Clean Eating und andere Versuche für ein gutes Gewissen.

The Journey
Sehe ich mich in der Blogosphäre, im Forum oder auf dem fatlogic-Subreddit um scheint es mir immer so, als sei ich der größte Junkfood-Honk wo gibt. Ich nutze keine Chiasamen oder Goji-Beeren, finde Gerstengrassaft maximal erträglich (muss ja!) und esse eigentlich sehr monoton. Aber wenn ich es mir genauer betrachte, ist es eigentlich gar nicht so schlimm. Mein Kühlschrank wird jede Woche einmal mit Gemüse und Quark und Eiern bis oben hin gefüllt und leert sich dann im Laufe der nächsten sieben Tage wieder. Ich esse kaum vorverarbeitete Dinge und selbst am Kohlenhydrate-Galore-Tag ist es fast immer Selbstgekochtes (nicht von mir, aber selbst gekocht) oder es hat wirklich gute Qualität, da wir, wenn wir essen gehen, nur Restaurants mit hochwertiger Zutatenliste besuchen. Aber trotzdem würde ich niemals Schokolade aufgeben. Oder Fladenbrot mit Schafskäse und Falafel vom Dönerladen in der Fußgängerzone. Oder roten Curry mit Tofu von unserem Thai. Also hält das Clean Eating als Konzept bei mir nicht all zu lange. Gar nicht zu reden davon, dass ich Proteinriegel in all ihrer chemischen Glorie sehr lecker finde. Weder Falafel noch Curry hatte ich im letzten dreiviertel Jahr. Aber ich werde es, sobald ich mit der Abnahme fertig bin, wieder essen. Ich habe mir aus dem Netz die ungefähren Kalorienwerte gezogen, runde großzügig nach oben ab und werde das Zeug einplanen. Weil ich das so möchte.

Damit bin ich deutlich inkonsequenter als die Waldnymphe und der Erklärfaun (obwohl der auch gelegentlich Kantinenessen zu sich nimmt) aber vielleicht ändert sich das auch noch. Ich hoffe es. Denn irgendwie würde ich das schon gerne … so richtig sinnvoll essen. Gut zu meinem Körper sein und so. Aber andererseits esse ich gern ein dreiviertel Kilo Kürbisgemüse auf einen Sitz. Und ob ich dieses Masseschaufeln jemals überwinden kann? Fraglich.

Aber versuchen muss und werde ich es. Oder ich kompensiere mit … uärgs … Sport.

Was mich dazu bringt, dass ich immer noch 66,6 Kilo wiege. Immer noch 1,4 Kilo mehr als noch am Sonntag. Fuck dat shit. Nichts bewegt sich, nichts ändert sich. Literweise Wasser, massenhaft Protein, fettes Defizit, Eigengewichtstraining und Cardio. Nix. Gar nichts. Als würde ich jeden Tag 2000 Kalorien in mich reinstopfen und wie Jabba the Hut auf meinem Thron herumliegen.

Aber – nicht unterkriegen lassen. Weitermachen. Ich werde morgen (wenn es nicht stürmt oder regnet) mal das Fitnessstudio, das mir am geeignetsten erscheint, ansehen. Ich ärgere mich, dass das reine Frauenstudio schon in der ersten Runde ausgeschieden ist. Ich fände es von der Atmosphäre her ohne Männer vermutlich besser – aber wenn es schon auf der Homepage nur um Gewichtsverlust geht, kann das für mich nicht die richtige Umgebung sein. Ich will Muskeln! Abnehmen kann ich ganz allein. Die Studiokette für sonnenbankgegerbte Ledersofas war auch schnell raus. Ist nicht so meins … obwohl einige Filialen (allein in unserer kleinen Stadt gibt es vier davon!) fahrtechnisch so viel günstiger lägen. Also blieb das, in dem mein Vater mal Reha hatte. Das klingt angenehm unaufgeregt. Und da die Waldnymphe bei der selben Kette (aber natürlich in der großen Stadt) und zufrieden ist, kann ich es ja zumindest mal ansehen.

Ich hasse neue Dinge. Fürchte mich vor neuen Menschen und bekomme schwitzige Hände bei der Vorstellung, völlig unbekannte Dinge tun zu müssen. Aber das ist nur meine dämliche Panikstörung. Die soll sich verpissen.

Ein neues Ding, das ich nicht hasse, ist das Winterkleid, das ich mir bestellt habe und welches gestern ankam. So schön! Von einem kleinen Label aus Berlin, auch dort gefertigt (yay, gute-Nudel-Sterne für das Vermeiden von Sweatshops und Kinderarbeit!) und sehr gut verarbeitet. Kann ich bisher nur empfehlen. Es muss natürlich erst noch den Ganztagestest bestehen – aber prinzipiell bin ich entzückt. Nächstes Mal sollte ich Größe M statt L nehmen … aber ich bin derzeit gerade so auf der Kippe zwischen 38 und 40, da bleibe ich bei unbekannten Herstellern erst einmal noch vorsichtig.

Egal wie – das Label 3Elfen gefällt mir bisher. Vielleicht mache ich morgen auch nochmal Fotos von mir, in diesem Kleid steckend.

Jetzt noch ein paar Stunden Arbeit (diese Woche eher nervig, unschön und ungemütlich) und dann ist Wochenende. Komplett mit Werewolfspielen und kuscheligem Freundehaufen. So mag ich Herbst.

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3 Kommentare

  1. Danke für den Tipp mit den 3Elfen – einer der angegebenen Läden liegt sogar bei mir in der Nähe, da kann ich demnächst gucken…! Mein Berliner Lieblingslabel seit Jahren „Luzifer“ – Leinen, Wolle, Hanf-Seide, interessante Schnitte und faire Herstellungsbedingungen. Ich habe einige Stücke dort direkt gekauft, aber auch sehr gute Erfahrungen mit gebrauchten Stücken gemacht, weil sie eine tolle Qualität haben… http://www.luzifer.com/shop/

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      1. Wie gesagt, ich habe einiges gebraucht gekauft und bin absolut zufrieden… Bei ebay ist manchmal was drin… Das Praktische: auf der Webseite stehen bei jedem Modell für jede Größe die genauen Maße, auch abhängig davon, ob es Leinen oder Wolle oder Seide ist – wenn man also das gebraucht angebotene Modell zuordnen kann, hat man gute Orientierung. Allerdings tauchen immer wieder mal gebrauchte Uralt-Modelle auf, die auf der Webseite nicht zu finden sind… 😉

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