Ernährung

Weitere Expeditionen zu den Quellen des Nils und zu veganer Proteinversorgung

Soja

Das Soja-Granulat als Hackfleischersatz esse ich ja schon eine Weile. Macht sich in Soßen und in Chili gar köstlich und ist erstaunlich ergiebig. Eine 50-Gramm-Portion (trocken) reicht für ein Abendessen, wenn man noch ordentlich Gemüse dazugibt.

Wirklich auf die Nährwerte geachtet hatte ich jedoch bis jetzt noch nicht. Gestern war ich aber nach dem Sport im nebenan befindlichen Schmuddel-REWE (ich sollte den Namen überdenken. Er mag etwas ranzig sein, hat aber eine geradezu erstaunlich riesige Auswahl an Biofutter. Von bizarren Mehlen über Nussmuße, seltenen Kürbissorten und Weiß-der-Geier-Flocken bis eben zu den Soja-Fleischersatzdingern). Ich habe einen Kürbis mitgenommen (kann man Muskatkürbis mit Schale essen?), Kokosmilch, Süßstoff und leider kein Granulat, weil das nämlich aus war. Große Verzweiflung.

Aber dann habe ich mir einmal die anderen beiden vorrätigen Produkte derselben Firma angeschaut: Soja-Geschnetz und Soja-Medaillons. Und bei den Nährwerten der Medaillons fielen mir fast die Augen aus dem Kopf. Siehe oben.

Gleich mal mitgenommen. Wird heute ausprobiert, ob das geschmacklich taugt. Dazu ein schöner Salat-mit-Allem und ich sollte satt werden.

Etwas misstrauisch stimmt mich, dass auf der Homepage des Herstellers die Medaillons nicht mehr erwähnt werden. Geschnetz und Granulat zeigen sie auch nur noch in kleineren Verpackungseinheiten. Ich hoffe mal, das gibt keine dämliche Umstrukturierung, die dazu führt, dass das Zeug beim REWE aus dem Programm fliegt! Ich habe keine Lust, im Biosupermarkt dann einen Arm und ein Bein dafür zu bezahlen. Oder mir den Spaß von Amazon liefern lassen zu müssen!

Wenn ich für mein Essen unzumutbaren Aufwand betreiben muss, werde ich grantig. Und ich fühle mich im Biosupermarkt nicht wohl. Ich weiß nichts von den Produkten dort und traue mich nicht, zu fragen, weil die ganzen ätherisch-ausgemergelten Gymnasiallehrerinnen in Cardigan und Hochsteckfrisur, die ihre knirschenden Rattankörbe durch die Gänge schleifen, so transzendiert aussehen.

Deshalb lieber Sachen essen, die man beim Gemüsemann, beim Aldi, beim Lidl und beim Schmuddel-REWE bekommt. Da muss ich nicht kommunizieren.

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Ach watt, Leben!, Ernährung, Training, Weniger

Vegan und Muskelaufbau

Illustrativ immer noch viel World of Warcraft bei mir …

Darüber muss ich mir nun auch Gedanken machen. Das Internet spuckt dazu einiges aus, leider aber auch immer hochkalorisch, wenn es viel Protein hat. So viel „Bang for the Buck“ wie Skyr, Quark oder Eier haben Pflanzen eben leider nicht. Würde ich die selbe Proteinmenge erreichen wollen, käme ich auf fast ein Drittel mehr Kalorien. Und das kann’s eigentlich nicht sein.

Die Proteinbomben sind größtenteils Hülsenfrüchte, Lupinen, Soja/Tofu, Nüsse, Süßkartoffeln. Allesamt echt energiedicht.

Außerdem auf den Plätzen dann noch Kichererbsen, Quinoa, Amaranth, Chiasamen. Und dann endlich die nicht ganz so heftigen Bomben: Kartoffeln, Spinat, Brokkoli, Erbsen. Das kann ich dann mit meinen Gemüse-Standards Tomaten/Zucchini/Gurken/Kohlrabi/Paprika/Zwiebeln/Kürbis/Lauch/Grünkohl/Blumenkohl/Grüne Bohnen/Rosenkohl/Stangensellerie/Gelberüben/alles-was-ich-vergessen-habe kombinieren.

Prinzipiell habe ich also echt Auswahl – wenn ich mich an kleine Portionen und einen knurrenden Magen gewöhnen kann. Beziehungsweise … ich darf ja keine kleinen Portionen essen, weil ich dann schon wieder nicht auf genug Eiweiß komme. Argh!

Wie schaffe ich es vegan auf so 800 – 1000 Kalorien und dabei 60 Gramm Eiweiß? Hundert Gramm Lupinenkerne (immerhin eine in Deutschland auch angebaute Pflanze … und auf nerdige Weise ist es natürlich cool, Wolfsbohnen zu essen! Vlka Fenryka-Abendessen!) würden mir 41 Gramm Protein geben – schlagen aber auch mit 320 Kalorien zu Buche. Ein Drittel meines angepeilten Maximalbudgets. Und ob diese hundert Gramm so super sättigen? Ich könnte natürlich darum herumplanen.

Für mein Mittagessen 250 Gramm Sojaghurt im Porridge sind 10 Gramm Eiweiß. Die zwanzig Gramm Haferflocken darin nochmal zwei Gramm. Das Porridge hat grob 300 Kalorien. Dann 320 Kalorien und 41 Gramm Protein für die Lupinenkerne macht 43 Gramm bei 620 Kalorien. Öff. Als Beilage 500 Gramm Zucchini nochmal 110 Kalorien und 15 Gramm Protein. Gesamtmenge dann 720 zu 58. Fast da! Zu den Zucchini noch Dosentomaten. Eine Dose für 80 Kalorien und 4 Gramm Protein. Jöööööö! Ziel!

Und noch Platz für Kokosmilch im Kaffee, Obst und ein paar Gelberüben. Sehr schön.

Will ich Varianz muss ich natürlich noch viel rechnen und spielen. Wobei das Sojagranulat vom Rewe schon ziemlich in der selben Liga wie die Lupinen spielt.

Ich liebe Butternutkürbis, der hat aber fast 40 Kalorien. Und ziemlich miese Proteinwerte. Von meinen geliebten Kartoffeln gar nicht zu reden!

Okay, vegan ist echt nicht einfach. Machbar, jedoch anfangs Arbeit. Aber selbst wenn ich merke, dass mir das Experiment nichts bringen sollte und ich zum Vegetarismus zurückkehren will, habe ich Dinge gelernt.

Irgendwie stimmt es schon – Ernährung ist eine Ersatzreligion. Nicht, dass ich Atheistin wäre. Nein, ich bin schwache Agnostikerin (an zynischen Tagen auch starke) und arbeite mich noch an „Theologie nach Auschwitz“ ab. Aber die Beschäftigung mit meinem Körper und seinem möglichst guten Erhalt ist schon sehr altägyptisch!

Ernährung

Vegan = Orthorexie?

Offenbar darf man nur aus Gewissensgründen erwägen, vegan zu essen. Da ich aber weiterhin der Meinung bin, dass der Mensch durch Werkzeuggebrauch und Rudeljagdtaktiken das Recht erworben hat, jedes Tier zu essen, das er mag und auch Tierwirtschaft für mit einer ordentlich gefurchten Großhirnrinde gezüchtetes Gut halte, „gildet“ es wohl nicht, wenn ich sage, dass ich einmal probieren möchte, wie es sich vegan isst. Ob es meiner Psyche besser tut, wenn ich mich durch die bewusste Einschränkung weniger Versuchungen aussetze.

Zumindest war das erste, was ich (außerhalb meiner Otterhorde, natürlich! Die unterstützen mich. Vom Erklärfaun kam: „Du darfst auch gern Dinge nur noch mit aufeinanderfolgenden Anfangsbuchstaben essen.“) dazu gehört habe, war, dass ich damit orthorexisch werde.

Ärgerlich. Aber wohl zu erwarten, wenn man auch Zucker und Weißmehl erst einmal sein lassen möchte. Das ist ja maximal suspekt. Die Madame lehnt von Kollege S. selbstgebackenen Lebkuchen ab? Das tut doch niemand, der nicht ein völlig gestörtes Verhältnis zu Essen hat! Sich Dinge versagen!

Ja. Genau. Ich habe ein völlig gestörtes Verhältnis zu Essen. Und möchte das Ganze nun auf die bare essentials herunterbrechen, damit ich dieser Überreizung entkommen kann. Ich möchte mich über möglichst schlichtes, unverarbeitetes Essen, über die reine Nährstoffseite, sozusagen Neustarten. Die omnivore Variante wäre, Paleo zu gehen. Und streng genommen ist „vegan mit ohne Zucker und Weißmehl“ vermutlich ziemlich nah an fleischlosem Paleo. Nur das ganze Sojazeug passt dann nicht.

Wie gesagt – vermutlich eine schlechte Idee, direkt vor einem Urlaub in Norditalien, dem Fleisch-und-Milch-Land schlechthin. Da muss ich wohl noch Kompromisse machen. Aber danach werde ich Zug um Zug umstellen. Und mich nicht festlegen. Wenn es mir nichts bringen sollte, lasse ich es auch wieder. Aber wenn es mir guttun sollte, werde ich das mit dem clean eating weiter ausbauen.

Und wenn das dann orthorexisch ist …. tja. Dann lieber Orthorexie als Binge Eating Disorder, sach’ ich mal!

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Binge-Rückfall

Weckerklingeln.

Kopfschmerzen.

Nicht aufstehen wollen.

Es trotzdem tun.

Direkt barfuß in Katzenkotze treten.

So fängt die Woche gut an.

Und ich weiß auch genau, warum es mir beschissen geht und ich Kopfschmerzen habe. Weil ich gestern eine Binge-Kotz-Episode hatte. Die erste seit sehr, sehr langer Zeit. Nicht überraschend. Mich beschäftigt gerade die Transition von einem alten Freundeskreis zu einem neuen und das ist eine sehr schmerzhafte Angelegenheit. Ich weiß, dass es die richtige Entscheidung ist – aber diese Menschen haben mich Teils über Jahrzehnte durch alle Höhen und Tiefen begleitet und sich einzugestehen, dass es einfach nicht mehr klappt, ist so hart wie jede Beziehung, die man beendet. „Es liegt nicht an dir, sondern an mir“. Ja, klar. Um Mr. Faraday aus The Magnificent Seven zu zitieren: „So far, so good“.

Jedenfalls war ich maximal verwundbar und hatte sechs Cupcakes. Von der Waldnymphe mit meiner dilettantischen Unterstützung liebevoll gebackene Schoko-Cupcakes mit Karamellkern und Erdnussbutter-Frischkäse-Frosting.

Ich habe sonntagmorgens alle sechs gegessen. Zwei davon wieder ausgekotzt. Den ganzen Sonntag Bauch- und Kopfschmerzen und einen wunden Hals gehabt. Mich wie der letzte Versager gefühlt. Selbsthass de luxe.

Und jetzt mache ich einen Schnitt zu meiner eigenen Sicherheit. Offenbar bin ich immer noch zu blöd, vernünftig mit Süßigkeiten und Weißmehl umzugehen. Immer noch habe ich keinerlei Kontrolle über mich. Ich versage auf ganzer Linie. Weshalb es nur eine Lösung geben kann: Glatter Cut. Kein Zucker mehr. Kein Weißmehl mehr. Bisher habe ich mir beides an Wochenenden gestattet. Aber da sich gezeigt hat, dass ich es nicht kann, kommt’s eben weg. Ich will mich nicht mehr so fühlen wie jetzt. So erschöpft, wütend und traurig. Ich will mich nicht mehr so unendlich hassen.

Vielleicht muss es nicht für immer sein, aber so wie es aussieht, bin ich nicht lernfähig. Also: Zucker nur noch in Obst. Süßstoff ist in Ordnung. Nichts Gebackenes mehr, außer es ist Vollkorn und salzig.

Ich habe überlegt, komplett auf Veganismus zu schwenken. Skyr durch Sojaghurt ist schließlich einfach ersetzt (auch wenn Sojaghurt natürlich eine wüste Umweltsünde und ganz schön verarbeitet ist …), was 90% meines tierische-Lebensmittel-Konsums schlagartig eliminieren würde. Aber dann dachte ich an Eier (die restlichen 10%) und beschloss, dass mir das doch etwas zu aufwändig wird. Also weiterhin vegetarisch. Außer das Internet versorgt mich mit einem Ratschlag, wie ich Ei in nicht-süßen Dingen ersetzen kann (ich denke hier an Soja-Hackbraten – Leinsamen und Flohsamenschalen reichen nicht aus, um das zusammenzuhalten). Und in Pfannkuchen. Nein, Apfelmus in Pfannkuchen wird bei mir nur schlimm.

Auf jeden Fall brauche ich so radikale Cuts, damit es wirkt. Ich kann nichts „ein bisschen“ machen. Ich bin schwarz-weiß-Mensch. Only a Sith deals in absolutes.

Vielleicht war der Binge-Kotz-Rückfall gar nicht so schlimm. Immerhin hat er mich aufgeweckt.

Dat Nerdstuff

Eine kurze Stille im Blog …

… weil ich meine Schreibkapazitäten derzeit darauf verwende, Tartus im Jahre 1243 auszuarbeiten. Wir spielen ab Januar wieder einmal Vampire – Dark Ages und ich werde leiten. Das bedeutet viel Vorbereitung, großes Vergnügen beim Wiederlesen von Meyers „Geschichte der Kreuzzüge“ und auf meine Spieler zugeschnittene Vorgeschichten.

Soll heißen: Ich tobe glücklich in allen möglichen Quellen herum (seltsam – so sehr ich die offiziellen Vampire-Quellen ignoriere, so stark achte ich auf geschichtliche Genauigkeit. Vermutlich völlig falsche Prioritäten!), verliere mich in Details, ärgere mich, dass Google Earth mir so wenig zum historischen Tartus sagen kann und habe generell Spaß.

Bindet aber jede Kreativität.

In ein paar Tagen geht’s weiter. Ich könnte eh‘ nur sagen: Training läuft, veganes Chili ist da bomb und ich mag Kürbis!

Ach watt, Leben!, Dat Nerdstuff, Ernährung

Die Madame versus die French Press

Ich habe nichts an meiner Technik verändert und trotzdem schmeckt derzeit der Kaffee aus der French Press viel zu geröstet. Nicht bitter, nicht sauer … nur irgendwie echt verbrannt. Das mag ich nicht. Ich habe keine Ahnung, was ich falsch mache und das Internet bleibt leider stumm, wenn ich diese Fehlermeldung suche. Ich habe auch die Kaffeesorten durchgewechselt, aber es wurde nie anders. Muss also an mir liegen. Beziehungsweise an meiner Technik. Bisher gebe ich für einen dreiviertel Liter Kaffee zwölf Löffel Kaffee in die Press, koche das Wasser auf, lasse es dann eine halbe Minute stehen, gieße es drüber, setze den Deckel auf und drücke leicht nach unten, damit das Pulver ganz im Wasser ist. Nach vier Minuten drücke ich ganz herunter und gieße den Kaffee aus. Also ganz nach Idealvorgabe.

Eventuell hole ich mir mal so einen Filterkaffeeaufsatz und vergleiche, wie sich das in der Gegenüberstellung verhält. Was tut man nicht alles für sinnvollen Kaffee!

Ich brauche morgens mittlerweile Koffein, um bis mittags gut durchzuhalten. Man wird halt älter.

Apropos Kaffee: Das Wochenende war großartig. Ich konnte sowohl die Vanilla-Pumpkin-Spice Körpercreme, als auch einen großen Becher Pumpkin Spice Latte erwerben. Letzteres im mitgebrachten eigenen Thermobecher. Das erste Mal ausprobiert. Kostet tatsächlich weniger, macht weniger Müll und sie tun das, ohne mit der Wimper zu zucken. Feine Sache. Werde ich ab jetzt immer machen. Ich bin zwar nur einmal alle zwei Monate beim Kaffeeverscherbler, aber da schaffe ich es bestimmt, daran zu denken, den Becher in den Rucksack zu packen.

Außerdem hat die Waldnymphe mir Pumpkin Pie gebacken. Hatte ich noch nie und war davon entzückt. Ganz tolle Sache! Vorher gab es Voller Napfs Jambalaya (ich musste Wurst aussortieren, auf die sich dann die umsitzenden Geier gestürzt haben). Und dann jede Menge Mage-Spielen.

Außerdem Pinguingucken im Park, weil Spielefest. Und Kollegen-beim-Arbeiten-zusehen. Allerdings nur kurz, weil Samstags die Straßenbahnen und Regionalbahnen ziemlich bescheidene Fahrzeiten haben. Echt jetzt – ich lasse das Auto gern stehen, weil ich mit großer Freude öffentliche Verkehrsmittel nutze. Wenn ich aber selbst Samstag Vor/Mittags nur einmal pro Stunde eine Bahn habe, macht das unnötigen Stress!

Wir sind angeblich eine Metropolregion, drei Großstädte aufeinander, ein Flugplatz, die wichtigsten Autobahnen, zwei ICE-Haltestellen … aber Regionalverkehr ist Mist.

Culinary Diversity-Wölfe, Ernährung, Training, Weniger

Die Culinary Diversity-Wölfe sind mit Chili viel zu schnell satt

Druck

Das hätte ich nicht gedacht – aber die Portion Chili, die ich für mein Abendessen geplant hatte, reicht tatsächlich für zwei Mal! Ich bin Volumenesserin und deshalb immer erstaunt, wenn ich von kleinen Dingen satt werden kann. Das schaffen normalerweise auch nur Seattler-Kaffee-Verscherbler-Muffins, die ziegelsteinschwer auffüllen. Aber diesmal auch das Chili. Liegt vermutlich an den Bohnen. Ich esse selten Hülsenfrüchte.

Und es war sehr, sehr wohlschmeckend! Für 375 Kalorien habe ich ein gesundes Abendessen bekommen. Mit genug Protein, mit sehr wenig kurzkettigen Kohlenhydraten (ich bin immer noch wegen der Insulinresistenz-Diabetes-Drohkulisse der Gyn verärgert) und ich gewöhne mir sogar statt Nachtisch (früher Obst oder Joghurt) eine Tasse kaffeeähnliches Heißgetränk an.

Zucchini und Sojaschnitzel als Basis, Tomaten und Bohnen dazu.

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Chili sin Carne. #vegan #vegetarisch #vegetarian #chili

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Langsam sollte das doch reichen, um keine Diabetes zu bekommen! Ich habe einen BMI von 22,3, einen Körperfettanteil von 24%, trainiere dreimal die Woche, mache jeden Tag Bodyweight-Morgensport … ach, ich lasse mich einfach zu sehr verunsichern.

Jetzt freue ich mich auf ein Wochenende, an dem ich am Samstag in die Stadt gehen und mir die Vanilla-Pumpkin-Spice-Sachen vom tierfreundlichen Kosmetikladen kaufen will, auf ein ebensolches Heißgetränk hoffe (ja, da bin ich ganz „basic white bitch“. Ich mag das Zeug!), das Spielefest meines Arbeitgebers besuchen werde (yay, kostenlos in den Park! Pinguine und Schuhschnäbel ansehen!), später die Liebsten und die Gang zum Magespielen treffe und generell viel in Bewegung sein werde.

Mein Samstagstraining möchte ich deshalb auf Heute vorziehen. Ist eigentlich problemlos. Aber als ich gestern im Gym war hat mir die Frau an der Theke zum Abschied „ein schönes Wochenende“ gewünscht. Für normale Menschen kein Problem. Für Angstkranke ein Stressding. Weil – ich komme doch vor dem Wochenende nochmal hin.

Nein, das ist nicht logisch oder nachvollziehbar. Aber wenn es das wäre, wäre ich ja auch gesund.

(Wer sich über die Umschreibungen für die Geschäfte, in denen ich Dinge kaufen will, wundert: Seit Neuestem kann man auch abgemahnt werden, wenn man nur Namen nennt, ohne etwas dafür bekommen zu haben. Ist Instagram-Leuten schon passiert. Klar, ich bin nicht in deren 50.000-Follower-Sphären unterwegs und habe auch keine „richtige“ Werbung im Blog, die man verwechseln könnte. Und eine angestellte Produktmanagerin sowieso nicht. Aber derzeit führt Europa Krieg gegen Internetnutzer, da traue ich denen alles zu und bin erst einmal vorsichtig!)

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Die heilenden Hände

Er verkauft Designer Rocks. Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte. Ich wünschte, ich könnte in meinem Job so high sein, wie die Gamedesigner von Blizzard!

Jeden Mittwoch kommt im Verlag ein reisender Gaukler Masseur vorbei. Für fünfzehn Euro kann man sich zwanzig Minuten lang bearbeiten lassen. Bisher hatte ich den Service noch nie genutzt (hauptsächlich, weil er von einer Kollegin koordiniert wird, vor der ich mich unendlich fürchte), aber auf gutes Zureden von Kollege A. und IT-Fräggeldi M. hin, habe ich es dann doch einmal getan und mich auf die Liste setzen lassen. Dass besagte Kollegin gerade in Urlaub war, hat damit nicht das Geringste zu tun.

Egal. Auf jeden Fall hat mich also gestern um Viertel nach Acht Empfangslady Ch. eingesammelt und ich bin mit Handtuch und Geldscheinen bewaffnet in den Konferenzraum gewandert, in dem Masseur J. schon seine mobile Liege aufbaute.

Er fragte zuerst nach bestehenden Problemen und dann, ob ich die Schulter direkt angehen wollte oder erst einmal nur „so allgemein Rücken“. Von nix kommt nix also gleich in medias res und an die Kalkschulter.

Und … was soll ich sagen … es war großartig! Zuerst den Bizeps, weil ja die Bizepssehne am meisten betroffen ist und dann alle zur Schulter führenden Muskeln. Mann, ich wusste nicht, wie verspannt mein linker Kapuzenmuskel war … das zog bis ins Hirn! Ziemlich der Physiotherapie ähnlich und zusätzlich noch mit Tipps zu Haltung und zur Dehnung der Brustmuskeln. Außerdem soll ich das nächste Mal mein Teraband mitbringen und dann gibt er mir noch mehr Übungen.

Hurra!

Ich war den ganzen restlichen Tag maximal gut gelaunt und entspannt. Da kam auch geistig und seelisch viel Friede auf. Praktisch kaum Angst und Aggression den ganzen Tag! Und auch heute Morgen ist nur wenig von den vom Masseur angekündigten Schmerzen im Bizeps zu spüren. Büsschen halt.

Sehr gut angelegtes Geld. Der Mann ist toll! Ich habe mir gleich noch drei Termine reserviert. Alle zwei Wochen sind fünfzehn Euro definitiv drin!

Ich bin gespannt, wie sich die Schulter heute Abend beim Training zeigt!

Außerdem ganz neu und so: Das erste Mal Chili sin Carne mit Sojagranulat. Ich habe es ge-mealprepped und werde es heute Abend nach dem Spocht verzehren. Und natürlich berichten!

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Doktoren und Fettlogik. Großes WTF …

Freizeitbeschäftigung derzeit immer noch: WoW. Dschungel ist toll!

Ich war ein paar Tage stressbedingt krank und hatte dann einen Krebsvorsorgetermin. Ersteres hat mit Zweiterem nichts zu tun, erklärt aber die ominöse Stille hier im Tagebuchblog.

Jedenfalls – Krebsvorsorge. Wichtig.

Und normalerweise auch angenehm (relativ. Nicht körperlich aber vom Umgang her), weil meine Gyn eigentlich bisher immer fettlogikfrei war. Doch gestern bekam ich plötzlich die ganze Kelle. Ich habe PCOS und nehme dafür eine Sorte Pille, die mir die fehlenden Hormone gibt. Als ich nun nach einer Alternative fragte, die mir vielleicht auch den lästigen Zyklus eliminieren könnte, bekam ich zu hören, dass das nicht ginge. Alles fein. Aber dann … denn würde ich diese Pille absetzen würde ich dank PCOS wieder stark zunehmen. Ääääähhh. Wat? Zwingt mich der Gendefekt dann zum Essen? Oder verliere ich jede Selbstbeherrschung?

Nein, das wäre halt so. Wegen der Insulinresistenz. Denn das würde den Stoffwechsel beeinflussen (Punkte für maximale Vagueness). Und überhaupt sollte ich mit den Kohlenhydraten vorsichtig sein. Ja. Bin ich. Aber ich esse wohl für ihren Geschmack zu viel Gemüse (Kohlenhydrate!) und es wäre gut, wenn ich zum Fleischessen zurückkehren würde.

Nochmal: Ääääähh?

Ich glaube, das lege ich unter „Ärzte sind keine Ernährungsberater“ ab und esse weiter mein Pseudo-lowcarb. Ich denke, trotz des vielen Gemüses bin ich auf der sicheren Seite, da ich schließlich genug Milchprodukte und Eier esse, um auf mein Protein zu kommen (ja, ja pflanzliches Protein … aber die Proteinbomben im Gemüsebereich haben mir zu viele Kalorien). Die meisten Leute haben vermutlich weniger als meine 1,6 bis 2 Gramm pro Kilo Körpergewicht!

Ich frage mich, ob ich irgendwie bestimmen lassen kann, ob ich wirklich so insulinresistent bin. Dann hätte ich Argumente. Und schlimmstenfalls hat die Ärztin recht und ich muss eben wieder Fleisch essen. Es gibt eine Straße weiter eine Metzgerei, die lokal und auf der Weide aufgezogene Tiere schlachtet. Also ganz meine Kriterien. Aber eben dementsprechend teuer. Das kann ich mir eigentlich nicht oft leisten. Bisher leiste ich es mir halt gar nicht.

Mal mit dem Hausarzt sprechen.

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Dicke Beine 2 – die Abrechnung

Jetzt habe ich es offiziell: Fette Füße! (In unserer Dialektregion gehen Füße vom Boden bis zur Hüfte)

Denn gestern kam mein Paket von Deichmann an. Ich brauchte wollte ungefütterte Schaftstiefel und nicht nur gab es die nur online und nicht in der Filiale, sondern ich musste auch „mit Weitschaft“ kaufen. Stiefel, die dazu gedacht sind, dass man sie über Hosen tragen kann.

Spoiler: Kann ich nicht. Die Weitvariante passt perfekt, wenn auch spack. Mit maximal einer Leggins drunter. Ich bin und bleibe erstaunt. Habe ich wirklich so ungewöhnlich elefantöse Unterschenkel? Wovon? Ich habe normalgroße (37) und schmale Füße. Ich habe eine normale Kleidergröße (36). Ich passe trotz unbenommen riesiger Oberschenkel (da wundere ich mich über nichts. Die sind mein Restfett-Reservoir) in normale Jeans (29/30). Aber meine Unterschenkel sprengen also jede natürliche Norm?

Wenn ich mich in meiner Umgebung umsehe, bin ich kein Unterschenkel-Freak. Eher noch leicht unterhalb des Mittelwerts. Allerdings mit dem Problemfeld, dass ich an dieser Körperstelle tatsächlich kaum Fettgewebe horte, was zu nicht zusammenpressbaren Unterschenkeln führt, die man nicht einfach irgendwo reinstopfen kann. It doesn’t jiggle, must be muscle, um Arnie zu paraphrasieren.

Führt zwangsläufig zur Frage: Wenn die Mehrheit die dicken Füße hat, wer kauft dann die ganzen „normalen“ Stiefel für dünne Unterschenkel? Gibt es ein von mir unbemerktes, gigantisches Reservoir an Menschen, mit unterärmchendünnem Fahrgestell?

Würde bei der derzeitigen Übergewichtswelle aber zu jeder Menge Menschen im Heißluftballondesign führen. Und die habe ich noch nicht gesehen. Bleibt der Schluss, dass die Schuhhersteller auf dem Holzweg sind und völlig am Bedarf vorbei produzieren. Ich hoffe, sie merken das demnächst mal und ich kann meine Stiefel wieder im Laden kaufen, anstatt die Freakversion online bestellen zu müssen!

Ansonsten habe ich meinen Winterklamottenvorrat mit einer weiteren Mi-Parti- (diesmal Karo und Schwarz) und einer Marlenehose (schon ewig keine beinweite Hose mehr besessen!) aufgefüllt und muss mich am Wochenende endlich ans Aussortieren des alten Zeugs machen, das zum Teil noch zwei Größen zu viel hat.