Das Kleid, Winteredition

Das Kleid in dem ich dann beruflich seriös aussehen werde. Soll. #pulloverkleid #businesschic

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Eigentlich wären natürlich auch Jeans und mein Allzweck-Blazer gegangen (der mir mittlerweile aber reichlich groß geworden sein dürfte). Trotzdem hatte ich das Bedürfnis, mir für einen beruflichen Auswärts-Termin ein Kleid zu kaufen. Und nicht irgendein Kleid! Ich hatte eine sehr genaue Vorstellung davon.

Was natürlich bedeutete, dass ich entweder einen Vormittag damit hätte verbringen müssen, in Mannheim nach etwas zu suchen, von dem ich eigentlich wusste, wie es auszusehen hat und bei dem ich außerdem nicht willens war, große Kompromisse einzugehen … oder ich musste in den sauren Apfel beißen und Klamotten online bestellen.

Das mache ich wirklich ungern, da mich die Kommentare und Bewertungen immer immens verunsichern. Amazon hat ja diese Funktion, bei der Käufer die Angaben zur Größe bewerten können. Und es gibt immer und bei jedem Teil jemanden, der „viel zu klein“ ankreuzt. Und auch in den Bewertungen taucht bei jedem Stück, vom Skianzug bis zum G-String, das unheilige „normalerweise trage ich S aber ich habe es mir hier in L bestellt und es war trotzdem zu klein“ auf. Immer.

Mittlerweile habe ich aus Erfahrung gelernt, dass man auf solche Kommentare nicht viel geben sollte. Hier ist der selbe Mechanismus am Werk, der auch zu Aussagen wie „ich esse nur 500 Kalorien am Tag und nehme trotzdem zu!“ führt. Vielen Leuten fällt das Einschätzen von Dingen und Situationen – oder auch den eigenen Abmessungen – anscheinend unglaublich schwer. Potenziert durch problematische Selbstwahrnehmung bei Übergewicht.

Auch bei diesem Kleid das Unvermeidliche. Diesmal verbunden mit der Warnung, dass man es auf keinen Fall kaufen dürfe, wenn man auch nur das geringste Gramm Fett am Leib hätte. Weil dieses Kleid alles gnadenlos sichtbar machen würde. Jedes Röllchen im unbarmherzigen Scheinwerferlicht. Sozusagen.

Ich beschloss, es trotzdem zu kaufen. Denn erstens sah es auf dem Foto toll aus und zweitens … selbst wenn ich damit wie eine Presswurst aussähe, wäre es eine Inspiration, weiter abzunehmen und mich besser zu definieren.

Da es aber aus China kam, habe ich statt S lieber M bestellt. Was eine gute Entscheidung war. Denn das mit den Fettröllchen stimmt zwar nicht – aber die Ärmel sind mir schon in M fast ein bisschen kurz! Und ich bin nun wirklich nicht besonders groß. Und in S wäre mir der Rocksaum auch ein wenig zu sehr nördlich unterwegs. Von daher – in diesem Fall musste man es tatsächlich eine Größe größer nehmen. Weil die Leute in China eben prinzipiell nicht gar so riesig sind. Ich bin in China also gehobene Durchschnittsgröße. Putzig.

Jedenfalls gefällt mir das Kleid sehr. Und auch die Waldnymphe war spontan erfreut und beschloss, dass ich das auch mal zum fein essen gehen anziehen müsse. Und wie ich das muss! Auf alle Fälle! Doof nur, dass ich dazu Strumpfhosen tragen muss. Aber wie man auf dem Bild sehen kann sind normale Socken keine besonders herausragende Option!

Bleibt die unschöne Problematik, dass man sich beim Onlinebestellen mal wieder nicht auf die Schwarmintelligenz des Internet verlassen kann. Aber was will man da machen? Menschen sind eben so.

Auf jeden Fall möchte ich noch weiter Abnehmen und mich definieren, da ich – wie auf dem Foto gut sichtbar – am Bauch durchaus noch was habe, das problemlos weg kann! Bald darf ich ja auch wieder trainieren. Darauf freue ich mich. Sehr.

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