Gegenderter Unsinn und schneller als das Gewitter

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Dieses seltsam-gewittrige Gewächshauswetter geht mir auf die Nerven. Fast jedes Mal, wenn ich frohgemut zum Fahrrad fahren aufbrechen will, robbt eine Wolkenwand heran und fünf Minuten später gießt es wie aus Eimern. Die ganze Welt müsste mittlerweile aussehen wie die Zangarmarschen in WoW – haushohe Pilze und überall Seen.

Gestern hatte ich Glück. Ich konnte ein anderthalb stündiges trocknes Fenster erwischen und in den Nachbarort zum Real radeln. Eigentlich habe ich ein Kaufland zwei Ecken weiter – aber ich mag es, weite Strecken zum Einkaufen zu fahren. Gerade auch übers Feld – das gibt mir so ein Prairiefeeling. Einsamer Cowboy auf seinem Drahtesel reitet in den Sonnenuntergang, um Vitamintabletten und eine Trinkflasche zu kaufen.

Eine Trinkflasche. So ein Ding aus Aluminium mit einem Patentverschluss, das man gut im Rucksack verstauen kann, wenn man länger mit dem Fahrrad die Welt erkundet.

Eigentlich ein ganz gewöhnliches Produkt.

Aber irgend ein Marketingclown war wohl der Meinung, dass nach Klopapier, Brot, Hämmern, Marshmallows und Kerzen auch Trinkflaschen dringend in Männlein und Weiblein aufgeteilt werden müssen. Weil sonst Chaos oder so. Lämmer essen Löwen oder was weiß ich für ein apokalyptisches Durcheinander. Vermutlich fangen Frauen auch noch an, das Wahlrecht zu fordern, wollen Hosen tragen oder möchten Ärztinnen werden. Unvorstellbar.

Und nein, meine Aufzählung war kein Witz. Die genannten Produkte (und viele mehr) gibt es tatsächlich in gegendert. Hier nachzulesen. Bitte den Arzt konsultieren, sollte ein kopfschüttelinduziertes Schleudertrauma auftreten.

Zu meinem großen Zorn musste ich auch noch die rosa Flasche kaufen, da die schwarze Männerversion nur noch mit kaputtem Deckel vorhanden war.

Nein, ich habe nichts gegen Pink. F. schwelgt in Pink und sie ist ein verdammt harter Knochen. Aber ich habe etwas gegen die Einteilung von Produkten. Das zementiert nur die wahrgenommene Minderwertigkeit des Weiblichen. Denn Mädchen dürfen Jungsprodukte kaufen, das ist völlig okay. Aber wehe dem Jungen, der das rosa Überraschungsei oder das Shirt mit Tinkerbell haben möchte! Die Welt geht unter, weil der Knabe zum Weiblichen tendiert. Denn weiblich ist immer noch ein Synonym für schwach, verletzlich, unselbständig. Und damit dürfen Männer und Jungs nicht assoziiert werden.

Ach, der ganze Genderscheiß soll sich gesammelt ins Knie ficken. Am besten, die ganzen Marketingclowns auf ein Raumschiff und weg mit ihnen. Oder … besser doch nicht. Man weiß ja, was das letzte Mal passiert ist.

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2 Kommentare

    1. Danke. 🙂
      Das Problem ist nur, dass es gefühlt jedes Jahr schlimmer wird. Als ich im Kindergarten war, trugen alle Kinder Latz- und Strumpfhosen in schlammnahen Farben für optimale Waschbarkeit und spielten im Sandhaufen. Heute werden schon Säuglinge farbcodiert und bekommen „passende“ Spielzeuge. Früher waren Lego und Playmobil völlig neutral – heute ist auch das gegendert. Deprimierend!

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