Advent und so

Die Wassereinlagerungen sind fast wieder gegangen. Ich bin bei 64,8 und damit nur zweihundert Gramm über meinem Sollzustand. Das war ein erstaunlich kurzer Besuch. Ob es damit zu tun hat, dass ich jetzt Sport mache? Hilft das irgendwie? Sollte das der Grund sein stehen mir in dieser Hinsicht goldene Zeiten bevor, da ich vorhabe, das Training weiter zum festen Bestandteil meines Lebens zu machen. Zum Beispiel heute Abend wieder.

Der Advent ist diätmäßig keine ideale Zeit. Im Verlag haben alle, wie jedes Jahr, wieder einen Milkabeutel zum Nikolaus bekommen, den ich jetzt nach und nach aufesse. Es sind etwas über 100 Gramm Schokolade drin. Also geschätzt 600 Kalorien. Wenn ich das auf meine restliche Zeit bis zum Urlaub verteile, komme ich auf ungefähr hundert pro Tag zusätzlich. Das ist machbar. Vor allem, weil ich im Moment meine im Sport verbrannten Kalorien noch nicht zum Umsatz dazurechne. Hauptsächlich weil ich mir nicht vorstellen kann, wie viel so drei Stunden Krafttraining in der Woche verbrauchen. Aber nicht genug mit Milka-Weihnachtskugeln! Gestern war ich bei Frau Schwan. Und ihre Mitarbeiterinnen waren gerade dabei, die Weihnachtspost für besonders gute Kunden und Lieferanten zu packen. Was in diesem Fall heißt: Pralinen und Schokolade einer lokal sehr bekannten Confiserie in gepolsterte Riesenumschläge stecken. Und weil ich da war, bekam ich eine Tafel Schokolade. Die jetzt bei mir zu Hause liegt und bedrohlich ist. Naja, ich werde es schon schaffen, sie mir einzuteilen. Das ist selten ein Problem. Nur deutlich mehr sollte es jetzt nicht mehr werden.

Aber Advent ist ja nicht nur Schokolade! Ich bin generell kein Weihnachtsfan und dekoriere auch nicht – aber die Zeit vor dem Fest liebe ich schon. Ich mag dann die Lichter, die vollen Innenstädte, das frühe Dunkel, die Hektik. Das ist irgendwie schön. Das wohlige Gefühl verliert sich dann am 24. um etwa elf Uhr morgens und dann bin ich bis drei Tage vor Silvester eher schlecht gelaunt. Bis dahin ist zum Glück noch etwas Zeit und ich freue mich, wenn ich mich im Urlaub morgens in die Großstadt stürzen kann. Und natürlich: National Lampoon´s Christmas Vacation! Der beste Weihnachtsfilm von allen! Neben „A Christmas Story“, wegen diverser schöner Szenen.

Mir selbst habe ich langsam echt genug zu Weihnachten geschenkt. Die Gym-Mitgliedschaft und etliche Bücher. Als letztes die „Deryni Chronicles“, die es als Bundle für den Kindle (Entschuldigung bitte. Ich konnte diesem Reim nicht widerstehen) gab. Wenn ich mich daran erinnere, was das für ein Act war, als ich mir damals diese Bücher „in Holz“ gekauft habe … Ich war Dreizehn und es waren meine ersten fremdsprachigen Bücher. Ich hätte sie lieber auf Deutsch gehabt – aber da waren sie leider vergriffen. Also musste ich nach Heidelberg zur Fremdsprachenbuchhandlung (der normale Buchhandel konnte das nicht besorgen) und acht Wochen warten, bis die drei Bücher über den großen Teich geschippert waren. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft und der Erkenntnis, dass ich Bücher eigentlich wirklich viel lieber im Original (sofern ich die Sprache beherrsche) lesen möchte. Hat meiner Englischnote sehr gut getan. Und heute? Klicke ich auf „Kaufen“ bei Amazon und habe sie in nicht einmal zehn Sekunden lesefertig vor mir. Fuck yeah für Technik!

Dabei fällt mir ein, dass ich unbedingt eine Leseempfehlung für Matt Ruffs „Mirage“ aussprechen möchte. Eine kreative alternate world story. Wie immer bei Mr. Ruff voll mit großartigen Charakteren und Verwicklungen. Die Auflösung war zwar ein wenig schwach und ließ etliche Handlungsfäden offen hängen – aber das gibt nur Abzüge in der B-Note. Wer also schon immer mal in eine Welt springen wollte, in der sich nach dem Untergang des osmanischen Reiches die „United Arabian States“ bildeten und am 09. November 2001 christliche Fanatiker Flugzeuge in Bagdad ins World Trade Center steuerten, der sollte sich dieses Buch dringend ansehen. Ich habe die Lektüre sehr genossen.

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3 Kommentare

  1. A propos YA phantasy books: Kennst Du die Autorin Tamora Pierce? Ihre Bücher habe ich sehr gern als Kind/Jugendliche gelesen, auch heute noch als Erwachsene, sehr zu empfehlen die Becca-Trilogie: Terrier – Bloodhound – Mastiff… 😃 Ich liebe ihre Tierfiguren, egal ob sie sprechen/kommunizieren oder nicht… In einem Buch gibt es ein zum Leben erwecktes hühnergroßes Flugsaurier -Skelett, in den Büchern „Trickster’s choice“ und „Trickster’s queen“ spielen Krähen eine sehr große Rolle. In diversen anderen Büchern Katzen, Wölfe, diverse Fabeltiere…

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    1. Also Young Adult sind die Derynibücher nicht. Das ist schon Erwachsenenliteratur. 🙂 YA ist nicht so meins, habe ich auch als Kind nie gelesen. Okay, Harry Potter … aber das war schon ein Ausnahmefall. Aber Tierfiguren mag ich. Ich habe Watership Down immer sehr geliebt und lese es regelmäßig wieder.

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      1. Ups! Ich habe den verlinkten Wikipedia-Artikel nur überflogen und irgendwie den Eindruck YA erhalten 😁. Ich weiß auch nicht, ob YA für Pierce das richtige Etikett ist – vielleicht meine ich einfach Bücher, die eigentlich für Kinder & Jugendliche geschrieben sind, aber auch Erwachsenen viel Lesevergnügen bereiten. Kennst Du William Horwoods Duncton Wood? Ich habe nur den ersten Band vor langer Zeit gelesen und war recht fasziniert, mir fiel es neulich wieder ein, und jetzt stelle ich fest, dass es sechs Bände gibt… 😀 https://en.wikipedia.org/wiki/Duncton_Wood?wprov=sfla1 Es geht nur um Maulwürfe, zwar mit Namen und kommunizierend, aber ansonsten wenig anthropomorphisiert…

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