Culinary Diversity-Wölfe

Die Culinary Diversity-Wölfe stöbern Seltenheiten auf. Teil vier: Fenchel

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Fenchel und ich. Eine Geschichte voller Missverständnisse. Ganz ohne blaue Ersatzflüssigkeit. Aber irgendwie hat es mit uns nicht sollen sein.

Wobei es eigentlich nur genau eine Begegnung gab. Und die verlief traumatisch genug, jetzt noch nachzuwirken.

Es war in einer dunklen stürmischen Nacht in den Neunzigern …

Nein. Es war ein ganz normales Abendessen. Ich wohnte noch bei meinen Eltern und eigentlich war gemeinsames Abendessen selten. Auf einem Bauernhof gibt es als Familientermin das Mittagessen, Frühstück und Abendessen nimmt sich jeder dann, wenn er/sie gerade keine Pflichten im Stall/in der Schule/sonstwo hat. Gemolken wird zweimal am Tag. Abends und morgens. Und wenn man das auf so einem Ökohof von Hand im Freilaufstall macht, dauert es eben seine Zeit, weil sich die Ziegen natürlich auch noch ihre Zuneigungsportionen abholen wollen. Ziegen sind sehr, sehr freundliche, liebevolle Tiere, die starke Bindungen entwickeln. Man sollte sie nicht maschinell melken, finde ich. Meine Gewohnheit, um fünf Uhr aufzustehen, habe ich eben durch das langwierige morgendliche Melken entwickelt und auch durch Studien- und jetzt Arbeitszeit mitgeschleppt. Auf jeden Fall also: Feste Zeiten für gemeinsames Essen waren schwierig.

Aber aus irgend einem Grund hatte meine Mutter an diesem unheilvollen Abend in ihrer Zeitschrift (ich glaube, es war die Brigitte) ein Rezept für Fenchelsalat gefunden und wollte es unbedingt ausprobieren. Und weil Fenchel nicht in Einzelportionen daherkommt, gab es genug für alle.

Die Familie saß also gespannt um den Esstisch. Jeder bekam einen Schlag Salat und dazu Brot. Jeder nahm eine Gabel voll und wirklich jeder beschloss, gar nicht mehr hungrig zu sein. Der medizinische Grundgeschmack löste rund um den Tisch die grauenerregendsten Assoziationen aus. Das Abendessen bestand dann aus Brot, Butter, Käse. Selbstgemachtem Ziegenkäse natürlich. Deutlich besser als Fenchel!

Aber irgendwas muss an Fenchel dransein. Sonst würde er nicht immer wieder im Gemüseregal vom Aldi auftauchen. Das Zeug muss einfach schmecken! Ich meine, es gibt ja eigentlich kein nicht schmeckendes Gemüse, oder?

Fragt man Leute, was sie gar nicht essen mögen, kommt in 90% der Fälle irgend etwas Tierisches heraus. Kutteln. Hirn. Wurst. Strenger Käse. Oder Fermentiertes wie Natto, Tofu oder dergleichen. Aber Gemüse? Da gibt es fast nie komplette Ablehnung einer einzelnen Sorte.

Ich muss es also irgendwie schaffen, mich mit Fenchel anzufreunden. Ist immerhin immens gesund, das Zeug (weil ich mich ja sonst so ungesund ernähre … ).

Ich habe den Fenchel jetzt erst einmal mit eher milden Gemüsen kombiniert und eingelegt. Das ganze wird dann im Ofen gegart und mit Handkäsewürfeln (eff yeah, 60 Gramm Protein für 250 Kalorien!) garniert. Deutsche Welle Hessen oder so. „Un weil mitm Aaach mitesse duusch, ganniere ma de Salad imma middähm Handkäääs!“

Das mag jetzt einige alemannische Einschläge enthalten. Aber ich spreche Hessisch nunmal nur als Fremdsprache und in unserer lokalen Variante des Rheinfränkisch verläuft eben direkt die Grenze zum Alemannischen, wie man zum Beispiel am „-ele“-Diminutiv merkt (Kätzele, Buwele …). Da fällt es mir manchmal schwer, Hessisch richtig anzuwenden.

Jetzt gehe ich meine doch recht persistente Erkältung weiter auskurieren. Ich bin froh, dass die Waldnymphe mich nach und nach davon überzeugt hat, dass man auch bei popligen Minikrankheiten Tabletten nehmen darf. Dank Ibuprofen habe ich viel besser geschlafen!

Die Culinary Diversity-Wölfe stöbern Seltenheiten auf. Teil drei: Grüne Bohnen

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Na gut, Grüne Bohnen sind nun nicht der Seltenheitskracher schlechthin. Aber in dieser Rubrik geht es ja auch eher darum, Dinge zu probieren/mal wieder zu kochen, die sich außerhalb meines kulinarischen Trottes bewegen. Und das war bei beiden Komponenten gegeben: Grüne Bohnen mache ich selten, weil mir die Putzerei so öde ist und die Tofu-Hackbällchen vom Aldi hatte ich vorher noch gar nie probiert, da sie doch recht kaloriendicht sind – fast hundertachtzig Kalorien pro hundert Gramm ist für Tofu schon eine Hausnummer.

Grüne Bohnen aus dem Ofen mit Tofubollen. Sehr lecker. #vegane #todayiate

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Aber gestern passten sie gut ins Budget. Und sättigten dann auch noch so stark, dass ich auf meinen Sojajoghurt-Nachtisch verzichtet und damit mal wieder gespart habe.

Fazit: Grüne Bohnen esse ich sehr, sehr gern. Werde ich aber weiterhin selten machen. Denn eine Viertelstunde herumstehen und putzen ist für das ADHS-Einhörnchen gar zu stressig. Die Hackbällchen werde ich öfter ins Auge fassen, die waren sehr gut und wurden im Ofen mit etwas Kokosöl auch schmackhaft-knusprig. Ich kann sie ja mit Gurkensalat kombinieren, der fängt die Kalorien problemlos wieder ein.

Heute wird ein arbeitsreicher Tag, obwohl ich mir freigenommen habe. Gleich bringe ich mein Auto weg, auf dass es eine neue, steinschlagfreie Windschutzscheibe und eine Inspektion bekommen möge. Laufe auf dem Rückweg beim Prollo-Kaufland vorbei, da mir SpüMa-Tabs und Speisesalz ausgegangen sind (immer mit dem teuren Räuchersalz salzen kann´s auf Dauer nicht sein. Passte zu Ofenbohnen und Bällchen aber prima). Dann gibt´s eine Sortiersession im Arbeitszimmer, um mich und mein Pseudo-Chaos (es ist kein Chaos, aber als Minimalistin kommt es mir so vor. Drei Stapel Papier im ganzen Schrank! Ich bin ein Messie!) auf den bevorstehenden Umbau des Arbeitszimmers zum Arbeits-und-Bodyweight-Workout-Zimmer vorzubereiten. Und dann noch mealpreppen für den Rest der Woche. Kürbis, Spitzkohl, Zucchini, Spitzpaprika. Plus täglich wechselnde Tofusorten.

Ja, viel zu tun. Auf geht´s!

 

Die Culinary Diversity-Wölfe stöbern Seltenheiten auf. Teil zwei: Spitzkohl

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Dieses Mal haben mir die Beiden etwas wirklich Köstliches gefunden! Immer noch farblich eher im Cyan/Magenta-Spektrum habe ich einen großen Spitzkohl gekauft. Hatte ich noch nie. Wusste ich bisher nichts damit anzufangen. Aber ich habe mich vage daran erinnert, dass es zu Hause früher gelegentlich Chinakohlpfanne gab und ich die sehr mochte. Spitzkohl hat mit Chinakohl die Hälfte des Wortes gemeinsam, also beschloss ich, ihn ebenfalls für eine gemischte Gemüsepfanne zu verwursten.

Als ich ihn aufgeschnitten habe, wurde der Kohlkopf übrigens immer mehr. Zwar stand von Anfang an der Plan, ihn zum Mealpreppen zu verwenden, aber als am Ende dann vier Tupperdosen dermaßen gefüllt waren (wenn auch natürlich zusätzlich mit anderem Gemüse, etwas Sojasauce, Gewürzen und je einem Löffel Kokosöl), dass ich sie kaum noch zubekam, geschweige denn ordentlich zur Saucenverteilung schütteln konnte, keimten in mir leichte Zweifel.

Aber letztendlich habe ich es geschafft und alles fertig im Kühlschrank untergebracht. Abends gab es dann das erste Gemüse zusammen mit einem Gemüsebratling. Und … es war sehr, sehr schmackhaft! Gerne wieder. Ordentlich Volumen für wenig Kalorien, dazu noch ein feiner Geschmack – das Gemüse ist ein Gewinner!

Wow, Spitzkohl ist wirklich hübsch!

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Weniger schön ist, dass mein Knie immer noch knackt. Da muss ich es wohl morgen, wenn ich wegen der Schulter sowieso beim Arzt bin, erwähnen. Wie so ´ne Rentnerin.

Ebenfalls unschön ist, dass ich einen Steinschlag in der Windschutzscheibe habe. Muss wohl am Freitag passiert sein und liegt zum Glück an günstiger Stelle. Aber ich sollte es dennoch zeitnah entfernen lassen! Also muss ich jetzt erst einmal einen kleineren bürokratischen Salto bei meiner Autoversicherung schlagen (wobei die normalerweise sehr nett sind. Oder waren. Bisher), dann meiner Werkstatt Bescheid sagen, dann Termin holen, dann Urlaub einreichen … Argh, ich kann schon wieder spüren, wie meine dämliche Angststörung nur darauf wartet, mich in Beton zu gießen. Nein. Ich schaffe das. Ich kriege das hin, ohne dass ich tagelang Anlauf nehmen muss. Weil ich es kann. Weil ich schon weiter bin.

Und sonst? Ich bekomme jeden Tag mehrere liebe WhatsApps meiner beiden signifikanten Otter (die ich sehr vermisse). Boote auf schwedischen Seen vom Erklärfaun und Reese´s Peanut Butter Cup Coffee Creamer, Torten in Pudelform beim Bake-Off der Landfrauen und ein Origami aus Schokoriegeln von der Waldnymphe. Ja, es ist sehr offensichtlich, warum halb Amerika adipös ist! Aber … ich würde jedes dieser Dinge sofort auch nehmen!

Für nächsten Samstag spare ich schon wieder Kalorien. Obwohl ich noch gar nicht weiß, wofür ich sie ausgeben möchte. Vielleicht ein Ben&Jerry´s. So ein Pott hat etwas über tausend fröhliche Kalorien. Da müsste ich mich ranhalten, um die in fünf Tagen zu sparen. Obwohl … absolut machbar. Mit meinem Essen für heute habe ich schon 200 gespart. Wenn ich zum Laufen und zum Hanteltraining kommen sollte sind das nochmal 170 (weil der Imperator Hanteltraining nicht erfasst, kann ich das auch nicht zählen. Blinder Bonus!). 370 schon am ersten Tag. Peanut Butter Cup ich komme! Ziel vor Augen! Ein Pott nur für mich … *heavy breathing*

Die Culinary Diversity-Wölfe stöbern Seltenheiten auf. Teil eins: Miniauberginen

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Links Rhys, rechts Jamie.

„Das da! Das sieht toll aus!“ Ein fröhlicher Fingerzeig auf den zart kolorierten Stahlstich auf der rechten Buchseite.

Jamie zog elegant eine Braue nach oben, legte den Kopf schräg. Hielt jede Andeutung eines Lächelns aus seiner Stimme heraus. „Das ist eine Durian, Rhys. Niemand möchte so ein Ding essen!“

Schulterzucken. „Ach was, als ich in Indien- …“ – „Ja, ja. Als du in Indien stationiert warst, hast du praktisch alles gegessen, Captain Ryder. Ich weiß“, fiel ihm der Silver Fang ins Wort. Rhys nahm es ihm nicht übel, wie er selten etwas übelnahm. „Und es ist wahr. Die Leute in den Kolonien essen alles! Und können alles zubereiten. Du machst dir keine Vorstellungen!“ Rhys machte einen Schritt vom Schreibtisch weg, drehte sich mit ausgebreiteten Armen um sich selbst. Von der Terrasse drangen Stimmen ins Innere des Hauses, das leise Klappern von teurem Porzellan und der Geruch nach Marmelade und Clotted Cream verrieten den beiden Wölfen, dass der Tee heute draußen serviert wurde. Zeit, die Suche erst einmal zu unterbrechen. Jamie klappte das Buch zu. Griff aber sofort nach dem nächsten auf dem kleinen Stapel, der sich wie Treibholz an den Ufern des Meeres auf dem Tisch angesammelt hatte. Rhys war schon halb in Richtung Tür unterwegs, verhielt aber, als er hinter sich wieder das Rascheln von Seiten hörte. Betrachtete die spitzweghafte Studierszene am Tisch (wäre der arme Poet ein südenglischer Baron gewesen, natürlich). „Kein Tee für dich?“ – „Ich habe noch eine Idee … hier in diesem Buch, das Carla mir gegeben hat…“ – „Von Carla? Ist das eine gute Idee? Die Fey essen manchmal echt … äh … spezielle Dinge.“

Ein erstaunlich schmutziges Grinsen, als Jamie den Kopf hob. Selten auf den Lippen des sonst so distinguierten Silver Fang. „Du musst´s ja wissen.“

Der Fianna erwiderte das Grinsen, setzte noch eins drauf. „Wer, wenn nicht ich?“, trat dann aber neugierig wieder an den Tisch, wo Jamie das seltsam muffig-medizinisch riechende Buch etwa in der Mitte aufgeschlagen hatte. Betrachtete die Federzeichnung, auf die Jamie deutete. „Das sieht aus wie- …“ – „Ich weiß wie´s aussieht. Und für dich sieht alles so aus, das …“ – „… das wie ein Penis aussieht.“

Jamie drehte das Buch hin und her. Die beiden Wölfe kniffen die Augen zusammen. „Immerhin hat´s eine absolut un-penisige Farbe. Und ist ein bisschen krumm.“ – „Darf ich sagen, was …“ – „Nein, bitte nicht.“

Einige Sekunden stumme Betrachtung und das Lesen des dazugehörigen Textes. Jamie räusperte sich. „Ja, das nehmen wir. Klingt gut, kann man essen.“ Rhys nickte zustimmend. „Und wenn´s nicht schmeckt, kann sie wenigstens darüber lachen, wie es aussieht.“


Und damit vom London des Jahres 1891 zurück nach 2017. Miniauberginen also. Die wird es diese Woche am Mittwoch geben. Als ich sie im Voldemart erspäht habe, wusste ich sofort: die werden´s. Sie sehen seltsam aus (Rhys hat recht. Mag daran liegen, dass Rhys in meinem Kopf wohnt) und sollen laut Beipackzettel auch anders schmecken als ihre großen Verwandten. Ich bin gespannt. Normale Auberginen mag ich in Ofengemüse sehr gern, vertrage sie aber nicht hundertprozentig. Machen mir manchmal Bauchschmerzen. Wie verträglich die Zwergenversion sein wird, wird sich zeigen. Spannung und Aufregung. Und Hoffnung, dass sie bis Mittwoch überhaupt gut genießbar sein werden. Denn bis dahin muss ich noch einen halben Hokkaido wegschaffen. Obwohl … ich könnte den durchaus auch zusammen mit den Auberginen zubereiten. Klingt nach einem Plan. Der Hokkaido fällt in gewisser Weise auch unter die neue Vielfalt. Kürbis hatte ich schließlich seit einem halben Jahr nicht mehr. Was nur natürlich ist, da deren Saison erst wieder anfängt.

Ansonsten werde ich diese Woche von Montag bis Donnerstag mal ein kleines tägliches Defizit von etwa 300 Kalorien einplanen, um die Exzesse der letzten Wochenenden aufzufangen. Sollte zusammen mit dem Sport gut hinkommen. Apropos Sport: Gestern konnte ich fürs Bankdrücken zwei Cookies mehr auflegen. Und beim Deadlift sogar zehn Kilo mehr. Yay me! Beim Row tat ich mir ein wenig schwer, dafür gingen mir die Crunches leicht von der Hand. Ist alles Tagesform.