Ach watt, Leben!, Dat Nerdstuff

Der Körper weiß mal wieder Bescheid

Nichts, was bei mir besonders regelmäßig zutrifft. Mein Körper ist ein nörgeliger Vierjähriger, dessen Kernkompetenz das Wollen und Jammern ist. Der Hauptjob meines Kopfes ist es deshalb gebetsmühlenartig zu wiederholen „Nein. Jetzt nicht. Später – wenn ich Sport gemacht/fertig gearbeitet/das hier aufgeräumt habe“. Manchmal aber auch nur „Schluss jetzt!“. In diesem bestimmten Ton gezischt, den die Waldnymphe an unseren Dungeonabenden nutzt, um Bossmonstern klar zu machen, dass sie jetzt auf die Mappe bekommen, weil sie meinen Charakter verprügelt haben (was ja eigentlich genau der Plan ist … immerhin bin ich der Tank, und dessen Aufgabe ist es nunmal, wild „Hey, hey, hey, hier! Hallo! Sonofabitch! Dei-Mudda-fährt-´n-Van-vom-A-Team!“-brüllend die Aufmerksamkeit des Bosses zu binden, während die zerbrechlicheren aber aggressiveren Teammitglieder ihre Angriffe fokussieren).

Also das ganze „intuitiv richtigmachen“ hat mein Körper jedenfalls so gar nicht drauf. Selbst wenn ich mal krank bin habe ich Appetit wie ein Nilpferd. Da macht man echt nix!

Aber gestern … da geschah ein seltenes Wunder. Ich hatte den Morgen um kurz nach sechs mit einem Lauf begonnen, so lange es noch schön trocken war. Die Wolken waren aber schon sehr beeindruckend. Dann mein Liter Frühstückskaffee und friedliches WoW-Zocken (ich arbeite am „Mounts of Draenor“-Achievement, wurde davon abgelenkt, dass ich herausfand, wie man einen Fel-Wolf zähmt und blieb in Nagrand hängen … übliche Sprunghaftigkeit eben, wenn ich allein spiele), und irgendwann bekam ich unglaublich Lust auf Backwaren.

Backwaren. Mein geliebtes Kryptonit. Und ich habe im Umkreis von fünf Laufminuten drei Bäckereien, die an Sonn- und Feiertagen morgens aufhaben. An zwei davon komme ich sogar gegen Ende der Joggingrunde vorbei und es roch schon gar wundervoll heraus.

Nach kurzem Abwägen (viel verbraucht diese Woche, andererseits aber auch geplantes Essengehen für Samstag …) zog ich dann doch los. Und habe mir die volle Packung gegeben. Eine Brezel und ein süßes Monsterteil. Geschätzt auf zusammen tausend Kalorien. Wundervoll viel Fett und Schokolade.

Ich habe diese kombinierte Grandiosität andächtig verzehrt … und dann war mir glücklich schlecht.

Und irgendwie wollte ich dann den Rest des Tages nur noch etwas Tofu und Quarkporridge essen, weshalb ich mein Budget nicht gerissen habe. Ganz ohne Hunger zu haben. Nicht einmal jetzt, fast 20 Stunden später, habe ich Hunger. Da sieht man’s mal wieder: Fett hält satt. Die Frühmenschen wussten schon, warum sie fettiges Fleisch gegessen haben.

So, nun nutze ich die Stille des Brückentags, um Sachen wegzuarbeiten und freue mich auf ein fast terminfreies Wochenende!

Wie jetzt immer findet sich dieser Beitrag auch auf meinem Tumblr-Blog. Danke, EU-DGSVO!

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Ach watt, Leben!, Ernährung, Training

Darf man sich auf Süßigkeiten freuen?

Have you ever ...

… oder ist das schon wieder ein gestörtes Verhältnis zu Essen? Immerhin mache ich um mein normales Essen, all´die Gemüsepfannen und Tofuteile, den Porridge und das Obst, kein solches Bohei. Ich freue mich nämlich immens auf Samstag, wenn ich eine Radtour machen und an deren Ende Macarons kaufen werde. Ich habe zu diesem Zweck Kalorien angespart, Sport gemacht (okay, den Sport habe ich nicht deswegen gemacht. Zählt aber trotzdem!) und mir damit ein komfortables Defizit erwirtschaftet, das ich Freitag und Samstag ausgeben werde. Zunächst heute Abend 300 Kalorien für die beiden Cadbury Creme Eggs (ja, da ist es wieder, mein guilty pleasure!), die der Erklärfaun mir aus England hat mitbringen lassen (Hurra für Work-Wife, der den Transportteil übernahm!) und dann morgen 700 Kalorien für 100 Gramm Macarons (dürfte hinkommen), die ich mit dem morgendlichen Laufen (170 Kalorien) plus den zwei Stunden Fahrradfahren (550 Kalorien) erreichen werde. Im Verlauf dieser Woche habe ich dann noch so 500 als Defizit angespart und werde das in Currytofu umsetzen.

Also … ist so etwas krank? Kontrollfreakig? Definitiv kein intuitives Essen?

Und wenn ja – wäre das schlimm?

Ich bin auch im restlichen Leben sehr darauf aus, über alles die Kontrolle und Übersicht zu behalten. Ich möchte die Dinge rational und durchdacht angehen und alles Intuitive ist mir suspekt, wenn auch nicht fremd. Deshalb denke ich nicht, dass es pathologischer ist, sein Essen zu kontrollieren als seine Termine und Verabredungen. Oder sein Sportpensum. Oder den Kilometerstand des Autos.

Von daher versuche ich jetzt einfach mal, meinen aktiven inneren Kritiker zum Schweigen zu bringen, freue mich auf den Ausflug und auf die Süßigkeiten und muss mich hinterher nicht grämen, weil ich schließlich vorgespart habe.

Sonstiges: Es waren tatsächlich die Miniauberginen, die mir nicht geschmeckt haben. Werde ich also nicht mehr kaufen. Aber ich habe ja noch so viele Möglichkeiten! Heute Mittag gehe ich den Wocheneinkauf erledigen und sehe mal, was es so Ansprechendes gibt. Vielleicht nicht wieder etwas noch nie Dagewesenes, sondern lieber etwas, das ich schon lange nicht mehr hatte? Wir werden sehen! Hokkaidos sind jedenfalls schon wieder sehr schmackhaft. Da hole ich mir vermutlich wieder einen. Reicht beim Meal-Preppen für vier Tage!