Ach watt, Leben!, Ernährung, Weniger

Und immer wieder – das gefühlte Gewicht

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Erstes Scribble eines Geburtstags-Gin-Etiketts für die Waldnymphe.

Oder der gefühlte Körperbau.

Das sind die Tage, an denen man unendlich schwer schleppt. An denen man sich fühlt, als wäre alles sinnlos und nichts ginge voran. Im Gegenteil – man glaubt, irgendwo einen fundamentalen Denkfehler zu haben, der dafür sorgt, dass man nur Rückschritte machen kann.

An solchen Tagen sind der Spiegel und zufällige Blicke in Fenster der Feind. Sie lachen einen aus und präsentieren mit diebischer Freude das Versagen. Das gefühlte Versagen.

Es hilft nicht, wenn man derzeit auch noch viel Gemüsevolumen isst. Ja, ein dreiviertel Kilo Zucchini hat 165 Kalorien. Ist aber eine riesige Menge. Die sattmacht. Und im Bauch herumhängt. „Mann, ich bin so verdammt fett!“

Etwas wissen und etwas glauben sind zwei sehr unterschiedliche Dinge. Und blöderweise trumpft bei mir in Sachen Abnahme das Glauben das Wissen immer und zu jeder Gelegenheit.

Wer mir jetzt mit „langfristige Kurven“ und „Trendkontrolle“ kommt, darf sich den goldenen „hat nicht begriffen, worum es geht“-Hut aufsetzen (kein sehr hübscher Hut. Eher in den Regionen des ebenfalls goldenen Vampirsofas bei Shadowhunters). Könnte ich dieser miesen Kopfsache rational beikommen, hätte ich es schon lange getan.

Vermutlich auch Folge oder Auslöser (Henne-Ei und so) der subtilen Sehnsucht nach der vertrauten Sicherheit des Dickseins. Der Abgabe von Kontrolle. Das Fallenlassen in Strukturen, deren Gesetze scheinbar außerhalb meiner Einflussmöglichkeiten liegen. Wenn ich um eine Abnahme kämpfe, stoße ich überall auf Widerstand. Und zwar auf von mir und nur mir allein erzeugten Widerstand. Ich bin für alles, was passiert, voll verantwortlich. Kein mysteriöser „Stoffwechsel“ oder „Drüsen“, an die ich eine Entgleisung abgeben kann. Auch mein PCOS, irgendwelche Hormone, die lahme Schilddrüse und dergleichen sind bekannte Faktoren und an nichts schuld. Manchmal aber auch scheinbar mythische Einflüsse – Wassereinlagerungen ohne Grund, wilde Zyklusschwankungen, monatelange Plateaus, weil ich seelisch mal wieder weit unten bin und kaum schlafe … Stolpersteine, groß wie der Kaukasus und ich hänge daran fest, kein Herakles in Sicht (Wow, Hybris für Fortgeschrittene!). Aber umgehbar. Niemand zwingt mich, mehr zu essen. Ich stehe als mündige Erwachsene allein im kalten Winterwind und kann auf nichts mit dem Finger zeigen und „Rabääh!“ machen.

Das ist eine echt wenig kuschlige Situation.

Im Gegensatz dazu, wie es früher war …. Als ich daran glaubte, eben „breit gebaut“ zu sein. Als ich dachte, man könne nur mit fünf Stunden Sport am Tag abnehmen (und Sport wäre furchtbar). Als ich die ewige Frickelei bei den Brigitte-Diäten der Muttereinheit vor Augen hatte, bei denen alles genau geplant war und Knäckebrot mit Kresse nach Pappe und Traurigkeit schmeckte. Als ich in Folge dessen eben die Schultern zuckte, sagte „wenigstens hab’ ich große Brüste“ und gegessen habe, worauf ich Lust hatte. Unreflektiert und vom Zufall getrieben. Das war ein definitiver Kontrollverlust. Aber auf die weiche, warme, angenehme Art. Keine Verantwortung. Kind sein – jedem Wunsch nachgehen.

Mein ewiger Krieg mit mir selbst. Ich will mir Zügel anlegen. Und die Zügel annehmen, bis ich versammelter bin als Ultimo. Aber irgendwann platze ich dann auseinander wie ein Sofakissen (heute ist seltsame-Metaphern-Tag. Deal with it!). Meine große Aufgabe ist es, damit nicht nur zu leben, sondern auch den Platz-Punkt selbst zu bestimmen und in sinnvolle Bahnen zu lenken. Ist das dann wieder nur eine weitere Umdrehung der Kontrollschraube oder der gesunde Umgang damit? In letzter Zeit frage ich mich echt viele Dinge.

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Ach watt, Leben!, Ernährung

…remember – it’s all in your head!

Dreimal Kopfsachen. Als erstes ein verstörend apokalyptischer Traum über nukleares Inferno inklusive deutlicher Todeserfahrung. Unschön und geht mir jetzt noch nach. Die erstaunliche Röte des in der Stratosphäre aufblühenden ersten Sprengkopfes steht mir sehr präsent vor Augen. Dieser lebhafte Traum hängt aber vermutlich mit der zweiten Kopfsache zusammen: Ich hatte gestern einen Termin bei meiner Ärztin und habe dort meinen Kontrollverlust bei Schokolade und Gebäck sowie meine Sorge, dass diese Anomalien sich zu einer Essstörung auswachsen könnten, angesprochen.

Hier konnte sie mich beruhigen. Da sprächen wohl einige Faktoren bei mir dagegen. Allerdings hat sie mir unter Hypnose eine Übung gegeben, dass ich – genug Training damit vorausgesetzt – Brot in sinnvollen Mengen essen kann. Vermutlich lässt sich das dann auch in einem weiteren Schritt auf Schokolade übertragen. Jedenfalls ist Hypnose immer so eine Sache bei mir. Ich glaube immer, dass es bei mir gar nicht funktioniert. Zwar bin ich dabei immer entspannt, aber nie so sehr, wie man es wohl sein sollte. Ich bin mir meiner Umgebung voll bewusst und fühle mich schuldig, dass ich das wohl nicht richtigmache.

Egal. Ich habe ein Bild bekommen, das ich nun drei Wochen trainieren werde, bis es verankert ist. Es beginnt damit, dass ich mich an meinen sicheren Ort begebe. Dort finde ich auf meiner Wiese (mein sicherer Ort ist draußen) eine Picknickdecke mit einem Brotkorb. Ich nehme ein Brötchen, betrachte es genau, befühle und berieche es. Dann breche ich ein Stück ab und stecke es in den Mund. Nehme es sehe, sehr bewusst wahr. Texturveränderung, Geschmack. Dann verfolge ich den Bissen mit dem geistigen Auge durch die Speiseröhre und sehe, wie er sich im Magen aufdehnt wie ein Airbag. Er füllt ein Drittel des Magens aus. Ich nehme dann noch einen Bissen und dann kann ich nicht mehr essen. Es war lecker aber ich will nicht mehr. Ich lege den Rest zurück in den Korb und gehe wieder aus meinem sicheren Ort.

Ich bin gespannt, ob das mein Verhältnis zu Brot einfacher machen wird.

Als Ursache hat die Ärztin erstens mein übliches Problem herausgearbeitet – Kontrolle. Ich will alles in meinem Leben so radikal kontrollieren, dass sich mein Unbewusstes ein Ventil gesucht hat, um mal so richtig durcheskalieren zu können. Leider hat es sich auf’s Essen verlegt. Und zwar genau auf den gefährlichsten Part – leckere Dinge. Und zweitens liegt es auch an meiner Kindheit. Dort bekam ich zu Hause genau einmal in der Woche ein Stück Schokolade (keine Ahnung, warum das so restriktiv war. Ich war bis in die Pubertät ein sehr dünnes Kind). Außer wenn ich bei meiner Oma war. Da durfte ich so viel Süßigkeiten essen, wie ich nur wollte (definitiv nicht sanktioniert von den Elterneinheiten … die wussten das gar nicht, glaube ich) und was reinging. Hat als Kind nicht viel ausgemacht, da ich ständig herumgerannt bin und deshalb nicht zugenommen habe. Aber ich habe dieses „ich muss Schokolade essen, wenn sie da ist, sonst verpasse ich etwas“ so sehr verinnerlicht, dass ich es als Erwachsene behalten habe. Hat bestimmt mit zu meinem Übergewicht beigetragen.

Was mich zur dritten Kopfsache bringt. In letzter Zeit habe ich immer mal wieder die absolut bizarre Vorstellung, dass es doch schöner wäre, wieder dick zu sein. Die Fat Acceptance-Community wirkt so zufrieden mit sich, dass ich manchmal neidisch bin. Und ich könnte alles zu jeder Zeit essen. Keine Schuldgefühle, kein Abwägen. Einfach unreflektiert rein in den Pansen. Ich könnte wieder „mal so“ eine unbekannte Sorte Schokolade mitnehmen, ohne auf die Rückseite zu schauen. Ich könnte einen Eimer Eis essen, ohne die Woche vorher dafür zu sparen. Ich könnte fettige Nudeln mit Sahnesauce und Käse überbacken essen, von denen eine Portion eigentlich meinen Tageskalorienbedarf decken würde. Und nicht bei einer Portion aufhören … Das klingt alles so elend erstrebenswert! Und dann wäre ich eben dick. War das denn so schlimm ….?

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Die Culinary Diversity-Wölfe machen den Zucker-im-Schokopudding-Test

Druck

… und sind nicht wirklich überrascht vom Ergebnis.

Von dieser REWE-Kundenbefragungs-Marketingaktion hat mittlerweile vermutlich jeder mitbekommen. Ich hörte zum ersten Mal von J1 davon (natürlich! J1 und ich lieben beide alles, was bei Lebensmitteln auftaucht und ein „neu!“-Schildchen hat), dann las ich eine sehr differenzierte Analyse bei Quarkundso.de und letztendlich habe ich spontan so eine Testpackung mitgenommen, weil der Gammel-REWE direkt neben dem Gym liegt und ich sowieso noch Kürbis und Mandelmilch brauchte. Der Gammel-REWE ist das Schmuddelkind unter den bei uns in der Region immer stärker ver-hipsternden REWE-Märkten. Er ist etwas unsauber, seltsam sortiert (nein, es gab keinen Kürbis), unübersichtlich und wirkt, als bekäme man hinter der Fleischtheke die Nieren entfernt und nach Russland verkauft.

Aber das betrifft ja die Schokopuddingaktion nicht. Oder … nur am Rand. Denn natürlich war mein Code, der auf die Puddingpackung gedruckt ist und dafür sorgen soll, dass für jeden Kauf nur einmal abgestimmt werden kann, schon ungültig. Klar, dass wenn Manipulation dann wohl im Gammel-REWE. Da hat vermutlich jemand alle Codes abfotografiert und dann abgestimmt, um möglichst viele Chancen auf die offerierten Preise zu haben.

Für mich unschön aber kein Dealbreaker, da ich schließlich hauptsächlich die Puddings probieren wollte. Und probieren, das tat ich. Gewissenhaft öffnete ich die vier Becher und arbeitete mich von ganz süß zu -40% Zucker vor. Dann nochmal, dann kreuz und quer. Wenig überraschendes Ergebnis: Mir schmeckte die Originalrezeptur am besten. Volle Zuckerladung bitte.

Lag aber daran, dass der ganze Pudding nicht unbedingt eine Offenbarung der Nachtischkultur ist und sehr wenig schokoladig schmeckt. Wäre der Schokoladengeschmack kräftiger, hätte es für mich auch viel weniger Zucker gebraucht. Aber so, wie die Rezeptur ist, haut nur der Zucker das Ding raus.

Aber ich bin eigentlich eh nicht die Zielgruppe. Ich kaufe nie Pudding, mache ihn maximal selbst. Mir ging es, wie immer, um den Novelty-Faktor. Auf jeden Fall gehöre ich nicht zu den guten Clean-Eatern, denen allein schon der Gedanke an Zucker entsetzt den Man-Bun platzen lässt.

Und der Rest des Wochenendes?

Ich habe zu viel trainiert. Ich bin wieder am „oh, die Schulter tut nach der Schonung gar nicht weh … auf geht’s, reinhauen!“-Punkt des Zyklus und habe wie blöde Squats gemacht (vierzig Kilo!), was ich die letzten 48 Stunden sehr, sehr bereut habe. Zum Glück geht Seilspringen. Und Planks waren auch problemlos. Glute Bridge würde mich vermutlich umhauen, die muss ich aber auch nicht machen. Einfach mein übliches Hüpfprogramm in der Firma. Das sollte genug Opfer für Swolefather Brodin sein. Für heute.

Defizitmäßig war’s mittel. Die Woche wieder 2500 Kalorien eingespart, also noch 65.000 to go. Am Samstag hat die Waldnymphe zum Italiener geladen und zu meiner Überraschung kann man Penne mit Brokkoli mal echt fettig gestalten, wenn man nur will! Ja, die berühmte leichte, mediterrane Küche. Aber ich bin auch selbst schuld. Beim Vorspeisen-Pizzabrot und der Nachtisch-Cassata habe ich auch nicht „nein“ gesagt.

Jetzt auf in die Messewoche. Hoffentlich gibt’s keine Hektik.

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Panik, Hektik, Schwarzenegger

Neues Workout-Shirt. #workoutwear #geekwear

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Eigentlich sollte heute ein friedlicher Freitag werden, der hauptsächlich durch Vorfreude auf den Abend mit meinen beiden Liebsten, Falafel mit Salat und dem Kokspilotenfilm gefüllt sein sollte. Doch gestern Abend, als ich gerade mit der Waldnymphe in Tamriel einherstrawanzte und Monster tötete, rief eine völlig aufgelöste Frau Schwan an. Bis morgen früh um acht bräuchte sie drei Großplakate-Designs. Sonst … Akopalütze. Klar, dass ich helfen wollte. Der Abend ging dann also damit drauf, sich über Layout, Platzierung und dergleichen auszutauschen. Die Monster mussten sich selbst beschäftigen.

Heute Morgen habe ich das Ganze dann in aller Eile umgesetzt und Punkt 7:47 Uhr den Downloadlink mit den Druckdaten an die Druckerei geschickt. Sage noch einer, man kriegt unter Druck nichts gebacken. Oder, wie Arnie es formuliert hat: You can have results or excuses, not both. Womit er recht hat. Einfach dahinterklemmen, dann bekommt man Dinge gebacken. Meistens. Nicht immer. Zumindest oft. In diesem Fall.

Holy-Relativierung-Batman! Aber wer mit Depression und Angststörungen lebt, weiß, dass „einfach mal“ nur in den besten Phasen klappt. Zum Glück brachte die Not einer Freundin so eine beste Phase hervor. Wenn es um mich geht, schlumpfe ich herum, suche Ausreden und lasse zu, dass meine dämlichen Geisteskrankheiten Amok laufen. Aber nicht, wenn es Leute betrifft, die ich mag.

Nun flaut das Adrenalin langsam wieder ab und ich kann mich der Normalität zuwenden. Kartenlayouts, Logodesign und eventuell ein Poster für heute. Machbar.

Sporttechnisch läuft das Gehüpfe und Geplanke und Gecrunche, sonst leider nicht viel. Und das, wo man doch immer öfter liest, dass Cardio völlig nutzlos bis hin zu schädlich wäre. Ach, ich habe gar keine Lust, mir die neueste Fitness-Fad erzählen zu lassen. Cardio tut mir gut, auch wenn ich Krafttraining lieber mag. Einfach beides machen und damit dann zwar nicht zum shredded Bulldozer werden (erklärtes Fernziel), aber ein bisschen fitter und gesünder. Auch nett.

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Einfach springen …

Immer noch große Freude am theoretischen Basteln.

Nicht darüber nachdenken, dass man noch nicht einmal die angefressenen Kilos von Weihnachten wieder runter hat, sondern sich darauf konzentrieren, dass man innerhalb bestimmter Vorgaben (die Schulter) ein Ziel erreichen will. Und wird. Scheuklappen helfen. Augen geradeaus und genug Drehmoment entwickeln, um sich nicht mit den deprimierenden Fakten zu befassen. Stattdessen „gefühltes Muskelwachstum“ haben und daraus Befriedigung ziehen. Nicht. Darüber. Nachdenken.

Zur Auflockerung eine amüsante Beobachtung. Mein Seilgehopse findet im Materiallager des Verlags statt, das sich direkt gegenüber unseres Büros befindet. Das macht es sehr niedrigschwellig, mal eben „ich geh kurz Springen“ zu sagen und aufzustehen. Kaum Überwindung, alles ganz natürlich. Sehr schöner Zufall.

Aber natürlich bin ich nicht allein damit, diesen Raum nutzen zu wollen! Ich achte zwar darauf, dass niemand darin ist, wenn ich rübergehe – aber es passiert etwa einmal am Tag, dass jemand dazukommt.

Und jedes, wirklich jedes Mal, entschuldigt der- oder diejenige sich dafür, durch die Tür gekommen zu sein. Als würde ich hochwissenschaftliche Experimente oder etwas sehr Peinliches machen. Mir fällt wirklich kein Grund ein, warum man sich entschuldigen müsste. Vielmehr bin es ja ich, die einen Arbeitsraum für Freizeitaktivität verwendet! Wenn die Raucher vor der Tür quarzen, entschuldigt man sich doch auch nicht, wenn man rausgeht.

Es bleibt mir ein Rätsel. Möglicherweise wird Sport als etwas Intimes wahrgenommen. So eine Art Meditation, die man nicht stören sollte. Ja, das könnte ich mir vorstellen. Wobei ich da eher Yoga als Seilspringen als in diese Kategorie fallend sehen würde. Seilspringen ist von allen Sportarten vermutlich die kindlich-fröhlichste. Und von daher noch am ehesten öffentlich – Spielplatzgefühl und dergleichen. Ach, ich sollte solch kleine Anomalien des Alltags nicht zu sehr zerdenken.

Heute Abend gibt es wieder Quarkauflauf. Käsekuchenfeeling! Noch nicht mit Skyr, das probiere ich am Samstag. Aber wieder mit Flohsamenschalen zur Festigung. Und diesmal mit den Beeren nicht auf dem Boden der Form, sondern in den „Teig“ eingerührt. Ich bin gespannt!

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Sport und geistige Stabilität – revisited

Barbies Dream-Tank-Outfit. Work in Progress.

Seit ich viel Energie darauf konzentriere, Wege um die Einschränkungen, die die Kalkschulter mir verpasst, zu finden, merke ich, dass es mir gaaaanz langsam in Babyschrittchen besser geht. Ich habe mir die Möglichkeiten erlaubt, etwas zu tun. Ich stehe zwar immer noch vor einer sehr, sehr dämlichen Krankheit (?), aber ich lasse nicht mehr zu, dass sie mich völlig lähmt.

Es ist nicht einfach und es klappt nur in maximal der Hälfte der Fälle. Oft genug bin ich verzweifelt und sehe eine düstere Zukunft voller Schmerzen und Unbeweglichkeit mitsamt daraus resultierendem absoluten Formverlust und dem folgenden Leben als Blob. Aber wenn ich morgens meine Planks mache (assistiert von Butzel, die fest davon überzeugt ist, dass ich auf der Jagd sein muss, wenn ich so auf der Yogamatte herumkrauche) und dann im Verlag jede Stunde meine hundert Sprünge … dann habe ich das Gefühl von Macht und Kontrolle. Über meinen Körper. Über die Schmerzen. Über den dämlichen Zufall, der mir diese Einlagerung beschert hat. Über den pessimistisch-indifferenten Arzt.

Das sind vermutlich nur die üblichen Hormone, die beim Sport ausgeschüttet werden. Aber es hilft. Ich muss nur dranbleiben. Sport hilft mir, Angststörung und Depression im Zaum zu halten. Da kann er mir auch helfen, gegen äußere negative Einflüsse anzureiten.

Und ansonsten? Bastle ich auf dem TESO-Testserver Outfits und gehe mit der Waldnymphe auf unseren virtuellen Playdates Monster verdreschen. Ersteres ist sehr entspannendes Barbiespielen (was ich als Kind nie gemacht habe. Ich hatte keine Puppen), zweiteres löst Aggressionen sehr zuverlässig auf. Denn nichts hilft besser gegen Jobfrust, als in einer bunten, fiesen Fantasywelt Untoten und Dämonen auf den Sack zu geben. Wir sind die strahlenden Helden!

Ich hatte gestern spontan wieder Käsekuchen-Auflauf zum Abendessen. Diesmal für 590 Kalorien (dank intermittierendem Fasten kann ich auf meine zwei Mahlzeiten jeweils recht viele Kalorien verbraten). Und wieder abgewandelt! Gestern also …

  • 500 g Magerquark (340 kcal)
  • 125 g TK-Erdbeeren (50 kcal)
  • 200 ml ungesüßte Mandelmilch (32 kcal)
  • 200 ml Wasser (das brauchte ich auch!)
  • 15 g gemahlene Flohsamenschalen (28 kcal)
  • 2 Eier (140 kcal)
  • Süßstoff, Zimt, Vanille, Gewürze, Flavdrops

Mann, die Flohsamenschalen sind echt heftiger als Grieß! Das Wasser war nicht geplant, musste aber rein, da ich sonst einen knetbaren Teig erhalten hätte … Prima Sache. Und weniger Kalorien als mit Grieß. Ich überlege, statt Quark auch einmal Skyr auszuprobieren. Die starke Säure könnte es noch interessanter machen. Mal sehen! Auf jeden Fall ein sehr wandelbares Rezept.

Was mich wundert: Ich werde von so einer Riesenportion erst einmal nicht satt. Ich esse es auf, habe aber nicht das Sättigungsgefühl, das ich bei viel Gemüse habe. Stattdessen muss ich dann noch ein, zwei Tassen Kaffee trinken, bis ich mich satt fühle. Dann durch das viele Protein aber auch langanhaltend. Gestern war meine Makroverteilung jedenfalls stärker in Richtung Fett verschoben als sonst. Fast zehn Gramm mehr als normal. Dafür kaum Kohlenhydrate. „Kaum“ … für meine Verhältnisse.

Heute gibt es wieder viel Gemüse. Romanesco, Blumenkohl, Tomaten, Spitzpaprika und Brokkoli mit Tofu-Geschnetz. Und dazu Wirsingsalat. Auch lecker.

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Das Sportminimum, die Schulter und die Selbstsabotage

And I looked, and behold, a pale horse! And its rider's name was Death, and Hades followed him.
Sport – Schmerzen – Schonung – keine Schmerzen – wieder Sport – Schmerzen … rinse and repeat. Es ist ermüdend. Immer noch während des Trainings selbst keine Schmerzen (außer bei spezifischen Dingen wie Reverse Flys, die nicht mehr machbar sind, Squats und dieser einen Maschine, deren Namen ich nicht weiß), dafür aber dann danach. Und meist nicht einmal in der Schulter selbst, sondern im Bizeps. Manchmal auch direkt am Gelenk – das hat kein nachvollziehbares Schema.

Und prinzipiell würde ich es gern ignorieren, da ich recht schmerztolerant bin. Aber ich habe Angst, mir auf mittlere Sicht permanente Unbeweglichkeit zu züchten und das wäre das Schlimmste. Aus dem Arzt habe ich in der kurzen Zeit, in der er sich überhaupt mit mir beschäftigt hat, nichts herausbekommen. Ob nun Bewegung schädlich ist oder nicht. Die schwammige Aussage „solange es nicht wehtut“ hält kein Wasser, wenn das so individuell ist.

Ich bleibe bei täglich Seilspringen und Planks. Traue mich nicht wieder an Dips und bin grantig.

Essenstechnisch laviere ich um mein 500er Defizit herum. Irgendwie fällt es mir schwer, obwohl ich gar keinen besonderen Hunger habe. Es ist sogar eher so, dass die Idee des Defizits als solches, mich nervt. Ich habe so einen „das nützt doch sowieso nichts“ und „ich habe da gar keine Lust drauf“-Gedanken in mir. Klar, ich muss abnehmen. Ich fühle mich fett, schwabbelig, eklig. Ich kann meinen Körper wieder mal kein bisschen leiden und will ihm (und damit mir) deshalb etwas Gutes tun, in dem ich die Fettschicht reduziere. Ultimate Selfcare. Aber derzeit habe ich zu viel Selbsthass, um mir zu gestatten, gut abzunehmen. Ich sabotiere mich unbewusst und bewusst wo es nur geht. Es ist ein Krampf, an fünf Tagen die 500 zu schaffen. Und freitags und samstags kann ich froh sein, wenn ich zusammen eine schwarze Null schreibe. Daraus ergibt sich, dass ich natürlich keinen Fortschritt erkennen kann, das „das nützt doch sowieso nichts“ hatte recht und es wird immer schwieriger.

So schleppe ich mich durch die Woche, beschäftige mich viel zu sehr mit dem Thema und vermisse die Leichtigkeit, mit der ich vor fast zwei Jahren angefangen habe und innerhalb eines halben Jahres dreißig Kilo runter hatte. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, wie ich damals ein tausender Defizit geschafft habe.

Dabei habe ich nicht einmal das Bedürfnis nach Schokolade oder Gebäck (zumindest wenn es nicht vor mir steht). Es sind kleine Dinge, mit denen ich mir das Defizit versaue. Noch ein Kakao-Kaffee mit Mandelmilch (mit 20 Kalorien vertretbar, aber keine vier davon), 300 Gramm Wirsing statt 100 (40 Kalorien drauf), ein Löffel Sojasauce mehr … es nervt mich kolossal aber ich kann es nicht abstellen. Völliger Autopilot. Und zack ist das Defizit nicht mehr 500, sondern nur noch 400. Ich zähle keine Sportkalorien, um das nicht auch noch kaputt zu machen. Aber die reißen es auch nicht raus. Und, wie gesagt, Freitag und Samstag. Da bekomme ich keine Kontrolle über mich. Ich bin wie ein Gesellschaftstrinker. Ich bin allein trocken, doch sobald ich mit Leuten zusammen bin, reißen alle Stricke.

Aber alles Jammern hilft nicht. Das Fett muss runter. Ich muss das schaffen und Scheitern war noch nie eine Option.

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Die Culinary Diversity-Wölfe werden völlig von Quarkauflauf überrascht.

Druck

Aber sowas von überrascht! Ich sah am Freitag das Rezept dafür auf Cabernets Blog und war sofort Hals über Kopf verliebt. Ich ziehe Kuchen Torten vor (wenn ich auch einen soft spot für die deutscheste aller Torten, die Schwarzwälder, kultiviere) und meine Lieblingskuchen sind Linzertorte (Torte? Kuchen? Nein, definitiv Kuchen!) und Käsekuchen. Manchmal gleichauf mit gefülltem Hefezopf, Marzipanstollen und Splitterkuchen. Aber auf jeden Fall liegt der Käsekuchen fest in der Spitzengruppe.

Und dann kommt dieses Rezept einfach so aus dem Nichts, trifft meine ungeschützte Flanke und wirft mich um. Und ist auch noch absolut abnehmtauglich! Und hat gute Makros! Und schmeckt großartig! Und ist einfach zuzubereiten! Und macht satt!

Ersetzt natürlich eine komplette Mahlzeit – aber ist es auch sowas von wert! Ein Käsekuchen ohne Boden, der Kuchengelüste befriedigt und glücklich macht.

Ich habe ein bisschen am Rezept herumgefuchtelt – habe Milch durch ungesüßte Mandelmilch ersetzt, die Kirschen durch 125 Gramm Tiefkühlbeeren und einmal Testweise die zwei Scoop Whey durch ein weiteres Ei. Freundin A. meinte spontan, als ich ihr begeistert davon erzählt habe, dass man das bestimmt auch gut salzig machen könnte. Hat Cabernet auch schon vorgeschlagen, ist für mich aber erstmal nicht so bedeutend. Obwohl so eine Art bodenloser Terror-Flammkuchen-Klumpen wäre schon klasse …

Quarkauflauf. Große Begeisterung. 😊 #ohneunsinnabnehmen

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Jedenfalls habe ich diesen Auflauf Freitag und Samstag gegessen, Samstag bin ich sogar extra nach dem Sport noch ins Prollo-Kaufland, um mir eine 20cm-Springform dafür zu kaufen, weil meine Kastenform dafür nicht ideal und meine runde Silikonform zu groß war.

Und das Rezept? Das gibt’s im Original hier und meins sieht so aus:

  • 250 Gramm Magerquark (170 Kalorien)
  • 125 Gramm Tiefkühlbeeren (50 Kalorien)
  • 30 g Schoko-Whey (Ich habe nur Schoko-Proteinpulver) (114 Kalorien)
  • 125 ml Mandelmilch (16 Kalorien)
  • 1 Ei (70 Kalorien)
  • 10 g Weichweizengrieß (33 Kalorien)
  • Süßstoff, Vanille, Zimt, Koriander, Muskat, Kardamom, Ingwer (ich liebe Gewürze)

Whey, Grieß, Süßstoff und Gewürze in die Mandelmilch einrühren. Quark und Ei dazugeben und schaumig rühren. Die Beeren in die Springform legen und die Quarkbrühe (es wird recht flüssig) dazugeben. Den Auflauf im Ofen bei 180 ° Umluft ca. 30 Minuten backen.

Zusammen 501 Kalorien – eine komplette Mahlzeit aber dafür auch saugute Makros! Proteinmäßig der Knaller.

Diese Woche ist erst einmal essenstechnisch anders verplant, aber vielleicht findet der Auflauf Freitag und Samstag (oder Sonntag) wieder den Weg in mein Budget.

Apropos Budget … die letzte Woche 2500 Kalorien gespart, 675000 to go. Sehr langsamer Progress. Aber trotz heftiger Gegenwehr ist mir am Samstag J1 reingegrätscht. In dem sein Linsen-Chili zwar sparsam war, aber mit frisch aufgebackenem Brot serviert wurde (noooooiiin!!!) und er auch noch Blaubeer-Biscoffboden-Käsekuchen(!!!!)-Muffins gebacken hatte. Ich hatte mal wieder null Selbstkontrolle. Manchmal möchte ich mich einfach permanent ohrfeigen.

Kleiner Teilerfolg: Keine Schokolade diese Woche gegessen. Und außer den Muffins keine Süßigkeiten. Und außer dem Brot zum Chili keine Backwaren. Mühsam näherndes Einhörnchen.

Was geschah sonst noch am Wochenende? Ich war beim Sport gut drauf, die Waldnymphe hat mir die Haare nachgefärbt, wir haben Werewolf gespielt, es wurde TESO gezockt, wir haben den echt genialen Film „Hidden Figures“ geschaut und der Erklärfaun wurde krank. Irgendwann musste es ihn ja auch erwischen.

Für diese Woche plane ich die Wiederaufnahme der Plank-Challenge und hoffentlich viel Sport.

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Everyday is Legday

Timebandit
Zumindest in nächster Zeit für mich. Denn der Besuch beim Orthopäden rangiert auf der nach oben offenen Hilfreich-Skala bei minus 25. Als ich in der Praxis ankam, standen die Leute schon bis zur Treppe. Es wurde nicht besser, als man dann zum Warten in den Flur vor die Behandlungsräume verteilt wurde, weil sonst kein Platz mehr gewesen wäre. Ja, das deutsche Gesundheitssystem funktioniert! Ein Grund mehr, Beschwerden zu verschleppen. Lieber krank als mit so vielen fremden Menschen eingepfercht zu sein! (Danke, soziale Phobie! Danke, Agoraphobie! Ihr seid ein Spitzenteam und macht’s mir in so vielen Situationen leichter!)

Jedenfalls kam ich irgendwann dran und ich hatte exakt anderthalb Minuten mit dem Arzt. Er hat mich nicht einmal untersucht. Ich habe eine Überweisung zum Radiologen bekommen für eine Tomografie, weil man ja ganz sicher sein muss, dass es auch eine Kalkschulter ist. Neben einem gesalzenen „WTF?!“ für das Verhältnis Warte- zu Patientenzeit auch ein „Ääääähhh …“, denn wenn er sich unsicher ist …. warum hat er es nicht abgeklärt, als ich das erste Mal damit ankam? Vor einem halben Jahr also … ein halbes Jahr, in dem ich Schmerzen hatte … Ganz großes Kino.

Und die kurz angerissenen Alternativen („Meine Damen und Herren – wir haben doch keine Zeit!“) waren – entweder die Behandlungen mit Erfolgsaussichten aus eigener Tasche bezahlen oder mich bei einer OP mit einer gar nicht mal so kleinen Chance zum Krüppel schießen lassen. Aber dafür wenigstens von der Krankenkasse bezahlt!

Echt jetzt … vierhundert Euro frisst mir jeden Monat die Krankenkasse aus dem Gehalt. Und das … dafür?

Ich war nicht unbedingt gut gelaunt, als ich die Praxis wieder verlassen habe. Unter anderem auch weil ich, während ich wartete, direkt auf einen Ganzkörperspiegel starrte und der mir sehr unbarmherzig zeigte, was für ein fetter, wabbliger Wal ich bin. Sehr, sehr unattraktiv. Da müssen mindestens noch zehn Kilo runter. Dann wäre ich ganz haarscharf vor Untergewicht. Aber ich sehe so furchtbar aufgedunsen und eklig aus, das kann so nicht bleiben. Wenn man vorm eigenen Anblick zurückzuckt, muss etwas getan werden.

Zum Glück bin ich dabei. Defizit läuft. Mehr oder weniger. Ganz 500 schaffe ich praktisch nie. Aber ich halte die 450 bis 500 dafür vermutlich auch die nächsten paar Monate durch. Ich schätze bis zum Herbst, wenn ich insgesamt zehn Kilo weghaben will. Zehn Kilo sind rund 70.000 Kalorien. Das würde jeden Monat ungefähr 10.000 Kalorien Defizit bedeuten. Oder 2500 die Woche. Machbar.

Der Muskelaufbau wird mir wie üblich etwas reingrätschen – aber da ich sowieso „auf Sicht“ abnehmen möchte (also nicht wiegen, nur Klamotten und eventuell Maßbänder), wird es mich weniger belasten als zu Zeiten, als ich noch rein über Waage kontrolliert habe.

Nach dem Arzttermin bin ich dann ins Gym. Das erste Mal Sport nach der Erkältung. Die immer noch nicht ganz weg ist. Aber ich wollte nicht mehr warten und musste mich nach dem Frust einfach bewegen …

Ich habe mir ein reines Bein-Rumpf-Programm gebastelt. Davor ein bisschen Cardio und dann war’s auch wieder gut. Nicht einmal Squats kann ich mehr machen, weil ich dazu ja schließlich die Stange auf dem Nacken halten muss und mir das an der verdammten Schulter auch wehtut. Also Legpress (ich war so sauer, dass ich auf zwei Sätze 116 Kilo gegangen bin und nun meine Kniescheibe wieder knackt), Hüft-Ad/Abduktoren, Crunches in jeder Form und Hamstrings.

Ich werde also meine ganzen, mühsam aufgebauten und mir echt gut gefallenden Schultermuskeln nach und nach verlieren, weil ich nichts für ihren Erhalt tun kann. Ja, die moderne Medizin hat’s echt drauf!

Wo bleibt mein Cyber-Gelenk?

Ach watt, Leben!

Darwin-Award, Führerscheinedition

Seelisch und körperlich keine Veränderung zu Gestern. Es kam nur noch die Angst hinzu, dass ich keinen Sport mehr machen kann, falls die Krankenkasse die Behandlung meiner Schulter nicht zahlen wird. So ungelegt dieses Ei auch sein mag – es hängt wie eine dunkle Wolke über mir. Eine Zukunft mit chronischem Schmerz und viel weniger Bewegung. Das macht mich so erschöpft. Und so wütend. Ich sollte doch der Traum jeder Krankenkasse sein. Ich habe Normalgewicht, treibe Sport, esse kein Fleisch, trinke keinen Alkohol und rauche nicht. Ich gehe zur Krebsvorsorge und seit ich abgenommen habe, brauche ich auch keine Blutdruckmedikamente mehr. Ich bin der perfekte Beitragszahler. Und anstatt, dass sie nun alles tun, mich mit wenig Aufwand in diesem Zustand zu erhalten, legen sie meiner Behandlung Steine in den Weg.

Und das Allerbeste: Diese Lackaffen zahlen Akupunktur, aber keine richtige Medizin! Ich möchte bitte Kostenübernahme für mein Therapie-Einhorn! Ich glaube, ich muss die Krankenkasse wechseln. Zu einer Kasse, in der nicht bei Mondschein Rituale getanzt werden.

Hilft jedenfalls nicht, mich aus dem Sumpf zu ziehen. Addiert zur grauen Ebene.

Aber wenigstens konnte ich heute Morgen um halb sechs natürliche Auslese bei der Arbeit bewundern. Nein, niemand ist gestorben.

Ich stand an der Ampel am Ausgang unserer kleinen Straße und wartete, dass der Bedarfssensor sich bequemen würde, die Anwesenheit meines Autos zur Kenntnis zu nehmen und auf Grün zu schalten. Ich starrte während dessen stumpf in den Mittelgrund der Kreuzung. Da geschah schräg gegenüber Folgendes …

Man kann ja durchaus eine etwa 300 Meter lange Einbahnstraße auch mal gegen die erlaubte Richtung befahren, wenn man ein Anlieferer für eine Bäckerei am Eck und sehr faul ist.

Man kann dann auch seinen Transporter gegen eben diese Richtung stehen lassen, damit man nicht noch fünf Meter fahren muss und schneller seine Brötchen ausladen kann.

Ebenfalls kann man ignorieren, dass genau gegenüber – am Anfang exakt jener Einbahnstraße, auf der man gerade herumsteht – das Polizeirevier ist.

Aber sich dann wundern, wenn Polizisten angefahren kommen und sehr verdutzt sind, ist dann doch ein bisschen arg dämlich.

Jetzt auf’s Meeting vorbereiten und sich einreden, dass die Vorzeichnung des Covers nicht so schlecht ist, wie sie aussieht. Immerhin hat die Frau zwei Arme, zwei Beine und einen Kopf. Und sogar zehn Finger. Niedrigschwelliger Erfolg! Diese Woche zieht sich wie Kaugummi. Alles läuft langsam, zäh und mühsam. Es kann nur besser werden.