Darf man sich auf Süßigkeiten freuen?

Have you ever ...

… oder ist das schon wieder ein gestörtes Verhältnis zu Essen? Immerhin mache ich um mein normales Essen, all´die Gemüsepfannen und Tofuteile, den Porridge und das Obst, kein solches Bohei. Ich freue mich nämlich immens auf Samstag, wenn ich eine Radtour machen und an deren Ende Macarons kaufen werde. Ich habe zu diesem Zweck Kalorien angespart, Sport gemacht (okay, den Sport habe ich nicht deswegen gemacht. Zählt aber trotzdem!) und mir damit ein komfortables Defizit erwirtschaftet, das ich Freitag und Samstag ausgeben werde. Zunächst heute Abend 300 Kalorien für die beiden Cadbury Creme Eggs (ja, da ist es wieder, mein guilty pleasure!), die der Erklärfaun mir aus England hat mitbringen lassen (Hurra für Work-Wife, der den Transportteil übernahm!) und dann morgen 700 Kalorien für 100 Gramm Macarons (dürfte hinkommen), die ich mit dem morgendlichen Laufen (170 Kalorien) plus den zwei Stunden Fahrradfahren (550 Kalorien) erreichen werde. Im Verlauf dieser Woche habe ich dann noch so 500 als Defizit angespart und werde das in Currytofu umsetzen.

Also … ist so etwas krank? Kontrollfreakig? Definitiv kein intuitives Essen?

Und wenn ja – wäre das schlimm?

Ich bin auch im restlichen Leben sehr darauf aus, über alles die Kontrolle und Übersicht zu behalten. Ich möchte die Dinge rational und durchdacht angehen und alles Intuitive ist mir suspekt, wenn auch nicht fremd. Deshalb denke ich nicht, dass es pathologischer ist, sein Essen zu kontrollieren als seine Termine und Verabredungen. Oder sein Sportpensum. Oder den Kilometerstand des Autos.

Von daher versuche ich jetzt einfach mal, meinen aktiven inneren Kritiker zum Schweigen zu bringen, freue mich auf den Ausflug und auf die Süßigkeiten und muss mich hinterher nicht grämen, weil ich schließlich vorgespart habe.

Sonstiges: Es waren tatsächlich die Miniauberginen, die mir nicht geschmeckt haben. Werde ich also nicht mehr kaufen. Aber ich habe ja noch so viele Möglichkeiten! Heute Mittag gehe ich den Wocheneinkauf erledigen und sehe mal, was es so Ansprechendes gibt. Vielleicht nicht wieder etwas noch nie Dagewesenes, sondern lieber etwas, das ich schon lange nicht mehr hatte? Wir werden sehen! Hokkaidos sind jedenfalls schon wieder sehr schmackhaft. Da hole ich mir vermutlich wieder einen. Reicht beim Meal-Preppen für vier Tage!

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8 Kommentare

  1. Na klar darf man sich auf Süßigkeiten freuen, das ist alles andere als gestört! Intuitiv essen ist für (ehemals) dicke Menschen eh eine Farce, das funktioniert einfach nicht, wir müssen da halt drauf achten. Ähnlich wie Leute unterschiedlich gute Zähne haben und dementsprechend mehr oder weniger Vorsorge betreiben müssen, gibt es Menschen die aus verschiedensten Gründen Probleme mit dem Sättigungsgefühl haben, einfach gerne essen oder what ever. Das ist zwar zuerst nervig , aber für mich ist Rechnen mittlerweile watt Normales. Als gestört bezeichnen dass doch eh nur Menschen, die a) selber Moppel und eigentlich unzufrieden sind, und b) einen anderen Bezug zum essen, zufällig nen geringeren Appetit haben oder so und deswegen unter ihrem Gesamtumsatz essen. Aber die haben eh keine Ahnung. Es bezeichnet einen ja auch niemand als gestört wenn man zu Vorsorgeuntersuchungen geht weil man ne Disposition für was hat, oder zum Sport wenn man zu Rücken neigt. Die Leute sind einfach bescheuert, lass dir da nichts einreden.

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  2. Hat Nadja nicht mal irgendwo den Vergleich gebracht: Wer schon überschuldet ist oder gerade seine Schulden abgebaut hat, dem rät man ja auch nicht, sein Geld intuitiv auszugeben, sondern in welcher Form auch immer ein Haushaltsbuch zu führen, eventuell einen Nebenjob anzunehmen, um das Budget zu erhöhen… – hihi, Sport als Nebenjob… 😀 ich finde den Vergleich ziemlich gut. Ich habe ein paar Jahre lang Haushaltsbuch geführt, und gerade wenn man größere Anschaffungen/Reisen plant (=zusätzliche Süßigkeiten), schaut man natürlich, an welcher Stelle sich vielleicht was einsparen lässt oder was hinzuverdienen lässt. MSN kann auch nach Kategorien führen, z.B. Kleidung im Monat nur das und das Budget oder mindestens so und so viel für Gemüse und Obst – vergleichbar mit den Makros… 😀

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    1. Ja, es geht echt darum, diesen ganzen erlernten Ballast, der einem vorschreiben will, WIE man Essen zu sehen haben darf, über Bord zu werfen und einen eigenen Umgang damit zu finden.
      Wenn das nur mal so einfach wäre, wie es sich vorzunehmen! 😀

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  3. Ich denke sogar, sich auf Süßigkeiten zu freuen, genau in so einem Zusammenhang, wie es bei Dir gerade der Fall ist, muß wieder normal sein.
    Früher war es ja so, dass es eben nicht täglich und überall und zu jeder Tageszeit etwas Süßes gab. Es gab am Wochenende zu Sonntagskaffee den Kuchen, auf den man sich die ganze Woche freute. Es gab die Weihnachtsschokolade und zwar zur Weihnachtszeit und nicht schon im September. Wenn man mal im Freibad war, gab es eine Pommes oder wenn man mit den Eltern Spazieren ging (!!), einen Eisbecher.
    Und darauf hat man sich gefreut. Zu Recht.
    Es ist eher unnormal, dass wir uns heutzutage solche Dinge, die eigentlich etwas Besonderes sind, täglich und das oft auch mehrfach, einverleiben.
    Also ich find, man darf sich nicht nur auf Süße freuen, man sollte es sogar.

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      1. Richtig, denn wie Hannibal Lecter sagte (und er hatte wirklich Recht!) wir begehren, was wir immer sehen. Sei es die gephotoshoppte Makellosigkeit oder die ständig vorhandenen Süßwaren. Und wenn sie immer da, stets verfügbar sind, ist es viel schwerer, zu widerstehen.
        Genieß die Macarons. In vollen Zügen.

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