Ach watt, Leben!, Culinary Diversity-Wölfe, Ernährung, Training

Die Culinary Diversity-Wölfe stöbern Seltenheiten auf. Teil zwölf: Butternutdurcheinander

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Eigentlich wäre es für diese Woche Passionsfrucht gewesen. Aber die Dinger sind immer noch steinhart, weshalb ich sie noch etwas liegenlasse. Das Nashi-Debakel brauche ich nicht nochmal. Lieber Geduld.

Also habe ich mir einen Butternutkürbis gegönnt, den ich dieses Jahr auch noch nicht gegessen habe. Und ich wollte doch unbedingt mal überprüfen, welcher Teil des Internets recht hat. Der, der behauptet, man müsse diesen Kürbis schälen oder der andere, der das verneint.

Ich habe diesmal nicht geschält. Vor allem, weil mich die Behauptung man könne den Butternut „total einfach mit dem Sparschäler“ schälen, so verärgert hat. Kann man nämlich nicht. Ich habe es probiert. Das ist eine stundenlange, hochfrustrierende Fisselarbeit. Wer das als „total einfach“ betitelt, hat den Schuss nicht gehört. Oder ist eine Haushaltsfee.

Also einfach grob zerkleinert und ab damit durch die Küchenmaschine. Ein Kilo Kürbis, ein Kilo Gelberüben. Dann noch ein Kilo Zucchini, 500 Gramm Spitzpaprika und diese Woche ist ge-mealprepped. Für die endgültige Zubereitung kommt noch etwas Kokosöl, ein wenig Teriyaki-Marinade, Tandoori-Gewürz, Salz und Pfeffer ran; ich werfe etwas Tofu oder Handkäse dazu und ab damit in den Ofen.

Das Ergebnis freut mich sehr. Die Schale des Kürbis ist absolut essbar und auch nicht störender als beim Hokkaido. In yo face, Hälfte des Internets! Was ich immer noch nicht verstehe ist, warum der Hokkaido so viel mehr Kalorien (fast das Doppelte) des Butternut hat. 63 zu 38 bei fddb. Hokkaido ersetzt damit eher (Süß-)Kartoffeln bei einer Mahlzeit, während der Butternut im Ballpark von Rüben oder Zucchini herumturnt. Ich werde diesen Winter weiterhin beide auf dem Speiseplan haben. Nur Kürbisse, die man nicht schälen muss. Der Rest wird einfach nicht gegessen. Und nein, wenn man den Kürbis mit Schale garen und das Fleisch dann herauslösen muss, zählt das nicht. Das mag ich auch nicht. Zu viel Herumgematsche.

Ansonsten war das Wochenende so lala. Ich hatte zwar Spaß beim Sport am Samstag (auch wenn ich mir an der Langhantelstange den Kopf angehauen habe. Ja, das kann man machen. Muss man aber nicht!) und am Mage-Spielen. Aber der Sonntag hielt so einen entzückend heftigen Depressionsschub für mich bereit, dass ich nicht einmal richtig aufstehen konnte und mal wieder stundenlang brauchte, mir auch nur ein Glas Wasser zu holen. Dazu dann noch die schwärzesten aller schwarzen Gedanken, die eigentlich seit bald zwei Jahren überwunden waren.

Die Ursache dieses Schubes ist immer noch die Umstellung meines Alltags. Ich habe es noch nicht geschafft, mir wieder das sichere Gefühl zu schaffen, das ich in meinem Rückzugsort brauche. Deshalb stehe ich ständig unter Spannung, schlafe schlecht und oberflächlich und komme in keine schützende Routine. Und ohne Routine und Sicherheit bin ich völlig am Schwimmen und die Sonntags-Problematik (keine Ahnung, ob andere Depressions/Angstpatienten das auch haben. Aber Sonntage sind die Hölle. Wie gigantische graue Löcher in der Woche, in denen alle schlimmen Zukünfte wohnen) wird wieder groß und bedrohlich. Ich kann nicht mehr tun, als zu hoffen, dass sich alles von selbst in ein lebbares Muster fügt, das ich dann als neue Routine etablieren kann. Theoretisch weiß ich, dass das sehr wahrscheinlich auch der Fall sein wird. Aber tief in mir drin sitzt die Angst und schreit aus voller Lunge.

Und da dachte ich tatsächlich, ich wäre langsam normal. Haha. Lustig.

Nicht.

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Oh, the Hue Manatee!

Mann, Mann, Mann … irgendwas läuft grade völlig schief! Gestern hatte ich beim Laufen sogar richtig Schwierigkeiten, genug Sauerstoff ins Blut zu bekommen, obwohl Atmung bei mir noch nie vorher ein Problem war. Dementsprechend beschissen die Zeiten und das ganze Gefühl. Ich war einfach nur noch froh, als ich wieder zu Hause ankam. Was ist nur mit meinem Körper los? Und wie gehe ich das an?

Mein Bauchgefühl sagt, ich solle erstmal ein paar Tage Cardio-Pause machen und nur ein, zweimal Krafttraining einlegen. Aber ist das eine gute Idee, oder versuche ich mir nur mal wieder, mittels Faulheit ein Bein zu stellen? Ich bin verunsichert. Heute geht Laufen aber sowieso nicht, so dass ich sehen kann, ob es mir morgen bessergeht oder nicht.

Ich hoffe, das Wochenende entschädigt mich ein wenig für Montag bis Freitag!

Ich bin ja immer noch gern im Ohne-Unsinn-Forum unterwegs, auch wenn ich derzeit nicht weiter abnehmen will. Ich habe es immer als angenehmen Hafen der Vernunft betrachtet (meistens), als eine Art deutschen Ableger der CICO-Bewegung. Aber gefühlt (<- ironisch, ich weiß) werden die Ernährungs-Evangelisten mehr. Gestern habe ich den – natürlich fruchtlosen – Versuch gemacht, gegen das geschlossene Weltbild solch eines Apologeten anzureiten.

Ich bin manchmal erschreckend naiv! Aber zumindest bin ich abgedreht, als das – Entschuldigung, blödes Buzzword – postfaktische Muster „gefühlte Meinung“ auftauchte. So viel Pigeon Chess musste ich dann doch nicht haben.

Aber enttäuschend ist es schon. Es war das fleischgewordene Youtube-Video „If Google was a guy“, als der Googletyp sagt „ich habe hier eine Million Studien die keinen Zusammenhang zwischen Impfen und Autismus finden. Und eine, die es tut“ – „Hah, ich WUSSTE es!“ Siehe oben. Gutes Video. Auch in ganz und allen Folgen empfehlenswert!

Ockhams Rasiermesser ist zum am wenigsten benutzten rationalen Utensil geworden und das ist verdammt schade! Lizard People und Hollow Earth sind wohl deutlich attraktiver.

Wahrscheinlich bin ich aber auch nur zu giftig, weil ich im „echten Leben“ von einer ganzen Horde Akademikern im Wissenschaftsbetrieb umgeben bin (der Erklärfaun und ich haben immer wieder Spaß daran, dazu im Vergleich die Rednecks zu geben) und mir deshalb dieses ganze Misstrauen gegenüber Experten ein wenig auf die Eierstöcke geht. Klar, Kritik ist wichtig – aber bitte fundiert und nicht nur „Gefühle“ ausm Hintern ziehen!

Vermutlich ist es jedoch schon lange zu spät. Der Zug ist abgefahren, die tobenden Hormone sind an der Macht.

Puh. Einen Gang runterschalten. Ich werde zu ätzend. Wird Zeit, dass Wochenende ist und ich meine Stacheln einfahren kann. Steam hat Mass Effect im Halloween Sale und ich diesen Klassiker schon länger auf meiner Wishlist, da kann eigentlich wenig schiefgehen!

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Proteinhunger

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Ich habe in letzter Zeit definitiv zu wenig Protein bekommen. Ich habe nicht nur sehr starken, plötzlichen Hunger, sondern bringe auch sportlich keinerlei Leistung mehr. Alles fällt mir immens schwer. Natürlich kommt hinzu, dass ich viel Stress hatte und mein Körper sich gerade nicht sicher ist, ob nicht ein paar Tage mit Erkältung im Bett für die Erholung sorgen würden, die ich wohl brauche.

Dass ich Stress hatte kann ich nun nicht mehr wirklich beeinflussen. Aber ich kann mal rein prophylaktisch genug Protein zu mir nehmen. Mittlerweile ist ja auch der Appetit wieder einigermaßen und ich muss mir nicht mehr alles reinzwängen, weil ich statt kompliziert-gesundem Essen viel lieber Schokolade und Fett haben möchte. Gestern habe ich meinen Tofu-Hackbraten durch die entsprechende Menge Handkäse ersetzt. Gab ordentlich Eiweiß und heute fühle ich mich auch schon ein wenig besser. Heute Abend gibt’s einen Sojaghurt als Nachtisch, das hilft auch. Und für nächste Woche werde ich mehr Handkäse statt Tofu planen, damit ich auf bessere Werte komme. Außerdem brauche ich dringend wieder Erdnussbutter, deren Zutatenliste nur aus einem Wort besteht. Normalerweise machen wir Sammelbestellung bei Meridian – aber dieses Mal hatte ich nur kleine Gläser und bin deshalb schneller leergelaufen. Nun muss ich mal sehen, was der Bioladen in dieser Hinsicht so bietet. Da zahle ich dann zwar Apothekenpreise, aber vielleicht finde ich Erdmandelmus und das ist für mich geschmacklich echt die Krönung. Ein teurer, seltener Spaß. Aber ich könnt’ mal wieder … das letzte Glas davon hatte ich im Sommer!

Dachte ich gestern noch, ich wäre mit meinem Adventskalender der volle Weihnachtsstreber, wurde ich heute auf die Plätze verwiesen: Ich fuhr am ersten weihnachtlich geschmückten und beleuchteten Balkon vorbei. Gestern war ich in T-Shirt und Shorts Laufen, weil es zwanzig Grad hatte und heute Morgen funkelten mich kurz vor der Unterführung LED-Eiszapfen an. Ich geb’s ja zu – in dieser Hinsicht bin ich sehr kitschanfällig und finde alles Weihnachtliche cool. Weihnachtsfeiern an sich zwar nicht und die schöne Zeit endet am 24. etwa um zwölf Uhr (die beiden Feiertage sind schlimmer Hangover) – aber ich liebe geschmückte Innenstädte, Beleuchtung, sogar Wham. Grausam. Wie soll man da sein Image behalten?

Und was gibt’s Neues von der Katze? Wir haben uns auf „Butzel“ als Arbeitstitel verständigt. Und sie saß gestern sehr ausdauernd auf meinem Schoß. Generell ist sie aber nicht sehr standorttreu und sucht wohl noch nach dem ultimativen Sitz- und Schlafplatz in der Wohnung. Wie meine Mutter sagte: Ist ja noch nicht mal eine Woche. Da hat die Katze noch Zeit, sich umzusehen und sich zu gewöhnen.

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Kalkschulterstress und vor der Zeit

Gestern habe ich statt Laufen zu gehen einen Katzenfuttergroßeinkauf getätigt und dafür später eine Extraeinheit Bodyweight plus Kurzhanteln eingelegt. Oder … wollte Kurzhanteln. Denn so gut Curls und Hammer Curls liefen, so unmöglich waren mir Reverse Flys. Die blöde Kalkschulter tat einfach zu weh. Das ist stressig und macht mich sauer. Und es ist völlig unvorhersehbar, an welchen Tagen das Ding wehtut. Manchmal nach Sport, manchmal nach Ruhe, manchmal nach Cardio, manchmal nach Kraft. Keinerlei Muster zu erkennen. Langsam frage ich mich, ob das Sonarzertrümmern nicht doch ein gangbarer Weg wäre. Denn schlimmer kann’s doch eigentlich nicht mehr werden!

An meinem Appetit merke ich, dass ich mich tatsächlich langsam wieder ruhigerem Fahrwasser nähere. Einerseits freut es mich, dass ich vorankomme und die Katze akzeptieren kann, andererseits ist es natürlich blöd, dass mein Körper nun alles nachholen möchte. Gestern konnte ich einen abendlichen Fressflash zwar mit einem gezielten Löffel Erdnussbutter gut abwehren, aber es ist trotzdem anstrengend, so unnötig Hunger zu haben.

Die Katze lebt sich auch immer besser ein. Heute Nacht war sie sogar auf der Couch. Entweder kann sie doch besser sehen, als gedacht oder sie ist ein echtes Kletterwunder. Dem Krach nach, der mich um halb drei aus dem Schlaf riss, vermutlich letzteres.

„Vor der Zeit“ bin ich sehr kräftig. Nämlich mit dem Adventskalender für die Waldnymphe. Ich habe das fertige Innenbild auf Architekturkarton aufgezogen und dann das Außenbild auf normalem Karton ausgedruckt und die Türchen von innen geschnitten, damit sie gut nach außen aufgehen. Zuletzt habe ich es aufeinander geklebt, was eine größere Sauerei ergab, als geplant. Aber irgendjemand hat uns das doppelseitige Klebeband geklaut, so dass ich auf Uhu zurückgreifen musste. Und flüssiger Klebstoff und ich gehen nie gut aus. Trotzdem bin ich zufrieden und so dermaßen früh dran, dass ich mir erfreut auf die Schulter klopfen möchte. Sie bekommt das Ding Anfang November und muss dann damit leben, dass sie zwar die Türchenbeschriftung lesen kann und deshalb vielleicht eine vage Vorstellung hat, was für ein Bild dahinterliegen könnte, das aber noch gaaanz lange nicht verifizieren kann.

Und das alles nur, weil ich so ein Pünktlichkeitsfanatiker bin. Obwohl „zu früh“ eigentlich auch nicht rechtzeitig ist. Irgendwas ist ja immer.

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Arbeitsessen, Klischees und Nachwirkungen

Zuerst zum letzten Punkt: Das, was in meinem Körper vom Zopiclon übriggeblieben war, sorgte dafür, dass ich gestern zwar extrem gut gelaunt und mit unendlicher Ausdauer laufen ging, ich aber furchtbar schleichige Zeiten hinlegte. Im Schnitt zehn bis 15 Sekunden mehr pro Runde. Dafür aber so gut drauf, dass ich glatt noch länger hätte laufen können. Aber wie üblich: Montag ist Dungeon-Zeit mit den Kumpels, da darf ich nicht zu spät kommen. Blöd nur, dass gestern nicht nur der neue DLC gepatcht wurde und ich dank meiner Gummelleitung (curse you, Telekom!) ewig laden musste, nein, J1 hatte sich auch noch zu Hause ausgesperrt, musste auf D. warten und konnte also nicht spielen. Fiel deshalb aus. Na gut. Dann habe ich eben ASMR gehört, ein bisschen mit A. geplaudert und in Second Life Bilder gemacht.

ASMR finde ich sehr interessant. Ich weiß nicht, ob es wirklich bei mir wirkt, fühle mich aber trotzdem davon beruhigt. Muss ich länger beobachten, bevor ich ein Urteil fälle.

Der Quarkporridge zieht immer noch in allen möglichen Varianten seine Kreise. Ich bleibe bei meiner Haferflocken-Flohsamenschalenpulver-Wasser-Obst-Süßstoff-Variante und fahre damit seit einem halben Jahr gut. Macht lange satt, gibt viel Protein und andere Nährstoffe. Gerade das Eisen in den Haferflocken sollte man nicht unterschätzen!

Bei mir ist Pampf im Napf (Stanislav kocht …) kein Grund, dass die Kollegen seltsam gucken. In dieser Hinsicht ist der Verlag echt die Insel der Seligen. Hier gibt es alle Ernährungsvarianten und keiner urteilt deshalb über den anderen. Manche gehen in die Kantine des Rewe-Zentrallagers gegenüber, manche holen sich etwas vom Bäcker, manche gehen „richtig“ essen, die meisten aber bringen sich ihr Fresschen von zu Hause mit. Sei es der Eimer Joghurt, den Redakteur M. gern mit einer Banane verzehrt, die liebevolle Salatschüssel von L., sei es das halbe Kilo Tomaten plus Salami von Ch. Oder die unendliche Brotbox von D. – da fällt mein Quarkporridge nicht im Geringsten auf! Ich werde damit in den Augen der Kollegen nicht zum Sonderling oder Gesundheitsfanatiker.

Waldnymphe und Erklärfaun haben da weniger Glück. Sie gelten bei sich auf der Arbeit als ein bisschen futterverhaltensauffällig. Sie ist eine der wenigen, die sich ihr Essen vorgekocht mitbringt, er ist in der Kantine wählerisch und achtet mehr auf Qualität denn auf Portionsgröße. Da wird man schnell in Klischeeschubladen gepackt.

An der Katzenfront setzt ein wenig Normalisierung ein. Ich bin immer noch psychisch sehr wackelig und schwanke zwischen „Ohgottohgottohgottichwilldasallesnicht“ und „Hey, das klappt doch“ wild hin und her. Das übliche Angst/Depressionsmuster eben. Aber die Amplitude wird flacher. Es pendelt sich ganz langsam ein. Ich würde sagen, noch zwei, drei Wochen und ich operiere wieder im grünen Bereich. Bis dahin ist es natürlich sehr anstrengend und belastend – aber das gilt für die Katze ja genauso. Natürlich ist es erschöpfend, das aushalten zu müssen. Einerseits weiß mein Kopf, dass es vorbeigehen wird. Andererseits sitzt die Panik im Bauch und brüllt „Diesmal nicht! Diesmal geht gar nix vorbei!“. Wie immer also. Ich brauche unglaublich viel Kraft, damit klarzukommen. Bleibt wenig für Kreativität oder Spaß. Zum Glück bin ich mit meinen Projekten entweder fertig oder in den letzten Zügen. Daran zu denken, etwas Neues anzufangen, brauche ich natürlich nicht.

Wie immer in Stresszeiten esse ich nicht viel. Eustress und Dysstress sorgen bei mir für Appetitlosigkeit. Ich bin reine Langeweileesserin. Normalerweise würde ich natürlich jeden Appetitverlust begrüßen – aber im Moment geht das so weit, dass ich nur auf ein bis maximal 1,5 Gramm Eiweiß komme. Und das merke ich ganz stark. Trägt zum unguten Gesamtempfinden bei und sorgt für eine Spirale nach unten. Heute Abend zwänge ich mir mal eine Portion Handkäse oder Sojaghurt rein, damit es etwas aufwärts geht!

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Die Culinary Diversity-Wölfe stöbern Seltenheiten auf. Teil elf: Der Tofu-Ziegel

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Streng genommen ist der nicht ganz neu – aber ich habe ihn noch nicht genügend gewürdigt. Deshalb hier das Spotlight auf den oben schwarz-knusprigen (ich habe meinen Ofen echt nicht im Griff) und in der Mitte saftig-leckeren Gemüse-Soja-Eier-Brocken!

Die Alternative wäre eine Pflaumensorte namens „Metis“, die ich genau wegen der Bezeichnung gekauft habe und welche meine beiden snobistischen Wölfe natürlich niemals vorstellen würden („Metis“ sind in der World of Darkness Werwölfe, die aus der verbotenen Verbindung von Werwolf plus Werwolf hervorgegangen sind. Die meisten Wolfsstämme finden das empörend, eklig undsoweiter). Mal sehen, ob dieses Obst seltsam schmeckt!

Gestern habe ich mich abends mit einer Zopiclon sturmreif geschossen, damit mich das nächtliche Toben der Katze nicht schon wieder wachhalten würde. Sie wird nämlich – wie jede Katze auf der ganzen weiten Welt – nachts extrem munter und rast durch die Wohnung. Kennt man, muss man sich nur wieder daran gewöhnen. Plus dem „added value“, dass die nahezu blinde Katz nicht bremst. Sie prallt also gelegentlich in voller Fahrt gegen Türen, die einen etwas anderen Winkel haben als ein paar Stunden zuvor. Den Rest der Wohnung kennt sie schon gut genug, um Hindernissen auszuweichen.

Aber auch ohne das gelegentliche „Klonk!!“, ist das katzenübliche „Trappel-trappel-trappel-maunz“ der nächtlichen Rennbahn wachhaltend. Und so lange sie noch nicht ganz sicher in ihrer neuen Umgebung angekommen ist, möchte ich auch nicht auf Anneschs Tipp mit den Ohrenstöpseln zurückgreifen.

Stattdessen also das gute Zopiclon. Eine Tablette um acht, dann bin ich um halb neun sehr friedlich eingeschlafen. Um halb drei wurde ich wach, konnte aber wieder einschlafen. Dabei stellte ich fest, dass die Katze aufs Bett geklettert/gesprungen war. Von wegen, die wäre bodengebunden! Mal sehen, ob sie irgendwann auch das etwas höhere Sofa schafft.

Heute also der erste Tag, an dem ich zwölf Stunden aushäusig bin. Mal sehen, wie sie das verkraftet. Ich habe ihr einen Karton zur Unterhaltung auf den Boden gestellt.

Derzeit überlegen wir an einem passenden Namen für die Katze herum. Im Raum stehen „Butzel“ (weil sie so unsauber isst, das heißt im hiesigen Dialekt nämlich „Ferkel“), und „irgendwas mit Drunken Master“. Das kam vom Erklärfaun, weil die Katze sich durch ihre Störung so seltsam bewegt. Manchmal.

Ich bin immer noch nicht in der Veränderung angekommen. Angststörungen und Depression machen so etwas echt zur Hölle. Aber sobald man es geschafft hat, fühlt man sich umso stärker. Leider hilft diese Aussicht nicht wirklich, wenn man mitten im dunklen Tal steckt. Ich hatte gestern eine lange Unterhaltung mit Freundin A. darüber, die mir, wie immer, durch ihre Ruhe und Lebenserfahrung Kraft gegeben hat.

Ich schaffe das.

Hoffentlich.

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Vorstellung versus Realität

Bei mir verlaufen neue Dinge immer in Wellenform. Davor bin ich gehyped, zu Anfang bin ich todunglücklich und irgendwann ist es dann Normalität. Das trifft auf alles zu.

Ich hatte zwar gedacht, dass ich dank der Therapie langsam einen etwas entspannteren Umgang mit Veränderungen haben könnte, doch … nix is.

So also auch mit der Katze.

Derzeit bin ich im Tal der Tränen. Ich habe die letzten zwei Nächte zusammen vier Stunden geschlafen und bin so vollkommen neben der Spur, dass ich kaum einen klaren Gedanken fassen kann.

Dass die Katze eben definitiv nicht einfach im Umgang ist, macht es nicht unbedingt leichter. Sie ist wirklich lieb und anhänglich und freundlich … aber eben auch ein furchtbarer messy eater und sie hat bis gestern Nacht gebraucht, um das Katzenklo anzunehmen. Ich habe mittlerweile vier Katzenklos in der ganzen Wohnung verteilt, damit sie immer eins in der Nähe hat. Jetzt besteht ein guter Teil meines Teppichs aus Katzensandkrümeln. Und ich bin immer noch nicht sicher, ob diese Klippe umschifft (no pun intended) ist.

Außerdem ist sie nicht so inaktiv, wie es mir im Tierheim erzählt wurde. Sie rennt herum (sehr wahrscheinlich ist sie auch nicht ganz blind, sondern sieht Schemen) und scheint extrem nachtaktiv.

Wie gesagt – ganz tief im Tal. Ich hadere mit mir und könnte mich selbst ohrfeigen, dass ich mir das aufgebürdet habe. Ich wünsche mir nichts mehr als eine Zeitmaschine, um meinem Vergangenheits-Ich das Ganze mit sanfter Gewalt auszureden.

Kurz: Mir geht’s beschissen.

Das Einzige, das mir ein wenig hilft ist, dass ich weiß, dass es besser werden wird. Es wird sich eine Routine bilden. Dinge werden angenehmer werden. Es war bisher immer so. Und die Waldnymphe hat mich beruhigt, in dem sie mir erzählt hat, dass sie fast zwei Monate nach Neros Einzug noch damit gehadert hat, weil er eben auch so kompliziert einzugliedern war.

Angsterkrankung plus Depression ist immer noch eine verdammte Bitch.

Ach watt, Leben!

T0 – cat-day

Heute ist es also soweit.

Alles ist vorbereitet. Ich habe einen Tag frei und marschiere gleich los, um noch die letzten Dinge zu besorgen. Um fünfzehn Uhr sammle ich den Erklärfaun ein und wir holen das neueste Mitglied unserer Band of Merry (Wo)Men ab.

Wie das nach diesen zwei arbeitsmäßigen Superstress-Horrorwochen laufen wird, kann ich noch nicht sagen. Dass ich heute sehr schlecht und trotzdem viel zu lang geschlafen habe, spricht vermutlich für sich selbst. Ändern kann ich es nun jedenfalls nicht, da müssen wir alle zusammen durch. Vermutlich findet die Waldnymphe uns heute Abend friedlich schlummernd auf dem Boden vor der verstörten/überraschten/amüsierten/fröhlichen Katze vor.

Ich habe vorhin noch einmal das begabte Kind (Mann, ich wollte „der Mausdroide“ für das Ding als Bezeichnung einbürgern. Nun hat sich das aber verselbständigt … ) durch die ganze Wohnung gescheucht (es wollte partout viel lieber das Schlafzimmer als die Küche saugen. Da müssen wir nochmal drüber reden) und alle Stolperfallen für blinde Katzen sind beseitigt.

Mittagsporridge ist gekocht, Morgenkaffee getrunken. Nun auf zum Atom!

Ach watt, Leben!

W-Fragen, Brot mit Butter und selbstberegnende Weihnachtsbäume

Gestern also das Fortbildungs-Seminar. Ich war ja durchaus mit einer gewissen Skepsis an das Ganze herangegangen – das Thema erschien mir aufgesetzt und beliebig, ich hätte viel lieber etwas technisch-berufsrelevantes gelernt und dann fiel das Ding auch noch mitten in den größten Stress der Abgabewoche. Gar nicht gut.

So fuhr ich also um acht Uhr los, ließ das eifrig herumbrummende begabte Kind bei seiner Staubsaugarbeit unbeaufsichtigt, vermied knapp die redselige Nachbarin M., wunderte mich über den Stau auf der Strecke (also wenn ich da morgens um halb sechs langfahre ist da nie Stau …) und parkte mein Auto vor dem Karstadt am Einkaufszentrum.

Völlig erwartungsfrei.

Und wurde positiv überrascht! Die Gruppe der Teilnehmer war übersichtlich, vier Frauen, vier Männer. Der Referent freundlich, ruhig, selbstironisch. Das Thema dann doch sehr relevant und zusätzlich gab es guten Gratiskaffee.

Ich habe also tatsächlich einiges mitnehmen können. Ich werde versuchen, meinen inneren Antreiber mit dem Erlauber in Einklang zu bringen (ich habe den „sei stark“-Antreiber, etwas weniger auch den „sei perfekt“. Be strong, Clarence. Be strong for mother!), werde Ärger als enttäuschte Erwartungshaltung erkennen und versuchen, die Beziehungsebene zu verbessern. Ich werde „w“-Fragen stellen und dabei „warum“ vermeiden, weil das in solchen Situationen immer ein Angriff ist. Und ich will für mich immer präsent halten, dass Aggression und Angst nicht nur die selbe körperliche Reaktion auslösen, sondern auch sonst derselben Wurzel entspringen. Hat meine Ärztin mir ja neulich auch schon gesagt. Für Angstpatienten immer wieder ein Aha-Moment, dass man vielleicht manchmal einfach nur ohnmächtige Wut empfindet. Das kann das Erkennen und Vermeiden von Auslösern einfacher gestalten.

Ansonsten gab es mittags Buffet mit einem panierten Gemüseschnitzel als vegetarischer Alternative, das ich lieber liegen ließ und stattdessen zu Brot mit Butter und Käse mit Feigensenf griff. Absolutes Festessen. Ich vermute, da hatte ich gestern kein oder maximal kaum Defizit und muss nochmal heute und morgen kräftig für das Nichtgeburtstagsessen des Erklärfaun am Samstag ansparen.

Nach Ende des Seminars schlenderte ich noch durchs große Einkaufszentrum, fotografierte in einem Dekoladen einen sich selbst mit Plastikschnee berieselnden Christbaum (das Bild ging natürlich sofort in die Beziehungs-WhatsApp-Gruppe) und fuhr dann noch bei meinen Eltern vorbei, um ein paar Cat-Essentials für morgen mitzunehmen. Meine Mutter war von meinem Outfit schwer begeistert. Ich glaube, sie hat mich noch nie elegant gekleidet gesehen. Vor der Abnahme hatte ich schlicht keine elegante Kleidung. Und seit der Abnahme trug ich nur manchmal Kleider, wenn sie es auch gesehen hat.

Jetzt also noch einen Tag Arbeiten, dann ein Tag frei und die Katze abholen. Ich bin schon ganz aufgeregt! Die Pickel, das schlechte Schlafen und die Wassereinlagerungen plus Kopfschmerzen sind aber nicht Aufregungsbedingt sondern liegen am Jobstress. Der hoffentlich auch bald vorbei ist!

Mal sehen, ob das begabte Kind seinem Zeitplan für heute folgt. Werde ich sehen. Wenn ich nach Hause komme und sein Staubbehälter ist voll, war er brav. Gestern jedenfalls war er zwar sehr aktiv, fuhr auch wieder auf seine Ladestation … hat aber die einzig ernsthafte Verschmutzung (zwei Paprikakerne im Flur, die ich extra habe liegenlassen) völlig ignoriert. Mal beobachten.

Ach watt, Leben!, Dat Nerdstuff

Das Drama des begabten Kindes

This time I'll listen to you, I promise.

Wie schon vermutet – Sport lief gestern wieder furchtbar statt begeisternd. Ich bin noch nicht über den Arbeitsstress hinweg und deshalb körperlich sehr auf Achterbahnfahrt. Das merke ich an den Wassereinlagerungen, am schlechten Schlaf, an Pickeln und eben auch am stetigen Wechsel meiner Leistungsfähigkeit. Sehr ärgerlich. Aber ich habe Hoffnung, dass es in ein, zwei Wochen besser wird!

Gestern fing mich auf dem Weg hoch in die Redaktion unsere liebe Empfangschefin Ch. ab und meinte „Da ist grade ein riesiges Paket für dich angekommen!“. Ich rief begeistert „Mein Saugroboter!“ und so war es auch. Ich bin nun stolze Besitzerin der neuesten Century-of-the-fruit-bat-Technologie. Zwar eher ein günstiges Modell und nicht vom Marktführer aber es ist rund, sieht futuristisch aus, hat gute Bewertungen in Tests und war leicht verständlich in Betrieb zu nehmen.

Fast.

Ich brachte ihn nach Hause, setzte ihn auf den Boden, stöpselte seine Ladestation ein und das brave Gerät fuhr auch sofort ganz selbsttätig darauf, um sich den Akku vollzuschlagen. So ein begabtes Kind! Da sollte er nun über Nacht laden und ich wollte ihn am nächsten Morgen unter fröhlichen „Hü-hott!“-Rufen durch Haus und Garten scheuchen.

Ich ging also sehr zufrieden, dass alles so wunderbar einfach war, zum Laufen.

Als ich zurück kam, brummte das begabte Kind durch den Flur. Verwunderung meinerseits, aber wenn es meint …

Ich machte mich an die Zubereitung des Abendessens, unterbrochen davon, dass das begabte Kind voller Elan versuchte, nicht nur mich, die Schleimrolle, die Yogamatte und meine zwei Kurzhanteln einzusaugen (Ehrgeiz hat es!), sondern sich auch an den Fransen des Flickenteppichs in der Küche festfuhr und meinen Router im Arbeitszimmer herunterwarf, als es das LAN-Kabel als Feind erkannte und einsaugen wollte.

Zum Glück ging ihm dann der noch nicht sehr reichliche Saft aus und ich konnte es zurück auf seine Ladestation scheuchen, wo es bis heute morgen friedlich verblieb. Ich habe es mit der Fernbedienung auf sechs Uhr dreißig programmiert. Da ich erst um acht zu meinem Anti-Aggressions-Seminar (ich werde berichten …) losmuss, werde ich also beobachten und nötigenfalls rettend eingreifen können. Ich habe schon alles vom Boden entfernt, das auch nur im entferntesten problematisch werden könnte und werde die Tür zur Küche zumachen.

Vielleicht stelle ich auf einfach nur den mitgelieferten Gandalf (eine Lichtschranke, die das begabte Kind abhalten soll) vor dem Teppich auf.

Und das alles nur, weil ich antizipierend nicht immer selbst Katzenklokrümel aufsaugen will!