Weniger

Murmeltiertage

Calvin_Hobbes_Werewolf1_1900

Samstag, Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch und jetzt auch noch Donnerstag. Konstant 78,7 Kilo bei ebenso konstantem 1000er Defizit. Bis jetzt bin ich noch einigermaßen ruhig, nur eine leichte Genervtheit macht sich breit. Aber sollte das noch länger andauern, wird alles bestimmt wieder in Frust kippen. Immer das selbe. Dieses schubweise Abnehmen ist einfach nicht gut für meine Psyche. Aber da muss ich wohl durch.

Was hingegen erstaunlich gut klappt ist die Konditionierung auf „nein Danke“. Ich hätte gedacht, dass mir der Verzicht auf Süßes mittelfristig wirklich schwer fallen würde. Aber ich habe im Moment weder ein Problem damit, auf der Arbeit Kuchen abzulehnen noch damit, beim Treffen mit Freunden keine Chips oder Schokolade zu essen. Die vor Ostern gekaufte Erdnussschokolade ist zur Hälfte noch da (und weil wir bisher keinen Sommer haben, gibt es auch keine Wegschmelzprobleme).

Vielleicht hilft ja, dass ich Light-Limonade trinke. Etwas, das ich früher nie tat, jetzt aber damit eventuell das rein psychische Bedürfnis nach etwas Süßem vielleicht im Griff haben kann.

Falls dem so wäre, ist das eine gute Sache. Allerdings möchte ich irgendwann schon wieder Schokolade essen. Und dieses oft kolportierte „ich mag jetzt nach dem Abnehmen gar keine Vollmilchschokolade mehr, das ist mir zu süß“ kann ich auch nicht bestätigen. Nope, je süßer desto besser. Am liebsten weiße Schokolade. Manchmal auch die dunkle mit dem hohen Kakao-Anteil … aber eher sehr, sehr selten. Ritter Sport Alpenmlich ist mir hingegen immer wieder eine Freude. Nougat auch.

Ebensowenig hasse und verachte ich jetzt fettiges oder ungesundes Essen. Irgendwie scheint das heilige Abnehm-Mindset bei mir keine Früchte zu tragen. Ich esse lieber kleine Portionen ungesunder Sachen als special treats als sie zu verteufeln.

Vielleicht kommt das ja noch. Fände ich zwar schade, wenn ich mich nicht mehr an frittiertem Unsinn, Zuckerbomben und Convienience-Schrott freuen könnte – aber wenn das der Lauf der Dinge ist, muss ich wohl damit leben.

Hoffentlich nicht!

Nichts gegen gesundes Essen – vegetarisch, viel Eiweiß, wenig Fett, kaum Kohlenhydrate, alles selbst aus frischen Zutaten zubereiten … mache ich schließlich jeden Tag, schmeckt mir. Aber hin und wieder muss es auch der Ravioli-aus-der-Dose-Hammer sein. Oder das Zucker-Joghurt-Getränk mit dem Kaloriengehalt einer ganzen Mahlzeit. Oder der Falafel-Döner mit der Todessoße.

Vermutlich ist nicht der komplette Verzicht das Geheimnis. Sondern das Bewusstsein, dass man dieses Zeug locker essen kann, wenn man davor oder danach dafür sorgt, dass es keinen Überschuss gibt.

„Böses“ Essen als Gewürz, nicht als Hauptgang. Könnte klappen.

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