In Vino Veritas, bezahlte Preise und Basteleien

Ich habe die letzte Woche noch heftig an meiner dämlichen Erkältung herumlaboriert. Dass ich trotzdem Arbeiten war half nicht, mich abends in kohärentere Verfassung zu bringen. Ich war also – kurz gesagt – neben der Kappe. Gewaltig.

Dienstag abends rief Nachabrin M. aus dem Erdgeschoss an. Fing sofort an, ohne Punkt und Komma zu reden. M. ist eine unglaublich liebe, freundliche mittelältere Dame, die immer für jeden da ist. Allerdings schafft sie es nicht, Gedanken nicht sofort auszusprechen, sobald sie ihr durch die Rübe zischen. Das führt dann schon einmal dazu, dass sie drei Themen in einem Satz behandelt oder Gespräche in der Mitte eröffnet.

Kein wirkliches Problem, sofern man daran gewöhnt ist. Nun, zumindest nicht für jeden. Sie verlor einmal einen Job, weil der Filialleiter des Geschäftes nur noch erschöpft „Sie welschi Fraa, Sie!“ („welsch“ bedeutet im hiesigen Dialekt „wahnsinnig, durcheinander“ und stammt noch aus der Zeit, als französische Truppen hier alle paar Jahre alles niederbrannten, mit Italienisch hat es hier im Gebiet nicht das Geringste zu tun) ausrufen konnte.

Aber ist man sowieso schon angeschlagen und hat in dieser Angeschlagenheit schon zwölf Stunden Job und Pendelei hinter sich, kann man nicht immer perfekt reagieren.

Und so passierte es.

Dass ich auf ihre ohne-Punkt-und-Komma-Gesprächseröffnung „Störe ich grade?“ instinktiv mit „Ja“ antwortete.

Maximal unhöflich wenn auch wahr. Ich mag M. gerne und will ihr nicht wehtun.

Aber keine Notwendigkeit, sich zu grämen. Ihre übliche Disposition sorgte dafür … dass sie mir gar nicht zugehört hatte! Sie redete einfach völlig unbeeindruckt weiter. Alles war gut. Als hätte ich „Nein“, „Ich komme bei Pi nicht über zwei Nachkommastellen hinaus“ oder „Hurz“ gesagt.

Irgendwie schon prima, das selektive Gesprächsführen.

Passend dazu wechsle ich nun in diesem Blogpost direkt und unvermittelt aufs nächste Thema. Ich habe an diesem Wochenende alle geplanten Termine (Vampirespielen und Grillen) abgesagt. ich wollte einfach nur schlafen und auskurieren. Das klappt bisher hervorragend.

Allerdings ist Samstag mein Kohlenhydrate-Refeed-Tag. Ich habe mir also eine Portion Rotes Curry mit Reis bei einem Thai in der Nähe geholt, den ich noch nicht kannte (seltsamerweise haben wir mittlerweile vier China/Thai-Hybriden aber nur noch einen Dönerladen in der Stadt. Was ist nur geschehen?) geholt, wieder einmal angefangen, Firefly zu schauen und dabei dieses Manna der Götter zu verzehren.

Und es war großartig! Wirklich sehr, sehr gut. Angenehm gewürzt; scharf aber nicht nur um der Schärfe willen sondern harmonisch. Gemildert von Kokos und Zitronengras. Sehr fein.

Und sehr viel. Was mich nicht daran hinderte, die komplette Portion aufzuessen!

Was ich später mit so starken Magenschmerzen bezahlte, dass ich einfach umgefallen bin. Das ist mir noch nie passiert. In einem Moment dachte ich, dass ich vor Schmerzen ohnmächtig werde und dann … werde ich es! Zumindest hatte ich Filmriss und bin auf dem Boden wieder zu mir gekommen. Umfall-Ich hat sich aber wohl kontrolliert abgelegt, da ich sogar die Brille noch aufhatte.

Irgendwie verstörend, dass so etwas möglich ist.

Ich würde gern behaupten, dass das Curry diese Schmerzen wert war. Aber das wäre fies gelogen. Da es aber auf jeden Fall sehr, sehr gut war, habe ich daraus gelernt, mich zu beherrschen. Es mag sein, dass ich vor zwanzig Kilo in der Lage war, so viel zu essen – aber dieser Zug ist jetzt (zum Glück!) abgefahren. Mäßigung.

Zum Abschluss noch die Basteleien. Da ich im Moment praktisch von allen klassischen PvE-MMOs ermüdet werde, mich zu SWTOR aus RP-Gründen aufraffen sollte, es aber einfach nicht kann, mich an TESO übersättigt habe … bin ich zu meinen Wurzeln zurück gekehrt. Und baue und spiele in Second Life.

Dass es dort mittlerweile sehr ansprechend aussehen kann (kann, da man immerhin als Spieler alles selbst baut und viele Leute nicht einmal dann Geschmackssicherheit hätten, wenn man sie in Himbeersirup tauchen würde), beweisen meine Screenshots in diesem Post.

Und das völlig freie Bauen ist sehr beruhigend.

Ich werde meine Wüstenlandschaft vermutlich bald wieder platt machen und einen verwunschenen Wald für ein sehr privates Feen-RP basteln. Vor der Wüste war es übrigens eine südchinesische Küstenlandschaft mitsamt Taverne und Bootsanleger.

Und das hier auch :

In welchem anderen MMO hat man schon die Möglichkeit, jederzeit alles zu sein und zu spielen?

Einen Raptor durch eine surreal-violette Landschaft zu reiten?

Ganz davon ab, dass es adult geflagged ist. Und das auch ernst meint. Blut und Sperma. Die echte Welt wird immer prüder, verklemmter und phantasiefeindlicher. Spiel (im sexuellen Sinne) wird pathologisiert und stigmatisiert.

Ja, ich bin asexuell. Das bedeutet aber nicht, dass ich virtuelle Erotik mit sehr phantastischen Elementen nicht zu schätzen wüsste. Bizarre Ästhetik ist ganz stark meins.

Ich hoffe, das wird einem nicht gar zu bald genommen.

Obwohl es natürlich auch ganz friedlich-kindersicher geht.

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