Land in Sicht

Sigurson_Bike_schwarz_b Die Höllenwoche ist überstanden. Sie war zäh, schrecklich und sehr ermüdend. Ich war abends immer völlig gerädert, konnte mich nicht dazu aufraffen, irgend etwas zu tun und fiel zwischen acht und neun ins Bett.

Und lehrreich war diese Woche auch. Ich habe gelernt, dass manche Kollegen die Zusatzarbeit, die man leistet, um ihren Arsch zu retten, besser würdigen als andere. Man lebt und lernt und weiß dann auch, für wen man in Zukunft noch die Extra Mile geht und für wen nicht. Außerdem habe ich gelernt, dass auch Leute, die jahrzehntelang in einem Beruf arbeiten, unfähig, langsam und hilflos sein können. Und das sogar als externe Selbständige. Ich bin verwundert. Und last but not least habe ich gelernt, dass die Telekom einem zwar in den Wochen bis zum Umschalten ständig SMS schickt um darauf hinzuweisen, dass sie etwas tun werden … einen mit dem eigentlichen Ereignis aber dann völlig im Dunkeln lässt. Woraufhin man dann beim Callcenter anrufen muss, einen extrem unbeweglichen Sachsen erwischt, der sehr lange braucht, um eine Problemstellung zu erfassen und am Ende glücklich ist, wenn man wieder auflegen kann. Das Telekom-Callcenter ist wirklich ein russisches Roulette. Und – auch wenn das nun unschön klingt – wenn am anderen Ende jemand sitzt, der kein sauberes Hochdeutsch spricht, kann man zu 90% davon ausgehen, einen sehr ahnungslosen Menschen erwischt zu haben (anekdotische Evidenz).

Jetzt habe ich also eine geringfügig schnellere Leitung und kein Festnetztelefon mehr, weil mein ISDN-Telefon nicht länger kompatibel ist. Letzteres benötige ich eigentlich gar nicht mehr … aber irgendwie gehört es doch dazu. Weshalb ich demnächst (TM) losziehen und ein günstiges VoIP-Gerät kaufen werde. Aber nicht bei Conrad. Der Telekommunikationsfuzzy dort behandelt weibliche Kunden nämlich als wären sie zu dumm zum Geradeauslaufen. Und das brauche ich nicht nochmal. Da gehe ich lieber zum Saturn – der ist nämlich in der selben Straße wie der Engelhorn, bei dem es die köstlichen Macarons zu kaufen gibt. Und wenn ich schonmal nach Mannheim rein muss … kann ich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.

Eleganter Bogen vom Internetz zum Essen.

Ich bin jetzt bei 68,6 Kilo. Vier Kilo über Normalgewicht. Ich hoffe, dass die sechs vorne nun stabil ist. Am Samstag ist Pen&Paper-Tag mit Freunden angesagt, was wieder jede Menge Kohlenhydrate reinfährt. Aber das muss auch gelegentlich sein.

In jedem Fall hört sich „nur noch vier Kilo bis normal“ sehr positiv an. Es bedeutet nicht, dass ich in vier Kilo mit dem Abnehmen aufhören werde. Aber es ist ein weiterer Meilenstein. Es bedeutet, dass ich in der Lage bin, Dinge anzugehen und zu schaffen. Dass ich mich selbst überwinden kann und Herrin meines Schicksals (zumindest in diesem kleinen Ausschnitt) bin. Es bedeutet einen kleinen Sieg über Angst und Depression.
Abzunehmen hat mir Kraft gegeben. Mich stärker und sogar etwas lauter gemacht. Über Letzteres habe ich mir noch keine abschließende Meinung gebildet. Ob ich das so gut finde. Es mag gut sein, seine Interessen deutlich zu vertreten. In einem Arbeitsumfeld, das Harmonie deutlich höher schätzt als professionelle Distanz ist das aber nicht gerade förderlich. Gut möglich also, dass ich mir das wieder abtrainiere. Denn eigentlich mag ich meinen Job. Egal ob Carebears oder nicht.

Ich hoffe, nächste Woche flaut arbeits- und stresstechnisch etwas ab. Lange halte ich diese Schlagzahl nämlich nicht mehr durch. Ich bin weiß wie ein Gespenst, habe Augenringe wie ein Panda und spüre richtig, wie ich geistig langsamer laufe.

Aber erst einmal das Wochenende. Ein wenig im Londoner Nachtleben der zwanziger Jahre versinken …

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