Monat: August 2017

Niederschwellig stressende Hormone

Wolftattoo_Ruecken_WiP

Tattooentwurf schreitet voran.

Ich kenne die typischen PMS-Symptome ja nur vom Hörensagen, genau wie mir Regelschmerzen fast völlig fremd sind – wenigstens ein Vorteil von PCOS! Na gut, mit dem verstärkten Muskelwachstum sogar zwei. Wie man nicht immer mehr tolle Sachen an einem Gendefekt finden kann!

Auf jeden Fall bin ich in der letzten Zykluswoche weder gereizt noch anderweitig emotional. Stattdessen könnte ich einfach mal ein halbes Schwein auf Toast fressen.

Ich habe nämlich Hunger. Oder Appetit. Eine Mischung aus beidem und sehr, sehr ungut! Vielleicht mit ein Grund, warum ich damals dick geworden bin – weil ich diese Signale einfach unreflektiert angenommen und ihnen nachgegeben habe. Dabei kann man rein rational an die Sache herangehen: Ich esse exakt so viel wie immer. Ist nachvollziehbar, da in der MyFitnessPal-App aufgeschrieben. Es geht also genau so viel rein wie immer und sollte deshalb reichen, mich problemlos am Laufen zu halten. Bis auf ein tägliches Defizit von 300 bis 400 Kalorien, damit ich an den Wochenenden nicht zählen muss – was diese Woche wichtig ist, da wir am Freitag mit Schwiegers1 essen gehen werden. Gut bürgerlich. Also für die Vegetarierin entweder Tiefkühl-Gemüseteller oder Nudeln. Und beides mit Sahnesoße. Das ist Gesetz. Habe ich kein Problem damit, weil ich sicherlich kein Geschiss machen werde, wenn die Schwiegers1 Zeit mit uns verbringen möchten und nun mal ein Lokal aussuchen, das für sie großartig ist. Bleibt aber die Tatsache, dass ich dafür definitiv Kalorien sparen muss, da weder Nudeln noch Sahnesoße besonders budgetfreundlich daherkommen. Und auch nur ungenügend Makros liefern. Und ich Nachtisch essen werde. Pudding oder Eis.

Zurück zum Thema. Denn normalerweise merke ich ein so geringes tägliches Defizit gar nicht. Ich kann sparen, mit Sport obendrauf satteln und trotzdem am späten Vormittag – gegen Ende meines Fastenfensters – nicht besonders hungrig sein. Aber in dieser Woche ist es immer grausam. Ich wache schon hungrig auf. Gut, das meiste davon ist natürlich falsch interpretiertes Durstsignal … aber trotzdem. Es zieht sich hin. Und nicht mal mit Koffein (also Kaffee oder grünem Tee) kann ich wirklich etwas dagegen ausrichten. Ich denke dann viel zu oft ans essen und fühle mich davon belästigt.

Hormone sind wirklich nichts für Weicheier! (Idgie hat dazu übrigens etwas in ihrem Blog)

Was absurderweise hilft, ist sich mit dem Essen der nächsten Tage zu beschäftigen. Vorzuplanen. Sich auf Dinge zu freuen und dergleichen. Derzeit habe ich fest vor, am Samstag nach dem Gym (das Wetter läuft wohl darauf hinaus, dass es Samstag vermutlich zu schlecht für eine Radtour ist – also Samstag Gym, Sonntag Laufen und Fahrradfahren) zum Asia Markt zu fahren und mir nicht nur die Shirataki für nächste Woche, sondern auch wieder köstliche pürierte Kokosnuss zu holen. Ja, das ist eine Kalorienbombe – aber im Vergleich zu „echten“ Nussmußen ein Schnäppchen (fast 200 Kalorien weniger als Erdnuss zum Beispiel). Die werde ich dann nach und nach pur verzehren und weil ich Kokos so sehr liebe, ist es auch absolut ungesüßt das Mana der Götter.

Für heute Abend erhoffe ich mir mal trockenes Wetter. Ich konnte gestern nicht laufen, möchte aber heute und morgen schon ganz gerne mit dem Training fortfahren. Nicht nur mit der Aussicht auf die gutbürgerliche Pastahölle (nein, das ist kein Genörgel, eher gelassene Mini-Pissnelkigkeit), sondern auch, damit ich wieder gut Ausdauer aufbauen kann, die in den letzten Wochen doch zügig reduziert wurde.

Advertisements

Monstergesicht und Monsterbrüste!

Endless desert

Bevor ich abgenommen habe, war mein Trost „bist zwar dick – aber wenigstens haste große Brüste!“. Im Nachhinein gesehen ein schwacher Trost und auch vom damaligen Standpunkt fand ich die Dinger eigentlich doch a) störend bei vielen Dingen, b) gar nicht mal so ästhetisch und c) ist Frontlastigkeit bei kleinen Frauen wirklich nichts, was man haben möchte.

Mit den Kilos gingen auch die Brüste und zunächst waren die Reste eine so verdammt traurige Angelegenheit, dass es einer Sau hätte grausen mögen. Hautlappen wie in so einem Dokumentarfilm über Naturvölker. Ich verfluchte mein Schicksal, wollte aber definitiv nicht wieder zunehmen und immer nur mit Killer-BH in voller Montur herumlaufen schien mir auch nicht verlockend. Was also tun? Initiative ergreifen!

Ich legte mir eine Massagebürste zu, kaufte mir Shea-Butter und Kollagen zum Supplementieren und besaß schon einen Massage-Waschhandschuh. Ab da wurde zurückgebildet! Jeden Tag morgendliches Trockenbürsten, jedes Mal Wechselduschen und Massage und immer wieder eincremen, bis ich mich permanent wie ein eingefettetes Ferkel gefühlt habe. Kommt hinzu, dass ich eine sehr nörgelige Haut habe, die nur die Zustände „schuppig-trocken“ und „Pickel weil zu viel Fett“ kennt. Aber meine Brüste waren mir ein paar Pickel wert.

Und tatsächlich … es beginnt sich auszuzahlen! Nicht nur, dass ich nun endlich eine vernünftige Körbchengröße (70 C) habe, nein – sie haben auch ihre Hautlappigkeit abgelegt und sich zurückgebildet! Es ist noch nicht wieder perfekt – aber ehrlich gesagt war es das auch noch nie. Mal sehen, wie viel ich noch herausholen kann. Ich rechne dabei auch in Monaten und nicht in Wochen. Die bisherige Entwicklung lässt mich jedenfalls frohen Mutes sein!

Und das Monstergesicht? Damit habe ich mich gestern nach dem Laufen selbst erschreckt, als ich nach Hause kam, ins Bad ging und in den Spiegel gesehen habe. Knallrot, Adern an den Schläfen sichtbar und schweißnass. Klar – 34 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit können so etwas anrichten. Vor allem, wenn man sich erst trainingsmäßig wieder auf Stand bringen muss. Lief gestern aber schon wieder besser als vorgestern. Immer noch keine berauschenden Zeiten aber es wird wieder! Bodyweight und Hanteln klappen auch ganz gut, wenn auch natürlich auf niedrigerem Niveau als vor der Zwangspause. Und das Beste: Meiner Kalkschulter scheint es völlig egal zu sein, ob ich trainiere oder nicht! Sie tut weiterhin völlig unberechenbar manchmal weh und manchmal nicht. Willkommen im Land der chronischen Schmerzpatienten. Den Gang links und jeder nur ein Kreuz bitte.

Falls es sich verschlechtern sollte, rede ich nochmal mit dem Orthopäden über diese Sonarzertrümmerung. Aber bis dahin klingt mir das zu gruselig, um es in Erwägung zu ziehen.

Heute laufe ich nicht, weil ich abends Frau Schwan besuche. Da gehen wir zwar spazieren, aber die paar Kilometer reißen nicht groß was raus. Vor allem, da sie meistens langsamer geht, als ich es gern möchte. Ist eben jeder anders in seinem Marschtempo!

Schade drum, weil die Wetterberichte (und unser IT-Heimer) einhellig das Ende der warmen und trockenen Tage für heute Abend festgesetzt haben … aber mal sehen! Ich bin im Frühling schließlich auch bei schlechterem Wetter gelaufen und im Moment nur verwöhnt. Muss man positiv sehen: Zu kalt für ein weiteres Monstergesicht!

Puh, anstrengend! Und: watch out for Nerdstuff!

High Artisan

Seit gestern habe ich wieder mit dem Training angefangen. Falls man das Radfahren nicht mitzählen möchte – was sinnvoll ist, da ich mit dem Fahrrad weniger danach strebe „besser“ zu werden, sondern nur durch die Gegend rasen und Dinge betrachten möchte. Beim Radfahren will ich, anders als beim Joggen, immer etwas Neues sehen. Wenn ich Laufen gehe dann jedes Mal die gleiche Strecke zur gleichen Zeit. Dann kann ich mich ganz darauf konzentrieren, wie ich atme, wie ich meine Füße aufsetze oder wie sich meine Schrittlänge gestaltet. Soll heißen: Egal wie anstrengend, Fahrradfahren „gildet nich“. Also, nur in meiner speziellen Situation. Für jeden anderen gildet das nämlich woll!

Jedenfalls – Trainingseinstieg. Ich bin es langsam angegangen. Drei Sätze Bench Dips und meine normale Laufrunde in „schaffbarer Geschwindigkeit“, was in diesem Fall „Rundenzeiten zwischen 5:20 und 5:30“ bedeutete. Und ich sach mal … alter Schlappen, das war anstrengend! Es ist ganz und gar unglaublich, wie schnell der Körper Muskeln und Ausdauer wieder zurückfährt! Keine ganzen drei Wochen und ich war von diesem Bisschen schon völlig platt. Ich hoffe, das gibt sich bald wieder. Diese Woche kann ich heute noch laufen, dann ist zuverlässig ekliges Wetter vorhergesagt – zumindest bis zum Wochenende. Ich versuche, heute, Freitag und Samstag zu laufen. Sonntag dann wieder eine Radtour, falls das Wetter mitspielt. Dazwischen Hanteltraining und Bodyweight. Irgendwann möchte ich auch mal wieder ins Gym. Das könnte ich etwas umsortieren. Samstags Radtour und laufen, sonntags laufen und Gym. Mal sehen!

Essenstechnisch bin ich mit den Pfifferlingen sehr zufrieden. Die haben einen sehr kräftigen Geschmack, der sich prima mit Kürbis ergänzt. Da kann ich sogar meinen Handkäse dazu essen, ohne dass sich alles gegenseitig erschlägt. Gefällt mir!

Jetzt habe ich noch eine Portion Chili eingefroren und weiß gar nicht, wann ich die essen soll. Ganz davon ab, dass es zwar lecker war, mich aber nicht so zuverlässig satt gemacht hat wie mein „normales“ Essen. Irgendwie brauche ich tatsächlich viel tierisches Eiweiß, um mich gut und kräftig zu fühlen. Pflanzliches allein reicht da anscheinend nicht aus.

Heute Abend also wieder einen Handkäse dazu. Sechzig Gramm Protein. So muss das sein, wenn man sich wieder hochtrainiert!

Forest without warmth Und danach vorm Computer versacken und sich mal den Black Dragon Viewer genauer ansehen. Den habe ich für Second Life schon sehr lange nicht mehr verwendet, weil sein Entwickler eine anstrengende Persönlichkeit ist.

Second Life kann man nämlich mit verschiedenen „Programmen“ (sie heißen „Viewer“) spielen. Entweder mit dem offiziellen Linden Viewer oder mit dem Firestorm oder dem Black Dragon oder zig anderen. Jeder hat eine andere Oberfläche und andere Schwerpunkte. Perfekte Möglichkeiten genau das zu finden, was man mag.
Demon on the roof
Ich habe jetzt lange Zeit wieder den Firestorm benutzt. Der ist so ein bisschen das Schweizer Taschenmesser unter den Viewern. Kann alles, ist sehr nützlich aber eben in nichts wirklich herausragend.

Das, was ich in Second Life am Liebsten mache, ist Rollenspiel und Fotografieren. Second Life ist vollgestopft mit den wundervollsten und bizarrsten Landschaften (hier kann man ein paar davon betrachten – unbedingt angucken!), die einem immer wieder eine Verbeugung vor der Kreativität der Spieler abnötigen, die das Alles schließlich von Grund auf gebastelt haben.

Jedenfalls ist der Black Dragon gut zum Fotografieren geeignet. Er hat sehr viele Gadgets und Einstellungsmöglichkeiten … wenn da nicht der unberechenbare Entwickler und die unintuitive Handhabung wären. Aber leider macht die aktuelle Version des Firestorm bei manchen Leuten Zicken, wenn sie gleichzeitig Skype aufhaben. Und dummerweise bin ich wohl eine Teilmenge von „manche Leute“, da ich in den letzten Tagen immer mal wieder plötzliche, ungewollte Neustarts hatte. Also habe ich mir den aktuellen Black Dragon gezogen, kämpfe mich durch das nicht gerade einfacher gewordene Handling und erfreue mich am recht neu eingebauten Poser-Menü, mit dem man die eigene Spielfigur verbiegen kann wie eine Gliederpuppe. Ideal für Fotos, wenn man nicht die passende Pose zur Hand hat!

Was ich sagen will: Second Life ist toll. Second Life ist reine Kreativität. Second Life kann optisch der volle Knaller weit oberhalb handelsüblicher Spiele sein. Second Life hat seinen schlechten Ruf nicht ungerechtfertigt – es ist ab 18. Definitiv. Absolut. Und das ist gut so! Eine freie Spielfläche ohne Gedankenpolizei! Ohne Kindersicherung und ohne Netz und doppelten Boden. Erwachsenenunterhaltung im besten Sinne – was sich auch am Altersschnitt zeigt, der deutlich höher liegt als bei normalen MMOs. Und es kostet nichts. Free to play.

Just sayin’! Just Werbung-machin`!

Die Culinary Diversity-Wölfe stöbern Seltenheiten auf. Teil fünf: Pfifferlinge

Druck

Ich könnte auch das – übrigens sehr, sehr gelungene – Chili als „Seltenheit“ zählen – aber Pfifferlinge erschienen mir irgendwie geeigneter. Die habe ich am Freitag spontan mitgenommen und in meinem Gemüse-Mealprep verwurstet. Ich bin gespannt, wie sie schmecken! Ich hatte schon so lange keine Pfifferlinge mehr, dass ich mich nur noch an ihre Textur aber an keinerlei Geschmack erinnere. Zusammen mit dem Kürbis ist das auf jeden Fall eine echt frühherbstliche Sache!

Überhaupt kommt es mir im Moment so vor, als würde ich langsam vom Sommer Abschied nehmen. Obwohl draußen schwüle dreißig Grad sind, liegt irgendetwas von Abschied und Veränderung in der Luft. Hübsch melancholisch. Ganz deutlich habe ich es gestern bei der Fahrradtour gemerkt. Da lag um kurz vor acht noch Nebel und Tau über den Feldern. Romantisch. Man hat bei Vielem das Gefühl von „letztem Mal“. Das letzte Mal mit kurzen Hosen unterwegs. Das letzte Mal ohne Jacke Radfahren. Das letzte Mal keine Gedanken ums Wetter machen. Das letzte Mal Sonnencreme …

Morgendliche Radtour. Im Hintergrund ganz unspektakulär die größte Binnendüne Europas. #Radtour #Biking

A post shared by B.S. (@pinkpointypony) on

Ja, noch eine Radtour … weil ich schließlich ganz, ganz unbedingt den Tacho testen wollte! Ich bin etwas über vierzig Kilometer gefahren, hatte trotz Ampeln, Holperwegen und ständigem Langsammachen, um keine Hundegassigeher umzumähen, einen Schnitt von 17,4 km/h mit Spitze 28. Gar nicht so übel dafür, dass mir die Tour vom Samstag noch in den Knochen steckte!

Und ziemlich beknackt dafür, dass ich dieses Wochenende zur Erholung von Krankheit und Unwohlsein nutzen wollte. Weil Radfahren ja nicht so anstrengend ist … ja, vielleicht wenn man nach dem „einmal treten, fünfzig Meter rollen“-Prinzip vorgeht! Ansonsten ist es eine Freizeit-Ausdauersportart wie alle anderen. Na, egal. Es macht mir Spaß. Ich liebe es, die Umgebung zu erkunden, Seiten von Ortschaften kennenzulernen, die man vom Auto aus nie sieht und über lange, wunderschöne Feld- und Waldwege zu gurken. Die Ausschilderung der Radwege sendet mixed messages. Zum großen Teil ist sie perfekt. Man findet sich so gut zurecht wie mit dem Auto. Aber dann, sobald man sich in trügerischer Sicherheit wiegt, bricht jegliche Beschilderung urplötzlich ab und man steht an einer Kreuzung von fünf Straßen mitten in einem Dorf und denkt sich „und nu?“. Ich mache es dann so, dass ich einfach so lange geradeaus weiterfahre, bis ich auf eine Bundes- oder Kreisstraße treffe. Von dort aus findet man entweder wieder Radwegschilder oder fährt dann eben wie mit dem Auto. Letzteres mag ich aber nicht, da ich wenig Freude daran habe, ständig auf freiem Feld mit hundert Sachen von LKWs überholt zu werden. Ist irgendwie ein wenig unangenehm! Ich frage mich, wer für die überörtliche Radwegbeschilderung verantwortlich ist … dann würde ich nämlich mal anfangen, mit dem Handy Fotos von fehlender Beschilderung zu machen und die den entsprechenden Behörden zur Verfügung stellen, damit da mal nachgewegweist wird und auch Ortsunkundige sich nicht mehr völlig verirren.

Diese Woche geht es aber vom Rad wieder auf die Schuhe. Laufen ist angesagt! Und Hanteltraining! Heute ein paar Sätze Bench Dips, Glute Bridges, Hammer Curls, Bicep Curls und ganz vielleicht auch ein paar Trizepsübungen. Obwohl ich vor denen eine irrationale Angst entwickelt habe. Dämliche Kalkschulter!

Auf jeden Fall wieder Normalität. Fahrradfahren dann erst wieder – je nach Wetterlage – am nächsten Samstag. Der landwirtschaftliche Wetterdienst sagt für Samstag bisher kühl und wolkig voraus. Klingt schon mal brauchbar. Aber fünf Tage im Voraus sind Wetterberichte ja eher Vogelschau und Eingeweidelesen. Ich warte mal ab. Gelegenheiten, sich zu bewegen, gibt es genug.

Einmal um den Erdkreis

Birdy told me ...

… so kam es mir zumindest vor!

Drei Stunden Netto-Fahrzeit. Dabei habe ich es zwar nicht geschafft, zum Speyrer Dom zu fahren, da mich eine Panikattacke (danke, Hirn … nicht) mitten auf der Rheinbrücke zum Umkehren zwang, aber ich habe dafür eine große Runde um alle Dörfer und Kleinstädte gedreht, die so auf dem Weg lagen. Manche davon unfreiwillig, da Strecken gesperrt und die Ausschilderung für Fahrradfahrer eher sparsam war.

Auf jeden Fall bin ich um acht Uhr losgezogen, habe zwischendurch sogar eine gute Tat vollbracht, in dem ich einem älteren Herrn, der mit dem Fahrrad vom Rheinland (seinem Dialekt nach) bis zum Bodensee fahren wollte, den Radweg ins nächste Kaff gezeigt habe und bin am Ende der Tour bei meinen Eltern vorbei, um zusammen mit der Vatereinheit den Tacho zu montieren.

Klar, einen Fahrradtacho erst nach der großen Tour anzuschrauben ist nicht ganz so sinnvoll, aber ich wollte die Leute nicht schon um acht Uhr morgens belästigen.

Jedenfalls läuft das Ding und ich werde es heute – weil ich statt meines „normalen“ Sports lieber nochmal eine längere Radtour machen wollte, um mich noch ein bisschen zu schonen – mal auf Herz und Nieren testen. „Schonen“ ist einerseits relativ, weil das doch ganz schön anstrengend sein kann (auch wenn meine Durchschnittsgeschwindigkeit laut Tacho nur so zwischen 18 und 20 km/h pendelt. Meistens so 19,4), aber es ist halt nicht so punktuell wie Laufen und Krafttraining.

Und ich habe von Physik keine Ahnung. So sehr ich auch mein Hirn anstrenge, komme ich nicht drauf, wie viel länger (zeitmäßig) ich radfahren als joggen muss, um mich gleichviel anzustrengen. Man braucht weniger Energie für die gleiche Strecke, das ist klar. Aber eine halbe Stunde radfahren, die mich doppelt so weit bringt, kommt mir auch deutlich harmloser vor als eine halbe Stunde joggen. Ich bin verwirrt.

Die gestrige Tour endete dann kurz vor eins beim Asia Markt, wo ich für die Rückkunft der verrückten Kollegin Mochi (die sie gern isst) als Geschenk besorgt habe.

Den Rest des Tages verbrachte ich mit gammeln, spielen, Mittagsschlaf halten und am Abend erst Grüne Bohnen mit Tofubällchen und dann Eis essen. Durch die ganze Strampelei hatte ich fast schon allein an diesem Tag genug Kalorien angesammelt, um das Eis zu verzehren. Was bedeutet, dass ich einen positiven Übertrag in die Sammlung für nächste Woche mitnehmen kann, wenn die Sparerei auf das Essen mit J1 und D. losgeht!

Scheint bisher ganz gut zu klappen, unter der Woche spartanisch zu leben, um mich dann am Wochenende ungestraft in großen Mengen Futter wälzen zu können. Klar, man muss trotzdem auch Samstags die Dinge im Auge behalten – aber im Vergleich zu früher ist das ja einfach.

Heute Abend koche ich Chili für heute und morgen vor. Ich komme auf komfortable 557 Kalorien pro Portion (Shiratakireis schon eingeschlossen, aber der ist ja pillepalle), muss also heute tatsächlich noch etwas sportmäßig tun, um ein gutes Defizit anzusparen. Schon schräg. Ich esse ja eigentlich Erhaltung … und nehme auch nicht ab … trotzdem habe ich an fünf von sieben Tagen ein Defizit.

Chili – Hurra!

Und für nächste Woche wird auch ge-mealprepped. Kürbisgemüse mit Paprika und Pilzen.

Inneres und äußeres Aufräumen – mal wieder!

Artificer's Mind
Ich liebe es, Dinge wegzuwerfen. Ich mag Klarheit, offene Räume und die Abwesenheit von visuellem Müll. Ziergegenstände sind mir unverständlich, wenn ich auch zwei Kerzenständer und den Speckstein-Minotaurus besitze. Ginge es nach mir, würde ich ein einer kahlen Wohnung mit Bett, Computertisch, Bad und Küche wohnen. Aber irgendwie war das bisher nicht wirklich möglich. Ich habe immer mit jemandem zusammengewohnt. Und nie wurde meine Leidenschaft für „wenig“ geteilt. Und jedes Mal, wenn der Mitbewohner auszog, blieb Zeug zurück. Weil ich nicht gut „nein“ sagen kann und eine Niete im Abgrenzen bin.

Aber jetzt sind die Karten neu gemischt! Ich habe in den letzten anderthalb Jahren mein Leben so verändert, dass ich mich darin wohlfühle (Huhn oder Ei? Das Abnehmen, die Therapie, neue Beziehung … alles Auslöser und Resultat zugleich). Ich bin nicht euphorisch oder den ganzen Tag darüber von den Socken – aber ich bin damit zufrieden. Und vor allem: Ich wohne allein und habe nicht vor, das zu ändern. Living Apart Together. Läuft. Ist perfekt für uns.

Derzeit bin ich im stetigen Prozess, meinen Besitz zu verringern. Ich habe die Hälfte meiner Bücher verschenkt (es gibt Ebooks, die nehmen keinen Platz weg), Unmengen von Gerümpel („Das hat doch Erinnerungswert!“ – „Nein, hat es nicht. Die Erinnerung hat Wert“) weggeworfen und bin dabei, immer mehr unnötige Möbel zu entfernen.

Gestern gingen ein Sofa und die Hälfte des Schreibtischs. Ich werde dann drei Regale aus dem Wohnzimmer ins Arbeitszimmer stellen und Platz für eine Hantelbank gewinnen. Die ist dann zwar eine Addition – aber im Vergleich zum vorherigen Sofa definitiv eine Verbesserung! Und sie ist auch noch ein wenig Zukunftsmusik, da ich im Moment eigentlich nur für Bench Dips wirklich ein stabiles Sitzteil bräuchte. Und die kann ich auch am Bett mit den Füßen auf meinem Computerhocker machen. Der Rest meiner Hantel/Bodyweightsachen benötigt nur meine Yogamatte. Vor allem, wenn ich die Trizepsübungen zugunsten der Bizepsübungen etwas abflachen lasse, weil die blöde Kalkschulter sonst sofort jammernd in entzündlicher Divenhaftigkeit entflammt.

Das nächste große Projekt wird das Aufräumen meiner Abstellkammer. Bei der schwebt mir nämlich vor, sie zu renovieren und zu einem begehbaren Kleiderschrank zu machen. Dann könnte ich auch noch den Schrank im Schlafzimmer wegwerfen! Aber wenn schon die Hantelbank noch in der Zukunft liegt, ist dieses Projekt mit einem großen „2018 oder so“ versehen. Genau wie die Renovierung der Böden. Und der Küche. Argh. Das artet langsam schon im Planungsstadium in Arbeit aus!

Kurzfristigere Planung für dieses Wochenende: Eine lange Radtour (nun wohl doch eher nach Speyer. Ich liebe den Dom so sehr), Eis essen, Chili vorkochen, eine Isolierkanne kaufen (eine richtige Kaffeekanne, keine Thermoskanne. Die soll schon mindestens einen Liter fassen). Und endlich gesundwerden. Vielleicht am Sonntag schon wieder trainieren? Und zu meinen Eltern und mir von meinem Vater den neu erworbenen Tacho ans Fahrrad schrauben lassen. Das muss ich gut timen, da nur ein kurzes Zeitfenster zwischen „wurstelt auf dem Hof“ und „guckt Formel Eins“ besteht. Und dann kann ich mal sehen, ob die Radaranlage in Edingen, durch die ich gefahren bin, recht hatte und ich eine normale Fahrgeschwindigkeit zwischen 21 und 25 Km/h habe. Kommt mir für gemütliches Radeln etwas hoch gegriffen vor. Und vermutlich sind diese „Sie fahren XX Km/h“-Schilder am Straßenrand auch kein allzu verlässlicher Indikator. Deshalb: Tacho!

Ongoing project: Die Gewöhnung an Grüntee. Keine Ahnung, warum ich damit gerade Kaffee substituieren möchte. War eine spontane Eingebung beim Einkaufen. Impulskauf am Teeregal. Klappt aber. Schmeckt mir, wenn ich gut Mandelmilch und etwas Stevia reinhaue. Hat für Puristen dann vermutlich so wenig mit Tee zu tun wie mein Kaffeedarsteller für die Waldnymphe mit dem guten, schwarzen Nektar. Aber ist mir wumpe – Hauptsache anregende Wirkung und feiner Geschmack (für mich).

Die schärfsten Kritiker der Elche … Oder: Bodyimage und Chili

Maelstrom of time
Gestern war ich im Prollo-Kaufland, um mir gefrorene Bohnen (danke, Mrs. Flummi!), Handkäse und grünen Tee zu kaufen (typischer Einkauf der Champions. Oder so). Und dabei fiel mir meine missgünstige Grundhaltung auf. Früher waren mir dicke Menschen völlig egal. Habe ich gar nicht wahrgenommen. Grundrauschen beim Rausgehen. Völlig normal. Heute vergleiche ich. Und zwar nicht „bin ich auch so dick?“, sondern „war ich auch so dick?“. Es ist, als würde mir das Bild meines früheren Körpers langsam entgleiten und ich würde eine Art nickligen Eifer entwickeln, mir das ehemalige Desaster immer wieder vor Augen zu führen. So etwas kann nicht besonders gesund sein. Dass es den anderen Leuten gegenüber low key-gemein ist, kommt hinzu. Wobei ich es ja niemandem sage. „Guten Tag, mein Name ist MME Graphisme, ich war auch mal so dick wie Sie. Oder fast. Oder etwas mehr. Ich bin unsicher. Wie viel wiegen Sie?“. Aber gut für Seelenhygiene und Karma ist es nicht.

Ich muss an meinem Bodyimage arbeiten. Sollte ich sowieso, nachdem ich so sehr über „coming out as fat“ gezürnt habe. Der neueste Schwachsinn, mit dem sich die Fat Activists bei den Oppression Olympics bessere Startplätze sichern möchten. „Seht her, wir sind so schlimm dran wie die queere Community! Aber wir sind mutig und outen uns jetzt als fett!“. Alter … „coming out“ beinhaltet doch schon, dass man das erstens jemand anderem gegenüber tut und es zweitens etwas ist, das vorher nur innerlich war. Und ich kann’s mir auch lebhaft vorstellen. Ist bestimmt so schwierig wie für G., der seinem hochaggressiven Vater als Teenager gestand, schwul zu sein. Oder als ich meine Freundin zum Geburtstag meiner Mutter mitbrachte. Oder als H. ihren Job beim Bund verlor, weil sie trans ist (mittlerweile ist das ja besser geworden. Zum Glück!). Aber klar – „Mutti, ich habe etwas Wichtiges zu sagen: Ich bin fett!“ spielt sicher in der gleichen Liga. Besonders, weil man in vielen Ländern ja auch noch dafür verfolgt wird und in Russland als Übergewichtiger keinen Führerschein machen darf, weil das als Geisteskrankheit gilt. Äh. Nicht.

Es ist wirklich wie überall – die Extremisten sind am sichtbarsten und schaden der Sache am Meisten. Und ich als Ciswhite Ablebodied Shitlord gehe jetzt besser meine Privilegien checken, ne?

Aber ich sollte vor der eigenen Tür kehren und erstmal daran arbeiten, mit mir selbst zurecht zu kommen. Das ist Arbeit genug, bei meiner ganzen Paranoia bezüglich Nahrung und Bewegung! Für’s Wochenende habe ich mir wieder viel von Beidem vorgenommen. Wieder ein Eis für mich, dafür dann die gestern, heute und morgen gesparten Kalorien (werden etwa tausend zusammenkommen) plus einer Radtour in die große Stadt (ungefähr 500 Kalorien) und alles ist gut. Richtig trainieren kann ich immer noch nicht, da die Erkältung sich hinzieht. Das nervt. Ohne Sport werde ich grantig, ungesellig und nach und nach immer unausstehlicher (Nein! – Doch! – Oh!)

Und dann die Sache mit dem Chili … Ich glaube, ich werde das Ganze mit 500 Gramm passierten Tomaten und 300 Gramm Zucchini strecken und auf zweimal essen. Das sind dann knapp 500 Kalorien pro Portion. Zwar immer noch etwa 50 mehr, als ein „normales“ Abendessen, aber das ist verkraftbar. Hey – Chili!

Zählt definitiv für die Culinary Diversity-Wölfe.

Was auch zählen könnte ist mein Grüner-Tee-Experiment. Statt meines Kaffeedarstellers habe ich mir heute den allenthalben schwer gelobten grünen Tee mit in die Firma genommen. Wie im Internet gelesen zweieinhalb Minuten ziehen lassen, damit er anregend wirkt (scheint zu klappen) und meine übliche Menge an Flavour, Mandelmilch und Süßstoff reingekippt. Und ich gebe zu … ich habe das mit den Bitterstoffen überschätzt. Verträgt durchaus etwas weniger Süße. Dass ich so etwas mal sagen würde! Vermutlich tötet all’ das Stevia sowieso jeden positiven Effekt des Tees. Lernkurve huuuiii!