Ach watt, Leben!, Culinary Diversity-Wölfe, Dat Nerdstuff, Ernährung

Die Culinary Diversity-Wölfe klatschen distinguiert-begeistert

Druck

(Wenn es so etwas gibt. Doch. Bestimmt. In der englischen Oberschicht auf jeden Fall!)

Die Overnight Oats waren tatsächlich sehr, sehr Bircher Müsli und haben deshalb auch sehr, sehr gut geschmeckt. Irgendwie ganz nah beim Porridge. Von daher definitiv ein Gewinn. Und weil es so prima war, habe ich mir für heute Abend gleich wieder ein neues Glas angesetzt. Diesmal mit Banane statt Beeren, weil ich Beeren schon im Mittagsporridge habe. Außerdem habe ich noch den halben Tiefkühler voll mit Bananenscheiben für Nicecream, die ich nie benutze. Ich liebe Nicecream, scheue aber den Aufwand der Herstellung. Ja. Genau. Den Aufwand. Ich hasse es, elektrische Haushaltsgeräte auf- und abbauen und säubern zu müssen. Und Nicecream ohne Pürierstab ist vermutlich nicht kleinzukriegen. Ich könnte mit dem Hammer darauf herumkloppen. Klingt jedoch nicht erfolgversprechend. Jedenfalls: Egal, wie gut mir Nicecream schmeckt – es gibt sie selten. Die vorbereiteten Bananen habe ich trotzdem scheibchenweise eingefroren. Da kann ich sie auch mal auf Overnight Oats kippen.

Und weil diesmal Donnerstag der neue Freitag ist, freue ich mich jetzt dezent auf’s lange Wochenende. Wird viel soziale Interaktion beinhalten, was nach dem Stress der letzten Wochen vielleicht nicht ganz vorteilhaft ist, sich aber nicht vermeiden lässt.

Freitag gehen wir mit J1 und D. essen. Italienisch. In ein Lokal, das darauf besteht, keine Pizzeria zu sein. Das macht mich etwas traurig, weil ich nicht mehr so der riesen Nudelfan bin und es ohne mein geliebtes Pizzabrot in der italienischen Küche nicht gerade vegetarierkompatibel zugeht. Ich habe Erinnerungen an die großäugige Überraschung, als G. immer erzählte, was seine süditalienischen Verwandten so verspachteln. Nein, Fisch ist kein Gemüse! Mal sehen, was sich für mich findet. Falls südlich wird’s wohl sehr fettig und frittiert sein. Die leichte mediterrane Küche halt! Weil Olivenöl nicht zählt oder so … Oder einen Salat. Ich bin kein großer Freund von gemischtem Salat. Seufz. Ich wäre lieber indisch essen gegangen. Das ist für Vegetarier immer der absolute Hit.

Samstag ist Mage-Spielen und Voller Napf brät uns Burger. Für mich und T. gibt’s leckere Bohnenpatties. Große Vorfreude! Voller Napf kocht zum Niederknien gut. Wenn man sie mit der Waldnymphe, die eine begnadete Zuckerbäckerin ist, fusionieren würde, bekäme man den Kalorien-Super-Saiyajin. Außerdem habe ich große Lust auf Mage. Mein kleiner Artificer war letztes Mal so unglaublich sozial fähig! Hat praktisch ganz allein Maître Christophe, seinen mundanen Arbeitgeber und (vermutlich) Protestanten, aus den Klauen des Inquisitors geredet (und nicht ein einziges Mal erwogen, alles anzuzünden!). Eine Runde Handgeklapper für den jungen Mann, bitte!

Yay für Hermanos, den sozial völlig total meistens oft manchmal fähigen Magus!

Sonntags haben uns Schwiegers1 zum Brunch geladen. Also noch mehr essen. Und Awkwardness. Ich mag Schwiegers1 gern, weiß aber immer nie, über was ich mit ihnen reden soll. Ich sitze dann am Tisch und lächle einfältig. Und schweige. Ich könnte ein Gänseei als Gastgeschenk mitbringen, falls es Vatereinheit gelungen ist, der Gans mal wieder eins zu klauen. Das ist immer ein Gesprächsgegenstand. Die Wachgänse der Elterneinheiten haben nämlich die Frühlingssaison eingeläutet, in einer leeren Pferdebox ein Nest gebaut und man kann sie nur mit Diebstahl der Eier daran hindern, sich ihre Emu-War-Army zu erbrüten. So ein Diebstahl ist aber gefährlich, weil sie natürlich das Gelege hochaggressiv verteidigen. (Falls Interesse besteht, kann ich ein paar Geschichten zum Leben mit Gänsen erzählen. There will be blood!)

Der Wettervorhersage nach kann ich diese ausufernde Fresserei am Montag hoffentlich mit einer Radtour ganz allein für mich wieder abtrainieren. Je nach Regen/Wolkenlage könnte ich mal schauen, ob ich es bis nach Speyer schaffe. Oder zumindest grob in diese Richtung. Die letzten Touren gingen eher nach Osten, da schadet ein bisschen Abwechslung nichts.

Jetzt noch zwei schlimme Meetings, einmal schlimm im Stau stehen nach Hause (es wird Stau geben. Absolut sicher), schlimm Einkaufen (es wird soooo voll sein!) und dann … Wochenende! Habt prima Ostern, liebe Lesefröschchen!

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Ach watt, Leben!, Ernährung

Übernacht-Pampf de luxe

Ich bin ja auf der stetigen Suche nach dem Protein-Nachtisch-Gral. Von Riegeln bin ich weggekommen, weil die dafür, dass sie eigentlich nur fancy Schokolade sind, doch verdammt ins Geld gehen. Dann lieber gelegentlich ein Snickers.

Joghurt und Skyr sind prinzipiell toll – aber irgendwie wollte ich das mit mehr „Erlebnisessen“-Charakter. Trotz der Tatsache, dass ich im Studium gelernt habe, wie geschönt Foodfotografie ist, falle ich selbst immer wieder mit Wonne darauf rein, weshalb ich schon länger mit den gar so hübschen Overnight Oats liebäugle. So schön bunt geschichtet in ihren putzigen Hipstergläschen!

Prinzipiell die Milchprodukt-Cousins der Buddha Bowls und eigentlich nur die Coldbrew-Variante meines täglichen Quarkporridges. Aber doch irgendwie mit mehr glitter and sprinkles. Und laut den meisten „Rezepten“ auch übersichtlich im Aufwand.

Also habe ich gestern ein 500 ml-Glas aus meiner Glasbox gefischt (was ein Glück, dass ich immer so faul bin und mein Altglas erst nach unten schleppe, wenn der Stapel Stützbaguettes braucht), es nochmal seeehr gründlich und seeehr heiß ausgespült und angefangen, Schichten zu bauen.

Ganz nach unten kamen zehn Gramm Haferflocken. Darauf ungefähr 50 ml ungesüßte Mandelmilch. Dann eine 150-Gramm-Lage stichfester Magerjoghurt mit Süßstoff und zwei Teelöffel Chiasamen verührt. Und als Abschluss 120 Gramm Tiefkühlbeeren. Der ganze Spaß also rund 150 – 170 Kalorien. Sah hübsch aus, wurde verschlossen und in den Kühlschrank gestellt.

In den Rezepten ist eine Ziehzeit von sechs Stunden angegeben. Werden bei mir aber 24, da ich mein Glas erst heute Abend als Nachtisch essen möchte. Ob es da ein „zu lange“ gibt weiß ich nicht. Das Internet schweigt sich aus. Ich werde es sehen!

Morgen also das Fazit der Culinary Diversity-Wölfe. Das, sollte das Zeug Bircher Müsli auch nur entfernt ähnlich sein, eigentlich nur positiv ausfallen kann (ich liebe Bircher Müsli!).

Ansonsten hat sich herausgestellt, dass es keine fertig kaufbare Steh-Schreibtisch-Lösung für mich gibt. Alles nicht tief genug für mein Setup. Also hat mein Chef beschlossen, dass wir selbst etwas bauen. Meine vorsichtige Erwartung kennt praktisch keine Grenzen!

Ach watt, Leben!, Dat Nerdstuff, Ernährung

Stehen im Büro und die Sommerzeit

Ich habe mir nach sechs Jahren Pause WoW wieder installiert. ich mag die unernste Ader der Entwickler.

Dieses Jahr bin ich geradezu bizarr schnell mit der Zeitumstellung fertig geworden. Gestern völlig neben mir und den ganzen Tag müüüüde, bis zur normalen Bettzeit aber wachgehalten und nun nach einer Nacht voll merkwürdiger Träume (mehrere Teselectae gehen im Berlin der achtziger Jahre Backfisch essen und flüchten vor Lieutenant Commander Data, der ebenfalls eine Teselecta ist, wenn auch eine durchgedrehte. Dazu dann noch die Stasi) erfrischt und voller Tatendrang aufgewacht. Wenn’s das mit der Anpassung gewesen sein soll, bin ich mehr als zufrieden.

Gestern habe ich im wöchentlichen Grafikmeeting unseren Chef darauf angesprochen, dass ich wegen meiner Schulter gern im Stehen arbeiten würde. Ich habe mir mit meinem Cintiq eine seltsame Oberkörperhaltung besonders auf der linken Körperseite angewöhnt und ich glaube fast, dass das mit zu meinen Schulterschmerzen beiträgt. Und selbst wenn nicht, ist Arbeiten im Stehen gesünder. Wenn es denn funktioniert.

Drei dieser variablen Tischaufsätze sind im Verlag schon in Gebrauch – aber mein Setup ist eben leider mit einem normalen Büroarbeitsplatz nicht vergleichbar. Ich habe ganz hinten, aufgebockt auf drei Plastikfüße, den Mac stehen; davor das auf etwa 60 Grad geneigte Cintiq und dann die Tastatur, weil ich ständig Kurzbefehle brauche. Insgesamt also fröhliche siebzig Zentimeter Tiefe. Ob selbst das breiteste Desk-Modell das schafft, müssen wir noch sehen. Von der Kabelführung mal ganz abgesehen. Und da man bei Apple wenig Wert auf Kompatibilität mit irgendwas legt, kann man den Mac mangels abnehmbarer Abdeckung/Fußbefestigung auch nicht an einen Ausleger über dem Zusatztisch anbringen. Ach, warum muss man in der Grafikbranche nur immer noch an diesem minderwertigen Appledreck hängen? Früher gab’s die relevanten Programme nur für den Mac (ja, früher wussten PC-User gar nicht, was Photoshop ist! Die benutzten Corel Draw! Mutti erzählt vonnem Kriech). Da war man gebunden. Aber mittlerweile ist das kein Argument mehr!

Zur Ansicht bestellt ist das Ding auf jeden Fall schon mal. Ich bin gespannt! Der Erklärfaun arbeitet seit einem Jahr nur noch im Stehen und ist sehr glücklich damit. Allerdings muss er natürlich auch nicht zeichnenderweise über einem Cintiq kleben. Es bleibt also spannend.

In Sachen Ernährung möchte ich mir mal als Nachtischalternative Overnight Oats unter 300 Kalorien ansehen. Mal schauen, ob ich da etwas finde, was mich anspricht. Klar, ich könnte einfach zehn Gramm Haferflocken (34 kcal), 150 Gramm Magerjoghurt (66 kcal) und eine Handvoll TK-Beeren (50 kcal) in eine Schüssel füllen und bis abends stehen lassen (zusammen 150 Kcal). Aber das wäre doch viel zu einfach! Das geht doch fancier!

Ach watt, Leben!

Die Woche aus der Hölle flockt weiter aus

Dieses Ding stand in dem Dorf, in dem die Party war. Viel deutschere Küche wird man nirgendwo finden. Brasilianischer Rahmbraten. Mexicopfanne. Keniabraten!

Kommt mir auf jeden Fall so vor. Ich habe sie zwar mit Hängen und Würgen hinter mich gebracht, bin aber völlig platt und selbst ein Wochenende, das bis auf Vampire-Zocken, eine Party und sonntags einer Radtour nur aus Schlaf bestand, konnte mich nicht wirklich wieder auf den Damm bringen. Ich bin dünnhäutig, ängstlich, bedrückt und mutlos. Gar nicht gut.

Vermutlich war die Party auch gar keine gute Idee. Ich kannte außer meinen Beiden niemanden (das Geburtstagskind war ein Arbeitskollege der Waldnymphe) und sie fand in einer Scheuer statt. In einer Scheuer. Bei unter null Außentemperatur. Der Erklärfaun und ich standen die ganze Zeit nur direkt vor dem Heizlüfter und haben gemeinsam gefremdelt. Zum Glück geht uns der Gesprächsstoff eigentlich nie aus.

Das Essen war jedenfalls gut. Die Gastgeber sind Veganer, so dass ich bedenkenlos alles essen konnte. Und es hat gar nicht mal so arg vegan geschmeckt. Ja, ich weiß. Vorurteil und so. Es gibt so viele leckere vegane Gerichte. Aber die Tatsache, dass man das extra erwähnen muss, zeigt eigentlich, dass dem nicht wirklich so ist. Als Vegetarier ist man bei solchen Buffets immer gefickt. Es gibt für die Fleischesser Dinge, die man nicht essen möchte und es gibt Veganes, das halt ohne Milchprodukte und Eier meistens nicht das bietet, was man so möchte, wenn man nicht auf Ersatzprodukte steht. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau – die Waldnymphe hatte Dattelpralinen und einen Kokoskuchen mitgebracht und es gab schöne Salate, Chili, Gemüsemuffins und Brot.

Den sonnigen Sonntag habe ich auf dem Fahrrad verbracht. Ich und der Großteil der Restbevölkerung waren im Sonnenschein unterwegs. Das war echt schön (beste Sichtung: Schlimme-Kindernamen-Aufkleber. „Fiona-Myrte“ Das sind mindestens zwei Jahre Thrapie). Vierzig Kilometer und warm verpackt. Trotz Sonne, Handschuhen und Frottee-Socken hatte ich am Ende sehr kalte Zehen. Der Rest des Körpers war muckelig warm. Ich fahre aber auch einen flotten Reifen. Und ich hatte das Privileg zu beobachten, wie irgendwo zwischen Wieblingen und Edingen links neben mir ein Hund so schnell aus dem Gebüsch schoss, dass er praktisch den Boden nicht mehr berührte, den Damm hinunterwetzte und sich ungebremst in den Neckar stürzte. Ein paar Sekunden später tauchte das dazugehörige Frauchen auf. Mit sehr resigniertem Gesichtsausdruck. Tut das Tier anscheinend öfter.

Erstaunlich viele Nordic Walker. Ich hätte gedacht, dass diese Fad sich totgelaufen (pun intended) hat. Ich verstehe es zugegebenermaßen auch nicht. Die Nordic Walker sind nicht schneller als normale Spaziergänger – der Unterschied besteht nur darin, dass sie zwei Stöcken die Welt zeigen. Zwei Stöcken, die sie so halb hinter sich her schleifen. Irgendein wichtiges Detail dieses Sports muss mir entgehen. Denn ich kann mir nicht vorstellen, was der Vorteil zu normalem Herumlaufen sein kann. Irgendwann bin ich mal mutig, halte an und frage einen Walker.

Zum Glück steht mir nun nur eine kurze Woche bevor. Und hoffentlich sind wieder beide Kollegen gesund. Ich fühle mich so furchtbar erschöpft!

Zum Abschluss noch ein Lesetipp zum Thema „gesunde Ernährung“. Muss man nicht alles unbesehen glauben, ist aber in der Essenz schön vernünftig. Nicht mehr an Kalorien essen, als man verbraucht; ausgewogen pflanzlich mit gelegentlichen Ausflügen zu Fleisch, Fisch, Milch, Ei; you can’t outrun a bad diet; Carbs sind nicht der Teufel und Superfoods kommen nicht (nur) aus dem Dschungel. Fein so.

Ach watt, Leben!

Und es geht wieder los! Meine Damen und Herren – eine neue Runde, eine neue Wahnsinnsfahrt!

Beide Kollegen sind seit drei Tagen krank. Der Rest der Firma denkt sich „midoegal“ und macht mich einfach platt. „Kannste mal bitte …“, „Ich bräuchte eben …“, „Das muss heute noch raus und ich weiß nicht …“, „Diese Datei hier muss kontrolliert werden, weil …“, „Ich habe eine Datenkontrolle von …“, „Ich kann leider nicht warten bis …“

Ich habe seit Montag keinen Strich an meinen Projekten getan. Ich bin schlicht nicht dazu gekommen. Als Sahnehäubchen dann noch ein seit dem letzten Zwangsupdate völlig ausrastender Adobe Illustrator (ich muss vor jedem Start die Preferences löschen, da er mir sonst jede geöffnete Datei in Pixelmatsch verwandelt) und eine Katze, die jede Nacht Rennbahn hat.

Gegen Letzteres halfen Ohrenstöpsel aus der Apotheke. Gegenüber dem Rest bin ich völlig machtlos und fühle mich immer abgekämpfter und müder. Dank der stetig unter Null liegenden Temperaturen kann ich auch weder Laufen noch Radfahren, hänge also an meinen Bodyweightübungen fest. Krafttraining fällt dank der Schulter aus und nun fängt auch noch die andere Schulter an, weh zu tun. Dieser Orthopäde ist jenseits von unfähig! Und ich habe absolut keine Zeit, mir von meinem Hausarzt eine Überweisung zur Sportmedizin zu holen, weil ich nicht früher aus dem Verlag kann.

Irgendwie möchte ich jetzt grade so richtig gar nicht mehr.

Und ich fürchte, dass mein Innenleben, sobald sich die immanente Gefahrenlage entspannt hat, absolut kippen wird und ich mich nach diesem Stress auch noch auf eine depressive Episode freuen darf. Hurra und so.

Mein Leben besteht aus sehr robotischem Aufstehen – Arbeiten – Heimkommen – Essen und dabei eine Episode Supernatural – in WoW irgendeinen sinnlosen Quatsch machen – Schlafen. Klingt echt aktiv und super. Wenigstens hilft, dass ich Mealprep mache und so nicht auch noch nachdenken muss, was ich esse. Mittags Quarkporridge mit Beeren, abends Ofengemüse und einen Joghurt.

Private kreative Projekte? Haha. Spässle. Aber ich freue mich darauf, irgendwann weiter an der Jugendstilserie arbeiten zu können. Irgendwann.

Culinary Diversity-Wölfe, Dat Nerdstuff

Die Culinary Diversity-Wölfe essen Herzen

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… was nicht bedeutet, dass ich nun die Supernatural-Lore angenommen habe, laut derer Werwölfe menschliche Herzen verzehren. Nein, World of Darkness-Wölfe würden niemals irgendein Körperteil fressen, das ist für sie absolut undenkbar. Das sind eher sehr, sehr gefährliche Hippies im Geiste von Sea Shepherd (ich mag Sea Shepherd).

Es geht um Artischockenherzen. Denn die gab es am Freitag im Angebot beim Lidl und ich habe sie spontan mitgenommen. Weil ich keine bewusste Erinnerung daran habe, je Artischocke gegessen zu haben. Ich hatte vage im Kopf, dass man die Blütenblätter als Dip-Trägersubstanz beim Buffet verwendet – aber ganze Artischockenherzen? Noch nie gegessen.

Ich habe sie also vorgekocht und abends als Gemüse im Ofen zusammen mit Paprika und Zucchini zubereitet. Dazu Shiratakinudeln und Tomatensauce. Und, was soll ich sagen – Experiment gelungen! Es hat sehr aromatisch geschmeckt. Die Artischocken hatten einen deutlichen, angenehmen Eigengeschmack. Ich hätte sie ein, zwei Minütchen länger vorkochen sollen, aber ansonsten waren sie auf den Punkt. Große Zufriedenheit, viele Nährstoffe, satt geworden. Allerdings ist das wohl wieder ein Gemüse, das es nur selten geben wird. Wie Topinambur. Man kauft es eben, sobald es verfügbar ist, plant es aber nicht ein.

Der Rest des Wochenendes war weniger gesundheitsbewusst. Da der Erklärfaun Cthulhu-Megasession hatte, haben die Waldnymphe und ich einen Nachmittag und Abend mit Werewolf-Spielen, Schokolade essen, in ihrem Fall Gin trinken, uns von Schwiegerpapa1 einen Hefeteig für Pizza basteln lassen und diese Pizza nur mit Tomaten und Mozzarella zu verzehren und einen echt ganz schlimmen Film schauen verbracht. Echt jetzt. Wir hatten nichts erwartet und der Film war trotzdem schlechter. Suicide Squad. Jared Leto hat es geschafft, einen sowieso schon extrem nervtötenden Charakter noch peinlicher zu machen (immerhin hatte er aber eine weniger schlechte Frisur als im RL. Gut für Jared Leto!). Ich habe bei comicbasierenden Filmen kein Problem mit hahnebüchenen Stories – aber das Ding war nochmal eine Stufe sinnloser, dämlicher und ärgerlicher als alles, was man bisher gesehen hat. Nicht angucken. Und nein, mir geht es nicht darum, dass eine dysfunktionale Beziehung unreflektiert glorifiziert wurde – das wird sie in den Comics schließlich auch. Es war eher das Gesamtpaket aus Logiklöchern, überflüssigen Charakteren und pubertärem Coolnessverständnis, das mir das Fremdschämen heiß in den Nacken getrieben hat.

Ansonsten hat mich der Wintereinbruch überrascht. Als ich Samstagnacht nach Hause fuhr, fisselten ein paar Schneeflocken und ich dachte „Gut, dass die nicht liegenbleiben“. Als ich sonntags zu geschlossener Schneedecke erwachte, dachte ich „Huh“. Dementsprechend habe ich mein Sportprogramm in der Wohnung gelassen. Squats (viele Squats!) und Stepper (viel Stepper!). Und ich bin in Nostalgie gewatet, in dem ich WoW gespielt habe.

Nun habe ich Winter-Wonderland vor dem Bürofenster und wünsche mir Frühling, damit ich endlich wieder Laufen und Fahrradfahren kann. Als ich Samstag mit dem Fahrrad einkaufen gefahren bin (ich bin zwei Leuten aus Matheaufgaben begegnet: Der eine kaufte 42 Flaschen Schaumwein, die andere elf Schokohasen), tränten mir schon wieder die Augen wie nichts Gutes. Ich brauche mehr Wärme!

Ach watt, Leben!, Ernährung

Die Culinary Diversity-Wölfe sind Teetrinker

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Natürlich. Das Empire 1891 in dem die Sonne niemals unterging. Teeblätter aus den Kolonien. Vom Baron Oakham bis zum Thief Catcher Thatcher trank jeder Tee. In unterschiedlichen Güteklassen und unterschiedlicher Zubereitung – aber Tee.

Umso überraschender, dass die Wölfe sich nun über Kaffee so freuen können. Simplen, schnöden Kaffee.

Denn ich habe in der „zu verschenken“-Schütte im Verlag (jeder Arbeitgeber hat so etwas, oder? Ein Regal oder einen Korb, in den die Leute Zeug legen, das sie nicht mehr brauchen, das aber noch praktisch unbenutzt ist. Ungewollte Geschenke und ausgelesene Bücher sind es meistens) eine French Press gefunden und mitgenommen. Nach einer Paranoia-Runde bei höchster Einstellung durch die SpüMa war die feine Bodum-Kanne dann einsatzbereit.

Ich bin kein Kaffee-Connoisseur. Die Waldnymphe nennt das, was ich mag „Sirup, Sahne und Smarties“. Weshalb ich bisher eigentlich konsequent einfachen Instantkaffee mit einer Menge Mandelmilch, Süßstoff und Flavdrops getrunken habe. War völlig ausreichend für meinen Geschmack.

Aber jetzt wollte ich es wissen. Ich habe mir eine Anleitung zum perfekten French-Press-Kaffee aus dem Netz gezogen, festgestellt, dass ich doch nicht so eifrig bin (ich werde mir keine Kaffeemühle kaufen), beschlossen, dass es auch mit feinem Mahlgrad gehen muss, mir guten Kaffee besorgt und das Ding genau nach Vorgabe ausprobiert. (Es geht zugegebenermaßen deutlich komplizierter. Die French-Press-Gemeinde ist da anscheinend noch ritualisierter als die Teezeremonie-Fanbois!)

Und, was soll ich sagen: Großartig! Nicht bitter, nicht sauer. Einfach lecker.

Dumm, dass ich die letzten anderthalb Tage mit einem verdorbenen Magen herumlag. Da kommt Kaffee eher suboptimal. Aber nun!

Die Wölfe heben Schilder mit guten Punktewerten und ich freue mich, dass eine French Press so viel weniger Platz braucht und Müll macht als eine Kapselkaffeemaschine oder Filterkaffee. Deshalb also meine tägliche Selbstliebe ganz getränkbezogen:

Ich war gestern mit mir zufrieden, weil … ich etwas Neues ausprobiert habe. Ich über meinen Schatten gesprungen bin und die Kanne auch aus der Schütte geholt habe. Ich mutig war und diese Kaffeezelebration durchgezogen habe.

Ob man das Ding auch für losen Tee verwenden kann …?

Und demnächst erzähle ich dann die Geschichte, wie ich mit einer full-blown Panikattacke aus dem Arzt-Wartezimmer geflüchtet bin. Das war nämlich weniger erfolgreich.

Ach watt, Leben!, Dat Nerdstuff, Training

Selbstliebe und Verwunderung (mit positiver Überraschung)

Genau, ich mache jetzt in Bracket Songs. Was ein Bracket Song ist, weiß ich auch nur dank Max Goldt, der Quelle reichhaltigster Bildung. In den Siebzigern waren solche Songtitel, die durch eine in Klammern gesetzte Addition eine andere Bedeutung bekamen oder weiter erklärt wurden, wohl voll im Schwange. Und das kann ich natürlich auch!

Aber zunächst zur Selbstliebe. Definitiv keine meiner Kernkompetenzen. Aber da sich bei der Metta-Meditation schon so viel um liebevolle Zuwendung dreht, versuche ich jetzt einmal, aus Gedanken Realität zu machen, in dem ich mir jeden Tag aufschreibe, was ich am Tag davor gut gemacht habe. Worin ich mir gefallen habe. Was ich konnte. Zumindest eine Sache pro Tag wird mir da hoffentlich einfallen.

Also, here weg go!

Ich war gestern mit mir zufrieden, weil … ich endlich wieder auf den Zug aufspringen und etwas für mich zeichnen konnte, das mir wirklich gefällt. Das mir während der Fertigstellung so viel Freude bereitet hat wie danach (danach noch ein gutes Haar an einer Illustration finden zu können ist sehr, sehr selten!).

So. Selbstliebe dafür. Ich war gestern eine gute Grafikerin.

Mein Affenhirn rennt im Kreis und will mir erklären, dass ich sportlich gesehen an der Fußleiste entlangkrebse, ich eine sehr unangenehme Aufgabe vor mir herschiebe und ich seit über einem Jahr keine Zeile mehr geschrieben habe (Blog zählt nicht). Aber Affenhirn kann mich mal. Ich mache meinen Frühsport (Crunches, Reverse Crunches, Squats) und ich tobe abends auf dem Stepper. Ja, das ist zu wenig – aber wohin es mich gebracht hat, trotz Schulter zu trainieren, sieht man ja! Das blöde-Sache-Prokrastinieren ist natürlich dämlich. Aber ich gehe es an. Langsam. Mit maximalem seelischen Schmerz. Gegen den Wind und bergauf. Und Schreiben … das wird wiederkommen.

Die Verwunderung resultiert daraus, dass ich völlig vergessen hatte, wie gut mir das Spielen mit der Waldnymphe tut. Wir hatten die letzten zwei, drei Monate nur Playdates in TESO und keine Zeit, unsere Wölfe auch im Pen&Paper weiterzuspielen. Deshalb gab es keine neuen Geschichten und keine Inspiration für mich, etwas dazu zu zeichnen.

Nicht falsch verstehen – Computerspiele sind ein großartiger Zeitvertreib! Man wird dadurch schneller und agiler im Kopf und in den Fingern, man trainiert seine Teamfähigkeit und Problemlösungsstrategien. Man wird sozialer, entspannter, friedlicher und übt vernetztes Denken. Alles in allem das sinnvollste Hobby, das man im Sitzen betreiben kann. Außer natürlich … Pen&Paper. Gerade für nicht-neuronormative Menschen sind die Ausflüge in die Phantasie unglaublich heilsam. Mir hilft es jedenfalls sehr, die verschiedenen Seiten auszuleben oder etwas, das ich gern wäre, zu testen. Einmal so sozial fähig wie Rhys … das wär ein Traum! Mein Wolf ist dahingehend schon als mein Idealbild konzipiert. Er ist das Gegenteil von socially awkward, geht mit Fremden völlig angstfrei und maximal freundlich um, zeigt und nutzt seine Emotionen und betrachtet Scheitern als Chance, von der er wie ein Gummiball zurück in die Spur hüpft. Ganz davon ab, dass ich schon gern manchmal auch die Fähigkeit hätte, zu einem vier Meter großen Danger Floof mit zwanzig-Zentimeter-Klauen zu werden … Außerdem geht Rhys gern auf Parties und macht mit Begeisterung neue Bekanntschaften. Das würde ich echt gern können!

Egal. Zeigt jedenfalls, dass Pen&Paper immer schon sehr, sehr wichtig war, um mich zu erden und mit positiver Energie aufzuladen. Weshalb ich es am letzten Samstag ganz stark genossen habe, wieder zu spielen. Klar, zwischendrin haben wir auch Mage und Vampire gespielt – aber meine Charaktere dort sind eher mein Ist-Zustand. Die geben mir auch viel, aber sind nicht so tief als Wunsch verankert wie Rhys. Und außerdem sind die Wölfe ganz klar das Ding der Waldnymphe und mir. Sie sind unser Escape Plan. Für alles.

Weshalb ich nun glücklich herumschwebe und mich darüber freue, wieder Inspiration für Bilder zu haben. Gestern den oben zu sehenden Jamie. Als Jugendstil-Vignette in Jugendstil-Pastell mit Jugendstil-Märchenhaftigkeit. Weil die Beiden durch einen mehr oder weniger Unfall in einem Feenreich gelandet sind, das ästhetisch sehr Kay Nielsen und Otto Ubbelohde ist. Genau mein Ding.

Noch ein kurzes Update zur Ernährung: Die bleibt auf Haltekurs – immer noch keine Energie dafür, groß Defizit zu fahren.

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Das Clownauto fährt hupend vorbei

Zumindest kommt es mir so vor. Die neue Woche beginnt so hektisch, wie die alte geendet hat. Die tortenwerfenden Clowns rennen herum, wollen Dinge und gehen mir auf die Eierstöcke.

Kann man nichts machen, muss man durch. Und davon zehren, wie wundervoll das Wochenende war. Denn nicht nur hatten wir mit den Freunden viel Spaß beim Schokoladenfrühstück (es war unglaublich liebenswürdig, wie Frau Hess sich bemüht hat, auch den komplizierten Anforderungen der Veganerin gerecht zu werden. Was bin ich froh, dass man als Vegetarier so einfach Dinge essen kann!) und die Waldnymphe hat sich über mein Geschenk (die Hendricks-Flasche mit dem Custom-Etikett) ein Loch in den Bauch gefreut, sondern auch das Schwiegerfamilienessen lief glatt und friedlich. Sehr, sehr schön.

Als I-Tüpfelchen hatte ich dann – um die rappelvollen Kohlenhydratspeicher wieder zu leeren – am Sonntag wunderbare Entspannung bei frühlingshaftem, wenn auch nicht sonnigem, Wetter und einer mehrstündigen Radtour. Der ersten für dieses Jahr. Ich sah nicht nur Unmengen von Menschen, die es mir gleichtaten (am Neckar war wildester Betrieb. Manchen Hundebesitzern kann man es nicht recht machen: Klingelt man, wenn man sich von hinten nähert, motzen sie, weil sie das erschreckt und sie die Töle anleinen müssen, klingelt man nicht, motzen sie, weil sie das auch erschreckt und sie die Töle anleinen müssen. Man kann in diesem Szenario also nicht gewinnen), sondern auch etwa fünfzig plattgefahrene Kröten/Frösche. Ist anscheinend wieder Wanderungszeit. Arme Viecher.

Ich möchte einen neuen Tacho fürs Fahrrad. Der elektronische nervt und die Batterie ist schon wieder leer. Ich musste meine Geschwindigkeit anhand dieser Radar-Schilder, die manchmal in Ortsdurchfahrten hängen, ausmitteln. Leider spuckt das Internet nur einen einzigen mechanischen Tacho aus und der Fahrradladen verleugnet gar deren Existenz vollständig. Ich brauche doch gar nicht viel: Tageskilometer und Geschwindigkeit. Mehr will ich nicht. Ich bin sowas von casual, das geht auf keine Kuhhaut. Echt, nur diese zwei Werte. Und bitte keine Batterien. Der mechanische Tacho von Amazon kann das (es gibt zwei, der andere ist aber noch unterirdischer bewertet). Muss ich mal bei der Vatereinheit vorfühlen, ob der nicht empört wäre, wenn ich sein erst letztes Jahr mühsam und sorgfältig angefrickeltes Eletroniktachodings schon wieder ersetzt haben möchte … Allerdings muss man bei dem Ding wohl etwas modden, weil es nicht für Nabendynamos ausgelegt ist. Ach, irgendwas ist ja immer!

Ach watt, Leben!

Affenhirn auf Toast

Keine besonderen Gedanken heute. Nur eine Visualisierung dessen, was sich in meinem Kopf abspielt, wenn ich mal wieder zu meditieren versuche. Der Affe kann einem ganz schön auf den Wecker fallen.

Er sorgt nicht immer für „Banana!!!“-Gedanken. Es kann auch „muss noch einkaufen“, „regnets heute Abend – ich will doch Fahrradfahren“ oder „From a battle I’ve come to a battle I ride, blazing up to the sky, chains of fate hold a fiery stride, I’ll see you again when I die …” sein. Metal-Monkey ist am lautesten. Der blöde Affe. (Über den „Prinzen-Songs-Monkey“ mag ich gar nicht erst reden … Peinlich, peinlich, was sich da im Stammhirn niedergeschlagen hat)

Üben. Einfach loslassen, weitermachen. Üben.

Außerdem: Meine Sommershorts sind angekommen. Ich hätte auf die Bewertungen hören sollen, die eine Größe kleiner empfohlen haben. Vanity-Sizing ist echt ein Problem. Wie soll man sich an etwas halten können, wenn Jeansgröße 29 manchmal riesig und manchmal richtig ist? Ich meine – Inches sind Inches sind Inches … oder nicht?

Egal, im Sommer freut man sich über luftige Klamotten und ich kann einen Gürtel drauf anziehen. Außerdem mag ich zwar Bundweite 29 haben – aber meine Oberschenkel sind immer noch echt breit, die vertragen ein bisschen mehr Platz.

Zur Zeit sind Shorts aber sowieso noch ungeeignet. Statt dessen stehe ich vor der Herausforderung, morgen für’s Geburtstags-Schokofrühstück der Waldnymphe mit den Freunden nicht over- und gleichzeitig (keine Gelegenheit zum Umziehen) für das Essengehen mit Schwiegers1 am Abend nicht underdressed zu sein … Schwierig! Wird wohl Rock statt Kleid. Hoffentlich letzte Gelegenheit für die Winterstiefel.