Helferlein und Serviceblog

Seit gestern habe ich sie – meine erste Küchenmaschine. Sie wurde mir auf die Arbeit geliefert (wo ich den zerstörerischen IT-Heimer gerade noch davon abhalten konnte, sie mit seinen Fingern des Elektrotodes anzufassen) und zu Hause habe ich sie glücklich aufgebaut und Dinge fürs Abendessen geschnitzelt, die ich eigentlich auch bequem von Hand hätte kleinmachen können. Aber hey – Küchenmaschine!

Sehr großartiges Gerät. Jetzt muss ich mir noch überlegen, wie ich das mit der Vorkocherei mache. Da die Maschine auf der einen Seite sehr viel Arbeit spart, auf der anderen Seite aber recht aufbau- und reinigungsintensiv ist (obwohl eigentlich alles in der Maschine gesäubert werden kann – aber die Umbauerei ist halt schon ein Act), sollte ich mich auf einmal die Woche beschränken. Was das Kleingeraspel von Dingen angeht. Ich könnte alles Gemüse, das ich über die Woche brauche, häckseln und einfrieren. Da bräuchte ich aber mehr Tupperschüsseln, da Gefriertüten in diesem Fall recht zügig zur Verschwendung ausarten würden. Oder ich packe das Zeug dann unportioniert in den Kühlschrank und mache „Meal, some assembly required“. Mal sehen. Da werde ich am Sonntag darüber nachdenken.

Auf jeden Fall: hach, Küchenmaschine!

Gestern waren Kathro und ich in TESO wieder sehr aktiv. Wir haben nicht nur einen Public Dungeon bezwungen, sondern auch die Craglorn-Questreihe angefangen. Dieses Gebiet ist sehr herausfordernd und wir mussten einmal auch vor einer aufgebrachten – und für uns zu zahlreichen – Monsterhorde flüchten. Aber sonst lief es prima, wir schafften einiges an Gruppeninhalten.

Und weil ich gerade im Flow bin, erkläre ich hier mal kurz MMOs als solche und TESO im speziellen!

MMOs sind – Massive Multiplayer Online Spiele. Also im Gegensatz zu „normalen“ RPGs wie Witcher, Assassin´s Creed, Fallout oder Skyrim ist man gleichzeitig mit zehntausenden von anderen Spielern in derselben Welt unterwegs. Man hilft sich, kommt sich in die Quere, handelt miteinander und ist eben allgemein gesprochen sozial. Vieles in diesen riesigen Welten kann man alleine bewältigen – die wirklich guten Dinge bekommt man aber für Herausforderungen, die für einen allein zu schwierig sind. Dann tut man sich zu Gruppen zusammen und gibt den Riesenmonstern gemeinsam aufs Fressbrett. Meistens hat jeder in der Gruppe eine bestimmte Aufgabe, für die er seinen Charakter optimal ausgerüstet und trainiert hat. Oft folgt das dem Konzept der „holy trinity“ – Tank, Heiler und mehrere Schadensausteiler. Der Tank ist der schwer gerüstete Typ, der vorne steht und dafür sorgt, dass das Riesenmonster („Boss“) nur ihn haut. Weil er es dank Rüstung und Fähigkeiten gut abkann. Das ist meine Rolle. Ich liebe es, den Tank zu spielen. Man hat viel Verantwortung und muss gut aufpassen. Der Heiler tut das, was sein Name sagt und versucht dabei, möglichst unauffällig zu bleiben, weil er meist recht ungerüstet ist. Und die Schadensausteiler („Damage Dealer“ – DDs) springen herum und benehmen sich unflätig.

Das interessante an solchen Bosskämpfen in Dungeons (Gruppeninhalte sind meistens abgesondert vom Rest der Spielwelt und haben bestimmte Bezeichnungen. In TESO ist das z.B. „Dungeon“ für Gruppeninhalte mit bis zu vier Personen) sind die Mechaniken und die Kontertaktiken, die man dafür entwickeln muss. Aus Schadenseffekten herausrollen, andere mit dem Schild blocken, Adds (also kleine Zusatzmonster) einsammeln, damit sie nicht den Heiler anfressen, den Boss aus der Gruppe drehen oder sogar mit ihm Gassi gehen (falls er besonders mobil ist) und dergleichen mehr.

Generell kann man in MMOs aber nicht nur Monster und Bösewichter verdreschen. Man kann auch Dinge sammeln und herstellen (von Rüstung und Waffen bis zu Möbeln, Tränken, Runen und Nahrung), man kann die riesige Welt erkunden, den Einheimischen helfen und ein Held sein oder Leute beklauen. Ebenfalls ist es möglich, sich in bestimmten Gebieten mit anderen Spielern zu prügeln. Das ist nicht so meins, da ich es vorziehe, kooperativ zu spielen.

TESO im Speziellen spielt in der Welt der Elder Scrolls Spiele auf dem Kontinent Tamriel. Man kennt vermutlich Skyrim oder Oblivion – die sind beide auch in Tamriel angesiedelt. Die persönliche Geschichte des Charakters beginnt damit, dass er vom Anhänger eines Daedrischen Prinzen (den „bösen Göttern“ dieser Welt) getötet und seiner Seele beraubt in die Unterwelt geschickt wird. Dass man nicht tot bleibt versteht sich von selbst. Das wahre Abenteuer fängt ja erst an! Man schafft es also zurück in die Welt der Lebenden (bekommt auf diesem Weg von Sir Cadwell geholfen, einem verrückten Ritter, der von John Cleese gesprochen wird und einem noch oft begegnet) und macht sich dort auf, dem Daedra und seinem bösen Helferlein ordentlich in den Hintern zu treten und damit – natürlich – das Ende der Welt zu verhindern.

Aber, ganz ehrlich: so toll die Hauptstory ist, die Attraktionen liegen am Wegesrand. Man lernt hunderte von NSCs (Nichtspielercharakteren) kennen, hilft manchen, bestraft andere und lacht über dritte. Man mischt sich in große und kleine Politik ein, wird zum Werwolf oder Vampir (oder keins von Beidem), tut sich mit anderen Spielern zu Gilden zusammen (oder lässt es), wird ein Assassine der Dunklen Bruderschaft, tritt der Diebesgilde bei, kauft sich ein Pferd oder anderes Reittier (ich habe unter anderem Wölfe, Riesenkatzen, Echsen und Kamele) und trainiert es liebevoll, um es effektiver zu machen, findet Schatztruhen und versteckte Orte und freut sich manchmal einfach nur daran, in einer sich ständig wandelnden Welt spazieren zu gehen. Die Sonne geht auf und wieder unter, ein Gewitter zieht auf, in der Wüste gibt es Sandstürme … manchmal bricht sich das Licht wunderschön im bunten Laub der Bäume in den Elfenwäldern. All´ solche Kleinigkeiten eben.

Technisch gesehen ist man sehr frei in der Gestaltung seines Charakters. Nicht nur optisch kann man sich hier recht frei austoben und es gibt keine zwei identischen Spieler in dieser Welt. Ob nordischer Zauberer mit Bogen, Wüstenkrieger mit Großschwert oder heilender Katzenschurke … alle Kombinationen sind möglich! Ähnlich wie bei Skyrim eben: Was man trainiert, wird stärker (grob gesprochen. Natürlich gibt es dann Feinheiten, die effektiver sind als andere – aber das ist für Anfänger nur manchmal von Belang).

Das Erkunden ist völlig frei und ohne Zwang. Man findet Höhleneingänge oder versteckte kleine Häuser, liest herumliegende Bücher (besonders beliebt „The lusty Argonian maid“, Tamriel-Porn in mehreren Teilen) und freut sich daran, dass es in der Welt der Elder Scrolls nicht nur völlige Gleichberechtigung, sondern auch etliche homosexuelle Paare gibt. Einigen davon hilft man sogar bei ihren Problemen, von anderen hört man nur in Konversationen. Aber es ist eine erfrischende Normalität.

Kurz: Dieses MMO beschäftigt einen auf Jahre hinaus.

Ich spiele eigentlich gar keine Singleplayer Games mehr, sondern habe mich vollständig auf MMOs verlegt. Es macht mir einfach mehr Spaß, mit meinen Freunden zusammen loszuziehen. Komisch, wenn man meine sozialen Ängste bedenkt. Aber irgendwie ist online vieles einfacher.

Ich hoffe, dieser viel zu kleinteilige Abriss hat ein wenig geholfen – oder sogar Lust gemacht, das Spiel selbst einmal auszuprobieren. Es ist nicht teuer – für etwas unter dreißig Euro ist man mit der Gold Edition dabei. Nur hardwaremäßig ist es natürlich – wie alle MMOs – sehr hungrig. Ein mittelguter Gamer-PC sollte es für den optimalen Genuss schon sein. Hat man diesen, steht dem Spaß in einer wirklich großen, liebevoll gestalteten Welt nichts im Wege.

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4 Kommentare

      1. 😁
        die lust aufs selber spielen wird bei mir noch von einer kleinen vernünftigen Stimme in meinem Kopf im Zaum gehaltenn, die sagt, dass die Endphase meiner Abschlussarbeit *nicht* der richtige Zeitpunkt ist mit MMOs anzufangen.
        Das kommt aber mit Sicherheit auf meinen gedanklichen Wunschzettel…

        Gefällt mir

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