Der Montags-Wiegewolf sagt …

Wiegewolf

sechsunddreißigste Woche und 65,0 Kilo.

Geht ja noch. Zyklusanfang und nur 500 Gramm Wasser drauf ist ja prinzipiell gar nichts. Vor allem nach so einem Kohlenhydrate-Wochenende! Zwar bin ich immer im Leistungsumsatz geblieben – aber Wasser bindet das Zeug natürlich trotzdem.

Ach ja, das Wochenende …

Der Freitagabend hielt Kleinkunst bereit. Ich kannte das Duo noch nicht aber Erklärfaun und Waldnymphe waren Fans der ersten Stunde. Nun ja, man muss nicht immer das Gleiche mögen. Und Neues kennen zu lernen ist doch auch nett. Ein schöner Abend war es trotzdem, nur eben nicht mein Humor. Ich schickte anschließend „Nacht über Gotenhafen, Teil 2“ und „Tiere waschen sich nicht“ herum, was verdeutlichte, dass wir in dieser Hinsicht wirklich recht unterschiedlich ticken.

Am Samstag waren die Waldnymphe und ich in Mannheim. Was das am ersten Adventssamstag bedeutet, lässt sich sehr schön in einem Wort zusammenfassen: Affenschießen. Zum Glück sind wir schon vor Ladenöffnungszeit dort angekommen, was uns einen sehr mühelosen Platz im Parkhaus und mir jede Menge „… hätten wir ja echt nicht so hetzen müssen!“-Genörgel bescherte. Vor dem Friseurbesuch brauchte die Holde noch dringend einen Weihnachtskaffee, weshalb wir zu Starbucks gingen. Als nicht-Kaffeetrinkerin bin ich ja maximal einmal im Jahr in solchen Lokalitäten und bekomme mich jedes Mal kaum ein ob der Köstlichkeiten, welche die Kuchentheke bereithält. `Smores-Brownies! Kakao mit Blattgoldraspeln (oder so ähnlich)! Klodeckelgroße Kekse! Nicht, dass ich etwas davon gekauft hätte – aber allein die Betrachtung war schon sehr erfüllend.

Der Friseurtermin war spannend. Während die blonden Strähnchen der Waldnymphe einwirkten, kam die Chefin zu mir. Ich habe seit Jahren keine Frisur, sondern einfach nur Haare. Aber das sollte sich nun ändern. Ich tat das, was ich mir auch immer bei mir im Beruf wünsche, dort aber praktisch nie stattfindet. Ich sagte: „Sie sind der Profi. Meine einzige Vorgabe wäre ´maximal-fünf-Minuten-morgens-im-Bad`, den Rest überlasse ich völlig Ihnen, Sie haben die Ahnung.“ Es war mir egal, ob meine Haare nur noch einen Zentimeter lang sein würden oder was auch immer. Ich vertraute völlig darauf, dass eine Friseurmeisterin mich kompetent behandeln würde.

Und – wie absolut unverwunderlich – es wurde großartig. Sie betrachtete mich von allen Seiten, überlegte kurz und erklärte mir dann, was sie warum vorhatte. Ich nickte zu allem und bekam eine wundervolle Frisur. Es gingen zwanzig Zentimeter Länge, kamen einige Stufen dazu, sie setzte den Scheitel um und erklärte mir, wie ich das Ganze bitte pflegen möchte.

So kann´s laufen, wenn man der Fachfrau freie Hand lässt. Teuer war´s auch nicht – ich hätte mit deutlich mehr als 65 Euro gerechnet.

Nach diesem Erfolgserlebnis – auch die Waldnymphe war mit ihren drei-verschiedene-Blondtöne-Strähnchen sehr glücklich – wanderten wir in Hochstimmung zum Indochine um dort zu Mittag zu essen. Begeisternde vegane Rollen mit Reisnudeln für mich. Und Ingwer-Limetten-Limo.

Dann weiter zum Games Workshop-Store und für den Erklärfaun eine Box abgeholt. Hach, Geekläden. Sie haben ihre ganz eigene Atmosphäre. Und ihr ganz eigenes Publikum. Meine Neugier, das Bemalen der Armeen betreffend, hat mich nun in die Situation gebracht, dass ich es wohl auch tatsächlich einmal tun muss. Hm. Mal sehen, was das gibt! Versagen ist jedenfalls keine Option.

Nun noch ein wenig nach Kleinkram geschaut und dann war Zeit für mein Tattoo. Der Laden war gestopft voll, doch zum Glück wollten alle anderen Piercings. Ich kam also pünktlich dran und da es ja wirklich nur noch ein kleiner Abschluss meines Pseudo-Sleeves war, dauerte er nur eine Stunde. Flo hat auch am vorherigen Motiv noch zwei Passagen nachgestochen – aber das war eher ihrem Perfektionismus geschuldet. Ich hätte das Ausbluten da gar nicht wahrgenommen.

Wir beschlossen den perfekten Tag mit einem Trip zur Feinkostabteilung des Rewe, sammelten Käse, Wurst, Butter und Antipasti ein und trafen uns dann zu Hause mit dem Erklärfaun, der von seinen Tagesausflügen mit Pralinenbeute heimgekehrt war. Ein erfüllendes Abendessen und dann auf der Couch einen Kuschelhaufen bilden. Ja, das war schon nett.

Sonntag war dann weniger freundlich. Geburtstagsfeier meines Vaters; und meine empathiefreie Tante lief mal wieder zu Höchstform auf. Ignorierte mich völlig um sich hinterher bei meiner Mutter zu beschweren, dass ich sie nicht begrüßt hätte. Dazu noch einige andere Hämmer der „ich mache Dir ganz nebenbei klar, dass Du absolut bedeutungslos bist“-Kategorie und der Nachmittag war eitel Sonnenschein. Zum Glück waren meine Schwester, mein Schwager und zwei meiner Nichten auch da. Sonst wäre ich schon nach einer halben Stunde wieder verschwunden. So hielt ich es immerhin lockere hundertzwanzig Minuten aus. Ich habe sie gezählt.

Danach brauchte ich zu Hause dringend eine heiße Dusche.

Diese Woche wird arbeitsreich. Und ich kann nicht mit Sport ausgleichen, weil ich dank des frischen Tattoos nicht schwitzen darf. Mal sehen, ob es Donnerstag – oder Sonntag? – schon weit genug verheilt ist. Ich muss Aloe Vera-Gel kaufen, bevor ich morgen die Suprasorb-Folie abziehe.

Dafür kann ich mich auf ein sehr spezielles Frühstück am nächsten Samstag freuen. Für das ich die ganze Woche zusätzlich Kalorien einsparen werde.

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