Laufen versus die Deutsche Bahn

Gestern habe ich meine Freude an Monotonie und geregelten Abläufen unterbrochen um auszuprobieren, wie ich am besten schlechten Hundehaltern beim Joggen aus dem Weg gehen kann. Dazu stellte ich folgende Thesen auf (unbelegt aber letztendlich gibt mir der Erfolg bisher recht): Schlechte Hundehalter sind faul. Sie erziehen ihre Hunde aus Bequemlichkeit nicht, führen sie aus eben dieser Bequemlichkeit auch nicht an der Leine und machen vor allem keinen Schritt zu viel. Deshalb begegnen sie mir auch grundsätzlich nur in Stadtnähe und nicht weiter draußen im Feld. Außerdem meiden sie natürlich schlechtes Wetter. Neuralgische Punkte für Begegnungen sind deshalb stadtnahe, schattige, angenehme Wege direkt nach Regengüssen.

Fazit: Meine geliebte Allee ist genau diese Schnittmenge. Well, fuck.

Also galt es, möglichst unbequeme Alternativen zu suchen. Die fand ich in Form des Anstiegs in Richtung nächster Ortschaft. Faule Leute tun sich das nicht an und es ist auch nicht nah genug am Wohngebiet. Dumm nur, dass mir bei dieser Strecke ein halber Kilometer fehlen würde. Doch hier sprang selbstlos die Deutsche Bahn in die Bresche! Indem sie nämlich mal wieder völlig blöd- und unsinnig ewig die erste Schranke zuließ mit auf Kilometer hinaus keinem Zug in Sicht. So lange, bis mir (und mehreren Autofahrern) der Geduldsfaden riss. Ich drehte um und nahm eine Strecke, die eigentlich aus der Allee erwächst und deshalb problematisch sein könnte, andererseits aber nicht angenehm schattig ist und auch wieder zu weit vom Wohngebiet entfernt, um den schlechten Hundehaltern bequem zu sein.

Bedeutet zwar, dass ich anderthalb Kilometer doppelt laufe (was mir nicht so gut gefällt. Monotonie ist toll aber nur von Tag zu Tag, nicht innerhalb eines Tages. Ja, nicht erklärbar), gibt mir aber anderseits gleich zwei Anstiege und von daher einen besseren Trainingseffekt. Kommt streckenmäßig bis auf hundert Meter an meine normale Runde heran und wird deshalb testweise ins Repertoire aufgenommen. Und das Beste: Keine einzige Hundebegegnung! Wobei natürlich gestern auch durchgehend gutes Wetter war, was die schlechten Hundehalter etwas entzerrt. Die sind ja wie Regenwürmer und kommen raus, sobald es keinen Niederschlag mehr hat.

Eigentlich wollte ich heute einen trainingsfreien Tag einlegen. Da sich aber T. für heute Abend zum Grillen angekündigt hat und Grillkäse mitbringen wird, dessen Fettmenge eine Eskimofamilie vor Freude zum Tanzen bringen würde, werde ich mal sehen, ob ich nicht doch noch eine Runde drehe. Ich habe schon mein Mittagessen reduziert. Denn ich habe vor, nicht nur Käse, sondern auch Brot mit Butter und zum Nachtisch Schokolade zu essen. I run because I really like to eat! Stimmt wirklich auffallend!

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3 Kommentare

  1. Und wenn sie die Hunde an der Leine haben, dann an einer sehr langen. Das Gassigehen hat sie direkt erschöpft, so dass sie nicht mehr die Kraft haben, die Leine kürzer zu ziehen, selbst dann nicht, wenn der mit Schmodder vollgesaute Hund im Begriff ist, die Läuferin anzuspringen. Auch dann noch nicht, wenn der Hund die Läuferin tatsächlich anspringt. Null Reaktion, nur blöd glotzen. Die Leine war so lang, dass ich nicht mal die Chance hatte, mich davor zu bewahren. Schon auch, weil zu der Seite hin ein Graben verläuft. Muss man wohl nicht verstehen.
    (Habe mir heute eine Lizza gekauft – die wartet nun auf den Einsatz. Bin gespannt.)

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      1. Oh das ist so wahr.. mich hat nen Hund letztens (unangeleint) ziemlich fies angeknurrt und sich mir in den Weg gestellt, ohne dass ich irgendwas gesagt hätte oder so. Der Besitzer nur: Der ist sonst nicht so, den macht die Hitze nur völlig fertig. W.T.F?

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