Monat: Dezember 2016

Fast geschafft!

Zwei Tage Feuerwerksverkauf liegen hinter mir. Noch kann ich meine Beine spüren, also kann es nicht gar so schlimm gewesen sein. Aber L., die mir an der Kasse hilft, und ich machen auch bei jeder etwas ruhigeren Gelegenheit ein paar Dehn- und Bodyweightübungen, was vermutlich ziemlich lustig aussieht, aber hilft, dass es auch an Tag drei noch erträglich ist, den ganzen Tag nur herumzustehen und nett zu Menschen zu sein.

Heute Abend kommen nach Ladenschluss unsere Freunde und bringen Nahrung mit. Als einzige Vegetarierin esse ich dann Käse und Brot, während der Rest sich an Lachs und Chili con Carne labt – da muss ich durch, keine extra-Tofuwurst für mich! Aber vermutlich werde ich sowieso nicht bis um zwölf durchhalten, sondern irgendwann zwischen acht und zehn friedlich davonziehen und zu Hause ins Bett fallen. Silvester ist für mich kein sehr besonderer Anlass. Ich habe auch keine Vorsätze für nächstes Jahr, da ich einfach kontinuierlich das fortführen will, was ich schon die ganze Zeit tue: Auf Idealgewicht kommen, fit werden, Muskeln aufbauen und ein normales Verhältnis zu Essen entwickeln. Damit habe ich genug zu tun, auch ohne dass ich mir Dinge extra noch vornehmen würde.

Ganz davon ab, dass ich weder rauche noch Alkohol trinke, so dass ich das auch nicht aufgeben muss.

2016 mag global gesehen ein verdammt beschissenes Jahr gewesen sein. Für mich war es das beste seit über einem Jahrzehnt.

Ich bin dankbar für Liebe, Freundschaft und alles, was ich in der Zeit der Abnahme gelernt habe. ich bin dankbar für die Menschen, die ich dadurch on- wie offline kennengelernt habe.

Sehr, sehr dankbar.

Habt einen großartigen Jahreswechsel!

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Unzufriedenheit mit mir selbst – Müllschluckeressen.

Icy encounter

Natürlich könnte ich sagen, dass es gerade eine Ausnahmesituation ist. Jeden Tag zwölf Stunden beim Verkauf aushelfen ist nunmal nichts, das ich gewohnt bin. Für jemanden wie mich ist dabei der ständige Kontakt mit Menschen hart an der Grenze des Unerträglichen. Es laugt mich aus und macht mich verwundbar.

Aber ich tue es, weil Frau Schwan meine beste Freundin ist. Noch zwei Tage, dann habe ich es geschafft.

Die ganze Situation ist trotzdem keine Entschuldigung, gleich zweimal in alte Essens-Verhaltensmuster zurückzufallen. Erstens auf das „Iss doch noch was, Mädchen!“ zu reagieren, obwohl ich eigentlich satt bin. Mittags habe ich bei Mama Schwan mitgegessen und sie ist so eine typische liebevolle Oma. Es gab Reis mit Lauchgemüse (über Kohlenhydrate werde ich jetzt nicht anfangen zu meckern, das wäre Quatsch) und eigentlich hätte mir eine Portion dicke gereicht. Aber das „Iss doch noch was …“ hat gewirkt. Fuck.

Und zweitens dann noch abends. Mein vorbereitetes Essen zu Hause. Die Portion war mir nach dem Exzess mittags zu groß. Aber ich habe sie aufgegessen, weil ich „es ja sonst wegwerfen muss“.

Verdammte Axt, ich bin kein Müllschlucker! Wenn ich satt bin, bin ich satt. Warum begreife ich das nicht?

Ich bin so ärgerlich auf mich selbst. Weil ich offenbar in seelischen Stresssituationen nicht in der Lage bin, das mir mühsam antrainierte Verhalten auch anzuwenden. Ich will meine Fortschritte nicht aus Labilität aufs Spiel setzen. Ich muss besser werden.

Heute habe ich mir für Abends nur noch etwas Kleines vorbereitet. Mal sehen, ob das hilft. Gegen die vielen Kohlenhydrate mittags kann ich nichts tun. Aber ich werde versuchen, einfach gelassener „nein danke“ zu sagen.

Kleidung, Kakao und Chauffeurdienste

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Heute morgen bin ich um fünf Uhr aufgestanden, um die Waldnymphe und den Erklärfaun zum Flughafen zu fahren. Die beiden verbringen Silvester in Ungarn, während ich bei Frau Schwan helfe, Feuerwerk unter die Leute zu bringen.

Fünf Uhr ist eigentlich meine normale Aufstehzeit. Aber mitten im Urlaub kommt es einem doch reichlich unanständig vor, so früh aus dem Bett zu fallen. Aber der Besuch am Flughafen hat dann doch entschädigt. Richtig viel habe ich noch nicht gesehen – aber wenn ich sie nächste Woche wieder abhole, plane ich etwas Zeit ein, um mir das alles anzusehen.

Jaha, Landpomeranze war noch nie an einem Flughafen. Hjuck, hjuck.

Gestern haben wir uns in den Strom der Einkäufer eingereiht, weil ich noch einen Rock für´s schwarz Tanzengehen nächste Woche brauchte. Eigentlich wollten wir nur zum Starbucks, weil ich den Karamell-goldene-Schokostreusel-Kakao des Todes noch einmal genießen wollte, bevor er wieder aus dem Programm verschwindet, aber dann sind wir doch noch spontan zu H&M.

Jetzt besitze ich zwar keinen Rock, dafür ein Hängerkleidchen, eine Art Hotpants-Anzug, einen schwarzen Pullover mit Regenbogenaufnäher und einen Choker mit glitzerndem Einhorn-Anhänger. Gefällt mir. Da wir das Ganze mehr oder weniger in der Kinderabteilung gekauft haben, macht es mir auch nichts, dass es Größe 40 ist. Obwohl mir theoretisch auch 38 gepasst hätte. Aber die Schlange vor den Umkleiden war so lang (Schlussverkauf!!11!einself1!!), dass ich spontan beschlossen habe, dass es im Winter doch gut ist, wenn man noch etwas Warmes drunter anziehen kann und es deshalb etwas weiter ist.

Den Rest des heutigen tages werde ich nicht mehr viel tun. Mich moralisch auf die nächsten drei (sehr anstrengenden!) Tage vorbereiten und mich von einer schlecht durchschlafenen Nach erholen.

Fit to fat and back

Das habe ich gestern im fatlogic-subreddit gefunden und mit offenem Mund angesehen. Dieser Mann ist wirklich die Extrameile gegangen, um erstens seine Kunden zu verstehen und zweitens um seinen Punkt zu unterstreichen: Es ist machbar.

Zwar wollte ich sowieso heute morgen ins Gym (letzte Möglichkeit für dieses Jahr für mich, da ich vom 29. bis zum 31. zwölf Stunden am Tag das Helferlein gebe) aber nach dieser Dokumentation freue ich mich noch einmal besonders darauf.

Ja, es ist machbar!

Ich weiß nicht, ob ich mich über die im Film vorgestellte Michelle ärgern oder sie verstehen soll. Es ist so eine Mischung aus beidem. Wen ich aber aktiv bewundere (neben PJ natürlich) ist Dora, die ganz am Ende kurz auftaucht. Gratulation – diese Frau hat Eierstöcke aus Stahl. Go for it, Lady!

Mein Wasser ist über Nacht einmal mehr verschwunden, ich bin auf glatt 63 Kilo. Wie immer betrachte ich das als fließenden Übergang. Das Beste überhaupt wäre natürlich, dieses Jahr noch eine 62,x zu haben, denn dann hätte ich 2016 tatsächlich 30 Kilo abgeworfen (obwohl ich mich ja erst angefangen habe zu wiegen, als ich schon ein, zwei Wochen am Abnehmen war, also ein genauer Wert ist da nicht möglich). Aber kein Stress. Ich habe Zeit. Ich bin im Normalgewichtsbereich – jetzt ist alles eine Frage des Muskelauf- und Fettrestabbaus.

Und die 63 zeigt auch: Man wird nicht an zwei Tagen Weihnachten dick, auch wenn man sich Kekse ins Gesicht steckt und Kakao mit Sahne trinkt. Gelassenheit im Umgang mit Essen zu lernen wird dann meine große Aufgabe für nächstes Jahr.

Neben der Fitness, natürlich.

Der Montags-Wiegewolf sagt …

Wiegewolf

vierzigste Woche und 64,3 Kilo.

Wo hat der Körper jetzt über Nacht schon wieder …? Ach, nicht fragen, einfach nicht fragen.

Seit die albern-fröhlichen Schwankungen „nur“ noch im oberen Normalgewichtsbereich stattfinden, bin ich aber deutlich gelassener. Es wird sicher nicht schöner – aber ich muss mich daran gewöhnen. Selbst wenn ich irgendwann (TM) einmal mein Zielgewicht erreicht haben werde, wird mein Körper ja nicht aufhören, immer wieder bis zu anderthalb Kilo (oder sogar mehr, habe ich gehört!) Wasser einzulagern. Weil er es eben kann. Oder weil ich Fehler mache.

Wobei es nett wäre zu wissen, was man denn so falsch macht. Denn im Moment ist das ein fröhliches Ratespiel mit den Versatzstücken „Zyklushormone“, „zu viel Salz“, „Lebensmittel XY“, „zu warm im Zimmer“ oder „zu wenig Schlaf“. Ergänzt durch die Variable „zu viel oder zu wenig Sport“.

Aber wenn man es ohne völligen Umbau der Lebensrealität sowieso nicht sinnvoll beeinflussen kann und es ehrlich gesagt auch nur kurz meine Stimmung (beim Blick auf die Waage) sonst aber gerade mal gar nichts beeinflusst … warum dann nicht eher daran arbeiten, damit psychisch zurecht zu kommen, statt an unbekannten Stellschrauben drehen zu wollen?

Genau. Leben ist zu kurz um sich an Wassereinlagerungen aufzureiben.

Heute werde ich jemanden treffen, den ich schon seit Jahren kenne, aber noch nie gesehen habe. Eine Dame aus dem Internet. Wir haben Antiken- und Star Wars-RP zusammen gespielt und verstehen uns recht gut. Sie und ihr Freund wollen sich heute eine Ausstellung im historischen Museum der Pfalz ansehen und danach werde ich ihnen noch den Schlossgarten zeigen.

Ich bin gespannt!

Die Kartoffel aus dem 18. Jahrhundert

Tag nach dem Fressmassaker: Immer noch 63,6 Kilo. Das ist fein. Und das obwohl ich nur sehr grob darauf achten konnte, was ich so zu mir genommen habe und das unter Anderem auch zwölf Kekse beinhaltete.

Aber das war ein wirklich schönes Weihnachten! Schade, dass diese Zeit jetzt wieder vorbei ist (die beiden Feiertage sind für mich eigentlich nur die Gelegenheit, 48 Stunden lang Jogginghosen zu tragen).

Morgens habe ich Backwaren eingekauft, bin zur Waldnymphe und wir haben ausgiebig gefrühstückt. Dann wurde der Baum geschmückt („Wenn man noch etwas von den Zweigen sieht, hat man etwas falsch gemacht!“) und bei ihren Eltern zum Kaffee/Tee vorbeigeschaut.

Das Besondere dabei: Seit diesem Tag wissen unsere Eltern (also die kompletten der Waldnymphe plus die Mütter von Erklärfaun und mir), dass wir zusammen sind. Bisher wollten wir ihnen diesen Sachverhalt noch nicht zumuten – und 2/3 der Väter haben wir das ja auch noch nicht. Es wurde aber gelassen aufgenommen. Anscheinend ist ein besonderer Vorteil dabei, alt-68er als Eltern zu haben, dass sie der polyamoren Lebensweise aufgeschlossen(er) gegenüberstehen.

Abends bin ich dann zu meinen Eltern, der obligatorische Friedhofsrundgang wurde absolviert und dann gab es Kürbissuppe und veganes Bananencurry. Zum Nachtisch Eis mit Karamellsoße.

Und es wäre nicht Weihnachten, hätte es nicht eine Diskussion gegeben. Darüber, ob sich ein Vollbluthengst aus dem 18. Jahrhundert (ein Vorfahre unserer Pferde) nun „Pot8os“ oder „Potoooooooo“ schreibt. Und aus welcher der Linien er stammt. Einen Stapel alter Hengstbücher auf dem Couchtisch später hatte Lehndorff gegen Wikipedia gewonnen.

Später abends war ich dann noch online verabredet und ließ den Tag gemütlich mit Geplauder mit A. ausklingen.

Heute muss ich nicht mit zu meiner älteren Schwester, muss nicht meine Tante ertragen – absoluter Gewinnertag!

Keine Hektik

Es ist Weihnachtsmorgen und alles ist erledigt. Nur noch nachher zum Bäcker, ein Croissant, ein Baguette und zwei Roggenbrötchen kaufen und dann hoffe ich auf einen stressfreien Tag.

Zuerst ein Weihnachtsfrühstück mit der Waldnymphe, dann den Baum schmücken (möglicherweise zum Missfallen des Katers – aber eigentlich ist er ja meistens indifferent), dann zu ihren Eltern, dann zu meinen, dann noch eine Online-Verabredung und dann habe ich Weihnachten wieder geschafft.

Essenstechnisch wird es heute ein ganz normaler Kohlenhydrate-Refeed-Day. Roggenbrötchen mit Butter und Käse und später irgendetwas, das meine Eltern gekocht haben. Das sollte sich im Rahmen halten lassen, wenn ich nicht zu viel Gefallen an den Weihnachtsplätzchen (die hier in der Gegend „Gutzel“ heißen) finden sollte.

Training ist bis mindestens zum 27. nicht mehr machbar. Und vom 29. bis 31. helfe ich bei Frau Schwan aus und komme auch nicht ins Gym. Nicht ganz so gut. Aber vielleicht kann ich irgendwie zu Hause ein bisschen Eigengewichtstraining einschieben.