Training

Inquiring minds want to know …

Wie lange der Körper wohl braucht, sich an die Hitze anzupassen?

Denn obwohl ich gestern einen Kilometer weniger gelaufen bin, war ich völlig im Eimer und hatte zwischendurch tatsächlich das Bedürfnis, auf Gehen zu wechseln. Dem ich aber nicht nachgegeben habe. Trotzdem … da der Wetterbericht nun die nächsten zwei Wochen (?) von schlimmer Hitze schwadroniert, wird das unschön, wenn ich es nicht schaffe, damit klar zu kommen. Ich kann nicht morgens laufen, obwohl ich das viel lieber möchte. Aber wer um halb sechs aus dem Haus muss, kann nicht noch eine dreiviertel Stunde früher aufstehen. Und weil ich eben deswegen auch abends früh ins Bett muss, kann ich auch die nächtliche Abkühlung nicht nutzen. Mir bleibt nichts, als die Zähne zusammen zu beißen. Und weiter die späte Nachmittagshitze auszuhalten. Bin ja nicht die Einzige, die unter dem Wetter leidet. Wren scheint auch am Stock zu gehen.

Warum an manchen Tagen einfach alles langsam gehen muss?

Wenn sich alles gegen einen verschwört. Die Spülmaschine ihren Zickigen hat und man die Hälfte des Geschirrs nachspülen muss. Ein LKW ungelogene zehn Kilometer lang drei andere seiner Art überholt – mit etwa 5 Km/h mehr … Und erst als die Autobahn eine Ausfahrt weiter dreispurig wird, überholt werden kann. Manche Leute sind einfach asoziale Arschlöcher, da gibt es keine beschönigenden Ausdrücke. Und meine Gelberüben haben Schimmelflecken entwickelt, die man zum Glück wegschälen kann, was aber die morgendliche Essensvorbereitung auch nicht gerade schneller macht. Alles. Viel. Zu. Langsam.

Was Niantic mit seinem neuen Pokémon Go-Update sagen will?

Ich dachte, sie schalten nur Arenen ab, um sie zu überarbeiten. Nun ist „mein“ Poké-Stop plötzlich eine „Arena im Bau“ und ich habe keine Lust mehr. Überall auf der Karte sind Stops zu Arenen geworden und das ist für jemanden wie mich, der nur sammelt, weil man gegen 24/7 spielende Schulkinder und ihre in pubertärer Manie auf obszöne Werte gezogenen Killermon eh keine Chance hat, eine Änderung, die mir das Spiel vermiest. Ich glaube, es wird Zeit für ein neues Smartphone-Spiel für mich. Ich könnte I. in ihrer Verteidigung der Ingress-Bastion unterstützen. Wobei ich eigentlich außer dem Akinator kein Mobile Gaming brauche. Tja, Ende einer Ära. Tut mir leid, Pokémon Go. War schön mit dir. Aber wenn du stressig wirst, fliegst du.

Warum man manchmal das „frag mich alles!“-Schild umhängen hat?

Und das sogar beim Joggen! Ich bekam gestern zweimal Fragen nach dem Weg. Sehr bizarr. J2 meinte, dem könne man mit der Kenntnis einer Nischensprache gut entgehen, indem man Unwissen simuliert. Aber ich mag eigentlich ja auch helfen. Nur kann ich mich nicht einmal mehr erinnern, wann ich das letzte Mal nach dem Weg gefragt wurde. Geschweige denn gleich zweimal innert einer Stunde! Man könnte meinen, die Leute könnten kein Google Maps bedienen. Ich bin zu sozial unverträglich. Mal wieder.

Und sonst?

Hat der Verlag, bei dem ich arbeite, gestern den „Kinderspiel des Jahres“-Preis gewonnen. Die ganz große Nummer in der Branche. Dementsprechend geht es nun auf der Arbeit zu. Ich freue mich natürlich, habe aber schon einige Hektikaktionen deswegen auf den Tisch bekommen. Aber das wird alles.

Und ich verspreche, dass es bald mal wieder Selbstgezeichnetes statt Gaming-Headerbilder geben wird. Ich bin nur gerade furchtbar unzufrieden mit Allem, was ich so tue.

Hosengrößen

… werden offenbar ausgewürfelt. Ein Inch ist ein Inch ist ein Inch? Nope, nicht in der Modebranche. Kaufe ich mir bei H&M eine 29er Jeans sitzt sie eng aber gut. Bei diesem Outlet-Dings ist 29 etwas weiter und bei Esprit ist 29 sehr, sehr gemütlich. Ja, ich weiß schon, dass auch der restliche Schnitt viel dazu beiträgt, wie sich eine Hose anfühlt. Aber die „29“ ist doch die Bundweite. Und damit eine feste Zahl. Und wenn sie es nicht ist – wozu braucht man dann überhaupt irgendwelche Angaben? Dann kann man auch gleich die bekloppten Fantasiebezeichnungen der Fatacceptance übernehmen und ich habe dann Hosengröße „lovely“ oder „gorgeous“ oder „goddess“ oder „Pommes Schranke“, die mir so viel oder wenig sagen wie 29.

Dieses Durcheinander und diese Unkorrektheit führt dazu, dass ich mir keine Kleidung online bestelle, bei der die Größe wichtig ist (außer Sport BHs. Da stimmen die Angaben seltsamerweise wieder). Denn mir alles in drei Größen zum Probieren bestellen und dann wieder zurückschicken nervt mich zu sehr, als dass es mir Vorteile bringen würde.

Klamottenkaufen ist also nicht einfacher geworden, seit ich normalgewichtig bin. Nur anders. Und weniger stressig, weil ich mehr in meiner Größe finden kann, ohne mich anzustrengen. Gerade bei Esprit – wohin ich fast nie gehe und nur dort war, weil der Erklärfaun nach reduzierten Anzügen geschaut hat – scheint es generell eher kleinere Größen zu geben. Schade, dass mir Esprit vom Stil her zu … hmm … nett ist. Mir fällt gerade kein anderes Wort ein. Ich habe mir eine Jeansshort gekauft und die sieht auch sehr fein aus, aber einfache, gestreifte Tops sind eben nicht so meins.

Egal. Einkaufen ist nicht wirklich wichtig.

Trainingsmäßig lief gestern gar nichts mehr. Ich war völlig fertig, stand absolut neben mir und fühlte mich wie mit Watte ausgestopft. Ich vermute, die ständigen Wetterwechsel der letzten Zeit gehen langsam an mich. Jedenfalls wurde alles erst kurz vor der Bettzeit ein wenig besser. Ich habe beschissen geschlafen und bin nun grantig aber körperlich ganz okay. Diese Woche sieht es leider wieder nach viel zu viel Hitze aus, so dass ich mich zwar zum Laufen motivieren kann, es aber garantiert dem schwitzend-stinkenden-Müffelluft-Schweinehund zum Opfer fallen wird, ins Gym zu gehen. Ich brauche dringend Kurzhanteln, damit ich zu Hause an der frischen Luft trainieren kann. Die zwei-Kilo-Kinderhanteln, die ich habe, mögen ja als Zusatzgewicht beim Shred ganz nett sein, taugen aber sonst leider zu nichts.

Zum Glück jogge ich jeden Tag an einem riesigen Decathlon-Lager mit angeschlossenem Verkaufsraum vorbei. Es ist also kein unüberwindliches Hindernis, sich Hanteln zu besorgen.

Matschig im Kopf

Vegane Frühlingsrollen. Mit T.s Fingern. #memoiresdindochine

Ein Beitrag geteilt von B.S. (@pinkpointypony) am

Dass ich in den letzten Tagen so schreibfaul war liegt daran, dass mich entweder das ständig wechselnde Wetter, ein verschleppter Infekt, zu schlechter Schlaf oder kosmische Energien (Erdstrahlung durch Wasseradern! Feng Shui! Der Drache der Traurigkeit!) kreislaufmäßig so fertig gemacht haben, dass ich zwar alle Aktivitäten bis zu einem gewissen Punkt mitmachen konnte, den Rest der Zeit aber völlig apathisch neben mir stand.

Also will ich heute mal konsequent auf Ruhe setzen, habe zwar gejogged (die letzten paar Kilometer waren ein echtes Durchbeißen. Dennoch sehr hübsche Rundenzeiten), werde jedoch nicht ins Gym gehen, sondern maximal nach Lust und Kreislaufstand Bodyweightübungen machen, damit ich die optimalen Zeiten dafür haben kann.

Essenstechnisch setze ich derzeit sehr stark auf Quark in allen seinen Formen (Porridgematsch, Quarkfluff und dergleichen mehr), weil ich auch zu Banane bin, um zu kochen.

Unabhängige Projektidee: Im Running-Thread im Ohne-Unsinn-Forum wurde über T-Shirts gesprochen. Ich glaube, ich werde nächste Woche mal ein paar typographische Designs für „I run because I really like food“, „I run because it´s good for me. Also, because I like to eat. A lot.“ Und „I run because punching people is frowned upon“ machen. Und die dann wahrscheinlich als Download für Spreadshirt zur Verfügung stellen, falls jemand mag. Als AI- und PNG-Files. Kann man mit den AIs sogar die Farbe bestimmen.

Mal sehen, wie ich zeitlich dazu komme.

Exit through the Gift Shop

Tagesausflug zum Limeskastell. War großartig! #saalburg #Limes

Ein Beitrag geteilt von B.S. (@pinkpointypony) am

Kein Unwetter. Zwar dräuten Wolken, zwar wurde es immer stickiger und schwüler, zwar bekamen wir alle drei gegen Abend Kreislaufprobleme oder Kopfschmerzen … aber trotzdem schlich sich das auf allen Kanälen prophezeihte Gewitter um uns herum und die nächtliche Abkühlung blieb aus. Als ich heute morgen Laufen war, klebten mir die Klamotten am Körper.

Mittlerweile ist es etwas besser geworden aber der Temperatursturz lässt noch auf sich warten.

Gestern haben wir einen wunderbaren Tag auf der Saalburg verbracht. Morgens trafen wir uns zum Frühstück (was ich ja sonst nie tue – aber als gesellschaftliches Ereignis finde ich es nett), dann packten wir Salat, Obst, Brot, Butter, Nüsse und Wasser in die Picknicktasche und zogen los.

Die Saalburg ist beeindruckend. Und da wir durch Zufall fünf Minuten vor Beginn der Führung ankamen, nutzten wir diesen Wink des Schicksals und ließen uns einige Details näherbringen. Als begeisterte Leser experimentalarchäologischer Bücher war zwar nicht allzuviel Neues dabei – aber die Zahl von 99 ausgegrabenen Brunnen und das Ding mit den vielen rätselhaften, einzelnen Schuhfunden hat uns doch entzückt.

Wir wanderten um die komplette Anlage herum und nahmen unser Mittagessen dann in den Ruinen des Badehauses ein, wo wir uns auch noch ein wenig zu einem kleinen Schläfchen unter die Bäume legten.

Im Museumsshop fand ich zu meinem Entzücken die auf 6 Euro reduzierten Bände zwei und drei von „Die Reiter Roms“. Nahm ich natürlich sofort mit. Ich hatte bis dato nur den ersten Band.

Ergebnis dieses schönen Ausflugstages: Wir haben das vage Bedürfnis, wieder mit Reenactment anzufangen. Diesmal aber nicht 17. und 13. Jahrhundert, sondern mittlere römische Kaiserzeit.

Mal sehen, wie lange diese Begeisterung anhält. Ich vergesse jedes Mal so leicht, wie furchtbar verwöhnt ich in Sachen Hygiene bin.

Völlig unzusammenhängende Anekdote: Ich habe gestern einmal mehr gezeigt, warum man mir besser keine Herausforderungen stellt, die mit menschlicher Interaktion verbunden sind.

Ich war morgens um halb sechs in den Feldern zum Joggen. Hinter einer Kurve erspähte ich einen Neufundländer, der friedlich am Wegesrand saß. Ich wunderte mich, was das Tier so allein dort vorhatte, trabte näher … und fand mich praktisch Aug‘ in Aug‘ mit dem Herrchen … das ins angrenzende Haferfeld kackte.

Und was tat ich?

Hielt Augenkontakt und grüßte lautstark „Guten Morgen!“.

Der arme Kerl sah aus, als wolle er im Boden versinken. Und mir kam im selben Moment, in dem ich so freundlich war, die Idee, dass es vielleicht, so ganz vielleicht, sozial akzeptabler gewesen wäre, das Szenario zu ignorieren.

Ach, passiert.

Zu viel Sport?

Lord Vivec. Heute Abend ist wieder TESO-Dungeon-Zeit mit den drei Js!

Scheint fast so, denn die letzte Woche habe ich mehr als doppelt so viel herumgetobt wie normal (an den Statistiken des Imperators gut ablesbar) und bekam prompt die Quittung in Form von über drei Kilo (!!) Wasser extra, die heute Morgen auf der Waage grinsten.

Sehr stressig für mich und der Zwang, hektische Maßnahmen zu ergreifen, ist übermächtig. Aber einerseits passen mir alle meine Klamotten so gut wie immer (Wasser lagert sich bei mir meist am Bauch an und da hat es die Natur gut mit mir gemeint, der ist außerhalb der Wassersaison sehr fest und flach, da sehe ich dann selbst mit drei Kilo H2O nur ein bisschen schwanger aus) und andererseits … was soll’s? Sport tut mir seelisch gut, da kann das Fleisch ruhig mal jammern.

Trotzdem werde ich diese Woche etwas ruhiger planen. Heute einen Ruhetag – den ich auch brauche, weil ich mir gestern fünf Kilo mehr auf die Langhantel geschaufelt habe und der Muskelkater dementsprechend luxuriös ist. Vielleicht morgen noch einen Zweit-Ruhetag. Und dann ist diese kurze Woche schon fast wieder vorbei, ich kann Donnerstag bis Sonntag morgens Laufen gehen und außerdem haben wir ein aktives Programm vor. Die Saalburg besichtigen. Weil der Erklärfaun und ich solche Antikenfreaks sind. Und Freunde besuchen. Und all’ sowas.

Aber jetzt erst nochmal Arbeit. Ein paar Dinge sind in der finalen Phase und ich habe schwer den Überblick verloren, was zum Glück nicht schlimm ist. Die Kollegen kommen schon, wenn etwas ist.

Und ich würde diese Woche gern ein Bild für die Stories der Waldnymphe fertigbekommen. Die letzten zwei Wochen war dafür zu viel Hektik und ich habe es nur zu einer nicht befriedigenden Vorzeichnung geschafft, die zu sehr „mein Geschmack“ und zu wenig „ihre Beschreibung“ gesagt hat. Das will ich noch ändern.

Die dünne Luft im Wohlfühlkorridor

… nervt mich! Warum bin ich so eine Memme, die ein winziges Temperaturfenster hat, in dem sie sich wohlfühlt und den Rest der Zeit „zu kalt!“ oder „zu warm!“ herumpienzt? „Zu kalt“ ist sporttechnisch zwar weniger ein Problem, da ich keine Hemmungen habe, mein Alpaka-Einhorn-Lauflaibchen zu tragen oder gar vermummt wie ein Polarjäger auf die Piste zu gehen. Hey, ich bin auch bei minus zehn Gard im Winter mit dem Fahrrad ins Gym gegurkt.

Aber „zu warm“ … urgs. Gestern war´s das nämlich schon fast wieder. Ich habe bei ungefähr Kilometer vier gemerkt, dass mir die Suppe läuft. Und für jemanden, der nie (und damit meine ich: nie!) schwitzt, ist das ein übler Zustand. Wahrscheinlich hatte ich eine krebsrote Murmel und sah von außen aus wie knapp vorm Kollaps. War natürlich nicht so. Es war unangenehm aber weder waren die Rundenzeiten viel schlechter als sonst (im Schnitt bin ich derzeit bei 5:40 pro Kilometer. Ich bin eine Robbe und wölle mich dahin!) noch hatte ich den Drang, aufzugeben. Aber, wie gesagt – kein schönes Gefühl. Und wenn man dann noch Sprints über sich schließende Bahnübergänge einlegt (deshalb das Video über dem Text), wird das mit der Hitze auch nicht besser.

Heute soll es noch heißer werden. Wie gut, dass ich diese Woche noch keinen einzigen Ruhetag hatte, dann werde ich diesen Joker direkt einmal ziehen. Und morgen kann ich ja so früh laufen, dass es noch kühl ist.

Gestern war ich übrigens sehr pfadfinderig. Irgendwo auf der freies-Feld-Strecke überholten mich zwei fröhlich plaudernde Damen auf Fahrrädern. Kurze Zeit später, nach einer kleinen Senke und einer Kurve, fand ich mitten auf dem Weg ein Handy und einen Meter weiter die dazugehörige Lederhülle. Sogar Google Maps war noch offen. Ich nahm das Ding also und trabte weiter, etwas ratlos, was ich mit dem Fund machen sollte, da sich das Display wieder verdunkelt hatte und ich nicht davon ausgehen konnte, dass es ohne Sperre sein würde um herauszufinden, wie der Besitzer heißt. Doch zum Glück kamen mir schon bald die zwei Radfahrerinnen von eben in höchstem Tempo entgegengeschossen. Zufrieden winkte ich mit dem Telefon und erntete überschwänglichen Dank. Alle Beteiligten glücklich. Die Handybesitzerin, weil sie offenbar sehr auf Google Maps angewiesen war und ich, weil mir das Kopfzerbrechen, wo man ein gefundenes Handy abgibt, erspart blieb.

Heute Abend ist mal wieder Beziehungspflege und Trashfernsehen-Gucken angesagt. Ich bringe den Nachtisch in Form von Obstsalat mit.

Und morgen schaue ich mir einmal an, was mein Arbeitgeber so im Luisenpark veranstaltet. Die Kollegen waren die letzten Wochen schon immens fleißig und haben rotiert. Da will ich zumindest einmal sehen, was dabei so herausgekommen ist.

Bonusthema: Wren ist mit ihrem neuen Fitnesstracker unglücklich, da der wohl nichts für Nickelallergiker ist. Ich habe ihr meinen Imperator ans Herz gelegt. Der sieht vielleicht nicht so schick aus (nein, er sieht sogar immens klumpig dagegen aus. Wie so ein A-Team-Van gegen einen Lambo, grob gesagt), ist dafür aber aus Silikon, wasserfest und generell eine Freude. Er bringt mich dazu, genug Sport zu machen und nervt nur selten. Er war – entgegen meiner anfänglichen Befürchtungen – eine wirklich gute Anschaffung. Unter den Top 3 sinnvollen Käufen dieses Jahr, würde ich sagen.

Essensmäßig geht es im Moment. Ich schaffe es ganz gut, den Gesamtumsatz zu treffen und mittlerweile habe ich auch nach und nach die essbaren Mitbringsel der Schwiegerdrittel weggeschafft (getrocknete Papaya und Salzmandeln), so dass ich keine Dinge mehr im Haus habe, die einer plötzlichen „muss weg!“-Attacke im wahrsten Wortsinne Nahrung bieten könnten. Ich hoffe nur, dass ich in nächster Zeit keine Lebensmittel geschenkt bekomme, so lange ich noch in den schwierigen Anfängen der Haltephase bin. Ich bin schlecht im Ablehnen.

Filterbubbles und Überraschungstofu

Gestern las ich in einem Blog, das ich seit längerer Zeit mit großem Vergnügen und generellem Gewinn verfolge, die Überschrift „An Kalorien glaube ich nicht“. Der Blogbeitrag selbst ging mehr darum, dass es schwierig sei, den physiologischen Brennwert von Nahrung überhaupt korrekt zu ermitteln, was ja prinzipiell nicht falsch ist.

Die folgenden Kommentare aber … Nun, ich habe mich, zusammen mit ein, zwei anderen, redlich bemüht. Aber anscheinend ist es nun schon in der Mitte der Gesellschaft angekommen, alles, was mit Kalorienzählen oder CICO zu tun hat, als Humbug abzutun. Und jeden, der damit abnimmt/abgenommen hat als „glücklichen Einzelfall“ und anekdotisch abzustempeln (lauter glückliche Einzelfälle in meiner Umgebung. Erklärfaun 60 Kilo, Frau Schwan 80 Kilo, Kollege H. 20 Kilo, Kollege B. 10 Kilo, Kollege Ch. 8 Kilo, Schwester 10 Kilo, Mutter 5 Kilo … boy, ain´t we lucky?).

Ich habe irgendwann einfach aufgegeben. Ist schließlich nicht meine Aufgabe. Jeder darf so dick sein, wie er mag. Jeder darf Kalorien zählen oder auch nicht.

Aber die Frage bleibt, ob die Leute, die vehement bestreiten, dass man feststellen könnte, wie viel Kalorien ein Lebensmittel wirklich an Brennwert liefert, weil jeder Körper anders ist und der Stoffwechsel viel zu kompliziert für solche Vereinfachungen wäre … ob diese Leute denn dann die Tabletten nehmen, die ihr Arzt ihnen verschreibt? Denn immerhin kann man ja nicht sagen, wie die Wirkstoffe darin vom Stoffwechsel verarbeitet werden und jeder Körper ist individuell in seinen Aufnahmefähigkeiten.

Aber das ist vermutlich etwas gaaaanz anderes. Der Körper kennt da den Unterschied genau.

Meiner Meinung nach sind Kalorienangaben tatsächlich nur grobe Nährungswerte. Und manchmal sogar ziemlich falsch, wie die Sache mit den Mandeln zeigt. Aber … ist das ein Grund, das Kalorienzählen sein zu lassen, nur weil man eine gewisse Fehlerquote immer dabeihat? Natürlich nicht. Denn selbst nur zu 80% korrekte Angaben sind besser als gar keine, wie man an den immer wieder gezeigten falschen Verbrauchs-Selbsteinschätzungen sehen kann. Da sind nämlich Abweichungen von 100, 200% keine Seltenheit.

Gibt ja zum Glück das, was im fatlogic-Subreddit gern [Sanity] getagged wird. Zum Beispiel das hier. Oder das hier.

Dennoch ist es nicht meine Aufgabe, das meinungsmäßig gefestigten Menschen, die „noch nie Kalorien gezählt“ haben, nahezubringen. Ich finde Blicke aus meiner Fitness/Ernährungs/Bodybuilding-Filterbubble hinaus gelegentlich sogar ganz spannend.

Ich bin im Ganzen etwas gelassener geworden, was den holprigen Beginn der Haltephase angeht, da @Kore aus dem Ohne-Unsinn-Forum davon erzählt hat, wie es ihr zu dieser Zeit erging und ich etliche Parallelen feststellen konnte. Und als dann noch mehrere Mitdiskutanten Ähnliches berichteten, war ich zwar nicht wirklich beruhigt (ich fühle mich gerade mit 60 Kilo „zu fett“, da kann von „Beruhigung“ oder „Ratio“ wenig Rede sein) aber konnte meine generelle Hysterie etwas dämpfen.

Was nicht hilft ist, dass der Tofu, den ich im Real gekauft habe, fast doppelt so viele Kalorien hat, wie mein „normaler“ Tofu. Und nein, ich habe nicht aus Versehen den Räuchertofu erwischt. Es ist tatsächlich hundsgewöhnlicher Tofu. Mit 124 Kalorien pro hundert Gramm. Nicht etwa den gewohnten 60 bis 80 Kalorien. Ich bin selbst schuld. Hätte ich beim Kauf genauer geschaut und mich nicht darauf verlassen, dass Tofu immer ungefähr gleich viele Kalorien hat.

Andererseits passt er gut ins Budget und schmeckt auch. Beziehungsweise nimmt gut Geschmack an.

Mittlerweile habe ich durch pure Sturheit auch meine Nagelbettentzündung ohne einen Tag Sportpause hinter mich gebracht. Meine guten Laufschuhe haben einiges dazugetan, in dem sie es irgendwie geschafft haben, dass mir der Zeh darin nicht besonders wehtat. Nur ein bisschen. Jedenfalls weniger als in den normalen Schuhen.

Jetzt habe ich Muskelkater in der rechten Wade vom Schonen des linken Fußes. Aber den kann man ja wunderbar weglaufen.

Meine Lernkurve ist eine Flatline.