To the Temple of Iron!

Immer noch alles Wasser vorhanden. Immer noch doofes Gefühl deshalb in den Fingern. Call me Presswurst. Aber das sitze ich aus. Hat bisher jedes Mal geklappt.

Heute Abend gehe ich wieder zum Temple of Iron um dort Brodin zu ehren. Für wen das seltsam klingt und wer glaubt, Pumper hätten keine Fähigkeit zur Selbstironie, dem sei dringend ein Blick in das „Swoleacceptance“-Subreddit empfohlen. Vermutlich muss ich nicht erklären, dass Reddit (die selbsternannte „Frontpage oft he Internet“) eine nahezu unerschöpflich große Seite mit tausenden Unterseiten ist, auf der User alles posten können, was zum jeweiligen Thema passt. Dadurch formen sich kleine Minicommunities zu jedem denkbaren Thema. Und ich meine das „jedem“ absolut ernst. Von „Birds taking the train“ (Videos und Bilder von Vögeln, die in öffentlichen Verkehrsmitteln sitzen) über alle erhältlichen und nicht mehr erhältlichen Spiele, niedliche Tiere, schon lange abgesetzte Fernsehserien, schreckliche Muppet-Verwurstungen, Politik, bis hin zu sehr ernsthaften Bereichen aus Wissenschaft und Technik. Dass es auch massenhaft P0rn jeder Geschmacksrichtung (nein, da verlinke ich mal nix ..) gibt muss ich wahrscheinlich nicht einmal erwähnen. Der Spaß dabei ist, die Subreddits, die einen interessieren, auch zu finden. Denn eine gut zugängliche Komplettliste ist nur für Warmduscher.

Deshalb kommt man nur durch Zufall und über relevante Verlinkungen in den Kommentaren zu … Swoleacceptance. Kein selbsterklärendes Wortmonster, wenn man mit kontemporär-angelsächsischem Slang nicht auf Du und Du ist. Aber hat man es einmal gefunden, tut sich eine putzig-amüsante Subkultur auf. Bodybuilding/Fitnessfreaks, die sich über relevante Themen (von Ernährung bis Trainingstipps) unterhalten … aber in einem selbsterfundenen Kontext des „Temple of Iron“, in dem der „Allfather Brodin“ verehrt wird. Man wird von den Schergen des bösen „Broki“ zu Faulheit verführt, beendet einen Satz mit einem herzlichen „Wheymen!“ und hat generell viel Spaß, sich in diesem Kosmos aus pseudonordischem Religionsgefasel zu bewegen.

Mir macht es jedenfalls immer mal wieder große Freude, dort hinein zu schauen und mitzulesen, was die „Bretheren“ und „Wheykyres“ so anstellen. Und wenn ich dann abends ins Gym gehe, kichere ich ein wenig vor mich hin.

Wobei mein Gym eher der Kindergarten und das Altersheim des Allfather Brodin ist. Denn irgendwie klappt da eine seltsame Altersschere auf. Es gibt die Leute unter zwanzig und die Leute über fünfzig. Dazwischen stehe ich fast allein auf weiter Flur. Was auch erklärt, warum ich die einzig tätowierte Person in diesem Fitnessstudio bin. Zumindest sichtbar tätowiert. Aber wer sich so unauffällig inken lässt, dass es in Sportklamotten nicht sichtbar ist, zählt sowieso nicht als wirklich bemalt oder arbeitet auf der Bank.

Ich frage mich, ob alle anderen Leute meiner Generation eher in die Schicki-Micki-Tempel gehen. Denn irgendwo müssen sie ja sein! Ich gehe genau zu den Zeiten trainieren, wenn auch alle anderen Leute mit nine-to-five-Job da sein sollten. Aber sie sind es nicht. Zumindest nicht in diesem Gym. Oder liegt es an der Jahreszeit? Ich muss das mal noch länger beobachten. Immerhin bin ich ja erst ganz am Anfang des Weges von der „Shieldmaiden“ zur „Wheykyre“.

Wheymen!

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