Der Montags-Wiegewolf sagt …

Wiegewolf

siebenundfünfzigste Woche und 60,5 Kilo.

Natürlich ist es doof, dass die sechs wieder da ist. Aber in keinster Weise verwunderlich. Ich habe gestern mehr trainiert, als ich sollte und dementsprechend üblen Muskelkater. Ich versuche vernünftig zu sein und falls die Schmerzen morgen nicht bedeutend besser sind, werde ich einfach mal nicht trainieren. Ob das klappt? Wir werden sehen! Da es aber normalerweise so ist, dass ich eigentlich erst zwei Tage nach dem Sport richtigen Muskelkater bekomme, erwartet mich morgen der Schmerz aus der Hölle, so dass ich vermutlich eh keinen Bock haben werde, da noch eins draufzusetzen!

Training ist toll. Training macht Spaß. Aber das punktuelle Auftrainieren einzelner Muskeln an den Geräten hat mich nicht darauf vorbereitet, wie ganzheitlich Gewichtheben den Körper beansprucht. Mir tun Gegenden weh, von denen ich gar nicht wusste, dass es dort Muskeln gibt! (Naja, nicht wirklich. Aber es ist schon erstaunlich.)

Leicht relevant: Wir haben am Wochenende „Fantastic beasts and where to find them“ geschaut. Neben der Tatsache, dass das Harry-Potter-Universum ohne stressige Teenager deutlich amüsanter ist, ist mir etwas aufgefallen, das mir nicht gefiel. Wieder einmal wurde das Trope bemüht „hübsche, kluge aber oberflächliche Frau findet in lustigem aber nutzlosem dicken Mann ihren Seelengefährten“. Feine Sache. Aber … gab´s das schon einmal umgekehrt? Ich bin nun wirklich nicht verdächtig, etwas mit Fat Acceptance am Hut zu haben. Aber muss es denn echt sein, dass es in den Medien zwar gelegentlich lustige dicke Männer gibt, die auch coole Sprüche machen und die hübsche Lady bekommen (was auch nochmal so eine Büchse Würmer ist, die ich diesmal nicht öffnen werde …), dicke Frauen aber nur dann Raum auf der Leinwand haben, wenn sie brav bleiben oder sich mit Zähnen und Klauen dranhalten (Roseanne)? Das zeigt wieder, wie weit der Weg ist, den wir noch zur Gleichberechtigung vor uns haben. Frauen haben in Filmen nur dann einen Platz, wenn sie sich dem Diktat der männlichen Ästhetik völlig unterwerfen. Ihr Wert bemisst sich am Grad der Anpassung an Äußerlichkeiten. Und selbst wenn sie mal die „lustige Dicke“ sein dürfen, verwirken sie damit jedes Recht auf Sexualität.

Tja. Doof, ne?

Nein, ich rede hier nicht dem Übergewicht das Wort. Denn genau wie dicke Frauen sind auch „hässliche“ Frauen in Hollywood außerhalb des Freak-Zusammenhangs nonexistent. Es ist die generelle Reduktion auf ein körperliches „Ideal“, die mich massiv ankäst.

Und bevor hier die „aber, aber … auch Männer …“-Keule herumgeht: Auch nicht konventionell attraktive Charaktere haben in Filmen ihren Platz. Sofern sie männlich sind. Der Dicke kriegt das Mädchen, weil er lustig und mutig ist. Der Nerd kriegt das Mädchen weil er lustig und schlau ist. Der Außenseiter kriegt das Mädchen, weil er cool ist. Na, fällt was auf? Wer hat die passive Rolle und ist hübsch? Bingo!

Ach, was reg ich mich auf. Die rein konsumierende Unterhaltung hat schon längst nicht mehr den Stellenwert wie früher. Und in der selbstgestalteten Unterhaltung kann man sich seine/n Hauptdarsteller/in bauen, wie man möchte.

Das war jetzt ein ziemlicher Exkurs weg vom Wiegewolf! Aber manchmal ist das auch notwendig. Seelenhygiene dank Blog.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s