Training

Sonne, 25 Grad, Mitte Oktober – Zeit für Weihnachtsvorbereitungen!

Adventskalender_aussen_WiP

Sport ging gestern so erfrischend leicht von der Hand, dass ich sehr misstrauisch wurde. Denn eigentlich war ich den ganzen Tag furchtbar übermüdet, musste die ganze Zeit grünen und schwarzen Tee nachfüllen, um nicht einzuschlafen und fühlte mich kreislaufmäßig völlig am Boden. Aber kaum war ich auf dem Weg nach Hause fiel alles von mir ab und ich freute mich sehr darauf, mich auspowern zu können. Und siehe da – ich war so gut im Flow, ich hätte die doppelte Strecke machen können, wäre ich abends nicht verabredet gewesen.

Würde es immer so gut laufen, wäre ich in einem Jahr auf Halbmarathon hochtrainiert! Aber leider weiß ich nur zu genau, dass das kein permanenter Zustand ist. Also – einfach genießen, so lange es dauert.

Essenstechnisch ist mir ein seltener Überraschungserfolg geglückt. Eigentlich wollte ich ausprobieren, ob man Thunfischfrikadellen auch mit Tofu machen kann. Das Ganze wurde ein grauseliger Siff, den man unmöglich formen konnte. Also habe ich alles in eine Kastenform gekippt und zu einer Art Hackbraten gemacht. Und siehe da – es wurde nach anderthalb Stunden im Ofen gar wundervoll! Und brauchte an Zutaten nur Gelberüben, Zwiebeln, Tofu, Eier und Gewürze (ich bin mit Tandoori Masala ein wenig Overboard gegangen). Jetzt habe ich das Ding in handliche Stücke geteilt und backe sie mir abends mit Gemüse auf. Sehr lecker. Kann ich öfter machen. Und großen Dank an meine Küchenmaschine, ohne deren komplette Spülmaschinenreinigbarkeit all’ das nicht möglich gewesen wäre.

Genaues Rezept:

  • 400 Gramm normalen Tofu (ich habe den Biotofu vom Aldi genommen, da ist eine Packung genau 400 Gramm, so ein glücklicher Zufall),
  • vier Eier,
  • zwei große Gelberüben,
  • eine mittlere Zwiebel.

Den ganzen Zinnober einfach in der Küchenmaschine raspeln/kleinmachen und vermengen, bis man keine Lust mehr hat. Salz, Pfeffer, Tandoori Masala und was man sonst noch möchte dazu und dann bei 180 Grad Umluftgrill für so anderthalb Stunden backen (je nach Ofen. Meiner ist lahm und lau, richtige Öfen brauchen bestimmt weniger Hitze und/oder Zeit). Macht für den kompletten Laib 1128 Kalorien. Auf fünf Portionen (das ergab es bei mir) verteilt sind das nur 226 Kalorien. Prima Sache, was so die Makros angeht. Fast zwanzig Gramm Eiweiß pro Portion können sich sehen lassen.

Aber was hat das Ganze mit Weihnachten zu tun? Sport und Hackbraten natürlich nichts. Aber wie man sieht, muss ich mit anderen Dingen früh anfangen. Die Waldnymphe ist der volle Weihnachtsjunkie (die Weihnachtsgutzelsorten für dieses Jahr sind schon in der Planung. Der Erklärfaun und ich sind Nutznießer und unbegabte Helfer) und liebt Adventskalender. Sehr. Sie hat immer mindestens zwei.

Letztes Jahr habe ich mit dem Salzkalender vorgelegt – dieses Jahr steige ich eine Nummer höher ein. Ich bastle ihr einen. Mit 24 Zeichnungen zu Passagen aus ihren Werewolf-Texten. Es werden Bleistiftzeichnungen mit Aquarell schattiert und mit Kreide gehöht. Zwar recht unaufwändig in der Koloration aber ansonsten immer noch ein ganzer Haufen Zeug. Weshalb ich früh angefangen habe, zu meiner Verwunderung aber geradezu bizarr schnell vorankomme. Na, ich will mich über so einen Flow nicht beschweren!

Wie man an obigem Work in Progress erkennen kann, bin ich natürlich aber noch in einem frühen Stadium. Erst die Hälfte der Illus und noch gar keine Koloration. Aber – es wird! Und ich hoffe, das Endergebnis sieht dann auch so aus, wie ich es mir vorstelle.

Advertisements

Die Culinary Diversity-Wölfe stöbern Seltenheiten auf. Teil zehn: Nashi-Birne

Druck

Woche des Grauens, dann natürlich komplettes Umfallen am Wochenende und dann auch noch eine Nashi-Birne. Das Leben hat es die letzten Tage eher so mittelgut mit mir gemeint.

Ja, so richtig ihrem Hype gerecht werden Nashis nicht. Oder ich hätte sie noch etwas liegen lassen müssen, war noch sehr fest. Schmeckte jedenfalls eher nichtssagend, war hart aber schön saftig (merkwürdige Kombination). Der Geschmack war wirklich kaum zu beurteilen, da praktisch kein Aroma zu finden war. Und weil ich mir nun echt gar nicht vorstellen kann, dass jemand freiwillig und wiederholt mehr Geld als für eine normale Birne für ein dergestalt unterwältigendes Obst rauswerfen würde, muss es wohl entweder ein Bedienfehler meinerseits gewesen sein oder ich hätte das gute Stück noch ein paar Tage reifen lassen müssen. Ich werde mich mal informieren, wie man eine gut ausgereifte Nashi erkennt.

Die diesjährigen Kaki/Sharon (ich erkenne den Unterschied nur, wenn eins davon ein israelischer Politiker ist) sind auch noch nicht das Gelbe vom Ei und sehr hart und unlecker. Abwarten. Geduld und so.

Culinary Diversity für diese Woche: Nashi-Birne. Mal sehen, ob der Hype gerechtfertigt ist. #nashi

A post shared by B.S. (@pinkpointypony) on

Nun aber zu meinem Wochenende … Wie schon gesagt, hat mein Körper beschlossen, nach dem ganzen Job-Stress zusammenzuklappen. Ich hatte tierische Kopfschmerzen und habe sehr lange geschlafen (wenn auch immer noch nicht ausreichend, wie ich heute Morgen feststelle), erst ein sorgfältig austarierter Medikamentencocktail der Waldnymphe holte mich wieder in die Senkrechte. Sport lief dafür aber gut. Das Laufen hat wieder Spaß gemacht und ich konnte am Sonntag eine kurzärmlige (über zwanzig Grad Mitte Oktober!) Radtour über die Dörfer einschieben. Ins Gym mochte ich nicht, Menschen waren nicht meins. Nur ein bisschen Vampire in kleiner Runde und Qualitätsfreitag mit Spinat-Pide und Monster AG. Und Verabredung zum nächsten Thor-Film. Die Waldnymphe und ich sind große Fangirls der drei Chris. Evans, Pratt und Hemsworth. Da muss Thor natürlich sein! (Und Dings … der Loki spielt ist auch Zucker. Dings … echt jetzt … ach, Google hilf! Tom Hiddleston. Nu aber!

Apropos „Zucker“. Das Internet hat mich auf den Kalender „Kilty Pleasures 2018“ aufmerksam gemacht. Ich glaube, den muss ich mir holen. Zu amüsant, um ihn nicht zu besitzen. Und hat mich mit einer Idee für das Weihnachtsgeschenk für die Waldnymphe versorgt. Obwohl … das wäre fast zu albern. Man muss nicht alles zeichnen, was möglich ist. Jurassic Park und so. Your scientists were so preoccupied with whether or not they could, they didn’t stop to think if they should.

Und zuletzt: Ich muss Florance schon diese Woche abholen. Das Tierheim braucht wohl den Raum. Sie verträgt sich ja nicht mit anderen Katzen und belegt deshalb eine Box, die sonst locker drei, vier Katzen beherbergt hätte. Da kann ich verstehen, dass sie sie gern so schnell wie möglich zu mir schaufeln möchten. Die Vorbereitungen laufen.

Höre ich auf Gefühl, Körper oder Vernunft?

Ersteres sagt mir „Boah, diese Woche ist stressig wie die Sau. Wir tun gar nichts, weil wir sonst nur immer mehr Hamsterradeln.“, zweiterer meint „Wasser einlagern! Notstand! Alles herunterfahren! Nicht schlafen! Sport ist scheiße! Nicht bewegen! Schmerz, Terror, Kopfkarussel!“ und von dritter höre ich „Maat, noch eine Schicht Farbe!“, was ein Zitat aus dem Marsupilami-Comic ist und bezeichnet, dass man auf einem rostigen Kahn fährt, der nur noch vom Lack zusammengehalten wird.

Meine Schicht Farbe ist derzeit, wider das 2:1-Veto trotzdem Sport zu machen. Und es zu hassen. So richtig gar keinen Spaß zu haben. Ob das eine gute Idee ist? Ich weiß es nicht.

Entweder ziehe ich mich damit durch diese grässliche Stressphase oder ich vergräme mir den Spaß an der Bewegung nachhaltig. Ich hoffe, die Vernunft hat Recht.

Die Woche ist aber auch aus der Hölle. Und es war vorher nicht abzusehen. Zum Glück, sonst hätte es mir den Urlaub ganz schön zunichte gemacht. So bin ich nichtsahnend in ein komplettes „nochmal!“ gestolpert und habe nun drei Tage Zeit für etwas, das sonst Wochen benötigt. Ich bin ziemlich am Ende und es hilft nicht, dass diese doch nicht triviale Leistung bisher nur von dem Menschen, der auch darunter leidet, gewürdigt wurde. Der Rest scheint es als selbstverständlich zu betrachten. Da stimmt wieder das alte Sprichwort: Wer gute Gräben gräbt, bekommt kein Lob sondern eine größere Schaufel.

Aber vielleicht sehe ich auch alles zu schwarz.

Nein, tue ich nicht. Ich bin körperlich kurz vor Ende, das kommt nicht daher, dass alles glatt läuft. Ich habe seit gestern den „Parts oft he Brain“-Ohrwurm. Das sagt viel aus.

Brainstem!

Die Sport-Gefahr und es ist praktisch schon Weihnachten

Too old for any kind of shit ...

Irgendwie klaffen bei mir Gefühl und Realität gerade auseinander. Sport macht mir im Moment gar keinen Spaß, ist lästige Pflicht und ich habe den Eindruck, mit gletscherhafter Langsamkeit und unendlicher Mühe durch mein Programm zu stolpern. Und trotzdem sagen die Zeiten und Werte, dass ich minimal durchschnittlich und maximal sogar etwas besser als sonst bin. Das ist schräg. Und trotzdem muss ich mich jeden Abend mit „hopp, auf!“ und „Gewohnheit“ überwinden, um die Laufklamotten auch nur anzufassen. Doofe Sache. Ich hoffe, das wird bald besser!

Im Ohne-Unsinn-Forum fragte jemand an, ob und wie man mit Vorbelastung Sport anfängt, wenn man noch dazu kaum Zugang zu einem Gym hat. Und zu meiner Verwunderung folgten sehr, sehr viele Hinweise darauf, wie schlimm man sich mit ohne Anleitung ausgeführten Übungen den Körper rückstandsfrei zerstören könnte. Ich meine … gerade, wenn man selbst übergewichtig und unsportlich war, sollte einem doch bewusst sein, dass man sich gar nicht so viel Schaden hintrainieren kann, wie man durch das Vermeiden von Sport auf jeden Fall bekommt!

Dann hab ich mir eben mal ´ne Muskelfaser durch falsche Belastung gerissen. Passiert! Heilt wieder. Dann hab ich eben mal Schmerz im unteren Rücken, weil ich bei Squats ungleichmäßig hochgekommen bin! Geht auch wieder weg. Der Mensch ist so eine furchterregend effektive Heil-Maschine, dass jeder Predator sich umgucken würde. Ich finde es jedenfalls schade, dass einer Anfängerin da mords „Bocksgischda“ (wie meine Oma zu sagen pflegte) eingejagt werden, obwohl sie sich wirklich sehr anstrengen und etliche, verdammt deutliche Signale ihres Körpers mit maximaler Ignoranz ausblenden müsste, bevor sie sich mit ein bisschen Bodyweight zum Krüppel schießen würde. Ich erinnere mich immer gern an das Lied, das mein Vater im Kindergarten gelernt hat: „Turnen ist die beste Medizin, über alle Krankheit hilft sie hin …“ (Ganz schön martialischer Text. Aber das waren sie zu Turnvaters Zeiten ja immer. Das Ding ist über hundert Jahre alt. Krasse Wurst!)

Ist es wirklich besser, nur in Watte gepackt, ganz vorsichtig und mit maximaler Anleitung Sport zu machen?

Kann und will ich nicht glauben. Ja, man sollte nicht gegen den Schmerz antrainieren. Aber bis dahin ist doch alles in Butter. Und wenn’s hinterher doch ziept, hat man etwas für’s nächste Mal gelernt.

Genug Sport. Es ist Weihnachten!

Also, fast. Ich liebe die dunkle Jahreszeit (kurzer Schlenker zurück zum Sport: Macht nur das Laufen schwerer weil früh und lange Nacht). Herbst, Sturm, Regen. Pumpkin Spice Latte, Kürbissuppe, Halloween. Und dann: Schokoladenfrühstück auf Burg Dilsberg, Weihnachtsmarkt mit vielleicht Stockbrot (die Waldnymphe ist der festen Überzeugung, dass der Hype uns bis Ende November erreicht haben wird), ein bisschen Deko für die Wohnung (das bilde ich mir jedes Jahr ein und dann mache ich doch nichts, weil ich mich nie zu Dekogegenständen aufraffen kann), eine Fahrt zum Ritter-Sport-Werksverkauf (Wheeee!). Und natürlich: Adventskalender für die Waldnymphe. Die ist nämlich die Weihnachtsverrückte in unserer Beziehung und steht total auf Adventskalender. Hat jedes Jahr mehrere davon. Letztes Jahr habe ich ihr einen mit 24 verschiedenen Salzen geschenkt. Dieses Jahr will ich einen mit 24 Zeichnungen basteln.

Und irgendwie … so direkt vor der Ausführung stehend … habe ich das Gefühl, etwas mehr abgebissen zu haben, als ich schlucken kann. Ob ich das bis zum ersten Dezember schaffen werde?

Auf Arbeit ist gerade sehr antizyklisch viel und plötzlich Stress. Wenn sich das nicht ändert, könnte der Plan mangels ausnutzbarer Mittagspausen ins Wanken geraten. Und dann brauche ich ja auch noch 24 Ideen. Alles gar nicht so einfach. Vielleicht kaufe ich doch einen Kalender, statt ihn selber zu machen.

Seehund der Genehmigung

White Wolf, White Shadow, White Hog

Spontan, schnell, keine Zeit, sich groß in Panik reinzusteigern. So kann’s laufen. So sollte es öfter laufen. So lief es gestern. Zumindest was das Seal of Cat-Approval anging. Als ich heimkam hatte ich einen Anruf in Abwesenheit – um halb fünf auf der Autobahn gehe ich nicht ans Telefon, da höre ich nichtmal das Klingeln, weil das Ding tief in meiner Tasche herumhängt. Die Nummer war mir unbekannt, hatte aber die richtige Vorwahl: Frau Schwalbe vom Tierschutzbund. Ich versuchte, sie direkt zurückzurufen, aber da war niemand zu Hause. Also ging ich erst einmal meine Laufrunde absolvieren.

Das lief erschreckend gut – eine glatte 5:00er Runde dabei! Und eine 5:04er. Da will ich nach einer Woche Urlaub absolut nicht meckern. Wobei ich mich für diese beiden Zeiten definitiv geplagt habe. Die anderen Rundenzeiten waren deshalb auch eher im 20er Bereich. Nicht schlimm – es geht mir nur darum, dass ich es könnte. Ich muss nicht. Es ist ein Hobby. Und langsame, stetige Verbesserung bringt mir mehr, als mich kaputt zu machen und dann ein paar Traumzeiten zu haben. Eine „langsam-stetig“-Verbesserung ist zum Beispiel, dass mir bei Overkneestrümpfen kaum noch Fett überquillt. Finde ich gut. Kann aber noch deutlich besser werden.

Jedenfalls kam ich kurz vor sechs wieder nach Hause … und noch ein Anruf in Abwesenheit. Erneuter Rückrufversuch, wieder niemand da. Also ab unter die Dusche, Gemüse samt Handkäse in den Ofen und das Porridge für den nächsten Tag vorbereitet.

Und als ich mich dann gerade zum Essen niedergesetzt hatte, klingelte das Handy: Frau Schwalbe! Ob ich denn direkt heute noch Zeit hätte. Klar, hatte ich. Und es machte ihr auch nichts aus, dass ich schon im Hausbeutel herumschlumpfte (ist das Wort „Hausbeutel“ eigentlich universell bekannt oder gibt’s das nur bei uns?).

Zwanzig Minuten später stand sie auf der Matte. Und die ganze Cat-Approval-Inspektion dauerte dann keine zehn Minuten. Sie war sehr nett, äußerte große Freude darüber, dass ich mich für eine „schwierigere“ Katze entschieden hatte und war anscheinend der Meinung, dass ich geistig und moralisch stabil genug wäre, Florance zu beherbergen. Wobei ich nun nicht finde, dass diese Katze „schwierig“ ist. Sie passt im Gegenteil ganz gut zu meinem Lebensstil. Andererseits weiß ich natürlich noch nicht, ob sie nicht doch die Fähigkeit zu großer Zerstörung an den Tag legen wird, wie sie jeder jüngeren Katze innewohnt, sobald sie sich eingewöhnt hat. Aber das muss man gelassen sehen. „Katze“ ist ein Portmanteau aus „Kacke“ und „Kotze“. Und genau das verteilen die lieben Tiere immer wieder über den Teppich. Niemals über Linoleum oder Fliesen. Immer Teppich.

Dessen bin ich mir aber bewusst. Ich habe mehr Zeit meines Lebens mit als ohne Katzen verbracht. Da gehe ich sehenden Auges ran!

Im Alltag ankommen und Alternativen finden

The unwilling heir

Diese Woche gibt es nichts Neues von den Culinary Diversity-Wölfen. Jamie und Rhys sind, ganz die guten Viktorianer, auch auf der damals beliebten Grand Tour gewesen und müssen sich erst wieder zu Hause einfinden.

Ich bin heute Morgen ziemlich müde. Ich will noch nicht wieder Arbeiten … ich bräuchte noch ein paar Tage, um mich vom Urlaub zu erholen. Aber das läuft nicht. Die nächsten Wochen warten in stetiger Folge mit Dingen auf, an die ich viele Gedanken verschwenden muss. Für „neurotypische“ Menschen kein Problem, für mich ein ständiges Zusammenreißen. Diese Woche ein Termin mit Frau Schwan und vermutlich auch mit der Frau vom Tierschutzverein, die vorbeikommen und prüfen will, ob ich auch ein gutes Heim für Florance bereitstellen kann. Nächste Woche das von mir eher skeptisch betrachtete Seminar zum Umgang mit Aggression (wie erwähnt – fünf Essenspausen … klingt hocheffektiv). Plus Geburtstagsfeier des Erklärfaun. Die ist zwar etwas, auf das ich mich freue, erfordert aber trotzdem Aktion und Aufraffen, was mir gerade etwas schwerfällt. Dann die Woche darauf das größte Hindernis: Die wichtigste Consumermesse der Branche. Und ausnahmsweise müssen wir – die Grafik – auch da sein. Blöd, dass ich die Frau mit dem Führerschein bin. Ich habe aber echt keine Lust, acht Stunden am Tag Auto zu fahren und dann noch vier Stunden Besuchermassen auszuweichen. Da muss ich noch durchsetzen, dass wir mit dem Zug fahren, sonst schaffe ich das nicht.

Dann dürfte ich es erst einmal geschafft haben. In der Woche danach stehen dann Urlaub und die Katze an. Falls ich sie bekomme. Daumen drücken.

Kurzfassung: Der Oktober wird anstrengend. Sehr anstrengend.

Als Ausgleich versuche ich sonst so ritualisiert und planvoll zu sein, wie es geht. Und nett zu mir.

Ich will viel Sport machen und dabei auch auf mich hören – was bedeutet, dass ich mich nicht unter Leute zwingen werde, wenn ich den inneren Widerstand spüre. Lieber zu Hause Bodyweight statt ins Gym, wenn mir nicht danach ist. Zwar werde ich dann unruhig, weil ich „Geld verschwende“, aber das ist weniger schlimm, als den Stress durch zu viel Kommunikation ertragen zu müssen. Das macht nämlich zuverlässig jeden Erholungseffekt kaputt. Ich trainiere dann hektisch und verspannt, hetze mich durch mein Programm und komme gar nicht zur Ruhe.

Und ich werde weiter an meiner Ernährung arbeiten. Ich will versuchen, langsam vom Volumenessen wegzukommen. Ich will mir Spiced Coffee als Belohnung antrainieren. Oder meinen Terrortee, wenn es zu spät für Kaffee ist. Das bedeutet aber auch, dass ich wieder sehr auf meine Proteinzufuhr achten muss. Mehr Handkäse, vermutlich. Mit Ach und Krach 1,6 Gramm Protein sollten zwar drin sein, aber keine Traumzahlen von 2 und mehr. Was nicht ganz so gut ist, wenn ich weiterhin viel Cardio mache. Eventuell muss ich mich dann mal in Richtung Hülsenfrüchte orientieren. Die sind zwar immens kaloriendicht, bringen aber auch ein wenig Eiweiß mit. Shakes wären auch eine Alternative – aber prinzipiell möchte ich lieber weiter in Richtung Clean Eating und Raw (im Sinne von „unverarbeitet“, nicht im Sinne von „Rohkost“). Weil es mir besser schmeckt.

Hindert mich aber nicht an Süßstoff in den Getränken, Flavdrops im Porridge und Schokolade an Wochenenden … Ich bin inkonsequent.

Und Katzen, die Zweite

Badlands. Bad worlds.

Gestern habe ich den unwirklich sommerlichen Tag (25 Grad! Und das Ende September!) genutzt um zuerst früh Laufen zu gehen. Dann wollte ich die neuen Öffnungszeiten im Gym testen. Ein Aushang hatte verkündet, Samstags wäre nun schon um neun Uhr offen.

War es aber nicht. Ich habe also entweder den Zettel nicht richtig gelesen und irgendwo befand sich Kleingedrucktes oder sie haben es sich anders überlegt. Egal wie – all dressed up and nowhere to go. Also habe ich einfach aus dem Weg zum Gym eine einstündige Radtour gemacht. Das ist auch ordentlich Bewegung.

Und führte mich zum Schluss zum Voldemarkt in der Nachbarstadt, weil ich immer noch die vage Vorstellung hatte, Schaftstiefel zu finden, die nicht zu schmal für meine dicken Waden wären. Beim Voldemarkt gibt’s eine Deichmann-Filiale und dort war gerade Ausverkauf von Restmodellen des letzten Herbstes. Und das Wunder geschah: Ich fand genau die Stiefel, die ich mir vorgestellt hatte. Zwar eine Größe zu groß aber erstens kann man da mit Einlegsohlen Abhilfe schaffen und zweitens ist der Schaft auch in 38 so knalleeng, dass es kaum zugeht – in 37 würden mir wahrscheinlich die Beine abfallen.

Vermutlich hat die Dame, die mit ihrer Freundin zusammen ebenfalls die Abteilung mit den Restmodellen durchstöberte und dabei zehn Minuten konstant und hochfrequent darüber nölte und jammerte, dass ausgerechnet die beliebtesten Größen ausverkauft wären (wie verwunderlich, bei Restposten …), durch ihre negative Aura einen Zauber gewirkt, der mir den glücklichen Fund ermöglichte. Lob und Preis der Beschwerdefrau!

Zufrieden schleppte ich meine Beute nach Hause. Und weil ich von der Muttereinheit Imprägnierspray bekommen hatte (Prag wird wirklich sehr nass, sagt der Wetterbericht), habe ich alles imprägniert, was nicht bei drei auf dem Baum war. Vier Paar Schuhe/Stiefel und zwei Lederjacken.

Der Geruch war unbeschreiblich, trotz offener Fenster allüberall.

Und um kurz nach elf fuhr ich zum Tierheim. Katzen ansehen.

Ich wurde freundlich ins Katzenhaus geschickt, wo mich eine eifrige und sehr kompetente Mitarbeiterin in Empfang nahm. Sie fragte mich, an was für eine Katze ich gedacht hätte und als ich ihr meine Lebensumstände beschrieb, empfahl sie mir genau die Katze, die ich schon auf der Website des Tierheims ausgesucht hatte. Florance, zwei Jahre alt und fast blind. Florance ist aufgrund ihrer Behinderung nicht mit anderen Katzen verträglich, springt natürlich nirgendwo hoch und ist also eine völlig bodengebundene Katze.

Ich wurde zu ihrem Einzelplatz geführt, die Tür wurde geöffnet und die kleine Lady (sie ist wirklich recht winzig) strömte sofort und für ihre schlechte Sicht erstaunlich zielstrebig heraus, um sich an mein Bein zu werfen. Sie ist mit der fast-Blindheit geboren (da ihre Augen klar sind und die Pupillen offenbar auch auf Licht reagieren, ist es wohl eine Hirnsache), so dass sie wirklich gut damit umgeht und Menschen und Gegenstände gut orten kann. Wenn sie auch echt ein „messy eater“ ist, weil ihr der Abstand „Kopf-Futterschüssel“ wohl schwer zu ermitteln fällt.

Ja, das wird meine neue Mitbewohnerin.

Ich habe sie bis Anfang November „reserviert“, da ich sie erst dann zu mir holen möchte, wenn ich wieder Urlaub habe. Eine sehbehinderte Katze sollte in der Eingewöhnungswoche nicht allein in der Wohnung sein, falls sie sich irgendwo hineinmanövrieren und Hilfe brauchen sollte.

Das ist natürlich noch lange hin, weshalb ich auch keine Garantie auf sie habe. Wenn bis dahin jemand kommt und sie spontan und sofort mitnimmt, habe ich Pech gehabt – Tierwohl geht vor.

Meine Umgebung reagierte auf die Neuigkeit in verschiedenen Subtilitätsstufen. Während die Elterneinheiten „ganz unauffällig“ anmerkten, das sie in der ersten Woche natürlich auch vorbeikommen müssten, da sie ja schließlich in Abwesenheitsfällen die Versorgung übernähmen und deshalb von Anfang an involviert sein sollten, kam von der Waldnymphe und dem Erklärfaun sofort und schamlos „Wir kommen dann Miezekatze gucken“.

Ich werde jetzt also erstens in der übernächsten Woche Besuch von einer ehrenamtlichen Tierschutzmitarbeiterin bekommen, die sich meine Wohnung ansieht und zweitens werde ich jeden Tag mit angehaltenem Atem die Website des Tierheims checken, ob meine Katze noch da ist. Klar, sie ist seit Juli dort und niemand wollte sie haben … aber ich habe natürlich trotzdem Bammel …