Monat: Juni 2017

Äquatortaufe und Nerdstuff

Niemand hat mich mit Sekt geduscht oder von Bord geworfen (halt … nein, das waren die Pferde bei Windstille …) – aber ich habe einen neuen Ereignishorizont des Wahnsinns in sportlicher Sicht mit hoher Geschwindigkeit überflogen.

Gestern war das Wetter ja generell eher wechselhaft. Als mir ein Blick aus dem Fenster Trockenheit verhieß, sprang ich in die Laufklamotten und rannte los. Dumm nur, dass ich nach Osten geschaut hatte, unsere Hauptwindrichtung aber nun mal Westen ist. Und von dort kam eine sehr, sehr dräuende Wolkenwand. Naja, es waren fast dreißig Grad, da hatte ich wenig Bedenken, mich zu verkühlen (erst recht nicht, wenn ich in Bewegung bleiben würde) und so trabte ich eifrig vor mich hin.

Nach dem ersten Kilometer fing es leise an zu fisseln. Bis Mitte des zweiten Kilometers steigerte es sich dann zum ausgewachsenen Wolkenbruch und blieb bis Mitte des vierten Kilometers so. Als ich nach fünf Kilometern zu Hause ankam, hörte der Regen auf. Ich konnte meine Schuhe auskippen und mir die Dusche nach dem Laufen praktisch sparen.

Zum Glück bin ich ziemlich wasserfest und konnte meine triefenden (sogar die Unterwäsche!) Klamotten zum Trocknen problemlos aufhängen. Ich hatte Bedenken, ob meine Schuhe jemals wieder trocken werden würden, aber heute Morgen sind sie schon auf einem sehr guten Wege. Sollte ich sie eigentlich imprägnieren oder ist das keine so gute Idee? Muss ich mal das Internetz fragen.

Dieses Ereignis wäre nicht wirklich erwähnenswert. Immerhin ist Regen zum Glück ein in unseren Breiten sehr häufiges und nützliches Wetterphänomen, das in letzter Zeit ein wenig kurz gekommen ist. Nein, das Erstaunliche ist, dass ich die ganze Zeit einen irren Spaß hatte. Ich hatte an elektronischem Gerät nur den Imperator dabei, der aber keinerlei Probleme mit nasswerden hat. Mit ihm kann man ja sogar schwimmen gehen. Ich musste mir also um nichts Sorgen machen. Das Laufen, während ich immer nasser und nasser wurde, war einfach phänomenal! Die Luft war angenehm, das Geräusch der Tropfen beruhigend und es war nicht sehr windig. Außer mir waren nur noch zwei Fahrradfahrer unterwegs und ich fühlte mich pudelwohl.

Ist das jetzt das Zeichen für nahenden Irrsinn?

Wobei ich nicht weiß, ob ich das heute, bei zehn Grad weniger, auch noch so amüsant finden würde. Da hoffe ich einfach mal auf eine größere Regenlücke.

Nerdigerweise hänge ich immer noch sehr fest in TESO. Ich habe meinem putzigen kleinen Warden den Titel „Master Thief“ gegönnt, in dem ich auf der ganzen Spielwelt schwierig zu findende und ebenso schwierig zu stehlende Gegenstände ausfindig gemacht und erbeutet habe. Außerdem habe ich Freude daran, mit ihm die Public Dungeons überall auf Tamriel zu machen. Die meisten Bosse und Gruppenherausforderungen sind kein Problem für ihn. Seine Rotation ist ein stetiges Work in Progress. Ich benutze keine Guides, weil ich mehr Spaß daran habe, Dinge selbst herauszufinden.

Und Serien. An nerdigen Serien herrscht ja seit einiger Zeit kein Mangel mehr. Qualitativ zwar sehr durchmischt aber man findet immer wieder Perlen. Das Staffelfinale von American Gods hat sich mittlerweile so weit von der Buchvorlage entfernt, dass ich sehr gespannt bin, ob überhaupt noch etwas, was im Roman vorkam (außer den Namen der Personen), eine Rolle spielen wird. Leider muss ich jetzt lange warten, bis es weitergeht!

Aber zum Glück springt die zweite Season von Preacher in die Bresche! Auch hier hat man die Comichandlung mehr oder minder über Bord geworfen und hält sich nur an Personal und Flair der Vorlage. Und ich muss sagen … das sogar richtig gut! Wer auch immer Cassidy und Tulip besetzt hat – gebt dem Mann/der Frau einen Drink aus! Und der Saint of Killers ist so gruselig, dass einem ganz anders wird. Klar, Jesse ist auch fein. Ob Jody und T.C. überhaupt auftauchen werden, wenn die Comicvorlage nur noch grob tangiert wird? Ich fände es schade, wenn der Angelville-Storyarc zu sehr verändert würde. Da aber schon klar ist, dass nicht die Großmutter sondern der Vater Jesse zum Priesterdasein erzogen hat, ist das wohl nicht zu erwarten.

Ach, wird schon nett werden.

„Was esse ich heute so?“-Serviceteil:

Mittags gibt´s wieder Quarkporridge (das werde ich noch sehr, sehr lange essen!). Heute mit Heidelbeeren. Dazu Reste des Gemüses von gestern Abend, das ich wieder nicht ganz geschafft habe (zusammen 450 Kalorien). Abends mache ich mir eine Lizza (hurra! Mein Prollo-Kaufland hatte Lizza! Mal sehen, ob dieses Wunder von Dauer ist. Die sind Hipsternahrungsmäßig nämlich normalerweise seeeeehr mau bestückt. Nichtmal Mandelmilch ist da zuverlässig zu bekommen. dafür aber dieser mit Zucker gesüßte Sojamilchkram. Blerch) mit Spinat, getrockneten Tomaten und Ei (555 Kalorien). Dann noch ein Pfund Magerquark mit Flavour und Nektarinen (481 Kalorien) und ich bin bei 1486 Kalorien. Da ich noch Laufen gehen werde, wird es, um auf Erhaltungskalorien zu kommen, wohl noch ein Eiweißriegel zusätzlich werden.

Musik stört

Portrait_Dances_with_Fire_WiP

Ich bekomme ihn einfach nicht fertig. Ein neuer Charakter aus den Stories der Waldnymphe. Sie behauptet, ich würde ihn zu sehr als James-Bond-Bösewicht sehen. Echt jetzt?

Und Musik lenkt ab. Zumindest mich. Beim Sport. Für diese Erkenntnis habe ich einige Zeit gebraucht und es ist nun wirklich keine besonders verbreitete Auffassung. Die meisten Leute mögen es, wenn sie sich zu ihren Songs auspowern können. Ich dachte das anfangs auch. Der Radiosender, der im Gym läuft, ist akustisch auch gar zu gräuslich (meistens SWR3 und die waren das letzte Mal musikalisch spannend, als sie noch SWF hießen. Da aber gar mächtig! Dort im Nachtprogramm haben sie Subway to Sally und die Ukrainians damals als Newcomer vorgestellt! Ja, so alt bin ich!), da braucht man einfach Stöpsel im Ohr, wenn einen das Hirn nicht durch dieselben verlassen soll. Aber … irgendwann merkte ich, dass ich meinem MP3-Player gar nicht wirklich zuhörte, sondern ihn wirklich nur dazu nutzte, mich abzuschotten. Mein persönliches „sprich mich nicht an“-Feld. Und nur für diesen Effekt war es mir dann doch zu unbequem mit den Kopfhörern.

Kopfhörer … mein großes, blödes Thema. Ich mag in Ear, finde da aber nie welche, die größentechnisch okay sind. Entweder ploppt mir der Mist bei jeder Bewegung heraus oder geht gar nicht erst rein. Eine Lösung wären die vom Akustiker angepassten Teile – aber da die Monetenfee mal wieder am Haus vorbeigerauscht ist, ohne mich mit Scheinen zuzuwerfen, fällt das aus wegen Bodennebel. Und aufliegende finde ich nur zum Zocken toll.

Musik an sich spielt in meinem Leben auch eine viel geringere Rolle als bei den meisten Leuten. Ich kann mich bei Stille besser konzentrieren – nur wenn ich wütend bin, muss es eben Trommeln und Grölen sein. Aber generell ist Musik für mich maximal ablenkender Hintergrund. Ich gehe selten in Konzerte (in den letzten zehn Jahren auf exakt zwei: Knorkator und ASP … okay, mit der Waldnymphe zu Klassikkonzerten. Aber das ist E-Musik und deshalb etwas Anderes) und mag während des Zeichnens lieber dieses Alphawellen-Gebrumme als erkennbare Laute. Gibt mir einfach etwas weniger, als den meisten Menschen. Ist ja nicht schlimm. Ich leide nicht darunter oder so.

Also eine Gemengelage aus unangenehmen Kleinigkeiten, die letztendlich zu dem Schluss führten, dass es mir beim Training ohne Musik viel bessergeht. Und das Radio kriege ich mental auch noch ausgeknipst.

Selbes natürlich auch beim Joggen. Ich hätte so unglaublich Lust, das allgemein gelobte „Zombies, run!“ auszuprobieren. Ist genau mein Thema. Gefiele mir wahrscheinlich sehr. Aber dazu müsste ich zwei Dinge verbinden, die mir nahezu körperliche Schmerzen verursachen: Mein Handy die ganze Zeit anlassen und damit Akku ziehen bis der Wurm Blut spuckt (pardon my french) und dazu dann noch unnatürlich steifes Laufen, damit die Stöpsel nicht aus der Murmel plumpsen. Das in Verbindung mit der Tatsache, dass ich dann die Umgebungsgeräusche nicht hundertprozentig wahrnehmen kann und die kritische Masse ist erreicht. Keine coolen Spiele beim Joggen für mich. Mist.

Bleiben eben das rostige Hupen von Fasanen, das Gekreisch der wilden Sittiche und das Rascheln, wenn Eidechsen vom warmen Teer der Feldwege ins schützende Gras huschen. Das ist auch nett.

Und weil dieser Post nun die ganze Zeit vor Negativität getrieft hat und ich nur lamentiert habe, was ich alles nicht kann und nicht mag, packe ich eine Service-Einheit ans Ende. Der „Was ich heute alles essen will“-Teil.

Zum Mittagessen gibt es erstens Reste des Gemüses mit Tofuhack, das ich gestern Abend nicht ganz geschafft habe. Dazu noch einen hübschen Quarkporridge mit Brombeeren. Macht zusammen 460 Kalorien. Abends gibt es Zucchini, Cherrytomaten, Kohlrabi und Spitzpaprika mit im Ofen gebackenem Tofu für insgesamt 412 Kalorien. Der Nachtisch wird ein Skyr mit einer kleingeschnittenen Kaki und eine Puddingcreme. Das ist der größte Batzen mit 597 Kalorien. Insgesamt esse ich also 1469 Kalorien. Was unter meinem TDEE ohne Sport liegt und mir Raum lässt, bei Lust und Laune noch etwas Süßes dazuzunehmen.

Gestern hatte ich ähnlich viel zu essen, was darin resultierte, dass etwas übrigblieb. Sage noch einer, Erhaltung zu essen wäre zu wenig.

59,5 Kilo am Compound Row

Das ist für mich eine echte Hausnummer. Zum ersten Mal habe ich mehr als mein Körpergewicht gezogen. Zwar nur drei Wiederholungen, aber angesichts der Tatsache, dass ich davor schon drei komplette Zehnersätze mit 50 Kilo hatte, fand ich es doch toll. Und wieder 109 Kilo an der Leg Press.

Ich mag ja Beinübungen nicht gerne und vermeide sie mit fadenscheinigen Ausflüchten. Umso erstaunlicher, dass nach einigen Wochen Pause meine Kraft dabei nicht geringer geworden ist. Ob das am Laufen liegt? Denn ich glaube, ich könnte sogar höher als 109 Kilo gehen. Und das sollte ohne konstantes Training und mit einer langen Faulheitspause eigentlich nicht möglich sein. Eine nette Vorstellung. Dass ich mir einige Beinübungen dank Laufen ersparen könnte.

Aber heute ist erst einmal Ruhetag. Muskelkater und so (Obwohl ich, wenn ich mir die Wettervorhersage so anschaue, besser heute noch einmal laufen sollte, bevor die nächsten Tage sintflutartiger Regen über uns hereinbrechen soll) . Und der unangenehme Fressflash, den man nach Tagen, an denen man mehr als gewöhnlich trainiert hat, manchmal entwickelt. Ich bin froh, dass ich auf der Arbeit bin und deshalb eine genau abgezirkelte Menge Essen habe. Kein „mehr“ möglich. Da meine Hauptmahlzeit auf den Abend fällt ist das dann in Ordnung. Da esse ich genug, um auch das übereifrigste Fresstierchen in meinen Muskeln zufrieden zu stellen.

Und das Video?

Tja. Kaum vorstellbar, aber bisher war der Lego-Movie völlig an mir vorbeigegangen. Zum Glück wurde diese Bildungslücke nun geschlossen. Und ich habe die ganzen bekannten Sprecher (Chris Pratt, Nick Offerman …) nicht erkannt. Ausgerechnet bei den beiden Genannten natürlich unverzeihlich. Aber ich bin nun mal kein sehr auditiver Mensch. Auf jeden Fall ein extrem schräger Film mit ziemlich wüsten Botschaften. Und ein kompletter Ausfall beim Bechdel-Test. Gerade bei Kinderfilmen finde ich das immer sehr traurig, wenn Mädchen derart unterrepräsentiert sind und nur als Sidekick/Love Interest des Hauptcharakters vorkommen dürfen. Aber immerhin hat sie eine eigene Agenda (angedeuteter Check beim Mako-Mori-Test) und darf Ideen haben, welche die Heldengruppe voranbringen (vorsichtiger Check beim Sexy-Lamp-Test). Da der Film in Sachen Repräsentation aber auch ansonsten unter jeder Hürde limbomäßig hindurchtanzt, lass ich es einfach gut sein. Der soll keinen Anspruch haben. Isso. Schade drum, denn so wenig mich Anspruchslosigkeit bei Popcornkino für Erwachsene kratzt, so sehr ärgert sie mich bei Kinderfilmen. Ich durfte mit Pippi Langstrumpf und Ronja Räubertochter großwerden. Mit Lucy, dem Schrecken der Straße und der roten Zora. Mit der wütenden kleinen My und ihrer lakonischen großen Schwester. Wo es als Rollenvorbild nicht nur die toughe Outsiderin sondern eben auch das normale Mädchen gab. Wo das Hinterfragen von Normen eher en passant geschah. Und heute? Hm.

Trotzdem ist der wunderbar hirngewaschene Song natürlich in seiner tiefen Schwärze hervorragend. Und ein Ohrwurm!

Hanteltransport und andere Sportlichkeiten

Bis vor einem halben Jahr wusste ich nicht einmal, dass Decathlon ein Sportartikelversand/laden ist. Die Firma hat zwar vor einigen Jahren bei uns im Ort eines ihrer Zentrallager errichtet und immer mal wieder das Banner „sportliche Mitarbeiter gesucht“ (ist das Fatshaming? Muss man empört sein? Just kidding) am Zaun hängen – aber irgendwie habe ich da keinerlei Schlüsse gezogen.

Erst seit ich selbst intensiv Sport mache, ist mir der Zusammenhang bewusst geworden und es begann, für mich interessant zu werden. Kommt hinzu, dass ich jeden Tag an dem Riesenklotz vorbeijogge und das verlockende Schild „Großes Lager, kleine Filiale – jedes Teil innerhalb von 30 Minuten“ (oder so ähnlich) sehe.

Und nun ist Sommer, es ist heiß und im Gym unglaublich stickig. Die Idee, die Kurzhantelübungen in die eigenen vier Wände zu verlegen, wurde immer bunter. Klar, Langhantelübungen gehen nur im Gym. Ich habe kein Reck und keine Bank und auch keinen Platz dafür. Aber das kleine Zeug … Chestflys, Reverse Flys, Kickbacks, Shoulder Press … dafür muss ich eigentlich nicht ins Gym radeln. (Unrelated: Ich habe zu einseitige Übungen. Ich muss auch mal etwas für den Rumpf machen. Ich decke viel mit den Langhantelübungen ab, aber Kurzhantel mache ich echt nur Arme und Schultern)

Deshalb sah ich mich auf der Decathlon-Website um, suchte mir ein Set heraus und war fest davon überzeugt, dass ich den Kasten doch ganz leicht auf dem Fahrad nach Hause würde transportieren können.

Denn, so mein messerscharfer Schluss, immerhin wiegt das ganze Zeug zwanzig Kilo. Ich habe dreißig Kilo abgenommen. Also kann mein Fahrrad das ja wohl prima verkraften, weil es mich auch zu Höchstzeiten klaglos getragen hat.

Und dieser Hirnfurz von jemandem, dem der Unterschied von Tot- zu Lebendgewicht allein aus dem Pferderennsport nur zu geläufig sein sollte!

Ende vom Lied: Ich bin mit dem Kasten im Fahrradkorb aufs prekärste über die Feldwege geeiert und kam fast nicht die Bahnunterführung wieder raus, weil das Gewicht so dämlich verteilt war. es fühlte sich an, als wäre mein Fahrrad kaum noch zu lenken und jede Richtungsänderung schlug extrem aus.

Aber immerhin habe ich mich nicht auf´s Gesicht gelegt und das ist doch auch etwas.

Und eins ist mal sicher – das Einkaufserlebnis war toll. Ich sah mich in der (gar nicht mal so kleinen, wie auf dem Schild behauptet) Filiale um, fand den Hantelsatz nicht, frug einen Mitarbeiter und der ließ mir das Teil aus dem Lager bringen. Was auch nur zehn Minuten dauerte und keine dreißig. Und mir Zeit gab, mich noch weiter umzusehen und fast Impulskäufe zu tätigen. Man hat nie genug Laufshorts. Nein, ich war vernünftig.

Jetzt habe ich also meine eigenen Kurzhanteln.

Trotzdem werde ich nachher ins Gym gehen.

Die Woche endet, wie sie begann

Nämlich nicht eben sehr nett. Ich fahre friedlich mit 120 auf der Autobahn fürbas, als ein Knallkopf meint, einfach so auf meine Spur ziehen zu müssen. Dummerweise sind die Gesetze der Physik nun mal dergestalt geartet, dass zwei Körper nicht denselben Punkt im Raum einnehmen können. Und weil ich nicht möchte, dass ein unaufmerksamer Idiot das trotzdem mit mir versucht, habe ich eine Vollbremsung hingelegt. Dumm für meinen Gallon-Jug, der daraufhin einmal quer durch den Innenraum flog, hart aufkam und platzte. Etwas über zwei Liter Tee verteilten sich in meinem Auto. Ich war nicht glücklich.

Jetzt muss ich mir erstens einen neuen Gallon-Jug besorgen und zweitens mein Auto irgendwie wieder trocken bekommen. Ich hoffe, dem Verursacher dieser Misere passieren heute jede Menge übler Kleinigkeiten, die ihm den Tag genauso vermiesen wie mir.

Einziger positiver Nebeneffekt: Ich muss nun für jede Tasse Wasser aufstehen und einmal durchs Gebäude latschen. Das verschafft mir Bewegung. Schadet nie.

Gestern hatte ich genug Bewegung. Gegen Abend hatte sich nämlich der Himmel zugezogen, die Sonne bratzte nicht mehr so unbarmherzig. Weshalb ich beschloss, dass das ideal zum Laufen wäre. „Ideal“ ist vermutlich etwas viel gesagt, weil es immer noch 35 Grad hatte. Aber so ohne Sonne war es zum Aushalten. Dumm war nur diese schwarze Wolkenwand.

Ich sah sie mir ein paar Minuten an und gelangte zu der Überzeugung, schneller sein zu können, als das Gewitter. Dies führte zu traumhaften Rundenzeiten und einer grundnervösen Stimmung meines eigentlich als Erholung gedachten Laufes. Und am Ende hatte ich die Gewitterfront zwar geschlagen, sie zog dann aber im letzten Moment doch nach Nordosten ab. Also völlig unnötige Hektik. Wobei Murphhy´s Law natürlich darauf beharren würde, dass das Unwetter mich in jedem Fall getroffen hätte, wäre ich langsamer gelaufen.

Jetzt endlich Wochenende. Noch einmal Arbeiten. Hoffentlich passiert nicht wieder was. Und für Samstag und Sonntag habe ich mir außer Sport und Hantelkauf gar nichts vorgenommen. Klar, zur Beziehungskonstellation gehen. Aber dort nur gammeln. Keine Unternehmungen. Einfach nur erholen. Das ist wirklich, wirklich notwendig nach dieser Woche aus der Hölle.

Essenstechnisch werde ich sehen, ob die Hitze sich fortsetzt, dann werde ich nur Quarkporridge essen.

Stiftung Flavourtest

Zunächst einmal: Die Stranger Days sind nicht wirklich besser geworden. Man erfährt nach und nach Dinge, die einem die Augenbrauen bis zum Haaransatz hochtreiben. Und man fragt sich, warum man die ganze Zeit nichts gemerkt hat. Die Anzeichen waren da.

Egal. Tempi passati. Alles wird sich zeigen.

Ich habe zwei neue Flavour von Blackline bestellt. Paenutbutter Caramel und New York Cheesecake. Ersteres ist eher … naja. Note to self: Keinen Flavour mehr mit Karamell kaufen. Die waren bisher bei keinem Hersteller auch nur ansatzweise lecker. Keine Ahnung, was da schiefläuft. Denn zuckerfreie Karamellbonbons schmecken großartig. Aber als Flavour ist das zum Davonlaufen. Kein Stück Karamell, kein Bisschen Peanutbutter. Einfach nur chemischer Bapp. Buärgs.

Entsprechend desillusioniert bin ich deshalb an den New York Cheesecake gegangen. Vor allem, als mir nach dem Öffnen der Dose ein durchdringender Parmesangeruch entgegenschlug.

Naja – ist auch ein Käse. Da kann ich mich nicht beschweren. Demnächst vielleicht auch Strawberry-Roquefort. Oder Blue-Stilton-Kirsche. Mjam-mjam. Aber ich erinnerte mich, einmal gelesen zu haben, dass man nicht nach dem direkten Geruch gehen darf. In die Trägersubstanz einrühren, etwas warten. Dann hat sich die Basis ein wenig verflüchtigt und man kann das Ganze sinnvoll beurteilen.

Und was soll ich sagen? Eine Offenbarung! In Quark lecker, in Porridge wundervoll! Kommt auf die „unbedingt wieder kaufen“-Liste, die bei Blackline immer länger wird. Bis jetzt stehen Tiny Milk Chocolate, VanillaKilla, Marzipan, Hazelnut Spread und nun auch der New York Cheesecake drauf. Fünf Varianten für Quark, Porridge, Pudding und Shake zu haben ist doch schon prima. Wenn ich wieder eine Dose leer habe, werde ich die Kokos-Variante (White Coco Ball) mal testen. Fruchtige Flavour interessieren mich nicht so sehr. Da aromatisiere ich lieber mit Originalfrüchten. Aber klebrige, cremige Süßspeisen mit wenig Kalorien sind schon eine tolle Sache.

Ich werde übrigens immer noch nicht braun, obwohl ich die ganze Zeit in Shorts und Tanktop herumlaufe. Ich bekomme nur winzige Sommersprossen. Fianna Galliard, that´s me.

Aber in diesem Satz (nicht dem Fianna-Satz. Dem zwei davor) ist etwas versteckt, was für mich ein großes Wunder ist: Shorts tragen! Ich habe seit bestimmt zehn Jahren keine kurzen Hosen mehr getragen. Ich bin zwar immer noch der Meinung, dass meine Oberschenkel – Normalgewicht hin oder her – elefantös sind (und Squats und Laufen machen es wahrscheinlich auch nicht besser, nur definierter), fühle mich aber wohl genug, Shorts anzuziehen. Ich! Shorts!

Großartig.

Strange days have found us …

Okay, gestern war der mit Abstand seltsamste Tag der letzten zehn, vielleicht sogar zwanzig Jahre meines Lebens. Und ich kann es nicht aufschreiben, weil es sonst vielleicht zu erkennbar ist und ich ja niemanden entblößen möchte. Verklausulierte Kurzfassung: Ich weiß nun, dass man Polizei und einen Notarzt braucht, um Leute gegen ihren Willen einliefern zu lassen. Obwohl es zu ihrem Besten ist.

Eigentlich eine prima Sache. Ich ziehe mal den Godwin und stelle fest, dass es in diesem Land früher mal zu einfach war, neurodiverse Menschen einfach so zu entmündigen und wegzuschaffen. Von daher – hurra für den weiteren Weg! Und ich weiß, dass wir depressiv/angstgestörten noch die „harmlosen“ Verrückten sind, weil wir einfach funktionieren, bis wir es nicht mehr tun.

Genug gesagt. Ich war abends dann noch bei Frau Schwan, weil ich mit jemandem darüber reden musste, was passiert war und ich dort eher vorbeikam als bei meinen beiden besseren Dritteln. Außerdem hat sie schon Erfahrung mit so etwas. Es war sehr hilfreich, aber ich bin trotzdem noch reichlich komisch drauf. So etwas erlebt man wirklich nicht all zu oft. Zum Glück.

Um das Adrenalin loszuwerden habe ich direkt nach der Situation Liegestütze gemacht und bin dann Laufen gegangen. Bei 36,5 Grad und Ozon bis dorthinaus. Aber das war mir egal. Ich musste mich bewegen, um klar zu kommen. Hat auch gut funktioniert, obwohl ich dann geschwitzt habe wie ein Schwein (schwitzen Schweine über die Haut? Internet sagt nein, weshalb diese Redensart Käse ist).

Ansonsten würde ich mich jetzt schräg fühlen, die Belanglosigkeiten meines restlichen Alltags gestern zu dokumentieren. Mal sehen, ob es heute normaler wird.