfach nicht hin und liess über meine Mutter fragen, wie ich das schaffen würde. Die Antwort „Unter Bedarf essen und Sport“ war vermutlich zu knapp. Der Mann ist Zahnarzt, er sollte doch so etwas schon wissen, oder nicht? Wahrscheinlich müsste ich konkreter werden und Worte wie „Küchenwaage“, „Kalorien zählen mit hübschen Listen im Internet oder per App“, „lange satt durch Protein“ und „intermittierendes Fasten“ hinzufügen. Ich glaube, das werde ich demnächst auch tun.

Und sobald meine Mutter das Buch durch hat, gebe ich es an D. Die hat vor Jahren schonmal fast hundert Kilo abgenommen, jetzt durch Streß im Job wieder zwanzig davon drauf und ist dem Ganzen ziemlich aufgeschlossen.

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