Training

Alltagsbewegungen und Training – eine Kalkschulter geht ihren Weg

Tyger Tyger, burning bright,

Ich habe mich dieses Wochenende nicht geschont. Am Samstag normal fünf Kilometer laufen gewesen und fünfzehn Kilometer Rad gefahren. Sonntag wieder fünf Kilometer joggen, dann aber dreißig Kilometer Radfahren. Normalerweise ein sicherer Weg, meine Schulter zum Heulen, Luftanhalten-bis-was-passiert und generellem Superschmerz zu bringen.

Zumindest war das vor dem Stehschreibtisch so! Denn heute Morgen habe ich zwar ein bisschen Muskelkater in den Beinen (nicht viel, eher eine gewisse Schwere), aber die Schulter tut so, als sei kaum etwas gewesen! Tja, da scheinen die neun Stunden verkrampfte Haltung täglich, die ich vor der Ankunft des Stehtischs wohl unbewusst eingenommen habe, sich tatsächlich heftiger ausgewirkt zu haben als die drei, vier Stunden Sport pro Woche. Nein? Doch! Oh!

Wie man sieht habe ich das perfekte Frühsommerwochenende also nach Kräften ausgekostet. Ich habe die Gelegenheit genutzt, das Fahrrad mit der Pressluft-Dings-Maschine der Vatereinheit auf Auto-Reifendruck zu bringen, was mir im Schnitt vier km/h mehr einbrachte! Schon heftig, was so etwas ausmacht. Und es ist ja nicht so, als sei ich den Winter über mit platten Reifen herumgegurkt (außer natürlich, dass mir irgendjemand aus dem Haus das hintere Ventil aufgedreht hat. Ich habe die Kinder als einzige Verdächtige, kann aber nichts beweisen. Schlimmstenfalls muss ich eine Kamera anbringen, um die Bratzen abzuschrecken), aber handaufgepumpt wird augenscheinlich von maschinenaufgepumpt um Längen geschlagen.

Nun auf in eine kurze Woche (ich musste wegen des einzig erhältlichen Termins bei meiner Psychologin Freitag morgens um zehn leider einen Tag Urlaub verblasen), der sich ein langes Wochenende anschließt. Schade, dass das wettertechnisch wohl eher mau bis Mist wird – aber wenigstens feiern J1 und D. ihren zehnten Hochzeitstag und wir gehen am Samstag völlig wetterunabhängig aus.

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Büroarbeit im Stehen, ein Erfahrungsbericht. Teil 2

Napf

Oh nein, was soll ich nur tun? 😀 Und was ist eine Kolossos-Pizza?

Tag vier meiner Steharbeit. Das Tal der Tränen war schmerzmäßig am zweiten Tag erreicht und am dritten durchschritten. Der zweite war wirklich hartes Brot. Ich musste oft meine Füße nach hinten auf den Bürostuhl, der ja noch dasteht, hochklappen. Seit Tag drei habe ich aber auch statt meiner Summerchucks meine Laufschuhe an. Die sind schließlich maximal abgepolstert.

Meine tägliche Stehzeit beträgt je nach Meetingdichte zwischen sieben und achteinhalb Stunden. Das ist jetzt schon wirklich gut zu schaffen. Ich denke zwar immer noch darüber nach, was bedeutet, dass es eben noch nicht völlig selbstverständlich ist, aber ich nähere mich an. Ich denke, in zwei Wochen will ich es definitiv nicht mehr anders.

Was sich noch ändern sollte/muss: Nach der Steherei habe ich abends keine Lust mehr, Joggen zu gehen. Dazu sind die Beine dann einfach zu schwer. Ich vermute aber, dass sich das noch gibt. Immerhin macht der Erklärfaun auch mit Freude sein Cardio, obwohl er seit langer Zeit im Stehen arbeitet.

Morgens Frühsport (ich und Turnvater Jahn, sach ich mal!) ist weiterhin problemlos. Montag abends habe ich meine Beine auch gründlich geschleimrollt. Dienstag und Mittwoch allerdings nicht.

Und das Beste: Ich habe abends keine Schmerzen in der Kalkschulter mehr! Da zeige ich dem Orthopäden mit seiner „kann nur vom Sport kommen“-Theorie doch mal gepflegt den Finger. Scheint wohl doch mehr an Alltagshaltung und –bewegung zu liegen! Ich beobachte das mit Argusaugen weiter.

Fazit soweit also: Immer noch tolle Sache. Jeder sollte die Möglichkeit haben, nach Bedarf im Büro sitzen oder stehen zu können.

Wobei ich schon verstehe, warum die beiden Kollegen, die vorher schon Steharbeitsplätze hatten, die praktisch nie nutzen. Beide sind stark übergewichtig. Ach was – adipös. Und dass das dann heftig auf die Knie geht, ist ja mal klar. Jeden Tag acht Stunden dreistellig zu stemmen ist ein Kraftakt, für den so ein Bewegungsapparat nicht ausgelegt ist. Da wird der positive Effekt des stehenden Arbeitens sofort ausgeschaltet.

Aber die Möglichkeit dazu sollte schon jeder haben!

Selbstliebe und Verwunderung (mit positiver Überraschung)

Genau, ich mache jetzt in Bracket Songs. Was ein Bracket Song ist, weiß ich auch nur dank Max Goldt, der Quelle reichhaltigster Bildung. In den Siebzigern waren solche Songtitel, die durch eine in Klammern gesetzte Addition eine andere Bedeutung bekamen oder weiter erklärt wurden, wohl voll im Schwange. Und das kann ich natürlich auch!

Aber zunächst zur Selbstliebe. Definitiv keine meiner Kernkompetenzen. Aber da sich bei der Metta-Meditation schon so viel um liebevolle Zuwendung dreht, versuche ich jetzt einmal, aus Gedanken Realität zu machen, in dem ich mir jeden Tag aufschreibe, was ich am Tag davor gut gemacht habe. Worin ich mir gefallen habe. Was ich konnte. Zumindest eine Sache pro Tag wird mir da hoffentlich einfallen.

Also, here weg go!

Ich war gestern mit mir zufrieden, weil … ich endlich wieder auf den Zug aufspringen und etwas für mich zeichnen konnte, das mir wirklich gefällt. Das mir während der Fertigstellung so viel Freude bereitet hat wie danach (danach noch ein gutes Haar an einer Illustration finden zu können ist sehr, sehr selten!).

So. Selbstliebe dafür. Ich war gestern eine gute Grafikerin.

Mein Affenhirn rennt im Kreis und will mir erklären, dass ich sportlich gesehen an der Fußleiste entlangkrebse, ich eine sehr unangenehme Aufgabe vor mir herschiebe und ich seit über einem Jahr keine Zeile mehr geschrieben habe (Blog zählt nicht). Aber Affenhirn kann mich mal. Ich mache meinen Frühsport (Crunches, Reverse Crunches, Squats) und ich tobe abends auf dem Stepper. Ja, das ist zu wenig – aber wohin es mich gebracht hat, trotz Schulter zu trainieren, sieht man ja! Das blöde-Sache-Prokrastinieren ist natürlich dämlich. Aber ich gehe es an. Langsam. Mit maximalem seelischen Schmerz. Gegen den Wind und bergauf. Und Schreiben … das wird wiederkommen.

Die Verwunderung resultiert daraus, dass ich völlig vergessen hatte, wie gut mir das Spielen mit der Waldnymphe tut. Wir hatten die letzten zwei, drei Monate nur Playdates in TESO und keine Zeit, unsere Wölfe auch im Pen&Paper weiterzuspielen. Deshalb gab es keine neuen Geschichten und keine Inspiration für mich, etwas dazu zu zeichnen.

Nicht falsch verstehen – Computerspiele sind ein großartiger Zeitvertreib! Man wird dadurch schneller und agiler im Kopf und in den Fingern, man trainiert seine Teamfähigkeit und Problemlösungsstrategien. Man wird sozialer, entspannter, friedlicher und übt vernetztes Denken. Alles in allem das sinnvollste Hobby, das man im Sitzen betreiben kann. Außer natürlich … Pen&Paper. Gerade für nicht-neuronormative Menschen sind die Ausflüge in die Phantasie unglaublich heilsam. Mir hilft es jedenfalls sehr, die verschiedenen Seiten auszuleben oder etwas, das ich gern wäre, zu testen. Einmal so sozial fähig wie Rhys … das wär ein Traum! Mein Wolf ist dahingehend schon als mein Idealbild konzipiert. Er ist das Gegenteil von socially awkward, geht mit Fremden völlig angstfrei und maximal freundlich um, zeigt und nutzt seine Emotionen und betrachtet Scheitern als Chance, von der er wie ein Gummiball zurück in die Spur hüpft. Ganz davon ab, dass ich schon gern manchmal auch die Fähigkeit hätte, zu einem vier Meter großen Danger Floof mit zwanzig-Zentimeter-Klauen zu werden … Außerdem geht Rhys gern auf Parties und macht mit Begeisterung neue Bekanntschaften. Das würde ich echt gern können!

Egal. Zeigt jedenfalls, dass Pen&Paper immer schon sehr, sehr wichtig war, um mich zu erden und mit positiver Energie aufzuladen. Weshalb ich es am letzten Samstag ganz stark genossen habe, wieder zu spielen. Klar, zwischendrin haben wir auch Mage und Vampire gespielt – aber meine Charaktere dort sind eher mein Ist-Zustand. Die geben mir auch viel, aber sind nicht so tief als Wunsch verankert wie Rhys. Und außerdem sind die Wölfe ganz klar das Ding der Waldnymphe und mir. Sie sind unser Escape Plan. Für alles.

Weshalb ich nun glücklich herumschwebe und mich darüber freue, wieder Inspiration für Bilder zu haben. Gestern den oben zu sehenden Jamie. Als Jugendstil-Vignette in Jugendstil-Pastell mit Jugendstil-Märchenhaftigkeit. Weil die Beiden durch einen mehr oder weniger Unfall in einem Feenreich gelandet sind, das ästhetisch sehr Kay Nielsen und Otto Ubbelohde ist. Genau mein Ding.

Noch ein kurzes Update zur Ernährung: Die bleibt auf Haltekurs – immer noch keine Energie dafür, groß Defizit zu fahren.

Das Clownauto fährt hupend vorbei

Zumindest kommt es mir so vor. Die neue Woche beginnt so hektisch, wie die alte geendet hat. Die tortenwerfenden Clowns rennen herum, wollen Dinge und gehen mir auf die Eierstöcke.

Kann man nichts machen, muss man durch. Und davon zehren, wie wundervoll das Wochenende war. Denn nicht nur hatten wir mit den Freunden viel Spaß beim Schokoladenfrühstück (es war unglaublich liebenswürdig, wie Frau Hess sich bemüht hat, auch den komplizierten Anforderungen der Veganerin gerecht zu werden. Was bin ich froh, dass man als Vegetarier so einfach Dinge essen kann!) und die Waldnymphe hat sich über mein Geschenk (die Hendricks-Flasche mit dem Custom-Etikett) ein Loch in den Bauch gefreut, sondern auch das Schwiegerfamilienessen lief glatt und friedlich. Sehr, sehr schön.

Als I-Tüpfelchen hatte ich dann – um die rappelvollen Kohlenhydratspeicher wieder zu leeren – am Sonntag wunderbare Entspannung bei frühlingshaftem, wenn auch nicht sonnigem, Wetter und einer mehrstündigen Radtour. Der ersten für dieses Jahr. Ich sah nicht nur Unmengen von Menschen, die es mir gleichtaten (am Neckar war wildester Betrieb. Manchen Hundebesitzern kann man es nicht recht machen: Klingelt man, wenn man sich von hinten nähert, motzen sie, weil sie das erschreckt und sie die Töle anleinen müssen, klingelt man nicht, motzen sie, weil sie das auch erschreckt und sie die Töle anleinen müssen. Man kann in diesem Szenario also nicht gewinnen), sondern auch etwa fünfzig plattgefahrene Kröten/Frösche. Ist anscheinend wieder Wanderungszeit. Arme Viecher.

Ich möchte einen neuen Tacho fürs Fahrrad. Der elektronische nervt und die Batterie ist schon wieder leer. Ich musste meine Geschwindigkeit anhand dieser Radar-Schilder, die manchmal in Ortsdurchfahrten hängen, ausmitteln. Leider spuckt das Internet nur einen einzigen mechanischen Tacho aus und der Fahrradladen verleugnet gar deren Existenz vollständig. Ich brauche doch gar nicht viel: Tageskilometer und Geschwindigkeit. Mehr will ich nicht. Ich bin sowas von casual, das geht auf keine Kuhhaut. Echt, nur diese zwei Werte. Und bitte keine Batterien. Der mechanische Tacho von Amazon kann das (es gibt zwei, der andere ist aber noch unterirdischer bewertet). Muss ich mal bei der Vatereinheit vorfühlen, ob der nicht empört wäre, wenn ich sein erst letztes Jahr mühsam und sorgfältig angefrickeltes Eletroniktachodings schon wieder ersetzt haben möchte … Allerdings muss man bei dem Ding wohl etwas modden, weil es nicht für Nabendynamos ausgelegt ist. Ach, irgendwas ist ja immer!

Kreative Wertarbeit

Simulierte_Torte

Das Motiv für die Geburtstagstorte zu zeichnen hat mir sehr viel Spaß gemacht. Was auch daran gelegen haben mag, dass mich unser Export im Zehnminutentakt mit Anfragen zugebombt hat, so dass ich doch recht zügig sehr, sehr viel Bedürfnis nach niedlicher Gewalttätigkeit entwickelt habe. Und was symbolisiert besser putzige Tödlichkeit als ein Hello Kitty Space Marine? Eben. We have purpose!

Das Ergebnis ging als JPEG an die Waldnymphe, die nun – wie jedes Jahr – den Auftrag an die Bäckerei gibt, damit am Freitag eine Motivtorte bei ihr auf der Arbeit stehen und sie ihre Kollegen damit beglücken kann. Ich habe die Torte hier mal simuliert und nun immens Bock auf Sahne und Buttercreme.

Neues Kleid, neue Leggins und neue Fahrradfahr/Laufmütze. #lotd #emp

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Was ich bleiben lassen sollte. Denn zwar hat das neue Kleid in S prima gepasst und die Leggins in M sind sehr schlabberig (nächstes Mal auch in S bestellen) – aber man sieht doch recht deutlich, dass ich eine ganz schöne Plauze entwickelt habe. Mehr Fett plus mehr Muskeln ist eine ungute Mischung. Aber – bekomme ich in den Griff. Nicht heute und vielleicht nicht nächste Woche, aber in einem Monat oder in zwei. Ich will gelassen sein. Mir selbst vergeben. Mich annehmen. Die Realität und den Ist-Zustand akzeptieren und dann mit meinen Möglichkeiten ändern.

Da mich die Frühlings-Lauf-Premiere im Heilungsprozess des Fußes erst einmal wieder nach hinten geworfen hat (wer hätte das auch ahnen können!), mache ich schon wieder Sportpause. Nur Crunches, Squats und Glute Bridge (da gibt es ja eine Menge schöner Varianten, bei denen man den Fernseher zumindest hören kann). Ich komme mir vor als sei ich mindestens siebzig, mit meinen ganzen Wehwehchen, die mich ständig in den Seilen hängen lassen.

Heute gibt es die letzte Portion Topinambur und ich bin wirklich entschlossen, das öfter zu essen. Bekommt man leider nur selten. Aber das gilt eigentlich für alles außer dem Standardgemüse. Der Lidl hat immer noch keine Rüben jenseits der Gelbe- und sogar im Hipster-Rewe in Heidelberg gab es nur Steckrüben als special event. Dafür hatten die dann keinen Topinambur. Schon ärgerlich. Irgendwie scheint unsere Gegend eine echte Gemüsewüste zu sein. Im Rest von Deutschland gibt es überall seltsame Rüben und bizarres Wurzelgemüse (was wohl zu großen Teilen identisch ist?) … nur bei uns herrschen mit eiserner Faust Gelberübe-Kartoffel-Kohlrabi-Zucchini-Tomaten-Paprika-Fenchel-Aubergine-Blumenkohl-Brokkoli-Salat-Süßkartoffel-Lauch-Zwiebel. Okay, das ist schon eine schöne Auswahl. Ich quengle ja auf hohem Niveau. Morgen gibt es Brokkoli-Lauch-Paprika-Tomaten-Salat-Gedöhns. Das ist auch seltsam. Und lecker.

Die Culinary Diversity-Wölfe haben viel zu tun

Druck

… denn nicht nur habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Topinambur (nicht, wie auf Instagram steht, Tapioka – Autokorrekt ist manchmal eine bizarre Bitch, ich habe es zu spät gemerkt und man kann einen Instagram-Post ja nicht mehr korrigieren. Zumindest wüsste ich nicht, wie … Update: hilfreicher Tipp war hilfreich! Merke: Desktop-App nicht korrigierbar, mobile App korrigierbar!) probiert, sondern es gab auch einige andere Premieren. Diese nicht wirklich Nahrungsrelevant, aber da sind meine Wölfe überhaupt nicht picky.

Topinambur -Carrot-Bellpepper-Zucchini-Shiratakinoodles #vegan #mealprep

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Aber zuerst Topinambur. Den gab es am Donnerstag überraschend beim Lidl und ich habe spontan eine 400-Gramm-Packung davon mitgenommen. Ich hatte keine Ahnung, keine Erwartungen, bekam von der Waldnymphe den überaus wertvollen Hinweis „Nicht wundern, der wird nicht wirklich weich!“ und habe mich, wie immer, wenn ich in solchen Dingen unsicher bin, auf ein unkompliziertes Ofengemüse zurückgezogen. Einfach Topinambur, Gelberüben, Zucchini und Paprika kleingeschnitten und mit Tomatengemetzel in den Ofen verfrachtet. Dort bei 180 Grad 40 Minuten verbleiben lassen und mich dann über ein sehr, sehr schmackhaftes Abendessen gefreut. Topinambur wuselt kalorientechnisch zwar im Kartoffel-Ballpark herum, aber ich habe die Portion durch drei geteilt, so dass ich nun drei Tage lang immer nur so 130 Gramm Topinambur dabeihabe. Also alles vertretbar. Auf jeden Fall sehr gut, kann man wieder machen.

Der Rest des Wochenendes war auch überraschend aktiv. „Überraschend“ deshalb, weil mir der plötzliche Temperatursprung von minus fünf zu plus zehn Grad gar unschöne Kopfschmerzen und Müdigkeit beschert. Sollte eigentlich effektiv alles verhindern, was mit Bewegung zu tun hat.

In diesem Fall aber nicht. Ich war das erste Mal in diesem Jahr wieder Laufen! Aus verschiedenen Gründen eine blöde Idee (Fuß schmerzt, Schulter schmerzt …) und auch gleich wieder auf meine üblichen fünf Kilometer zu gehen, statt die verkürzte Runde zu laufen, war dämlich … aber manchmal muss man eben auch unvernünftig sein. Und nach den ganzen Rückschlägen der letzten Wochen brauchte ich so dringend ein Erfolgserlebnis!

Zum Glück hat mein Körper mitgespielt. Und die Hammerdosis Ibuprofen tat ihr übriges. Außerdem scheint mein winterliches Cardio-Programm auch einen gar zu großen Leistungsverlust verhindert zu haben. Jedenfalls lief ich die fünf Kilometer in ungefähr 31 Minuten (sagte die Kirchenuhr – ich habe den Imperator nicht genutzt! So schlau war ich dann doch), was in etwa meinem prophezeiten sechs-Minuten-Schnitt entsprach. Außerdem hatte ich kein einziges Mal das Bedürfnis, aufs Gehen auszuweichen. Ich bin komplett durchgejogged. Am Ende der Strecke war ich dann zwar für die Wurst – aber zu meinem immensen Stolz haben sich Atmung und Herzschlag sehr schnell wieder normalisiert.

Heute Morgen tun mir nun auch noch die Oberschenkel heftig weh, weil Fuß und Schulter schließlich nicht gereicht haben – aber das habe ich mir hart erarbeitet. Das darf so sein!

Und was war sonst noch Bemerkenswertes los?

Wir waren beim Goldschmied.

Wegen Ringen.

Wir. Die drei Bindungsscheuen.

Ein extrem cooler Goldschmied mit einem in einem Hinterhof versteckten Atelier im noch nicht gentrifizierten Teil der Innenstadt noch dazu. Er arbeitet viel mit Abgüssen von Insekten und anderen verlorene-Form-Sachen. Sehr, sehr schick. Wir wollen Grasringe aus Edelmetall. Das wird so laufen, dass wir, sobald die Natur auf Frühling geschaltet hat, mal ein Picknick machen gehen und uns gegenseitig aus echtem Gras Ringe flechten. Mehrere pro Person, damit man sehen kann, welche am besten werden. Diese Ringe tragen wir zum Goldschmied und der gießt uns die Ringe. Bearbeitet sie noch nach, bringt sie auf unsere Ringgrößen (ich hatte noch nie Ringe und weiß nun, dass meine Ringgröße 52 ist) und was man sonst noch tun muss.

Ich bin sehr gespannt, wie das laufen wird. Der Goldschmied hat, nachdem er sich auf dem Weihnachtsmarkt mit der Waldnymphe über unser Projekt unterhalten hatte, mal einen Test-Gras-Silberring gebaut und der sieht schon sehr cool aus. Wenn man sich im Internet umsieht, bieten noch mehr Goldschmiede solche Ringe an – aber keine davon sehen genau so aus. Und anscheinend wickelt auch bei keinem der Kunde selbst seinen Ring.

So, jetzt auf in eine Woche, die nicht nur eine Illustration für eine Torte (ja, Torte) bereithält, sondern auch einsames die-Stellung-halten, weil Kollege in Urlaub ist. Hoffentlich bleibt es ruhig …

Vorbereitungen

Gin_Label_Originalgroesse

Das Geburtstagsgeschenk ist fertig und wird heute Abend auf die Flasche geklebt.

Ich, der Schönwetter-Cardio-Mensch. Ich gebe es zu – Sport in kaltem, nassem Wetter ist nichts für mich. Die Wintermonate finden ertüchtigungsmäßig gesehen vor dem Fernseher (mit Stepper und Bodyweight) und im Gym statt. Als Entschuldigung kann ich außer meinen bei kaltem Wetter extrem tränenden Augen nicht wirklich etwas anführen. Ich mag’s eben nicht, im Winter draußen zu sein.

Doch jetzt ist März. Langsam sollte die Outdoor-Saison doch mal beginnen … von den erbärmlichen Temperaturen einmal abgesehen!

Mein Fuß ist noch nicht wieder in Ordnung aber auf dem Weg der Besserung. In ein, zwei Wochen sollte da alles in Butter sein. Die Schulter zeigt sich von der Schonung und den Tabletten auch entzückt und tut … weniger weh. Nicht wirklich gut aber ein Anfang. Es könnte also bald losgehen. Wieder Laufen. Wieder lange Wochenend-Fahrradtouren. Muss es nur noch wärmer werden.

Bis dahin bereite ich mich mental vor. Lese Bücher und versuche mich in das Mindset zu bringen, dass ich nicht gleich beim ersten Lauf gute Zeiten bringen muss. Ich muss wieder gaaaanz langsam anfangen. Sechs Minuten pro Kilometer ist absolut okay für den Anfang.

Meinem ewigen, nervigen Ehrgeiz Zügel anzulegen ist immer das Schwerste. Ich laufe prinzipiell ja gern, leide aber darunter, dass mich jede „schlechte“ Rundenzeit fertigmacht. Vielleicht sollte ich den Imperator in dieser Saison nicht benutzen, sondern – seltsames Konzept – einfach Laufen. Ohne Kontrolle. Nur nach Gefühl. Keine Ahnung, ob mich das dann nervös oder glücklich macht. Ich kann es einfach mal ausprobieren.

Fernziel: Aufhören, mich mit anderen zu vergleichen. Nur noch gegen mich selbst laufen. Und auch hier das „gegen“ nicht mehr so ernst nehmen. Kein Altherren-Gewackel im untersten Gang aber auch kein ständiges Streben, immer die vier bei den Rundenzeiten vorn zu haben. Stattdessen Bewegung, eine sanfte Verbesserungskurve und eine gute Ergänzung zum Kraftsport, der im Sommer ja immer ein wenig hinten runterfällt.

Hm. Irgendwie bin ich echt eine miese Sportlerin. Irgendwas lasse ich immer schleifen. Im Sommer die Gewichte, im Winter Cardio. Doof.

Essenstechnisch bin ich nicht gut aber auch nicht schlecht dabei. Kaum oder kein Defizit aber auch kein Überschuss. Ich halte vor mich hin. Mehr ist im Moment nicht zu schaffen. Vielleicht schafft auch dabei der Frühling Abhilfe.