Dummer Rückfall

Nein, nicht gewichtsmäßig. Da läuft es wie immer. Derzeit 60,9 Kilo, was bis zum Wochenende vermutlich noch ein wenig nach unten gehen und am Montag sprunghaft wieder auf 62 schnellen wird. Reiner Erfahrungswert!

Aber ein böser Rückfall in Sachen Angst und Aggression. Was bei mir einander bedingt. Bekomme ich eine Angstattacke, reagiere ich oft mit irrationalem Zorn und sollte dringend von anderen Menschen ferngehalten werden, bis wieder alles im Lot ist.

Dumm nur, dass ich seit den ganzen Therapieerfolgen auf einer Hybriswelle davongeschwommen bin und deshalb Null und gar nicht darauf vorbereitet war, dass S. mir gestern völlig unbeabsichtigt einen 1A Trigger (ja, blödes online-Erregungswort. Aber in diesem Fall ausnahmsweise mal medizinisch richtig) vor den Latz knallte. Ich mag S. Ein unglaublich knuffiger, lieber, sensibler Kerl. Der es absolut nicht verdient hat, dass ich ihn – für ihn zumindest – unprovoziert aus dem Blauen heraus angefaucht und zur Sau gemacht habe.

Und wie immer stand ich hilflos daneben und musste zusehen, wie mein irrer Kopf jemanden, den ich gern mag, angefallen hat. Nicht mehr Pilot, nur noch Beifahrer. Aus reinem Panikbeißen heraus.

Verdammt.

Zum Glück konnte ich mich recht zügig wieder beruhigen. Leider aber gar nicht mit den gelernten Mechanismen, sondern „halt so“. Das gefällt mir nicht. Weil es zeigt, dass ich meine therapeutischen Hilfsmittel noch nicht verinnerlicht habe, obwohl ich das fest glaubte.

Ich habe mich dann erklärt und tausendmal entschuldigt. Trotzdem fürchte ich, dass etwas kaputtgegangen ist, das sich nicht so schnell wieder reparieren lässt. Wieder mal jemand auf Abstand geschubst. Super gemacht. You beat a fucking tree.

„Neurodivers“ zu sein ist wirklich nix für Sissies.

Heute kann ich den dadurch aufgebauten Selbsthass zum Glück im Training abbauen. Ich mache mich an den Geräten schön fertig, bis ich nicht mehr geradeaus laufen kann und dann ist es hoffentlich wieder gut. Und dann schreibe ich S. eine Geschichte in Skype. Und hoffe, dass unsere gemeinsamen Erlebnisse in der Vergangenheit den Ausraster gestern aufwiegen können.

Essenstechnisch läuft es. Ich werde in Sachen Konjakpudding (das klingt wüst alkoholisch!) immer sicherer und experimentierfreudiger. Was klar geworden ist: Man darf keine normale, gewohnte Puddingkonsistenz erwarten. Es wird immer ein wenig … hmm … sandig, bröselig bleiben. Weil das eben die Aufquellkonsistenz des Pulvers ist. Das tut dem Geschmack keinerlei Abbruch. Aber man sollte vorher ausprobieren, ob man mit diesem Mundgefühl warm wird. Geschmacklich bin ich sehr zufrieden. Das ist ein 1A Nachtisch. Und man hat die Wahl, ob man sich mit Protein zubombt, oder das Ding nur mit Mandelmilch, Flavour und Konjakpulver zu einem wirklich kaloriengünstigen Nachtisch macht. Wo sonst bekommt man 300 Gramm Pudding für unter 50 Kalorien? Wie gesagt, die Variante ohne Whey.

Ich scheine Konjak/Shirataki auch gut zu vertragen. Keine bösen Nebenwirkungen in Sachen Verdauung bisher. Das nenne ich Glück. Hilft meiner Freude an schlotziger Konsistenz mit süß und meiner Abnehmerei.

Haha. Abnehmen. Als ob!

Aber solange ich Muskeln aufbaue, ist es gut. Stärke gegen innere Instabilität.

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