Weniger

Stiftung Flavourtest

Zunächst einmal: Die Stranger Days sind nicht wirklich besser geworden. Man erfährt nach und nach Dinge, die einem die Augenbrauen bis zum Haaransatz hochtreiben. Und man fragt sich, warum man die ganze Zeit nichts gemerkt hat. Die Anzeichen waren da.

Egal. Tempi passati. Alles wird sich zeigen.

Ich habe zwei neue Flavour von Blackline bestellt. Paenutbutter Caramel und New York Cheesecake. Ersteres ist eher … naja. Note to self: Keinen Flavour mehr mit Karamell kaufen. Die waren bisher bei keinem Hersteller auch nur ansatzweise lecker. Keine Ahnung, was da schiefläuft. Denn zuckerfreie Karamellbonbons schmecken großartig. Aber als Flavour ist das zum Davonlaufen. Kein Stück Karamell, kein Bisschen Peanutbutter. Einfach nur chemischer Bapp. Buärgs.

Entsprechend desillusioniert bin ich deshalb an den New York Cheesecake gegangen. Vor allem, als mir nach dem Öffnen der Dose ein durchdringender Parmesangeruch entgegenschlug.

Naja – ist auch ein Käse. Da kann ich mich nicht beschweren. Demnächst vielleicht auch Strawberry-Roquefort. Oder Blue-Stilton-Kirsche. Mjam-mjam. Aber ich erinnerte mich, einmal gelesen zu haben, dass man nicht nach dem direkten Geruch gehen darf. In die Trägersubstanz einrühren, etwas warten. Dann hat sich die Basis ein wenig verflüchtigt und man kann das Ganze sinnvoll beurteilen.

Und was soll ich sagen? Eine Offenbarung! In Quark lecker, in Porridge wundervoll! Kommt auf die „unbedingt wieder kaufen“-Liste, die bei Blackline immer länger wird. Bis jetzt stehen Tiny Milk Chocolate, VanillaKilla, Marzipan, Hazelnut Spread und nun auch der New York Cheesecake drauf. Fünf Varianten für Quark, Porridge, Pudding und Shake zu haben ist doch schon prima. Wenn ich wieder eine Dose leer habe, werde ich die Kokos-Variante (White Coco Ball) mal testen. Fruchtige Flavour interessieren mich nicht so sehr. Da aromatisiere ich lieber mit Originalfrüchten. Aber klebrige, cremige Süßspeisen mit wenig Kalorien sind schon eine tolle Sache.

Ich werde übrigens immer noch nicht braun, obwohl ich die ganze Zeit in Shorts und Tanktop herumlaufe. Ich bekomme nur winzige Sommersprossen. Fianna Galliard, that´s me.

Aber in diesem Satz (nicht dem Fianna-Satz. Dem zwei davor) ist etwas versteckt, was für mich ein großes Wunder ist: Shorts tragen! Ich habe seit bestimmt zehn Jahren keine kurzen Hosen mehr getragen. Ich bin zwar immer noch der Meinung, dass meine Oberschenkel – Normalgewicht hin oder her – elefantös sind (und Squats und Laufen machen es wahrscheinlich auch nicht besser, nur definierter), fühle mich aber wohl genug, Shorts anzuziehen. Ich! Shorts!

Großartig.

Hosengrößen

… werden offenbar ausgewürfelt. Ein Inch ist ein Inch ist ein Inch? Nope, nicht in der Modebranche. Kaufe ich mir bei H&M eine 29er Jeans sitzt sie eng aber gut. Bei diesem Outlet-Dings ist 29 etwas weiter und bei Esprit ist 29 sehr, sehr gemütlich. Ja, ich weiß schon, dass auch der restliche Schnitt viel dazu beiträgt, wie sich eine Hose anfühlt. Aber die „29“ ist doch die Bundweite. Und damit eine feste Zahl. Und wenn sie es nicht ist – wozu braucht man dann überhaupt irgendwelche Angaben? Dann kann man auch gleich die bekloppten Fantasiebezeichnungen der Fatacceptance übernehmen und ich habe dann Hosengröße „lovely“ oder „gorgeous“ oder „goddess“ oder „Pommes Schranke“, die mir so viel oder wenig sagen wie 29.

Dieses Durcheinander und diese Unkorrektheit führt dazu, dass ich mir keine Kleidung online bestelle, bei der die Größe wichtig ist (außer Sport BHs. Da stimmen die Angaben seltsamerweise wieder). Denn mir alles in drei Größen zum Probieren bestellen und dann wieder zurückschicken nervt mich zu sehr, als dass es mir Vorteile bringen würde.

Klamottenkaufen ist also nicht einfacher geworden, seit ich normalgewichtig bin. Nur anders. Und weniger stressig, weil ich mehr in meiner Größe finden kann, ohne mich anzustrengen. Gerade bei Esprit – wohin ich fast nie gehe und nur dort war, weil der Erklärfaun nach reduzierten Anzügen geschaut hat – scheint es generell eher kleinere Größen zu geben. Schade, dass mir Esprit vom Stil her zu … hmm … nett ist. Mir fällt gerade kein anderes Wort ein. Ich habe mir eine Jeansshort gekauft und die sieht auch sehr fein aus, aber einfache, gestreifte Tops sind eben nicht so meins.

Egal. Einkaufen ist nicht wirklich wichtig.

Trainingsmäßig lief gestern gar nichts mehr. Ich war völlig fertig, stand absolut neben mir und fühlte mich wie mit Watte ausgestopft. Ich vermute, die ständigen Wetterwechsel der letzten Zeit gehen langsam an mich. Jedenfalls wurde alles erst kurz vor der Bettzeit ein wenig besser. Ich habe beschissen geschlafen und bin nun grantig aber körperlich ganz okay. Diese Woche sieht es leider wieder nach viel zu viel Hitze aus, so dass ich mich zwar zum Laufen motivieren kann, es aber garantiert dem schwitzend-stinkenden-Müffelluft-Schweinehund zum Opfer fallen wird, ins Gym zu gehen. Ich brauche dringend Kurzhanteln, damit ich zu Hause an der frischen Luft trainieren kann. Die zwei-Kilo-Kinderhanteln, die ich habe, mögen ja als Zusatzgewicht beim Shred ganz nett sein, taugen aber sonst leider zu nichts.

Zum Glück jogge ich jeden Tag an einem riesigen Decathlon-Lager mit angeschlossenem Verkaufsraum vorbei. Es ist also kein unüberwindliches Hindernis, sich Hanteln zu besorgen.

Test-Wasserballon

Wolftattoo_Test

Man kann in einer Überschrift mehrere Themen verbinden! Und das mit nur einem zusammengesetzten Wort!

Als erstes natürlich: Mein nächstes Tattoo. Die Waldnymphe hat mich fotografiert und ich habe meinen ersten Entwurf mal an die richtige Stelle platziert. Ob ich damit zufrieden bin, weiß ich noch nicht. Denn eigentlich wollte ich nie Tattoos an Stellen, die ich ohne die Hilfe mehrerer Spiegel nicht sehen kann. Die Stelle meiner Wahl – über dem rechten Beckenknochen – wurde aber generell als „echt prollig“ abgetan und nun bin ich verunsichert. Vielleicht fotografiere ich mich noch einmal, um den kompletten Bezug zum schon Vorhandenen auf dem rechten Arm zu haben.

Am Samstag wollte der Erklärfaun sowieso in unsere Tattoobutze, da könnte ich mich mal beraten lassen. Obwohl dort Samstags immer der Papst im Kettenhemd steppt und man ewig warten muss. Mal sehen.

Und als zweites Element der Überschrift: Wasser. Immer noch vier fucking Kilo davon auf den Rippen! Ich spüre es deutlich und komme langsam in die jetzt-nervt´s-Zone. Am besten eine komplette Woche ganz ohne Sport oder was? Das kann´s ja auch nicht sein!

Auf jeden Fall erstaunlich: Früher hätte ich behauptet, dass niemand solche Schwankungen merken könnte. Aber mittlerweile sind vier Kilo Wasser echt ein ganz anderes Lebensgefühl. Vor allem: Nicht nur, dass der Dreck am Bauch sitzt … nun reiben auch manchmal, wenn ich mich seltsam bewege, meine Oberschenkel beim Laufen wieder aneinander! Das geht mal gar nicht. Das muss aufhören. Aber was soll ich außer Brennnessel/Grüntee trinken und Sport ausfallen lassen noch machen? Wieder Defizit essen? Bringt bei Wassereinlagerungen grade mal überhaupt nichts, wäre also nur eine Panikreaktion.

Abwarten. Ruhig bleiben. Die Notausgänge befinden sich an den Seiten.

Filterbubbles und Überraschungstofu

Gestern las ich in einem Blog, das ich seit längerer Zeit mit großem Vergnügen und generellem Gewinn verfolge, die Überschrift „An Kalorien glaube ich nicht“. Der Blogbeitrag selbst ging mehr darum, dass es schwierig sei, den physiologischen Brennwert von Nahrung überhaupt korrekt zu ermitteln, was ja prinzipiell nicht falsch ist.

Die folgenden Kommentare aber … Nun, ich habe mich, zusammen mit ein, zwei anderen, redlich bemüht. Aber anscheinend ist es nun schon in der Mitte der Gesellschaft angekommen, alles, was mit Kalorienzählen oder CICO zu tun hat, als Humbug abzutun. Und jeden, der damit abnimmt/abgenommen hat als „glücklichen Einzelfall“ und anekdotisch abzustempeln (lauter glückliche Einzelfälle in meiner Umgebung. Erklärfaun 60 Kilo, Frau Schwan 80 Kilo, Kollege H. 20 Kilo, Kollege B. 10 Kilo, Kollege Ch. 8 Kilo, Schwester 10 Kilo, Mutter 5 Kilo … boy, ain´t we lucky?).

Ich habe irgendwann einfach aufgegeben. Ist schließlich nicht meine Aufgabe. Jeder darf so dick sein, wie er mag. Jeder darf Kalorien zählen oder auch nicht.

Aber die Frage bleibt, ob die Leute, die vehement bestreiten, dass man feststellen könnte, wie viel Kalorien ein Lebensmittel wirklich an Brennwert liefert, weil jeder Körper anders ist und der Stoffwechsel viel zu kompliziert für solche Vereinfachungen wäre … ob diese Leute denn dann die Tabletten nehmen, die ihr Arzt ihnen verschreibt? Denn immerhin kann man ja nicht sagen, wie die Wirkstoffe darin vom Stoffwechsel verarbeitet werden und jeder Körper ist individuell in seinen Aufnahmefähigkeiten.

Aber das ist vermutlich etwas gaaaanz anderes. Der Körper kennt da den Unterschied genau.

Meiner Meinung nach sind Kalorienangaben tatsächlich nur grobe Nährungswerte. Und manchmal sogar ziemlich falsch, wie die Sache mit den Mandeln zeigt. Aber … ist das ein Grund, das Kalorienzählen sein zu lassen, nur weil man eine gewisse Fehlerquote immer dabeihat? Natürlich nicht. Denn selbst nur zu 80% korrekte Angaben sind besser als gar keine, wie man an den immer wieder gezeigten falschen Verbrauchs-Selbsteinschätzungen sehen kann. Da sind nämlich Abweichungen von 100, 200% keine Seltenheit.

Gibt ja zum Glück das, was im fatlogic-Subreddit gern [Sanity] getagged wird. Zum Beispiel das hier. Oder das hier.

Dennoch ist es nicht meine Aufgabe, das meinungsmäßig gefestigten Menschen, die „noch nie Kalorien gezählt“ haben, nahezubringen. Ich finde Blicke aus meiner Fitness/Ernährungs/Bodybuilding-Filterbubble hinaus gelegentlich sogar ganz spannend.

Ich bin im Ganzen etwas gelassener geworden, was den holprigen Beginn der Haltephase angeht, da @Kore aus dem Ohne-Unsinn-Forum davon erzählt hat, wie es ihr zu dieser Zeit erging und ich etliche Parallelen feststellen konnte. Und als dann noch mehrere Mitdiskutanten Ähnliches berichteten, war ich zwar nicht wirklich beruhigt (ich fühle mich gerade mit 60 Kilo „zu fett“, da kann von „Beruhigung“ oder „Ratio“ wenig Rede sein) aber konnte meine generelle Hysterie etwas dämpfen.

Was nicht hilft ist, dass der Tofu, den ich im Real gekauft habe, fast doppelt so viele Kalorien hat, wie mein „normaler“ Tofu. Und nein, ich habe nicht aus Versehen den Räuchertofu erwischt. Es ist tatsächlich hundsgewöhnlicher Tofu. Mit 124 Kalorien pro hundert Gramm. Nicht etwa den gewohnten 60 bis 80 Kalorien. Ich bin selbst schuld. Hätte ich beim Kauf genauer geschaut und mich nicht darauf verlassen, dass Tofu immer ungefähr gleich viele Kalorien hat.

Andererseits passt er gut ins Budget und schmeckt auch. Beziehungsweise nimmt gut Geschmack an.

Mittlerweile habe ich durch pure Sturheit auch meine Nagelbettentzündung ohne einen Tag Sportpause hinter mich gebracht. Meine guten Laufschuhe haben einiges dazugetan, in dem sie es irgendwie geschafft haben, dass mir der Zeh darin nicht besonders wehtat. Nur ein bisschen. Jedenfalls weniger als in den normalen Schuhen.

Jetzt habe ich Muskelkater in der rechten Wade vom Schonen des linken Fußes. Aber den kann man ja wunderbar weglaufen.

Meine Lernkurve ist eine Flatline.

Unmut und so

Love me to the end

Computerspielmäßig ist mir derzeit mehr nach Düsternis in Second Life.

Eigentlich wollte ich mich dadurch, dass ich erst einmal eine Zeitlang Gesamtumsatz esse, von Stress befreien. Sowohl körperlich (immerhin baut das Cortisol ab) als auch seelisch. Damit ich mich mehr auf Sport konzentrieren kann. Dass ich wieder etwas Normalität haben kann.

Dummerweise explodiert mir dieses Vorhaben gerade in Zeitlupe direkt ins Gesicht. Anstatt, dass das eingelagerte Wasser nun verschwindet, bin ich nochmal zwei Kilo schwerer geworden. Ich bin wieder über sechzig Kilo. Ganz großes Kino. Ich habe gar keine Lust mehr, herauszufinden, was das mit meinem Körperfettanteil gemacht hat. Ich bin also wieder soweit, mich jeden Tag zu wiegen und immer genervter und zwanghafter zu werden.

Und, ja, ich habe das Gefühl, dass die Diät mir vielleicht nicht „den Stoffwechsel zerstört“ hat, aber irgendetwas hat sich definitiv so verändert, dass mir sogar 1550 Kalorien pro Tag zu viel sind. Trotz jede Woche vier, fünf Stunden Sport.

Besteht mein weiteres Leben also darin, wieder auf 1000 bis 1200 Kalorien zu gehen und dort zu bleiben? Na super. Da wäre es wohl wirklich besser gewesen, fett zu bleiben. Da hatte ich wenigstens keinen Frust mit dem Essen, konnte mir Schokolade oder Kekse leisten, ohne Zucken am Augenlid zu bekommen und habe mich nicht darüber definiert, wie ich aussehe. Und scheißegal, ob ich dann keine fünf Kilometer am Stück mehr Joggen oder Gewichte stemmen kann, wenn ich dafür nicht mehr diesen völlig unberechenbaren Schwankungen ausgesetzt bin. Für meine Seele bringt es derzeit gar nichts, körperlich gesund zu sein, wenn der Preis ist, dass ich so verdammt wenig essen darf, damit ich nicht wieder zunehme (und dann trotzdem shitfucking zunehme!). Ich will wieder Nudeln essen können. Und Brot. Und Gebäck, das nicht auf Teufel komm raus von jedem Geschmacksträger befreit wurde, damit es ins Budget passt. Ich will keine Selbsthass-Attacke mehr, wenn ich eine Banane esse, wo doch andere Obstsorten viel kalorienärmer sind. Ich will Vollmilch trinken, ohne dafür eine Mahlzeit zu streichen.

Ich will mein Leben zurück.

Mein Essen für heute:

  • Quarkporridge (362)
  • Zwei Scheiben Bananenbrot (133)
  • Ofengemüse mit Tofu (500)
  • Banane mit Erdnussbutter (263)
  • Skyr mit Brombeeren (253)

Macht zusammen 1511 Kalorien. Drauf geschissen.

Sieben fette und sieben magere Kühe

Sehr biblisch, nicht wahr? Und ich habe keine Ahnung, in welchem der Jahre ich mich gerade befinde. Essenstechnisch bestimmt wieder am Anfang der fetten Jahre. Und deshalb muss ich aufpassen wie ein Schießhund. Denn schon das Pfingstwochenende hat gezeigt, dass ich immer noch so eine Buffettfräse bin, die problemlos genau so viel essen kann, wie ihre deutlich größeren und schwereren Partner! (Davon unabhängig: Es war ein bisschen gruselig, dass wir drei bei J1s Geburtstagsfeier die einzig Normalgewichtigen waren.)

Auf jeden Fall muss ich weiterhin aufpassen. Ich bin sehr dankbar für meinen geregelten Wochenrhythmus, der mir zumindest von Montag bis Freitag die Kontrolle verschafft, die ich offenbar immer noch brauche.

Heute gibt es zum Beispiel zum Mittagessen den leckeren Quarkporridge mit Himbeeren (360 Kcal) und 250 Gramm Magerquark mit 100 Gramm Cherrytomaten (185 Kcal). Abends gibt es 300 Gramm Zucchini, 150 Gramm Gelberüben, 250 Gramm Tomatensauce, 150 Gramm Spitzpaprika und 200 Gramm Tofu (zusammen 416 Kcal). Und zum Nachtisch eine Banane mit Erdnussbutter (270 Kcal). Je nach Laune dann noch einen Pott Skyr mit frischen Heidel- oder Brombeeren (zusammen 253 Kcal) – aber nur, falls ich heute Laufen gehe, was noch nicht sicher ist, weil ich mir eine kleine Nagelbettentzündung gefangen habe, die bei jedem Schritt schmerzt. Nun überlege ich noch, ob ich heute Abend eine Sissy bin oder nicht. Mit diesen Nahrungsmitteln komme ich also auf knapp 1550 Kalorien. Absolut vertretbar und auch genug. Also fette Kühe für mich!

Magere Kühe gibt es allerdings an der Skyr-Front. Jetzt habe ich mich gerade daran gewöhnt, dass der Lidl-Skyr die optimale Portionsgröße hat (ich mag eigentlich nur den Naturskyr. Die Früchte haue ich mir lieber selber rein), da beschließt unser örtlicher Lidl, dass sie komplett abreißen und neu bauen müssen, um nicht gegen den ebenfalls gerade zum Proll-Chic-Shoppingtempel renovierten Aldi fünfzig Meter weiter abzustinken. Finde ich unnötig, da ich den ranzigen Charme der Achtziger sehr schätze. Ich brauche kein Einkaufserlebnis, ich brauche Lebensmittel. Aber ich bin da offenbar nicht in der Mehrheitszielgruppe. Also bis November entweder keinen Skyr für mich (Aldis Miniskyrbecher sind Killefitt, da kaufe ich dann lieber wieder Magerquark) oder eine gelegentliche Odyssee zum Lidl im Nachbarort, um eine Palette Milchprodukt einzusacken, die mir dann den Kühlschrank vollstellen werden. Hrmpf und so.

Von den Nahrungseskalationen (fette Kühe! Auch für Vegetarier! Geniale Bananen-Erdnuss-Patty-Burger!) mal abgesehen war Pfingsten aber super. Viel gespielt, viel gelacht. Und mit dem Erklärfaun Pläne geschmiedet, wahlweise mit dem Containerschiff nach Island, dem Unimog nach Wladiwostok oder dem Mähdrescher durch Moldawien zu fahren. Bis auf Letzteres meinen wir das – sehr zum Entsetzen der Waldnymphe – auch durchaus ernst. Der „great american road-trip“ in der Osteuropa-Variante. Wäre schon cool. Dauert halt lange. Und man muss den Unimog dann vor Ort verhökern und mit der Transsib zurückfahren. Was bedeutet, dass wir noch einen Mitreisenden mit Russischkenntnissen brauchen. Ich fürchte, dieser Reisetraum benötigt noch ein wenig Finetuning.

Fortgesetzte Selbstsabotage

Nicht in Sachen Ernährung oder Sport. Da läuft es prima. Mein Quark-Porridge-Monster als Mittagessen ist eine großartige Sache, derer ich glaube ich für eine lange Zeit nicht überdrüssig werde. Sehr sättigend und lecker. Und das Laufen geht auch sehr gut, trotz tropischer Temperaturen. Ich muss wieder mehr Krafttraining machen, das ist zu wenig, was ich derzeit dafür tue. Ich halte damit zwar meine Leistung, komme aber nicht voran. Aber es ist so waaaarm, da ist es viel besser, nicht in einem stickigen Gym Sport zu machen, sondern in der freien Natur.

Wo es nicht gut läuft ist in meinem Kopf. Ich glaube, ich muss mal einige Zeit vom Ohne-Unsinn-Forum Abstand nehmen. Es ist ein toller, unterstützender und sehr rationaler Ort. Das mag ich sehr. Aber meine ungesunde Kompetitivität schlägt gnadenlos zu, wenn ich lese, was sich andere Leute für ehrgeizige Ziele gesetzt oder sogar schon erreicht haben. BMI 19. KFA von unter 20% (als Frau) … das ist so verdammt weit weg für mich und ich weiß eigentlich nicht einmal, ob ich das überhaupt machen möchte (nein, ich weiß ziemlich sicher, dass ich es eben nicht möchte), aber trotzdem geht bei mir sofort das „wenn du das nicht auch schaffst, bis du ein verdammter Fehlschlag. Das übliche Versagen, war ja klar!“ in der Murmel los. Und das ärgert mich immens.

Solange ich derart destruktives Denken also noch nicht unter Kontrolle habe, sollte ich weniger im OU-Forum lesen. Macht mich nur aggressiv.

Stattdessen mehr das fatlogic-Subreddit. Und das loseit-Subreddit. Die beiden machen mir seltsamerweise viel weniger aus. Vielleicht, weil der Ton ein anderer (wertungsfrei) ist. Oder weil auf Englisch alles netter klingt.

Aber jetzt freue ich mich erst einmal auf ein langes Wochenende. Heute Abend gehe ich mit dem Erklärfaun aus, morgen feiert J1 seinen Geburtstag und am Sonntag ist Mage-Spielen angesagt. Volles Programm!