Kalkschulter

Spannung und Abenteuer

Oberon - Stella Splendens

Tage ohne Sport – verbringe ich in virtuellen Welten.

Einerseits kam ich heute Morgen in den Verlag und fand das lange erwartete Cintiq auf meinem Platz (es kommt mir etwas kleiner vor, als ich es erwartet hatte. Der Erklärfaun meinte philosophisch „Ist das nicht immer so im Leben?“), andererseits ist mein Thermo-Kaffeebecher ein bisschen in meiner Tasche ausgelaufen. Was wiederum nicht ganz so schlimm ist, weil die aus LKW-Plane, Sicherheitsgurten und Fahrradreifen besteht und deshalb absolut abwaschbar in jeder Hinsicht ist. Auf jeden Fall der Auftakt eines Tages, der viel Überraschendes verspricht.

Außerdem ungewohnt: Der Erklärfaun und ich werden unter der Woche zusammen abendessen. Tun wir sonst nie. Also, zusammen. Abendessen an sich wollen wir schon jeden Tag. Und immer noch ungewohnt: Auch heute kein Sport. Das wird aber der letzte Tag. Morgen habe ich vor, wieder zu Joggen. Noch kein Bodyweight oder Hanteltraining aber immerhin laufen gehen.

Ich merke, wie die erzwungene Bewegungsarmut mir in mehrerlei Hinsicht schadet. Ich fühle mich rastlos und völlig aus der Spur, so als sei jeder Tag irgendwie um ein paar Grad zur Realität versetzt. Außerdem trinke ich zu wenig und schlafe deshalb (und wegen der fehlenden Bewegung natürlich) schlecht. Gar nicht zu reden davon, dass ich schwarze Gedanken bekomme, denen ich mit Sport in letzter Zeit so mühelos davonlaufen konnte.

Es wird also wirklich Zeit, wieder in meiner Normalität anzukommen. Und die beinhaltet seit einem Jahr eben Sport. Muss sein. Möchte ich so. Um mich körperlich und seelisch wohl zu fühlen. Ganz zu fühlen. Bei mir zu sein.

Erstaunlich, wie viel therapeutische Wirkung Laufen und Kraftsport entfalten kann. Wobei die Pause die letzten Tage schon notwendig war. Ich habe mir jeden Tag die Nackenmuskulatur mit der Schleimrolle bearbeitet, um meiner Schulter etwas zu helfen und das hat tatsächlich etwas gebracht. Der Kalkeinschluss sorgt zwar immer noch dafür, dass ich bei bestimmten Bewegungen einen Schmerz wie leichten Muskelkater habe – aber das wird jetzt eben so bleiben. Damit komme ich klar. Weil ich weiß, was es ist. Und weil ich jetzt auch weiß, wann das Ganze so bedrohliche Ausmaße annimmt, dass ich eine Pause einlegen muss. Es ist wichtig, seine Grenzen zu verstehen und zu testen.

Mit dem Knie bin ich mir noch etwas unschlüssig. Ob es wirklich schon wieder voll einsatzfähig ist. Ich mache weiterhin meine Übungen zur Kräftigung der Stützmuskulatur, werde aber trotzdem morgen die Orthese zum Joggen noch einmal tragen. Im Alltag bin ich schon wieder ohne sie unterwegs und das Knie knackt gar nicht mehr. Finde ich gut!

Jetzt auf in den Tag und sehen, was er mir so bringt. Hoffentlich Zeit, mit dem Cintiq die Otter-Illustration zu bearbeiten.

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Total verkalkt – meine Nützlichkeit im kommenden Skeleton War

Gestern also erstens wieder 400 Kalorien in die Eis-Spardose eingezahlt. Zweitens festgestellt, dass es bei uns im Rewe gar kein Ben&Jerry’s gibt, was meinen Plänen für Samstag einen empfindlichen Schlag versetzt und drittens war ich wegen meiner Schulterschmerzen und dem knackenden Knie beim Arzt.

Der Doktor sah sich zuerst alles an, drehte herum, ließ mich gegen seine Hand drücken, schieben, alles Mögliche eben. Dann wurde geröntgt. Und hier gab´s das Highlight des Tages für mich, als die Arzthelferin mit den Worten „Sie sind ja schlank“ die kleinste Bleischürze von der Ablage nahm. Hoo-fuckin’-raay. Fremdwahrnehmung für den Gewinn. Andererseits hatte ich eh schon Oberwasser, weil mir mittlerweile trotz Muskelzugewinn die Qwertee-Shirts in „S“ passen. Und die sind eigentlich wirklich klein.

Egal, weiter im Text. Die Röntgenbilder ergaben, dass ich einen Kalkeinschluss an der Bizepssehne (kann auch anders heißen und ich verwechsle da etwas) in der Schulter habe. Das führt dazu, dass ich manchmal eine Entzündung produziere, wenn ich mich dort überanstrenge. Was bei Dingen wie Bankdrücken, Reverse Flys und Seilspringen gut passieren kann. Ich muss jetzt also erst einmal zwei Wochen Pause machen, was die Gewichte und Bodyweight (außer Glute Bridge und ein klein bisschen Bicep/Hammer Curls, das darf ich noch) angeht (der Arzt ließ leider nicht mit sich Feilschen. Ich war enttäuscht) und dann sehen, dass ich die für die Schulter belastenden Übungen etwas verteile. Doof, weil mir definierte Schultern mit am Wichtigsten sind und ich mich gern darauf konzentriere. Aber ich höre auf den Experten und mache langsam.

Und dann noch das Knie … zuerst dachte der Doc an beginnende Arthrose, befragte mich zu meiner Lauftechnik und riet mir an, mehr auf dem Vorderfuß zu laufen und noch kürzere Schritte zu machen. Nach dem Röntgen war das mit der Arthrose und die angedachte Kniespülung (örks) zwar reichlich vom Tisch, doch stellte sich heraus, dass ich mir beim übertriebenen Radfahren letztes Wochenende die Kniescheibe leicht nach außen verschoben habe. Das erklärt das Knacken. Außerdem scheint die Patella an sich etwas unsymmetrisch. Jedenfalls wurde mir eine Stützbandage verschrieben, die ich jetzt tragen soll, bis das Knie sich wieder normal anfühlt.

Joggen wurde mir nicht verboten, so lange ich dabei beschwerdefrei bin und die Bandage benutze. Na, wenigstens ein bisschen Sport darf ich die nächsten zwei Wochen also machen!

Tja, die Bandage … ich bin direkt zum Sanitätshaus, das praktischerweise im selben Gebäude ist, und habe die Verschreibung eingelöst. Ich nahm die billige Variante, da ich keinen Unterschied spüren konnte und für zwei Wochen nicht 26 statt sechs Euro ausgeben wollte, wenn sogar die Fachangestellte meinte, das sei meiner persönlichen Präferenz überlassen. Ich bin nach Hause, zog meine Laufsachen an, werkelte die Bandage übers Knie und muss sagen, dass mein Respekt für Annesch noch einmal gewachsen ist. Alter Schlappen, die Vorstellung, so etwas den ganzen Tag am ganzen Bein zu haben … das ist nix für Weicheier. Lady, you rock!

Jedenfalls lief ich damit meine Runde. Konzentrierte mich darauf, einen Extremtest zu machen um zu sehen, ob das Teil rutscht. Dazu dann noch der Versuch, das Vorderfußlaufen und die kleinen Schritte zu praktizieren. Das Ergebnis: Die besten Rundenzeiten, die ich je hatte (5:08!). Bei gleichbleibendem Kalorienverbrauch. Also laufe ich so einfach effizienter. Coole Sache. Und die Bandage ist auch nicht gerutscht oder hat mich sehr behindert.

Heute war die Kleidungswahl fürs Büro allerdings nicht ganz einfach. Meine normalen Jeans sind skinny und die gingen zwar problemlos über die Bandage, ich sah aber aus wie der letzte Honk, weshalb ich auf meine weiten Sommerhosen zurückgegriffen habe. Kann man Bandagen auch über Leggins/Strumpfhosen ziehen? Dann könnte ich mal wieder Rock tragen. Rock ohne was drunter ist mir in unserem Kühlschrankbüro zu kalt.

Heute Abend werde ich mal nachsehen, ob es im Voldemart Ben&Jerry’s gibt. Da ich derzeit nicht Fahrrad fahren sollte, schränkt das meinen Radius ein und ich muss das Auto für diese Expedition nutzen. Dumme Sache. Hoffentlich ist das Knie bald besser! Außerdem schaue ich Youtube-Videos, in denen B&J-Fake-Eis getestet wird. Hilft nur nicht, da die Fakedinger alle nur Cookie Dough (dass der Tester „dough“ die ganze Zeit wie „duu“ ausgesprochen hat, hat mich irrational aufgeregt … ich bin ein Brit-Nerd) zu haben scheinen. Ich will aber Peanut Butter Cup!

Das sind mal Probleme …