Culinary Diversity-Wölfe

Die Culinary Diversity-Wölfe essen bei IKEA

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… und zwar nicht in der Köttbullar-Hölle, sondern eine Frucht, die schmeckte, als würde man ein Billy-Regal verspeisen. Die Quittenbirne.

Wie immer in solchen Fällen wurde ich Opfer meiner „ooohhhh, shiny“-Gene. Als ich die appetitlich aussehenden Riesendinger in der Auslage meines bevorzugten Gemüseladens sah, musste ich einfach eine mitnehmen. Eine Kreuzung aus Quitte und Birne? What’s not to like?

Durch meine Nashi-Erfahrung klüger geworden, ließ ich das Teil auch erst noch eine Woche in der Obstschüssel vor sich hin reifen, bevor ich sie gestern zum Abendessen verzehrt habe. Und, tja, nun. Wie schon gesagt: Aroma und Haptik von Pressspan.

Erst glaubte ich, der Fehler läge bei mir, und man könnte das Ding eventuell gar nicht roh essen, sondern es fiele mehr in die Kartoffelkategorie und würde Erhitzen erfordern. Aber das Internet sagte nein. Roh essbar.

Schmeckte nicht. Nicht nochmal.

Und weil so ein ungutes Quittenbirnenerlebnis keinen schönen Blogpost macht, gibt’s jetzt einfach noch ein paar der versprochenen Gänse-Facts!

Die Elterneinheiten haben seit Jahrzehnten Gänse als Wachtiere. Hunde sind okay – aber Gänse sind deutlich boshafter. Wir hatten immer große Hunde mit Schutzhundausbildung (Riesenschnauzer, Schäferhunde und Labrador-Mix), doch selbst die haben sich nicht mit der Gänseherde angelegt, sondern sind dem Terrorhaufen stets sehr casual aus dem Weg gegangen, um sich eine Aura von „ich könnte da ja langgehen, ich will aber nicht. Das liegt nicht etwa daran, dass die Gänse dort campen. Nein, ich will halt nicht!“

Die einzigen, die nie Respekt vor Gänsen hatten, waren die Ziegen. Ziegen sind einfach hardcore. Aber die greifen auch ungebremst Hunde an, weil sie es können. Von daher …

Jedoch soll es heute ja um Gänse gehen, nicht um die Ziegen.

Im Internet kursiert eine gewisse Meme-haftigkeit, dass Gänse unbesiegbar wären. Dass man vor einer angreifenden Gans nur wegrennen könne, sie aber niemals angehen dürfte. Falsch. Gänse sind Schulhofrüpel. Laut, gruppenstark und nur wenig dahinter. Wenn eine Gans angreift, dann entweder mit einem Biss oder mit den Flügeln. Letzteres selten, da ihre Knochen, wie bei allen Vögeln, nicht die stabilsten sind. Ein Schlag mit einem Flügel kann wehtun, gibt `nen blauen Fleck … und das wars. Bienenstiche tun mehr weh. Ein Biss … nun, Gänse haben kleine Hornhöcker am Schnabelinnenrand, die als eine Art Zahnersatz funktionieren. Sehr dinosaurierhaft. Wenn sie zubeißen, machen sie mit dem Schnabel Mahlbewegungen, um den Schaden zu maximieren. Auch das kann gut ziehen, wenn man in blanke Haut gebissen wird.

Aber … ist es schlimm und den Horror wert, der da gemacht wird? Nicht im Geringsten!

Von daher also: Wenn eines der Aggroviecher zischend und ausgebreitet angerudert kommt, einfach stehenbleiben. Warten, bis die Gans nah genug ist und am Hals packen. Zack, Ende Gelände. Man hat die Gans überrumpelt, sie wird zappeln und brüllen und dann hochempört wegrennen, sobald man loslässt. Bitte nicht zudrücken oder schütteln, sonst bricht man das Genick, fügt Schmerzen zu oder macht die Luftröhre kaputt. Einfach direkt unter dem Kopf (das ist wichtig, um den Schnabel außer Reichweite zu halten) greifen und die Finger nicht schließen. Das ist der ganze Trick.

Klappt natürlich nicht, wenn die ganze Horde angreift. Sie sind nämlich nicht dumm! Sie sehen auch, ob man beide Hände voll hat und nicht zupacken kann, dann werden sie auch müpfig. In solchen Fällen: Keine Scheu haben. Wenn man nicht gerade torschussmäßig durchzieht, kann man auch mal treten. Eher so Fuß unter den Schwerpunkt des Viechs und hochlupfen. Überrascht sie völlig und bringt sie aus dem Konzept. Dann rudern sie wie blöde, versuchen ihre Würde wiederzuerlangen und wackeln zischend davon. Zumal wenn man lange Hosen anhaben sollte. Da ist man ja eh sicher.

Soviel zur Verteidigung gegen und zum schlechten Charakter von Gänsen. Wobei es eine Aggressionsskala im Gänsebereich gibt. Am Schlimmsten sind die Hausgänse (weiß oder pommersch, völlig egal), dann lange nichts, dann Kanadagänse und die Chinagänse sind praktisch Enten und damit gechilled. Außerdem natürlich: Je weiter weg vom Nest oder den Gösseln, umso ruhiger.

Aber es gibt ja nicht nur Arschlochgänse (auch wenn sie in der Mehrheit sind). Wir hatten aus der ersten Brut (damals waren wir noch nicht schlau genug, ihnen die Eier wegzunehmen, so dass wir plötzlich zwölf Gössel und dann eine Herde von vierzehn Gänsen hatten!) einen sehr speziellen Ganter. Er hatte so einen kakaduhaften Federpuschel auf dem Kopf (ein bisschen wie Römergänse – vielleicht hatte er so etwas in der bunt gemischten Ahnenlinie), weshalb er Häuptel hieß. Und er liebte die Muttereinheit abgöttisch. War sie im Garten, rannte er zu ihr und setzte sich immer direkt neben sie, zufrieden mit sich und der Welt.

Häuptel wurde fast zwanzig Jahre alt, dann wurde er uns in einer Nacht vor Sankt Martin gestohlen. Ich kichere heute noch, wenn ich daran denke, wie zäh der alte Ganter gewesen sein muss und wie wenig er dem Dieb gemundet haben wird.

Unsere derzeitigen Gänse (nur ein Paar) sind hingegen durchgehend mies drauf. Sie fallen jeden an. Und der Versuch des Hütehundes der Schwesterneinheit (das ist ein ausgebildeter Hütehund, ein Sheltie), seiner Pflicht nachzukommen, endete in gar großer Panik emmaseits (Emma ist der Hund).

Was ich immer wieder beobachte, ist, dass im Schlossgarten irgendwelche Familien versuchen, Enten zu füttern und dann die Gänse wie die fetteste Gang in der Hood anmarschiert kommen. Ich habe noch nie erlebt, dass sich jemand gewehrt hätte. Kraftsport-ausgebeefte Jung-Familienväter würden augenscheinlich eher ihre Kinder opfern, als die blöden Aggroviecher zu verscheuchen, die sich gerade um den Kinderwagen und die Brottüte drängen und zischen und brüllen. Ich mache dann gern den Superhelden, komme angeschossen und vertreibe die Gänsegang. Gibt mir so ein Vigilante-Gefühl. Not the hero Schlossgarten deserves, but the hero Schlossgarten needs right now!

Neulich war es aber sehr niedlich, wie sich ein Rentnerpärchen gefreut hat, dass ich die wie so ein Troll neben einer kleinen Brücke sitzende und diese Brücke durch pure Anwesenheit anscheinend unpassierbar machende, Gans neutralisiert habe, in dem ich einfach hingegangen bin, mich zu ihr gesetzt habe und die Gans über die Gesellschaft so begeistert war, dass da keinerlei Aggressivität kam. Denn sie können auch anders, die Mistviecher! Vermutlich hätte die Gans auch mit den Rentnern nur geschmust – aber der Horror, der vor Gänsen verbreitet wird, hat das verhindert.

Mehr fällt mir jetzt gerade nicht ein – aber es gibt natürlich noch mehr Geflügelstories!

 

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Die Culinary Diversity-Wölfe testen Cold Brew-Kaffee

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Kalten Kaffee zu trinken ist eine Sache. Das ist etwas, das Jamie sehr oft passiert, weil er sich schließlich immer wieder begeistert ganz tief in Büchern verliert und dann gerne mal vergisst, dass der Butler dieses unauffällig-elegante Silbertablett auf’s Beistelltischchen platziert hat. Rhys hingegen trinkt Kaffee entweder superheiß oder gar nicht. Kriegt man ja sonst nicht runter, die Plörre! (Die Dienstjahre in den indischen Kolonien haben ihn darin bestärkt, dass Tee das einzig Wahre ist. Meistens. Außer man bekommt massenhaft Zucker, Sahne und am besten noch Pice ar y maenWelsh Cakes – mit richtig vielen Rosinen dazu.)

Aber Cold Brew ist eine völlig andere Sache. Denn Cold Brew ist kein traurig vergessener Kaffee – der wird absolut ungewöhnlich hergestellt. Nämlich gar nicht erst mit kochendem Wasser aufgegossen, sondern mindestens zehn Stunden abgedeckt bei Zimmertemperatur und mit kaltem Wasser ziehen lassen. Wieder einmal schlingen sich um die Zubereitung die herzallerliebsten Rituale der Connoisseure. Denen ich ebenfalls wieder nicht bis zum I-Tüpfelchen gefolgt bin, weil ich noch lange nicht so weit bin, Kaffee wahrhaft würdigen zu können. Obwohl unser Herbsturlaub uns vermutlich in die Kaffeehauptstadt Italiens führen wird: Triest! Das war ein Vorschlag des Erklärfauns, der unser Reise-Organisator de luxe ist. Ob er auf Triest kam, weil mein kleiner Magus von dort kommt und wir uns im Zuge dessen viel über Triests wechselvolle Geschichte unterhalten haben, oder ob es tatsächlich die Yuppie-Reisebeilage im Economist war … wird man wohl nie herausfinden, ist aber auch egal. Mein Wunsch für meine erste Italienreise wäre natürlich rein beruflich bedingt die Toskana, Otranto, Castel del Monte und Padua … aber ich bin nicht wählerisch. Um Andi Möller zu zitieren: „Ob Madrid oder Mailand – Hauptsache Italien!“

Triest. Der Hafen, in dem der meiste und beste Kaffee Italien erreichte.

Was mich zurück zum Cold Brew bringt. Den ich gestern Abend in der French Press ansetzte, mit Frischhaltefolie abdeckte und bei Zimmertemperatur bis heute Morgen um halb sechs ziehen ließ. Jetzt habe ich ihn mit im Büro (keine Panikattacke beim Herfahren – das gebietet ein verhaltenes „yay!“) und trinke ihn mit Mandelmilch und Süßstoff. Und das Wolfsfazit lautet: Schmeckt wirklich ganz anders! Fruchtiger und irgendwie fast wie sehr, sehr dunkle Schokolade. Das gefällt mir! Könnte ich für morgen direkt wieder ansetzen. Leider braucht das Zeug deutlich mehr Pulver als normaler French-Press-Kaffee. Könnte also auf Dauer ziemlich ins Geld gehen. Also doch lieber beschränken. Mit Chai abwechseln. Mit Chai (Chai Latte für den Gewinn!) und Entkoffeiniertem abwechseln. Ja, das klingt machbar.

Beginn der Kirschblüte im Schlossgarten. #sakura #cherryblossom

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Das Wochenende war okay-ish. Den Freitag habe ich mit dem Auskurieren der letzten Reste der Panikattacke und des Infekts verbracht (letzterer hielt sich aber noch bis Sonntag), war im Schlossgarten spazieren und habe die wunderschöne Kirschblüte genossen (zusammen mit ungefähr zwanzig asiatischen Großfamilien! An einem Freitag Vormittag! Unsere Guide in Prag hätte gesagt „Kommän Sie, kommän Sie – Asiatän nähmän kain Ändä!“) und ansonsten nur Zeit für mich gehabt. Abends war ich virtuell mit Freundin A. auf einer Party (ja, das geht in Second Life prima und macht Spaß. Musik und Unterhaltung, ohne dass man awkward vor fremden Leuten stehen muss! Ich konnte zu Hause mit Kopfhörern auf vor mich hintanzen, ohne mich zu schämen! Ich liebe das virtuelle Leben!).

Summer 'round the corner ...

In Second Life sah ich übrigens so aus. Absolut partytauglich, finde ich.

Samstags habe ich einen Kichererbsen/Paprika/Gurken/Schafskäse/Tomaten-Salat erstellt und mit zur Waldnymphe geschleppt. Von dort aus haben wir zunächst eine Expedition zur Hipster-Eisdiele gestartet (Walnuss-Feige, Ricotta-Feige und Salted Caramel für mich), uns dann durch die Menschenmassen am Neckarufer zurückgekämpft und abends den Grill aufgebaut. Ich bekam die Sorte Veggiepatty/Bällchen, die schon letztes Mal lecker gewesen waren. Zum Abschluss dann auf die Couch und Thor – Ragnarök geschaut. Das war ein absolut ergiebiger Tag. Und so warm, dass ich in Tanktop und kurzen Hosen herumgelaufen bin! Dieses Jahr hat echt interessante Temperatursprünge.

Sonntags habe ich zum ersten Mal meine neue Angst-Medikation getestet. Zunächst dachte ich, dass das Zeug gar nichts tut, aber als ich dann eine kleine Nachmittagswanderung unternommen habe, wurde es doch ein wenig surreal.

Mitten ins Medikament hinein bekam ich auch die Nachricht, dass Mama Schwan gestorben ist. Das war ziemlich beknackt, weil ich nicht richtig darauf reagieren konnte. Aber ich habe die unglaubliche Weisheit weit jenseits meiner Jahre besessen, nicht direkt zu antworten, sondern später eine lange Mail zu schreiben. Das war, wie sich zeigte, die gesündeste Vorgehensweise. Denn sowohl Th. Als auch die Waldnymphe, mit denen ich deswegen telefoniert habe, fanden mich stark neben der Spur.

Jedenfalls bin ich sehr traurig, dass Mama Schwan tot ist. Sie war in sehr schwierigen Aufwachs-Phasen für mich da, zeigte mir, dass Familie auch Herzlich- und Zärtlichkeit bedeuten kann und dass man seine Gefühle nicht zwanghaft hinter einer Mauer halten muss. Sie hat meine Lebensweise akzeptiert und ich wurde von ihr selbstverständlich in ihren Clan integriert. Ich aß dort zu Mittag, half im Laden, alberte herum, quiekte mit ihr zusammen vor Wonne über die Turnereien ihres jeweiligen Hamsters und werde sie sehr vermissen. Eine starke Frau mit Ecken und Bruchkanten ist gegangen.

Wenigstens gab’s Suppe für die Culinary Diversity-Wölfe …

Wenigstens die Art-Nouveau-Serie ging weiter.

… denn Ostern an sich fiel für mich ziemlich aus. Freitag war prima. Wir hatten Spaß mit J1 und D., wenn mich auch die Nudeln (ich hatte vegetarisch gesehen die Wahl zwischen Nudeln, Nudeln und Nudeln. Also immerhin drei Gerichte!) beim Italiener nicht besonders erfreut haben. Zu viel Öl, zu viel Knoblauch, zu wenig sonstiger Geschmack. Aber der Rest der Anwesenden hat sich sichtlich wohlgefühlt und war begeistert, weshalb ich die Klappe gehalten habe. War ja auch nicht so wichtig. Der Service war jedenfalls 1A. Kleine Karte, alles frisch und hausgemacht. An und für sich also prima. War nur nicht meins.

Vielleicht das nächste Mal dann der Inder …

Samstag fing auch gut an. Ich war Fahrradfahren und das Wetter war frühlingshaft. Mittags ging es rüber in die Villa Kunterbunt und wir haben Mage gespielt. Voller Napfs Chunky-Monkey-Burgerpatties (die werden mit Banane und Erdnüssen hergestellt, schmecken aber nicht süß) haben mich wieder entzückt und alles war toll … bis es das plötzlich nicht mehr war, weil ich innert einer halben Stunde von „absolut fit und gesund“ zu „ich habe Fieber, Kopfschmerzen und möchte jetzt bitte auf der Stelle ins Bett“ fiel.

Und da blieb ich dann. Mit, wie gesagt, Fieber und Kopfschmerzen. Zu denen sich noch Glieder- und Halsschmerzen gesellten. Tolle Ostern. Heute Morgen bin ich wieder arbeiten, was keine gute Idee ist, aber ich will nicht schon wieder fehlen.

Sportlich gesehen gab’s also nur einmal Laufen, einmal Radfahren und ein paar Stepper-Einheiten. Dafür habe ich Supernatural jetzt so weit durch, wie Netflix und Amazon Prime mir anbieten und konnte das Jester’s-Festival-Event in TESO ausnutzen. Und ich habe mir Süßkartoffel-Blumenkohl-Kokosmilch-Comfort-Soup gekocht. Die war sehr, sehr gut. Gibt’s bestimmt bald mal wieder. Dafür habe ich eine große (700 Gramm) Süßkartoffel und 500 Gramm Blumenkohl in Gemüsebrühe gekocht, dann püriert, eine Dose Kokosmilch und etwas Curry dazu, mit Salz, Pfeffer, Ingwer und dergleichen abgeschmeckt und dreimal davon gegessen.

Jetzt hoffe ich, dass der Stress auf der Arbeit endlich nachlässt und ich mich etwas fangen kann. Denn ständig im roten Bereich zu laufen führt nur zu Abstürzen wie dem am Samstag. Und es saugt Kamelhoden, wenn man in seiner Freizeit für Arbeitsscheiß bezahlen muss.

Die gewünschten Gänsegeschichten gibt’s dann demnächst – sobald ich wieder klarer denken und schreiben kann!

Die Culinary Diversity-Wölfe klatschen distinguiert-begeistert

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(Wenn es so etwas gibt. Doch. Bestimmt. In der englischen Oberschicht auf jeden Fall!)

Die Overnight Oats waren tatsächlich sehr, sehr Bircher Müsli und haben deshalb auch sehr, sehr gut geschmeckt. Irgendwie ganz nah beim Porridge. Von daher definitiv ein Gewinn. Und weil es so prima war, habe ich mir für heute Abend gleich wieder ein neues Glas angesetzt. Diesmal mit Banane statt Beeren, weil ich Beeren schon im Mittagsporridge habe. Außerdem habe ich noch den halben Tiefkühler voll mit Bananenscheiben für Nicecream, die ich nie benutze. Ich liebe Nicecream, scheue aber den Aufwand der Herstellung. Ja. Genau. Den Aufwand. Ich hasse es, elektrische Haushaltsgeräte auf- und abbauen und säubern zu müssen. Und Nicecream ohne Pürierstab ist vermutlich nicht kleinzukriegen. Ich könnte mit dem Hammer darauf herumkloppen. Klingt jedoch nicht erfolgversprechend. Jedenfalls: Egal, wie gut mir Nicecream schmeckt – es gibt sie selten. Die vorbereiteten Bananen habe ich trotzdem scheibchenweise eingefroren. Da kann ich sie auch mal auf Overnight Oats kippen.

Und weil diesmal Donnerstag der neue Freitag ist, freue ich mich jetzt dezent auf’s lange Wochenende. Wird viel soziale Interaktion beinhalten, was nach dem Stress der letzten Wochen vielleicht nicht ganz vorteilhaft ist, sich aber nicht vermeiden lässt.

Freitag gehen wir mit J1 und D. essen. Italienisch. In ein Lokal, das darauf besteht, keine Pizzeria zu sein. Das macht mich etwas traurig, weil ich nicht mehr so der riesen Nudelfan bin und es ohne mein geliebtes Pizzabrot in der italienischen Küche nicht gerade vegetarierkompatibel zugeht. Ich habe Erinnerungen an die großäugige Überraschung, als G. immer erzählte, was seine süditalienischen Verwandten so verspachteln. Nein, Fisch ist kein Gemüse! Mal sehen, was sich für mich findet. Falls südlich wird’s wohl sehr fettig und frittiert sein. Die leichte mediterrane Küche halt! Weil Olivenöl nicht zählt oder so … Oder einen Salat. Ich bin kein großer Freund von gemischtem Salat. Seufz. Ich wäre lieber indisch essen gegangen. Das ist für Vegetarier immer der absolute Hit.

Samstag ist Mage-Spielen und Voller Napf brät uns Burger. Für mich und T. gibt’s leckere Bohnenpatties. Große Vorfreude! Voller Napf kocht zum Niederknien gut. Wenn man sie mit der Waldnymphe, die eine begnadete Zuckerbäckerin ist, fusionieren würde, bekäme man den Kalorien-Super-Saiyajin. Außerdem habe ich große Lust auf Mage. Mein kleiner Artificer war letztes Mal so unglaublich sozial fähig! Hat praktisch ganz allein Maître Christophe, seinen mundanen Arbeitgeber und (vermutlich) Protestanten, aus den Klauen des Inquisitors geredet (und nicht ein einziges Mal erwogen, alles anzuzünden!). Eine Runde Handgeklapper für den jungen Mann, bitte!

Yay für Hermanos, den sozial völlig total meistens oft manchmal fähigen Magus!

Sonntags haben uns Schwiegers1 zum Brunch geladen. Also noch mehr essen. Und Awkwardness. Ich mag Schwiegers1 gern, weiß aber immer nie, über was ich mit ihnen reden soll. Ich sitze dann am Tisch und lächle einfältig. Und schweige. Ich könnte ein Gänseei als Gastgeschenk mitbringen, falls es Vatereinheit gelungen ist, der Gans mal wieder eins zu klauen. Das ist immer ein Gesprächsgegenstand. Die Wachgänse der Elterneinheiten haben nämlich die Frühlingssaison eingeläutet, in einer leeren Pferdebox ein Nest gebaut und man kann sie nur mit Diebstahl der Eier daran hindern, sich ihre Emu-War-Army zu erbrüten. So ein Diebstahl ist aber gefährlich, weil sie natürlich das Gelege hochaggressiv verteidigen. (Falls Interesse besteht, kann ich ein paar Geschichten zum Leben mit Gänsen erzählen. There will be blood!)

Der Wettervorhersage nach kann ich diese ausufernde Fresserei am Montag hoffentlich mit einer Radtour ganz allein für mich wieder abtrainieren. Je nach Regen/Wolkenlage könnte ich mal schauen, ob ich es bis nach Speyer schaffe. Oder zumindest grob in diese Richtung. Die letzten Touren gingen eher nach Osten, da schadet ein bisschen Abwechslung nichts.

Jetzt noch zwei schlimme Meetings, einmal schlimm im Stau stehen nach Hause (es wird Stau geben. Absolut sicher), schlimm Einkaufen (es wird soooo voll sein!) und dann … Wochenende! Habt prima Ostern, liebe Lesefröschchen!

Die Culinary Diversity-Wölfe essen Herzen

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… was nicht bedeutet, dass ich nun die Supernatural-Lore angenommen habe, laut derer Werwölfe menschliche Herzen verzehren. Nein, World of Darkness-Wölfe würden niemals irgendein Körperteil fressen, das ist für sie absolut undenkbar. Das sind eher sehr, sehr gefährliche Hippies im Geiste von Sea Shepherd (ich mag Sea Shepherd).

Es geht um Artischockenherzen. Denn die gab es am Freitag im Angebot beim Lidl und ich habe sie spontan mitgenommen. Weil ich keine bewusste Erinnerung daran habe, je Artischocke gegessen zu haben. Ich hatte vage im Kopf, dass man die Blütenblätter als Dip-Trägersubstanz beim Buffet verwendet – aber ganze Artischockenherzen? Noch nie gegessen.

Ich habe sie also vorgekocht und abends als Gemüse im Ofen zusammen mit Paprika und Zucchini zubereitet. Dazu Shiratakinudeln und Tomatensauce. Und, was soll ich sagen – Experiment gelungen! Es hat sehr aromatisch geschmeckt. Die Artischocken hatten einen deutlichen, angenehmen Eigengeschmack. Ich hätte sie ein, zwei Minütchen länger vorkochen sollen, aber ansonsten waren sie auf den Punkt. Große Zufriedenheit, viele Nährstoffe, satt geworden. Allerdings ist das wohl wieder ein Gemüse, das es nur selten geben wird. Wie Topinambur. Man kauft es eben, sobald es verfügbar ist, plant es aber nicht ein.

Der Rest des Wochenendes war weniger gesundheitsbewusst. Da der Erklärfaun Cthulhu-Megasession hatte, haben die Waldnymphe und ich einen Nachmittag und Abend mit Werewolf-Spielen, Schokolade essen, in ihrem Fall Gin trinken, uns von Schwiegerpapa1 einen Hefeteig für Pizza basteln lassen und diese Pizza nur mit Tomaten und Mozzarella zu verzehren und einen echt ganz schlimmen Film schauen verbracht. Echt jetzt. Wir hatten nichts erwartet und der Film war trotzdem schlechter. Suicide Squad. Jared Leto hat es geschafft, einen sowieso schon extrem nervtötenden Charakter noch peinlicher zu machen (immerhin hatte er aber eine weniger schlechte Frisur als im RL. Gut für Jared Leto!). Ich habe bei comicbasierenden Filmen kein Problem mit hahnebüchenen Stories – aber das Ding war nochmal eine Stufe sinnloser, dämlicher und ärgerlicher als alles, was man bisher gesehen hat. Nicht angucken. Und nein, mir geht es nicht darum, dass eine dysfunktionale Beziehung unreflektiert glorifiziert wurde – das wird sie in den Comics schließlich auch. Es war eher das Gesamtpaket aus Logiklöchern, überflüssigen Charakteren und pubertärem Coolnessverständnis, das mir das Fremdschämen heiß in den Nacken getrieben hat.

Ansonsten hat mich der Wintereinbruch überrascht. Als ich Samstagnacht nach Hause fuhr, fisselten ein paar Schneeflocken und ich dachte „Gut, dass die nicht liegenbleiben“. Als ich sonntags zu geschlossener Schneedecke erwachte, dachte ich „Huh“. Dementsprechend habe ich mein Sportprogramm in der Wohnung gelassen. Squats (viele Squats!) und Stepper (viel Stepper!). Und ich bin in Nostalgie gewatet, in dem ich WoW gespielt habe.

Nun habe ich Winter-Wonderland vor dem Bürofenster und wünsche mir Frühling, damit ich endlich wieder Laufen und Fahrradfahren kann. Als ich Samstag mit dem Fahrrad einkaufen gefahren bin (ich bin zwei Leuten aus Matheaufgaben begegnet: Der eine kaufte 42 Flaschen Schaumwein, die andere elf Schokohasen), tränten mir schon wieder die Augen wie nichts Gutes. Ich brauche mehr Wärme!

Die Culinary Diversity-Wölfe haben viel zu tun

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… denn nicht nur habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Topinambur (nicht, wie auf Instagram steht, Tapioka – Autokorrekt ist manchmal eine bizarre Bitch, ich habe es zu spät gemerkt und man kann einen Instagram-Post ja nicht mehr korrigieren. Zumindest wüsste ich nicht, wie … Update: hilfreicher Tipp war hilfreich! Merke: Desktop-App nicht korrigierbar, mobile App korrigierbar!) probiert, sondern es gab auch einige andere Premieren. Diese nicht wirklich Nahrungsrelevant, aber da sind meine Wölfe überhaupt nicht picky.

Topinambur -Carrot-Bellpepper-Zucchini-Shiratakinoodles #vegan #mealprep

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Aber zuerst Topinambur. Den gab es am Donnerstag überraschend beim Lidl und ich habe spontan eine 400-Gramm-Packung davon mitgenommen. Ich hatte keine Ahnung, keine Erwartungen, bekam von der Waldnymphe den überaus wertvollen Hinweis „Nicht wundern, der wird nicht wirklich weich!“ und habe mich, wie immer, wenn ich in solchen Dingen unsicher bin, auf ein unkompliziertes Ofengemüse zurückgezogen. Einfach Topinambur, Gelberüben, Zucchini und Paprika kleingeschnitten und mit Tomatengemetzel in den Ofen verfrachtet. Dort bei 180 Grad 40 Minuten verbleiben lassen und mich dann über ein sehr, sehr schmackhaftes Abendessen gefreut. Topinambur wuselt kalorientechnisch zwar im Kartoffel-Ballpark herum, aber ich habe die Portion durch drei geteilt, so dass ich nun drei Tage lang immer nur so 130 Gramm Topinambur dabeihabe. Also alles vertretbar. Auf jeden Fall sehr gut, kann man wieder machen.

Der Rest des Wochenendes war auch überraschend aktiv. „Überraschend“ deshalb, weil mir der plötzliche Temperatursprung von minus fünf zu plus zehn Grad gar unschöne Kopfschmerzen und Müdigkeit beschert. Sollte eigentlich effektiv alles verhindern, was mit Bewegung zu tun hat.

In diesem Fall aber nicht. Ich war das erste Mal in diesem Jahr wieder Laufen! Aus verschiedenen Gründen eine blöde Idee (Fuß schmerzt, Schulter schmerzt …) und auch gleich wieder auf meine üblichen fünf Kilometer zu gehen, statt die verkürzte Runde zu laufen, war dämlich … aber manchmal muss man eben auch unvernünftig sein. Und nach den ganzen Rückschlägen der letzten Wochen brauchte ich so dringend ein Erfolgserlebnis!

Zum Glück hat mein Körper mitgespielt. Und die Hammerdosis Ibuprofen tat ihr übriges. Außerdem scheint mein winterliches Cardio-Programm auch einen gar zu großen Leistungsverlust verhindert zu haben. Jedenfalls lief ich die fünf Kilometer in ungefähr 31 Minuten (sagte die Kirchenuhr – ich habe den Imperator nicht genutzt! So schlau war ich dann doch), was in etwa meinem prophezeiten sechs-Minuten-Schnitt entsprach. Außerdem hatte ich kein einziges Mal das Bedürfnis, aufs Gehen auszuweichen. Ich bin komplett durchgejogged. Am Ende der Strecke war ich dann zwar für die Wurst – aber zu meinem immensen Stolz haben sich Atmung und Herzschlag sehr schnell wieder normalisiert.

Heute Morgen tun mir nun auch noch die Oberschenkel heftig weh, weil Fuß und Schulter schließlich nicht gereicht haben – aber das habe ich mir hart erarbeitet. Das darf so sein!

Und was war sonst noch Bemerkenswertes los?

Wir waren beim Goldschmied.

Wegen Ringen.

Wir. Die drei Bindungsscheuen.

Ein extrem cooler Goldschmied mit einem in einem Hinterhof versteckten Atelier im noch nicht gentrifizierten Teil der Innenstadt noch dazu. Er arbeitet viel mit Abgüssen von Insekten und anderen verlorene-Form-Sachen. Sehr, sehr schick. Wir wollen Grasringe aus Edelmetall. Das wird so laufen, dass wir, sobald die Natur auf Frühling geschaltet hat, mal ein Picknick machen gehen und uns gegenseitig aus echtem Gras Ringe flechten. Mehrere pro Person, damit man sehen kann, welche am besten werden. Diese Ringe tragen wir zum Goldschmied und der gießt uns die Ringe. Bearbeitet sie noch nach, bringt sie auf unsere Ringgrößen (ich hatte noch nie Ringe und weiß nun, dass meine Ringgröße 52 ist) und was man sonst noch tun muss.

Ich bin sehr gespannt, wie das laufen wird. Der Goldschmied hat, nachdem er sich auf dem Weihnachtsmarkt mit der Waldnymphe über unser Projekt unterhalten hatte, mal einen Test-Gras-Silberring gebaut und der sieht schon sehr cool aus. Wenn man sich im Internet umsieht, bieten noch mehr Goldschmiede solche Ringe an – aber keine davon sehen genau so aus. Und anscheinend wickelt auch bei keinem der Kunde selbst seinen Ring.

So, jetzt auf in eine Woche, die nicht nur eine Illustration für eine Torte (ja, Torte) bereithält, sondern auch einsames die-Stellung-halten, weil Kollege in Urlaub ist. Hoffentlich bleibt es ruhig …

Die Culinary Diversity-Wölfe werden völlig von Quarkauflauf überrascht.

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Aber sowas von überrascht! Ich sah am Freitag das Rezept dafür auf Cabernets Blog und war sofort Hals über Kopf verliebt. Ich ziehe Kuchen Torten vor (wenn ich auch einen soft spot für die deutscheste aller Torten, die Schwarzwälder, kultiviere) und meine Lieblingskuchen sind Linzertorte (Torte? Kuchen? Nein, definitiv Kuchen!) und Käsekuchen. Manchmal gleichauf mit gefülltem Hefezopf, Marzipanstollen und Splitterkuchen. Aber auf jeden Fall liegt der Käsekuchen fest in der Spitzengruppe.

Und dann kommt dieses Rezept einfach so aus dem Nichts, trifft meine ungeschützte Flanke und wirft mich um. Und ist auch noch absolut abnehmtauglich! Und hat gute Makros! Und schmeckt großartig! Und ist einfach zuzubereiten! Und macht satt!

Ersetzt natürlich eine komplette Mahlzeit – aber ist es auch sowas von wert! Ein Käsekuchen ohne Boden, der Kuchengelüste befriedigt und glücklich macht.

Ich habe ein bisschen am Rezept herumgefuchtelt – habe Milch durch ungesüßte Mandelmilch ersetzt, die Kirschen durch 125 Gramm Tiefkühlbeeren und einmal Testweise die zwei Scoop Whey durch ein weiteres Ei. Freundin A. meinte spontan, als ich ihr begeistert davon erzählt habe, dass man das bestimmt auch gut salzig machen könnte. Hat Cabernet auch schon vorgeschlagen, ist für mich aber erstmal nicht so bedeutend. Obwohl so eine Art bodenloser Terror-Flammkuchen-Klumpen wäre schon klasse …

Quarkauflauf. Große Begeisterung. 😊 #ohneunsinnabnehmen

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Jedenfalls habe ich diesen Auflauf Freitag und Samstag gegessen, Samstag bin ich sogar extra nach dem Sport noch ins Prollo-Kaufland, um mir eine 20cm-Springform dafür zu kaufen, weil meine Kastenform dafür nicht ideal und meine runde Silikonform zu groß war.

Und das Rezept? Das gibt’s im Original hier und meins sieht so aus:

  • 250 Gramm Magerquark (170 Kalorien)
  • 125 Gramm Tiefkühlbeeren (50 Kalorien)
  • 30 g Schoko-Whey (Ich habe nur Schoko-Proteinpulver) (114 Kalorien)
  • 125 ml Mandelmilch (16 Kalorien)
  • 1 Ei (70 Kalorien)
  • 10 g Weichweizengrieß (33 Kalorien)
  • Süßstoff, Vanille, Zimt, Koriander, Muskat, Kardamom, Ingwer (ich liebe Gewürze)

Whey, Grieß, Süßstoff und Gewürze in die Mandelmilch einrühren. Quark und Ei dazugeben und schaumig rühren. Die Beeren in die Springform legen und die Quarkbrühe (es wird recht flüssig) dazugeben. Den Auflauf im Ofen bei 180 ° Umluft ca. 30 Minuten backen.

Zusammen 501 Kalorien – eine komplette Mahlzeit aber dafür auch saugute Makros! Proteinmäßig der Knaller.

Diese Woche ist erst einmal essenstechnisch anders verplant, aber vielleicht findet der Auflauf Freitag und Samstag (oder Sonntag) wieder den Weg in mein Budget.

Apropos Budget … die letzte Woche 2500 Kalorien gespart, 675000 to go. Sehr langsamer Progress. Aber trotz heftiger Gegenwehr ist mir am Samstag J1 reingegrätscht. In dem sein Linsen-Chili zwar sparsam war, aber mit frisch aufgebackenem Brot serviert wurde (noooooiiin!!!) und er auch noch Blaubeer-Biscoffboden-Käsekuchen(!!!!)-Muffins gebacken hatte. Ich hatte mal wieder null Selbstkontrolle. Manchmal möchte ich mich einfach permanent ohrfeigen.

Kleiner Teilerfolg: Keine Schokolade diese Woche gegessen. Und außer den Muffins keine Süßigkeiten. Und außer dem Brot zum Chili keine Backwaren. Mühsam näherndes Einhörnchen.

Was geschah sonst noch am Wochenende? Ich war beim Sport gut drauf, die Waldnymphe hat mir die Haare nachgefärbt, wir haben Werewolf gespielt, es wurde TESO gezockt, wir haben den echt genialen Film „Hidden Figures“ geschaut und der Erklärfaun wurde krank. Irgendwann musste es ihn ja auch erwischen.

Für diese Woche plane ich die Wiederaufnahme der Plank-Challenge und hoffentlich viel Sport.