Dat Nerdstuff, Ernährung, Training

Energie und so

Positiv zu vermerken: Ich habe kein Down bekommen. Im Gegenteil – mir geht es außergewöhnlich gut. Ein wenig hyperaktiv aber ich schlafe wie ein Stein und komme gut klar. Trotzdem … nicht nochmal!

Nach dem fröhlichen Geldausgeben gestern (fast vierhundert Euro für neue Bremsen. Ich sehe die Notwendigkeit ein, bin aber dennoch nicht begeistert darüber) jetzt auf in die Restarbeitswoche. Und in den Pausen Weiterwursteln am Geburtstagsgeschenk für den Erklärfaun. Siehe oben. Das Grobgerüst steht. Wie immer beginne ich mit der Ausarbeitung im Gesicht. Denn wenn mir das in die Hose geht, kann ich den Rest in die Tonne treten. Ist nur eine persönliche Marotte.

Aber das Gesicht ist so, wie ich es geplant hatte. Das klingt frankensteinig. „Wie seine Eltern es zufällig hinbekommen haben“ ist aber auch nicht besser. Nennen wir’s „grob ähnlich“. So.

Heute habe ich wieder Physio und ich werde wieder Training dranhängen. Gestern war Spocht eher mühsam (gefühlt), weil die frühen Wochentags-Morgende offenbar völlig den Rentnern gehören und die nur ungern die Geräte teilen, auf denen sie sitzen. Das war unnötig giftig. Aber stimmt leider auffallend oft. Man sitzt auf gegenüberliegenden Geräten und ratscht in aller Ruhe. Das ist eher soziales Gathering als Training. Die kennen sich alle und ich kann froh sein, dass ich nicht als „Fremde“ mit Fackeln und Mistgabeln aus dem Gym gejagt werde. Deshalb freue ich mich auf heute Abend, wenn eher die Eisenjungs und die hektisch-getriebenen Berufstätigen dort sind. Schön unpersönlich!

Ich habe den Fehler gemacht, mein Running System beim Essen unnötig zu verändern. Ich dachte, ich bräuchte mal anderes Gemüse. Und nun habe ich bei gleicher Kalorienzahl mehr Hunger. Weil ich die Kartoffeln ersetzt habe. Aus schlechtem Low-Carb-Gewissen. Das war nicht so schlau. Ich brauche Sättigungsbeilage. Und Tofu bekommt das nicht so gut hin wie Kartoffeln. Na gut, gelernt. Diese Woche werden die Zucchini und der Tofu aufgegessen, ich knurre vor mich hin und nächste Woche wieder Gin und Kartoffel-Party! (Ohne Gin) Ich bin eben doch Textbook-Fianna.

Ich habe eine Einladung zu Glitch Mob im November und bin unschlüssig. Einerseits hätte ich Lust, andererseits ist es unter der Woche, was den nächsten Tag zu Zwangsurlaub machen würde und dann noch die Tatsache, dass ich Livekonzerte eigentlich gar nicht mag. Aber ein Abend mit Freunden … ach, irgendwas ist immer!

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Ach watt, Leben!, Dat Nerdstuff

Neues aus der Kategorie „Hätt’s jetzt nicht gebraucht“

Ich nehme keine Drogen. Habe ich nie, da mein Kontrollwahn mit meiner Angststörung Hand in Hand arbeitet und jede veränderte Wahrnehmung genauso zu vermeiden ist wie eine veränderte Außenwirkung.

Aber gestern war das Aquasonic-Konzert und ich habe mich zu einem Molly überreden lassen. Weil das so perfekt zu diesem bizarren Erlebnis passen würde. Außerdem wäre ich ja in Begleitung und hätte am nächsten Tag frei, da könnte ja gar nichts passieren und es wäre ja sooooo schööön.

Haha. Ja.

Ich habe anderthalb Stunden zitternd, frierend und panisch im Bett verbracht. Reale Todesangst und so. Schlechter Trip vom Feinsten.

Zum Glück ließ die schlechte Wirkung rechtzeitig zum Konzert nach und ich konnte doch noch zum Schloss (wie so ein aufgezogenes Blechspielzeug). Das Konzert war wunderschön, sehr seltsam und trotz des Fußballspiels fast ausverkauft. Auf der Bühne standen fünf große Tanks mit allerlei seltsamem Musikgerät und drei Frauen und zwei Männer machten angenehme Geräusche. Anfangs erinnerte es mich ein bisschen an den Chor der Fische von Signor Rossi (das hier, ab Minute 17), aber es wurde schnell deutlich anders.

Und gelernt: Benjamin Franklin hat das gläserne Dönertier erfunden, Mozart hat dafür komponiert und Aquasonic spielen es unter Wasser.

Sehr beeindruckend. Ich würde mir keine CD kaufen, da das echt nur als Gesamtkunstwerk wirkt, aber dieser Abend war wirklich etwas, das bleibt.

Der Rest des Wochenendes war auch großartig. Ich habe beim Nichtgeburtstagsessen festgestellt, dass mich die Mode, in Restaurants die Gerichte auf möglichst riesigen Tellern zu servieren, sehr unbefriedigt zurücklässt. Ich habe immer das Gefühl, zu wenig gegessen zu haben, obwohl das nicht stimmt. Ob man fragen kann, ob man auch kleine Teller bekommen kann?

Jetzt trinke ich erst einmal Kaffee, um meinen Kreislauf wieder auf Betriebstemperatur zu bekommen (mein Körper hat die ganze Nacht hart entgiftet, das war anstrengend), dann bringe ich das Auto zum Bremsenreparieren und dann sehe ich mal, ob ich fit genug für Sport bin.

Ach watt, Leben!, Training

Ideen und Kleinigkeiten

Val und Finn in superbunt!

Das Training war sehr schön und sehr ergiebig. Ich fühlte mich danach großartig und gar nicht so hektisch, wie ich befürchtet hatte. Und die Schulter wird wirklich langsam aber stetig besser. Es ist natürlich peinlich, mit was für niedrigen Gewichten ich im Schulter/Arm/Brustbereich unterwegs sein darf – aber das ist ja hoffentlich nicht für immer!

Erstaunliches Erlebnis: Ich habe gerade vor mich hin die Schulter gedehnt, als eine Frau vor mir ihr Telefon auf eine der Bänke legte. Nicht bemerkenswert? Generell natürlich nicht. Aber es war ein Nokia 3310! Dieses Ding ist gerade volljährig geworden, darf also selbst wählen, statt dass auf ihm gewählt wird … Echt jetzt – dafür gibt es noch Sim-Karten? Der Vorteil ist zweifellos, dass man es nur einmal alle zwei Wochen aufladen muss. Was aber mit daran liegt, dass man damit nichts mehr tun kann! Wer außer Ärzten und Werkstätten versendet noch SMS? Oder das ist wieder so ein Hipster-Ding. Retro-Telefone. Nach Erster Weltkriegs-Bart mit Zweiter Weltkriegs-Frisur und Gründerzeit-Hosenträgern kommen nun Alt-Telefone. Vermutlich hat man dann zu hause auch einen Wählscheibenapparat mit extradickem, kurzem Kabel. Damit hätte sich Max Goldts Vorhersage komplett erfüllt. Kultureller Backlash.

Weitere Kleinigkeit. Meine „blinde, sessile Katze, die nicht springen kann“ kam heute, als ich gerade vor ihrer Futterschale in der Hocke war und herumgeworfene Trockenfutterbrocken wieder einsortiert habe, aus dem Bad geschossen und sprang mir auf die Schulter. Es war nicht unendlich elegant und sie musste sich auch stark mit den Krallen festhalten (da machste nix) aber prinzipiell war das schon sehr geplant und gezielt.

Und als Idee kam mir, was ich dem Erklärfaun zum Geburtstag (oder zu Weihnachten. Sein runder Geburtstag scheint ihn eher sauer zu machen) schenken will. Er bekommt ein Portrait von sich als Warhammer Inquisitor. Damit es auch im richtigen Stil und ordentlich gothic-opulent wird, brauche ich wohl einiges an Zeit dafür. Aber die Idee ist es mir wert. Dumm nur, dass die Kollegin C. wieder im Krankenhaus ist und wir wieder auf unbestimmte Zeit die Arbeit von drei Leuten zu zweit machen müssen und ich deshalb kreativ vermutlich schon auf der Arbeit so ausbrennen werde, dass ich privat nichts mehr auf die Kette bekomme. Hoffentlich artet das nicht wieder in Stress aus. Ach, was mache ich mir vor. Natürlich wird es das!

Oder ich sehe zu schwarz und sie ist bald wieder da und alles wird völlig glatt und harmlos seinen Gang gehen!

Nun auf in ein Wochenende mit Nichtgeburtstag-Essen im Neo (einmal im Jahr feiern wir mit den dreien aus der Villa Kunterbunt gesammelt unsere Nichtgeburtstage mit fein Essengehen. Dass nächste Woche zufällig mein echter Geburtstag ist, tut nichts zur Sache), mit Black Panther schauen und mit dem hoffentlich total abgefahrenen Aquasonic-Konzert!

Ernährung, Training, Weniger

Wassereinlagerungen und Wicked Abs

Seit ich mich nicht mehr wiege, sondern nach Spiegel und Klamottensitz gehe, bekomme ich Wassereinlagerungen weniger mit. Zwar schon und es ist immer noch blöd – aber es macht mich nicht mehr so wütend. Gestern Nacht bin ich vermutlich zwei Liter Wasser losgeworden. Dabei hatte ich noch nicht einmal besonders viel getrunken. Und ich esse sehr viel schlimme Kohlenhydrate in Kartoffelform. Aber das kümmert meinen verrückten Körper ja selten. Er lagert Wasser ein, wenn er es für angebracht hält.

Heute werde ich wieder einen regulären Trainingstag einlegen. Ich freue mich schon sehr. Ich habe im Moment eine emotional stressige Woche. Menschkontakte reiben mich gerade stark auf. Da ist Sport ein feiner Ausgleich. Vorgekocht ist schon (das lief am Dienstag eins A. Vielleicht sogar etwas viel), Sportrucksack liegt im Auto.

Anderes Sportthema. Ich bin mir unsicher, was Reverse Crunches betrifft. Ich sehe dazu einige Varianten und habe auch schon mehrere ausprobiert – und irgendwie scheinen sie unterschiedliche Muskeln anzusprechen. Oder kommt mir das nur so vor?

Lange Zeit habe ich sie mit gestreckten Beinen von ganz unten bis über Kopf gemacht. Nun habe ich mal eine andere Variante mit angezogenen Beinen und ganz langsamem Absenken ausprobiert (siehe oben. Hauptsächlich weil der Hund so putzig ist). Was stimmt nun? Oder sind das völlig verschiedene Übungen und sie werden nur manchmal gleich benannt?

Tatsache bleibt natürlich, dass man meine Abs nur dann sieht, wenn ich mal grade nicht von einem Doppelzentner Gemüse einen Kugelbauch habe. Dann aber tatsächlich schon. Besonders die Abgrenzung zu den Seiten. Finde ich gut. Trotzdem ist da noch eine ordentliche Fettschicht drüber. Ich schätze locker eine gute Fingerbreite. Man kann zumindest reinpetzen.

Ich habe mir überlegt, ob es eine gute Idee wäre, J1 anzubieten, gemeinsam abzunehmen. Ich habe ihn so lieb und Angst, dass er mit seinem Gewicht Gesundheitsprobleme bekommt (who am I kidding … die hat er schon!). Ich will ja noch weiter runter und vielleicht motiviert es ihn, wenn wir gemeinsam TDEE ausrechnen und so. Er ist als Physiker ja Technikfex und bestimmt mit Zeug wie MyFitnessPal zu kriegen. Und Low Carb könnte ihm als Fleischesser auch gut gefallen. Ich weiß aber nicht, ob das nicht zu frech reingeredet wäre. Man will ja auch nicht der blöde Besserwisserarsch sein, der mit „ja, guck, bei mir hat das geklappt, also muss es das bei dir auch!“ anrutscht. Das hilft niemandem.

Vielleicht fühle ich mal ganz vorsichtig vor, wenn wir allein reden. Was ich dann sage, muss ich aber noch gut überlegen.

Ach watt, Leben!, Training

Zoooorrrrrrrnnn!

Fight me!

Das Training gestern lief wunderbar. Ich konnte zwar nicht alles machen, was ich wollte, weil zwei Geräte von Leuten langzeitblockiert wurden und ich, wie immer, Angst davor hatte, sie darum zu bitten, doch woanders auf ihr Telefon zu starren.

Samstagmorgens ist es da viel ruhiger. Aber ich sehe jetzt Leute wieder, die ich seit ich die Kalkschulter habe, nicht mehr gesehen habe, weil sie nur unter der Woche im Gym sind. Man-Bun-Man zum Beispiel. Der arme Kerl ist unter ein Solarium gekommen und sieht jetzt aus wie ein Ledersofa. Sehr schade, der war in hell echt hübsch – aber es muss ja ihm und nicht mir gefallen. Die beiden adipösen Mädels, die immer gaaaanz langsam, gaaaanz wenige Wiederholungen mit gaaanz wenig Gewicht machen und dabei fröhlich plaudern und ihre Smartphones schwenken – sind immer noch genauso, nur etwas mehr in die Breite gegangen. Die zwei lustigen Riesenkälber von Dienstags-Eisenjungs-BFFs sind nun noch etwas aufge-beefter. Sieht toll aus, Gratulation!

Ja, Training war wirklich schön. Ich hoffe, ich kann es weiter in guter Frequenz aufrechterhalten. Es tut meiner Schulter so verdammt gut. Bewegung wäre von Anfang an das Richtige gewesen, aber der Orthopäde und sein „bloß nix machen!“ haben mich da Monate der Stagnation und der Schmerzen gekostet. Daraus gelernt: Auch wenn’s klar im Knochen ist, nicht zum Facharzt rennen. Der Hausarzt weiß es besser! Und nimmt sich mehr Zeit.

Soviel zum Spocht. Und der Posttitel bezieht sich nicht einmal auf den Orthopäden und die Telefon-Geräte-Plattsitzer. Sondern darauf, dass man als Angstpatient auch so eine ungeheure Menge Aggression hat. Man ist permanent kurz vorm Ausrasten. Zumindest ich. Es kostet so viel Mühe, nicht wegen jeder Kleinigkeit an die Decke zu gehen. Ich schaffe es wunderbar, bei Dingen, die ich ändern kann, nur kurz sauer zu sein und es dann aktiv anzugehen. Etwas tun. Genau mein Ding, um Wut abzubauen.

Aber bin ich in einer von mir nicht beeinflussbaren Situation, die nicht optimal läuft oder in der ich (Megahorror!) auf andere Leute warten muss … sehe ich rot! Langsame Menschen sind das Schlimmste.

Weshalb mein derzeitiger Dauerbluthochdruck meistens auf der Straße stattfindet. Ich fahre nicht schnell (maximal 120/130 auf der Autobahn, sonst wird mein Zwergauto zu laut) aber zügig. Ich werde nicht von Schilderbrücken verwirrt, gehe schon bei Gelb von der Bremse, damit ich bei Grün sofort losfahren kann und ich schaffe es, Angsterkrankung hin oder her, LKW-Kolonnen zu überholen, ohne auf 90 abzubremsen.

Blöderweise bekomme ich einen Maximalhals, wenn jemand vor mir das nicht hinbekommt. Und das tun leider sehr, sehr viele. Mit 70 in der Hunderterzone vor mir herwackelnde SUV-Zahnarztgattinnen, die man dank Gegenverkehr nicht überholen kann. Telefonierende BMW-Fahrer, die dann, wenn man sie überholt, plötzlich ihr Gespräch beenden und ihre hunderte von PS dazu nutzen, neben einem loszurasen. Leute, die permanent 70 fahren. Völlig egal ob in der Hunderter- oder Fünfzigerzone. Lahmärsche, die vom Umschalten der Ampel so überrascht sind, dass sie in Schockstarre verfallen. Kinder, die quer und ohne nach links oder rechts zu schauen, auf Parkplätzen herumeiern, einem mit ihrem übergroßen Mountainbike fast vor die Motorhaube kippen und deren platinblondierte Pferdegebissmutter sich daraufhin sehr abrupt daran erinnert, dass sie sich ja unglücklicherweise vermehrt hat. Leute, die im Kreisverkehr vorm Abbiegen nicht blinken und man deshalb nicht reinfahren kann …

Und das jeden einzelnen Tag. Alles Dinge, die mich so irrational wütend machen! Es staut sich auf und wird mit jedem Mal schlimmer.

Es hilft auch nicht, wenn man gesagt bekommt „Da musst Du einfach völlig gelassen bleiben“, denn das ist auf der Hilfreich-Skala direkt unter „Lach doch mal!“ zu einem Depressiven. Wenn ich gelassen bleiben könnte, würde ich genau das tun. Weil es keinen Spaß macht, ständig zornig zu sein. Und, nein – Achtsamkeits- oder Meditationsübungen haben bisher nicht geholfen.

Es ist einfach eine weitere Manifestation meiner Angsterkrankung. Angst und Wut sind sehr eng verwandt.

Nervt jedenfalls. Und es flockt ins Private aus. Ich merke, wie ich wegen Nichtigkeiten auf meine Liebsten sauer werde. Und das geht mal gar nicht!

Ernährung, Training

Die neue Normalität finden

Summer, way too hot

Nach der vom Orthopäden verordneten Kraftsportzwangspause, dem „ich habe nur Bock auf Cardio und sonst nix“-Zwischenspiel, der „ich bin zu soziophob, ich bleibe zu Hause und mache Bodyweight“-Zeit und der „kann ich meine Katze auch eine Stunde später als normal füttern?“-Sache, will ich jetzt wieder in einen gesunden Gym-gehen-Rhythmus kommen.

Bedeutet, dass ich mir für heute mal wieder Mealprep in den Kühlschrank gestellt habe (500 Gramm vorgekochte Kartoffeln, 500 Gramm grüne Bohnen und Mozzyr. Gewürze und zwei Löffel Kokosöl sind auch dran. Das Ganze in eine Tupperschüssel und schütteln. Sobald es aus dem Ofen kommt, gibt’s noch 200 Gramm Skyr dazu. Zwar 788 Kalorien – aber ist ja meine Hauptmahlzeit. Und 60 Gramm Protein für den maximalen Muskelgewinn!), damit ich, wenn ich verschwitzt und bärenhungrig heimkomme, einfach den Ofen anwerfen und mich während das Essen vor sich hin brät unter die Dusche packen kann.

Ich habe meinen Sportrucksack ins Auto gelegt und fahre, wie früher, direkt von der Arbeit ins Gym. Mal sehen, wie das läuft. Wie voll es dort ist und ob ich alles in der Stunde, die ich geplant habe, unterbringen kann.

Bock habe ich jedenfalls darauf, wieder richtig einzusteigen. Ich habe ja schon an den Physiotherapietagen angefangen, zusätzlich mein Programm zu trainieren – aber das ist natürlich abgespeckt, weil ich nicht völlig platt und klatschnass zur Physio kommen will (Physio ist auch im Gym – einfach eine Tür weiter!) und auch nicht so viel Zeit davor habe.

Jetzt also wieder nicht nur einmal die Woche, sondern im günstigsten Fall dreimal. Und natürlich mein tägliches Bodyweight morgens nach dem Aufstehen. Zu Turnvater Jahns Zeiten hieß das noch Frühsport. Oder Ertüchtigung oder sowas. Turnen ist die beste Medizin undsoweiter! In meiner Familie ist man Anfang des letzten Jahrhunderts immer zum Arbeitersport gegangen. Weil in einer Kleinstadt kein richtiges Klassenbewusstsein existierte, durften da nämlich auch die Bauern mitmachen. Hätte man sonst ja auch kaum die Mannschaft fürs Fußballspiel-mit-anschließender-Prügelei gegen das Nachbardorf vollbekommen! Ich komme tatsächlich aus einer Familie mit starker sportlicher Tradition – das sollte ich also nicht abreißen lassen. Nur das mit der Prügelei muss nicht wirklich sein. Ich bin immerhin mit Leuten aus den Nachbarorten zur Schule gegangen und die waren echt okay.

Ach watt, Leben!

Muss ich mich wirklich mögen?

Warhammer-Geekshirt. 😊 Grimdark Chocolate! #warhammer40k #warhammer #geekwear

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Gestern hatte ich ein sehr langes Gespräch mit der Waldnymphe darüber, dass ich mich irgendwann selbst so akzeptieren können werde, wie ich bin. Kein „wenn ich erst mal X, dann …“. Sie ist fest davon überzeugt, dass das von allein kommen wird und mich gruselt diese Vorstellung. Denn das nimmt mir viel Hoffnung.

Ich muss auf Dinge hinarbeiten können. Nichts macht mich unruhiger, als nichts zum Ausgang einer Sache beitragen zu können. Machtlosigkeit.

Und die Vorstellung, mich ohne mein Zutun mögen zu können … not gonna happen! Heißt also, dass ich nie mit mir im Reinen sein werde. Ich kann nicht nichts tun und ich kann nichts tun. Schwurbeliger Hippiekack!

Da gehe ich doch lieber in die andere Richtung und tausche Hoffnungslosigkeit gegen permanenten Optimierungsdrang. Das passt mir besser.

Denn eigentlich muss ich mich nicht gut finden. Ich muss mich nicht mögen. Ich bin kein liebenswerter oder attraktiver Mensch. Ich wollte definitiv nicht mit mir befreundet sein, ich würde mich selbst die Treppe herunterwerfen. Der Erklärfaun und ich haben über „Seelentiere“ gesprochen und ich fühle mich mit meinem Opossum sehr wohl. Müll essen, Leute anfauchen, von Bäumen hängen.

(Zwischenwurf-WTF?! aus aktuellem Anlass: Wenn Werbealgorithmen so verdammt intelligent geworden sind, warum gibt mir Spotify zwischen meinen Thrashmetal/Elektro/Oi-Playlists Reklame für „den ultimativen Liebesfilm dieses Sommers“ Klinge ich, als ob ich Schmonzetten goutieren würde, Spotify??! Ich mag nicht einmal „Love actually“ und damit oute ich mich ganz schön! Aber Amazon bewirft mich ja auch unverdrossen mit Kindle-Empfehlungen, die in die „unglückliche aber tapfere Frau findet die Liebe eines eigenbrötlerischen Dreitagebartträger-Hirnchirurgen, der ein traumatisches Erlebnis hatte, dem sie mit ihrer sanften Frohnatur die Freude am Leben wiedergibt, plus behindertem Kind oder so“-Richtung gehen, obwohl meine letzten zehn Käufe allesamt Warhammer-Romane, Star Wars-Comics, Bodybuilding-Ratgeber und Fachbücher über das dreizehnte Jahrhundert in der Levante waren … So eine Doppel-X-Chromosomen-Prädisposition ist für Amazon einfach nicht zu überwinden. Frauen lieben Schnulzen. Alle. Immer.)

Zurück zum Thema. Ich muss mich wirklich nicht mögen, oder? Ich kann mich weiter endlos optimieren und damit nie ein Ziel erreichen, oder? Reicht es nicht, mit meinen Lebensumständen zufrieden zu sein (ich lebe in Mitteleuropa, ich habe praktisch in der Reinkarnationslotterie schon gewonnen!)? Das ist doch schon eine Menge. Mir geht es gut. Ich habe Menschen, die mich lieben und die ich liebe. Meine Familie ist gesund, meine Eltern fit und aktiv, mein Job saugt nur zu etwa 20% (das ist ein verdammt guter Wert!) und ich kann fast alle Dinge tun, die ich möchte. Da muss ich doch nicht auch davon überzeugt sein, eine gute Version meiner selbst zu sein. „Bodypositivity“ ist einfach nicht mein Mindset.

Oh Fuck, da ist die Werbung für den Liebesfilm dieses Sommers schon wieder … „Ich gebe Dich niemals auf …“ Och, Alte, mir wird übel …

Das Opossum zieht sich auf seinen Ast zurück und wirft mit toten Zecken (Opossums sind sehr nützliche Zeckenvernichter!).

Ach watt, Leben!, Dat Nerdstuff

Tag der Teekanne

Ich habe die Monsterteekanne bekanntermaßen von Schwiegermutter1 zu Weihnachten bekommen. Das Ding lauerte lange hässlich im Schatten und ich wusste nicht, was ich damit anfangen sollte. Es irgendwo zu haben, wo man es sehen kann, stand natürlich außer Frage. Niemand mit einer Angststörung sollte befürchten müssen, sich in seiner Wohnung plötzlich Aug’ in Aug’ mit diesem Teil zu finden! Das hätte mich in meiner Therapie garantiert um Monate zurückgeworfen!

Nachdem ich aber letzte Woche erfahren hatte, dass der Erklärfaun das Teekannenproblem (er hatte auch eine bekommen) auf sehr mafiöse Art gelöst hat („Luigi schläft jetzt bei den Fischen …“), sah ich mich endlich in der Lage, Schritte zu unternehmen.

Ich tat das, was jeder gute Arbeitnehmer tut: Ich packte das Ding mit einem „Sammlerstück!“-Zettel versehen in die „zu verschenken“-Schütte im Verlag. Da ich dort meine geliebte French Press herhabe, war es an der Zeit, etwas zurück zu geben.

Drei Tage lag der Kasten dort drin. Ich hörte aus dem Foyer immer wieder entsetztes „Was ist das?!“, „DAFUQ?!“ und „Whoa!“. Aber niemand nahm sich der Teekanne an. Das hebt meine Meinung über den Geschmack meiner Kollegen zwar deutlich, half mir aber nicht weiter.

Doch dann geschah es! Und ich konnte es sogar beobachten.

Ich war gerade auf dem Weg zur Redaktion, als der Hermes-Fahrer kam und noch auf unsere Empfangsladies warten musste. Was er dazu nutzte, sich die Schütte anzusehen. Er öffnete den Teekannenkasten. Und schien angetan.

Ich schlich gaaaanz langsam, seeeeehr neugierig und uuuunglaublich leise die Treppe hoch, den Blick fest auf das Mann-Kanne-Bonding im Erdgeschoss gerichtet. Leider tat sich nichts Wesentliches, bis ich oben ankam. Dort traf ich L. und M., mit denen ich mich kurz zu Schwiegermuttergeschenken austauschte (beide hatten traurigere Geschichten zu erzählen als ich). Ich ging zur Redaktion, kam wieder und als ich wieder im Foyer anlangte, waren Hermes-Fahrer und Teekanne gemeinsam in den Sonnenuntergang geritten!

Hurra für das glückliche Paar!

Um es noch einmal deutlich zu machen: Ich mag Schwiegermutter1 sehr gerne. Sie hat dieses Geschenk von Herzen gemacht und es durch und durch gut gemeint. Es ist völlig ihr Geschmack und deshalb von ihrer Seite aus ein supertolles Weihnachtsgeschenk.

Aber ich hoffe trotzdem, dass wir „Geschenke, die man aufbrauchen kann“ etablieren können. Und zwar bevor das nächste Stück des Services den Erklärfaun und mich trifft!

Ansonsten war der gestrige Tag bis zum Schluss der befürchtete Kramtag. Alles ging langsam und war stressig. Bis auf Sport und Physiotherapie, die beide absolut großartig waren und mich schwer glücklich gemacht haben. Seit ich genug Muskeln aufgebaut habe, um beim Sport wie eine Kuh zu schwitzen, finde ich es auch gar nicht mehr so schlimm. Hat etwas sehr Archaisches, wenn man so vor sich hin tropft. Das ist vermutlich eine Einzelmeinung.

So, noch ein Arbeitstag dann Wochenende mit Warhammer-Spaziergang und Vampire-Spielen. Ich liebe Geek-Wochenenden!

Dat Nerdstuff

Kramtag

Ja, das wird einer. Ein echter Kramtag. An dem alles wegen Kleinigkeiten länger dauert und man durchgehend low key angestrengt und genervt ist.

Heute Morgen zum Beispiel ist meine rechte Abblendlichtbirne kaputtgegangen. Und vorher war Butzel beim Morgensport echt störend. Lieb aber störend. Und es gibt eine neue Baustelle am Darmstädter Kreuz, dem dämlichsten Nadelöhr des gesamten Rhein-Main-Gebiets. Die letzte Baustelle dort hat den Erklärfaun und mich für ein Jahr jeden Tag eine halbe Stunde gekostet. Wir hatten geglaubt, dass jetzt alles, was dort an Straßen, Brücken und Schildern ist, nun durchrenoviert sei und erstmal keine neuen Baustellen auftauchen könnten. Wie naiv von uns! Und auf der Landstraße, auf der 100 ist und auf der man wegen konstantem Gegenverkehr nicht überholen kann, fuhr eine Oma hochkonzentriert mit 60 (sechzig!) vor mir her. Und in der Straße mit den Betoneinbauten, die das Ganze auf etwas mehr als zwei Meter verengen, damit keine LKW durchfahren, beschloss ein LKW, dass dieses „keine Durchfahrt für LKW“-Schild nicht für ihn gelten kann und wurde dann von der normativen Kraft des Faktischen eingeholt. Adorno schlägt mit Betonpollern zu und ich stehe dahinter …

Und es ist gerade mal sieben Uhr!

Ich habe schon Vorahnungen, wie es weitergehen wird. Kollege M. hat heute Urlaub und irgendetwas Superdringendes, das Stunden brauchen wird, wird aufschlagen. Ich weiß es.

Andere Dinge. Ich muss an andere Dinge denken.

Zum Beispiel daran, dass ich mich auf heute Abend freue. Sport und Physiotherapie. Das wird wieder angenehm. Auch wenn es immer noch so furchtbar heiß ist. Von der angekündigten Abkühlung keine Spur. Gestern hat es zwanzig Minuten geregnet und fünf Minuten danach war es wieder genauso warm und jede Feuchtigkeit war verschwunden. Was kein Wunder ist. Es hat seit zwei Monaten nicht mehr geregnet. An so eine langanhaltende Dürre kann ich mich nicht erinnern. Eine Menge Bäume färbt sich schon gelb und wirft Laub ab, weil sie kein Wasser mehr dafür haben. Gruselig. Ob der Golfstrom nun endgültig gekippt ist und wir nun kontinentales Klima haben?

Gegen den Klimawandel kann ich nur auf niedriger Ebene etwas tun. Design ist einfacher. In diesem Fall: Tank Tops. Das oben zu sehende Motiv. Es ist natürlich ein Geekshirt. Warhammer 40k. Das Warhammer-Universum ist im imperialen Teil eine Theokratie und hat dementsprechend einen übermächtigen religiösen Verwaltungsapparat. Insbesondere die Inquisition, die bewaffnet und mit eigenen Truppen und Raumflotten gegen „Häretiker“ (praktisch alles, was nicht menschlich ist oder am Gott-Imperator zweifelt. In einer ganzen Galaxis sind das ganz schöne viele potentielle Ziele …) vorgeht. Das ist nicht besonders lustig – aber Hershey-Schokolade umzudesignen ist es. Die Idee ist nicht von mir, die Umsetzung aber schon. Besonders auf die „Grimdark Chocolate“ bin ich stolz. „Grimdark Future“ ist ein bisschen das Label von Warhammer.

Ich bin dann abends gleich auf Spreadshirt und habe mir das Ganze bestellt. Damit ich beim Warmhammer-Fest auch angemessen gekleidet sein kann.

Gegen solche Zufriedenheitserlebnisse kommen Baustellen, kaputte Scheinwerfer und Schneckomas natürlich nicht wirklich an!

Nichts Neues von der Ernährungsfront. Gestern habe ich abends aber etwas gerissen, weil ich ein halbes Kilo Pflaumen aus dem Kühlschrank gegessen habe. Die waren so wundervoll kalt!

Ach watt, Leben!, Ernährung, Training

Ungewöhnliche Körperzufriedenheit

Mal wieder Paintschainer. Einmal so zart und schlank sein wie Allegra …

Gestern habe ich mich vor der Physiotherapie zufällig so halb von hinten im Spiegel gesehen und festgestellt, dass die Squats, die Legpress und die Hamstring-Übungen tatsächlich etwas gebracht haben. Oder mindestens anfangen, etwas zu bringen.

Auch wenn ich der Meinung bin, mich damit eher mittel zu belasten (gerade morgens sind das ja nur Bodyweight-Squats mit zwölf-Kilo-Hanteln), ist es wohl einfach die Tatsache, dass ich es wirklich jeden einzelnen Tag tue. Plus, dass ich am Schreibtisch auch ständig so halbe Squats mache (nur auf Mitte Oberschenkelhöhe runtergehen – aber das halt mehrere tausend Mal im Laufe des Tages).

Langsam aber stetig.

Nicht, dass meine schlimmen Oberschenkel viel besser würden (scheint mir zumindest nicht so), Schwimmen gehen ist also immer noch nicht. So wage ich mich garantiert nicht in Badeklamotten in die Öffentlichkeit! Da würde vermutlich Greenpeace versuchen, mich zurück ins Meer zu rollen, Mütter würden ihre Kinder von der Straße holen und ein Held müsste sich erheben, die Bedrohung des Königreichs zu bekämpfen.

Aber der Arsch zeigt Potential. Kein Satz, den man besonders häufig benutzen kann. Ist aber wahr. Und vielleicht, vielleicht weitet sich dieser Erfolg irgendwann auch einmal auf die Thunderthighs aus.

Essenstechnisch läuft es immer noch gut. Nur mein Arbeitgeber ist mir gestern ein bisschen reingegrätscht, weil es nach dem Quartalsbericht Kuchen, Torten und Tartes von Frankfurts bester (und teuerster) Konditorei, Siesmayer, gab. Ich habe zwei halbe Stücke gegessen. Einmal Apfelkuchen und einmal Aprikosen-Tarte. Und ich bereue nichts! Sowas von großartig! Ich vermute, der Chef hat zwar den Gegenwert eines Kleinwagens für das Gebäck ausgegeben … aber, Olaf die Waldfee … das war es wert!

Vermutlich 500 Kalorien. Konnte ich wegwinken, da ich meine Sportkalorien ja nie im Plan habe.

Heute ist keine Unterbrechung meines Plans am Horizont. Also – weitermachen!