Weitergehen, es gibt nichts zu sehen …

Ich bin zwei Kilo über dem Gewicht, das ich rein rechnerisch jetzt haben sollte. Seit dem ich nenne es mal … Hormonunfall vor fast vier Wochen hat mein Körper nicht mehr zu sich gefunden. Vor vier Wochen war ich bei 70,3. Jetzt bin ich bei über 71. Dazu noch jede Menge Wassereinlagerungen, die ich sogar spüren kann – anschwellende Finger, sobald ich draußen in der Wärme länger unterwegs bin und – hurra – Pickel.

Natürlich bin ich genervt. An dieser Situation ist niemand Schuld außer mir selbst. Klar, prima, Botschaft ist angekommen. Aber für diesen Fehler bald einen Monat lang bestraft zu werden ist doch etwas happig. Vermutlich eine sehr erweiterte Form meiner ausgeprägt autoaggressiven Handlungen. Wenn ich mir nicht die Hände blutig kratzen darf, sabotiere ich mir eben die Abnahme. Und das auch noch so kreativ! Immer schön mit Defizit essen aber sich dann einfach mal die Medikation streichen. Super gemacht, Fleißbienchen ins Irrsinns-Hausaufgabenheft.

Echt, manchmal möchte ich mich für diese dämliche Attitüde selbst in die Fresse schlagen. Was aber der Autoaggression natürlich in die Hände spielen würde und deshalb zu vermeiden ist.

Also tue ich … gar nichts. Einfach weitermachen. Immer weitermachen. Mir den Rat meiner Ärztin zu Herzen nehmen und mir vorstellen, wie ich das alles mit einigen Monaten Abstand betrachten werde. In ein paar Monaten werde ich definitiv nicht mehr über siebzig Kilo wiegen. Ich werde die „6“ vorne haben. Sogar eine niedrige „6“. Vielleicht auch nicht ganz so niedrig, weil ich ja nicht weiß, ob ich mir nicht wieder Knüppel zwischen die Beine werfen werde. Aber das wird mich nur eine Zeitlang aufhalten. Well, you know the old saying; When you can’t run you crawl, when you can’t crawl, when you can’t do that, you find someone to carry you. Firefly hilft in vielen Situationen weiter. Derzeit bin ich in der „you crawl“-phase. Sie ist sehr mühsam aber ich kann mich noch bewegen. Ich hoffe, das kann ich beibehalten. Denn jemandem zuzumuten, mich zu tragen … nein, das muss nicht sein.

Also vermeide ich derzeit Abnehmthemen. Was dazu führt, dass dieses Blog doch recht brach liegt. Das tut mir leid, denn eigentlich wollte ich alles viel ausführlicher dokumentieren. Aber ich bekomme mich nicht dazu, so lange so wenig läuft.

Eigentlich bekomme ich mich zu gar nichts. Ich würde so gern das Bild zu einer Story der Waldnymphe weitermachen. Aber ich bin unfähig, mich über die Konzeptphase hinaus zu motivieren. Das ist so ärgerlich. Ich wünschte, ich wäre nicht so eine Primel.

Keine Abnehmthemen. Alles böse.

Statt dessen lieber auf´s Nerdige konzentrieren. Eskapismus war schon immer mein Freund. Ich habe meinen Kindle Fire richtig liebgewonnen und genieße die vielen kostenlosen Bücher und Serien, die ich mir dank Prime ziehen kann. Derzeit versinke ich literaturtechnisch aber in Kostenpflichtigem: Mary Beards „SPQR“. Sehr, sehr gut geschrieben. Und immer wieder überraschend, dass englische Ebooks meistens nicht einmal ein Drittel der deutschen Ausgabe kosten. Da wäre ich ja schön blöd, würde ich das nicht nutzen.

Das gesparte Geld fließt dann ins Gaming. Das Video oben zeigt, was demnächst ansteht. Ich werde von K. einen Zugang zu Star Citizen bekommen. Sieht prima aus. Und ich mag das Space Frontier Genre. Leider hat Star Citizen einige böse Mankos, die mir gar nicht schmecken und von denen ich hoffe, dass sie in der Beta noch geändert werden. Erstens hasse ich erzwungenes First-Person-spielen wie die Pest. Mir wird übel, ich habe keinen Überblick und keinerlei Immersion. Es ist schlicht widerlich. Und zweitens habe ich nach Ultima Online auch keine Lust mehr auf Open World PvP. Das können sich die Entwickler umstandslos direkt in die Haare schmieren. Es war in den Neunzigern cool – aber mittlerweile hat sich die Gamingcommunity leider zu einem Haufen sozial herausgeforderter Vollspacken entwickelt … da läuft das schlicht nicht mehr. Nein, natürlich nicht nur Vollspacken. Aber als Gaming noch ein Nischenhobby war, waren die Leute einfach kameradschaftlicher. Dadurch, dass man in einem sehr übersichtlichen Pool von Leuten sehr schnell herausfinden konnte, wer sich wie ein asoziales Arschloch benahm und der dann den erzieherischen Einfluss des Restes abbekam, war es einfach besser. Jetzt sind es zu viele Leute und es ist unmöglich, in der daraus resultierenden Anonymität ein Korrektiv zu erschaffen.

Aber ich werde mir Star Citizen einmal ansehen. Und dann entscheiden, ob mir diese beiden Killerkriterien das Spiel tatsächlich versauen. Ich fürchte ja, dass dem so sein wird. Meine Hoffnung ist sehr, sehr gering. Aber es wäre so schön …

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