Monat: März 2017

Och nö und so

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Mein neues Workout-Shirt ist da!

Paris: Weißmehl, Zucker, Fett, literweise bappsüßer Kaffee, ungefähr 3000 Kalorien am Tag. Ich wiege 59 Kilo.

Wieder zu Hause: Protein, Ballaststoffe, kein Zucker, Vollkornzeug, Sport, 1200 Kalorien am Tag. Ich wiege 62 Kilo.

Echt jetzt, was soll ich noch tun?

Es ist einfach, über Leute zu lachen, die „trotz Kalorienzählen“ zunehmen. Kann man sooo leicht „haha, selbstbeschissen!“ sagen. Aber ist man dann selbst in der Situation, guckt man ganz schön doof aus der Wäsche.

Kalorienzählen hat für mich dreißig Kilo lang funktioniert. Man kann also nicht gerade behaupten, dass ich darin keine Routine hätte oder dazu neigen würde, es nicht richtig zu machen.

Macht es um so rätselhafter, warum nun, im allerletzten Endspurt (ich will doch nur auf 57 Kilo! Das sind poplige 2 Kilo weniger als mein Stand in Paris!), einfach gar nichts mehr läuft.

Klar, es ist wahrscheinlich, dass es nur Wasser ist. Hilft aber nichts, denn ob Wasser oder Fett – es muss weg.

Ich könnte nun sagen „Esse ich erstmal auf Erhaltung, bis ich mit dem Krafttraining einigermaßen auf Stand bin“; wäre eine logische Sache. Aber ehrlich gesagt habe ich die irrationale Angst, dass ich dann wieder zunehme, wenn ich statt 1200 plötzlich wieder 1750 Kalorien am Tag esse. Denn schließlich scheinen mir ja auch die 1200 schon ein Plus auf der Waage zu verschaffen.

Ja, Fettlogik. Aber in diesem Fall hoffentlich verständlich!

Wie schon einmal resigniert angemerkt: Abnehmen im Normalgewichtsbereich ist definitiv nix für Sissies!

Wenigstens läufts beim Training. Ich hatte gestern den Eisenbereich ganz für mich allein und konnte deshalb mühelos alles so lange und in der Reihenfolge machen, wie es mir gepasst hat. Sehr schön.

Und weil mir die Schwielen vom Compound Row auf den Wecker fallen und sie mit den Hanteln auch nicht weniger werden können, habe ich mir ein Paar Trainingshandschuhe bestellt, die heute ankommen sollten. Ich werde Erfahrungsberichten!

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Rückkehr des Wundertiers

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Kaum bin ich wieder zu Hause und ernähre mich wieder gesund, eiweißreich und ausgewogen, schnellt mein Gewicht über Nacht um anderthalb Kilo nach oben. Ich bin also wieder auf meinem seit Monaten andauernden Plateaustandard angekommen, den ich in Paris so mühelos losgeworden war.

Ich weiß einfach nicht mehr. Vielleicht vertrage ich gesunde Ernährung einfach nicht mehr. Vielleicht sollte ich auch zu Hause auf Zuckerkram, Weißmehl und Fett umstellen, damit ich abnehme. Mit Protein, Vollwert und Gemüse funktioniert es jedenfalls nicht!

Mein Körper ist das speziellste aller Schneeflöckchen. Furchtbar.

Egal. Weiter mit Krafttraining, die Stellschraube Ernährung verstehe ich einfach nicht mehr.

Gestern habe ich meine Einführung in das Trainieren mit freien Gewichten bekommen und hatte großen Spaß. Ich werde ein Lat-Gerät in meine normale Routine neu aufnehmen, um mich auf Klimmzüge vorzubereiten, ansonsten habe ich jetzt mit Deadlifts, Benchpress, Squats und Tricep Dumbbell Kickbacks angefangen, weil mein Trizeps im Moment noch Pudding ist.

Richtig Gelegenheit, mit freien Gewichten zu trainieren habe ich nur jetzt im Urlaub und ansonsten einmal die Woche Sonntags. Denn zu meinen anderen Gym-Zeiten ist das freie-Gewichte-Gebiet derartig mit knabenhaftem Testosteron geflutet, dass man kaum durchkommt. Und das muss ja nicht sein, dass ich mich da auch noch mit reinquetsche.

Wenn ich mir oft genug sage, dass es mir nichts ausmacht, dass ich es trotz getracktem Defizit nicht schaffe, weiter abzunehmen, weil ich ja so toll Muskeln aufbaue … glaube ich es mir irgendwann?

Finis

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Das ist ein etwas über einen Meter hoher Affenschädel aus Schokolade im Schaufenster einer Pariser Confisérie. Echt jetzt.

Zuerst die Fakten. Dies ist schließlich ein Abnehm-und-Fitness-Serviceblog. Wir haben jeden Tag etwa 3000 Kalorien gegessen. Sei es mit dem üppigen Frühstück (Brioches, Kokoscreme, gesalzene Butter …), den Süßigkeiten (Macarons groß wie eine ganze Hand. Zwei davon in der immens köstlichen Variante „Tonkabohne“ direkt vor Oscar Wildes Grab zu seinen Ehren. Hätte er sicher gut gefunden) oder dem Abendessen beim ehemaligen Sternekoch im Le Keller.

Da wir aber insgesamt etwas über 30 Kilometer zu Fuß unterwegs waren, habe ich nicht zugenommen, hatte am Montag sogar unter 60 Kilo und bin heute morgen bei 60,3 Kilo.

Ich habe Muskelkater in der hinteren rechten Wade, werde aber trotzdem nachher meinen leichtsinnigerweise vereinbarten Trainertermin wahrnehmen.

Soweit die Zahlen. Jetzt ein paar willkürliche Fakten diese allerbesten Urlaubs aller Zeiten (Bilder gibt´s in meinem Instagram)!

  • Paris ist wunderschön, wenn das Wetter wunderschön ist. Check!
  • Es gibt kein vegetarisches Essen. Man wird ständig auf „Salade“ verwiesen. Ich mag keinen Salat. Da dem Franzosen als Solchem aber auch Laktoseintoleranz unbekannt zu sein scheint (was die Waldnymphe schier wahnsinnig machte, da sie keine laktosefreie Milch zum Kaffee bekommen konnte und immer Sojamilch nehmen musste), hat man wohl dort als essenstechnisch schwieriger Mensch generell die Arschkarte.
  • Es gibt weder Dönerbutzen noch Pizzarien oder indische Restaurants. Dafür Unmengen von Sushi- und Pholäden. Das ist nur eine Beobachtung, wir wollten weder Döner noch Pizza.
  • Der französische Kaffee ist besser als sein Ruf. Wenn auch nicht viel. Aber besser.
  • Französische Backwaren sind in süß göttlich. Ansonsten eher … meh.
  • In den Galeries Lafayettes am Boulevard Haussmann werden morgens Busladungen reicher Chinesinnen abgekippt, die sich dann vor den Luxusgeschäften aufreihen, um den Gegenwert eines Mittelklassewagens für strassbesetzte Scheußlichkeiten und Taschen auszugeben. Erstaunlich oft recht dicke reiche Chinesinnen. Reichtum scheint dort noch in Kilo gemessen zu werden.
  • Im Hermes-Shop wurde meine Tasche gefilzt. Die Türsteher (ja, jeder Laden dort hat Türsteher und Parkservice) haben zielsicher den Wert meiner Garderobe auf insgesamt unter hundert Euro geschätzt und mich deshalb als potentielle Gefahr eingestuft.
  • Der Eiffelturm kann ganz schön unauffällig sein.
  • Die Pariser lieben ihre Oper, obwohl das Ding ein zuckergußbeklebtes Monster ist, das hässlich auf einem zentralen Platz lauert, um Besucher mit seinen pompösen Säulen anzufallen.
  • Wenn man schnell und unauffällig ist, kann man die frisch renovierte, wunderschöne Nationalbibliothek ansehen, bevor man eingefangen und rausgeworfen wird. Und ein Selfie mit der Statue von Voltaire machen.
  • Unser Hotel war direkt neben dem Innenministerium. Das war ständig bewacht. Und die Damen und Herren mit Wumme und Uniform waren allesamt lecker anzusehen und anlächelfreudig. Wir hatten Spaß.
  • Überhaupt, das Hotel! „Wundervoll“ wird ihm nicht im Ansatz gerecht! Hat uns der Erklärfaun super ausgesucht. Wir haben uns auch sehr bei ihm bedankt.
  • Beobachtungen über den Pariser Straßenverkehr: das absolute Chaos aber niemand ist gestresst oder aufgeregt. Es wird wenig gehupt oder ge-roadraged und wir haben nur einen Unfall mitbekommen. Trotzdem sind wir nach einem Tag auf dem Fahrrad dann doch zum Laufen zurückgekehrt. Es ist schon anstrengend, im Gewühl den Überblick zu behalten, wenn man sich etwas schneller bewegt.

Mir fallen in den nächsten Tagen bestimmt noch etliche Dinge ein, die ich dann nach und nach erzählen werde. Bis dahin aber das Fazit: Ich liebe Paris und möchte auf jeden Fall nochmal hin!

Jetzt zurück in den Alltag finden. Diese Woche habe ich komplett frei und werde mich von der Erholung erholen. Und Sport machen.

Paris, T minus 1

Dem gunz are loaded! 😀 Progressfoto mit Eitelkeit. #fitspo #ohneunsinnabnehmen

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Ich habe fast fertig gepackt.

Die Waage zeigt 60,8 Kilo.

Ab jetzt wird´s ernst, denn nach diesem Wochenende werde ich garantiert sehr zufrieden aus allen Nähten platzen. Zum Glück habe ich direkt am nächsten Tag um zehn Uhr einen Trainertermin für die freien Gewichte.

Ich lerne noch ein wenig in Duolingo herum, habe dabei immer noch nicht das Gefühl, wirklich viel zu behalten und werde dann heute Nachmittag gen Waldnymphe abdackeln. Hach, das wird so toll!

Gestern habe ich meine erste Lizza gemacht. Klappte prima mit dem Vorbacken und Einstechen und auch meine Belagsidee war mehr als nur lecker (Sriracha passt tatsächlich zu praktisch allem!). Nur … mein störrischer Backofen hat wieder einmal beschlossen, ein ganz spezielles Schneeflöckchen zu sein. Normalerweise muss ich bei ihm auf alle Angaben zehn Grad und fünf Minuten draufschlagen. Diesmal war ich – zum Glück und warum auch immer – vorsichtig und habe genau nach den Angaben auf der Packung gearbeitet. Und trotzdem war die Hälfte der Lizza, ich sach´ ma, eher im Kontrastfarbspektrum.

Egal, hauptsache lecker! Keins meiner Gerichte hätte jemals einen Attraktivitätspreis gewonnen.

Und beim nächsten Mal weiß ich es und die Lizza wird perfekt. So.

Vorfreude auf alles Mögliche

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Ich bastle an einem neuen T-Shirt fürs Training. Werewolf-thematisiert.

Natürlich auf den Urlaub! Ich bin so verdammt gespannt! Ich war noch nie in einem Hotel, ich war seit bestimmt zehn Jahren nicht mehr im Ausland (und ob ein Campingplatz in Holland so zwingend als „Auslandsurlaub“ zählt, wäre sowieso Gegenstand von Debatten) und von Frankreich kenne ich nur das Elsaß und die Umgebung eines Campingplatzes bei Montpellier (dabei hasse ich Zelten sehr ausgiebig. Aber früher war eindeutig zu wenig Geld da, um etwas Anderes auch nur in Erwägung zu ziehen. Da war ja fast Zuhausebleiben zu teuer!).

Morgen werde ich alles, was ich so brauche, einpacken und dann geht es los.

Und ich freue mich darauf, heute Abend einmal Lizza auszuprobieren. Wobei das noch nicht ganz sicher ist. Vielleicht gehe ich auch zur Beziehungskonstellation, das muss sich noch ergeben. Aber sollte ich Zuhause sein, werde ich die nette Linoleumplatte mit Magerquark und Tomatenmark und ein bisschen Sojasauce bestreichen, Spinat und getrocknete Tomaten darauf verteilen und dann eine Handvoll Light-Streukäse drüberwerfen. Und dann sehen, was sich ergibt. Maximale Spannung! Seit über einem Jahr keine Pizza mehr gegessen. Gut, ich bin kein großer Teigfladen-Fan. Ich mag meistens die Würzung nicht (für mich reicht ein bisschen Salz und Knoblauch. Mehr muss nicht). Und es ist immer zu viel Sauce drauf. Aber wenn ich das selbst im Griff habe, sollte es doch nach meinem Gusto gelingen.

Gestern habe ich mich beim Training wie geplant gut fertiggemacht. An der Beinpresse nun 109 Kilo, was derzeit wohl das Maximum des Machbaren darstellt. Dieses Gewicht muss ich erst einmal ein paar Tage lang gut und sauber bewegen, bevor ich daran denken kann, weiter aufzulegen. Am Compound Row sind es jetzt 50 Kilo, was mich immens stolz und sehr, sehr zufrieden macht.

Das juvenile Rentnerpärchen war gestern wieder da. Sie putzt ihm die Geräte nicht nur nach, sondern auch vor den Übungen. Wow. Ich hatte viel Gelegenheit, die beiden zu betrachten, weil sie Trainerstunde hatten. Sie machen natürlich dieselben Übungen. Dass er klein und pummelig und sie groß und dünn ist, ergänzt sich wohl gut.

Ich bin echt eine neugierige Spottdrossel. Das ist keine schöne Eigenschaft und ich sollte es unterbinden. Es ist nur so erstaunlich, wie unterschiedlich Menschen sind. Mit Zwanzig habe ich nach Möglichkeit gar nicht geputzt (wenn´s denn unbedingt sein musste … der Vorteil von Studentenwohnungen ist ja eine große Unordnungstoleranz dank Winzigkeit und nicht vorhandenem Kruschd) und schon gar nicht meinen Freund bemuttert. Der war groß und stark und hatte zwei gesunde Arme, der konnte alles selber.

Aber es ist ja schön, dass Menschen verschieden sind. Sonst wär´s recht schnell langweilig! Und man kann die Lebenswirklichkeit um die Jahrtausendwende auch nicht mit der Situation heute vergleichen. Praktisch eine andere Welt. Wir konnten viel sorgloser sein.

Omma erzählt vom Kriech!

Ne, Omma macht sich jetzt daran, die restlichen Sachen, die vor der nächsten Woche noch erledigt werden müssen, wegzuschaffen. Dann putzt (haha) sie ihre ziemlich eklige Teetasse und dann geht Omma nach ´n Aldi und dann … in Urlaub!

Dummer Rückfall

Nein, nicht gewichtsmäßig. Da läuft es wie immer. Derzeit 60,9 Kilo, was bis zum Wochenende vermutlich noch ein wenig nach unten gehen und am Montag sprunghaft wieder auf 62 schnellen wird. Reiner Erfahrungswert!

Aber ein böser Rückfall in Sachen Angst und Aggression. Was bei mir einander bedingt. Bekomme ich eine Angstattacke, reagiere ich oft mit irrationalem Zorn und sollte dringend von anderen Menschen ferngehalten werden, bis wieder alles im Lot ist.

Dumm nur, dass ich seit den ganzen Therapieerfolgen auf einer Hybriswelle davongeschwommen bin und deshalb Null und gar nicht darauf vorbereitet war, dass S. mir gestern völlig unbeabsichtigt einen 1A Trigger (ja, blödes online-Erregungswort. Aber in diesem Fall ausnahmsweise mal medizinisch richtig) vor den Latz knallte. Ich mag S. Ein unglaublich knuffiger, lieber, sensibler Kerl. Der es absolut nicht verdient hat, dass ich ihn – für ihn zumindest – unprovoziert aus dem Blauen heraus angefaucht und zur Sau gemacht habe.

Und wie immer stand ich hilflos daneben und musste zusehen, wie mein irrer Kopf jemanden, den ich gern mag, angefallen hat. Nicht mehr Pilot, nur noch Beifahrer. Aus reinem Panikbeißen heraus.

Verdammt.

Zum Glück konnte ich mich recht zügig wieder beruhigen. Leider aber gar nicht mit den gelernten Mechanismen, sondern „halt so“. Das gefällt mir nicht. Weil es zeigt, dass ich meine therapeutischen Hilfsmittel noch nicht verinnerlicht habe, obwohl ich das fest glaubte.

Ich habe mich dann erklärt und tausendmal entschuldigt. Trotzdem fürchte ich, dass etwas kaputtgegangen ist, das sich nicht so schnell wieder reparieren lässt. Wieder mal jemand auf Abstand geschubst. Super gemacht. You beat a fucking tree.

„Neurodivers“ zu sein ist wirklich nix für Sissies.

Heute kann ich den dadurch aufgebauten Selbsthass zum Glück im Training abbauen. Ich mache mich an den Geräten schön fertig, bis ich nicht mehr geradeaus laufen kann und dann ist es hoffentlich wieder gut. Und dann schreibe ich S. eine Geschichte in Skype. Und hoffe, dass unsere gemeinsamen Erlebnisse in der Vergangenheit den Ausraster gestern aufwiegen können.

Essenstechnisch läuft es. Ich werde in Sachen Konjakpudding (das klingt wüst alkoholisch!) immer sicherer und experimentierfreudiger. Was klar geworden ist: Man darf keine normale, gewohnte Puddingkonsistenz erwarten. Es wird immer ein wenig … hmm … sandig, bröselig bleiben. Weil das eben die Aufquellkonsistenz des Pulvers ist. Das tut dem Geschmack keinerlei Abbruch. Aber man sollte vorher ausprobieren, ob man mit diesem Mundgefühl warm wird. Geschmacklich bin ich sehr zufrieden. Das ist ein 1A Nachtisch. Und man hat die Wahl, ob man sich mit Protein zubombt, oder das Ding nur mit Mandelmilch, Flavour und Konjakpulver zu einem wirklich kaloriengünstigen Nachtisch macht. Wo sonst bekommt man 300 Gramm Pudding für unter 50 Kalorien? Wie gesagt, die Variante ohne Whey.

Ich scheine Konjak/Shirataki auch gut zu vertragen. Keine bösen Nebenwirkungen in Sachen Verdauung bisher. Das nenne ich Glück. Hilft meiner Freude an schlotziger Konsistenz mit süß und meiner Abnehmerei.

Haha. Abnehmen. Als ob!

Aber solange ich Muskeln aufbaue, ist es gut. Stärke gegen innere Instabilität.

Erlebnissplitterkuchen

Konjakpulverpudding. Konsistenz nun erreicht. Sehr schön. #ohneunsinnabnehmen

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Ja, schön ist er wirklich nicht, mein Konjak-Protein-Pudding. Gut, ich hätte ihn bestimmt appetitlicher anrichten können … aber ehrlich gesagt war es schon schwer genug, ihn später aus dem Shaker zu bekommen. Dekorative Anstrengungen will ich mir da gar nicht so konkret ausmalen.

Jedenfalls war es sehr überraschend. Nützliche Feststellungen: Anderthalb Teelöffel Konjakmehl für 300 ml Mandelmilch produzieren also Puddingkonsistenz. Nicht mehr und nicht weniger. Da muss man genau sein, wie bei der Holy Hand Grenade of Antioch. And the number of the counting shall be three. Klumpenfrei wird es, wenn man zuerst die Mandelmilch in den Shaker füllt und dann in einer Schüssel das Proteinpulver und das Konjakmehl gut vermischt. Dann alles zur Milch und sofort wie bekloppt schütteln. Nach etwa zehn Sekunden wird das Zeug schlagartig fest und man erinnert sich, dass man das Flavour vergessen hat. Kann man aber nichts mehr tun und muss den Pudding eben mit laschem Geschmack essen. Dann weiß man es beim nächsten Mal. Lerneffekt durch Schmerz.

Außerdem Essensthematisch: Wren bringt immer mal wieder Blogposts zum Thema Streetfoodmärkte. Ich habe so etwas noch nie erlebt, wurde durch die Berichte aber immens angefixt. Und ein kosmischer Zufall hat dazu geführt, dass J1 gestern anfragte, ob wir ihn am ersten April auf einen eben solchen Markt begleiten wollen! Ich habe natürlich sofort „hurra!“ geschrien, die Waldnymphe scheint auch nicht abgeneigt, nur der Erklärfaun zögert noch, da er – nicht unberechtigterweise – Menschenmengen erwartet. Ich hoffe, das klappt. Ich möchte uuuuunbedingt auch einmal solch seltsame Köstlichkeiten essen!

Vom Essen weg hin zum Muskelaufbau. Ronja fragte in ihrem Tagebuch nach der mir verhassten Sägemuskelübung. Ich schaute gestern nach, wie das Gerät heißt und habe es postwendend wieder vergessen. Irgendwas mit „Rotation“. Doof ist es auf jeden Fall und irgendwie komme ich über 36 Kilo dabei nicht hinaus. Ist vielleicht mental oder so.

Weitere Trainingsbeobachtungen: Ich bin mittlerweile sicher, dass Man-Bun-Man (ich habe ihn sicher schon einmal erwähnt, oder? Nippelshirt?) schwul sein muss. Mein Gaydar ist zwar geradezu nonexistent, aber wenn man´s mir mit dem Holzhammer hindrückt, merke ich es auch. Ist natürlich völlig irrelevant aber ich mag die Subkultur. Von daher – more power to him!

Das komplette Gegenteil: Ein seit Neuestem regelmäßig auftretendes junges Pärchen. Cis-Het vom Feinsten. Sie machen alles zusammen. Wenn keine zwei direkt nebeneinanderstehenden Crosstrainer frei sind, warten sie lieber, als auch nur eine Person zwischen sich kommen zu lassen. Sie sind sonst immer am selben Gerät und bewundern sich hingebungsvoll. Sie putzt ihm hinterher die Geräte und stellt ihm alles ein … Ich möchte ein bisschen Brechen. Manche Leute scheinen einfach schon als Rentner auf die Welt zu kommen.

Ich urteile schon wieder. Sollte ich lassen. Immerhin bin ich eine bindungsschwierige, kaltherzige Bitch und sollte mich lieber an wahrer Liebe wärmen, anstatt aufgrund vager, splitterhafter Beobachtungen zu lästern.

Aber ich bedenke sie ja im echten Leben nicht mit bösen Blicken oder so, sondern lächle. Anonymisiertes Ge-zynike im Blog ist harmlos. Zeigt mal wieder, wie schwer es mir fällt, die Gedanken- und Gefühlswelt anderer Menschen zu erfassen. Was ein Glück, dass in meiner Beziehungskonstellation alle so drauf sind!

Nicht trainingsrelevant: Die Hornisse ist verschwunden. Das erfüllt mich mit milder Besorgnis, weil ich eigentlich die Küchentür extra zugemacht hatte, damit sie nicht durch die ganze Wohnung marodiert. Wohin kann sie gegangen sein? Es bleibt spannend.