Ach watt, Leben!, Ernährung, Training, Weniger

Vegan und Muskelaufbau

Illustrativ immer noch viel World of Warcraft bei mir …

Darüber muss ich mir nun auch Gedanken machen. Das Internet spuckt dazu einiges aus, leider aber auch immer hochkalorisch, wenn es viel Protein hat. So viel „Bang for the Buck“ wie Skyr, Quark oder Eier haben Pflanzen eben leider nicht. Würde ich die selbe Proteinmenge erreichen wollen, käme ich auf fast ein Drittel mehr Kalorien. Und das kann’s eigentlich nicht sein.

Die Proteinbomben sind größtenteils Hülsenfrüchte, Lupinen, Soja/Tofu, Nüsse, Süßkartoffeln. Allesamt echt energiedicht.

Außerdem auf den Plätzen dann noch Kichererbsen, Quinoa, Amaranth, Chiasamen. Und dann endlich die nicht ganz so heftigen Bomben: Kartoffeln, Spinat, Brokkoli, Erbsen. Das kann ich dann mit meinen Gemüse-Standards Tomaten/Zucchini/Gurken/Kohlrabi/Paprika/Zwiebeln/Kürbis/Lauch/Grünkohl/Blumenkohl/Grüne Bohnen/Rosenkohl/Stangensellerie/Gelberüben/alles-was-ich-vergessen-habe kombinieren.

Prinzipiell habe ich also echt Auswahl – wenn ich mich an kleine Portionen und einen knurrenden Magen gewöhnen kann. Beziehungsweise … ich darf ja keine kleinen Portionen essen, weil ich dann schon wieder nicht auf genug Eiweiß komme. Argh!

Wie schaffe ich es vegan auf so 800 – 1000 Kalorien und dabei 60 Gramm Eiweiß? Hundert Gramm Lupinenkerne (immerhin eine in Deutschland auch angebaute Pflanze … und auf nerdige Weise ist es natürlich cool, Wolfsbohnen zu essen! Vlka Fenryka-Abendessen!) würden mir 41 Gramm Protein geben – schlagen aber auch mit 320 Kalorien zu Buche. Ein Drittel meines angepeilten Maximalbudgets. Und ob diese hundert Gramm so super sättigen? Ich könnte natürlich darum herumplanen.

Für mein Mittagessen 250 Gramm Sojaghurt im Porridge sind 10 Gramm Eiweiß. Die zwanzig Gramm Haferflocken darin nochmal zwei Gramm. Das Porridge hat grob 300 Kalorien. Dann 320 Kalorien und 41 Gramm Protein für die Lupinenkerne macht 43 Gramm bei 620 Kalorien. Öff. Als Beilage 500 Gramm Zucchini nochmal 110 Kalorien und 15 Gramm Protein. Gesamtmenge dann 720 zu 58. Fast da! Zu den Zucchini noch Dosentomaten. Eine Dose für 80 Kalorien und 4 Gramm Protein. Jöööööö! Ziel!

Und noch Platz für Kokosmilch im Kaffee, Obst und ein paar Gelberüben. Sehr schön.

Will ich Varianz muss ich natürlich noch viel rechnen und spielen. Wobei das Sojagranulat vom Rewe schon ziemlich in der selben Liga wie die Lupinen spielt.

Ich liebe Butternutkürbis, der hat aber fast 40 Kalorien. Und ziemlich miese Proteinwerte. Von meinen geliebten Kartoffeln gar nicht zu reden!

Okay, vegan ist echt nicht einfach. Machbar, jedoch anfangs Arbeit. Aber selbst wenn ich merke, dass mir das Experiment nichts bringen sollte und ich zum Vegetarismus zurückkehren will, habe ich Dinge gelernt.

Irgendwie stimmt es schon – Ernährung ist eine Ersatzreligion. Nicht, dass ich Atheistin wäre. Nein, ich bin schwache Agnostikerin (an zynischen Tagen auch starke) und arbeite mich noch an „Theologie nach Auschwitz“ ab. Aber die Beschäftigung mit meinem Körper und seinem möglichst guten Erhalt ist schon sehr altägyptisch!

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Culinary Diversity-Wölfe, Ernährung, Training, Weniger

Die Culinary Diversity-Wölfe sind mit Chili viel zu schnell satt

Druck

Das hätte ich nicht gedacht – aber die Portion Chili, die ich für mein Abendessen geplant hatte, reicht tatsächlich für zwei Mal! Ich bin Volumenesserin und deshalb immer erstaunt, wenn ich von kleinen Dingen satt werden kann. Das schaffen normalerweise auch nur Seattler-Kaffee-Verscherbler-Muffins, die ziegelsteinschwer auffüllen. Aber diesmal auch das Chili. Liegt vermutlich an den Bohnen. Ich esse selten Hülsenfrüchte.

Und es war sehr, sehr wohlschmeckend! Für 375 Kalorien habe ich ein gesundes Abendessen bekommen. Mit genug Protein, mit sehr wenig kurzkettigen Kohlenhydraten (ich bin immer noch wegen der Insulinresistenz-Diabetes-Drohkulisse der Gyn verärgert) und ich gewöhne mir sogar statt Nachtisch (früher Obst oder Joghurt) eine Tasse kaffeeähnliches Heißgetränk an.

Zucchini und Sojaschnitzel als Basis, Tomaten und Bohnen dazu.

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Chili sin Carne. #vegan #vegetarisch #vegetarian #chili

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Langsam sollte das doch reichen, um keine Diabetes zu bekommen! Ich habe einen BMI von 22,3, einen Körperfettanteil von 24%, trainiere dreimal die Woche, mache jeden Tag Bodyweight-Morgensport … ach, ich lasse mich einfach zu sehr verunsichern.

Jetzt freue ich mich auf ein Wochenende, an dem ich am Samstag in die Stadt gehen und mir die Vanilla-Pumpkin-Spice-Sachen vom tierfreundlichen Kosmetikladen kaufen will, auf ein ebensolches Heißgetränk hoffe (ja, da bin ich ganz „basic white bitch“. Ich mag das Zeug!), das Spielefest meines Arbeitgebers besuchen werde (yay, kostenlos in den Park! Pinguine und Schuhschnäbel ansehen!), später die Liebsten und die Gang zum Magespielen treffe und generell viel in Bewegung sein werde.

Mein Samstagstraining möchte ich deshalb auf Heute vorziehen. Ist eigentlich problemlos. Aber als ich gestern im Gym war hat mir die Frau an der Theke zum Abschied „ein schönes Wochenende“ gewünscht. Für normale Menschen kein Problem. Für Angstkranke ein Stressding. Weil – ich komme doch vor dem Wochenende nochmal hin.

Nein, das ist nicht logisch oder nachvollziehbar. Aber wenn es das wäre, wäre ich ja auch gesund.

(Wer sich über die Umschreibungen für die Geschäfte, in denen ich Dinge kaufen will, wundert: Seit Neuestem kann man auch abgemahnt werden, wenn man nur Namen nennt, ohne etwas dafür bekommen zu haben. Ist Instagram-Leuten schon passiert. Klar, ich bin nicht in deren 50.000-Follower-Sphären unterwegs und habe auch keine „richtige“ Werbung im Blog, die man verwechseln könnte. Und eine angestellte Produktmanagerin sowieso nicht. Aber derzeit führt Europa Krieg gegen Internetnutzer, da traue ich denen alles zu und bin erst einmal vorsichtig!)

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Dicke Beine 2 – die Abrechnung

Jetzt habe ich es offiziell: Fette Füße! (In unserer Dialektregion gehen Füße vom Boden bis zur Hüfte)

Denn gestern kam mein Paket von Deichmann an. Ich brauchte wollte ungefütterte Schaftstiefel und nicht nur gab es die nur online und nicht in der Filiale, sondern ich musste auch „mit Weitschaft“ kaufen. Stiefel, die dazu gedacht sind, dass man sie über Hosen tragen kann.

Spoiler: Kann ich nicht. Die Weitvariante passt perfekt, wenn auch spack. Mit maximal einer Leggins drunter. Ich bin und bleibe erstaunt. Habe ich wirklich so ungewöhnlich elefantöse Unterschenkel? Wovon? Ich habe normalgroße (37) und schmale Füße. Ich habe eine normale Kleidergröße (36). Ich passe trotz unbenommen riesiger Oberschenkel (da wundere ich mich über nichts. Die sind mein Restfett-Reservoir) in normale Jeans (29/30). Aber meine Unterschenkel sprengen also jede natürliche Norm?

Wenn ich mich in meiner Umgebung umsehe, bin ich kein Unterschenkel-Freak. Eher noch leicht unterhalb des Mittelwerts. Allerdings mit dem Problemfeld, dass ich an dieser Körperstelle tatsächlich kaum Fettgewebe horte, was zu nicht zusammenpressbaren Unterschenkeln führt, die man nicht einfach irgendwo reinstopfen kann. It doesn’t jiggle, must be muscle, um Arnie zu paraphrasieren.

Führt zwangsläufig zur Frage: Wenn die Mehrheit die dicken Füße hat, wer kauft dann die ganzen „normalen“ Stiefel für dünne Unterschenkel? Gibt es ein von mir unbemerktes, gigantisches Reservoir an Menschen, mit unterärmchendünnem Fahrgestell?

Würde bei der derzeitigen Übergewichtswelle aber zu jeder Menge Menschen im Heißluftballondesign führen. Und die habe ich noch nicht gesehen. Bleibt der Schluss, dass die Schuhhersteller auf dem Holzweg sind und völlig am Bedarf vorbei produzieren. Ich hoffe, sie merken das demnächst mal und ich kann meine Stiefel wieder im Laden kaufen, anstatt die Freakversion online bestellen zu müssen!

Ansonsten habe ich meinen Winterklamottenvorrat mit einer weiteren Mi-Parti- (diesmal Karo und Schwarz) und einer Marlenehose (schon ewig keine beinweite Hose mehr besessen!) aufgefüllt und muss mich am Wochenende endlich ans Aussortieren des alten Zeugs machen, das zum Teil noch zwei Größen zu viel hat.

Weniger

Dicke Beine

Tja. Nun sind die bestellten Hosen also angekommen. Und eine davon ging direkt retour. Weil ich sie nicht über die Waden bekam. Waden! Meine verdammten Waden waren zu fett für eine Hose!

Ich trainiere Oberschenkel, Hintern, Rumpf, Arme und oberen Rücken. Ich trainiere nicht: Waden. Meine Waden waren mir bisher als Problemzone im Vergleich zu meinen voluminösen Oberschenkeln nicht auf dem Schirm.

Danke, EMP, dass ihr mir dieses weitere Feld für Body-Paranoia eröffnet habt!

Aber echt jetzt … die 29/30er Skinnyjeans war kein Problem. Aber die 30/32er Cargo kriege ich nicht über die Krautstampfer … Ich versteh’s nicht und bin dementsprechend schlecht gelaunt.

Oder wäre schlecht gelaunt, wenn die Mi-Partis nicht so nett aussehen würden! Tun sie nämlich wirklich. Ich gefalle mir darin.

Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht Potential zur Optimierung sehen würde. Die Hose sitzt ziemlich tief, was ich normalerweise nicht sehr schätze. Und es bringt in diesem Fall im Sitzen oder krumm stehen auch ein Muffin-Top hervor. Da muss ich noch ran.

Ist ja nicht so, als würde ich nicht schon stetige Cuttinganstrengungen unternehmen – aber bisher noch eher halbherzig. Diese Hosen seien mir ein Ansporn, an Wochenenden nicht immer so viel vom Wochendefizit wieder wegzufuttern!

Apropos Wochenende: Friseur! Goldschmied! Infinity Wars!

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Kleine Siege und Spannung

Zeichentechnisch immer noch voll im WoW-Wahn.

Körperbild ist bei mir ja immer so eine Sache. Ich tue mir unendlich schwer damit, Klamotten im Internet zu bestellen, da ich absolut sicher bin, dass sie mir zu klein sein werden. Egal, welche Größe ich bestelle. Denn ich kann ja keinesfalls ein „S“ tragen. Oder eine 29/30er Jeans. Geht überhaupt nicht! Würde ich niemals reinpassen! Dass ich genau solche Jeans gerade anhabe, blende ich als statistische Unschärfe völlig aus. Und dass mir die 29er Short von EMP zu groß ist, ist nur der Beweis, dass mir Hosen in 29 nie passen können, weil offensichtlich alle Maßangaben ausgewürfelt werden.

Wie man sieht: Gerade genug Logik im Wahnsinn, um die Verunsicherung auf solide Füße zu stellen. Außerdem muss ich mir bei H&M Kleider immer in 38 oder 40 kaufen, weil sie sonst um Brust und Schultern zu eng sind. Also kann „S“ ja wohl schon mal gar nicht sein. We are all mad here …

Trotzdem habe ich es gewagt, und mir zwei lange Hosen für den Herbst bei EMP bestellt. Eine davon mutig in 29. Ich hoffe, sie passt. Weil sie zwei unterschiedlich farbige Hosenbeine hat (ich weiß nicht, wie man den „Mipati“ gesprochenen Ausdruck schreibt … Scham und Elend!) und ich das sehr liebe. Die andere in 30, weil ich ein feiges Huhn bin.

Jedenfalls hat DHL das Paket für heute angekündigt und die Spannung erreicht den Siedepunkt!

Gestern habe ich erfolgreich dem Pull der Sucht widerstanden. Ich hatte mir an irgendetwas leicht den Magen verdorben (ich habe die Chilisauce im Verdacht. Aber zur Sicherheit lasse ich heute auch mal den Obstkorb auf der Arbeit in Ruhe) und damit die perfekte Ausrede, statt zum Training zu gehen, lieber WoW zu zocken. Aber ich war vernünftig. Sagte mir, dass ich diese Woche sowieso nicht so viel Sport machen könnte, wie ich eigentlich will und dann habe ich eben den Rucksack geschnappt und bin zum Gym geradelt. Wo ich mit dem prinzipiell sehr angenehmen Anblick von Man-Bun Man belohnt wurde, der still vor sich hin trainierte.

Hinterher konnte ich trotzdem noch eine Stunde zocken. Win – Win.

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Tumblr, Fat Acceptance und Fanart

Mein Troll-Deathknight ist „thicc“ aber ihr BMI liegt sichtbar unter 25. Weil ich das so möchte.

Tumblr ist ja bekanntermaßen ein ganz eigenes Biotop. Nicht nur im r/tumblrinaction-Subreddit sieht man die skurrilen Blüten, die Keybord-Warrior-Aktivismus treiben kann. Suburbia zerbricht sich den gelangweilten Kopf über die Sorgen der geknechteten Massen. Kopfschüttel-Material der Sonderklasse. Dies mag nur einen kleinen Teil der Tumblr-Community ausmachen – aber es ist ein verdammt lautstarker Teil! Natürlich ist man selbst dafür verantwortlich, was man sieht, in dem man schließlich nur solchen Blogs folgen sollte, die einen auch interessieren. Bei mir sind das hauptsächlich Blogs über Archäologie, Geschichte, Fitness, Steampunk und diverse Gaming-Fanblogs. Plus Fanart-Blogs dazu. Also, zu den Spielen. Und zu Steampunk. Fanart zu Archäologie wäre aber auch mal cool. Sehr sogar!

Jedenfalls – Fanart. Macht auch bei mir einen großen Teil des „Oevre“ aus. Zwar nur eigene Charaktere aber thematisch voll verankert und deshalb Fanart. Und ich bin an den Trends und Techniken bei anderen Artists selbstverständlich sehr, sehr interessiert.

Und da musste ich in letzter Zeit feststellen, dass die Fat Acceptance auch im Fanart-Bereich Adipositas nach Kräften normalisiert. Waren es früher nur die allgegenwärtigen „Disney-Prinzessinnen mit normaler Figur“, die ihre ausladenden „real curves“ über den Bildschirm gossen (echt jetzt – Hüfte fünfmal so breit wie die Wespentaille … das ist dann „normal“?), so hat diese Mode nun die Gaming-Community erreicht. Zugegebenermaßen ist dort auch ein großer Teil der Teilnehmenden übergewichtig, aber bisher herrschte dort durchaus die Meinung, dass Helden, die den ganzen Tag kämpfen, nicht unbedingt zu einem BMI über 30 neigen. Man könnte argumentieren, dass Magier und Priester vielleicht doch eher sessil sind – aber auch die turnen in den Spielen schließlich mitten in der Schlacht herum und sitzen nicht nur im Studierzimmer.

Jedenfalls sehe ich im WoW-Fanart-Tag derzeit eine überraschend große Menge an nicht nur pummeligen sondern knallhart morbid adipösen Elfen, Trollen und Worgen. Praktisch immer weiblich und sehr oft in p0rnösem Zusammenhang (dabei dem Schema folgend: Frau sehr, sehr dick, der Mann dazu durchtrainiert … Honi soit qui mal y pense …).

Das soll jetzt keine moralische Entrüstung sein. Jedem Tierchen sein Plaisierchen. Aber ich bin über die Frequenz und Heftigkeit verwundert. Das sind nicht Blutelfenmädchen mit einem KFA von 30, statt 15, wie es im Spiel dargestellt wird. Das sind Draeneidamen mit einem Arsch wie ein mittlerer Feldflugplatz und Titten zweimal größer als der Kopf. Und diese Titten sehr anatomisch korrekt auch bis auf den ausladenden Bauch hängend. Da haben die Artists durchaus ihre Hausaufgaben gemacht und es ist „naturnah“.

Okay, Cellulitis, Lipödeme und Dehnungsstreifen haben es noch nicht bis in die Fanart-Szene geschafft, aber ich vermute, das ist nur eine Frage der Zeit.

Ich finde es großartig, dass Blizzard mit der neuesten Erweiterung bei menschlichen Modellen nun auch sehr dünne und ziemlich dicke Menschen anbietet … aber lustigerweise gibt es bei den weiblichen Modellen nur die dickere Variante. Dünn dürfen nur die Männer sein. Warum diese Entscheidung fiel, darf sich jeder selbst ausmalen.

Klar, in den Spielen selbst bleibt die Mehrheit der Charaktere „normschön“ und durchtrainiert – aber dennoch genug Körperformenrepräsentanz. Außer man ist klein und androgyn (ich motze dann doch ein bisschen).

Ich verstehe auch, dass man als dicke Gamerin das Bedürfnis hat, sich dargestellt zu sehen und deshalb Fanart mit übergewichtigen Protagonisten schafft. Ich selbst hatte dieses Bedürfnis zwar auch mit BMI 30 nicht, meine dargestellten Charaktere waren immer shredded, weil mir nie wichtig war, körperlich genauso auszusehen, wie die überlebensgroßen Helden eines Computerspiels (und auch jetzt keine unterdurchschnittlich großen, fehlsichtigen, socially awkward Pixelmännlein brauche, um mich hineinfühlen zu können), aber ich bin nicht repräsentativ. Gerade nicht auf Tumblr.

Jedenfalls, um dieses verwunderte Herumgemäandere (dieses Wort gibt’s mit ziemlicher Sicherheit nicht) mal zu einem Schluss zu führen: Das, was man in der Realität in der Fußgängerzone sieht, die über 50% Übergewichtigen, die haben sich nun auch die Gaming-Fanart-Szene erobert. Und ich gebe zu, dass es meine Vallejo-Cho-Bell-Frazetta-Rojo-sozialisierten Augen herausfordert.

Es ist nicht so, als gäbe es jetzt nur noch adipöse Fanart. Genug „Normschönes“ für meinen Geschmack ist immer noch dabei, ja, sogar mehrheitlich. Aber der Trend ist bemerkbar und verwundert mich eben. Weitere Normalisierung von Übergewicht. Die Bewertung fällt je nach Betrachter unterschiedlich aus.

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Suchtanfällig

Die Abkühlung kam noch nicht ganz an. Bei mir in der Wohnung sind’s immer noch dreißig Grad, trotz die ganze Nacht offenen Fenstern. Deshalb konnte ich mich noch nicht zu langen Hosen durchringen und habe den Kompromiss „Hotpants mit Leggins“ geschlossen. Auch nicht zu kalt. Und statt Tanktop normales T-Shirt. Am Wochenende muss dann aber wohl doch mindestens ein Jäckchen dazukommen.

Ich fürchte, ich bin tatsächlich leicht abhängig zu machen. Nicht von Alkohol (schmeckt nicht), Zigaretten (stinken) oder Drogen (triggern nur heftige Panikattacken, das macht keinen Spaß), aber Dinge, die ich genieße, muss ich bis zum Exzess und über die Schmerzgrenze hinaus haben. Und bis zur sozialen Isolation.

Was Essen angeht, bin ich da vermutlich mit den meisten (Ex-)Übergewichtigen in guter Gesellschaft. Zu viel Essen betäubt auf angenehme Weise und gutes Essen ist auch in größeren Mengen ein Genuss. Zwar merke ich, dass mir (billige) Schokolade tatsächlich nicht mehr so gut schmeckt wie früher (das fettige Mundgefühl stört mich mittlerweile ein wenig), aber das hindert mich nicht daran, alle Schokolade aufzuessen, die ich habe. Weshalb ich eben keine habe. Lässt sich also umgehen.

Inzwischen bin ich eine der Personen, die völlig ungewollt den Mythos „kann alles essen und nimmt trotzdem nicht zu“ erzeugt. Denn ich esse in Gesellschaft wie der letzte Mensch: Fett, Zucker, Salz, Weißmehl in Unmengen. Da geht gern mal ein komplettes Tagesbudget an einem Nachmittag oder Abend rein. Dass ich zu Hause keine Süßigkeiten oder Backwaren habe und unter der Woche wenig esse und viel Sport mache, sieht man von außen natürlich nicht.

Früher, als ich noch dick war, habe ich genauso gegessen. Aber eben zu Hause auch.

Diese Suchtbaustelle habe ich also einigermaßen im Griff. Sie ist noch da und ich muss beim Einkaufen sehr aufpassen. Besonders der Samstagmorgen-Einkauf nach dem Sport (da komme ich im Prollo-Kaufland vorbei, um all’ das zu kaufen, was es beim Lidl nicht gibt) ist problematisch. Nach dem Training habe ich Appetit und dann umgibt mich im Laden regalweise Süßkram … schwierig!

Aber prinzipiell läuft es da. Mit Stolperern, aber ich bleibe zäh.

Bleiben noch die Süchte, die so gut mit meiner Angsterkrankung Hand in Hand gehen.

Ich liebe MMOs. Nicht, dass ich dort außer mit Freunden Gruppencontent machen würde – aber ich kann mich stunden-, tage- und wochenlang in diesen riesigen Welten verlieren. Ganz für mich sein und nicht aus dem Haus gehen.

Als meine Angst/Depressionskombi auf dem Höhepunkt war, lief jedes Wochenende so ab: Freitagmittag einkaufen, heimkommen, Computer einschalten und abtauchen. Montags dann wieder zur Arbeit. Ich habe mehr als 48 Stunden meine Wohnung nicht verlassen. Regelmäßig. Und Freunde angelogen und abgewiesen, nur um so zurückgezogen sein zu können.

Ist zum Glück vorbei. Therapie und ein stabiles, helfendes Umfeld haben mich gerettet. Nicht, dass ich jetzt eine Partysau wäre (der Erklärfaun und ich haben das Credo: Die echte Party ist immer in der Küche!) und nicht, dass nicht jede Verabredung und jeder Termin eine Anstrengung und Herausforderung wären … aber ich nehme sie an. Ich pflege Freundschaften und verlasse meine Comfort Zone.

Und dann kommt Blizzard mit einer Hammer-Erweiterung für WoW um die Ecke und plötzlich ist wieder 2005 und ich suche in den Barrens Mankriks Frau (wer diesen Uralt-Witz versteht, war damals dabei!). Ich ertappe mich, wie ich eine durch Stau um eine halbe Stunde verlängerte Heimfahrt als Grund nutze, statt ins Training lieber nach Azeroth zu gehen. Nicht gut!

Ich muss mich sehr beobachten und an der Leine halten, um nicht wieder völlig im Spiel zu versinken. Mir ständig sagen „läuft nicht weg, das kannst Du auch nächste Woche/nächsten Monat noch machen“.

Methadon ist, dass ich meine Charaktere zeichne. Lenkt ab, ist kreativ. Und ich werde dieses Wochenende nicht zu Hause sitzen. Ich werde mit den Liebsten Qualitätsfreitag haben, Sport machen, Mealpreppen, Warhammer Killteam spielen, Pizzabrot essen (viel besser als Pizza!) und Werewolf spielen.

Ich werde am Sonntag auch ein wenig alte Trollruinen erforschen oder Cthulhu-eske Kulte zerschlagen – aber eben nur ein wenig. Ich schaffe das!

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Stolperbanane

Gestern hatte ich aus unerfindlichen Gründen geradezu wölfischen Hunger. Alles normal, ich habe keinen Sport gemacht (außer das tägliche Morgenbodyweight, natürlich), das selbe gleiche gegessen wie den Tag zuvor und trotzdem … ich hätte ein halbes Schwein auf Toast fressen können! Keine Ahnung, was da los war. Tobende Hormone? Sich ankündigender Wetterwechsel?

Dennoch habe ich die vom Meeting übriggebliebenen Käsebrötchen/Schokocroissants (ja, der Verlag füttert seine Gäste gut!), mit denen Empfangslady C. herumging, ausgeschlagen. Hätte mich nur hungriger gemacht. Aber nach dem Abendessen bin ich dann doch eingeknickt und habe mir zwei kleine Bananen und ein Glas Kokosmilch reingefahren. Beim besten Willen nicht im Kalorien-Ballpark eines Schokocroissants oder eines belegten Brötchens … aber unnötig! Ich hatte auch ohne diesen Zusatz genug Nährstoffe. Ich habe mir also einfach so das feine 700er-Defizit um 250 Kalorien eingedampft, weil ich mich nicht beherrschen konnte. Echt jetzt, Bananas of Shame! So läuft das mit dem Cutting nicht und ich passe morgen nicht in meine langen Hosen.

Nein, das meine ich nicht ernst. Ich habe genug Hosen, in die ich passe. Und ob die beiden Skinnyjeans mir jemals wieder passen werden ist mit den Wadenmuskeln sowieso fraglich. Lieber Muskeln als Skinnyjeans.

Am Anfang, als ich gerade endlich, endlich mein Zielgewicht erreicht hatte, waren Skinnies eine feine Bestätigung und ich habe sie sehr genossen. Aber jetzt arbeite ich ja aktiv daran, einen runderen Hintern zu bekommen (Fuck yeah, Single Leg Glute Bridge!), weil es nicht mehr nur darum geht, dünn zu sein, sondern fit und gut bemuskelt wichtiger geworden ist.

Trotzdem ist es schwierig, da Abstriche zu machen. Aber es ist eine sehr eindeutige Kuchen/behalten/essen-Situation und ich habe meine Wahl getroffen. Die nicht jeder versteht. Eine Kollegin war sehr erstaunt, dass ich sagte, ich hätte nicht die Figur, eine Bolter Bitch zu cosplayen und konnte nicht verstehen, dass es nicht darum geht, in ein enges Kostüm reinzupassen, sondern darum, es ästhetisch auszufüllen.

Ich bin aber auch vermutlich mal wieder ein perfektionistisches Wrack.

Ganz davon ab, dass ich eh nie etwas cosplayen würde. Viel zu feige. Irgendwann eine Beskar’gam. Aber nur, weil ich sie haben will.

So, nun auf in den hoffentlich letzten zu heißen Tag, abends schön Training und dann eine Banane oder auch nicht. Oder diesen veganen Quark aus Kokosmilch mit Erdbeere. Der ist auch sehr lecker.

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Body-Egalness, Oberschenkel-Edition

Body-Egalness ist ja mein großes Ziel. Soweit kommen, dass ich „joarrr, okay“ zu meinem Körper sagen kann. Ich werde ihn, egal, was man mir verspricht, mit ziemlicher Sicherheit nie lieben oder in seiner Gesamtheit schön finden. Aber Egalness wäre schon toll.

Und nun hat mir die Hitzewelle Oberschenkel-Egalness beschert!

Ich mag eigentlich wenig an der derzeitigen Wetterlage. Außer das Spätsommer-Grillenkonzert. In der bepflanzten Verkehrsinsel-Einbuchtung vor unserem Haus wohnen etliche Grillen und die können Spätabends wirklich laut werden. Auf gute Weise. Sehr hübsches Augustfeeling. Wie in so einem Anime.

Aber ansonsten … nicht sehr angenehm. Ich bin froh, in Auto und im Verlag Klimaanlage zu haben. Trotzdem muss man sich maximal angepasst anziehen. Weshalb ich derzeit praktisch ständig diverse Kombinationen von „Tanktop und Hotpants“ spazieren führe. Und das ist eine ziemliche Leistung, weil ich schlimme Oberschenkel habe. Sehr schlimme Oberschenkel.

Egal wie viel Muskelmasse dazukommt – sie bleiben unförmig und klumpig. Irgendwie sitzen da Fettreste, die ich einfach nicht loswerde, wie sehr ich auch cutte. Vielleicht braucht es einfach nur noch einmal ein halbes Jahr, was weiß ich. Aber derzeit habe ich echt in meinen Augen unmögliche Oberschenkel.

Aber Eitelkeit ist eine Sache, 39,5 Grad auf dem Autothermometer eine andere. Irgendwann kommt man ins Scheißegal-Mindset und das isses dann. Body-Egalness!

Ansonsten? Ich darf bei Butzel eine Sorte Tabletten weglassen. Nun also nur noch je eine halbe Luminalette morgens und abends. Ich hoffe, das klappt. Ich beobachte nun bangend, ob Anfälle ausbleiben. Die Elterneinheiten haben gestern Abend gezeigt bekommen, wie man diese Tabletten verabreicht und sind nun gerüstet, wenn ich nächste Woche abends ein paar Mal nicht da bin.

Außerdem? Heute noch einmal bei Extremtemperaturen Sport. Einerseits natürlich große Vorfreude auf den angekündigten Temperatursturz, andererseits ist es derzeit immer so wunderbar leer im Gym. Ach, irgendwas ist immer!

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Wassereinlagerungen und Wicked Abs

Seit ich mich nicht mehr wiege, sondern nach Spiegel und Klamottensitz gehe, bekomme ich Wassereinlagerungen weniger mit. Zwar schon und es ist immer noch blöd – aber es macht mich nicht mehr so wütend. Gestern Nacht bin ich vermutlich zwei Liter Wasser losgeworden. Dabei hatte ich noch nicht einmal besonders viel getrunken. Und ich esse sehr viel schlimme Kohlenhydrate in Kartoffelform. Aber das kümmert meinen verrückten Körper ja selten. Er lagert Wasser ein, wenn er es für angebracht hält.

Heute werde ich wieder einen regulären Trainingstag einlegen. Ich freue mich schon sehr. Ich habe im Moment eine emotional stressige Woche. Menschkontakte reiben mich gerade stark auf. Da ist Sport ein feiner Ausgleich. Vorgekocht ist schon (das lief am Dienstag eins A. Vielleicht sogar etwas viel), Sportrucksack liegt im Auto.

Anderes Sportthema. Ich bin mir unsicher, was Reverse Crunches betrifft. Ich sehe dazu einige Varianten und habe auch schon mehrere ausprobiert – und irgendwie scheinen sie unterschiedliche Muskeln anzusprechen. Oder kommt mir das nur so vor?

Lange Zeit habe ich sie mit gestreckten Beinen von ganz unten bis über Kopf gemacht. Nun habe ich mal eine andere Variante mit angezogenen Beinen und ganz langsamem Absenken ausprobiert (siehe oben. Hauptsächlich weil der Hund so putzig ist). Was stimmt nun? Oder sind das völlig verschiedene Übungen und sie werden nur manchmal gleich benannt?

Tatsache bleibt natürlich, dass man meine Abs nur dann sieht, wenn ich mal grade nicht von einem Doppelzentner Gemüse einen Kugelbauch habe. Dann aber tatsächlich schon. Besonders die Abgrenzung zu den Seiten. Finde ich gut. Trotzdem ist da noch eine ordentliche Fettschicht drüber. Ich schätze locker eine gute Fingerbreite. Man kann zumindest reinpetzen.

Ich habe mir überlegt, ob es eine gute Idee wäre, J1 anzubieten, gemeinsam abzunehmen. Ich habe ihn so lieb und Angst, dass er mit seinem Gewicht Gesundheitsprobleme bekommt (who am I kidding … die hat er schon!). Ich will ja noch weiter runter und vielleicht motiviert es ihn, wenn wir gemeinsam TDEE ausrechnen und so. Er ist als Physiker ja Technikfex und bestimmt mit Zeug wie MyFitnessPal zu kriegen. Und Low Carb könnte ihm als Fleischesser auch gut gefallen. Ich weiß aber nicht, ob das nicht zu frech reingeredet wäre. Man will ja auch nicht der blöde Besserwisserarsch sein, der mit „ja, guck, bei mir hat das geklappt, also muss es das bei dir auch!“ anrutscht. Das hilft niemandem.

Vielleicht fühle ich mal ganz vorsichtig vor, wenn wir allein reden. Was ich dann sage, muss ich aber noch gut überlegen.