Ernährung

Die Culinary Diversity-Wölfe essen bei IKEA

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… und zwar nicht in der Köttbullar-Hölle, sondern eine Frucht, die schmeckte, als würde man ein Billy-Regal verspeisen. Die Quittenbirne.

Wie immer in solchen Fällen wurde ich Opfer meiner „ooohhhh, shiny“-Gene. Als ich die appetitlich aussehenden Riesendinger in der Auslage meines bevorzugten Gemüseladens sah, musste ich einfach eine mitnehmen. Eine Kreuzung aus Quitte und Birne? What’s not to like?

Durch meine Nashi-Erfahrung klüger geworden, ließ ich das Teil auch erst noch eine Woche in der Obstschüssel vor sich hin reifen, bevor ich sie gestern zum Abendessen verzehrt habe. Und, tja, nun. Wie schon gesagt: Aroma und Haptik von Pressspan.

Erst glaubte ich, der Fehler läge bei mir, und man könnte das Ding eventuell gar nicht roh essen, sondern es fiele mehr in die Kartoffelkategorie und würde Erhitzen erfordern. Aber das Internet sagte nein. Roh essbar.

Schmeckte nicht. Nicht nochmal.

Und weil so ein ungutes Quittenbirnenerlebnis keinen schönen Blogpost macht, gibt’s jetzt einfach noch ein paar der versprochenen Gänse-Facts!

Die Elterneinheiten haben seit Jahrzehnten Gänse als Wachtiere. Hunde sind okay – aber Gänse sind deutlich boshafter. Wir hatten immer große Hunde mit Schutzhundausbildung (Riesenschnauzer, Schäferhunde und Labrador-Mix), doch selbst die haben sich nicht mit der Gänseherde angelegt, sondern sind dem Terrorhaufen stets sehr casual aus dem Weg gegangen, um sich eine Aura von „ich könnte da ja langgehen, ich will aber nicht. Das liegt nicht etwa daran, dass die Gänse dort campen. Nein, ich will halt nicht!“

Die einzigen, die nie Respekt vor Gänsen hatten, waren die Ziegen. Ziegen sind einfach hardcore. Aber die greifen auch ungebremst Hunde an, weil sie es können. Von daher …

Jedoch soll es heute ja um Gänse gehen, nicht um die Ziegen.

Im Internet kursiert eine gewisse Meme-haftigkeit, dass Gänse unbesiegbar wären. Dass man vor einer angreifenden Gans nur wegrennen könne, sie aber niemals angehen dürfte. Falsch. Gänse sind Schulhofrüpel. Laut, gruppenstark und nur wenig dahinter. Wenn eine Gans angreift, dann entweder mit einem Biss oder mit den Flügeln. Letzteres selten, da ihre Knochen, wie bei allen Vögeln, nicht die stabilsten sind. Ein Schlag mit einem Flügel kann wehtun, gibt `nen blauen Fleck … und das wars. Bienenstiche tun mehr weh. Ein Biss … nun, Gänse haben kleine Hornhöcker am Schnabelinnenrand, die als eine Art Zahnersatz funktionieren. Sehr dinosaurierhaft. Wenn sie zubeißen, machen sie mit dem Schnabel Mahlbewegungen, um den Schaden zu maximieren. Auch das kann gut ziehen, wenn man in blanke Haut gebissen wird.

Aber … ist es schlimm und den Horror wert, der da gemacht wird? Nicht im Geringsten!

Von daher also: Wenn eines der Aggroviecher zischend und ausgebreitet angerudert kommt, einfach stehenbleiben. Warten, bis die Gans nah genug ist und am Hals packen. Zack, Ende Gelände. Man hat die Gans überrumpelt, sie wird zappeln und brüllen und dann hochempört wegrennen, sobald man loslässt. Bitte nicht zudrücken oder schütteln, sonst bricht man das Genick, fügt Schmerzen zu oder macht die Luftröhre kaputt. Einfach direkt unter dem Kopf (das ist wichtig, um den Schnabel außer Reichweite zu halten) greifen und die Finger nicht schließen. Das ist der ganze Trick.

Klappt natürlich nicht, wenn die ganze Horde angreift. Sie sind nämlich nicht dumm! Sie sehen auch, ob man beide Hände voll hat und nicht zupacken kann, dann werden sie auch müpfig. In solchen Fällen: Keine Scheu haben. Wenn man nicht gerade torschussmäßig durchzieht, kann man auch mal treten. Eher so Fuß unter den Schwerpunkt des Viechs und hochlupfen. Überrascht sie völlig und bringt sie aus dem Konzept. Dann rudern sie wie blöde, versuchen ihre Würde wiederzuerlangen und wackeln zischend davon. Zumal wenn man lange Hosen anhaben sollte. Da ist man ja eh sicher.

Soviel zur Verteidigung gegen und zum schlechten Charakter von Gänsen. Wobei es eine Aggressionsskala im Gänsebereich gibt. Am Schlimmsten sind die Hausgänse (weiß oder pommersch, völlig egal), dann lange nichts, dann Kanadagänse und die Chinagänse sind praktisch Enten und damit gechilled. Außerdem natürlich: Je weiter weg vom Nest oder den Gösseln, umso ruhiger.

Aber es gibt ja nicht nur Arschlochgänse (auch wenn sie in der Mehrheit sind). Wir hatten aus der ersten Brut (damals waren wir noch nicht schlau genug, ihnen die Eier wegzunehmen, so dass wir plötzlich zwölf Gössel und dann eine Herde von vierzehn Gänsen hatten!) einen sehr speziellen Ganter. Er hatte so einen kakaduhaften Federpuschel auf dem Kopf (ein bisschen wie Römergänse – vielleicht hatte er so etwas in der bunt gemischten Ahnenlinie), weshalb er Häuptel hieß. Und er liebte die Muttereinheit abgöttisch. War sie im Garten, rannte er zu ihr und setzte sich immer direkt neben sie, zufrieden mit sich und der Welt.

Häuptel wurde fast zwanzig Jahre alt, dann wurde er uns in einer Nacht vor Sankt Martin gestohlen. Ich kichere heute noch, wenn ich daran denke, wie zäh der alte Ganter gewesen sein muss und wie wenig er dem Dieb gemundet haben wird.

Unsere derzeitigen Gänse (nur ein Paar) sind hingegen durchgehend mies drauf. Sie fallen jeden an. Und der Versuch des Hütehundes der Schwesterneinheit (das ist ein ausgebildeter Hütehund, ein Sheltie), seiner Pflicht nachzukommen, endete in gar großer Panik emmaseits (Emma ist der Hund).

Was ich immer wieder beobachte, ist, dass im Schlossgarten irgendwelche Familien versuchen, Enten zu füttern und dann die Gänse wie die fetteste Gang in der Hood anmarschiert kommen. Ich habe noch nie erlebt, dass sich jemand gewehrt hätte. Kraftsport-ausgebeefte Jung-Familienväter würden augenscheinlich eher ihre Kinder opfern, als die blöden Aggroviecher zu verscheuchen, die sich gerade um den Kinderwagen und die Brottüte drängen und zischen und brüllen. Ich mache dann gern den Superhelden, komme angeschossen und vertreibe die Gänsegang. Gibt mir so ein Vigilante-Gefühl. Not the hero Schlossgarten deserves, but the hero Schlossgarten needs right now!

Neulich war es aber sehr niedlich, wie sich ein Rentnerpärchen gefreut hat, dass ich die wie so ein Troll neben einer kleinen Brücke sitzende und diese Brücke durch pure Anwesenheit anscheinend unpassierbar machende, Gans neutralisiert habe, in dem ich einfach hingegangen bin, mich zu ihr gesetzt habe und die Gans über die Gesellschaft so begeistert war, dass da keinerlei Aggressivität kam. Denn sie können auch anders, die Mistviecher! Vermutlich hätte die Gans auch mit den Rentnern nur geschmust – aber der Horror, der vor Gänsen verbreitet wird, hat das verhindert.

Mehr fällt mir jetzt gerade nicht ein – aber es gibt natürlich noch mehr Geflügelstories!

 

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Wenigstens gab’s Suppe für die Culinary Diversity-Wölfe …

Wenigstens die Art-Nouveau-Serie ging weiter.

… denn Ostern an sich fiel für mich ziemlich aus. Freitag war prima. Wir hatten Spaß mit J1 und D., wenn mich auch die Nudeln (ich hatte vegetarisch gesehen die Wahl zwischen Nudeln, Nudeln und Nudeln. Also immerhin drei Gerichte!) beim Italiener nicht besonders erfreut haben. Zu viel Öl, zu viel Knoblauch, zu wenig sonstiger Geschmack. Aber der Rest der Anwesenden hat sich sichtlich wohlgefühlt und war begeistert, weshalb ich die Klappe gehalten habe. War ja auch nicht so wichtig. Der Service war jedenfalls 1A. Kleine Karte, alles frisch und hausgemacht. An und für sich also prima. War nur nicht meins.

Vielleicht das nächste Mal dann der Inder …

Samstag fing auch gut an. Ich war Fahrradfahren und das Wetter war frühlingshaft. Mittags ging es rüber in die Villa Kunterbunt und wir haben Mage gespielt. Voller Napfs Chunky-Monkey-Burgerpatties (die werden mit Banane und Erdnüssen hergestellt, schmecken aber nicht süß) haben mich wieder entzückt und alles war toll … bis es das plötzlich nicht mehr war, weil ich innert einer halben Stunde von „absolut fit und gesund“ zu „ich habe Fieber, Kopfschmerzen und möchte jetzt bitte auf der Stelle ins Bett“ fiel.

Und da blieb ich dann. Mit, wie gesagt, Fieber und Kopfschmerzen. Zu denen sich noch Glieder- und Halsschmerzen gesellten. Tolle Ostern. Heute Morgen bin ich wieder arbeiten, was keine gute Idee ist, aber ich will nicht schon wieder fehlen.

Sportlich gesehen gab’s also nur einmal Laufen, einmal Radfahren und ein paar Stepper-Einheiten. Dafür habe ich Supernatural jetzt so weit durch, wie Netflix und Amazon Prime mir anbieten und konnte das Jester’s-Festival-Event in TESO ausnutzen. Und ich habe mir Süßkartoffel-Blumenkohl-Kokosmilch-Comfort-Soup gekocht. Die war sehr, sehr gut. Gibt’s bestimmt bald mal wieder. Dafür habe ich eine große (700 Gramm) Süßkartoffel und 500 Gramm Blumenkohl in Gemüsebrühe gekocht, dann püriert, eine Dose Kokosmilch und etwas Curry dazu, mit Salz, Pfeffer, Ingwer und dergleichen abgeschmeckt und dreimal davon gegessen.

Jetzt hoffe ich, dass der Stress auf der Arbeit endlich nachlässt und ich mich etwas fangen kann. Denn ständig im roten Bereich zu laufen führt nur zu Abstürzen wie dem am Samstag. Und es saugt Kamelhoden, wenn man in seiner Freizeit für Arbeitsscheiß bezahlen muss.

Die gewünschten Gänsegeschichten gibt’s dann demnächst – sobald ich wieder klarer denken und schreiben kann!

Die Culinary Diversity-Wölfe klatschen distinguiert-begeistert

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(Wenn es so etwas gibt. Doch. Bestimmt. In der englischen Oberschicht auf jeden Fall!)

Die Overnight Oats waren tatsächlich sehr, sehr Bircher Müsli und haben deshalb auch sehr, sehr gut geschmeckt. Irgendwie ganz nah beim Porridge. Von daher definitiv ein Gewinn. Und weil es so prima war, habe ich mir für heute Abend gleich wieder ein neues Glas angesetzt. Diesmal mit Banane statt Beeren, weil ich Beeren schon im Mittagsporridge habe. Außerdem habe ich noch den halben Tiefkühler voll mit Bananenscheiben für Nicecream, die ich nie benutze. Ich liebe Nicecream, scheue aber den Aufwand der Herstellung. Ja. Genau. Den Aufwand. Ich hasse es, elektrische Haushaltsgeräte auf- und abbauen und säubern zu müssen. Und Nicecream ohne Pürierstab ist vermutlich nicht kleinzukriegen. Ich könnte mit dem Hammer darauf herumkloppen. Klingt jedoch nicht erfolgversprechend. Jedenfalls: Egal, wie gut mir Nicecream schmeckt – es gibt sie selten. Die vorbereiteten Bananen habe ich trotzdem scheibchenweise eingefroren. Da kann ich sie auch mal auf Overnight Oats kippen.

Und weil diesmal Donnerstag der neue Freitag ist, freue ich mich jetzt dezent auf’s lange Wochenende. Wird viel soziale Interaktion beinhalten, was nach dem Stress der letzten Wochen vielleicht nicht ganz vorteilhaft ist, sich aber nicht vermeiden lässt.

Freitag gehen wir mit J1 und D. essen. Italienisch. In ein Lokal, das darauf besteht, keine Pizzeria zu sein. Das macht mich etwas traurig, weil ich nicht mehr so der riesen Nudelfan bin und es ohne mein geliebtes Pizzabrot in der italienischen Küche nicht gerade vegetarierkompatibel zugeht. Ich habe Erinnerungen an die großäugige Überraschung, als G. immer erzählte, was seine süditalienischen Verwandten so verspachteln. Nein, Fisch ist kein Gemüse! Mal sehen, was sich für mich findet. Falls südlich wird’s wohl sehr fettig und frittiert sein. Die leichte mediterrane Küche halt! Weil Olivenöl nicht zählt oder so … Oder einen Salat. Ich bin kein großer Freund von gemischtem Salat. Seufz. Ich wäre lieber indisch essen gegangen. Das ist für Vegetarier immer der absolute Hit.

Samstag ist Mage-Spielen und Voller Napf brät uns Burger. Für mich und T. gibt’s leckere Bohnenpatties. Große Vorfreude! Voller Napf kocht zum Niederknien gut. Wenn man sie mit der Waldnymphe, die eine begnadete Zuckerbäckerin ist, fusionieren würde, bekäme man den Kalorien-Super-Saiyajin. Außerdem habe ich große Lust auf Mage. Mein kleiner Artificer war letztes Mal so unglaublich sozial fähig! Hat praktisch ganz allein Maître Christophe, seinen mundanen Arbeitgeber und (vermutlich) Protestanten, aus den Klauen des Inquisitors geredet (und nicht ein einziges Mal erwogen, alles anzuzünden!). Eine Runde Handgeklapper für den jungen Mann, bitte!

Yay für Hermanos, den sozial völlig total meistens oft manchmal fähigen Magus!

Sonntags haben uns Schwiegers1 zum Brunch geladen. Also noch mehr essen. Und Awkwardness. Ich mag Schwiegers1 gern, weiß aber immer nie, über was ich mit ihnen reden soll. Ich sitze dann am Tisch und lächle einfältig. Und schweige. Ich könnte ein Gänseei als Gastgeschenk mitbringen, falls es Vatereinheit gelungen ist, der Gans mal wieder eins zu klauen. Das ist immer ein Gesprächsgegenstand. Die Wachgänse der Elterneinheiten haben nämlich die Frühlingssaison eingeläutet, in einer leeren Pferdebox ein Nest gebaut und man kann sie nur mit Diebstahl der Eier daran hindern, sich ihre Emu-War-Army zu erbrüten. So ein Diebstahl ist aber gefährlich, weil sie natürlich das Gelege hochaggressiv verteidigen. (Falls Interesse besteht, kann ich ein paar Geschichten zum Leben mit Gänsen erzählen. There will be blood!)

Der Wettervorhersage nach kann ich diese ausufernde Fresserei am Montag hoffentlich mit einer Radtour ganz allein für mich wieder abtrainieren. Je nach Regen/Wolkenlage könnte ich mal schauen, ob ich es bis nach Speyer schaffe. Oder zumindest grob in diese Richtung. Die letzten Touren gingen eher nach Osten, da schadet ein bisschen Abwechslung nichts.

Jetzt noch zwei schlimme Meetings, einmal schlimm im Stau stehen nach Hause (es wird Stau geben. Absolut sicher), schlimm Einkaufen (es wird soooo voll sein!) und dann … Wochenende! Habt prima Ostern, liebe Lesefröschchen!

Übernacht-Pampf de luxe

Meine ersten Overnight Oats. An der Menge arbeite ich noch… #overnightoats

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Ich bin ja auf der stetigen Suche nach dem Protein-Nachtisch-Gral. Von Riegeln bin ich weggekommen, weil die dafür, dass sie eigentlich nur fancy Schokolade sind, doch verdammt ins Geld gehen. Dann lieber gelegentlich ein Snickers.

Joghurt und Skyr sind prinzipiell toll – aber irgendwie wollte ich das mit mehr „Erlebnisessen“-Charakter. Trotz der Tatsache, dass ich im Studium gelernt habe, wie geschönt Foodfotografie ist, falle ich selbst immer wieder mit Wonne darauf rein, weshalb ich schon länger mit den gar so hübschen Overnight Oats liebäugle. So schön bunt geschichtet in ihren putzigen Hipstergläschen!

Prinzipiell die Milchprodukt-Cousins der Buddha Bowls und eigentlich nur die Coldbrew-Variante meines täglichen Quarkporridges. Aber doch irgendwie mit mehr glitter and sprinkles. Und laut den meisten „Rezepten“ auch übersichtlich im Aufwand.

Also habe ich gestern ein 500 ml-Glas aus meiner Glasbox gefischt (was ein Glück, dass ich immer so faul bin und mein Altglas erst nach unten schleppe, wenn der Stapel Stützbaguettes braucht), es nochmal seeehr gründlich und seeehr heiß ausgespült und angefangen, Schichten zu bauen.

Ganz nach unten kamen zehn Gramm Haferflocken. Darauf ungefähr 50 ml ungesüßte Mandelmilch. Dann eine 150-Gramm-Lage stichfester Magerjoghurt mit Süßstoff und zwei Teelöffel Chiasamen verührt. Und als Abschluss 120 Gramm Tiefkühlbeeren. Der ganze Spaß also rund 150 – 170 Kalorien. Sah hübsch aus, wurde verschlossen und in den Kühlschrank gestellt.

In den Rezepten ist eine Ziehzeit von sechs Stunden angegeben. Werden bei mir aber 24, da ich mein Glas erst heute Abend als Nachtisch essen möchte. Ob es da ein „zu lange“ gibt weiß ich nicht. Das Internet schweigt sich aus. Ich werde es sehen!

Morgen also das Fazit der Culinary Diversity-Wölfe. Das, sollte das Zeug Bircher Müsli auch nur entfernt ähnlich sein, eigentlich nur positiv ausfallen kann (ich liebe Bircher Müsli!).

Ansonsten hat sich herausgestellt, dass es keine fertig kaufbare Steh-Schreibtisch-Lösung für mich gibt. Alles nicht tief genug für mein Setup. Also hat mein Chef beschlossen, dass wir selbst etwas bauen. Meine vorsichtige Erwartung kennt praktisch keine Grenzen!

Stehen im Büro und die Sommerzeit

Ich habe mir nach sechs Jahren Pause WoW wieder installiert. ich mag die unernste Ader der Entwickler.

Dieses Jahr bin ich geradezu bizarr schnell mit der Zeitumstellung fertig geworden. Gestern völlig neben mir und den ganzen Tag müüüüde, bis zur normalen Bettzeit aber wachgehalten und nun nach einer Nacht voll merkwürdiger Träume (mehrere Teselectae gehen im Berlin der achtziger Jahre Backfisch essen und flüchten vor Lieutenant Commander Data, der ebenfalls eine Teselecta ist, wenn auch eine durchgedrehte. Dazu dann noch die Stasi) erfrischt und voller Tatendrang aufgewacht. Wenn’s das mit der Anpassung gewesen sein soll, bin ich mehr als zufrieden.

Gestern habe ich im wöchentlichen Grafikmeeting unseren Chef darauf angesprochen, dass ich wegen meiner Schulter gern im Stehen arbeiten würde. Ich habe mir mit meinem Cintiq eine seltsame Oberkörperhaltung besonders auf der linken Körperseite angewöhnt und ich glaube fast, dass das mit zu meinen Schulterschmerzen beiträgt. Und selbst wenn nicht, ist Arbeiten im Stehen gesünder. Wenn es denn funktioniert.

Drei dieser variablen Tischaufsätze sind im Verlag schon in Gebrauch – aber mein Setup ist eben leider mit einem normalen Büroarbeitsplatz nicht vergleichbar. Ich habe ganz hinten, aufgebockt auf drei Plastikfüße, den Mac stehen; davor das auf etwa 60 Grad geneigte Cintiq und dann die Tastatur, weil ich ständig Kurzbefehle brauche. Insgesamt also fröhliche siebzig Zentimeter Tiefe. Ob selbst das breiteste Desk-Modell das schafft, müssen wir noch sehen. Von der Kabelführung mal ganz abgesehen. Und da man bei Apple wenig Wert auf Kompatibilität mit irgendwas legt, kann man den Mac mangels abnehmbarer Abdeckung/Fußbefestigung auch nicht an einen Ausleger über dem Zusatztisch anbringen. Ach, warum muss man in der Grafikbranche nur immer noch an diesem minderwertigen Appledreck hängen? Früher gab’s die relevanten Programme nur für den Mac (ja, früher wussten PC-User gar nicht, was Photoshop ist! Die benutzten Corel Draw! Mutti erzählt vonnem Kriech). Da war man gebunden. Aber mittlerweile ist das kein Argument mehr!

Zur Ansicht bestellt ist das Ding auf jeden Fall schon mal. Ich bin gespannt! Der Erklärfaun arbeitet seit einem Jahr nur noch im Stehen und ist sehr glücklich damit. Allerdings muss er natürlich auch nicht zeichnenderweise über einem Cintiq kleben. Es bleibt also spannend.

In Sachen Ernährung möchte ich mir mal als Nachtischalternative Overnight Oats unter 300 Kalorien ansehen. Mal schauen, ob ich da etwas finde, was mich anspricht. Klar, ich könnte einfach zehn Gramm Haferflocken (34 kcal), 150 Gramm Magerjoghurt (66 kcal) und eine Handvoll TK-Beeren (50 kcal) in eine Schüssel füllen und bis abends stehen lassen (zusammen 150 Kcal). Aber das wäre doch viel zu einfach! Das geht doch fancier!

Die Culinary Diversity-Wölfe sind Teetrinker

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Natürlich. Das Empire 1891 in dem die Sonne niemals unterging. Teeblätter aus den Kolonien. Vom Baron Oakham bis zum Thief Catcher Thatcher trank jeder Tee. In unterschiedlichen Güteklassen und unterschiedlicher Zubereitung – aber Tee.

Umso überraschender, dass die Wölfe sich nun über Kaffee so freuen können. Simplen, schnöden Kaffee.

Denn ich habe in der „zu verschenken“-Schütte im Verlag (jeder Arbeitgeber hat so etwas, oder? Ein Regal oder einen Korb, in den die Leute Zeug legen, das sie nicht mehr brauchen, das aber noch praktisch unbenutzt ist. Ungewollte Geschenke und ausgelesene Bücher sind es meistens) eine French Press gefunden und mitgenommen. Nach einer Paranoia-Runde bei höchster Einstellung durch die SpüMa war die feine Bodum-Kanne dann einsatzbereit.

Ich bin kein Kaffee-Connoisseur. Die Waldnymphe nennt das, was ich mag „Sirup, Sahne und Smarties“. Weshalb ich bisher eigentlich konsequent einfachen Instantkaffee mit einer Menge Mandelmilch, Süßstoff und Flavdrops getrunken habe. War völlig ausreichend für meinen Geschmack.

Aber jetzt wollte ich es wissen. Ich habe mir eine Anleitung zum perfekten French-Press-Kaffee aus dem Netz gezogen, festgestellt, dass ich doch nicht so eifrig bin (ich werde mir keine Kaffeemühle kaufen), beschlossen, dass es auch mit feinem Mahlgrad gehen muss, mir guten Kaffee besorgt und das Ding genau nach Vorgabe ausprobiert. (Es geht zugegebenermaßen deutlich komplizierter. Die French-Press-Gemeinde ist da anscheinend noch ritualisierter als die Teezeremonie-Fanbois!)

Und, was soll ich sagen: Großartig! Nicht bitter, nicht sauer. Einfach lecker.

Dumm, dass ich die letzten anderthalb Tage mit einem verdorbenen Magen herumlag. Da kommt Kaffee eher suboptimal. Aber nun!

Die Wölfe heben Schilder mit guten Punktewerten und ich freue mich, dass eine French Press so viel weniger Platz braucht und Müll macht als eine Kapselkaffeemaschine oder Filterkaffee. Deshalb also meine tägliche Selbstliebe ganz getränkbezogen:

Ich war gestern mit mir zufrieden, weil … ich etwas Neues ausprobiert habe. Ich über meinen Schatten gesprungen bin und die Kanne auch aus der Schütte geholt habe. Ich mutig war und diese Kaffeezelebration durchgezogen habe.

Ob man das Ding auch für losen Tee verwenden kann …?

Und demnächst erzähle ich dann die Geschichte, wie ich mit einer full-blown Panikattacke aus dem Arzt-Wartezimmer geflüchtet bin. Das war nämlich weniger erfolgreich.

Zwischenstand des Hochsicherheitstraktes

Islands in the sky

Ich habe die Cadbury Creme Eggs seit zwei Wochen und es sind immer noch welche da. Ich habe seit einer Woche ein 24er-Pack Peanutbutter-KitKat (mühsam im Internet bestellt, da es dieses Mana der Götter bei uns in der Gegend im stationären Handel eben so wenig zu kaufen gibt wie den Zimtschneckentee … da braucht sich wirklich niemand zu wundern, dass die Leute lieber im Internet bestellen!) und es ist ebenfalls zum überwiegenden Teil noch vorhanden.

Und das alles nur dank Olé-Olé-Super-Kitchen-Safe!

Er wirkt also. Zwar nur so gut, wie meine Disziplin, beim Öffnen auch nur das herauszunehmen, was ich mir zu diesem Zeitpunkt zu essen erlauben möchte – aber offenbar reicht das. Ich muss nicht ständig Willenskraft aufwenden, sondern nur einmal. Ich kann meine Energie auf andere Dinge richten.

Zweiter Punkt, an dem ich in dieser Sache arbeite: MBSR. Das ganze Achtsamkeits-Gedöhns will meine Ärztin mir schon seit Jahren draufschaffen. Und egal, wie sehr ich mich anstrenge, es geht nicht voran. Mein Monkey-Brain rennt sofort im Kreis, wenn ich auch nur die Augen schließe und mich auf meinen Atem konzentrieren möchte. Deshalb war es auch so hart, sich den sicheren Ort zu erarbeiten und klappt es nicht wirklich, die Weißbrot-essen-Übung zu verinnerlichen.

Ich versuche nun, die Grundübungen (Atmen, Entspannen, Rumsitzen, Lächeln … klingt schon ein bisschen schräg) in meinen Arbeitsalltag zu integrieren. Immer wieder kleine Pausen und ein paar Minuten meditieren.

Vermutlich ist das der falsche Ansatz und man kann mit solch winzigen Einheiten keine Fortschritte erzielen, aber im Moment bekomme ich längere Strecken nicht hin.

Auf jeden Fall ist es mir schon gelungen, meine Mittagessenszeit um ein Drittel zu verlängern! Schnellhäcksler-Madame isst achtsam! Sehen Sie, wie sie nach jedem Löffel Porridge Pause macht! Beobachten Sie das Wunder, dass sie nicht schon die nächste Ladung aufschaufelt, während sie noch kaut! `lo and behold!

Ebenfalls mit übermenschlicher Anstrengung ist es mir gelungen, ein Buch zu beenden. Weshalb ich mir zur Belohnung gleich noch ein Neues angeschafft habe … Aber das war notwendig! Wir wollen den neuen Bladerunner-Film ansehen (ich gehöre zu dem Prozent Menschen, das den alten Film dröge, anstrengend und unbefriedigend fand) und die Lektüre von „Do Droids dream of Electric Sheep“ fiel auch in meine „von A bis Z in der Bücherei“-Phase, die bekanntermaßen so lange her ist, dass man damals noch mit D-Mark bezahlt hat, so dass ich die Handlung in keinster Weise mehr präsent habe. Da ist es hoffentlich verständlich, dass ich gar nicht anders konnte, als mir das Buch zu holen.

Nun auf in den Tag – ist immerhin Fast-Freitag!