Nicht viel los und richtig geschätzte Kalorien

No Problems

Mehr Virtuelle-Welten-Fantasy-Gedöhns

Der gestrige Nachmittag brachte im Rhein-Main-Gebiet ein monströses Gewitter, das die Temperaturen um zehn Grad senkte und dafür sorgte, dass ich am Feierabend bei 17 Grad im Verlag losfuhr und bei 27 Grad in Heidelberg ankam, weil es dort noch kein Unwetter gegeben hatte. Sehr schräges Gefühl.

Egal. Abend war sehr schön. If left to our own devices verfallen der Erklärfaun (noch mit sexy Bartstoppeln vom Wildnisurlaub) und ich ja immer in herummäandernde Gespräche. Gestern von der Frage, ob die Transhumane Partei auch in Baden-Württemberg zur Bundestagswahl antritt über Black-Swan-Phänomene zur Außenpolitik des römischen Reiches und dem Brettspiel Pax Britannica. Nebenher haben wir gegessen. Für mich latent stressbehaftet, weil nicht vorgeplant und damit sicher.

Doch ganz entgegen dem postulierten „man verschätzt sich immer um die Hälfte!“, lag ich bei meiner Mahlzeit (Eine Gurke und zwei Tomaten mit einem Esslöffel Öl als Salat, ein Joghurt mit einer Handfläche voll Nussmix und einem Teelöffel Kokosblütensirup, ein Kinder Bueno) mit meiner Schätzung innerhalb von 25 Kalorien richtig! Und ganz im Ernst – 25 Kalorien ist Reibungsverlust. Sei es nicht ganz verdaute Nahrung, doch noch eine Runde um den Block oder auf der anderen Seite ein paar Gramm mehr als gedacht. Das vollständig kontrollieren zu wollen wäre zwanghaft und verdächtig nahe am Wahnsinn.

Ich spare trotzdem weiter, weil ich am Freitag das zweite vor einer Woche gekaufte Eis essen möchte und deshalb ein 1330-Plus brauche. Bisher habe ich 820. Heute schaffe ich allein durch Nahrung 284. Wenn es mit dem Joggen klappen sollte, werden es ungefähr 450. Da fehlt nicht mehr viel bis zum Eimer Nachtisch!

Das Joggen … bis jetzt bin ich vorsichtig optimistisch. Mein Knie fühlt sich noch ein bisschen merkwürdig an, aber das kann auch nur Einbildung sein, weil ich es so genau beobachte. Ich werde jedenfalls erstmal noch zwei Wochen keine Squats oder Leg Press machen. Und weil ich auch noch mit der Schulter vorsichtig sein möchte, bleibt außer Rumpfübungen und ein bisschen Hanteltraining nicht mehr viel. Denn Bankdrücken würde mörderisch reinhauen und ist weniger kontrollierbar (im Sinne von Varianz und direktem Absetzen) als Kurzhanteltraining.

Irgendwie ist es auch seltsam, wie launisch die Schulter ist. An manchen Tagen spüre ich sie kaum, an anderen (heute zum Beispiel) fühlt es sich an, als hätte ich gestern trainiert. Das bleibt ja nun den Rest meines Lebens so. Jetzt, wo ich das weiß, ist es ein wenig ernüchternd. Beruhigend, weil ich weiß, dass es nicht mein Fehler ist. Aber wie gesagt eben auch ernüchternd, weil ich jederzeit damit rechnen muss, zu einer Pause gezwungen zu werden. Ich werde das Schleimrollen mal fortführen. Es hilft zwar nicht gegen den Kalkeinschluss, entspannt aber vielleicht die Restsituation.

Spannung und Abenteuer

Oberon - Stella Splendens

Tage ohne Sport – verbringe ich in virtuellen Welten.

Einerseits kam ich heute Morgen in den Verlag und fand das lange erwartete Cintiq auf meinem Platz (es kommt mir etwas kleiner vor, als ich es erwartet hatte. Der Erklärfaun meinte philosophisch „Ist das nicht immer so im Leben?“), andererseits ist mein Thermo-Kaffeebecher ein bisschen in meiner Tasche ausgelaufen. Was wiederum nicht ganz so schlimm ist, weil die aus LKW-Plane, Sicherheitsgurten und Fahrradreifen besteht und deshalb absolut abwaschbar in jeder Hinsicht ist. Auf jeden Fall der Auftakt eines Tages, der viel Überraschendes verspricht.

Außerdem ungewohnt: Der Erklärfaun und ich werden unter der Woche zusammen abendessen. Tun wir sonst nie. Also, zusammen. Abendessen an sich wollen wir schon jeden Tag. Und immer noch ungewohnt: Auch heute kein Sport. Das wird aber der letzte Tag. Morgen habe ich vor, wieder zu Joggen. Noch kein Bodyweight oder Hanteltraining aber immerhin laufen gehen.

Ich merke, wie die erzwungene Bewegungsarmut mir in mehrerlei Hinsicht schadet. Ich fühle mich rastlos und völlig aus der Spur, so als sei jeder Tag irgendwie um ein paar Grad zur Realität versetzt. Außerdem trinke ich zu wenig und schlafe deshalb (und wegen der fehlenden Bewegung natürlich) schlecht. Gar nicht zu reden davon, dass ich schwarze Gedanken bekomme, denen ich mit Sport in letzter Zeit so mühelos davonlaufen konnte.

Es wird also wirklich Zeit, wieder in meiner Normalität anzukommen. Und die beinhaltet seit einem Jahr eben Sport. Muss sein. Möchte ich so. Um mich körperlich und seelisch wohl zu fühlen. Ganz zu fühlen. Bei mir zu sein.

Erstaunlich, wie viel therapeutische Wirkung Laufen und Kraftsport entfalten kann. Wobei die Pause die letzten Tage schon notwendig war. Ich habe mir jeden Tag die Nackenmuskulatur mit der Schleimrolle bearbeitet, um meiner Schulter etwas zu helfen und das hat tatsächlich etwas gebracht. Der Kalkeinschluss sorgt zwar immer noch dafür, dass ich bei bestimmten Bewegungen einen Schmerz wie leichten Muskelkater habe – aber das wird jetzt eben so bleiben. Damit komme ich klar. Weil ich weiß, was es ist. Und weil ich jetzt auch weiß, wann das Ganze so bedrohliche Ausmaße annimmt, dass ich eine Pause einlegen muss. Es ist wichtig, seine Grenzen zu verstehen und zu testen.

Mit dem Knie bin ich mir noch etwas unschlüssig. Ob es wirklich schon wieder voll einsatzfähig ist. Ich mache weiterhin meine Übungen zur Kräftigung der Stützmuskulatur, werde aber trotzdem morgen die Orthese zum Joggen noch einmal tragen. Im Alltag bin ich schon wieder ohne sie unterwegs und das Knie knackt gar nicht mehr. Finde ich gut!

Jetzt auf in den Tag und sehen, was er mir so bringt. Hoffentlich Zeit, mit dem Cintiq die Otter-Illustration zu bearbeiten.

Die Culinary Diversity-Wölfe stöbern Seltenheiten auf. Teil drei: Grüne Bohnen

Druck

Na gut, Grüne Bohnen sind nun nicht der Seltenheitskracher schlechthin. Aber in dieser Rubrik geht es ja auch eher darum, Dinge zu probieren/mal wieder zu kochen, die sich außerhalb meines kulinarischen Trottes bewegen. Und das war bei beiden Komponenten gegeben: Grüne Bohnen mache ich selten, weil mir die Putzerei so öde ist und die Tofu-Hackbällchen vom Aldi hatte ich vorher noch gar nie probiert, da sie doch recht kaloriendicht sind – fast hundertachtzig Kalorien pro hundert Gramm ist für Tofu schon eine Hausnummer.

Grüne Bohnen aus dem Ofen mit Tofubollen. Sehr lecker. #vegane #todayiate

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Aber gestern passten sie gut ins Budget. Und sättigten dann auch noch so stark, dass ich auf meinen Sojajoghurt-Nachtisch verzichtet und damit mal wieder gespart habe.

Fazit: Grüne Bohnen esse ich sehr, sehr gern. Werde ich aber weiterhin selten machen. Denn eine Viertelstunde herumstehen und putzen ist für das ADHS-Einhörnchen gar zu stressig. Die Hackbällchen werde ich öfter ins Auge fassen, die waren sehr gut und wurden im Ofen mit etwas Kokosöl auch schmackhaft-knusprig. Ich kann sie ja mit Gurkensalat kombinieren, der fängt die Kalorien problemlos wieder ein.

Heute wird ein arbeitsreicher Tag, obwohl ich mir freigenommen habe. Gleich bringe ich mein Auto weg, auf dass es eine neue, steinschlagfreie Windschutzscheibe und eine Inspektion bekommen möge. Laufe auf dem Rückweg beim Prollo-Kaufland vorbei, da mir SpüMa-Tabs und Speisesalz ausgegangen sind (immer mit dem teuren Räuchersalz salzen kann´s auf Dauer nicht sein. Passte zu Ofenbohnen und Bällchen aber prima). Dann gibt´s eine Sortiersession im Arbeitszimmer, um mich und mein Pseudo-Chaos (es ist kein Chaos, aber als Minimalistin kommt es mir so vor. Drei Stapel Papier im ganzen Schrank! Ich bin ein Messie!) auf den bevorstehenden Umbau des Arbeitszimmers zum Arbeits-und-Bodyweight-Workout-Zimmer vorzubereiten. Und dann noch mealpreppen für den Rest der Woche. Kürbis, Spitzkohl, Zucchini, Spitzpaprika. Plus täglich wechselnde Tofusorten.

Ja, viel zu tun. Auf geht´s!

 

Man muss es nur als Herausforderung sehen …

Scribble für ein T-Shirt-Motiv. #shirtdesign #Otter #scribble

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… und schon bekommt man es hin, auch mal keinen Sport zu machen. Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich das früher ganz ohne Anreiz wochenlang geschafft hätte – aber jetzt ist jetzt und jetzt ist es mir unangenehm, wenn ich mich zu wenig bewege.

Aber ich merke, dass es mir gut tut. Und das ist doch eine prima Challenge: „Wetten, dass ich es schaffe, noch einen Tag durchzuhalten, bis auch das seltsame Gefühl im Knie weg ist?“

Jedenfalls ist das Maximale, was ich tue, kleine Bodyweightübungen zur Stärkung der seitlichen Stützmuskulatur des Knies zu machen, die meine Mutter mir gezeigt hat. Die Frau ist Übungsleiterin, macht jedes Jahr Weiterbildungen, ist auf Reha spezialisiert (zwar Sport nach Krebs aber ich vermute, da gibt es schon Überlappungen) und sollte mir deshalb sinnvolle Dinge vermitteln können.

Wäre doch gelacht, wenn mir eine Stärkung dieser Muskeln nicht auch beim Kraftsport und beim laufen nützlich sein könnten!

Gestern habe ich auch nicht viel getan. Ich bin zu IKEA (man applaudiere der sozial Angsgestörten, dass sie sich in die Menschenmassen geworfen hat! Tatsächlich war es sehr, sehr anstrengend aber ich hatte nur ein paar Minuten einen leichten Angstanfall im Parkhaus und den habe ich gut in den Griff bekommen), habe den dort erworbenen Rollcontainer aufgebaut und bin Abends zum Dönerladen, um mir Futter zu organisieren. Junkfood als Treat ist großartig! Und Falafeldöner ist vermutlich noch am ganz oberen Ende von Junkfood.

Dann habe ich mich auf die Couch gefläzt, Two Broke Girls angemacht und den Döner plus mein Eis vertilgt, während Max und Caroline ihre Abenteuer mit Hipstern erlebt haben.

Ich hätte länger warten sollen. Das Eis hätte mehr angetaut besser geschmeckt. Aber die Gier hat mich überwältigt.

Heute werde ich den ganzen Tag vorm Computer verbringen und zocken. Etwas, ads ich schon sehr, sehr lange nicht mehr getan habe. Vielleicht einen Spaziergang in schneckenartigem Tempo, um mein Knie nicht zu verärgern.

Und Abends bastle ich mir Ofengemüse aus Grünen Bohnen (mein „What´s New for Dinner?“ für diese Runde) mit Tofu-Hackbällchen. Da habe ich richtig Lust drauf.

Meal-Preppen wird auf morgen verschoben. Da habe ich frei, weil mein Auto in die Werkstatt muss, um eine neue Windschutzscheibe zu bekommen. Und weil ich immer noch nicht viel tun möchte (vielleicht Joggen? Oder langsam Fahrrad fahren? Mal sehen), habe ich Zeit genug, im Arbeitszimmer aufzuräumen und das Essen für die Woche vorzubereiten.

Phantomunzufriedenheit

Never trust a Fey ...

Tag eins der unfreiwilligen Sportpause ist vorbei und ich fühle mich schon, als hätte ich einen Monat auf der Couch verbracht. Alles Kopfsache, denn immerhin sind ein, zwei Erholungstage auch in einer völlig normalen Woche etwas, das ich regelmäßig tue (die Vernunft siegt hin und wieder). Aber trotzdem ist es gefühlt etwas völlig anderes. Ich belauere meinen Körper. Suche nach Zeichen für Veränderung in irgendeine Richtung. Das Knie knackt nicht mehr beim Treppensteigen? Hurra, es geht voran! Dafür zieht es irgendwie am oberen Schienbein. Ist das wegen der Entlastung? Der Orthese? Wird mir der Fuß (im örtlichen Dialekt ist „Fuß“ die Gesamtbezeichnung für alles von Zeh bis Hüfte) abfallen und ich nie wieder Sport machen können? Und erst die Schulter … warum tut das immer noch weh, obwohl ich doch schon so verdammt lange (fast drei Tage) kein Hanteltraining mehr gemacht habe? Wird es nun immer schlimmer werden, ich eine Operation benötigen und dann alles den Bach runtergehen? Körperliche Vollvergreisung?

Als Angstpatient kann man nichts so gut, wie jede Situation zu maximaler Verstörung nutzen. Ich hasse das. Diese lauernde, niedrigschwellige Angst. Das ist fast noch schlimmer als plötzliche Attacken, denen ich immerhin noch direkt mit meinen Übungen begegnen kann.

Ich erkenne langsam, wie sehr ich Sport nicht nur als Therapie, sondern auch als eine neue Rüstung genutzt habe. Früher hatte ich Fett, um mich vor der bedrohlichen Außenwelt abzuschirmen. Als das dann verschwand, ich aber noch nicht bereit war, mich Allem head-on zu stellen, habe ich mir neue Schutzmechanismen gesucht, die ich ähnlich zwanghaft betreiben kann. Klar, Muskeln sind eine viel bessere Sache als Speckrollen. Gesünder, nachhaltiger und nicht zuletzt günstiger für’s Selbstbewusstsein. Aber damit wieder in alte Muster zu rutschen kann es eigentlich auch nicht sein.

Dass man überall suggeriert bekommt, dass es ein „zuviel“ an Bewegung gar nicht geben kann, füttert meine Zwangshandlungen natürlich zusätzlich. Denn im Gegensatz zu einem Eimer Schokolade sind sechsmal die Woche Training eher etwas, das Akzeptanz erntet. Hinzukommend, dass ich immer noch kein vernünftiges Selbstbild habe und in meinem Kopf ständig „andere machen viel mehr und haben deshalb auch viel mehr Erfolg, du faule Sau!“ herumtanzt. Von daher ist es vermutlich verständlich, dass ich unruhig bin und mich nicht wohlfühle, wenn ich zur Untätigkeit verdammt bin.

Ich sollte zwar auf mittlere Sicht endlich einmal genug Ruhe und Selbstbewusstsein schaffen, um auch mit Pausen klarzukommen, doch momentan bin ich noch nicht soweit. Was vermutlich dem therapeutischen Effekt der Sportabstinenz zur Heilung etwas zuwiderläuft.

Ich schließe mit mir selbst Kompromisse. „Falls Sonntagmorgen schönes Wetter ist und das Bein nicht weh tut, dann kann ich Laufen gehen“ Oder „Wenn es nächsten Dienstag wieder weg ist, mache ich drei Sätze Glute Bridge und Curls“ (damit ist der Schulterschmerz gemeint). Das beruhigt ein wenig.

Und bis dahin versuche ich, mir selbst immer noch das Eis zu erlauben, auch wenn ich diese Woche ja „viel zu wenig“ dafür getan haben werde.

Ich wiederhole mich: Neurodiversität (ich nenne es ja lieber „Wahnsinn“, aber das ist wohl wieder so ein passiv-aggressiver Schnapper meines inneren Kritikers. Und der soll mal die Klappe halten!) ist nix für Sissies!

ADHS-Hörnchen

Never trust a Fey ...

Nein, ich habe kein ADHS. Ich bin nur unglaublich schnell gelangweilt. Oder besser: Ich bin sehr schnell an sehr vielen Dingen gleichzeitig interessiert. Ich schaffe es nicht, nur eine Sache auf einmal zu tun. Geht nicht. Konzentration und das Versinken in einer Welt der Erledigung? Nicht mit mir. Spätestens nach zwei Minuten muss ich mich mit etwas anderem beschäftigen, sonst starre ich nur noch auf die ursprüngliche Tätigkeit und komme nicht wirklich voran. Das gilt selbst bei Sachen, die mir Freude bereiten. Egal ob ich zeichne oder schreibe, ein Buch lese, ein Computerspiel zocke oder eine meiner Lieblingsserien schaue – immer muss ich die Möglichkeit haben, meine Aufmerksamkeit phasenweise auch auf eine Alternative zu richten.

Wenn meine Tätigkeit am Computer stattfindet ist es natürlich einfach. Wikipedia, Reddit oder YouTube sind nur einen Tab entfernt. Ein paar Sekunden alberne Katzen oder das Stöbern in byzantinischen Königslisten und alles ist wieder gut. Mit dem Kindle auf der Couch wird es schon schwieriger. Und da kann dann leicht eine gefährliche Situation entstehen: Dass ich etwas essen möchte. Aus Langeweile. Weil ich dann aufstehen und zum Kühlschrank gehen kann. Also etwas anderes tun als das, was ich bis eben getan habe.

Langeweileessen war mein größter Feind und ist es eigentlich heute auch noch. Nur, dass ich mir mittlerweile bewusster bin, dass es passieren kann.

Besonders gute Strategien dagegen habe ich noch nicht. An normalen Tagen klappt es ganz gut, mir statt etwas zu Essen einen Kaffee mit Flavour zu machen. Der kaum noch nach Kaffee, dafür aber sehr nach z.B. Cookies&Cream schmeckt. Kaffee beschäftigt sehr lange. Man muss immer nachschauen, ob er schon kühl genug zum Trinken ist, man muss umrühren, man braucht lange, bis die Halblitertasse leer ist. Und dazu hat er kaum Kalorien. Nur das Flavourzeug (etwa 7-8) und die Mandelmilch (etwa 20). Für einen Riesenpott. Das ist zu verkraften.

An langen, leeren Tagen (eigentlich nur Sonntagen) wird es aber schwieriger. Wenn mir nichts einfällt. Wenn ich keine Lust auf gar nichts habe. Wenn ich schon Sport gemacht habe und das Wetter zu gut zum Spazierengehen ist (Touristenstädtchen. Man kann bei zu viel Sonnenschein nirgendwo hin, wenn man mit Menschenmengen ein Problem hat). Dann darf ich wirklich gar nichts im Haus haben, das man aus der Hand essen kann. Selbst meine eher geschmacksneutralen Proteinriegel sind dann nicht sicher. Ja, Sonntage sind manchmal echt ein Problem. Dann kann ich nur hoffen, dass einer meiner Online-Zock-Kumpels auch gerade nichts zu tun hat und mit mir Dinge kaputthaut oder virtual barbie („Ne, der Helm sieht in Windhelm Steel besser aus als in Obsidian Black. Und probier´ mal das Ayleid Gold für die Gauntlets …“) spielt.

Sich eines Problems bewusst zu werden soll ja der erste Schritt zur Lösung sein. Stimmt in diesem Fall. Ich kann zwar noch immer nicht zuverlässig jedes Langeweileessen verhindern (dann rationalisiere ich mir immer alles Mögliche hin und her), aber an sechs von sieben Tagen klappt es. Nicht mühelos und oft unter Schmerzen – aber auch das wird wohl Übung und Gewöhnung sein. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Normalität in Nahrungsdingen.

Ebenfalls normal und wie geplant: Meine Kalorien-für-Eis-Spar-Aktion. Ich bin jetzt glatt bei 1200 für diese Woche. Der komplette Monsterpott hat 1330 Kalorien (Prollo-Kaufland hatte im Gegensatz zu Pseudo-Hipster-Rewe Ben&Jerry’s! Ich bin erschüttert. Zwar kein Peanut Butter Cup aber zumindest Cookie Dough). Heute kann ich keinen Sport machen Laufen, weil ich abends Sperrmüll rumschleppen muss und es außerdem doofes Wetter ist (ja, mimimi). Deshalb gehe ich mit den Nahrungskalorien noch etwas nach unten und werde etwa 300 sparen. Und das trotz des geplanten Megasalates mit Handkäse (dat protein!). Morgen Abend möchte ich Lizza essen, werde aber auch dabei noch rund 300 Kalorien sparen, weil ich als Belag Spinat und Tomaten favorisiere und nur der Streumozzarella reinhaut. Und sollte der landwirtschaftliche Wetterdienst sich ausnahmsweise irren und es nicht regnen, könnte ich sogar noch ein paar Sportkalorien draufwirtschaften. Da rechne ich aber mal nicht damit, sondern gehe mit einem geschätzten Guthaben von 1800 Kalorien in den Samstag. Selbst mit einem 1200er Falafeldöner, auf den ich mal wieder richtig Bock hätte, bleibt also alles supercool. 1700 als Umsatz, 400 davon fürs Mittagessen, 1200 fürs Abendessen – das ist doch komfortabel.

Natürlich glaube ich mittlerweile nicht mehr an die absolut genaue Berechenbarkeit des Tagesumsatzes. Dazu gibt es zu viele Variablen. Aber ich denke, dass sich das Ganze im Bereich von 200 Kalorien hin oder her bewegt. Mit den ganzen Faktoren wie NEAT, Zyklus, Stress … sollte man sich nicht zu wahnsinnig machen. Dass ich trotzdem gerne alles aufrechne, ist nur Beruhigung meiner Kontrollwut.

Zwischenstand zu Schulter und Knie: Die Schulter ist trotzig und hat sich nicht verändert, obwohl ich jetzt schon zwei Tage keine Hantel mehr angefasst habe. Das Knie ist so lala. Knackt nicht mehr, mag aber den Druck der Orthese (Wort gelernt!) nicht. Ich lasse das Ding noch bis nächste Woche dran und dann sollte der Käse ja gegessen sein. Kein Fahrradfahren. Definitiv nicht. Mist. Ich wollte am Samstag nach Mannheim radeln. Und am Montag auch, weil da ja mein Auto weg ist, um eine neue Windschutzscheibe zu bekommen. Blödes Timing, das!

Zum Abschluss: Was ich während des Verfassens dieses Blogposts sonst noch gemacht habe … Arbeit erledigt (eine Illustration für einen Spielplan angefangen, Messedeko korrigiert), nachgeschaut, wie das Wetter heute Abend wird, der Waldnymphe und dem Erklärfaun per WhatsApp einen guten Morgen gewünscht, eine jobbezogene Mail beantwortet, meine Eltern angerufen und etwas abgeklärt, kurz auf duden.de hängengeblieben …

Total verkalkt – meine Nützlichkeit im kommenden Skeleton War

Gestern also erstens wieder 400 Kalorien in die Eis-Spardose eingezahlt. Zweitens festgestellt, dass es bei uns im Rewe gar kein Ben&Jerry’s gibt, was meinen Plänen für Samstag einen empfindlichen Schlag versetzt und drittens war ich wegen meiner Schulterschmerzen und dem knackenden Knie beim Arzt.

Der Doktor sah sich zuerst alles an, drehte herum, ließ mich gegen seine Hand drücken, schieben, alles Mögliche eben. Dann wurde geröntgt. Und hier gab´s das Highlight des Tages für mich, als die Arzthelferin mit den Worten „Sie sind ja schlank“ die kleinste Bleischürze von der Ablage nahm. Hoo-fuckin’-raay. Fremdwahrnehmung für den Gewinn. Andererseits hatte ich eh schon Oberwasser, weil mir mittlerweile trotz Muskelzugewinn die Qwertee-Shirts in „S“ passen. Und die sind eigentlich wirklich klein.

Egal, weiter im Text. Die Röntgenbilder ergaben, dass ich einen Kalkeinschluss an der Bizepssehne (kann auch anders heißen und ich verwechsle da etwas) in der Schulter habe. Das führt dazu, dass ich manchmal eine Entzündung produziere, wenn ich mich dort überanstrenge. Was bei Dingen wie Bankdrücken, Reverse Flys und Seilspringen gut passieren kann. Ich muss jetzt also erst einmal zwei Wochen Pause machen, was die Gewichte und Bodyweight (außer Glute Bridge und ein klein bisschen Bicep/Hammer Curls, das darf ich noch) angeht (der Arzt ließ leider nicht mit sich Feilschen. Ich war enttäuscht) und dann sehen, dass ich die für die Schulter belastenden Übungen etwas verteile. Doof, weil mir definierte Schultern mit am Wichtigsten sind und ich mich gern darauf konzentriere. Aber ich höre auf den Experten und mache langsam.

Und dann noch das Knie … zuerst dachte der Doc an beginnende Arthrose, befragte mich zu meiner Lauftechnik und riet mir an, mehr auf dem Vorderfuß zu laufen und noch kürzere Schritte zu machen. Nach dem Röntgen war das mit der Arthrose und die angedachte Kniespülung (örks) zwar reichlich vom Tisch, doch stellte sich heraus, dass ich mir beim übertriebenen Radfahren letztes Wochenende die Kniescheibe leicht nach außen verschoben habe. Das erklärt das Knacken. Außerdem scheint die Patella an sich etwas unsymmetrisch. Jedenfalls wurde mir eine Stützbandage verschrieben, die ich jetzt tragen soll, bis das Knie sich wieder normal anfühlt.

Joggen wurde mir nicht verboten, so lange ich dabei beschwerdefrei bin und die Bandage benutze. Na, wenigstens ein bisschen Sport darf ich die nächsten zwei Wochen also machen!

Tja, die Bandage … ich bin direkt zum Sanitätshaus, das praktischerweise im selben Gebäude ist, und habe die Verschreibung eingelöst. Ich nahm die billige Variante, da ich keinen Unterschied spüren konnte und für zwei Wochen nicht 26 statt sechs Euro ausgeben wollte, wenn sogar die Fachangestellte meinte, das sei meiner persönlichen Präferenz überlassen. Ich bin nach Hause, zog meine Laufsachen an, werkelte die Bandage übers Knie und muss sagen, dass mein Respekt für Annesch noch einmal gewachsen ist. Alter Schlappen, die Vorstellung, so etwas den ganzen Tag am ganzen Bein zu haben … das ist nix für Weicheier. Lady, you rock!

Jedenfalls lief ich damit meine Runde. Konzentrierte mich darauf, einen Extremtest zu machen um zu sehen, ob das Teil rutscht. Dazu dann noch der Versuch, das Vorderfußlaufen und die kleinen Schritte zu praktizieren. Das Ergebnis: Die besten Rundenzeiten, die ich je hatte (5:08!). Bei gleichbleibendem Kalorienverbrauch. Also laufe ich so einfach effizienter. Coole Sache. Und die Bandage ist auch nicht gerutscht oder hat mich sehr behindert.

Heute war die Kleidungswahl fürs Büro allerdings nicht ganz einfach. Meine normalen Jeans sind skinny und die gingen zwar problemlos über die Bandage, ich sah aber aus wie der letzte Honk, weshalb ich auf meine weiten Sommerhosen zurückgegriffen habe. Kann man Bandagen auch über Leggins/Strumpfhosen ziehen? Dann könnte ich mal wieder Rock tragen. Rock ohne was drunter ist mir in unserem Kühlschrankbüro zu kalt.

Heute Abend werde ich mal nachsehen, ob es im Voldemart Ben&Jerry’s gibt. Da ich derzeit nicht Fahrrad fahren sollte, schränkt das meinen Radius ein und ich muss das Auto für diese Expedition nutzen. Dumme Sache. Hoffentlich ist das Knie bald besser! Außerdem schaue ich Youtube-Videos, in denen B&J-Fake-Eis getestet wird. Hilft nur nicht, da die Fakedinger alle nur Cookie Dough (dass der Tester „dough“ die ganze Zeit wie „duu“ ausgesprochen hat, hat mich irrational aufgeregt … ich bin ein Brit-Nerd) zu haben scheinen. Ich will aber Peanut Butter Cup!

Das sind mal Probleme …