Dat Nerdstuff, Ernährung, Training

Energie und so

Positiv zu vermerken: Ich habe kein Down bekommen. Im Gegenteil – mir geht es außergewöhnlich gut. Ein wenig hyperaktiv aber ich schlafe wie ein Stein und komme gut klar. Trotzdem … nicht nochmal!

Nach dem fröhlichen Geldausgeben gestern (fast vierhundert Euro für neue Bremsen. Ich sehe die Notwendigkeit ein, bin aber dennoch nicht begeistert darüber) jetzt auf in die Restarbeitswoche. Und in den Pausen Weiterwursteln am Geburtstagsgeschenk für den Erklärfaun. Siehe oben. Das Grobgerüst steht. Wie immer beginne ich mit der Ausarbeitung im Gesicht. Denn wenn mir das in die Hose geht, kann ich den Rest in die Tonne treten. Ist nur eine persönliche Marotte.

Aber das Gesicht ist so, wie ich es geplant hatte. Das klingt frankensteinig. „Wie seine Eltern es zufällig hinbekommen haben“ ist aber auch nicht besser. Nennen wir’s „grob ähnlich“. So.

Heute habe ich wieder Physio und ich werde wieder Training dranhängen. Gestern war Spocht eher mühsam (gefühlt), weil die frühen Wochentags-Morgende offenbar völlig den Rentnern gehören und die nur ungern die Geräte teilen, auf denen sie sitzen. Das war unnötig giftig. Aber stimmt leider auffallend oft. Man sitzt auf gegenüberliegenden Geräten und ratscht in aller Ruhe. Das ist eher soziales Gathering als Training. Die kennen sich alle und ich kann froh sein, dass ich nicht als „Fremde“ mit Fackeln und Mistgabeln aus dem Gym gejagt werde. Deshalb freue ich mich auf heute Abend, wenn eher die Eisenjungs und die hektisch-getriebenen Berufstätigen dort sind. Schön unpersönlich!

Ich habe den Fehler gemacht, mein Running System beim Essen unnötig zu verändern. Ich dachte, ich bräuchte mal anderes Gemüse. Und nun habe ich bei gleicher Kalorienzahl mehr Hunger. Weil ich die Kartoffeln ersetzt habe. Aus schlechtem Low-Carb-Gewissen. Das war nicht so schlau. Ich brauche Sättigungsbeilage. Und Tofu bekommt das nicht so gut hin wie Kartoffeln. Na gut, gelernt. Diese Woche werden die Zucchini und der Tofu aufgegessen, ich knurre vor mich hin und nächste Woche wieder Gin und Kartoffel-Party! (Ohne Gin) Ich bin eben doch Textbook-Fianna.

Ich habe eine Einladung zu Glitch Mob im November und bin unschlüssig. Einerseits hätte ich Lust, andererseits ist es unter der Woche, was den nächsten Tag zu Zwangsurlaub machen würde und dann noch die Tatsache, dass ich Livekonzerte eigentlich gar nicht mag. Aber ein Abend mit Freunden … ach, irgendwas ist immer!

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Ernährung, Training, Weniger

Wassereinlagerungen und Wicked Abs

Seit ich mich nicht mehr wiege, sondern nach Spiegel und Klamottensitz gehe, bekomme ich Wassereinlagerungen weniger mit. Zwar schon und es ist immer noch blöd – aber es macht mich nicht mehr so wütend. Gestern Nacht bin ich vermutlich zwei Liter Wasser losgeworden. Dabei hatte ich noch nicht einmal besonders viel getrunken. Und ich esse sehr viel schlimme Kohlenhydrate in Kartoffelform. Aber das kümmert meinen verrückten Körper ja selten. Er lagert Wasser ein, wenn er es für angebracht hält.

Heute werde ich wieder einen regulären Trainingstag einlegen. Ich freue mich schon sehr. Ich habe im Moment eine emotional stressige Woche. Menschkontakte reiben mich gerade stark auf. Da ist Sport ein feiner Ausgleich. Vorgekocht ist schon (das lief am Dienstag eins A. Vielleicht sogar etwas viel), Sportrucksack liegt im Auto.

Anderes Sportthema. Ich bin mir unsicher, was Reverse Crunches betrifft. Ich sehe dazu einige Varianten und habe auch schon mehrere ausprobiert – und irgendwie scheinen sie unterschiedliche Muskeln anzusprechen. Oder kommt mir das nur so vor?

Lange Zeit habe ich sie mit gestreckten Beinen von ganz unten bis über Kopf gemacht. Nun habe ich mal eine andere Variante mit angezogenen Beinen und ganz langsamem Absenken ausprobiert (siehe oben. Hauptsächlich weil der Hund so putzig ist). Was stimmt nun? Oder sind das völlig verschiedene Übungen und sie werden nur manchmal gleich benannt?

Tatsache bleibt natürlich, dass man meine Abs nur dann sieht, wenn ich mal grade nicht von einem Doppelzentner Gemüse einen Kugelbauch habe. Dann aber tatsächlich schon. Besonders die Abgrenzung zu den Seiten. Finde ich gut. Trotzdem ist da noch eine ordentliche Fettschicht drüber. Ich schätze locker eine gute Fingerbreite. Man kann zumindest reinpetzen.

Ich habe mir überlegt, ob es eine gute Idee wäre, J1 anzubieten, gemeinsam abzunehmen. Ich habe ihn so lieb und Angst, dass er mit seinem Gewicht Gesundheitsprobleme bekommt (who am I kidding … die hat er schon!). Ich will ja noch weiter runter und vielleicht motiviert es ihn, wenn wir gemeinsam TDEE ausrechnen und so. Er ist als Physiker ja Technikfex und bestimmt mit Zeug wie MyFitnessPal zu kriegen. Und Low Carb könnte ihm als Fleischesser auch gut gefallen. Ich weiß aber nicht, ob das nicht zu frech reingeredet wäre. Man will ja auch nicht der blöde Besserwisserarsch sein, der mit „ja, guck, bei mir hat das geklappt, also muss es das bei dir auch!“ anrutscht. Das hilft niemandem.

Vielleicht fühle ich mal ganz vorsichtig vor, wenn wir allein reden. Was ich dann sage, muss ich aber noch gut überlegen.

Ernährung, Training

Die neue Normalität finden

Summer, way too hot

Nach der vom Orthopäden verordneten Kraftsportzwangspause, dem „ich habe nur Bock auf Cardio und sonst nix“-Zwischenspiel, der „ich bin zu soziophob, ich bleibe zu Hause und mache Bodyweight“-Zeit und der „kann ich meine Katze auch eine Stunde später als normal füttern?“-Sache, will ich jetzt wieder in einen gesunden Gym-gehen-Rhythmus kommen.

Bedeutet, dass ich mir für heute mal wieder Mealprep in den Kühlschrank gestellt habe (500 Gramm vorgekochte Kartoffeln, 500 Gramm grüne Bohnen und Mozzyr. Gewürze und zwei Löffel Kokosöl sind auch dran. Das Ganze in eine Tupperschüssel und schütteln. Sobald es aus dem Ofen kommt, gibt’s noch 200 Gramm Skyr dazu. Zwar 788 Kalorien – aber ist ja meine Hauptmahlzeit. Und 60 Gramm Protein für den maximalen Muskelgewinn!), damit ich, wenn ich verschwitzt und bärenhungrig heimkomme, einfach den Ofen anwerfen und mich während das Essen vor sich hin brät unter die Dusche packen kann.

Ich habe meinen Sportrucksack ins Auto gelegt und fahre, wie früher, direkt von der Arbeit ins Gym. Mal sehen, wie das läuft. Wie voll es dort ist und ob ich alles in der Stunde, die ich geplant habe, unterbringen kann.

Bock habe ich jedenfalls darauf, wieder richtig einzusteigen. Ich habe ja schon an den Physiotherapietagen angefangen, zusätzlich mein Programm zu trainieren – aber das ist natürlich abgespeckt, weil ich nicht völlig platt und klatschnass zur Physio kommen will (Physio ist auch im Gym – einfach eine Tür weiter!) und auch nicht so viel Zeit davor habe.

Jetzt also wieder nicht nur einmal die Woche, sondern im günstigsten Fall dreimal. Und natürlich mein tägliches Bodyweight morgens nach dem Aufstehen. Zu Turnvater Jahns Zeiten hieß das noch Frühsport. Oder Ertüchtigung oder sowas. Turnen ist die beste Medizin undsoweiter! In meiner Familie ist man Anfang des letzten Jahrhunderts immer zum Arbeitersport gegangen. Weil in einer Kleinstadt kein richtiges Klassenbewusstsein existierte, durften da nämlich auch die Bauern mitmachen. Hätte man sonst ja auch kaum die Mannschaft fürs Fußballspiel-mit-anschließender-Prügelei gegen das Nachbardorf vollbekommen! Ich komme tatsächlich aus einer Familie mit starker sportlicher Tradition – das sollte ich also nicht abreißen lassen. Nur das mit der Prügelei muss nicht wirklich sein. Ich bin immerhin mit Leuten aus den Nachbarorten zur Schule gegangen und die waren echt okay.

Ach watt, Leben!, Ernährung, Training

Ungewöhnliche Körperzufriedenheit

Mal wieder Paintschainer. Einmal so zart und schlank sein wie Allegra …

Gestern habe ich mich vor der Physiotherapie zufällig so halb von hinten im Spiegel gesehen und festgestellt, dass die Squats, die Legpress und die Hamstring-Übungen tatsächlich etwas gebracht haben. Oder mindestens anfangen, etwas zu bringen.

Auch wenn ich der Meinung bin, mich damit eher mittel zu belasten (gerade morgens sind das ja nur Bodyweight-Squats mit zwölf-Kilo-Hanteln), ist es wohl einfach die Tatsache, dass ich es wirklich jeden einzelnen Tag tue. Plus, dass ich am Schreibtisch auch ständig so halbe Squats mache (nur auf Mitte Oberschenkelhöhe runtergehen – aber das halt mehrere tausend Mal im Laufe des Tages).

Langsam aber stetig.

Nicht, dass meine schlimmen Oberschenkel viel besser würden (scheint mir zumindest nicht so), Schwimmen gehen ist also immer noch nicht. So wage ich mich garantiert nicht in Badeklamotten in die Öffentlichkeit! Da würde vermutlich Greenpeace versuchen, mich zurück ins Meer zu rollen, Mütter würden ihre Kinder von der Straße holen und ein Held müsste sich erheben, die Bedrohung des Königreichs zu bekämpfen.

Aber der Arsch zeigt Potential. Kein Satz, den man besonders häufig benutzen kann. Ist aber wahr. Und vielleicht, vielleicht weitet sich dieser Erfolg irgendwann auch einmal auf die Thunderthighs aus.

Essenstechnisch läuft es immer noch gut. Nur mein Arbeitgeber ist mir gestern ein bisschen reingegrätscht, weil es nach dem Quartalsbericht Kuchen, Torten und Tartes von Frankfurts bester (und teuerster) Konditorei, Siesmayer, gab. Ich habe zwei halbe Stücke gegessen. Einmal Apfelkuchen und einmal Aprikosen-Tarte. Und ich bereue nichts! Sowas von großartig! Ich vermute, der Chef hat zwar den Gegenwert eines Kleinwagens für das Gebäck ausgegeben … aber, Olaf die Waldfee … das war es wert!

Vermutlich 500 Kalorien. Konnte ich wegwinken, da ich meine Sportkalorien ja nie im Plan habe.

Heute ist keine Unterbrechung meines Plans am Horizont. Also – weitermachen!

Ach watt, Leben!, Culinary Diversity-Wölfe, Dat Nerdstuff, Ernährung, Training

Die Culinary Diversity-Wölfe sind über Handkäse-Chips entsetzt

Druck

Im letzten Blogpost schrieb ich es in den Kommentaren: Ich wollte unbedingt einmal Handkäse-Chips ausprobieren. Die Rezepte klangen einfach, lecker und waren, wie bei Handkäse üblich, proteinreich. Also ein toller post-Workout-Snack. Oder auch einfach so.

Und weil ich noch eine nahezu vergessene Rolle Handkäse im Kühlschrank hatte, habe ich am Sonntag einfach mal die Hälfte davon in dünne Scheiben geschnitten, auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech in den kalten Ofen (untere Schiene), auf 200 Grad gestellt und sobald es hochgeheizt war, nochmal 15 Minuten drinbehalten.

Das Ergebnis sah wunderschön aus. Und stark nach Lady Cassandra aus Dr. Who. Moisturize me! Da Lady Cassandra eine Kritik am Schönheits/Schlankheitswahn ist (ein bisschen wohlfeil, aber bei Dr. Who rege ich mich nicht über breite Pinselstriche auf – da gehört das so!), ist es eine feine Ironie, sie zu kalorienarmen Chips zu verarbeiten.

Was sie wohl auch fand. Denn, so schön das Zeug aussah, so grässlich hat es geschmeckt. Absolut furchtbar. Bitter, verbrannt (obwohl es nicht schwarz war! Sieht man ja im Foto. Es hat die perfekte Farbe!), einfach schrecklich. Ich habe nur ein wenig von verschiedenen Stellen probiert und den Rest sofort entsorgt. Buärgs. Nie wieder!

Aber das muss mein Fehler gewesen sein. Denn sonst würden wohl kaum so viele Leute von diesen Chips schwärmen. Ich bin absolut handkäseaffin, das kann’s also auch nicht sein. Was habe ich nur falsch gemacht? Und wenn die Chips schon verbrannt sind, wenn sie orange sind, welche Farbe sollten sie im Normalzustand haben? Weiß?

Allerdings muss ich zugeben, rein kochtechnisch an diesem Wochenende sowieso einen schwarzen Daumen gehabt zu haben. Die Kokosmehlpfannkuchen zum Mittagessen am Sonntag waren auch nur unter Protest dazu zu bewegen, sich wenden zu lassen. Und am Samstag habe ich mir beim Zubereiten eines Kichererbsensalats den Deckel der Dose in die Oberseite des rechten Zeigefingers gerammt, geblutet wie ein Schwein, mich erstmal hingesetzt und nun eine sehr dekorative Wunde einmal längs.

Aber generell war das Wochenende toll. Wir haben ge-Werwolft, gegrillt (die vegetarischen Würstchen waren okay, aber Salat und Brot mit Butter hätt’s mir wohl auch getan), den wundervoll schlechten Film „Jupiter Ascending“ geschaut (Channing Tatum ist Eyecandy, das Design war hübsch, der eine Bösewicht sah interessant aus … aber das allein reißt es leider nicht raus) und Karten für ein aufsehenerregend bizarres Unterwasserkonzert im Juli gekauft. Aquasonic. Das wird garantiert toll.

Trainingsmäßig lief es gut. Sehr, sehr warm schon morgens um neun. Ist aber nicht verwunderlich, da das Gym direkt unterm Dach eines Wellblech-Supermarkt-Baus ist und dementsprechend mit Begeisterung jede Temperaturschwankung mitnimmt. Weniger schön, war, dass Nicht-Hygiene-Opa (das ist der, der trotz ständiger Aufforderung gern mal „vergisst“ Geräte nach Benutzung abzuwischen. Im Gegensatz zu Hygiene-Opa, der alles dreimal abwischt), sich beim Row vor mich drängeln wollte. Aber ich bin größer und stärker als er! Nein, das war’s nicht. Aber ich habe ihm freundlich gesagt, dass ich nur drei Sätze Kraftausdauer mache, das dauert ja nicht lange. Er wirkte trotzdem unglücklich. Und allein, dass ich das hier aufschreibe, zeigt schon, wie sehr mich dieser Vorfall gestresst hat. Verdammte soziale Angststörung. Der Opa hat das garantiert schon wieder vergessen und mich macht es jetzt noch hibbelig.

Außerdem habe ich mich bei der Legpress wohl übernommen, da mir gestern Nacht einfach so fast die linke Kniescheibe verrutscht ist! War ein sehr seltsames Gefühl und ich bin heute Morgen nicht einmal mehr sicher, ob ich den Vorfall nicht geträumt habe. Aber es fühlt sich ein bisschen komisch an. Die Squats heute Morgen liefen dennoch problemlos. Ich beobachte das mal weiter mit Argusaugen.

Und, ganz wichtig, bitte die Petition gegen Artikel 13 unterschreiben, oder das Internet, wie wir es kennen, wird nicht mehr existieren. Es wird an die Konzerne fallen und durch eine Orwell’sche Dystopie ersetzt werden.

Zitat:

Die Umsetzung des 13. Artikels hat eine komplette Echtzeitfilterung der Inhalte, die künftig im Netz hochgeladen werden, zur Folge. Letztlich bedeutet das: Jedes Datenpaket wird in Zukunft von einem potentiell fehleranfälligen Algorithmus automatisiert geprüft werden. Dies ist vergleichbar mit dem fehlerhaften Algorithmus von YouTube, bei dem häufig auch fälschlicherweise Inhalte gelöscht werden, welche nicht urheberrechtlich geschützt sind.

Das kann niemand wollen, der privat oder beruflich Texte und Bilder ins Netz stellt.

Dat Nerdstuff, Ernährung, Training

Faulheit oder so?

HeroForge.com ist ein großer Spaß! Hier Rhys als Miniatur.

Ich habe so gaaaar keine Lust mehr auf Cardio! Ich weiß nicht, warum. Letztes Jahr um diese Zeit hat man mich nicht einmal bei 35 Grad im Schatten vom Joggen und Fahrrad fahren abhalten können. Heute ist Cardio nur das lästige Aufwärmen vor dem Krafttraining. Und das einzige, was anders ist, ist, dass ich im Moment erstens im Stehen arbeite, die Beine abends also schon gut durch sind und ich zweitens versuche, jeden Tag die zehntausend Schritte schon vor Feierabend vollzubekommen. Was bedeutet, dass ich am Schreibtisch ständig Squats und so mache, da ich nicht wirklich gehen kann – wohin auch? Zur Redaktion hoch sind’s keine hundert Schritte. Mittagspause mache ich nur kurz zum Essen.

Ich weiß nicht, ob Squats und Tanzen in diesem Sinne Cheaten sind. Einerseits gehe ich nicht wirklich. Andererseits ist die Bewegung aber anstrengender als nur Schritte. Ich habe beschlossen, es gelten zu lassen. So lange die Herzfrequenz höher ist als beim Gehen, bin ich da vermutlich auf der sicheren Seite.

Und Kraftsport statt Cardio … naja, wird sich auch wieder ändern. Ich bin da (leider?) sehr unstet und ziehe nichts wirklich konsequent durch. Außer meine morgendlichen Bodyweight-Sessions. Die mache ich wirklich immer. Aber ansonsten springe ich sportlich auf das, was mir Spaß macht. Vermutlich völlig falsch und unnütz. Aber ich bin immerhin immer noch bei 300 Pfund an der Legpress.

Die Chancen stehen gut, dass ich, sollte ich durch Muskelaufbau meinen dämlichen Schulterschmerz endlich losgeworden sein (Wunschdenken!), plötzlich wieder eine „nur Cardio und sonst nix“-Phase bekomme. Ähnelt meinem Essverhalten. Monatelang jeden Tag mit Wonne dasselbe (MyFitnessPal denkt vermutlich, ich bescheiße) und dann plötzlich Kehrtwende und die nächsten Monate etwas völlig anderes. Zum Glück esse ich recht bunt und supplementiere, sonst wäre so etwas der sichere Weg in Mangelerscheinungen.

Und ebenfalls gut, dass wir „LAT“s sind. Living apart together. So kann jeder seinem individuell schrägen Essverhalten frönen, ohne die anderen Beiden mit rein zu ziehen. Am normalsten ist zweifellos die Waldnymphe. „Was geht“-Paläo, schön clean und so. Der Erklärfaun lebt unter der Woche glaube ich fast nur von Joghurt mit Nüsschen, Müsli, Schinken, Eiern und rohem Gemüse. Und ich esse im Moment jeden Tag ein Pfund Kartoffeln, ein Pfund Tomaten, fast ein Pfund Skyr, 125 Gramm Skyr-Mozzarella, 25 Gramm Haferflocken, 10 Gramm Flohsamenschalenmehl und 125 Gramm Heidelbeeren. Jeden. Tag. Und ich liebe es! Sehr.

Symbolbild für heute: Das Auto, dem auf der Autobahn vor mir der Schlandwimpel abgefallen ist. Ich habe mir das ganze Geflagge nörgelig-überheblich damit schöngeredet, dass man es ja auch als Hommage ans Hambacher Fest sehen kann. Immerhin das ultimative Symbol für Demokratiebewegungen aus dem oberen Drittel der Gesellschaft. Das war boshaft. Aber wenn man so drüber nachdenkt, wird den Bauernkriegen weit weniger Bedeutung in der Demokratisierung zugestanden. Was nicht nett ist. Aber natürlich ist „das Volk“ immer ein ungewaschener, vermutlich grölender, im Kern konservativer und mit Mistgabeln nicht dekorativ aussehender Haufen, während eine Rotte Oberschicht-Studenten ein propereres Denkmal abgibt.

Ach, Politik. Geschichte.

Jetzt erstmal Kaffee.

Culinary Diversity-Wölfe, Ernährung, Training

Die Culinary Diversity-Wölfe essen leckeren Fensterkitt

Druck

… und mögen ihn wirklich.

Das ist wieder so eine Situation, in der ich nicht weiß, ob etwas Cooles neu ist oder ich es in meiner Einkaufstrance erst jetzt bemerkt habe. Wenn ich den Wocheneinkauf erledige, ist das eine sehr strategische Angelegenheit. Der Einkaufszettel wird nach Wegstrecke im Lidl (oder welchen Laden ich eben besuche) angelegt und dann surre ich maximal effizient hindurch, ohne links oder rechts zu schauen. Einkaufen ist Stress und muss schnellstmöglich erledigt werden. Nur Obst und Gemüse kaufe ich mit mehr Muße, weil ich immer nur eben genau das auf den Zettel schreibe: „Obst“ und „Gemüse“. Das lässt Raum für Interpretation.

Auf jeden Fall entdeckte ich letzten Freitag durch Zufall Mozzarella aus Skyr! Eigentlich nur, weil dieses ältere Ehepaar in Konsumstarre vorm Milchprodukteregal verharrte und ich mich um sie herumjonglieren musste. Was mich genau auf Augenhöhe mit dem Skyrella-Karton brachte. Dämlicher Marketingclown-Name, aber außer mir fände vermutlich niemand „Mozzyr“ ansprechend. Klingt nach einem Elder Demon aus Warhammer. Cool. Aber ich bin leider nicht repräsentativ für die Zielgruppe, scheint mir.

Egal, heißt das Zeug eben wie eine Damenbinde. Entscheidend sind die inneren Werte und die brauchen sich nicht zu verstecken: 119 Kcal auf hundert Gramm und 22,5% Eiweiß. Da sachste nix! Prima Ergänzung für einen Post-Workout-Salat, wenn die Muskeln nach Protein quengeln.

Und wie schmeckt es? Ich mag Mozzarella sogar pur, bin also vermutlich nicht vollständig objektiv. Der Skyrella ist von der Textur her eher Büffel- als Kuhmilch-Mozzarella. Der Geschmack hingegen ist eine etwas säuerlichere Variante des Kuhmozzarella. Vorgestern hatte ich das weiße Gold in meiner Kartoffel-Tomaten-Kaltschale und war sehr davon begeistert. Gestern dann aus Testgründen auch einmal pur (und weil ich nach dem Workout nicht warten konnte), was ebenfalls sehr fein war.

Deshalb also: Empfehlung. Bringt viel Protein, fräst nur ein kleines Loch ins Kalorienbudget und schmeckt. Feine Sache. Hoffentlich kommt das Zeug gut an und Lidl lässt es im Programm! Noch weniger Grund, wieder zum Aldi zu gehen. Verdammt. Generell mag ich das Aldi-Sortiment, aber da die Katze das Lidl-Futter lieber frisst (derzeit ja nicht, weil Lieferschwierigkeiten. Derzeit Whiskas), die Obst/Gemüse-Auswahl beim Lidl um den Faktor drei größer ist und der Aldi-Skyr in doofen Portionsgrößen ankommt, hat Lidl mich da eben als Kunden gewonnen.

Die Physiotherapie gestern war wieder recht ergiebig. Ich habe noch eine Übung auf meinen Trainingsplan bekommen und lernte, dass ich meine Schultern mehr nach hinten-unten ziehen muss. Ist im Alltag schwierig, wenn man beruflich über einem Cintiq hängt wie ein knochenloser Falke, aber ich tue mein Bestes und richte mich immer wieder mal auf. Komplett aufgerichtet kann ich aber nicht zeichnen, ist so eine Marotte von mir. Ich klebe immer direkt drauf. Das brauche ich, um Arbeiten zu können. Aber einer der vielen Vorteile des Steharbeitsplatzes ist, dass ich in den Aufrichtpausen schön Zappeln und Tanzen (Kopfhörer und Spotify) kann, ohne jemandem auf den Sack zu gehen.

So, ruhiger Arbeitstag ahead. Mittagspausen-P0rn-Zeichnen gesichert.

Ach watt, Leben!, Ernährung

Die schlechte alte Zeit, das Fleisch und die emotionale Achterbahn

Catcontent am faulen Sonntag. #catcontent #torbie #tortoiseshellcat

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Wenn man depressions/angstkrank ist, muss nichts eine Ursache haben. Man hätte es gerne. Man wünscht sich klare Ereignisse, die klare Folgen haben – aber so einfach ist es leider nicht. Alles kann zu Allem führen, was diese Art des Wahnsinns (ich darf mich wahnsinnig oder verrückt nennen. Es hilft mir, mich zu distanzieren) noch schwerer zu ertragen macht. Was gestern Quell von Freude war, ist heute maximal noch „meh“, schlimmstenfalls löst es sogar Angst aus. Nichts ist sicher. Panta Rei in seiner schrecklichsten Form.

Seit Sonntag fahre ich wieder ins Tal. Permanente Unruhe, permanentes schlechtes Gefühl. Und natürlich: Angst vor Allem. Wenn auch diesmal zum Glück nicht beim Autofahren. Ich wage nicht zu hoffen, dass ich mich vor der Angst auf der Straße mit der Sportwagen-Therapie dauerhaft bewahren kann, aber derzeit zumindest funktioniert es.

Dafür ist alles andere grauenhaft.

Und dabei war der Samstag noch so erfolgreich! Ich bin um halb acht aufgestanden und musste feststellen, dass mein Router über Nacht gestorben war. Das gute alte Ding. Für mich eines der Horrorszenarien schlechthin. Ich kann ohne Kühlschrank, Heizung, Ofen und möglicherweise auch fließendes Wasser leben – aber nicht ohne Internet. Mein Kopf spielte sofort den „letztes Mal, als der Router kaputt war, dauerte es eine Woche, bis du wieder Netz hattest!“-Film ab und mir brach der Schweiß aus – beim letzten Mal hatte ich ja noch nichtmal Netflix, Voice over IP und Amazon Prime, war also deutlich weniger abhängig als jetzt. Wie immer hatte ich auch noch sämtliche Zugangsdaten verloren, so dass ich auch noch mit dem Servicetelefon der Telekom herumzackern musste. Ganz davon ab, dass mein Festnetz natürlich auch ohne Router nicht lief und mein Handy völlig leer war, weshalb ich mit einem an der kurzen Ladestrippe hängenden Telefon unterwegs war. Kopf schön schief halten und so.

Schlimmstmögliche Situation also. Und trotzdem habe ich sie völlig souverän bewältigt, worauf ich sehr, sehr stolz bin. Ich habe bei der Telekom angerufen und neue Zugangsdaten beantragt, die mir per verschlüsseltem PDF geschickt werden sollten. Und selbst als sie nicht im angekündigten 15-Minuten-Fenster eintrafen, blieb ich ruhig. Ich habe mein Handy weiter aufladen lassen und bin erstmal ins Gym gegangen, wie ich es geplant hatte (ohne Telefon ins Gym!). Als ich anderthalb Stunden und einen eher mittelguten Legday später wieder nach Hause kam, waren die Daten da. Ich war brav und habe sie mir diesmal gut aufbewahrt. Dann zog ich los und holte einen neuen Router. Schloss ihn an, gab die Daten ein und hatte drei Stunden nach Feststellung des Routertodes wieder Netz. Noch kurz allen Peripheriegeräten das neue WLAN vorgestellt und fertig war die Laube.

Es lief also optimal und hat mich trotzdem maximal geschlaucht. Mein Essverhalten war für dieses Wochenende jedenfalls am Arsch. Ich habe sehr stark überzogen und muss sehen, dass ich es unter der Woche wieder heraushole. Ärgerlich und addiert zu Schuld und Angst.

Außerdem habe ich das erste Mal seit sehr, sehr langer Zeit wieder Fleisch gegessen. Ich habe ja bekanntermaßen keine Hemmungen, totes Tier zu konsumieren, glaube an die Spitzenposition des Menschen in der Food Chain (wir sind der Alpha Predator! Haben uns hart genug dafür das Hirn wachsen lassen und den aufrechten Gang entwickelt!), möchte aber bittesehr, dass das, was ich esse, ein maximal artgerechtes Leben hatte. Was Fleisch eben zu einer „einmal alle paar Jahre“-Sache macht, weil ich mein Geld lieber für gutes Gemüse ausgebe. Aber Freitag und Samstag gab es lokal erzeugtes und lokal geschlachtetes Weidefleisch. Und da ich außer Flammkuchen keine vegetarische Alternative hatte (ich mag Flammkuchen generell ja, aber da sprach mich keiner an. Letztes Jahr hatten sie noch einen Ziegenkäse-Feigen-Flammkuchen, diesmal nur noch so eine Art Pizzaflammkuchen), wurde es eben ein Fleischgericht.

Und, tja, was soll ich sagen … mein Körper verträgt Fleisch nicht mehr besonders gut, scheint mir. Ich fühlte mich die beiden Tage schlapp, gereizt und voll. Und das Rumpsteak war noch nichtmal so arg lecker. Da hatte ich schon deutlich besseres. Hätte ich mal lieber nur Beilagengemüse gegessen.

Fazit daraus: Fleisch nur noch, wenn J1 bei seinem Metzger kauft und für uns grillt. Das ist nämlich die echte Offenbarung. Alles andere lohnt nicht. Gemüse, Obst, Nüsse, Milchprodukte, Eier. Das vertrage ich. Das tut mir gut.

Und, wer weiß – vielleicht hat das Fleisch auch irgendwie zu diesem neuen Depressionsschub beigetragen. Keine Ahnung. Kann ja sein, oder?

Ernährung, Training, Weniger

Some may be from showing up, others are from growing up …

Training und Physio gestern waren großartig. Es hat mir beides sehr, sehr gut getan. Auch wenn ich (hurra, soziale Angststörung!) die Hälfte von dem, was ich machen wollte, nicht tun konnte. Wie üblich – jemand belegt das Gerät und ich traue mich nicht, hinzugehen. Oder noch extremer: Jemand ist grob in der Nähe des Geräts und ich traue mich deshalb auch nicht, hinzugehen. Blöd. Aber prinzipiell war es trotzdem super. Ich bin so glücklich, dass ich überhaupt wieder etwas für die Schultern/Oberarme/Brust machen darf, da ist es egal, dass es erst einmal nur Kraftausdauer ist.

Ich bekam Hoffnung gemacht, dass der Kalkklumpen tatsächlich durch manuelle Therapie verschwinden könnte. Das ist wirklich eine echte Achterbahn – jeder sagt etwas Anderes! Denn gestern war ich schon wieder bei einer anderen Therapeutin. Bisher hatte ich nicht zweimal dieselbe Person. Mal sehen, wie lange ich das noch hinbekomme. Eigentlich sollte ich alle durchhaben.

Und ausnahmslos jeder, der an meiner Schulter werkelt, sagt etwas zu meinen Tattoos. Schon erstaunlich, da Tattoos ja mittlerweile in allen Gesellschaftsschichten angekommen sind. Aber meine sind schon speziell. Es zahlt sich aus, selbst zu entwerfen. Man bleibt einzigartig. Keiner der inflationären Traumfänger, Delphine (die waren eher Neunziger), pseudo-Vintages, verschnörkelten Striche oder Hipsterklötze. Meine Tattoos sind archaisch, für die meisten Betrachter unverständlich und eigentlich nur für mich allein attraktiv. Mein Ziel, wie eine skythische Eismumie auszusehen, habe ich jedenfalls fast erreicht. Eventuell noch die Jagdszene auf Hüfte oder Schulter, aber das zu zeichnen wird wieder ein halbes Jahr dauern. Manchmal habe ich Zweifel, ob meine Bemalung das richtige ist, weil es doch so ganz anders ist, als jedes Tattoo, das ich bisher gesehen habe. Aber dann bin ich wieder völlig sicher, dass es zu mir gehört. Eine gute Übung für meine Dissoziation. Meine Tattoos fühle ich eher als Teil von mir, als meinen Körper.

Mein Körper ist derzeit nicht nur schulterstressig. Ich habe einen besseren Arsch als jemals zuvor, bin mit dem Spiegelbild (in Klamotten) recht zufrieden … und dann passe ich nicht in meine Lieblingsjeans. WTFLOLBBQ? Die ganzen Beinübungen haben meine Waden aufgepumpt. Da ist echt kein Fett („If it jiggles it ain’t muscle“ – nee, da jiggled rein gar nix!). Und trotzdem ist es eine Wurstpellenübung, Skinnyjeans da drüberzupopeln.

Und natürlich der nun besser geformte Hintern. Ich passe schon in die Hosen rein … nur nicht gut! Und das saugt gewaltig.

Ich muss noch schrumpfen. Sehr.

Und das wird dieses Wochenende wieder recht unmöglich, da heute Schwiegermutter1 Geburtstag feiert und morgen Magespielen angesagt ist. Mit Voller Napfs Kochkünsten. Das wird eine Übung in Selbstbeherrschung. Als ob das bei Futter jemals geklappt hätte! Essen und ich – das läuft nur, wenn einer nicht da ist. Ich kann keine Mäßigung. Ich bin und bleibe Sith und „only a Sith deals in absolutes“. Ist Essen da, esse ich es auf. Ist keins da, macht mir das nichts und ich bin auch zufrieden.

„Ich nehme nur ein Stück“ … haha, gruselig!

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Familie Urmensch isst auswärts

Dass ich weder von der Fat Acceptance- noch von der Health at Any Size-Bewegung auch nur das Geringste halte, dürfte ich im Laufe der Zeit klargemacht haben. Sie hätten mich zu meinen dicken Zeiten fast eingefangen und damit zu einem Leben mit Dauermedikation und in Unbeweglichkeit verdammt (dieses „Fathlete“-Gerede finde ich immer wieder amüsant. So lange ich auch in meiner luschigen Freizeitsportler-Form um solche „Athleten“ Kreise rennen und lachen kann, ist es schlicht eine Lüge, dass Dicke alles machen können, was Dünne können) und tun das täglich immer noch mit verwundbaren dicken Jugendlichen. Leuten die Hoffnung auf und die Möglichkeit zu einem gesunden Leben wegzudiskutieren, weil man selbst nicht willens ist, mal die Gabel hinzulegen, ist schlicht boshaft.

Aber auch eine kaputte Uhr zeigt zweimal am Tag die richtige Zeit. Und deshalb fand ich den (natürlich Tumblr-) Rant einer FA-lerin darüber, dass man Hungersignalen immer nachgeben sollte, weil der Körper schließlich wüsste, was er will/braucht, interessant. Nicht wegen des „iss immer, egal wann“-Geschwafels, sondern weil sie das Argument brachte, dass man ja offenbar bei allen anderen Signalen nicht auch anderes vermuten würde. Es gibt keine falschen Durstsignale. Oder wenn man auf Toilette muss. Oder müde ist.

Nur Hunger kann „mir ist langweilig“, „ich habe Durst“, „ich bin wütend“ oder eben auch „ich brauche Nahrung“ bedeuten. Warum ist das so? Warum kann man „Appetit“ mit „Hunger“ verwechseln? Was hat uns das evolutionär für Vorteile gebracht? Ich meine, der Mensch ist doch sowieso als Buffetfräse konzipiert, die bei Bereitstellung gern mal ein komplettes Mammut verputzen kann. Warum dann noch Appetit mit praktisch allem anderen verknüpfen? Vielleicht, weil wir die fiesesten Verfolgungsjäger der Erdgeschichte sind, die man eher mit „Langeweile = Appetit“ dazu bringen kann, nochmal ein paar öde Stunden hinter dem Gnu herzutraben, bis es endlich tot umfällt, als sich darauf zu verlassen, dass die Umgebung schon interessant genug ist, die Horde bei der Stange zu halten.

Ich kann mir das sehr gut vorstellen. Onkel Gronk trabt voran, neben ihm Tante Hurg, irgendwo am Horizont verschwindet die Gazelle. Die Kinder jammern „wann sind wir endlich da?“, „ich muss aufs Klo!“ und eben auch „ich hab’ Hunger!“. Das trägt doch immens zur Motivation bei, die Beute auch zu schnappen, damit die Brut endlich die Klappe hält. Vor allem, wenn die endlose Steppe mit ihren aufregenden Beigetönen Onkel Gronk schon seit zehn Kilometern das sich entwickelnde Hirn aus den Ohren langweilt. Und dann wieder nur Maden und Wurzeln? So saftig so ein proteinreicher Engerling auch sein mag, den dritten Tag hält Gronk das nicht aus.

Langeweile als Appetit-Auslöser. Ja, ergibt schon Sinn.

Nur dass heute das Supermarktregal nicht groß erlaufen werden muss. Langweilig ist es natürlich trotzdem. Und da sind wir dann an dem Punkt, an dem man zwölftausend Jahre nach Gronk genauer hinhören muss, um festzustellen, wann man dem Körper und seinem Genörgel besser den Finger zeigt, um nicht aufzugehen wie ein Hefeteig.

Tante Hurg kocht heute übrigens keine Maden, sondern schwankt zwischen Misosuppe und immer noch Kartoffeln/Tomaten/Quark. Beides fein. Beides keine Gazelle.

(Als Kind habe ich von irgendeinem alten Verwandten einen ebenso betagten Roman über eine Urmenschenhorde bekommen, den ich rückhaltlos geliebt und tausend Mal gelesen habe. Definitiv keine Kinderliteratur, hatte Wissensstand und Moral der Fünfziger, war aber die Einstiegsdroge in meine {Vor-}Geschichtsbesessenheit. Ich komme ums Verrecken nicht mehr auf den Titel. Nur zwei Namen blieben im Gedächtnis „Edgar“ und „Wanja“. Plus dass es einen Ich-Erzähler gab. Verdammt, das Buch hätte ich gern wieder! Völlig egal, dass das Ganze ungefähr so korrekt war wie der von mir ebenfalls geliebte Film „10.000 B.C.“ Siehe oben.)