Hanteltransport und andere Sportlichkeiten

Bis vor einem halben Jahr wusste ich nicht einmal, dass Decathlon ein Sportartikelversand/laden ist. Die Firma hat zwar vor einigen Jahren bei uns im Ort eines ihrer Zentrallager errichtet und immer mal wieder das Banner „sportliche Mitarbeiter gesucht“ (ist das Fatshaming? Muss man empört sein? Just kidding) am Zaun hängen – aber irgendwie habe ich da keinerlei Schlüsse gezogen.

Erst seit ich selbst intensiv Sport mache, ist mir der Zusammenhang bewusst geworden und es begann, für mich interessant zu werden. Kommt hinzu, dass ich jeden Tag an dem Riesenklotz vorbeijogge und das verlockende Schild „Großes Lager, kleine Filiale – jedes Teil innerhalb von 30 Minuten“ (oder so ähnlich) sehe.

Und nun ist Sommer, es ist heiß und im Gym unglaublich stickig. Die Idee, die Kurzhantelübungen in die eigenen vier Wände zu verlegen, wurde immer bunter. Klar, Langhantelübungen gehen nur im Gym. Ich habe kein Reck und keine Bank und auch keinen Platz dafür. Aber das kleine Zeug … Chestflys, Reverse Flys, Kickbacks, Shoulder Press … dafür muss ich eigentlich nicht ins Gym radeln. (Unrelated: Ich habe zu einseitige Übungen. Ich muss auch mal etwas für den Rumpf machen. Ich decke viel mit den Langhantelübungen ab, aber Kurzhantel mache ich echt nur Arme und Schultern)

Deshalb sah ich mich auf der Decathlon-Website um, suchte mir ein Set heraus und war fest davon überzeugt, dass ich den Kasten doch ganz leicht auf dem Fahrad nach Hause würde transportieren können.

Denn, so mein messerscharfer Schluss, immerhin wiegt das ganze Zeug zwanzig Kilo. Ich habe dreißig Kilo abgenommen. Also kann mein Fahrrad das ja wohl prima verkraften, weil es mich auch zu Höchstzeiten klaglos getragen hat.

Und dieser Hirnfurz von jemandem, dem der Unterschied von Tot- zu Lebendgewicht allein aus dem Pferderennsport nur zu geläufig sein sollte!

Ende vom Lied: Ich bin mit dem Kasten im Fahrradkorb aufs prekärste über die Feldwege geeiert und kam fast nicht die Bahnunterführung wieder raus, weil das Gewicht so dämlich verteilt war. es fühlte sich an, als wäre mein Fahrrad kaum noch zu lenken und jede Richtungsänderung schlug extrem aus.

Aber immerhin habe ich mich nicht auf´s Gesicht gelegt und das ist doch auch etwas.

Und eins ist mal sicher – das Einkaufserlebnis war toll. Ich sah mich in der (gar nicht mal so kleinen, wie auf dem Schild behauptet) Filiale um, fand den Hantelsatz nicht, frug einen Mitarbeiter und der ließ mir das Teil aus dem Lager bringen. Was auch nur zehn Minuten dauerte und keine dreißig. Und mir Zeit gab, mich noch weiter umzusehen und fast Impulskäufe zu tätigen. Man hat nie genug Laufshorts. Nein, ich war vernünftig.

Jetzt habe ich also meine eigenen Kurzhanteln.

Trotzdem werde ich nachher ins Gym gehen.

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