Monat: Juli 2016

Krankwerden direkt vorm Urlaub. 5/7 movie.

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Dieses Jahr ist es mit dem Urlaubnehmen schwierig. Hauptsächlich deshalb, weil andere Leute sich mit ihren Aufgaben Zeit lassen und generell etwas weniger Rücksicht auf den Rest des Teams nehmen. Das finde ich nicht besonders prickelnd, kann es aber derzeit nicht ändern. Vermutlich habe ich einfach eine zu geringe „leck mich doch“-Attitüde und lasse mich von meinem Gewissen davon abhalten, den Kollegen halbfertige Projekte vor den Latz zu knallen.

Irgendwann muss ich es ansprechen, das steht fest. Aber im Moment ist es sowieso egal, weil die Waldnymphe diesen Sommer auch keinen Urlaub nehmen kann, da sie noch in der Probezeit ist.

Also besteht mein diesjähriger Sommerurlaub daraus, Donnerstag und Freitag zum Nörgelbären zu fahren und ein langes Wochenende nicht viel zu tun. Er ist nicht so der Urlaubstyp. Wegfahren mag er nicht, bleibt am liebsten in seiner gewohnten Umgebung. Naja, gibt ja auch genug zu tun im Ruhrgebiet.

Dumm nur, dass ich seit gestern eine spaßige Sommergrippe habe. Vielmehr: hundsgewöhnliche Erkältung. Klar – draußen ist es heiß, stickig, eklig. Nachts dann manchmal Abkühlung oder auch nicht. Extrem widerliches Wetter. Auf jeden Fall geht es mir sehr ungut und ich bin verärgert. Hoffentlich ist das morgen besser geworden. Derzeit geht es mir mies und ich möchte eigentlich gar nicht wegfahren, sondern lieber vier Tage im Bett liegen. Ach, Biberkacke.

Mal sehen, ob ich es schaffe, in diesen vier Tagen mein Gewicht zu halten. Im Moment bin ich seit Sonntag auf 73,9 Kilo und es bewegt sich nichts. Würde ich das Montag auch noch sehen, wäre das ein Erfolg. Mit einer Abnahme zu rechnen, wenn man jeden Abend auswärts essen gehen will, ist ziemlich utopisch. Aber ein Halten könnte klappen – so lange ich über den Rest des Tages die Kalorienkontrolle habe.

Richtig Lust aufs Wegfahren habe ich nicht. Weil ich im Moment eine gut funktionierende Routine habe auf die ich mich nicht groß konzentrieren muss. Aber dann ist wieder den ganzen Tag Rechnen angesagt. Das versaut einem den Spaß nachhaltig.

Egal. Das muss jetzt einfach.

Also – ich bin dann mal weg. Zum Montags-Wiegewolf bin ich wieder im Lande und kann mich ob meiner Ausschweifungen selbst kasteien.

Der Montags-Wiegewolf sagt …

Wiegewolf

achtzehnte Woche und 73,9 Kilo.

Ein gutes Ergebnis. Und das trotz Nudelauflauf mit jeder Menge Käse und dem wunderbaren Kuchen am Samstag (ich gehöre zu den Leuten, die Rosinen im Kuchen lieben. Weshalb ich gesagt bekam: „Das belastet jetzt aber unsere Beziehung“. Na gut, dann die Rosinen nur noch für mich!).

Ende der Woche bin ich für vier Tage beim Nörgelbären. Da werde ich sehr aufpassen müssen, ob und wie ich ein Defizit behalten kann, weil wir in verschiedene Restaurants wollen. Und im Cuisine of Asia mag es noch gehen, sich einigermaßen im Kalorienrahmen zu bewegen – beim Frittenwerk habe ich dann aber doch meine Zweifel. Schön in Hipsterbutzen essen! Denn da bin ich ganz wie es schon in der Titanic stand: „Ich mag Bionade. Aber ich hasse Leute, die Bionade trinken“. Im Hans im Glück-Burgerladen fragte sich einmal eine Hipsterhorde laut, was denn mit „Rauke“ auf der Karte gemeint sei. Ich konnte sie out-hipstern, in dem ich „Rucola“ sagte.

Auf jeden Fall wird es sehr essenslastig. Kohlenhydrate galore und Fett bis zum Abwinken. Und eigentlich möchte ich es auch gar nicht anders. Das muss ich mit langen Pokémon-fang-Spaziergängen ein wenig abfedern.

Ich hoffe, das ist jetzt nicht symptomatisch für den Rest meines Lebens – ein ständiges Abwägen zwischen Genuss und dem, was dieser Genuss kostet. Ob ich diese leise Zwanghaftigkeit wieder in den Griff bekommen werde? Oder wird das Zählen zumindest so eine Fleisch-und-Blut-Sache, dass ich mich wenigstens nicht mehr bewusst darauf konzentrieren muss?

Na, noch ist das Zukunftsmusik. Es müssen noch so viele Kilos gehen!

Und zum Abschluss noch ein sehr verwackeltes Foto von Merlin, der sich – trotz schwüler Sommertemperaturen – am Samstag unbedingt in meine Tasche zwängen musste. Weil Katze.

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Bevor mir Murphy´s Law wieder dazwischengrätscht …

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… möchte ich festhalten, dass ich heute 74, 3 Kilo wiege.

Da ich aber heute einen großen Geburtstagskuchen (keine Torte – eine Heferolle mit Schoko-Nuss-Rosinenfüllung) einpacken und zusammen mit der Waldnymphe mit neuen Leuten Vampire spielen werde, ist es wahrscheinlich, dass mein Körper in „OMFG! Kohlenhydrate!!11!1!“-Modus fällt und ich am Montag dem Wiegewolf wieder die 75 zeigen kann.

Deshalb: Mutti, guck mal, was ich kann! Für heute.

Heute werde ich auch das Geschmackszeug für Proteinpulver von der Post abholen, das ich mir bestellt habe. Ich werde es in Quark einrühren und dann mal sehen, ob das lecker ist. Ich fand den Namen der Geschmacksrichtung sehr amüsant: „Little white ball“. Die kleine kaukasische Hode. Soll aber wohl Raffaello sein. Ich bin gespannt, ob es taugt. Im Ohne-Unsinn-Forum sind die Meinungen geteilt. Da man mich aber mit allem bekommt, das Kokos enthält (Kokos-Shampoo, Kokos-Duschgel, Kokos-Bodylotion, Kokos-in-jeder-Form-zu-Essen-oder-Trinken …), bin ich guter Hoffnung, dass es kein Fehlkauf war.

Und wenn das Zeug richtig etwas kann, werde ich mir auch noch andere Varianten davon zu Gemüte führen. Popcorn-Caramel klingt spannend. Oder Vanille-Gebrannte Mandel.

Ja, ich weiß. Diese fröhlichen Chemieexzesse passen nicht wirklich zu meiner sonst doch ziemlich stringenten saisonal-regional-frisch zubereitet-Lebensweise … aber bei süßen Dingen bin ich immer vorn dabei, wenn es um bizarre Geschmacksnoten geht.

Also nochmal: Heute hatte ich 74,3 Kilo. Ich werde nicht schmollen, wenn es am Montag mehr sind (woll werde ich schmollen. Aber dann kann ich auf diesen Post sehen und weiß, dass ich erreiche, was ich will).

Selbst wert sein

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Ernst ist das Leben – und dieser Text -, heiter die Kunst.

Ich mache meinen Wert nicht an meinem Gewicht fest. Aber zu behaupten, es spiele nicht in meine Wahrnehmung hinein, wäre Selbstbetrug.

Wer mit Angststörungen lebt, weiß, dass man schnell dazu neigen kann, aggressiv zu werden. Vor lauter Furcht ist man ständig im Angriffsmodus, um ja nicht wieder (wieder!) das Opfer zu sein. Man neigt zu Pauschalurteilen und beißt um sich. Das ist ein ziemlich urtümliches Verhalten. Und nur weil man weiß, dass es unnötig ist, kann man es noch lange nicht abstellen – was manchmal sogar Freunde erst erschöpft und dann wütend werden lässt („wenn du es weißt, warum tust es denn dann?!“).

Das Gewicht spielte in all´ das mit hinein. Einerseits habe ich mich auf meinem Höchstgewicht (92 Kilo) nicht als menschlich betrachtet – meine innere Selbstbezeichnung war „der Klumpen“ – andererseits hatte ich diese irrsinnigen Erwartungen, dass man mich doch bitte trotz meines Aussehens akzeptieren können müsse. „Man“ war in diesem Fall der Rest der Welt; recht unreflektiert alles und jeden in einen Topf geworfen.

Hier bin ich vermutlich ziemlich nah an dem entlang geschrammt, was die Fat Acceptance-Leute vor sich her monstranzen: „Nimm mich an. Egal wie. Auch wenn ich mich wie ein Arsch benehme, das ist egal, denn ich bin dick, habe meine Gründe und damit bist du intolerant, wenn du mich ausgrenzt!“

Ich habe einen sehr stark entwickelten Wahrnehmungsfilter. Meine people-watching-skills sind fast nonexistent. Deshalb habe ich nie bemerkt, dass mich irgend jemand wegen meines Gewichts verspottet oder benachteiligt hätte. Oder vielleicht ist es ja auch nicht passiert, wer weiß.

Dennoch habe ich in der ständigen Furcht vor Verurteilung gelebt. Und bin deshalb im Umgang immer aggressiver geworden.

Was für eine unangenehme Spirale nach unten. Gefühlte Ausgrenzung führte zu immer mehr in-yo-face-Verhalten.

Die Besserung kam nicht mit dem Abnehmen. Die Besserung bedingte das Abnehmen. Zuerst war da nämlich Frau Schwan, beste Freundin von allen (auch wenn sie mich immer noch für bisexuell hält), die nicht mehr mit ansehen konnte, wie ich von meinen Ängsten, den Panikattacken und der Depression langsam aufgefressen wurde, und mich zu meiner jetzigen Therapeutin brachte.

Ich habe nie geglaubt, dass so etwas irgend etwas in mir verändern, anstoßen könnte. Es war doch nur Gerede und ein bisschen was mit Hypnose (Hypnose! So ein Esoquark!). Aber nach und nach bekam die Welt tatsächlich wieder Farbe. Wurden meine Aufenthalte in der grauen Ebene kürzer.

Und das führte dazu (zumindest vermute ich das), dass die Waldnymphe beschloss, den Schritt zu tun.

Natürlich prallte das voll gegen meine Wand aus „ich bin nichts wert“. Wieso wollte dieses wundervolle Wesen einen Klumpen küssen?

Aber irgendwie hatte ich nun dank Frau Doktor V. das Werkzeug, mir die richtigen Gedanken zu machen.

Und die sagten: „Warum soll ich für mich weiter klumpig sein, wenn ich die Macht habe, mich zu verändern? Warum soll ich nicht so sein können, wie ich sein möchte? Warum mache ich mir – und auch der Waldnymphe und allen anderen, die ich liebe – nicht das Geschenk, mich nicht mehr mit Verachtung zu betrachten?“

Genau zu diesem Zeitpunkt stieß ich über Robins Blogpostserie auf Nadjas Buch und Blog. Und der Rest ist Geschichte. Die Philosophie des „es ist deine Verantwortung – nimm sie dir!“, die hinter Fettlogik überwinden steht, passte millimetergenau zu meiner mühsam erkämpften und immer noch im Aufbau befindlichen Einstellung des „ich gehe das jetzt an!“

Ich behaupte nicht, durch das Abnehmen ein besserer Mensch geworden zu sein (oder noch zu werden, es fehlt ja noch einiges). Aber ich denke, dass ich mir dadurch die Möglichkeit eröffnet habe, mich als besseren Menschen anzunehmen.

Ich bin zu mir selbst nicht mehr gar so garstig. Und dieser Frieden in meinem Kopf wirkt auch nach Außen. Mehr Gelassenheit. Mehr Akzeptanz. Mir geht es besser.

Ich hätte nie geglaubt, dass es möglich ist – aber ich kann mich mittlerweile im Spiegel betrachten und als Mensch sehen.

Nein, ich habe nicht die Illusion, dass nur schlanke, schöne Leute überhaupt Personen sein dürfen. Verdammt, ich bin Grafikerin – ich weiß, was man mit Photoshop tun kann! Ich verallgemeinere auch nicht. Wer sich dick wohlfühlt, kann so viel wiegen wie er/sie möchte. Daraus leite ich gar nichts ab (wenn mir auch noch keine dicke Person begegnet wäre, der ich das „ich bin zufrieden mit meinem Gewicht/Aussehen!“ abgekauft hätte. Aber das bedeutet ja nur, dass ich immer noch keine guten people-watching-skills habe oder nur den falschen Leuten begegnet bin). Aber ich merke, wie ich anfange, mir zu gefallen. Sicher – wenn eine dicke Kuh dünn wird, ist sie noch lange kein Reh. Aber ich muss auch kein Reh sein. Ich möchte eine starke, fitte, schlanke Kuh sein.

Und ich weiß, dass ich es erreichen werde. Nach und nach. Ich habe noch einen langen Weg vor mir – im Kopf wie auch im Körper. Aber zu wissen, dass ich diese Macht habe, ist ein unglaublich gutes Gefühl. Erfüllt mich mit so viel Kraft!

Grund für diesen Text war, dass ich erstens jetzt bei 74,9 Kilo bin (und damit exakt 10 Kilo von Normalgewicht entfernt) und mir zweitens eine Kollegin sagte, dass es ja toll wäre, wie ich abgenommen hätte aber nun wäre doch mal gut.

Haha. Nein.

Ruhige Gewässer

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Das halbe Kilo Wasser ist über Nacht gegangen. Jetzt kann ich dazu zurückkehren, wieder etliche Tage auf dem selben Gewicht zu verharren und dann einen Sprung nach unten zu machen. Das muss wohl so sein. Sinnlos, sich darüber aufzuregen.

Statt mir also Gedanken ums Abnehmen zu machen – das läuft derzeit wirklich sehr normal nebenher, ich empfinde es nicht mehr als Ausnahmesituation – kann ich mich auf Anderes konzentrieren. Die Arbeitsprojekte erfordert dabei gar nicht einmal so viel Konzentration, die sind eh noch in der Anlaufphase. Die Spielebranche arbeitet sehr messenorientiert. Spiele kommen zu den beiden großen Terminen und nur sehr selten dazwischen.

So lange die Redaktion also noch wurstelt und die Grafik nur beratend tätig sein muss, habe ich die Möglichkeit, kreative Energie mehr in meine privaten Dinge zu stecken.

Obiges Bild zum Beispiel ist eine Illustration zu einer Werewolf-Story. Da ich die Zeichnungen dazu mache, während ich erst nach und nach die Kapitel zu lesen bekomme, ist es ziemlich herausfordernd, die Charaktere nicht fortwährend zu verändern, nur weil man mehr von ihnen erfahren hat. Ich bin gespannt, wie das fertige Teil aussehen wird. Sobald alles durch ist, layoute ich das Ebook. Nicht, dass ich darin besonders viel Erfahrung hätte. Ich kämpfe noch mit grundlegenden Dingen – wie zum Beispiel, dass mir beim Export des epub-Dokuments gern mal Zeilen- zu Seitenumbrüchen werden. Und das Einbinden von Illustrationen im Lauftext habe ich auch noch nicht gemacht. Learning by doing!

Ich sammle immer noch Pokémon, bin aber davon genervt, wie schnell das Spiel mir den Akku leerzieht. Normalerweise muss mein Handy auch bei exzessivem Whatsapp-Gebrauch (die Hauptkommunikationsform der Waldnymphe und mir, gern auch mit vielen Fotos) nur alle zwei, drei Tage aufgeladen werden. Aber ein, zwei Stunden Pokémon Go gespielt und das Ding ist zur Hälfte leer. Trotzdem macht es weiterhin viel Spaß. Amüsant ist, dass offenbar nun schon besorgte Eltern vor den Gefahren gewarnt werden. Himmel hilf, der Nachwuchs geht auf die Straße, statt vorm Bildschirm zu hocken, was da alles passieren kann …! Wie immer glaube ich fest an den Satz „I’m not saying let’s go kill all the stupid people….I’m just saying let’s remove all the warning labels and let the problem sort itself out.“

Für den Rest der nerdigen Hobbies ist nicht viel Zeit. Derzeit fallen Serien flach, ich möchte einfach nicht nur konsumieren. Obwohl mich sowohl „Sleepy Hollow“ als auch „Unbreakable Kimmie Schmidt“ sehr erfreuen. Und wenn man dem ersten Geraschel im social-media-Dschungel glauben kann, wird auch bald mit der nächsten „Black Sails“-Staffel zu rechnen sein. Gar nicht zu reden davon, dass ich mich dazu zwingen wollte, mir „Marco Polo“ anzusehen, obwohl mich die erste Folge gelangweilt hat. Weil es gelobt wird. Und „The Musketeers“ stünde auch auf dem Plan. Und „The Bastard Executioner“ (das soll echt übel sein).

Dennoch habe ich derzeit zum nur-Zuschauen nicht die Geduld. Wenn schon vorm Computer dann auch tätig. Also Spielen.

In TESO habe ich gestern durch ausgiebige kriminelle Handlungen Rang zehn bei der Diebesgilde erreicht und kann nun die letzten beiden noch fehlenden Quests machen, um diesen DLC storymäßig abzuschließen. Hat ja auch nur ein halbes Jahr gedauert. Ich spiele langsam und sprunghaft.

Zu SWTOR kann ich mich nicht mehr durchringen. Ich hatte dazu auch eine Unterhaltung mit einem alten Bekannten (ehemaliger Gildenleiter und mein Mit-Tank im Gildenraid. Lang, lang ist´s her!), der aus exakt den selben Gründen dort nicht mehr einlogged. Sehr ärgerlich. Ich liebe das Star-Wars-Setting. Und das Spiel ist wirklich gut. Aber ein MMO muss nunmal zwingend stetig Neues bieten, sonst bleiben die Spieler weg. Denn niemand zahlt für etwas, das ihm nichts mehr für sein Geld bringt. Ich weiß nicht, warum Bioware das ganze Ding in ein „Choose your own adventure“-Buch verwandelt hat – bei dem man in jedem Kapitel maximal eine Entscheidung treffen darf und nur jedes vierte Kapitel überhaupt storyrelevant ist. Ist das wirklich die Richtung, in die Mehrheit der Spieler möchte? Ich denke nicht. Denn selbst der story- und charakterverliebte Teil des SWTOR-Fandoms, der sich immer herdenweise auf tumblr herumtrieb, ist mittlerweile zu anderen Gefilden aufgebrochen, weil es irgendwann zu langweilig wurde. Sehr, sehr schade. Ich gebe die Hoffnung noch nicht auf – aber im Moment ist es eben fast überall unterhaltsamer als in SWTOR.

Sommer ist eben keine klassische Nerd-Jahreszeit. Pokémon Go hat das ein wenig geändert, aber generell ist man eher mit sozialen und im Freien stattfindenden Tätigkeiten befasst.

Auch nicht schlimm. Gerade im Hinblick auf´s Abnehmen.

Der Montags-Wiegewolf sagt …

Wiegewolf

siebzehnte Woche und 76,0 Kilo.

Das hört sich im Vergleich zu letzter Woche ganz gut an. Noch besser, wenn man bedenkt, dass ich seit Donnerstag bei 75,5 war und erst von gestern auf heute 500 Gramm Wasser eingelagert habe, weil ich zu salzig gegessen und Muskelkater vom Rennen habe.

Also gar nicht übel.

Die Rennerei ist natürlich immer noch die Pokémonjagd. Am Wochenende bin ich jeden Tag mehrere Stunden losgezogen und hatte viel Freude daran. Außerdem habe ich herausgefunden, dass ich zweien meiner Freunde – K. und Voller Napf – für die ganzen Pokéstops bei uns in der Stadt und im Schlossgarten danken kann, da die beiden damals fast im Alleingang hier alle Ingressportale eingeschickt haben. Voller Napf fängt noch keine Pokémon aber K. erntet die Früchte seiner Arbeit und ist wild dabei, Monster einzusacken.

Der Erklärfaun ist zögerlich – einerseits findet er das Spielprinzip großartig, andererseits aber auch Pokémon nicht besonders schön. Er überlegt also noch. Während die Waldnymphe weiterhin freundlich von Draußen reinwinkt und keine Ambitionen hat, sich der Sammelei anzuschließen.
Slowpoke
Ganz anders meine Kollegen im Verlag. Dort hat sich schon eine Mittagspausen-Jagdgemeinschaft gebildet, die sich im Rudel auf ahnungslose Taschenmonster stürzt. Finde ich sehr archaisch. Die paläolithischen Jäger treiben das Wild im Hordenverband über eine Klippe. Dann halten sie mit den Telefonen drauf. Im Anschluss wird gemeinsam am Feuer gesessen und die Beute sortiert. Klingt auf jeden Fall unterhaltsam. Ich wurde eingeladen, mitzukommen. Das werde ich wahrscheinlich auch tun – wenn auch wohl noch nicht heute, da ich in der Mittagspause dringend an der Vorzeichnung für eine Illustration zu einer Geschichte der Waldnymphe arbeiten will. Das brennt gar zu sehr auf den Nägeln! Romantik und Dramatik. Und nackte Haut.

Neben dem Herumgerenne an der frischen Luft bin ich auch weiterhin in den normalen MMO-Untiefen unterwegs. Ich habe gestern entdeckt, dass mir die Pickpocket-Heists der Diebesgilde in ESO richtig Spaß machen. Das war früher nicht so. Bisher habe ich auf Level 8 der Diebesgilde stagniert, weil ich die Story durch hatte aber dieses ganze Taschen-Gediebstahle furchtbar fand. Gestern wollte ich mich dann endlich dazu zwingen, dort mal weiterzuwursteln (den tragbaren Hehler gibt es schließlich erst ab Level 10!), habe mich auf Frust und Zähigkeit eingerichtet … und plötzlich macht mir das richtig Freude! Klar, manchmal erwischt einen die Stadtwache – aber das passiert bei den Dark Brotherhood-Quests ja auch. Das ist der Lauf der Welt. Das Schicksal des Outlaw. Man reiche mir Clint Eastwood.

Ich habe drei Skillpunkte investiert, um das Taschendieben effektiver und meinen Charakter unauffälliger zu machen – und die haben sich gelohnt. Die Sache läuft. Ich hatte sogar schon richtiges Glück und als Belohnung das Motiv für den Helm der Abah´s Watch-Rüstung bekommen. Genau das Rüstungsteil, was ich am schönsten finde. Nun kann ich mir meine Traumrüstung aus Mercenary Brust/Schultern/Händen/Gürtel/Hosen, Orc Schuhen und Abah´s Watch-Helm bauen. Wofür mir nur noch ungefähr 500 Rubedo-Leather fehlen … Hierzu ein Erikativ: Ächz.

Da ich heute Geburtstag habe (ein Umstand, der mir erst wieder einfiel, als ich meinen Tag geplant habe. Ich habe noch nie viel davon gehalten), werde ich heute einen Kuchen bei meinen Eltern abholen. Was ich dann damit mache, weiß ich noch nicht. Es ist mein Lieblingskuchen – Hefeteig mit Nuss-Rosinen-Schokoladenfüllung. Also nichts, das in meinen Kalorienrahmen passt. Mit zur Nymphe nehmen läuft auch nicht, da sie nur Samstags Kohlenhydrate isst und Rosinen nicht leiden kann. Also … einfrieren? Bleibt mir wohl nichts anderes übrig. Und dann am 6. August mit zu G. nehmen.

Jagdfieber

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Direkt vor dem Verlag hat mich dieses Pokémon angefallen!

Seit gestern ist Pokémon Go auch in Deutschland offiziell erhältlich. Da ich von den Schleichwegen im App-Business keine Ahnung habe, hatte ich mich entschieden, auch tatsächlich bis zum richtigen Europa-Release zu warten und dann zuzuschlagen.

Kaum hatte ich also gestern Mittag gelesen, dass es nun soweit war, griff ich sofort zum neben mir auf dem Schreibtisch liegenden Telefon. Während ich installierte dudelte die App fröhlich ihre Melodie, was meinen Kollegen vom Schreibtisch gegenüber zu der Bemerkung veranlasste „Du lädst dir jetzt aber nicht gerade Pokémon Go?“ Doch, genau das tat ich.

Hey, ich habe im Laufe meiner Arbeit in diesem Verlag bestimmt fünfzig Poster für das Pokémon TCG gewurstelt, dazu noch etliche Flyer, T-Shirts und was es sonst noch so gibt. Wenn jemand ein Recht darauf hat, Pokémon zu jagen, dann wohl die Insassen dieser Grafikabteilung! War ihm natürlich auch klar – sein Poké-Count in Sachen Merchandisegestaltung ist schließlich nicht niedriger.

Allerdings versagt er es sich, die App zu laden, da er seiner kleinen Patentochter mit eisernem Willen demonstrieren möchte, dass es auch ohne Pokémon Go geht. Bringt ihn moralisch bestimmt sehr weit nach vorn.

Meine Neffen und Nichten hingegen geben sich völlig dem Rausch hin. Und ich nun ebenso. Die Waldnymphe ist skeptisch, wünscht mir aber viel Spaß und der Nörgelbär jagt mit Vehemenz ebenfalls – leidet aber darunter, in einer ruhigen Wohnlage zu leben, was die Pokéstopfrequenz negativ beeinflusst.

Ich war gestern Abend in der Stadt unterwegs, entdeckte, dass ich in einem Haus mit Pokéstop wohne (Unlimited Power!!111!!einself1!!) und dass die Pokéstop- und Arenadichte in meinem beschaulich-touristischen Wohnort unglaublich hoch ist. Nur natürlich, wenn man sich vor Augen hält, dass praktisch jeder japanische und amerikanische Tourist bei uns in der Gegend für ein paar Stunden/Tage hängenbleibt und deshalb auch die letzten Winkel Googlefotografisch dokumentiert und mit ziemlicher Sicherheit in Ingress verwurstet worden sind.

Als ich gestern so vor mich hinwanderte, bemerkte ich etliche andere Jäger – ebenfalls auf Fangmission. Jede Altersgruppe von etwa zehn (in Begleitung von Mutti) über fünfzehn (kichernde Minirudel) bis hoch zu vierzig (einzeln und jeden anderen Erwachsenen anlächelnd, der ebenfalls mit offenem Telefon unterwegs war).

Bei allem Kulturpessimismus (immer wieder gern genommen) – dieses Spiel ist sinnvoll. Man muss sich bewegen, weite Strecken laufen (um ein gutes Ei auszubrüten bis zu zehn Kilometer – mit dem Auto cheaten funktioniert nicht!) und kommt in Kontakt mit anderen Spielern (ich nun weniger. Aber das liegt in meiner Natur). Bestimmt werden die üblichen Verdächtigen über die Permissions und die Kontrollfunktionen jammern (erst wenn die letzte Google-Anwendung von euren Telefonen verschwunden ist, erst wenn das letzte IPhone im Müll liegt, erst wenn das letzte Windows-Fon Bluescreen zeigt … werdet ihr feststellen, dass … hmm, keine Ahnung. Irgend etwas wird man zweifellos feststellen), es wird vor den Gefahren gewarnt werden, die von unvorsichtigem Laufen im Straßenverkehr ausgehen. Es werden sich Unfälle ereignen, weil Leute beim Autofahren Pokémon gefangen haben. All´ das ist völlig sicher.

Aber wie bei allen neuen Dingen wird sich das einpendeln. Wird man damit umzugehen lernen. Es wird ein Hype sein, der nach ein paar Wochen abflacht, ohne ganz zu verschwinden. Kein Grund zur Besorgnis also.

Ich werde mich hauptsächlich auf den Sammel- und Fangaspekt konzentrieren. Das bringt mich aus dem Haus und mit etwas Glück funktioniert es auch auf dem Fahrrad. Da ich eine Handytasche am rechten Schultergurt meines Fahrradrucksacks habe, spüre ich, wenn das Telefon vibriert und kann anhalten, um nach Pokémon Ausschau zu halten. Sollte das nicht so gut funktionieren, werde ich eben Laufen. Das ist auch in Ordnung.

In jedem Fall ein Spiel mit viel Bewegung. Und davon kann ich immer mehr gebrauchen.

Glumanda_Pokego