Monat: Oktober 2016

Der Montags-Wiegewolf sagt …

Wiegewolf

zweiunddreißigste Woche und 65,2 Kilo.

Also keine Veränderung zu gestern und vorgestern. Das ist doch fein. Dass ich so kurz vor BMI 24,9 herumspringe macht mich aber ganz hibbelig. Sicher ist es auch nur eine Zahl – aber eine sehr, sehr bedeutende Zahl. Der vorletzte Meilenstein, bevor ich endgültig das erreicht habe, was ich mir an Ostern vorgenommen habe.

Ich hätte nie gedacht, dass ich es so lange durchhalte. Oder dass es überhaupt so lange dauert. Und dass es mir nichts ausmacht, dass es noch weit ins nächste Jahr hinein dauern wird, bis ich an meinem Wunschgewicht angekommen bin.

Was mir hingegen etwas ausmacht ist die dämmernde Erkenntnis, irgendwann tatsächlich Kraftsport machen zu müssen, um die verbliebene Wabbelmasse zu definieren. Bisher tröste ich mich noch damit, dass mir das nach Ende der Abnahme doch auch nicht schwerer fallen sollte, als die Einschränkungen beim Essen. Ob das hilft weiß ich nicht, da ich bis auf das Fastenfenster nichts als Einschränkung empfinde.

Aber das liegt noch weit in der Zukunft. Heute ist Halloween. Ich habe mir heute und morgen Urlaub genommen (da ich noch 20 Tage hatte, waren die Damen in der Buchhaltung – was bei meinem kleinen Arbeitgeber auch das Personalbüro ist – sehr erfreut) und werde nachher losgehen und Zutaten für Fingerfood-Couscousbällchen kaufen. Der Couscous den ich nämlich noch hatte riecht schon ranzig, den werfe ich mal weg. Könnte ich in dem Aufwasch auch gleich den Reis und die Nudeln entsorgen, die seit vor der Abnahme bei mir herumstehen. Die werde ich wohl nicht mehr essen.

Jedenfalls also zuerst Partyessen basteln, dann mittags zur Waldnymphe (die nur einen Tag Urlaub nehmen musste, weil der erste November in Ba-Wü ein Feiertag ist und sie nicht wie ich im feindlichen Ausland – Hessen – arbeitet) und dann abends ab zu Frau Schwans Party. Vielleicht danach noch mit Voller Napf zu einer anderen Feier. Mal sehen, wie viele Menschen ich heute wie lange ertrage, bevor ich erstarre.

Ja, das wird ein prima Tag. Da bin ich sicher!

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Ganz nah dran und Spaß mit Fischen

Deshaan Dungeon 65,2 Kilo. Noch 300 Gramm. Aber da ich Samstags und Sonntags immer Tiefstgewicht habe, nur um dann Montags beim wöchentlich zählenden Wiegen wieder unerklärliche Sprünge nach oben zu machen, halte ich das einfach mal hier ohne größere Erwartungen fest.

Normalgewicht wäre natürlich sehr motivierend. Aber erzwingen kann ich es nicht. Ich ziehe einfach weiter meinen Stiefel durch und hoffe, dass es sich irgendwann stabil ergibt.

Gestern waren wir (Waldnymphe, Erklärfaun, ich) bei Arbeitskollegen der Wadnymphe zum Essen eingeladen. Da es Raclette gab, war ich auch ohne Fleisch prima versorgt und konnte mich an samstäglich erlaubten leckeren Sauereien mit massig Kohlenhydraten wie Baguette mit gesalzener Butter und dergleichen laben. Und zum Nachtisch Ben&Jerry´s Eis. Ich liebe Peanut Butter Cup!

Blieb auch im Rahmen, da ich heute auch nicht mehr als gestern wiege.

Ganz andere Baustelle als diese wirklich, wirklich, wirklich gräßlichen „organic, natural, gluten-free, vegan, paleo raw wasabi“-cracker, die ich von Freundin L. geschenkt bekommen habe (die, die mir auch schon „Ayurveda-Schokolade“ angedreht hat. Auch völlig ungenießbar, trocken-bröckelig und staubig im Abgang) und die nicht nur aussehen wie Modellbaurasen, sondern auch so schmecken. Echt jetzt – wer hält so etwas für lecker?

Dann lieber die Industriezuckerbombe mit leicht salzigem Peanutbutter-Eis. Viel besser! Ich fürchte, ich werde nie die fein abgestimmten Geschmacksknospen entwickeln, die für gesundes Essen notwendig sind.

Jedenfalls hatten wir einen sehr schönen Abend. Und als zusätzlichen Unterhaltungsfaktor hat S. ein Aquarium voller kleiner Fische, die einem abgestorbene Hautzellen von der Hand (oder jedem Körperteil, das man zu ihnen hineinhängt) abnagen. Das hört sich vielleicht nach Piranhas an, ist aber ein ziemlicher Spaß! Sie setzen sich einem auf die Finger und es fühlt sich wie eine leichte Massage an. Sehr putzige Tierchen. Der Erklärfaun und ich waren ganz begeistert und haben unsere Hände abgrasen lassen. Die Waldnymphe blieb skeptisch.

Jetzt freue ich mich auf morgen. Halloweenparty! Ich will Couscousfrikadellen machen, weil Fingerfood bei einer Party immer besser ist. Und ich will sie mit Lebensmittelfarbe einbunten. Am liebsten giftgrün. Nur konnte ich bisher noch keine Farbe ohne Zucker finden. Vielleicht gehe ich morgen mal in der Apotheke danach fragen.

Wieder ein Besuch im Krabbenkorb und dicke Beine

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Der Beginn des Weihnachtsgeschenkes für die Waldnymphe. Was ein Glück, dass sie mein Blog nicht kennt. *Gnihihi*

65,9 Kilo. Immer noch ein Kilo über Normal. Das wird bis Halloween tatsächlich nichts. Was insofern unglücklich ist, dass ich bis dahin gern noch etwas abgenommen hätte, weil mir die „one size fits all“-bunte Ringelstrumpfhose zu eng ist. Finde ich ein wenig seltsam, da ich nun echt im absoluten Durchschnitt der europäischen Frauen zu Hause bin (zumindest gewichtsmäßig). Und da sollte das Ding doch wirklich über die Krautstampfer gehen! Aber nein, an den Oberschenkeln will das nicht so recht. Ich komme zwar rein und kriege sie auch hoch, jedoch sitzt der Zwickel nicht auf Pass sondern kommt nicht ganz nach oben, weil die Oberschenkel ganz oben einen zu großen Umfang haben. Zu dicke Beine eben.

Aber da ich seit meinem fünften Lebensjahr keine Strumpfhosen mehr getragen habe (ja, auch keine Nylons), kann das auch normal sein. Was weiß ich! Oder das Ding dehnt sich noch. Echt – keine Ahnung! Anziehen muss ich es am Montag wohl oder übel. Denn ein buntes Einhornkostüm ohne bunte Strümpfe darunter wäre völlig lahm.

(Anekdotische Evidenz incoming!) Gestern habe ich wieder ein Kompliment von einer Kollegin zu meiner Abnahme bekommen. Es ist sehr auffällig, dass schlanke Leute einem dazu gratulieren, dass man dünner wird, während dicke Leute eher dazu neigen entweder gar nichts zu sagen (was völlig in Ordnung ist – ich bekomme sowieso lieber Komplimente für Leistung die nicht darauf beruht, einfach etwas nicht zu tun) oder sogar feindselig zu werden. Natürlich nicht offen! Aber immer wieder so halb versteckte Spitzen, boshaftes Steine in den Weg legen wo vorher gute Zusammenarbeit war, das Verweigern von (beruflicher! Nicht mal privater) Kommunikation … es ist schon ermüdend.

Echt jetzt – ich mache das nicht, damit sie sich schlechter fühlen, sondern damit ich mich besser fühle! Von mir aus kann sich jeder einen bunten Mandrillarsch malen, sich klodeckelgroße Tunnels in die Ohren schrauben oder dreihundert Kilo wiegen. Ist nicht mein Bier, werde ich nicht verurteilen. Wer sich so wohlfühlt, sollte genau das tun/genau so aussehen. Aber diese Krabbenkorbmentalität, die vergrätzt darauf reagiert, wenn jemand eine gesellschaftlich positiv konnotierte Veränderung an sich vornimmt, geht mir auf die Eierstöcke! Nein, ich nehme nicht ab um euch vorzuführen, dass ihr fat lazy bastards seid, denn das seid ihr nicht. Aber ich kann euch nicht helfen, wenn ihr euch so fühlen wollt.

Blitzableiter für Selbsthass zu sein ist wirklich nichts, was ich als langfristige Karriere anstreben möchte.

Ich vermute (hoffe!), dass sich das aber nach und nach wieder normalisieren wird. Sobald ich mein Zielgewicht erreicht haben werde (immer noch neun Kilo to go …) und das dann eine Weile als optische Normalität präsentiere, wird vielleicht die nächste Sau durchs Dorf getrieben.

Ansonsten verbringe ich derzeit immer wieder ein wenig Zeit im Ohne-Unsinn-Forum und im fatlogic-Subreddit. Ich brauche Bestätigung, weil es gerade gar so schleppend vorangeht.

It´s so fluffy I´m gonna die!!

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Gut beraten hat er mich, der Azubi H.

The flesh-eating unicorn. Das werde ich zu Halloween also sein. Das komisch verdrehte Bild wird dem wunderbaren Kostüm nicht wirklich gerecht (und macht ´ne doofe Plautze) – aber wie hätte ich sonst Horn, Öhrchen, Mähne und den bunten Puschelschwanz auf ein Foto bekommen sollen?

Auf der Party selbst verpasst man mir dann noch spitze Zähne und jede Menge Kunstblut. Niedlich und grausam. Wundervoll.

Wer mein Blog schon länger verfolgt weiß, warum es ein Einhorn sein musste. Und Regenbogen ist auch ganz nett. Nicht ganz meine Farben (das wären dann eher Schwarz, Grau, Weiß und Lila) aber so generelle Queerness kann man ja auch recht sorglos verbreiten.

Der Montags-Wiegewolf sagt …

Wiegewolf

einunddreißigste Woche und 66,2 Kilo.

Ich tanze um die 66 herum und es will und will nicht weniger werden. Bis Halloween Normalgewicht wäre zwar nett gewesen, ist jetzt aber nicht dramatisch. Ich werde heute Nachmittag, nach meinem Monatstermin bei meiner Ärztin, mal bei Frau Schwan im Laden vorbeischauen und mich von Azubi H. beraten lassen, was mir für die Party denn Gruseliges stehen könnte. Natürlich habe ich immer noch die Möglichkeit, mein ewiges „Gespenst des Kommunismus“-Kostüm anzuziehen. Aber das habe ich vermutlich schon zu oft genutzt, als dass es noch unterhaltsam wäre. Auch wenn ich es jetzt wohl tragen könnte, werde ich mich auf jeden Fall den „sexy“ Varianten von guten Kostümen verweigern. Sexy Vampirette (Vampireuse? Nein! Vampirin!) geht gar nicht. Sexy Blade …. uärgs. Sexy Grim Reaper … ähm. Sexy Zombie wäre aber vermutlich noch lustig. Verwesungschic. Als konsequente Fortsetzung meines Standardkostüms könnte ich dann ja als sexy-Karl-Marx-Zombie gehen. Die Perücken und Bärte gibt´s bei Frau Schwan auf jeden Fall.

Trotzdem fällt der Quark schon allein deshalb aus, weil ich permanent friere und deshalb sicherlich Ende Oktober kein kurzes Röckchen oder bauchfrei anziehen werde. Und natürlich, weil ich nichts davon halte. Das ist der Hauptgrund.

Obwohl die Waldnymphe im Sexy-Dino-Kostüm bei K.s und Voller Napfs Geburtstagsparty schon sehr großartig aussah. Das lag aber weniger am grünen Minikleidchen, als vielmehr an den riesigen Plüschlatschen und der Dinokapuze.

Nun habe ich in diesem Blogpost oft genug das Wort „sexy“ untergebracht, um für die nächsten Monate von Google seltsame Suchanfragen angeschwemmt zu bekommen. SEO, die Arschkrampe des Teufels. Mein Werk ist getan.

Das Wochenende war sehr nett. Am Samstag haben wir bei G. Vampire gespielt und ich musste feststellen, dass mir dort im Partykeller (das Ding aus den Achtzigern, das sie mit ihrem neuen Haus dazubekamen und das sogar eine Fototapete – bayrisches Waldpanorama – hat) verdammt fußkalt wird.

Außerdem besitze ich jetzt einen Standspiegel. Geerbt von meiner Tante, die nicht gestorben aber umgezogen ist und keinen Platz mehr für das Trümmer hatte. Ist ein recht hübsches Teil. Holz, schlichter Rahmen versilbert mit ein paar dezenten Ornamenten. Früher wollte ich nie einen Ganzkörperspiegel. Jetzt finde ich ihn nützlich. Ich muss nur noch einen Platz im Schlafzimmer finden, an dem er nicht beknackt aussieht (wegen Dachschräge) und mich auch nicht beim Einschlafen stört (wenn ich dort Bewegung sehe, werde ich wieder hellwach). Ist vielleicht auch eine Gewöhnungssache.

Jetzt also auf in eine Woche voller letzter Korrekturen an Projekten und Marketinggedöhns.

Selbstwahrnehmung revisited

Gold CoastNur eine kurze Episode um zu zeigen, dass man sich und sein Gewicht sehr … problematisch einschätzen kann.

Ich war nicht dabei, bekam es nur später erzählt.

Meine Eltern treffen bei mir vor dem Haus auf Nachbarin M. Nachbarin M. ist knapp über einsfünfzig winzig, dafür aber mit geschätzt achtzig Kilo sehr stabil gebaut.

Nachbarin M. meint: „Ihre Tochter hat ja richtig viel abgenommen. Die ist ja jetzt schon so schlank wie ich!“

Mein Vater muss weggehen, weil er so furchtbar unhöflich lacht.

Meine Mutter lächelt starr und wechselt das Thema, was bei M. zum Glück sehr gut geht, da sie die Aufmerksamkeitsspanne eines Wellensittichs hat.

Sagt man da etwas dazu? Soll man hier korrigierend eingreifen? Aber was hätte man davon? Und würde es M. etwas nützen? Oder etwas ändern?

Buchmesse

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Der Security-Check. Gelassenheit allüberall.

Als übliche Serviceleistung meines Gewichts-Verlust-Tagebuchs natürlich die Werte: Seit zwei Tagen wieder 66,6 Kilo. Ach, ich weiß einfach nicht. Wird schon. Irgendwann.

Aber dieser Post soll Abnehmthemen natürlich maximal am Rande streifen. Denn heute geht es um meinen Besuch auf der Buchmesse.

Freiwillig wäre ich zugegebenermaßen nicht hingegangen. Ich war vor Jahren schon einmal und das hat gereicht. Ich lese gern – aber ich informiere mich lieber abseits großer Menschenmassen über Dinge. Doch dieses Jahr hatte unser Prokurist beschlossen, dass Redakteur B. und ich auf eine Mission geschickt werden sollten: Gehet hin und suchet im Heuhaufen die Nadel! Findet neue Talente, auf dass wir sie unserem Illustratorenpool hinzufügen mögen.

Und das taten wir.

Um 8.23 sollte unsere S-Bahn fahren. Als ich am Bahnsteig ankam, durchsagte es gerade, dass eben diese S-Bahn ausfallen würde. Aus Gründen. Nicht genannten Gründen aber bestimmt mächtig valide. Machte aber nichts, da die Bahn, die um 8.08 Uhr fahren sollte so viel Verspätung hatte, dass wir dort bequem um 8.20 Uhr einsteigen konnten.

Kurz vor Offenbach auf offener Strecke. Signalstörung. Bahn hält an. Fährt zum Glück nach ein paar Minuten weiter. Um dann knapp nach Erreichen der Frankfurter Stadtgrenze in einer der ersten unterirdischen Stationen endgültig die Weiterreise zu verweigern. Rettungseinsatz voraus.

Wir stiegen im Rudel mit etwa dreißig anderen, langsam sehr resigniert-genervten Mitfahrgästen aus. Natürlich war kein Taxi zu bekommen. Messezeit. Also ab in die Straßenbahn. Zusammen mit den anderen Gestrandeten ergab das ein sehr kuscheliges Sardinenfeeling. Reichlich unbequem aber zum Glück nach einer Station schon zu Ende … weil die Straßenbahn nicht weiterkonnte. Baustelle.

Ganz im Sinne unseren Berufes blieben wir gut gelaunt – wenn es auch für Mister X geradezu lächerlich einfach gewesen wäre, uns in diesem Live-Scotland-Yard-Spiel zu entkommen.

Wir liefen zur nächsten Bushaltestelle und tatsächlich fuhr uns diese Kutsche nicht nur völlig problemfrei bis zur Konstablerwache (oder war es der Hauptbahnhof? Ich habe irgendwann den Überblick gründlich verloren), sondern wir konnten von dort aus auch ebenso reibungslos eine S-Bahn bis zur Messe nehmen.

64 Euro für ein Fachbesucher-Tagesticket. Auf anderen Veranstaltungen erhält man für derartig teuren Eintritt wenigstens noch ein Goodiebag. Hier nicht – aber man durfte glücklich sein, kein Business-Dauerticket für über tausend Flocken kaufen zu müssen, das war auch schon etwas wert. An den nicht-Fachbesucher-Tagen ist es dann deutlich billiger. Aber da die Firma zahlte, mussten wir keine Organe verkaufen, um auf die Messe zu kommen.

Es gab einen Securitycheck aber die Dame mit den Plastikhandschuhen interessierte sich nicht einmal für meine Trinkflasche, so dass das Bedrohungslevel wohl doch eher niedrig anzusetzen war. Naja, mit Gastland Flandern verbindet man auch eher weniger politische Brisanz.

Und dann waren wir auf der Messe. Strebten eifrig dem Illustratoren-Corner zu, sammelten sechs Namen und waren damit nach etwas über zehn Minuten eigentlich durch. Das kam uns ein wenig mager vor, weshalb wir dann pflichtbewusst die komplette Kinderbuch/Gedöhns-Halle durchkämmten, zumindest noch ein Buch fanden, dessen Illustratoren wir recherchieren wollten und schließlich landeten wir auf dem Freigelände, damit B. einen Kaffee bekam. Ich aß einen meiner Eiweißriegel (großartiges Zeug! Hat mich mit Energie für den ganzen Tag versorgt!) und wir lauschten einer Horde Indonesier, die (richtig gut) so etwas wie Kehlkopfgesang mit E-Bass-Begleitung darboten.

Im Anschluss an diesen kulturellen Kleinhöhepunkt wanderten wir noch durch die Fiction/Non-Fiction-Halle, B. stellte mich dem Redaktionsleiter von Ravensburger vor (in der Branche kennt jeder jeden), den wir zufällig trafen und schließlich besichtigten wir noch die Kunstbuch-Halle. Deren unzweifelhaftes Highlight das Bild eines Huhnes mit Frauenkopf und –füßen war.

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Das Huhn.

Und dann fiel uns wirklich nichts mehr ein, was wir noch hätten ansehen können, das beruflich von Nutzen hätte sein können. Ich erwarb am Titanic-Stand eine „Wurst für die Welt“-Postkarte, die ich der Waldnymphe mitbringen möchte und damit war auch das private Vergnügen abgefrühstückt.

Also beschlossen wir, zum Verlag zurück zu kehren.

Zu unserer immensen Überraschung verlief die Rückreise völlig problemfrei. Einmal umsteigen, drei Minuten Wartezeit … sonst nichts!

Redakteur B. ging nach Hause, da er eigentlich Urlaub hat, und ich berichtete den Kollegen in der Grafik von den Ereignissen der Quest. Da mich die Menschenmassen aber derart geschlaucht hatten, dass an strukturierte Arbeit nicht zu denken war, ließ ich um drei den Griffel fallen und machte Feierabend.

Als Fazit kann ich sagen: Ei mit Maggi. Nett, aber brauch´ ich so schnell nicht wieder. Da sind unsere normalen Branchenmessen (Essen und Nürnberg) doch ergiebiger.

Faszinierend, dass das Thema E-Book praktisch nicht existent war. Das sind 25% des Umsatzes, den die Branche auf ihrer Hauptmesse zu ignorieren scheint. Die 25% habe ich vor ein paar Tagen gehört und nicht nachgeprüft, kann also auch völlig anders liegen. Aber in meinem direkten Umfeld liest eigentlich jeder fast nur noch E-Books.

Statt dessen gab es latente Technikfeindlichkeit mit Taschenaufdrucken wie „Twitter ist nicht Bertolt Brecht“. Ja, in der Tat. Das eine ist eine Social Media Plattform, das andere ist ein toter Schriftsteller. Auch ich erkenne den Unterschied. Oder habe ich hier einen Witz missverstanden?

Endergebnis im Abnehm-Sinne: Laut B.s Uhr 9 Kilometer auf der Messe gelaufen. Naja, was man da halt so Laufen nennen kann. Eher Slalom.

Heute morgen bin ich immer noch leicht groggy. Viel zu viele Menschen. Aber es ist ja bald Wochenende!