Lord Vader! – Yes, Master. – Rise!

Mein Einhorn-Glitzerchoker. Plus gruseligen thank-God-it's-friday-Grinsen.

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Gewicht derzeit 60,9 Kilo, also nur noch 400 Gramm Wasser. Es geht voran und so.

Auch etwas Anderes geht überraschend. Meine Spülmaschine.

Vor einiger Zeit stellte diese plötzlich und ohne großes Drama den Betrieb ein. Jegliche Kooperation wurde mit einem kurzen, müden Brummen verweigert. Es sah nach Exitus aus. Für geistig normale (neuronormal, wie es so schön heißt) Menschen kein Ding. Man ruft den Menschen vom Fachhandel und der repariert das Ding entweder oder entsorgt die Leiche und ersetzt sie durch ein funktionierendes Gerät.

Für jemanden mit einer sozialen Angststörung hingegen, kann das zu einem Problemberg wachsen, dem man hilflos gegenübersteht.

Ich weiß vorher nie, welche Dinge mich so verängstigen, dass ich nicht in der Lage bin, etwas dagegen zu unternehmen. Manchmal sind es komplexe Situationen, meistens jedoch Banalitäten, bei denen mein Hirn aus mir unerfindliche Gründen beschließt, sich völlig auszuklinken und schreiend im Kreis zu rennen. Und es ist völlig willkürlich. Neue Vorhänge kaufen, ausmessen, aufhängen? – Go for it, gar kein Problem! Etwas völlig Unbekanntes wie das Training ausprobieren? – Aber ja, kann ich! Neue Mehrfachsteckdose kaufen? – Himmel, nein; ich werde alles abbrennen! Allein zum Flughafen fahren? – Na sicher! Spülmaschine austauschen? – Auf gar keinen Fall, das bedeutet fremde Menschen in der Wohnung!

Kein Muster erkennbar.

In jedem Fall stand die SpüMa also tot und lauernd in der Küche. Ich nutzte sie als Ablage und ignorierte sie ansonsten völlig weg. Die Waldnymphe hatte zwischenzeitlich sogar angeboten, die ganze Sache mit abholen und ersetzen lassen für mich zu regeln. Aber dass ich nicht auch noch mein Umfeld mit in meine Spirale des Wahnsinns ziehen wollte, versteht sich vermutlich von selbst. Außerdem ist mir das Ganze reichlich peinlich.

Aber gestern … nach Monaten … fiel mir beim Aufräumen die Bedienungsanleitung der Maschine in die Hände. Ich blätterte sie durch. Keinerlei neue Erkenntnisse. Aber irgendwie stach mich der Hafer und ich beschloss, das Ding einfach mal wieder einzuschalten.

Eine der Definitionen von Wahnsinn: Mehrfach das selbe tun und ein anderes Ergebnis erwarten.

Aber dieses Mal … kein kurzes, angenervtes Brummen und wieder Stille, sondern – ein ganz normaler Spülzyklus! Lord Vader erhob sich! Und er scheint bereit, Schrecken und Ordnung in der Galaxis zu verbreiten, denn auch drei weitere Tests ergaben nur dienstfertiges Gespüle!

Ich bin völlig entzückt und werde heute Spülmaschinenreiniger, Tabs und Klarspüler kaufen und das Ding übers Wochenende wieder betriebsfertig machen. Mal sehen, wie lange es so kooperativ bleibt. Auf jeden Fall hat es sich nun den Namen Lord Vader mehr als verdient. Und sollte es dennoch beschließen, wieder kaputt zu gehen, werde ich es schaffen, es zu ersetzen. Durch einen Nachfolger, den ich dann natürlich Luke nennen werde. The last SpüMa, um mit Episode acht zu sprechen.

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2 Kommentare

  1. Mir viel gestern in einer Sitzung auf, dass ich im morgendlichen Tran meine braunen gefütterten Winterstiefel zu schwarzen Hosen angezogen hatte – ist ja schließlich kalt. Früher wäre mir das so peinlich gewesen – ich hätte mich die ganze Sitzung furchtbar unwohl gefühlt, hätte gedacht, dass alle mich jetzt furchtbar doof finden, etc. Gestern war ich in der Lage, es in dem Moment, in dem es mir auffiel, ziemlich schnell mit einem Achselzucken abzutun und zu denken: So what! Es ist so schön, wenn man in Bezug auf seine irrationalen Ängste und Unsicherheiten nach und nach die Oberhand gewinnt… 🙂 (Die Dichtung meiner Waschmaschine habe ich vor Jahren selbst ausgetauscht, weil ich mich nicht überwinden konnte, einen Reperaturservice anzurufen – kann das SpüMa-Dilemma gut nachvollziehen, schön, dass sie wieder läuft!)

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