Ach watt, Leben!, Training

Mehr Bodyweight, weniger Menschkontakte

Es ist immer das Gleiche … sobald es mir seelisch weniger gut geht, ziehe ich mich zurück. Daran konnte keine Verhaltenstherapie der Welt bisher etwas ändern. Einzig die Frequenz und Amplitude des „weniger gut“ hat sich geändert und ist erträglicher geworden. Keine Ahnung, ob es überhaupt möglich ist, eine Depression und Angststörungen je komplett zu heilen. Denn wenn der Spaß tatsächlich eine Fehlfunktion im Hirnstoffwechsel ist, muss es ja genetisch sein und deshalb ursächlich wohl kaum mit freundlichen Achtsamkeitsübungen zu vertreiben (ich simplifiziere bewusst).

Auf jeden Fall gruselt mich in solchen Phasen die Aussicht, im Gym auf kommunikative, gut gelaunte Menschen zu treffen und mich im Extremfall sogar mit ihnen auseinandersetzen zu müssen, weil sie ein Gerät belegen und ich darauf warten muss. Soopahcreeepy. Geht gerade gar nicht.

Weshalb ich den einfachen Weg gewählt habe und im Moment nur noch für mich allein Sport mache. Bodyweight. Und Hanteln.

Es ist immer ein guter Indikator für meinen Gemütszustand. Ich fange meistens schon an, auf Prison Workout- oder „Welche Kurzhantelübung für welche Partie …“-Seiten zu landen, lange bevor ich aktiv merke, dass es mir seelisch schlechter geht. Wenn ich mir Preise für Springseile und Hantelbänke ansehe, ist dann eigentlich alles klar und der Käse gegessen.

Aber im Ernst. Ich möchte schon lange ein Sofa rauswerfen und stattdessen eine Hantelbank stellen. Dumm nur, dass es so ein Aufwand ist, diese beschissenen Riesensofas, die ich nie haben wollte, die aber von einer früheren Beziehung einfach dagelassen wurden, aus der Wohnung zu bekommen. Irgendwann zersäge ich die Monster einfach.

Und ansonsten bleibt es derzeit bei Laufen (heute vielleicht … ich sollte noch pausieren, weiß aber nicht, ob ich das schaffe), Bench Dips zwischen Schreibtisch und Stuhl (nicht so gefährlich, wie es sich anhört, da der Abstand zur Wand perfekt ist und der Stuhl deshalb nicht wegrollen kann), Kickbacks, Skull Crushers und dergleichen. Wozu ich dann aber jeden Monat so viel fürs Gym bezahle, ist natürlich rätselhaft.

Vermutlich weil ich immer wieder hoffe, irgendwann „normal“ sein zu können. Letzten Winter hat es ja auch geklappt. Zwar haben mich die Leute dort allein durch Anwesenheit maximal angekäst – aber ich bin trotzdem hin! Schaffe ich derzeit nicht.

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