Training

Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!

Oder – um meiner ewigen dunklen Wolke Rechnung zu tragen – es scheint zumindest bisher zu klappen. Ich habe den Kitchen Safe aufgestellt, die Creme Eggs hineingeworfen, den Deckel aufgelegt (vorher zwei mitgelieferte Batterien – die normale Gameboy-Sorte – reingeprockelt), mit dem Wahlrad 24 Stunden eingestellt und den fünf Sekunden-Timer beobachtet, bevor sich der Container unwiderruflich verschlossen hat.

Und nun sitzt das Ding in meiner Küche und es ist mir völlig wumpe, dass dort neun großartige Köstlichkeiten lagern, die ich nicht sofort aufessen kann!

Das ist ein tolles Gefühl. Als ob das Zeug gar nicht da wäre. Und obwohl ich mir mit dem Timer für heute Abend eine Portion Süßigkeiten erlaubt habe, überlege ich schon, ob ich nicht lieber eine Portion Skyr esse, weil ich Lust auf eine Menge Protein habe. Ist das nicht phantastisch?

Ich wurde sogar so hasenwild, mir Zotterschokolade zu bestellen. Sie haben gerade „kaufe eins, krieg eins dazu“-Aktion für Weihnachtssorten und da konnte ich nicht widerstehen. Und muss es auch nicht – weil ich die gesamte Ladung in den Safe werfen werde.

Vielleicht bin ich zu euphorisch, nur weil es bisher zwölf Stunden gut läuft. Vielleicht breche ich irgendwann zusammen und nehme alles aus dem Safe. Vielleicht schaffe ich mir ein weiteres putziges Trauma.

Aber vielleicht auch nicht! Vielleicht klappt es endlich mal, das Thema „Süßigkeiten“ zu ent-dämonisieren. Nicht mehr daran zu denken. Es eventuell sogar irgendwann ganz zu vergessen.

Ich mag keine Essstörung haben (von meiner Ärztin bescheinigt! Also stimmt das!) aber ich habe auch kein gesundes Verhältnis zu Schokolade. Ob ich es jemals hinbekomme, bleibt noch im Dunkeln. Aber ich will verdammt sein, wenn ich es nicht stetig weiter versuche!

An der Sportfront ist es zäh und langsam. Zwar macht es Spaß, Supernatural vom Stepper aus zu schauen (ich bin mittlerweile in Season 7) und die rumpflastigen Morgen-Bodyweightsachen sind auch prima, um in den Ruhepausen weiter mit Duolingo Französisch zu lernen … aber ich habe das Gefühl, dass ich mir derzeit keinen Gefallen tue. Ich baue meine Muskulatur weiter aus, ohne den Fettanteil zu reduzieren. Was gefühlt darin resultiert, dass ich z.B. dickere Beine bekomme. Was mich sehr ankotzt, weil die Oberschenkel meine absolute Problemzone sind und die Unterschenkel nicht dicker werden dürfen, weil sonst die Stiefel nicht mehr zugehen!

Fettabbau/Bodyforming ohne Defizit, nur mit Sport … scheint nicht so zu klappen. Nichtmal langsam. Ich muss mich etwas mehr darüber informieren, wie das hinzubekommen ist.

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Diese Protein-Brownies …

… haben insgesamt weniger Kalorien als anderthalb Snickers, schmecken dafür aber deutlich schokoladiger. Und ergeben ungefähr einen ganzen Teller voll. Das ist auf dem Bild schwer abzuschätzen, da das meine Zwergen-Auflaufform ist.

Low-carb-carrot-brownie-cake. 😊 #lowcarb #ohneunsinnabnehmen #carrotcake

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(Schonungslos ehrliche Foodfotografie. Ich hatte im Studium ein ganzes Seminar nur über Foodfotografie. Was amüsant war, mich aber mit der festen Überzeugung zurück ließ, dass ich niemals wieder „hübsches“ Essen fotografieren möchte. Ich will zum Brutalismus!)

Ich wollte die Wunderbrownies schon lange einmal ausprobieren und gestern fiel mir dann zufällig das Rezept wieder auf. Eigentlich sind sie auf Zucchinibasis – aber ich hatte nur Gelberüben. Was der Sache nicht geschadet hat, ich brauchte nur etwas mehr Wasser. Und Low Carb ist das Ganze auch noch. Gar nicht davon zu reden, dass die Herstellung „wirf alles in eine Schüssel, rühre es gut durch, kippe es in eine Form und ab damit in den Ofen“ auch für den ungeduldigsten Küchenbewohner machbar sein sollte. Na, was ein Spaß!

Und was braucht man nun genau dafür?

  • 200 Gramm Gelberüben (oder eben Zucchini)
  • 10 Gramm Backkakao
  • 30 Gramm Proteinpulver Schoko oder Vanille
  • 15 Gramm Erdnussmehl (oder irgendein anderes Mehl)
  • 50 Gramm Magerjoghurt
  • 10 ml Zitronensaft
  • 3 Gramm Natron (oder Backpulver)
  • Süßstoff (sollte 50 Gramm Zucker entsprechen)
  • eine Prise Salz
  • ein, zwei Löffel Wasser, damit der Teig browniemäßig wird

Zusammen sind das rund 330 Kalorien für das komplette Ding. Man raspelt die Gelberüben klein (das ist das Aufwändigste an diesem Rezept), rührt alles zusammen, schüttet es in eine Form und backt es bei 190 Grad Ober/Unterhitze etwa 25 bis 30 Minuten. Das war’s schon. Schmeckt kräftig nach Schokolade und ist ein wirklich guter Nachtisch, wenn man vorher Grillgemüse mit Shiratakinudeln und Tomatensoße hatte. Werde ich mir heute noch einmal backen und heute mal in größerem Maßstab Gelberüben raspeln (damit es sich lohnt, die Sauerei mit der Küchenmaschine zu veranstalten) und in 200-Gramm-Portionen einfrieren. Dann habe ich vorgesorgt.

Mein Kitchen Safe ist unterdessen zwar aufgestellt, hat aber noch keinen Inhalt, da die Cadbury-Eier erst heute ankommen. Damit besitze ich nun das wohl Welt-teuerste Cookie Jar (außer Damian Hirst hat da irgendwas mit totem Hai und Diamanten gebaut) und setze große Erwartungen in dessen Wirksamkeit.

Ansonsten versuche ich in irgendeinen wie auch immer gearteten Groove zu kommen. Ich habe mir ein Supernatural-Shirt designed, hatte kleinere Probleme damit, es bei Spreadshirt zu bestellen, weil mein Virenscanner gelegentlich zu cool für PayPal ist (zum Glück hat man ja als moderner Mensch mehr als nur ein oder zwei internetfähige Devices) und arbeite in meinen Mittagspausen weiter am Geburtstagsgeschenk für die Waldnymphe.

Die Schulter ist unverändert. Gefühlt bringen die Schmerzmittel also nichts. Mein Sportprogramm konzentriert sich unter der Woche völlig auf Beine und Rumpf, nicht einmal halb-verbotene Squats und Rows mache ich. Deshalb kann die fehlende Veränderung also nicht an mir liegen. Vermutlich bin ich zu ungeduldig.

Würdevolles Fahrradfahren, der Kampf gegen den inneren Kritiker und Entspannungsversuche an der Willenskraftfront

Misosuppe. #miso #ohneunsinnabnehmen

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Am Samstag habe ich nicht nur viel Zeit im Gym verbracht und mich dort sehr gut gefühlt (nur Bein/Rumpfübungen. Plus ein paar „gefährlichere“ Sätze Squats und Rows. Die Squats auch nur mit vierzig, statt mit meinem Maximum fünfzig. Und die Rows nur mit zwanzig Kilo), sondern bin danach auch zu dem Fahrradgeschäft, in dem ich vor zwei Jahren mein Rad erworben habe, um mir Lenker und Sattel schulterfreundlich einstellen zu lassen.

Hat man dort auch kompetent und kostenlos (ich habe nur zehn Euro in die Kaffeekasse gesteckt, verlangt haben sie nichts. Fand ich nett!) getan. Nur der Azubi, der das alles übernommen hat, war sehr grantig, sobald die Chefin aus dem Raum war. Also nicht mir gegenüber. Aber er fluchte und schimpfte heftig über seine Arbeitsbedingungen. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte – ich fühlte mich damit überfordert, ihm beizubringen, dass man Kunden gegenüber besser nicht so viel unschöne Interna erzählt.

Wieder einmal eine schwierige soziale Interaktion, bei der ich mich mit Lächeln und Winken herausgehalten habe. Aber mir fiel da wirklich keine sinnvolle Vorgehensweise ein!

Egal. Jedenfalls ist nun der Lenker meines Rades maximal hochgeschraubt und ergonomischer gekippt und der Sattel etwas nach hinten geschrägt. Damit throne ich jetzt also wie so eine römische Matrone (die hatten auch Fahrräder. Ganz bestimmt!) auf meinem Untersatz und habe dementsprechend den CW-Wert einer Ziegelsteinmauer. Bedeutet also: in Zukunft langsameres, mühsameres Fahren. Dafür aber keine so starke Schulterbelastung mehr. Irgendwas ist ja immer!

Sollte die Positionsänderung nicht genügen, brauche ich tatsächlich einen neuen Lenker. Aber über diese Brücke gehen wir, wenn wir zu ihr kommen. Erst einmal probiere ich die derzeitige Lösung mal so hundert Kilometer lang aus. Das sollte als sample size reichen.

Das sorgt dafür, dass ich mich immer mehr aufs Frühjahr und die damit wieder länger werdenden Fahrstrecken freue. Positive Gedanken – yay! Und gegen die nörgelnde Stimme im Kopf habe ich mir spontan das E-Book „10% happier“ gekauft. Mir gefiel der bewusst tiefstapelnde Titel. Es ist auch kein self-help-Buch, sondern die Geschichte eines Mannes, dem sein innerer Kritiker eine Angsterkrankung samt Depression und Drogenproblemen beschert hat. Und der genauso blödsinnig emotionsfeindlich und bis auf die Knochen rational an alles herangehen wollte, wie ich das tue. Ich bin erst bei 30% des Buches, habe deshalb noch keine bahnbrechenden Epiphanien gelesen. Freue mich aber auf seine Bewertung von Meditation und Achtsamkeitsübungen.

(Unrelated: Ich bin heute Morgen hinter einem Lieferwagen mit der Aufschrift „Ganzheitliche Gebäudetechnik“ hergefahren. Die Vorstellung, was diese Firma wohl tut, hat mich bestimmt zehn Kilometer lang amüsiert.)

Und um meine mentalen Truppen nicht weiterhin an tausend Fronten gleichzeitig kämpfen zu lassen, habe ich beschlossen, zumindest die Verantwortung für das Essen ein wenig outzusourcen (yeah, Denglisch!). Ich habe mir einen Kitchen Safe bestellt und werde damit hoffentlich entspannter mit Süßigkeiten/Snacks umgehen können. Ich nehme damit den Druck des „es ist da … ich muss alles aufessen, damit es nicht mehr da ist!“ weg und kann trotzdem jeden Tag irgendeine Kleinigkeit Süßes essen. Ein ziemlich teures Vergnügen, wenn das Teil auch bei Amazon gerade stark reduziert ist. Für den Originalpreis hätte ich es mir definitiv nicht gekauft – nicht einmal mit dreißig Prozent Nachlass ist es wirklich erschwinglich. Aber ich bin langsam ziemlich verzweifelt und erhoffe mir davon Einiges. Morgen kommt es an. Ich werde berichten!

Arzt versus Sport. Schon wieder!

Der Orthopäde hält Sport wirklich für die Wurzel allen Übels und tut alles, um mich davon abzubringen. Bewegung scheint ihm die Hauptursache für Schmerzen. Prinzipiell hat er natürlich recht. Würde man sich direkt nach der Geburt in Kunstharz gießen lassen, käme der Gedanke an Schmerzen gar nicht erst auf. Dumm nur, dass meine Eltern mich haben groß werden lassen, anstatt mich als Türstopper zu verwenden.

Jedenfalls … habe ich erst einmal wie üblich sehr viel Zeit im übervollen Wartezimmer verbringen dürfen (eine Stunde dort, noch einmal eine halbe Stunde im Flur vor den Behandlungszimmern – und ich hatte noch Glück! Die beiden Herren neben mir waren schon drei Stunden da …) und musste dann meine fünf Minuten (neuer Rekord! So lange hat er vorher noch nie mit mir geredet! Und ich konnte auch fast meinen abschließenden Fragesatz zu Ende bringen, bevor er wieder aus der Tür war!) mit dem Arzt so effizient wie nur möglich ausnutzen.

So richtig zu Wort kam ich nicht – aber ich habe ein paar Tatsachen bekommen.

  • Keine angerissene/beschädigte Sehne. Nur entzündet. Sehr entzündet.
  • Immer noch die Kalkeinlagerung.
  • Meine Krankenkasse wird keinerlei Behandlung bezahlen. Das ist aber nicht ungewöhnlich – sie sind laut Arzt eher so mittel daran interessiert, ihren Kunden Beweglichkeit zu erhalten. So wird z.B. immer ein künstliches Kniegelenk bezahlt, Therapie, die ein künstliches Kniegelenk verhindern kann, aber nicht.
  • Ich darf drei Wochen keinen Sport machen, der die Schulter belastet. Erst wollte er mir Sport komplett verbieten, aber ich habe wohl zu wütend geguckt, also bekam ich nur verboten: Seilspringen, Planks, Benchpress, Dips, Flys, erstmal Rows, Fahrradfahren. In diesen drei Wochen muss ich jeden Tag drei 600er IBU nehmen, um die Entzündung der Sehne zu behandeln. Ich frage mich, was dieser Arzt für akzeptabel hält, wenn man denn schon so etwas Schlimmes wie Sport machen will. Nordic Walking? Minigolf?
  • Sobald ich schmerzfrei bin, darf ich mit Lat-Übungen und Klimmzügen anfangen. Für immer verboten bleiben werden mir Benchpress, Dips und Flys (er klang ein bisschen selbstzufrieden, als er mir verkündete, dass ich mir die Schulter wohl hauptsächlich mit den Dips ruiniert hätte. Dass der Kalkbrocken aber schon viel länger als mein Interesse an Kraftsport existiert, war wohl nicht relevant). Mit Lat/Klimmzug soll Muskulatur aufgebaut werden, die eine Art „Polster“ zwischen Sehne und Knochen legt, damit das Kalkding nicht immer gleich bei Belastung für eine Entzündung sorgt. Klimmzüge. Hm. Waren immer ein Fernziel, das ich nicht wirklich strack verfolgt habe. Werde ich nun damit anfangen.
  • Ich soll mir ein Hollandrad kaufen, damit ich mich beim Fahrradfahren nicht so auf die Schulter stütze. Ich habe heftig gelacht. Nein. Kein Hollandrad. Ich bin noch unter siebzig. Ich werde mal sehen, ob mir der Fahrradladen einen Bonanza-Rad-Lenker aufmontieren kann. Easy Rider und so.
  • Erlaubter Sport: Stepper, Laufen (ich habe Joggen nicht erwähnt und nehme mal einfach an, dass es erlaubt ist), alle Bein/Rumpfsachen, bei denen ich die Arme nicht bewege. Später dann auch Rows, Squats und dergleichen.
  • Ich habe keine Ahnung, ob Schwimmen okay wäre. Ist aber nicht schlimm. Ich habe früher zwar sehr gerne stundenlang einfach nur Bahnen gezogen, halte mich derzeit aber für zu schwammig, um mich im Badeanzug (den ich eh in keiner passenden Größe mehr besitze) ansehen zu wollen.

Soweit also der Stand der Schulter. Das hätte ich auch alles schon vor einem halben Jahr haben können. Naja, die Waldnymphe meint, ich sollte mir auf jeden Fall in der Sportmedizin noch eine Zweitmeinung holen. Vielleicht möchte da jemand auch etwas länger mit mir sprechen.

Ansonsten bin ich weiter mit mir und meiner Selbstkontrolle unglaublich unzufrieden. Ich weiß nicht, ob einfaches Abwarten hilfreich ist. Ich fühle mich definitiv gestresst und unruhig – aber das ist eine Henne-Ei-Situation, da die Hauptursache des Stresses ist, dass ich keine Selbstkontrolle habe, was dazu führt, dass ich vor lauter Stress keine Selbstkontrolle habe. Mal schauen. Vielleicht bahnt sich ja wieder eine Phase der absoluten Planung an. Ich brauche noch ein paar Strategien. Aber an denen arbeite ich.

Schlachtplan versus Schlachtplatte

Rosenmontag Workoutwear #fastnacht #workoutwear #karneval #unicorn

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(Das Wortspiel würde besser funktionieren, würde ich Fleisch essen. Geht aber auch so)

Weiterhin bekomme ich über Kommentare sehr bedenkenswerte Anregungen und die Versicherung, dass andere Leute in vergleichbaren Situationen sind, was einerseits beruhigend ist, andererseits verwunderlich, weil es sonst wenig thematisiert wird. Oder ich bekomme es nicht so mit. Ich lese zwar etliche Blogs zum Thema und folge den loseit- und fatlogic-Subreddits, aber irgendwie bin ich da bisher noch nicht wirklich konkret drauf gestoßen.

Ich versuche es nun damit, das weitere Abnehmen erst einmal aufzuschieben, bis ich die Baustellen „Schulter“ und „Fuß“ aufgeräumt habe. Die Schulter bekommt heute Abend das MRT. Der Fuß wird langsam besser. Dann werde ich mich noch ein paar Wochen konsolidierend auf Training beschränken und dann weiter Kalorien sparen.

Letzte Woche war ich schon defizitfrei, so dass ich versuchen werde, bei „65.000 Kalorien to go“ zu bleiben, bis ich soweit bin. Ich bin dabei mal so esoterisch, auf „ein Zeichen“ meines Unterbewusstseins zu warten, dass es nun soweit ist, die Anstrengung einer längeren Zeit im Defizit anzugehen.

Keine Ahnung, was das sein wird. Dicke Engel sinken posaunespielend vom Himmel. Vögel kommen mit Blütenkränzen angezwitschert. Ein Lichtstrahl badet mich in blendendem Glanz. Ich weiß es nicht.

Bis dahin ersetze ich Süßigkeiten-Eskalationen durch Obst-Eskalationen. Ist kalorientechnisch nicht viel aber ein bisschen besser. Hat diesen Freitag sogar einmal geklappt, weshalb ich heute noch ein paar Kaki kaufen werde. Mit Kaki kann ich gut eskalieren.

Und ebenfalls bis dahin werde ich allem nachgehen, was ich hier als Hinweisen bekommen habe. Insbesondere Stärkung von Willenskraft, Achtsamkeit, Autosuggestion, Selbstwirksamkeit, sich annehmen können. All‘ sowas.

Das wird nicht einfach. Mein natürliches Mindset mir selbst gegenüber ist schwärzest negativ. Mich mir selbst freundlich anzunähern, wird viel Energie verschlingen. Was wiederum von meiner Gesamtenergie für Training undsoweiter abgehen wird. Argh, blöder Teufelskreis!

Aber first things first. Schulter, Fuß, Training, Selbstwirksamkeit/Achtsamkeit/Willenskraft. Und dabei der Versuch, das nicht schon wieder in eine Marathon-Situation mit „ich muss das verdammt nochmal perfekt schaffen, sonst Akopalütze!!“ abgleiten zu lassen.

Puh, nix für Weicheier, diese mentalen Dinge!

Klischees sind Klischees …

Mal wieder ein Versuch in eher cartoonig. Fällt mir immer so unendlich schwer …

… weil sie meistens doch irgendwie wahr sind. Hierin unterscheiden sie sich von Vorurteilen. Ist man in irgendeiner Form geekig unterwegs, hat man einen bunten Blumenstrauß an Klischees um sich herum. Häufigste: Ernährt sich von Pizza-Cola-Gummibärchen, sieht dementsprechend aus, geht nicht an die Luft, trifft keine anderen Leute, wäscht sich selten und benutzt kein Deo. Das gemeine Geekweibchen wird da nicht ausgenommen, ist aber ambivalenter. Es teilt sich nämlich in Innen- und Außenwirkung. Wobei „innen“ sich hier auf die Szene bezieht. Und auf die Selbstwahrnehmung. Das gemeine Geekweibchen hält sich nämlich für elfengleich, zieht sich deshalb auch so an und das Geekmännchen ist von ihr entzückt, weil es ansonsten selten an Frauen außerhalb der Supermarktkasse auf Armlänge herankommt. Nach außen ist es häufig zu haargefärbt, zu schlecht tätowiert, zu eng angezogen und zu laut. Klischee? Klischee. Aber mit Backup, weil ich selbst ein Geekweib bin. Bis auf die Sache mit der Hygiene und dem Deo. Das habe ich auch in meinen gummeligsten Zeiten noch auf die Kette bekommen. Vermutlich, weil ich sehr empfindlich auf Körpergeruch reagiere.

Zum Glück wird man aber älter und reflektierter. Und entwickelt mehr Facetten. Das passiert meist kurz nach Ende des Studiums. Bei mir hat es länger gedauert und ich muss auch heute noch höllisch aufpassen, dass ich nicht zurück in die warme, kuschlige Geekhöhle krieche, mich nicht bewege, mit niemanden außerhalb des virtuellen Raums etwas zu tun haben möchte und … nein, Gummibärchen und Cola sind keine Alternative mehr, ich habe nur noch Kaffee und Datteln im Haus. Und statt Pizza mit einem Kubikmeter Provolone wäre es dann Lizza mit Spinat und Feta.

Also hat sich doch etwas Grundlegendes geändert.

Was sich nicht geändert hat: Ich liebe meine virtuellen Welten. Den Eskapismus. Ich möchte mich nach Tamriel, nach Dromund Kaas, Hoth, Coruscant, nach London 1891, nach Nizza 1499, Zypern 1243, zur Mars-Kolonie, nach Ankh-Morpork, ins Quad oder auf die Nautilus flüchten können. Zu jeder Zeit. Und wenn das bedeutet, mal für niemanden erreichbar zu sein, ist das eben so. Dann bin ich in einer bunt schillernden Blase unterwegs und alles ist so weit weg. Das möchte ich nicht missen. Niemals.

Aber mittlerweile findet Eskapismus eben auch statt, wenn ich mit den Dropkick Murphys auf den Ohren 118 Kilo legpresse. Wenn mir Combichrist in der ihnen eigen Fröhlichkeit von Gewalt erzählen und ich dann mein halbes Körpergewicht squatte (ja, da geht viiiel mehr. Aber ich bin so langsam mit den Beinsachen …). Wenn ich in einem Gym voller Leute ganz für mich bin. Und auch dann habe ich meine Welten. Denn selbst Sith müssen trainieren. Auch mein Wolf macht Parkour, damit er nicht ansetzt (die viktorianische Oberschicht neigte eher zu Polo und Cricket, darin ist er aber nicht gut).

Und wenn ich dann nach Hause komme, mache ich mir mein Essen so, dass sogar meine Buffetfräse von Magus nicht dick werden würde, weil es sich schlecht Zauber wirkt, wenn man nicht flink auf den Füßen ist (nicht fragen, isso).

Klischees? Ja. Realität ist immer noch des Öfteren sehr weit weg. Und es fällt mir immer noch schwer, rauszugehen. Oder Leute zu treffen. Aber das bedeutet nicht, dass ich es nicht für mich arbeiten lassen kann.

Der Unruhe vorbeugen

Dieses Wochenende werde ich Strohwitwe sein. Meine Beiden fliegen nach England zu einem Warhammer-Event. Ich bastle zwar mit wachsender Begeisterung meine Space Wolves zusammen, bin aber kein so großer Fan des Spiels, dass ich deshalb einen Con im Ausland besuchen würde. Ganz davon ab, dass ich es mir auch gar nicht leisten könnte. Wenn ich dieses Jahr in Urlaub möchte und zwei neue Sätze Autoreifen brauche, muss ich mit meiner Kohle ganz schön haushalten. Als Grafiker hat man entweder einen schönen Job oder wird gut bezahlt. Beides geht nicht. Ich habe mich aus Gründen des Seelenfriedens für Ersteres entschieden. Bringt ein paar Peinlichkeiten mit sich, wenn man im Freundeskreis die bei weitem ärmste Wurst ist und öfter mal „Äh, neee, grade lieber nicht“ sagen muss, weil kein Geld für Extravaganzen da ist. Aber dafür habe ich auch keine Magenschmerzen, wenn ich morgens aufstehe, um zum Verlag zu fahren.

Auf jeden Fall plane ich jetzt schon sehr akribisch mein Wochenende, damit ich in kein depressives Loch falle. Freitag mache ich den Wocheneinkauf und hole endlich meine Furchtlos-Tabletten ab. Ich koche Reste aus der Gefriereinheit und schaue Supernatural (Destiel all the way!). Samstag morgens gehe ich ins Gym und dann in die Stadt, um im Bodyshop neues Kokosrelevantes zu kaufen. Mein Scrub ist leer und das Bodyspray geht bedenklich zur Neige. Ob ich mir dort bei Starbucks eine Kaffeemonstrosität gönne, weiß ich noch nicht. Danach zu Decathlon und einen Ministepper erwerben. Mein alter Stepper pfeift auf dem letzten Loch und ist auch viel zu unhandlich, um ihn immer herumzuschleppen. Den Rest des Tages entweder auf dem Stepper weiter Supernatural gucken oder damit beginnen, die letzten Championpunkte vor der Erhöhung am 12. in TESO anzugehen. Ich habe es bisher noch nie geschafft, das CP-Maxlevel zu erreichen, bevor es wieder erhöht wurde. Diesmal könnte es Spitz auf Knopf gerade passen. Am nächsten Tag bin ich dann zwar wieder dreißig Punkte im Hintertreffen, aber ich habe die Befriedigung, es schon einmal geschafft zu haben. Ich werde mir für abends Blumenkohlpüree mit Tofufrikadellen machen. Als Nachtisch Obstsalat. Sonntags … habe ich noch keine Ahnung. Ich bin zu D.s Geburtstag eingeladen, weiß aber, dass so etwas sonntags keine gute Idee ist. Denn dann bin ich abends zu aufgedreht und schlafe schlecht. Was doof ist, wenn man montags wieder um fünf aufstehen muss. Ich fürchte, da muss ich mir irgendein Bewegungsprogramm ausdenken, damit ich Sonntag (sowieso immer der graueste Tag der Woche) nicht abstürze. Je nach Wetter ein ausgedehnter Spaziergang oder eben wieder Stepper. Hauptsache Bewegung. Bewegung hilft gegen Dunkelheit. Wobei es natürlich darauf ankommt, wie es mir nach der für Samstag geplanten, sehr heftigen Sporteinheit gehen wird. Derzeit bin ich irgendwie sehr schlapp und habe sportlich eher so mittlere Leistungsfähigkeit. Da kann ich immer schwer einschätzen, ab wann es letztendlich zu viel ist.

Mal sehen, wie ich mit diesem Wochenende klarkomme. Ich bin nicht vollständig zuversichtlich …