Ach watt, Leben!, Culinary Diversity-Wölfe, Training

Die Culinary Diversity-Wölfe haben viel zu tun

Druck

… denn nicht nur habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Topinambur (nicht, wie auf Instagram steht, Tapioka – Autokorrekt ist manchmal eine bizarre Bitch, ich habe es zu spät gemerkt und man kann einen Instagram-Post ja nicht mehr korrigieren. Zumindest wüsste ich nicht, wie … Update: hilfreicher Tipp war hilfreich! Merke: Desktop-App nicht korrigierbar, mobile App korrigierbar!) probiert, sondern es gab auch einige andere Premieren. Diese nicht wirklich Nahrungsrelevant, aber da sind meine Wölfe überhaupt nicht picky.

Topinambur -Carrot-Bellpepper-Zucchini-Shiratakinoodles #vegan #mealprep

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Aber zuerst Topinambur. Den gab es am Donnerstag überraschend beim Lidl und ich habe spontan eine 400-Gramm-Packung davon mitgenommen. Ich hatte keine Ahnung, keine Erwartungen, bekam von der Waldnymphe den überaus wertvollen Hinweis „Nicht wundern, der wird nicht wirklich weich!“ und habe mich, wie immer, wenn ich in solchen Dingen unsicher bin, auf ein unkompliziertes Ofengemüse zurückgezogen. Einfach Topinambur, Gelberüben, Zucchini und Paprika kleingeschnitten und mit Tomatengemetzel in den Ofen verfrachtet. Dort bei 180 Grad 40 Minuten verbleiben lassen und mich dann über ein sehr, sehr schmackhaftes Abendessen gefreut. Topinambur wuselt kalorientechnisch zwar im Kartoffel-Ballpark herum, aber ich habe die Portion durch drei geteilt, so dass ich nun drei Tage lang immer nur so 130 Gramm Topinambur dabeihabe. Also alles vertretbar. Auf jeden Fall sehr gut, kann man wieder machen.

Der Rest des Wochenendes war auch überraschend aktiv. „Überraschend“ deshalb, weil mir der plötzliche Temperatursprung von minus fünf zu plus zehn Grad gar unschöne Kopfschmerzen und Müdigkeit beschert. Sollte eigentlich effektiv alles verhindern, was mit Bewegung zu tun hat.

In diesem Fall aber nicht. Ich war das erste Mal in diesem Jahr wieder Laufen! Aus verschiedenen Gründen eine blöde Idee (Fuß schmerzt, Schulter schmerzt …) und auch gleich wieder auf meine üblichen fünf Kilometer zu gehen, statt die verkürzte Runde zu laufen, war dämlich … aber manchmal muss man eben auch unvernünftig sein. Und nach den ganzen Rückschlägen der letzten Wochen brauchte ich so dringend ein Erfolgserlebnis!

Zum Glück hat mein Körper mitgespielt. Und die Hammerdosis Ibuprofen tat ihr übriges. Außerdem scheint mein winterliches Cardio-Programm auch einen gar zu großen Leistungsverlust verhindert zu haben. Jedenfalls lief ich die fünf Kilometer in ungefähr 31 Minuten (sagte die Kirchenuhr – ich habe den Imperator nicht genutzt! So schlau war ich dann doch), was in etwa meinem prophezeiten sechs-Minuten-Schnitt entsprach. Außerdem hatte ich kein einziges Mal das Bedürfnis, aufs Gehen auszuweichen. Ich bin komplett durchgejogged. Am Ende der Strecke war ich dann zwar für die Wurst – aber zu meinem immensen Stolz haben sich Atmung und Herzschlag sehr schnell wieder normalisiert.

Heute Morgen tun mir nun auch noch die Oberschenkel heftig weh, weil Fuß und Schulter schließlich nicht gereicht haben – aber das habe ich mir hart erarbeitet. Das darf so sein!

Und was war sonst noch Bemerkenswertes los?

Wir waren beim Goldschmied.

Wegen Ringen.

Wir. Die drei Bindungsscheuen.

Ein extrem cooler Goldschmied mit einem in einem Hinterhof versteckten Atelier im noch nicht gentrifizierten Teil der Innenstadt noch dazu. Er arbeitet viel mit Abgüssen von Insekten und anderen verlorene-Form-Sachen. Sehr, sehr schick. Wir wollen Grasringe aus Edelmetall. Das wird so laufen, dass wir, sobald die Natur auf Frühling geschaltet hat, mal ein Picknick machen gehen und uns gegenseitig aus echtem Gras Ringe flechten. Mehrere pro Person, damit man sehen kann, welche am besten werden. Diese Ringe tragen wir zum Goldschmied und der gießt uns die Ringe. Bearbeitet sie noch nach, bringt sie auf unsere Ringgrößen (ich hatte noch nie Ringe und weiß nun, dass meine Ringgröße 52 ist) und was man sonst noch tun muss.

Ich bin sehr gespannt, wie das laufen wird. Der Goldschmied hat, nachdem er sich auf dem Weihnachtsmarkt mit der Waldnymphe über unser Projekt unterhalten hatte, mal einen Test-Gras-Silberring gebaut und der sieht schon sehr cool aus. Wenn man sich im Internet umsieht, bieten noch mehr Goldschmiede solche Ringe an – aber keine davon sehen genau so aus. Und anscheinend wickelt auch bei keinem der Kunde selbst seinen Ring.

So, jetzt auf in eine Woche, die nicht nur eine Illustration für eine Torte (ja, Torte) bereithält, sondern auch einsames die-Stellung-halten, weil Kollege in Urlaub ist. Hoffentlich bleibt es ruhig …

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Ernährung, Training, Weniger

Vorbereitungen

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Das Geburtstagsgeschenk ist fertig und wird heute Abend auf die Flasche geklebt.

Ich, der Schönwetter-Cardio-Mensch. Ich gebe es zu – Sport in kaltem, nassem Wetter ist nichts für mich. Die Wintermonate finden ertüchtigungsmäßig gesehen vor dem Fernseher (mit Stepper und Bodyweight) und im Gym statt. Als Entschuldigung kann ich außer meinen bei kaltem Wetter extrem tränenden Augen nicht wirklich etwas anführen. Ich mag’s eben nicht, im Winter draußen zu sein.

Doch jetzt ist März. Langsam sollte die Outdoor-Saison doch mal beginnen … von den erbärmlichen Temperaturen einmal abgesehen!

Mein Fuß ist noch nicht wieder in Ordnung aber auf dem Weg der Besserung. In ein, zwei Wochen sollte da alles in Butter sein. Die Schulter zeigt sich von der Schonung und den Tabletten auch entzückt und tut … weniger weh. Nicht wirklich gut aber ein Anfang. Es könnte also bald losgehen. Wieder Laufen. Wieder lange Wochenend-Fahrradtouren. Muss es nur noch wärmer werden.

Bis dahin bereite ich mich mental vor. Lese Bücher und versuche mich in das Mindset zu bringen, dass ich nicht gleich beim ersten Lauf gute Zeiten bringen muss. Ich muss wieder gaaaanz langsam anfangen. Sechs Minuten pro Kilometer ist absolut okay für den Anfang.

Meinem ewigen, nervigen Ehrgeiz Zügel anzulegen ist immer das Schwerste. Ich laufe prinzipiell ja gern, leide aber darunter, dass mich jede „schlechte“ Rundenzeit fertigmacht. Vielleicht sollte ich den Imperator in dieser Saison nicht benutzen, sondern – seltsames Konzept – einfach Laufen. Ohne Kontrolle. Nur nach Gefühl. Keine Ahnung, ob mich das dann nervös oder glücklich macht. Ich kann es einfach mal ausprobieren.

Fernziel: Aufhören, mich mit anderen zu vergleichen. Nur noch gegen mich selbst laufen. Und auch hier das „gegen“ nicht mehr so ernst nehmen. Kein Altherren-Gewackel im untersten Gang aber auch kein ständiges Streben, immer die vier bei den Rundenzeiten vorn zu haben. Stattdessen Bewegung, eine sanfte Verbesserungskurve und eine gute Ergänzung zum Kraftsport, der im Sommer ja immer ein wenig hinten runterfällt.

Hm. Irgendwie bin ich echt eine miese Sportlerin. Irgendwas lasse ich immer schleifen. Im Sommer die Gewichte, im Winter Cardio. Doof.

Essenstechnisch bin ich nicht gut aber auch nicht schlecht dabei. Kaum oder kein Defizit aber auch kein Überschuss. Ich halte vor mich hin. Mehr ist im Moment nicht zu schaffen. Vielleicht schafft auch dabei der Frühling Abhilfe.

Ach watt, Leben!, Training

Inquiring minds want to know …

Wie lange der Körper wohl braucht, sich an die Hitze anzupassen?

Denn obwohl ich gestern einen Kilometer weniger gelaufen bin, war ich völlig im Eimer und hatte zwischendurch tatsächlich das Bedürfnis, auf Gehen zu wechseln. Dem ich aber nicht nachgegeben habe. Trotzdem … da der Wetterbericht nun die nächsten zwei Wochen (?) von schlimmer Hitze schwadroniert, wird das unschön, wenn ich es nicht schaffe, damit klar zu kommen. Ich kann nicht morgens laufen, obwohl ich das viel lieber möchte. Aber wer um halb sechs aus dem Haus muss, kann nicht noch eine dreiviertel Stunde früher aufstehen. Und weil ich eben deswegen auch abends früh ins Bett muss, kann ich auch die nächtliche Abkühlung nicht nutzen. Mir bleibt nichts, als die Zähne zusammen zu beißen. Und weiter die späte Nachmittagshitze auszuhalten. Bin ja nicht die Einzige, die unter dem Wetter leidet. Wren scheint auch am Stock zu gehen.

Warum an manchen Tagen einfach alles langsam gehen muss?

Wenn sich alles gegen einen verschwört. Die Spülmaschine ihren Zickigen hat und man die Hälfte des Geschirrs nachspülen muss. Ein LKW ungelogene zehn Kilometer lang drei andere seiner Art überholt – mit etwa 5 Km/h mehr … Und erst als die Autobahn eine Ausfahrt weiter dreispurig wird, überholt werden kann. Manche Leute sind einfach asoziale Arschlöcher, da gibt es keine beschönigenden Ausdrücke. Und meine Gelberüben haben Schimmelflecken entwickelt, die man zum Glück wegschälen kann, was aber die morgendliche Essensvorbereitung auch nicht gerade schneller macht. Alles. Viel. Zu. Langsam.

Was Niantic mit seinem neuen Pokémon Go-Update sagen will?

Ich dachte, sie schalten nur Arenen ab, um sie zu überarbeiten. Nun ist „mein“ Poké-Stop plötzlich eine „Arena im Bau“ und ich habe keine Lust mehr. Überall auf der Karte sind Stops zu Arenen geworden und das ist für jemanden wie mich, der nur sammelt, weil man gegen 24/7 spielende Schulkinder und ihre in pubertärer Manie auf obszöne Werte gezogenen Killermon eh keine Chance hat, eine Änderung, die mir das Spiel vermiest. Ich glaube, es wird Zeit für ein neues Smartphone-Spiel für mich. Ich könnte I. in ihrer Verteidigung der Ingress-Bastion unterstützen. Wobei ich eigentlich außer dem Akinator kein Mobile Gaming brauche. Tja, Ende einer Ära. Tut mir leid, Pokémon Go. War schön mit dir. Aber wenn du stressig wirst, fliegst du.

Warum man manchmal das „frag mich alles!“-Schild umhängen hat?

Und das sogar beim Joggen! Ich bekam gestern zweimal Fragen nach dem Weg. Sehr bizarr. J2 meinte, dem könne man mit der Kenntnis einer Nischensprache gut entgehen, indem man Unwissen simuliert. Aber ich mag eigentlich ja auch helfen. Nur kann ich mich nicht einmal mehr erinnern, wann ich das letzte Mal nach dem Weg gefragt wurde. Geschweige denn gleich zweimal innert einer Stunde! Man könnte meinen, die Leute könnten kein Google Maps bedienen. Ich bin zu sozial unverträglich. Mal wieder.

Und sonst?

Hat der Verlag, bei dem ich arbeite, gestern den „Kinderspiel des Jahres“-Preis gewonnen. Die ganz große Nummer in der Branche. Dementsprechend geht es nun auf der Arbeit zu. Ich freue mich natürlich, habe aber schon einige Hektikaktionen deswegen auf den Tisch bekommen. Aber das wird alles.

Und ich verspreche, dass es bald mal wieder Selbstgezeichnetes statt Gaming-Headerbilder geben wird. Ich bin nur gerade furchtbar unzufrieden mit Allem, was ich so tue.

Ach watt, Leben!, Training

Exit through the Gift Shop

Tagesausflug zum Limeskastell. War großartig! #saalburg #Limes

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Kein Unwetter. Zwar dräuten Wolken, zwar wurde es immer stickiger und schwüler, zwar bekamen wir alle drei gegen Abend Kreislaufprobleme oder Kopfschmerzen … aber trotzdem schlich sich das auf allen Kanälen prophezeihte Gewitter um uns herum und die nächtliche Abkühlung blieb aus. Als ich heute morgen Laufen war, klebten mir die Klamotten am Körper.

Mittlerweile ist es etwas besser geworden aber der Temperatursturz lässt noch auf sich warten.

Gestern haben wir einen wunderbaren Tag auf der Saalburg verbracht. Morgens trafen wir uns zum Frühstück (was ich ja sonst nie tue – aber als gesellschaftliches Ereignis finde ich es nett), dann packten wir Salat, Obst, Brot, Butter, Nüsse und Wasser in die Picknicktasche und zogen los.

Die Saalburg ist beeindruckend. Und da wir durch Zufall fünf Minuten vor Beginn der Führung ankamen, nutzten wir diesen Wink des Schicksals und ließen uns einige Details näherbringen. Als begeisterte Leser experimentalarchäologischer Bücher war zwar nicht allzuviel Neues dabei – aber die Zahl von 99 ausgegrabenen Brunnen und das Ding mit den vielen rätselhaften, einzelnen Schuhfunden hat uns doch entzückt.

Wir wanderten um die komplette Anlage herum und nahmen unser Mittagessen dann in den Ruinen des Badehauses ein, wo wir uns auch noch ein wenig zu einem kleinen Schläfchen unter die Bäume legten.

Im Museumsshop fand ich zu meinem Entzücken die auf 6 Euro reduzierten Bände zwei und drei von „Die Reiter Roms“. Nahm ich natürlich sofort mit. Ich hatte bis dato nur den ersten Band.

Ergebnis dieses schönen Ausflugstages: Wir haben das vage Bedürfnis, wieder mit Reenactment anzufangen. Diesmal aber nicht 17. und 13. Jahrhundert, sondern mittlere römische Kaiserzeit.

Mal sehen, wie lange diese Begeisterung anhält. Ich vergesse jedes Mal so leicht, wie furchtbar verwöhnt ich in Sachen Hygiene bin.

Völlig unzusammenhängende Anekdote: Ich habe gestern einmal mehr gezeigt, warum man mir besser keine Herausforderungen stellt, die mit menschlicher Interaktion verbunden sind.

Ich war morgens um halb sechs in den Feldern zum Joggen. Hinter einer Kurve erspähte ich einen Neufundländer, der friedlich am Wegesrand saß. Ich wunderte mich, was das Tier so allein dort vorhatte, trabte näher … und fand mich praktisch Aug‘ in Aug‘ mit dem Herrchen … das ins angrenzende Haferfeld kackte.

Und was tat ich?

Hielt Augenkontakt und grüßte lautstark „Guten Morgen!“.

Der arme Kerl sah aus, als wolle er im Boden versinken. Und mir kam im selben Moment, in dem ich so freundlich war, die Idee, dass es vielleicht, so ganz vielleicht, sozial akzeptabler gewesen wäre, das Szenario zu ignorieren.

Ach, passiert.

Training, Weniger

Optisch unschön, Rest super

Heute also volles Essprogramm für mich. MyFitnessPal gibt mir 1550 ohne Sport zur Erhaltung und die nutze ich aus. Bei mir gibt es an diesem Donnerstag deshalb:

  • Mittagessen: Einen hässlichen aber bestimmt ganz grandiosen Quark-Porridge-Mampf, den ich aus einem Rezept aus dem Ohne-Unsinn-Forum für mich abgewandelt habe (findet man jetzt auch auf meiner Rezeptsammlung). 362 Kalorien
  • Mittagessensnachtisch: Zwei Cadbury Creme Eggs. Ja, ich weiß, ich habe sie nicht gemocht. Aber sie sind ein acquired taste (wie Natto) und mittlerweile liebe ich sie. Dumm nur, dass diese beiden heute die letzten ihrer Art sind. Dann ist erstmal Schicht damit. 300 Kalorien
  • Abendessen: Gemüsenudeln mit Tomatensauce und Tofu. 390 Kalorien
  • Abendessensnachtisch: Skyr mit einem halben Apfel, eine Banane mit Erdnussbutter. 497 Kalorien

Ich sach mal – Punktlandung! Ob noch Sport dazukommt, kann ich noch nicht genau sagen. Das Laufen gestern hat mich sehr, sehr gefordert. Warum auch immer, da die Strecke die gleiche wie jeden Tag und es zwar warm aber nicht stickig war. Trotzdem hatte ich irgendwie immens schwere Beine, kam ewig nicht in den Groove und fand erst auf dem letzten Kilometer in einen halbwegs gut laufbaren Rhythmus. Sehr seltsam. Aber manchmal hat man eben solche Tage. Ich hoffe, das wird heute besser.

Was ich gestern auch wieder hatte: Brass auf Hundehalter. Die Hunde können nichts dafür – aber sobald man als Läufer unterwegs ist, wird einem klar, dass 80% aller Hundebesitzer mit ihren Tölen gnadenlos überfordert sind. Keine Disziplin, keine Rudeldominanz. Armselig. Hunde sind keine Wölfe. Wölfe sind untereinander entspannt und gelassen. Hunde sind infantil und brauchen Führung. Und wenn der Mensch diese Führungsrolle nicht oder nur halbgar übernimmt, springt der Hund in die Lücke und macht, was er will. Klingt faschomäßig, ist aber so.

In meiner Familie hatten und haben alle Hunde entweder eine Schutzhundausbildung oder sind Agility-Aktiv. Was natürlich bedeutet, dass auch ihre Hundeführer entsprechend fähig sind. Der Hund hört. Punkt.

Ich verlange nicht, dass sich jeder, der gern einen Fiffi hätte, nun derart mit seinem Tier auseinandersetzt, aber ein Mindestmaß an Kompetenz wäre schön. In Deutschland darf man kein Gummelmoped fahren, ohne eine Prüfung abzulegen – aber Verantwortung für ein lebendes Wesen, das anderen Schaden zufügen kann, das geht problemlos mit einer Steuermarke.

Und es kotzt mich an, dass nicht der Besitzer sondern ich die Viecher disziplinieren muss, nur damit ich, ohne angesprungen zu werden, daran vorbeijoggen kann.

Ach, was rege ich mich auf. Ändert eh nichts. Die meisten Menschen haben vor Konflikten solche Angst, dass sie diese sogar bei ihren Haustieren scheuen, weil man ja „best buddies“ sein möchte. Und dabei nicht kapieren, dass für Rudeltiere eine klare Hierarchie das Schönste überhaupt ist, egal wo sie dort auf der Leiter stehen. Hauptsache klare Verhältnisse.

Dann muss ich, die soziale Angstpatientin, kommen und den armen Hundeviechern aufzeigen, wo ihre Grenzen sind. Das ist verdammt nochmal nicht mein Job und ich habe da auch nicht die geringste Lust drauf!

Ärgerlich.

Sonst aber alles tipptopp.

Ach watt, Leben!

Verständigungsprobleme

Forest without warmth

Bei uns im Haus wohnt unter anderem auch eine albanischstämmige Familie. Sie sind während des Balkankriegs nach Deutschland gekommen (da sie beide ungefähr so alt sind wie ich, bedeutet das, dass sie seit ihrer Kindheit/Jugend hier sind) und nun hat der Vater eine Anstellung in einem Malerbetrieb und seine Frau ist Hausfrau und für die beiden Kinder da. Er und die Kinder sind gut integriert, die Kinder haben deutsche Schul- und Kindergartenfreunde und sprechen beide Sprachen fließend. Nur die Mutter kommt nicht so recht voran. Sie hat keine Hobbies, die sie unter Leute bringen und findet wegen ihrer sehr schlechten Deutschkenntnisse auch keine Arbeit. Kontakt hat sie nur zu Landsleuten und sie geht nicht einmal alleine einkaufen. Dabei ist sie eine sehr offene, freundliche Frau – sie isoliert sich quasi freiwillig. Mittlerweile schafft sie es, mich oder andere Hausbewohner um Rat zu fragen, wenn sie mit Schulformularen der Kinder Probleme hat oder der Computer zickt. Aber ansonsten ist sie eigentlich nur im Haushalt tätig. Sie ist aber dermaßen schwer zu verstehen, dass ich nach zwei Wochen die Namen von Mann und Kindern wusste, aber seit Jahren nicht geschafft habe herauszufinden, wie sie heißt. Und an diesem Punkt ist es mir zu peinlich, jemand anderen zu fragen. Teufelskreis!

Diese Lebensweise hat dazu geführt, dass sie ziemlich zugenommen hat. Ich schätze sie in der Mitte von Adipositas eins. Sie selbst glaubt, dass die Zunahme von Medikamenten kommt (oder sie denkt, dass ihr eine Pille aus dem Internet helfen könnte, das Gewicht wieder loszuwerden – wie gesagt, sie ist manchmal schwer zu verstehen).

Aber sie hat mitbekommen, dass ich viel abgenommen habe und ständig Sport mache. Also hat sie mich gefragt, ob sie mit mir Fahrrad fahren gehen könnte. Klar, kein Ding. Sie hat nur kein Fahrrad. Die Familie ist zwar sehr konsumfreudig, aber irgendwie wird es nichts damit, ihr ein Fahrrad anzuschaffen. Da sich dieses Drama nun ein halbes Jahr hingezogen hat, habe ich ihr vorgestern angeboten, dass sie mit mir Joggen gehen könnte. Immerhin braucht man da außer einem Paar Turnschuhen keine Ausrüstung. Großes Interesse ihrerseits. Und die Versicherung, mitzukommen, sobald sie ihr eigenes Handy hätte.

Irgendwie glaube ich, dass da ein wenig Lost in Translation passiert ist. Handy? Zum Joggen? Hm.

Oder vielleicht war das ihre Art mir höflich zu sagen, dass sie doch nicht so arg Lust darauf hat. Tatsache ist natürlich, dass das altbekannte „you can´t outrun a bad diet“ auch für sie gelten wird. Sie wird also mit ziemlicher Sicherheit vom Joggen nicht abnehmen, wenn sie weiter wie bisher isst. Aber da sie für die Familie kocht und für sich selbst nichts extra vorbereiten möchte (so habe ich sie zumindest verstanden), wird sich ernährungsmäßig wenig tun. Ich frage mich, ob es Seiten wie MyFitnessPal auch auf Albanisch gibt? Dann könnte ich ihr den Link schicken, sobald sie ihr Handy hat und sie könnte vielleicht zumindest ihre Portionen tracken.

Oder ich suche mir im Internet einen Albanisch-Sprachkurs, damit die Verständigung leichter wird. Aber eigentlich möchte ich erstmal den Französischkurs auf Duolingo fertig spielen, bevor ich etwas Neues anfange. Und dann hatte ich eher Italienisch als Albanisch geplant. Und zwei Sprachen gleichzeitig bekomme ich nun wirklich nicht hin!

Naja, sie ist erwachsen. Entweder sie meldet sich bei mir und dann nehme ich mir gerne die Zeit, mit ihr ganz langsam und vorsichtig mit Sport anzufangen, oder sie tut es nicht und es ist für mich auch in Ordnung, da Sport für mich immer „me-time“ und deshalb allein natürlich deutlich angenehmer ist.

Training

Dem Muskelkater davonlaufen

Ponywolf
Einfach nicht drüber nachdenken … „It´s a show for all ages, not just children!“

Gestern wollte ich eigentlich nichts machen, weil ich vom Squat und Deadlift am Sonntag noch so üblen Muskelkater hatte (5 Kilo mehr auf der Stange und mein Körper macht mimimi, echt jetzt!) … aber dann hatte ich so Lust auf den 200-Gramm-Klumpen Räuchertofu in meinem Kühlschrank (musste eh weg) und weil Räuchertofu ja so absurd viele Kalorien hat (aber eben auch so viel besser schmeckt als das normale, lasche Zeug), dachte ich mir: „Ach komm, kurze Runde Joggen schaffste“, zog die Laufschuhe an und rannte los.

An der Kreuzung der Allee, an der ich mich zwischen drei und fünf Kilometern entscheiden musste, dachte ich an das Skyr-Eis im Gefrierfach und bog auf den langen Weg ab. Was tut man nicht alles für Süßigkeiten!

Und außerdem … taten mir beim Joggen die Stelzen kein bisschen weh, obwohl ich den ganzen Tag auf der Arbeit bei jedem Aufstehen „aua, verdammt, aua“ gedacht hatte. Da sieht man mal wieder, dass moderate Bewegung wirklich gegen Muskelkater hilft.

Aber, so schön die Laufstrecke durch die alte und neue Allee beim alten Ausbesserungswerk der Bahn (da verfällt Industrie seit dreißig Jahren aufs entzückendste vor sich hin) auch sein mag, hat sie den Nachteil, dass ich über zwei Bahnübergänge muss. Und weil das nun einmal stark befahrene Strecken im Güter- und Regionalverkehr sind, ist die Chance, dass ich an mindestens einer Schranke warten muss, sehr hoch.

Ich sollte wieder im Schlossgarten laufen gehen. Aber dort laufen die Leute deutlich erratischer und man muss mehr ausweichen. Meine jetzige Strecke ist zwar auch sehr gut von Radfahrern, Hundegassigehern und Spaziergängern besucht – aber die bewegen sich sehr zielgerichtet. Man kann sie gut überholen und sie überholen ohne Probleme. Aber im Schlossgarten … die touristischen Schlenker sind nicht vorhersehbar und man muss deshalb oft mal plötzlich zur Seite springen, um nicht mit einem Kinderwagen von der Größe eines Containerfrachters umgebügelt zu werden.

Mal sehen. Vielleicht probiere ich heute trotzdem mal aus, ob es unter der Woche nicht einfacher ist. Abwechslung tut schließlich gut. Vor allem, da ich beim Sport immer mehr von Musikbeschallung wegkomme. Hauptsächlich, weil meine Kopfhörer beim Laufen nicht gut halten und ich einfach noch keine In-Ear-Teile gefunden habe, die auch dortbleiben, wo sie sollen. Und wenn ich den Kopf die ganze Zeit sehr unnatürlich ruhig halten muss, nur um die Pöppel am Rausfallen zu hindern, kriege ich Nackenschmerzen.

Ganz neues Ding: Ich habe seit gestern meine Körperfettwaage. Die Omron BF 115 war im Angebot und ich habe zugeschlagen. Und sie gestern vor dem Duschen und nach dem Sport gleich mal in Betrieb genommen. Mein Körperfettwert ist bei 25,1 %, was ja gut mit den im Gym gemessenen 25,3 % von vor zwei Wochen korreliert. Ich habe 33,2 % … Kilo … whatever Skelettmuskulatur. Ist das gut? Muss ich mal das Internet fragen. Und bei Viszeralfett (dem bösen Fett um die Organe) stand eine 4 im Display. Kilo, Liter, Zwerge? (Shmebulock!) Keine Ahnung! Auch das muss ich recherchieren.

Das wird mein neues Ding. Sollen mich die Wassereinlagerungen mal hintenrum heben. Der entscheidende Wert für Fitness ist der KFA. Und solange der eine Abwärtstendenz hat, ist alles prima.