Ach watt, Leben!

Ich mache Dummheiten, weshalb es heute immer noch keine Gänsegeschichten gibt

Life-Goal: So einen Porno-Arsch hintrainieren. *seufz*

Heute zur Arbeit gehen, zum Beispiel. Ich bin nämlich immer noch voll in diesem unspezifischen Infekt, weiß mir aber nicht zu helfen. Seit der Sache mit der Panik im Wartezimmer vor ein paar Wochen, will ich nicht mehr zu Ärzten. Und ohne Arzt keine Krankschreibung; ohne Krankschreibung kann ich nicht zu Hause bleiben.

Führte dazu, dass ich jetzt also zur Arbeit gegangen bin … und prompt mitten auf der Autobahn eine volle Panikattacke bekam. In der Baustelle, in der es keinen Standstreifen gibt. Was auch der Grund war, überhaupt eine Panikattacke zu bekommen. Ich konnte also nichts tun. Gar nichts. Außer stur weiter geradeaus fahren, während ich dachte, ich sterbe. Während mir das Blut aus den Händen wich und mein ganzes Gesicht taub wurde. So eine richtig fette Panikattacke eben. Mit Sahne, Streuseln und Kirsche obendrauf. Fellow-Angstkranke kennen das Gefühl. Die Nahtoderfahrung par excellence.

Ein Erlebnis, auf das ich immer wieder mit Freuden verzichten kann.

Zum Glück nur sehr, sehr kurz und ohne Konsequenzen. Ich habe es hindurch geschafft und bin heil angekommen. Trotzdem muss etwas passieren. Solche Angstanfälle sind bei mir immer ein Zeichen, dass körperlich viel im Argen liegt. Und ich zum Arzt sollte. Was ich nicht will/kann. Also nehme ich mir für morgen Urlaub und hoffe, dass ich Montag gesund genug bin, dass mein wirrer Kopf sich nicht mehr selbst sabotieren muss.

Dann werde ich dieses Wochenende schon wieder gar nichts tun. Herumliegen. Supernatural nochmal von vorne ansehen (ich habe noch keine neue Serie gefunden, die mich ähnlich fesselt. Vielleicht Altered Carbon. Weil Cyberpunk). Space Wolf weiterlesen. Sinnlos in WoW und TESO questen. Mich über mich selbst ärgern.

Mit Frau Schwan im Odenwald wandern gehen wäre nett. Aber das Gegenteil von „dem Körper Ruhe gönnen, um mit dem Infekt fertig zu werden“.

Ach, warum kann ich nicht einfach gesund sein? Als ich noch dick war, war ich nicht so oft krank!

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Ach watt, Leben!, Dat Nerdstuff, Training

Selbstliebe und Verwunderung (mit positiver Überraschung)

Genau, ich mache jetzt in Bracket Songs. Was ein Bracket Song ist, weiß ich auch nur dank Max Goldt, der Quelle reichhaltigster Bildung. In den Siebzigern waren solche Songtitel, die durch eine in Klammern gesetzte Addition eine andere Bedeutung bekamen oder weiter erklärt wurden, wohl voll im Schwange. Und das kann ich natürlich auch!

Aber zunächst zur Selbstliebe. Definitiv keine meiner Kernkompetenzen. Aber da sich bei der Metta-Meditation schon so viel um liebevolle Zuwendung dreht, versuche ich jetzt einmal, aus Gedanken Realität zu machen, in dem ich mir jeden Tag aufschreibe, was ich am Tag davor gut gemacht habe. Worin ich mir gefallen habe. Was ich konnte. Zumindest eine Sache pro Tag wird mir da hoffentlich einfallen.

Also, here weg go!

Ich war gestern mit mir zufrieden, weil … ich endlich wieder auf den Zug aufspringen und etwas für mich zeichnen konnte, das mir wirklich gefällt. Das mir während der Fertigstellung so viel Freude bereitet hat wie danach (danach noch ein gutes Haar an einer Illustration finden zu können ist sehr, sehr selten!).

So. Selbstliebe dafür. Ich war gestern eine gute Grafikerin.

Mein Affenhirn rennt im Kreis und will mir erklären, dass ich sportlich gesehen an der Fußleiste entlangkrebse, ich eine sehr unangenehme Aufgabe vor mir herschiebe und ich seit über einem Jahr keine Zeile mehr geschrieben habe (Blog zählt nicht). Aber Affenhirn kann mich mal. Ich mache meinen Frühsport (Crunches, Reverse Crunches, Squats) und ich tobe abends auf dem Stepper. Ja, das ist zu wenig – aber wohin es mich gebracht hat, trotz Schulter zu trainieren, sieht man ja! Das blöde-Sache-Prokrastinieren ist natürlich dämlich. Aber ich gehe es an. Langsam. Mit maximalem seelischen Schmerz. Gegen den Wind und bergauf. Und Schreiben … das wird wiederkommen.

Die Verwunderung resultiert daraus, dass ich völlig vergessen hatte, wie gut mir das Spielen mit der Waldnymphe tut. Wir hatten die letzten zwei, drei Monate nur Playdates in TESO und keine Zeit, unsere Wölfe auch im Pen&Paper weiterzuspielen. Deshalb gab es keine neuen Geschichten und keine Inspiration für mich, etwas dazu zu zeichnen.

Nicht falsch verstehen – Computerspiele sind ein großartiger Zeitvertreib! Man wird dadurch schneller und agiler im Kopf und in den Fingern, man trainiert seine Teamfähigkeit und Problemlösungsstrategien. Man wird sozialer, entspannter, friedlicher und übt vernetztes Denken. Alles in allem das sinnvollste Hobby, das man im Sitzen betreiben kann. Außer natürlich … Pen&Paper. Gerade für nicht-neuronormative Menschen sind die Ausflüge in die Phantasie unglaublich heilsam. Mir hilft es jedenfalls sehr, die verschiedenen Seiten auszuleben oder etwas, das ich gern wäre, zu testen. Einmal so sozial fähig wie Rhys … das wär ein Traum! Mein Wolf ist dahingehend schon als mein Idealbild konzipiert. Er ist das Gegenteil von socially awkward, geht mit Fremden völlig angstfrei und maximal freundlich um, zeigt und nutzt seine Emotionen und betrachtet Scheitern als Chance, von der er wie ein Gummiball zurück in die Spur hüpft. Ganz davon ab, dass ich schon gern manchmal auch die Fähigkeit hätte, zu einem vier Meter großen Danger Floof mit zwanzig-Zentimeter-Klauen zu werden … Außerdem geht Rhys gern auf Parties und macht mit Begeisterung neue Bekanntschaften. Das würde ich echt gern können!

Egal. Zeigt jedenfalls, dass Pen&Paper immer schon sehr, sehr wichtig war, um mich zu erden und mit positiver Energie aufzuladen. Weshalb ich es am letzten Samstag ganz stark genossen habe, wieder zu spielen. Klar, zwischendrin haben wir auch Mage und Vampire gespielt – aber meine Charaktere dort sind eher mein Ist-Zustand. Die geben mir auch viel, aber sind nicht so tief als Wunsch verankert wie Rhys. Und außerdem sind die Wölfe ganz klar das Ding der Waldnymphe und mir. Sie sind unser Escape Plan. Für alles.

Weshalb ich nun glücklich herumschwebe und mich darüber freue, wieder Inspiration für Bilder zu haben. Gestern den oben zu sehenden Jamie. Als Jugendstil-Vignette in Jugendstil-Pastell mit Jugendstil-Märchenhaftigkeit. Weil die Beiden durch einen mehr oder weniger Unfall in einem Feenreich gelandet sind, das ästhetisch sehr Kay Nielsen und Otto Ubbelohde ist. Genau mein Ding.

Noch ein kurzes Update zur Ernährung: Die bleibt auf Haltekurs – immer noch keine Energie dafür, groß Defizit zu fahren.

Ach watt, Leben!

Meine innere Stimme ist ein Arschloch

Situation: Wir sind bei der Waldnymphe in der Küche. Selbige räumt noch Geschirr hin und her. Erklärfaun und ich sind eher im Weg, gehen zur Seite. Er lehnt am Tresen, ich an ihm und er umfasst mich von hinten.

EF: Du hast ja ganz schöne Bauchmuskeln. Hier an der Seite und so. Total fest. *drückt darauf herum*

MGs innere Stimme: Völliger Quatsch. Viszerales Fett ist auch fest. Alles nur ausgehärteter Schwabbel.

MG: Das sind nur die Falafel von vorhin.

Keine Pointe.

Ach watt, Leben!, Training, Weniger

Schlachtplan versus Schlachtplatte

Rosenmontag Workoutwear #fastnacht #workoutwear #karneval #unicorn

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(Das Wortspiel würde besser funktionieren, würde ich Fleisch essen. Geht aber auch so)

Weiterhin bekomme ich über Kommentare sehr bedenkenswerte Anregungen und die Versicherung, dass andere Leute in vergleichbaren Situationen sind, was einerseits beruhigend ist, andererseits verwunderlich, weil es sonst wenig thematisiert wird. Oder ich bekomme es nicht so mit. Ich lese zwar etliche Blogs zum Thema und folge den loseit- und fatlogic-Subreddits, aber irgendwie bin ich da bisher noch nicht wirklich konkret drauf gestoßen.

Ich versuche es nun damit, das weitere Abnehmen erst einmal aufzuschieben, bis ich die Baustellen „Schulter“ und „Fuß“ aufgeräumt habe. Die Schulter bekommt heute Abend das MRT. Der Fuß wird langsam besser. Dann werde ich mich noch ein paar Wochen konsolidierend auf Training beschränken und dann weiter Kalorien sparen.

Letzte Woche war ich schon defizitfrei, so dass ich versuchen werde, bei „65.000 Kalorien to go“ zu bleiben, bis ich soweit bin. Ich bin dabei mal so esoterisch, auf „ein Zeichen“ meines Unterbewusstseins zu warten, dass es nun soweit ist, die Anstrengung einer längeren Zeit im Defizit anzugehen.

Keine Ahnung, was das sein wird. Dicke Engel sinken posaunespielend vom Himmel. Vögel kommen mit Blütenkränzen angezwitschert. Ein Lichtstrahl badet mich in blendendem Glanz. Ich weiß es nicht.

Bis dahin ersetze ich Süßigkeiten-Eskalationen durch Obst-Eskalationen. Ist kalorientechnisch nicht viel aber ein bisschen besser. Hat diesen Freitag sogar einmal geklappt, weshalb ich heute noch ein paar Kaki kaufen werde. Mit Kaki kann ich gut eskalieren.

Und ebenfalls bis dahin werde ich allem nachgehen, was ich hier als Hinweisen bekommen habe. Insbesondere Stärkung von Willenskraft, Achtsamkeit, Autosuggestion, Selbstwirksamkeit, sich annehmen können. All‘ sowas.

Das wird nicht einfach. Mein natürliches Mindset mir selbst gegenüber ist schwärzest negativ. Mich mir selbst freundlich anzunähern, wird viel Energie verschlingen. Was wiederum von meiner Gesamtenergie für Training undsoweiter abgehen wird. Argh, blöder Teufelskreis!

Aber first things first. Schulter, Fuß, Training, Selbstwirksamkeit/Achtsamkeit/Willenskraft. Und dabei der Versuch, das nicht schon wieder in eine Marathon-Situation mit „ich muss das verdammt nochmal perfekt schaffen, sonst Akopalütze!!“ abgleiten zu lassen.

Puh, nix für Weicheier, diese mentalen Dinge!

Ach watt, Leben!, Ernährung, Weniger

Immer noch Willenskraft

Katzenzunge. #catcontent #torbie #katze #tortoiseshellcat

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Wieder einen interessanten Kommentar zu diesem Thema bekommen, über den ich nachdenken muss. Irgendwie ist das natürlich alles einleuchtend und sehr schlüssig. Problem dabei: Ich weiß nicht, wofür ich Willenskraft überhaupt ausgebe, dass ich solche Probleme damit habe! Denn … ich tue doch gar nichts! Ich mache derzeit sehr wenig Sport, weil ich erstens die Kalkschulter und zweitens im Moment die schmerzhafte Behandlung einer Dornwarze am Fuß habe, so dass ich eigentlich nur Planks, Stepper (ganz, ganz vorsichtig, weil mein Fuß wirklich fies schmerzt) und einmal die Woche Krafttraining machen kann. Also – keine Willenskraft für Sport. Ich habe im Job friedliches Fahrwasser. Die Messe ist vorbei, die Herbstprojekte laufen unglaublich gemächlich und stressfrei an. Und im Privatleben ist die Katze ein total braves Träumchen und Freunde und Beziehung sind gut zu mir.

Also – was bitte sollte mir Willenskraft in einem Maße abziehen, dass ich es nicht schaffe, im Defizit zu essen? Die depressive Episode? Wohl kaum, das Herumgewumpel hat schließlich vorher schon angefangen.

Beziehungsweise, ich komme gar nicht erst in den Groove. Ich kriege die Kurve dahin, wo Willenskraft Spaß macht, nicht. Ich weiß, dass es das gibt – diese Welle habe ich schließlich während der ersten Abnahme geritten. Es war ganz einfach, sobald ich im Mindset war. Durchhalten gar kein Problem. Und jetzt … ist alles ein dröges durch-kalten-Haferbrei-Stapfen. Es fühlt sich gezwungen an und ich rebelliere schon dagegen, bevor ich überhaupt angefangen habe. Jeden Morgen, wenn ich meinen Tag essenstechnisch in MyFitnessPal plane, ist es ein zähes Verhandeln um jede Kalorie. Wenn ich das mache, kann ich noch das tun. Wenn ich das weglasse, darf ich dafür das.

So kann das einfach nichts werden. Ich muss einen Einstieg finden.

Motivation ist dafür nur bedingt geeignet. Motivation bringt mich nicht besonders weit. Motivation kann maximal eine Starthilfe sein. Und dann muss ich hoffen, dass ich meine Willenskraft wiederfinde.

Ich werde damit beginnen, dass ich mir heute in den Pausen (ich arbeite immer kurz hochkonzentriert kreativ und mache dann in einer kleinen Pause etwas völlig Banales, wie auf YouTube schauen, wie ein Mofa in eine Baugrube fällt, lese das ESO-Forum, informiere mich in neuen Blogartikeln oder ich scribble nicht-Jobrelevantes) einige Artikel und Videos zu Übungen ansehe, mit denen man Willenskraft steigern kann.

Leider bin ich in Autosuggestion eine echte Niete. Die Übung mit dem Brot (ich habe davon erzählt) habe ich in den letzten Tagen zwar immer mal wieder gemacht, ich glaube sie mir nur so überhaupt gar nicht, das geht auf keine Kuhhaut! Ich stelle mir das vor und … nichts. Gar nichts. Bei der Ärztin ging es einigermaßen, aber sobald ich es allein machen muss, habe ich diese laute, nervige Stimme im Kopf, die mich anschreit, dass das doch nur Mumpitz sei und gar nichts bringen würde. Hach, wenn ich in allem so effektiv wäre, wie in Selbstsabotage, könnte man mit mir die kompletten Schifffahrtsrouten im Nordmeer eisfrei halten!

Trotzdem muss ich es versuchen. Aufgabe also für heute: Sehen, was man so machen kann. Aufgaben weiterhin: Das Ganze auch umsetzen.

Ach watt, Leben!, Dat Nerdstuff

Willpower-Punkte ausgeben

The Sorcerers Crusade Sheet

Die zahlreichen Antworten (Danke!) auf meinen letzten Post haben mich zum Nachdenken angeregt. Über begrenzte Mengen, über Überforderung. Darüber, wie man aus einer egomanischen Spirale kommt – und ob sie überhaupt existiert.

Die Sache mit dem begrenzten täglichen Willenskraft-Pool erscheint mir absolut logisch. Und sehr gut verständlich. Bei meinem lieblings-P&P-System, der World of Darkness, hat jeder Charakter von Erschaffung an eine bestimmte feste Menge an Willenskraft (diese kann man später im Spiel noch steigern, das ist aber für diesen Vergleich erst einmal uninteressant). Diese Menge verändert sich ständig, wenn sie auch nicht über den maximalen festen Wert hinausgehen kann. Die Veränderung erfolgt dadurch, dass man einen Punkt temporär ausgeben kann, um sich bei einer Aufgabe einen automatischen Erfolg zu kaufen. Ein Erfolg stellt meistens das absolute Minimum dar, das man braucht, um etwas zu schaffen.

Konkretes Beispiel. Oben sieht man einen Ausschnitt aus dem Charakterblatt meines Magus Hermanos (Manos ist eher „nach mir“ geschaffen als mein Wolf Rhys, deshalb ist er das bessere Beispiel). Hermanos hat – umkringelt sichtbar – fünf Punkte Willenskraft. Gehen wir davon aus, dass Hermanos mitten in einer regnerischen Novembernacht zusammen mit seiner Kollegin Allegra um eine Ecke rennt, um seinen Freund Akeem zu retten, nicht aufgepasst hat und deshalb nun plötzlich Nase an Nase mit einem der eher rustikalen Schergen des Gegenspielers steht … dann braucht er jetzt ganz dringend einen Erfolg, um so aus dem Nichts einen Zauber zu wirken. Denn eigentlich benötigt seine Magie ja Berechnung, die heilige Geometrie und dergleichen. Also etwas Zeit. Hat er aber nicht. Also setze ich, weil ich meinen verträumten Magus lieber mit Kopf auf den Schultern mag als ohne, einen Willenskraftpunkt ein. Reduziere seinen temporären Pool damit auf vier. Unabhängig vom Würfelergebnis habe ich für Manos jetzt also einen Erfolg schon einmal in der Tasche – keinen gloriosen Erfolg (dazu müsste ich dann noch gut würfeln) aber es wird klappen, dem Schergen einen Blumentopf vom Fensterbrett über ihm auf die Zwölf fallen zu lassen. Muss ich in nächster Zeit noch mehrmals auf so ein Hilfsmittel zurückgreifen, wird Manos’ Willenskraft immer weniger, bis er völlig erschöpft ist und nichts mehr groß tun kann, weil er zu keiner Entscheidung mehr fähig ist. Als ich Manos erschaffen habe, habe ich festgelegt, dass seine Natur „Architect“ ist – er also Dinge schaffen, aufbauen will. Das gibt ihm Willenskraft zurück. Um wieder ganz frisch und erholt zu sein, seinen Pool wieder bis zum Rand gefüllt zu haben, muss er deshalb in nächster Zeit seiner Natur folgen. Es muss ihm zum Beispiel gelingen, mit seinen Freunden den Coven weiter aufzubauen, vielleicht an seinem Familiar weiterzuarbeiten, dieses Astrolabium mit allen zehn Planeten fertig zu basteln, Allegras Radschlosspistole zu perfektionieren (Im Jahr 1499 ist eine Radschlosspistole futuristischer Hightech) …

Und wenn man nun meinen Ausführungen bis hierhin gefolgt ist, obwohl man an P&P nicht interessiert ist, kann man trotzdem erkennen, wie nahe an der Realität das Ganze ist. Ich habe meinen Willenskraftpool. Und ich habe ihn nach und nach geleert. Und irgendwie schaffe ich es gerade nicht, ihn wieder aufzufüllen. Auch ich muss dafür Dinge schaffen – hauptsächlich Bilder und Geschichten. Ich beziehe meine Willenskraft aus rein solitären Aktivitäten. Aber aus welchen Gründen auch immer, geht das im Moment nicht. Ich hänge fest und drehe mich hilflos um mich selbst. Und jeder Tag kostet wieder Willenskraft. Ich laufe leerer und leerer und muss immer vorsichtiger sein.

Und es hilft nicht, dass ich mit diesem um-mich-selbst-Kreisen meinen Liebsten auf den Sack gehe und sie von mir wegschubse. Ich habe das Gefühl, ich kann nichts festhalten, was ich in den letzten Jahren mühsam aufgebaut habe. Und da dachte ich, nach den zehn mageren Jahren kämen nun endlich die zehn fetten. Aber da habe ich mich anscheinend geirrt. Zehn magere, anderthalb fette, dann wieder mager. Das ist nicht gerecht. Und dass ich selbst daran schuld bin, weil ich mich weinerlich selbst sabotiere und ihn Selbstmitleid wälze, hilft auch nicht.

Fuck.

Dieser Einblick in das Innere einer geisteskranken Person wurde gesponsert von der Generaldirektion für Hahnebüchenes der EU-Kommission.

Ernährung, Weniger

Vollversagen, reloaded

Die letzte Woche habe ich ein Gesamtdefizit von 1000 Kalorien geschafft. Also noch 64.000 bis zu meinem Ziel. Und wenn ich ehrlich bin, weiß ich noch nicht einmal, ob es wirklich tausend waren. Von Montag bis Donnerstag habe ich zweitausend als Defizit erwirtschaftet, kein Thema. Und Freitag, Samstag, Sonntag habe ich fast alles wieder zunichtegemacht. Völlig bewusst. Einfach so. Ich kann es nicht erklären. Ich habe in diesen 72 Stunden zusätzlich zu meinen normalen tausend Kalorien noch gegessen: Zwei kleine Dosen gezuckerte Kondensmilch (700), zwei Tafeln Schokolade (1200), drei Schokoeier (450), einen gefüllten Donut (400). Das sind fast dreitausend Kalorien purer Junk. Einfach mal so obendrauf. Und das ist noch konservativ geschätzt! Und dann kam noch Fresserei mit „gesunden“ Sachen hinzu. Ein Becher Erdbeerskyr (196), eine ganze Pomelo (400) …

Und ich weiß nicht einmal, warum. Und die Schokolade und der Donut waren nicht einmal besonders gut. Hussel-Schokolade und Happy Donazz-Donuts waren früher immer super, jetzt waren sie geschmacksneutral und fettig. Was mich nicht daran gehindert hat, das Zeug innerhalb weniger Minuten zu essen.

Da hat es auch nichts genützt, dass ich am Samstag viel trainiert habe und mir einen neuen Stepper zugelegt habe, der viel fordernder ist als der alte (und ja, ich habe ihn auch benutzt. Jeden Tag so eine halbe Stunde während Supernatural). Denn selbst mit viel gutem Willen hat das alles zusammen nicht mehr als 800 Kalorien rausgeholt. Soll heißen: Ich schaff’s mal wieder nicht. Ich sabotiere mich nach Strich und Faden selbst, um dann zufrieden festzustellen, was für ein wertloses Stück verschwendete Gelegenheit ich doch bin. Selbsterfüllende Prophezeiung für Masochisten. Ich ekle mich gerade maximal vor mir selbst und versinke gleichzeitig in Selbstmitleid.

Ich glaube, ich sollte den Plan, noch einmal zehn Kilo abzunehmen, einfach aufstecken. Das verursacht mir derzeit so viel Leid und Stress, was dann in extreme Reaktionen mündet. Das ist es nicht wert.

Aber will ich mich weiterhin erschrecken, wenn ich vorm Spiegel stehe?

Ich fühle mich derzeit durch und durch gestresst und unwohl. Ich will gerade gar nichts und mich einfach nur zu einem Ball zusammenrollen. Ich verachte meine Willensschwäche zutiefst und weiß nicht, wie ich wieder in die Spur kommen kann. Ich habe das Gefühl, dem wieder-fett-werden hilflos ausgeliefert zu sein, weil ich zu blöd bin, mich am Riemen zu reißen.

Unschön, sehr unschön.

Von wegen „das wird mit der Zeit“. Ja, es wird schlimmer! Es ist wohl doch wahr – 95% aller Menschen schaffen es nicht, das abgeworfene Gewicht auch unten zu halten. Wie konnte ich auf die Idee kommen, zu den 5% zu gehören, die stabil, willensstark und entschlossen genug sind, es zu schaffen? War doch klar.

Ach watt, Leben!

Darwin-Award, Führerscheinedition

Seelisch und körperlich keine Veränderung zu Gestern. Es kam nur noch die Angst hinzu, dass ich keinen Sport mehr machen kann, falls die Krankenkasse die Behandlung meiner Schulter nicht zahlen wird. So ungelegt dieses Ei auch sein mag – es hängt wie eine dunkle Wolke über mir. Eine Zukunft mit chronischem Schmerz und viel weniger Bewegung. Das macht mich so erschöpft. Und so wütend. Ich sollte doch der Traum jeder Krankenkasse sein. Ich habe Normalgewicht, treibe Sport, esse kein Fleisch, trinke keinen Alkohol und rauche nicht. Ich gehe zur Krebsvorsorge und seit ich abgenommen habe, brauche ich auch keine Blutdruckmedikamente mehr. Ich bin der perfekte Beitragszahler. Und anstatt, dass sie nun alles tun, mich mit wenig Aufwand in diesem Zustand zu erhalten, legen sie meiner Behandlung Steine in den Weg.

Und das Allerbeste: Diese Lackaffen zahlen Akupunktur, aber keine richtige Medizin! Ich möchte bitte Kostenübernahme für mein Therapie-Einhorn! Ich glaube, ich muss die Krankenkasse wechseln. Zu einer Kasse, in der nicht bei Mondschein Rituale getanzt werden.

Hilft jedenfalls nicht, mich aus dem Sumpf zu ziehen. Addiert zur grauen Ebene.

Aber wenigstens konnte ich heute Morgen um halb sechs natürliche Auslese bei der Arbeit bewundern. Nein, niemand ist gestorben.

Ich stand an der Ampel am Ausgang unserer kleinen Straße und wartete, dass der Bedarfssensor sich bequemen würde, die Anwesenheit meines Autos zur Kenntnis zu nehmen und auf Grün zu schalten. Ich starrte während dessen stumpf in den Mittelgrund der Kreuzung. Da geschah schräg gegenüber Folgendes …

Man kann ja durchaus eine etwa 300 Meter lange Einbahnstraße auch mal gegen die erlaubte Richtung befahren, wenn man ein Anlieferer für eine Bäckerei am Eck und sehr faul ist.

Man kann dann auch seinen Transporter gegen eben diese Richtung stehen lassen, damit man nicht noch fünf Meter fahren muss und schneller seine Brötchen ausladen kann.

Ebenfalls kann man ignorieren, dass genau gegenüber – am Anfang exakt jener Einbahnstraße, auf der man gerade herumsteht – das Polizeirevier ist.

Aber sich dann wundern, wenn Polizisten angefahren kommen und sehr verdutzt sind, ist dann doch ein bisschen arg dämlich.

Jetzt auf’s Meeting vorbereiten und sich einreden, dass die Vorzeichnung des Covers nicht so schlecht ist, wie sie aussieht. Immerhin hat die Frau zwei Arme, zwei Beine und einen Kopf. Und sogar zehn Finger. Niedrigschwelliger Erfolg! Diese Woche zieht sich wie Kaugummi. Alles läuft langsam, zäh und mühsam. Es kann nur besser werden.

Ach watt, Leben!

Darkness called… But I was on the phone, so I missed him.

The wind of heaven is that which blows between a horse’s ears.

I tried to *69- Darkness, but his machine picked up. I yelled „Pick up the phone, Darkness!,“ but he ignored me. Darkness must have been screening his calls.

Genug Warcraft. Aber Dunkelheit stimmt schon. Ich weiß nicht, was es ausgelöst hat – zu wenig Schlaf, die abklingende Krankheit, zu wenig Sport … – aber seit gestern stemme ich mich mal wieder gegen einen Depressionsschub. Und bin ärgerlich, dass es mir überhaupt noch passiert. Was natürlich ein sehr gutes Zeichen ist, in den grauen Momenten aber nicht wirklich hilft. Ich treibe durch den Tag, halte mich an Routine fest und greife nach Strohhalmen.

Mann, ich sollte doch schon lange wieder völlig gesund sein …

Naja, ich muss durch. Da hilft nichts. Die graue Ebene liegt vor mir und ich robbe ganz langsam hindurch. Um mich herum nur Nebel und Gestrüpp, aber ich mag nicht mehr liegenbleiben. Immerhin habe ich Leuchtfeuer …

  • Ab Februar dürfte es abends hell genug sein, dass ich unter der Woche wieder laufen kann.
  • Am Wochenende treffen wir uns mit J1 und D. und das ist immer sehr schön.
  • Ich kann am Freitag meine Space Wolves weiterbasteln.
  • Ich habe es geschafft, den Arzttermin zu machen, obwohl sich alles in mir dagegen gesträubt hat.

Leider steht dem Positiven aber auch erdrückend viel gegenüber, das mich nach unten zieht …

  • Ich habe das Gefühl, trotz heftiger Bemühungen abnehmtechnisch auf der Stelle zu treten. Ich weiß nicht, woran es liegt. Ob ich mich selbst sabotiere, ob ich einfach Pech habe – keine Ahnung!
  • Ich bekomme Kleinigkeiten nicht mehr geregelt. Meine Wohnung verwahrlost langsam vor sich hin und ich schaffe es maximal, Staub zu saugen und die Spülmaschine loszuschicken.
  • Ich sehe die Zukunft nicht mehr wirklich klar. Ich weiß nicht, wo ich hinmöchte. Soll es jetzt so weitergehen und irgendwann stirbt man?
  • Was ist, wenn der Arzt sich weigert, mir diese Sonarzertrümmerung zu machen? Oder meine Krankenkasse es nicht bezahlt? Dann kann ich auf mittlere Sicht keinen Sport mehr machen. Und dann … weiß ich echt nicht mehr weiter.
  • Ich traue mir selbst nichts mehr zu. Ich hänge auf der Arbeit an einer Coverillustration und möchte einfach nur kotzen, weil ich so schlecht bin. Das sieht aus, wie vom Sonderschulkindergarten. Und ich weiß, dass ich es nicht besser kann.
  • Wie schaffen es Leute, dass andere Menschen sie mögen? Ich habe das Talent, jeden so zu befremden, dass nur ein ganz harter Kern an Freunden übrigbleibt, die mich nicht für eine arrogante, snobistische, unangenehme, elitistische, taktlose Bitch-with-attitude halten. Gerade auf der Arbeit merke ich das sehr deutlich. Ich versuche, nett und zugänglich zu sein. Und trotzdem vermeiden mich 90% der Leute und gehen lieber zu meinem netteren Kollegen, selbst wenn sie Fragen zu meinen Projekten haben. Das verletzt ganz schön, vor allem, weil ich ja schon mein Bestes gebe … und damit gnadenlos versage. Ich habe schon mit meiner Ärztin darüber gesprochen und sie meinte, dass es im professionellen Umfeld tatsächlich nur wenige Leute gibt, die respektiert und geliebt werden. Bei den meisten ist es immer entweder „geliebt und dafür wie ein Fußabtreter behandelt“ oder „gefürchtet und respektiert“. Ich weiß nicht, ob ich den Fußabtreter-Part (den ich bei meinem Kollegen tatsächlich beobachte – die Leute, die ihn so mögen, nehmen ihn meistens nicht ernst) möchte. Aber anscheinend kann man den Kuchen nicht essen und behalten. Was ich am Ende möchte …? Ich bin ratlos.

Wie man sieht – kein guter Punkt, an dem ich derzeit stehe. Es hilft nur, sich an Ritualen aufzurichten. Immer das Gleiche tun. Immer das Gleiche essen. Abfolgen. Reihung. Normalität. Und vielleicht (sicher! Hoffentlich!) erreiche ich dann das andere Ende der grauen Ebene.

Ach watt, Leben!, Ernährung

Wo beginnt eine Essstörung?

Mit ziemlicher Sicherheit noch nicht dort, wo ich bin. Da ist es nur mangelnde Selbstbeherrschung und völlig fehlende Impulskontrolle. Aber es kann durchaus sein, dass ich mich langsam auf eine Binge-Eating-Störung zubewege. Immerhin bekommt man so etwas nicht von jetzt auf gleich, sondern hat dort vermutlich wie bei allen anderen Dingen eine Phase, in der man das Ruder noch ohne professionelle Hilfe herumreißen kann … sofern man sich der Sache bewusstwird.

Das entspringt vermutlich wieder mal meinem ausufernden Do-it-yourself-Gedanken, der gar so verstörend amerikanisch ist und den meine Ärztin sicherlich mit einem sanften Lächeln meinem starken inneren Kritiker zuschreiben würde.

Aber – wer, wenn nicht ich? (Und: Womm, wenn nicht Wurst?)

Von vorne. Ich habe mir am Samstag innert nicht einmal 24 Stunden mein komplettes Wochendefizit sturmreif geschossen. Und zwar nicht mit Voller Napfs Nudelauflauf mit Extrakäse auf dem Käse (da fiel es mir unglaublich leicht, eine kleine Portion zu essen und noch einmal einen kleinen Löffel nachzunehmen. Und damit Finito), sondern mit Gummibärchen, die auf dem Tisch standen. Da waren. Einfach nur da.

Und ich habe sie gegessen. Nicht unbewusst und nicht heimlich, sondern „halt so“. Sie waren da, ich habe sie gegessen. Eine Halbe von diesen Anstaltspackungen.

Was mal so überhaupt nicht geht. Mich im Nachhinein unglaublich geärgert hat. Aber ich konnte es nicht aufhalten. Ich war völlig bewusst und dabei, aber ich konnte nichts tun. Das war kein Klabautermann, der meinen Körper übernommen hat – das war ganz allein ich. Sehenden Auges Selbstsabotage betrieben. Ich bin so entsetzlich wütend und enttäuscht.

Und dass, wo ich am Freitag so diszipliniert war. Ich habe nämlich Schokolade und Kekse, die ich von den Damen der Sport-nach-Krebs-Turngruppe, die Muttereinheit übungsleitet, geschenkt bekommen habe (ich habe ihnen meine Belegexemplare der Spiele aus dem Verlag für die Kinder und Enkel gegeben), direkt an H.s Kinder weitergereicht. Nur ein paar Pralinen behalten. Und bei denen festgestellt, dass Schokolade in echt gar nicht mehr so gut schmeckt, wie in meiner Erinnerung (obwohl ich Phantasien mit Cadbury Creme Eggs habe … mein Kryptonit).

Auf jeden Fall kann ich mir also bei Süßigkeiten Null und gar nicht trauen.

Daraus kann ich jetzt nur einen Schluss ziehen: Ich muss Süßigkeiten und Backwaren (Backwaren haben hier jetzt keine gesonderte Ausführung bekommen, sind aber ebenso problematisch für mich) komplett aufgeben. Unter der Woche habe ich das ja schon lange realisiert, aber ab jetzt eben auch an Frei- und Samstagen. Es geht nicht anders. Ich muss mich wie einen trockenen Alkoholiker behandeln. Da geht auch nicht „nur ein Schluck“. Nur ein Schluck ist die komplette Flasche Korn mit Filmriss gratis.

Ausnahmen nur, wenn wir mit Freunden essen gehen. Was zum Glück maximal einmal alle ein, zwei Monate vorkommt. Ansonsten werde ich mich an Obst halten. Und Skyr mit Süßstoff und Erdnussmehl. Und Kaffee mit Flavour. Und Backkakao mit Süßstoff und Wasser/Mandelmilch zubereitet.

Und dann bin ich gespannt, wie lange das gut geht. Wenn ich will, habe ich unglaubliche Disziplin. Aber dazu muss irgendwo in mir ein Schalter umklappen. Was er betreffs Süßigkeiten bisher noch nicht getan hat. Oder war das nun der entscheidende Moment?

Ich hoffe es!