Don´t feed the Troll

Isar, May '17

Watch out – it´s virtual hero and his virtual sixpack!


Ich habe mir in meinem Zocker-Blog einen Troll gefangen. Das ist kein alltägliches Ereignis, da ich doch ziemliche Nischengenres bespiele und die dort spielende Bevölkerung eigentlich recht tiefenentspannt ist und selbst Diskussionen sachorientiert ablaufen.

Aber dann kam da ein Troll daher. Nicht einmal anonym, sondern sogar auf sein Blog verweisend (so ein standard-ich-hasse-alles-Goth-Blog; hatte ich noch nie davon gehört, keine Ahnung, wie der Troll auf mich kam, da nichts bei ihm auf Interesse am Virtuellen hinweist) und schiss einmal quer durchs Wohnzimmer.

Ich habe seine Hinterlassenschaft nach einiger Überlegung nicht freigeschaltet. Denn einerseits ist es jedem erlaubt, seine „Meinung“ zu sagen, andererseits hat auch jeder das Recht, diese „Meinung“ für unnötig zu halten und zu ignorieren.

Das wirklich amüsante dabei war aber die Form, die der Troll wählte, um seine Beleidigungen (hauptsächlich das Wort „Arschloch“ benutzend) an den Mann zu bringen: Dass man, statt sich in „Fantasie zu verlieren“ (diese Formulierung bekam er anstandslos hin. Ein sehr ambivalenter Troll) sich lieber um seinen Körper kümmern solle. Man würde schließlich garantiert nie so aussehen, wie die Helden in den Computerspielen.

Da musste ich doch ein wenig kichern.

Der Troll scheint schon sehr in alten Vorstellungen von dicken Neckbeards in Muttis Keller, die sich von Pizza ernähren, während sie gelangweilt vor sich hin zocken, verhaftet zu sein. Sich nicht vorstellen zu können, dass man Sport und Nerdstuff mögen kann. Dass man sich um seinen Körper kümmern, Muskeln wachsen lassen und Ausdauer entwickeln kann und abends virtuelle Monster tötet. Dass man in einem Deadpool-Shirt ins Training gehen kann.

Armselige kleine Wurst.

Okay, nun habe ich mich doch mehr aufgeregt, als der Troll es verdient hat und widme mich lieber schöneren Dingen. Wobei „schön“ sehr relativ ist, wenn man so doof ist, bei 32 Grad eine zu dreiviertel schattenfreie Joggingstrecke zu laufen. Mann, hatte ich hinterher einen roten Kopf! Aber zumindest keinen Sonnenbrand und mein Vitamin D dürfte ich für die nächsten Tage auch ausreichend gebildet haben!

Wieder einmal hat mich ein Bahnübergang übermäßig lange aufgehalten, weil ein Güterzug stehenblieb, um die S-Bahn vorbeizulassen. Da bildete sich eine ganz schöne Warteschlange aus Autos, Unmengen von Fahrrädern und Hundegassiführern. Plus mir.

Ich sollte wirklich eine andere Strecke suchen. Aber ich mag die Länge, mag die Felder, mag die alte Allee … und manchmal habe ich ja auch Glück und es kommt kein Zug.

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