Monat: September 2016

Weiterschwimmen

Orakel

Beruflich bleibt es anstrengend. Ich bin ein wenig verstimmt, da ich „für das Team“ deutlich mehr tue, als ich müsste, damit anderer Leute Fehler ausbügle und am Ende wird das als selbstverständlich betrachtet. Meine anerzogene Arbeitsethik geht mir auf den Senkel. Aber ich kann es nicht abstellen. Kollegin C. macht es richtig – alles erst einmal liegen lassen bis einer schreit. So sortiert sich von alleine das Wichtige vom Unwichtigen. Aber ich habe immer diese irrationale Angst, nicht zu genügen und tue deshalb immer mehr und mehr. Scheißspiel.

Wenigstens an anderen Fronten geht es voran statt im Hamsterrad herum. Ich bin von gestern auf heute 700 Gramm Wasser losgeworden und damit nur noch 100 Gramm über meinem Tiefststand. Hoffentlich setzt sich dieser Trend fort. Noch drei Kilo bis Normalgewicht … Das Einhörnchen ist schon fast greifbar!

Und hobbymäßig habe ich auch viel Freude. Im Moment am kreativen Basteln und Werkeln in Second Life. Durch das RP inspiriert (und auch notwendigerweise – denn irgendwo muss man ja spielen!) baue ich immer neue Settings. Einen zerstörten Caern, den Feenhof von König Oberon, die surreale D/s-Spiellandschaft eines Vampirs, ein Gefängnis in einem gammeligen Lagerhaus … Es macht mir wirklich Spaß. Second Life ist auch nach zehn Jahren noch das weitaus kreativste Sandbox-Spiel. Man hat alle Freiheiten der Welt, nichts ist festgelegt. Das ist natürlich auch der Pferdefuß. Vielen Spielern fehlt die Fantasie, mit der völligen Freiheit etwas anfangen zu können und sie langweilen sich, wenn ihnen kein vorgefertigtes Programm geboten wird. Aber wer Spaß daran hat, sein Spielzeug und Setting selbst zu erschaffen, wird dort so glücklich wie nirgendwo sonst.
Sicher – möchte ich Theme Park-Bespaßung und Dinge verdreschen wandere ich auch zu den „richtigen“ MMORPGs, die können das, da liegt deren Kernkompetenz. Aber für stimmungsvolles RP, tiefes Eintauchen in fremdartige Welten und absolute Selbstbestimmung kehre ich doch immer wieder nach SL zurück.

Ansonsten verliebe ich mich immer mehr in meinen Kindle. Das Ding verführt mich zwar dazu, ständig Bücher zu kaufen, die ich „bald“ mal lesen möchte – aber da diese Stapel im Gegensatz zu ihren Holzmedienverwandten nicht meine Wohnzimmerregale vollstellen, kann ich mit den paar MB auf der Speicherkarte wunderbar leben. Seltsam, diesen stetigen Kaufimpuls hatte ich mit dem Sonyreader nicht. Auch der ist recht gut bestückt – aber er war nie so mein stetiger Begleiter wie der Kindle. Das mag auch daran liegen, dass Letzterer gut darin ist, Musik zu horten (Layoutarbeiten sind erträglicher, wenn aus den Knöpfen im Ohr Primo Victoria schreit). Und Serien. Und nebenher noch als Tablet-PC fungiert und mich in langweiligen Wartezimmern Reddit browsen lässt (sofern WLAN vorhanden ist). Eine größere und komfortablere Version meines Telefons eben.

Aber eigentlich sollten all´ diese Erklärungen dazu führen, dass ich uuuunbedingt das Buch „Young Skins“ von Colin Barrett empfehlen möchte. Eine lose über manche Protagonisten und Orte verbundene Kurzgeschichtensammlung. Ich bin sehr davon gefangen, da ich einfach nicht fassen kann, wie dort die Trostlosigkeit auf ganz leichten Füßen daherkommt. Wirklich großartig. Man wünscht sich, dass die Geschichten mehr zeigen. Und noch mehr. Und will ein Happy End. Aber braucht überhaupt keines, weil alles so ist, wie es nunmal ist. Das Setting ist das kleinstädtische Irland – aber irgendwie ist es schon genuin mittel/westeuropäisch. Nicht besonders fremd, wenn man selbst in solch einer kleinen Stadt aufgewachsen ist. Natürlich lernt man wieder jede Menge Slangausdrücke. Aber wer Garth Ennis´ Hellblazer-Comics gelesen hat, kommt auch damit klar, ohne an seinem Dictionary zu verzweifeln. Das Ganze gibt es auch in deutscher Übersetzung („Junge Wölfe“). Ich muss mehr von diesem Autor lesen.

Zum Glück ist die Woche bald vorbei. Ich zähle die Tage bis zum 14. Oktober – dem definitiv letzten Abgabetag für alle Projekte. Danach kann man mich in der Pfeife rauchen … aber ich habe es hinter mir. Zumindest bis die Redaktion Fahrt aufnimmt und die nächsten Spiele anrauschen. Nicht falsch verstehen – ich liebe meinen Job! Direkt nach dem Studium hatte ich Angebote aus Werbeagenturen oder die Möglichkeit für die Uni Heidelberg wissenschaftliche Illustrationen in Vollzeit anzufertigen. Entschieden habe ich mich dann aber für die Arbeit in einem Spieleverlag. Lieber das halbe Gehalt der Waldnymphe (vom Programmierersalär von K. und Voller Napf mal gar nicht zu reden!) aber dafür nicht in einer Agentur versauern. Die berühmten dramatisch ausgeleuchteten Zahnpastatuben hätten mich auf mittlere Sicht fertig gemacht. Dem Tumore zeichnen an der Uni trauere ich gelegentlich nach – aber generell gefällt mir mein Job schon sehr.
Was ihn nicht davon abhält, regelmäßig sehr, sehr anstrengend zu werden. Wenn Deadlines vorverlegt werden. Und Redakteure dann wie die Minions herumrennen, gegeneinanderprallen und schreien und ich in drei Tagen die Arbeit einer Woche machen darf. Passiert. Hört auch wieder auf. Metal aufs Ohr und stur durch!

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Der Montags-Wiegewolf sagt …

Wiegewolf

siebenundzwanzigste Woche und 68,8 Kilo.

Wieder mal mehr ohne mehr gegessen zu haben. Liegt wahrscheinlich an den fühlbaren Wassereinlagerungen. Ich habe irgendwie dicke Füße und Finger und fühle mich generell nicht wohl. Das verschwindet hoffentlich in absehbarer Zeit wieder. Vermutlich hat die starke Laufaktivität Samstag und Sonntag auch dazu beigetragen, dass sich noch mehr Wasser festgesetzt hat.

Es ist ärgerlich, dass mein Körper immer so hartnäckig an einmal angesammeltem Gewicht festhält. Klar, im Ohne-Unsinn-Forum habe ich immer wieder gelesen, dass die letzten Kilos die schwierigsten sind … aber dass „die letzten“ schon so zeitig anfangen hätte ich nicht gedacht! Ich bin doch noch nicht einmal grob in der Nähe meines Ziels!

Ich werde mich diese Woche wieder auf andere Dinge als die Abnahme konzentrieren (natürlich werde ich weiter ein gutes Defizit essen – aber mein Kopf hat andere Dinge, um die er sich wickeln wird). Ich habe noch etliche Projekte, die fertig werden wollen (und gewaltig festhängen … aber nicht bei mir!), möchte noch die Karte für G.s und M.s House Warming zeichnen und ausdrucken, damit ich sie am Samstag Frau Schwan mitgeben kann, weil sie, ihr Mann, und Klein-H. darauf unterschreiben wollen (gibt es im Deutschen das Oxford–Komma?). Und dann muss ich mich sehr auf ein Essen im Osaka freuen, das am Samstag stattfinden soll. Und auf das Werewolfspielen am Sonntag. All´ das hält mich diese Arbeitswoche über am Laufen. Hoffe ich zumindest. Irgendwie hat sich alles immer weiter aufgeschaukelt. Ich bin immer gereizter und möchte mich mit der ganzen Welt anlegen.

Irgendwie geht es aber meiner kompletten Umgebung genauso. Die Waldnymphe muss ihr Team mit der Neunschwänzigen dressieren, der Erklärfaun hat wohl auch merkwürdige Menschen um sich, Frau Schwan leidet am baumdicken Regelwerk der Dinge, die man für Azubis tun muss und sogar der Nörgelbär bekam von N.s Katze ein Stück Fleisch aus der Hand gebissen. Also – alles Mist.

Nur meine Mutter ist fröhlich, weil sie einen Bauchtanzkurs macht und der wohl sehr unterhaltsam ist. Sie wollte mich mit dort hinschleppen – aber ich konnte laut genug brüllen, um das gerade noch zu verhindern.

Ach, blöd.

Fuck yeah, Meilenstein!

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… und das völlig aus dem Blauen heraus!

Ich war gestern in Mannheim, um mir ein VoIP-fähiges Telefon zu kaufen. Das hat überraschend gut geklappt, wenn es auch einfacher erscheint, Gold am Klondyke zu finden als einen beratungswilligen Mitarbeiter beim Saturn zu ergattern, was letztendlich dazu führte, dass ich den Hipster to out-hipster all hipsters direkt von der Telekom bekam (gegelter Bart, motivrasierter Undercut!) und ein lachsfarbenes Telefon erwarb.

Lachsfarben wäre jetzt nicht meine erste Wahl – aber es gab nichts anderes mehr. Güterknappheit im Kapitalismus und so.

Das Anschließen des Telefons war dann überraschend einfach – aber darum soll es hier nicht gehen. Auch nicht darum, dass ich Macarons und Eclairs kaufte, wir sie auf dem Balkon im spätsommersonnigen Heidelberg verzehrten und stundenlang durch die wunderschöne, großbürgerliche Kulisse spazieren gingen (den Heidelberger Herbst weiträumig umgehend, Großveranstaltungen sind nicht meins). Einen romantischen Abend in einem Café und dann auf der Couch verbrachten und ich mit dem Erklärfaun zwei Stunden über Historiographie in Europa, Beispiel erster Weltkrieg, diskutierte – was mir etliche neue Erkenntnisse brachte, da ich in diesem Thema nicht sehr firm bin. (Wie gesagt – großartiger Tag/Abend!)

Nein, mein Erfolgserlebnis ergab sich aus einer Notwendigkeit und dem spontanen Entschluss, dieser nachzugeben.

Wieder einmal habe ich nur anderthalb passende Hosen, der Rest ist zu groß. Und das ist wirklich sehr wenig.

Weil es mir mitten in der Abnahme aber unsinnig vorkommt, viel Geld für Kleidung auszugeben, wanderte ich zu Charme&Anmut am Paradeplatz, um nach Jeans zu suchen („Wenn ich halt schon in der Stadt bin ..“).

Als mein Blick in der zweiten Etage auf eine wirklich schöne, kurze Herbst/milder Winterjacke fiel. Spaltleder, tailliert, schwarz, viele Reißverschlüsse. Und nur noch in großen Größen (52, 48, 46 …) vorhanden. Und in 40.

Ich war unschlüssig. Vierzig? Das wäre bestimmt zu eng. Aber in einem Anfall unerklärlichen Frohsinns und Übermuts nahm ich nicht nur diese Jacke, sondern auch eine schwarze Hose in 40 mit in die Umkleidekabine.

Und – lo and behold! – beide passten! Ich habe Kleidergröße 40!

Für normalgewichtige Menschen mag das ein „Ja, bist halt ein bisschen moppelig, was ist daran toll?“ sein. Aber für mich ist das ein großer Erfolg und Glücksmoment.

Und weil ich mit der Abnahme noch lange (es geht ja nun doch langsamer) nicht am Ziel bin, werde ich im Frühling vielleicht Größe 38 tragen! Und nächsten Sommer 36?

Schwer vorstellbar. Aber vor einem halben Jahr wäre mir 40 genau so utopisch erschienen.

Meilenstein, in der Tat.

Vorankommen

John and Zachary 3

Von gestern auf heute sind 900 Gramm Wasser gegangen – ich bin also bei 68,4 Kilo. Nur noch 400 Gramm über dem Sollgewicht für diese Woche. Fast. Denn eigentlich sollte ich diese Woche ja dann die 67,x sehen. Aber darauf fixiere ich mich mal nicht.

Ich habe eine zunehmend entspannte Haltung zum Abnehmen. Was mit Sicherheit daran liegt, dass ich mich dem Ziel nähere. Und daran, dass die Ernährungsumstellung immer mehr in Fleisch und Blut übergegangen ist. Es ist normal geworden, dass der Kühlschrankinhalt zu 90% aus frischem Gemüse besteht. Dass ich immer genug Eier und Quark im Haus habe. Dass man Sriracha an alles packen kann (das hat nicht wirklich etwas mit Diät zu tun).

Mir gefällt, wie stark sich mein Horizont in ernährungstechnischer Hinsicht durch diese Abnahme erweitert hat. Ich probiere neue Dinge aus, lerne neue Lebensmittel schätzen (Hokkaidokürbis! Früher einmal im Jahr bei G. und M. als Suppe, heute jede Woche als Gemüse!) und addiere nach und nach neue Klassiker zu meinem Kochrepertoire. Ich bin immer noch nicht und werde auch nie ein Küchenprofi. Immer noch neige ich dazu, mich für ein paar Wochen oder Monate auf drei, vier Gerichte einzuschießen und diese so lange immer wieder zu kochen, bis ich entweder die Nase voll davon habe, die Zutaten völlig aus der Saison sind oder ein neues „Uuuh, Shiny“ eins davon verdrängt. Aber wenigstens sind es immer neue Gerichte! Derzeit – wie gesagt – Ofenkürbis (mit Paprika und Tomaten dazu). Und Eiersalat mit Paprika, Gurke, Avocado und manchmal ein wenig Feta. Und Shiratakibratnudeln mit Gemüse und Ei (ich bin noch auf der Suche nach gutem, ungewürztem Tofuhack. Das vom Aldi ist grässlich). Gelegentlich auch Spiegeleier mit gebratenem Gemüse.

Wie man sieht – nicht eben Sterneküche. Aber mir schmeckt das. Und ist dank der saisonal günstigen Kürbispreise auch eine immens preiswerte Sache. Ein Kürbis ergibt zwei Mahlzeiten und kostet um die einsfuffzich bis zwei Euro.

Generell gebe ich seit ich abnehme aber paradoxerweise mehr Geld pro Woche für Lebensmittel aus. Das liegt an dem vielen frischen Zeug und dem Fehlen von günstigen Kohlenhydrate-Füllern wie Nudeln und Reis. Das ist es mir aber schon wert. Mir tut die gesündere Ernährung gut – nicht nur durch das geringere Gewicht sondern auch durch klarere Haut und tieferen Schlaf.

Das ist das wirklich Erstaunliche – dass ich es geschafft habe, eine positive Wende in meinem Leben ganz aus mir selbst heraus anzustoßen. Sicher … wenn man es genau betrachtet ist es vermutlich auch nur eine Folge der anschlagenden Therapie. Aber ich möchte es mir trotzdem auf die Fahne schreiben. Denn niemand hat mir gesagt, dass ich abnehmen soll. Ich hatte deswegen keinerlei äußeren Druck. Es war eine Entscheidung aus mir. Und nur aus mir. Ich möchte stolz darauf sein.

Und alles Diäten der Welt hindert mich nicht daran, am Samstag wieder auf dem französischen Backwarenstand einzufallen. Dort sechs Macarons und zwei (oder drei, falls der Erklärfaun auch da ist) Eclairs zu kaufen und diese mittags mit der Waldnymphe zu verzehren. Denn auch wenn das Abnehmen natürlich hier im Blog derzeit das 90%-Thema ist, hat es im „normalen Leben“ keinen so breiten Raum. Es passiert. Es ist kein Statement und keine Religion. Es ist einfach Teil meines derzeitigen Lebens. Und Samstags sind eben Süßigkeiten und andere fettige Dinge Teil meines Lebens.
Dieses Wochenende wird das letzte ohne Termine für längere Zeit. Noch einmal nur auf der Couch lungern, spazieren gehen, sich Geschichten erzählen … bevor einen der Freizeitstress und die sozialen Events einholen und man von jedem Wochenende wieder nur die Hälfte hat.

Das klingt jetzt sehr negativ – aber für introvertierte Menschen ist es wirklich problematisch, wenn zu viel los ist. Klar, ich liebe meine Freunde. Will mit ihnen Essen gehen, auf ihre Parties und mit ihnen spielen. Aber der Herbst ist in meinem Job immer sehr anstrengend und eigentlich benötige ich zwei Tage Wochenende so allein wie nur möglich, um mich wieder aufzuladen.

Aber egal. Das ist ein elendes Luxusproblem! Denn ich bin froh, Freunde zu haben. Froh, eine Beziehung zu haben. Froh, dass es Leute gibt, die mich gern um sich haben. Und der Winter wird noch lang genug. Mit herrlich dunklen, stillen Abenden, an denen ich meditativ in Second Life herumhänge, mir neue Welten ansehe (nachdem ich K. das neueste Bild abgeliefert habe, wird der Kauf von Star Citizen sehr günstig) und auf dem Sofa unter einem Deckenhaufen Serien anschaue.

Rückschwenk zur Abnahme: Für eben diesen schönen, dunklen, regnerischen Winter fehlt es mir nun langsam doch sehr an Klamotten. Ich passe zwar wieder in Lederhose und Ledermantel – aber das ist definitiv keine Alltagskleidung. Schon wieder sind mir die Hosen zu groß und in meinen Jacken kann ich versinken. Und auch in Sachen Langarmshirts und Hoodies sieht es mau aus.

Was trotzdem nicht bedeutet, dass ich damit aufhören werde, mein Gewicht zu reduzieren. Auch wenn ich diese Woche das ominöse „Jetzt ist aber mal gut mit Abnehmen!“ das erste Mal konkret gehört habe.

Nope, nicht genug. Bin ja noch nicht einmal normalgewichtig. Und auch dann werde ich nicht aufhören – denn Idealgewicht ist machbar.

Der Montags-Wiegewolf sagt …

Wiegewolf sechsundzwanzigste Woche und 69,3 Kilo.

Mein Körper, das unangenehme Wunder. Samstag 68, Sonntag 68. Montag fast anderthalb Kilo mehr. Yeah, so muss das laufen.

Mir ist natürlich klar, dass das nur Wasser ist, weil ich meine Periode bekommen habe. Aber trotzdem fragt man sich, was der evolutionsbiologische Sinn dahinter war, Frauen einmal im Monat zu Wasserballons zu machen.

Andererseits ist ja die ganze rund-ums-Jahr-Fortpflanzungsfähigkeit ebenso wenig durchdacht wie die Konstruktion des Knies … und somit das beste Argument gegen intelligent design, das man sich vorstellen kann. Also – alles egal, es ist ein kosmischer Scherz, der sich in ein paar hundert Generationen vielleicht zu Gunsten von Eiersäcken erledigt haben wird.

Das Wochenende war großartig und hat mich mit Energie versorgt, um einer weiteren Woche des Wahnsinns entgegen zu treten. Wobei ich nicht erwarte, dass es wieder so schlimm wird wie die letzte Woche. Zwar straff von der Planung her aber zu meistern. Hoffe ich.

Heute erst einmal ein Tag frei, weil mein Auto zur Inspektion muss. Ab morgen dann drei, nein vier Illustrationen, drei Logo- und drei Boxdesigns. Immer noch besser als die drei Kartensätze letzte Woche. Wieder: hoffe ich.

Kohlenhydrate-Refeed und Vampire

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Gutes Waagenergebnis heute morgen: Glatte 68 Kilo. Finde ich gut. Werde ich aber heute reißen, denn es ist Pen&Paper-Samstag!

Ich war schon im Kaufland und habe Saint Augur, Manchego, Old Amsterdam und Aioli (Wunsch einer einzelnen Dame) geholt, in der guten Konditorei noch ein paar teure aber totally-worth-it Kleinteile mit Zucker gekauft und gleich renne ich los, um die Waldnymphe abzuholen. Dann fahren wir zu M. und S., spielen Vampire und essen, bis der Nabel glänzt. Da wir alle low carb leben und Samstag unser Kohlenhydrate-Tag ist, hat jeder etwas in dieser Richtung dabei. Fett und Zucker.

Ich werde zwar wahrscheinlich nicht über Bedarf essen – aber allein die Mengen an Wasser, die mein Körper dann wieder glücklich an sich binden wird, sorgen dafür, dass diese hübsche 68 für ein paar Tage wieder verschwinden wird.

Aber das muss so. Weil: Vampire und Kohlenhydrate!

Up, up and away!

Land in Sicht

Sigurson_Bike_schwarz_b Die Höllenwoche ist überstanden. Sie war zäh, schrecklich und sehr ermüdend. Ich war abends immer völlig gerädert, konnte mich nicht dazu aufraffen, irgend etwas zu tun und fiel zwischen acht und neun ins Bett.

Und lehrreich war diese Woche auch. Ich habe gelernt, dass manche Kollegen die Zusatzarbeit, die man leistet, um ihren Arsch zu retten, besser würdigen als andere. Man lebt und lernt und weiß dann auch, für wen man in Zukunft noch die Extra Mile geht und für wen nicht. Außerdem habe ich gelernt, dass auch Leute, die jahrzehntelang in einem Beruf arbeiten, unfähig, langsam und hilflos sein können. Und das sogar als externe Selbständige. Ich bin verwundert. Und last but not least habe ich gelernt, dass die Telekom einem zwar in den Wochen bis zum Umschalten ständig SMS schickt um darauf hinzuweisen, dass sie etwas tun werden … einen mit dem eigentlichen Ereignis aber dann völlig im Dunkeln lässt. Woraufhin man dann beim Callcenter anrufen muss, einen extrem unbeweglichen Sachsen erwischt, der sehr lange braucht, um eine Problemstellung zu erfassen und am Ende glücklich ist, wenn man wieder auflegen kann. Das Telekom-Callcenter ist wirklich ein russisches Roulette. Und – auch wenn das nun unschön klingt – wenn am anderen Ende jemand sitzt, der kein sauberes Hochdeutsch spricht, kann man zu 90% davon ausgehen, einen sehr ahnungslosen Menschen erwischt zu haben (anekdotische Evidenz).

Jetzt habe ich also eine geringfügig schnellere Leitung und kein Festnetztelefon mehr, weil mein ISDN-Telefon nicht länger kompatibel ist. Letzteres benötige ich eigentlich gar nicht mehr … aber irgendwie gehört es doch dazu. Weshalb ich demnächst (TM) losziehen und ein günstiges VoIP-Gerät kaufen werde. Aber nicht bei Conrad. Der Telekommunikationsfuzzy dort behandelt weibliche Kunden nämlich als wären sie zu dumm zum Geradeauslaufen. Und das brauche ich nicht nochmal. Da gehe ich lieber zum Saturn – der ist nämlich in der selben Straße wie der Engelhorn, bei dem es die köstlichen Macarons zu kaufen gibt. Und wenn ich schonmal nach Mannheim rein muss … kann ich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.

Eleganter Bogen vom Internetz zum Essen.

Ich bin jetzt bei 68,6 Kilo. Vier Kilo über Normalgewicht. Ich hoffe, dass die sechs vorne nun stabil ist. Am Samstag ist Pen&Paper-Tag mit Freunden angesagt, was wieder jede Menge Kohlenhydrate reinfährt. Aber das muss auch gelegentlich sein.

In jedem Fall hört sich „nur noch vier Kilo bis normal“ sehr positiv an. Es bedeutet nicht, dass ich in vier Kilo mit dem Abnehmen aufhören werde. Aber es ist ein weiterer Meilenstein. Es bedeutet, dass ich in der Lage bin, Dinge anzugehen und zu schaffen. Dass ich mich selbst überwinden kann und Herrin meines Schicksals (zumindest in diesem kleinen Ausschnitt) bin. Es bedeutet einen kleinen Sieg über Angst und Depression.
Abzunehmen hat mir Kraft gegeben. Mich stärker und sogar etwas lauter gemacht. Über Letzteres habe ich mir noch keine abschließende Meinung gebildet. Ob ich das so gut finde. Es mag gut sein, seine Interessen deutlich zu vertreten. In einem Arbeitsumfeld, das Harmonie deutlich höher schätzt als professionelle Distanz ist das aber nicht gerade förderlich. Gut möglich also, dass ich mir das wieder abtrainiere. Denn eigentlich mag ich meinen Job. Egal ob Carebears oder nicht.

Ich hoffe, nächste Woche flaut arbeits- und stresstechnisch etwas ab. Lange halte ich diese Schlagzahl nämlich nicht mehr durch. Ich bin weiß wie ein Gespenst, habe Augenringe wie ein Panda und spüre richtig, wie ich geistig langsamer laufe.

Aber erst einmal das Wochenende. Ein wenig im Londoner Nachtleben der zwanziger Jahre versinken …