Die Selbstwahrnehmung wird unwirklich

DSC_0078Ein schrottiges Handyfoto eines Baumes im Felsenmeer bei Bensheim. Dort waren F. und ich nämlich gestern wandern.

Wobei „wandern“ die Sache nur sehr unzureichend trifft, wenn man eigentlich über hausgroße Felsen klettert, matschige (wir hatten vergessen, dass es die letzten zwei Tage etliche Unwetter gegeben hatte) Stiegen emporrobbt und sich über Brückenkonstruktionen schwingt. Also – sehr, sehr anstrengend.

Aber auch unglaublich schön. Ich liebe das Felsenmeer.

Und da war ich nicht die einzige. Eigentlich hatten wir gedacht, dass der Samstag vor dem offiziellen „Familientag“ (steht zumindest so auf der Homepage) dann nicht so familienüberlaufen wäre (wir sind beide von Kindern nicht wirklich begeistert; meiden sie einfach höflich-freundlich) – aber da hatten wir uns getäuscht. Von Vattern, der mit Flipflops über die Felsklötze krauchte bis zu Kindern, die sich mit Kreissägengeräuschen in jede Matschpfütze fallen liessen, war alles geboten.

Aber – das Felsenmeer ist für alle da. Weshalb wir dann einfach so hoch wie möglich gestiegen sind und dort auch tatsächlich noch etwas Frieden und Stille fanden. Nur von Ferne war gelegentlich hochfrequentes Geschrei zu vernehmen.

DSC_0079Auf dieser Bank ziemlich weit unten haben wir nicht gerastet. Fanden nur den entenhausener Namen zu schön, um daran vorbeizugehen. Die Stifter von Bänken weiter oben waren nicht mehr so lustig.

Es war eine sehr anstrengende Wanderung/Klettertour und wir sind kurz vor fünf umgekehrt, als von Westen langsam eine dunkle Wolkenwand heranrückte und man in der schwüler werdenden Luft den ersten Donner hören konnte.

In Bensheim haben wir uns noch ein Eis gegönnt (ich hatte eine Kugel Gurke und eine Kugel Bergamotte. Fand ich großartig! F. nicht so) und als die ersten Tropfen fielen, waren wir wieder am Auto.

Abends haben wir – erschöpft auf der Couch lungernd – Essen vom indischen Bringdienst bestellt.

Und nach der ganzen Kletterei hat das meinem heutigen Wiegen auch nicht im geringsten geschadet! Yeah!

Heute werde ich mich mal um die klemmende Bremsbacke am Vorderrad meines Fahrrads kümmern. Ist schließlich nicht notwenig, dass sich das Ding vor der Zeit abnutzt.

Und die Sache mit der Wahrnehmung? Ich besitze keinen Ganzkörperspiegel. Nur einen fürs Gesicht. Auf der Arbeit sehe ich mich gelegentlich in Spiegelpanelen im Treppenhaus aber das ist nur im Vorübergehen.

Gestern jedenfalls habe ich mich bei F. mal etwas länger (also bestimmt zehn Sekunden) in ihrem Garderobenspiegel betrachtet. Und, Olaf die Waldfee, ich habe tatsächlich gesehen, dass ich jetzt zehn Kilo runter habe!

Bisher hatte ich in meiner Selbstwahrnehmung nur das diffuse Geschwurbel von „Ja, Hosen sind weiter … aber richtig merken kann man sonst noch nichts. Dauert wohl noch.“

Pustekuchen. Man kann tatsächlich schon etwas sehen!

Gefällt mir.

Und aus Gründen das Lied, das mir seit gestern im Kopf steckt. Ja, Val sieht nicht wirklich so aus.

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