Kalkschulter

Würdevolles Fahrradfahren, der Kampf gegen den inneren Kritiker und Entspannungsversuche an der Willenskraftfront

Misosuppe. #miso #ohneunsinnabnehmen

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Am Samstag habe ich nicht nur viel Zeit im Gym verbracht und mich dort sehr gut gefühlt (nur Bein/Rumpfübungen. Plus ein paar „gefährlichere“ Sätze Squats und Rows. Die Squats auch nur mit vierzig, statt mit meinem Maximum fünfzig. Und die Rows nur mit zwanzig Kilo), sondern bin danach auch zu dem Fahrradgeschäft, in dem ich vor zwei Jahren mein Rad erworben habe, um mir Lenker und Sattel schulterfreundlich einstellen zu lassen.

Hat man dort auch kompetent und kostenlos (ich habe nur zehn Euro in die Kaffeekasse gesteckt, verlangt haben sie nichts. Fand ich nett!) getan. Nur der Azubi, der das alles übernommen hat, war sehr grantig, sobald die Chefin aus dem Raum war. Also nicht mir gegenüber. Aber er fluchte und schimpfte heftig über seine Arbeitsbedingungen. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte – ich fühlte mich damit überfordert, ihm beizubringen, dass man Kunden gegenüber besser nicht so viel unschöne Interna erzählt.

Wieder einmal eine schwierige soziale Interaktion, bei der ich mich mit Lächeln und Winken herausgehalten habe. Aber mir fiel da wirklich keine sinnvolle Vorgehensweise ein!

Egal. Jedenfalls ist nun der Lenker meines Rades maximal hochgeschraubt und ergonomischer gekippt und der Sattel etwas nach hinten geschrägt. Damit throne ich jetzt also wie so eine römische Matrone (die hatten auch Fahrräder. Ganz bestimmt!) auf meinem Untersatz und habe dementsprechend den CW-Wert einer Ziegelsteinmauer. Bedeutet also: in Zukunft langsameres, mühsameres Fahren. Dafür aber keine so starke Schulterbelastung mehr. Irgendwas ist ja immer!

Sollte die Positionsänderung nicht genügen, brauche ich tatsächlich einen neuen Lenker. Aber über diese Brücke gehen wir, wenn wir zu ihr kommen. Erst einmal probiere ich die derzeitige Lösung mal so hundert Kilometer lang aus. Das sollte als sample size reichen.

Das sorgt dafür, dass ich mich immer mehr aufs Frühjahr und die damit wieder länger werdenden Fahrstrecken freue. Positive Gedanken – yay! Und gegen die nörgelnde Stimme im Kopf habe ich mir spontan das E-Book „10% happier“ gekauft. Mir gefiel der bewusst tiefstapelnde Titel. Es ist auch kein self-help-Buch, sondern die Geschichte eines Mannes, dem sein innerer Kritiker eine Angsterkrankung samt Depression und Drogenproblemen beschert hat. Und der genauso blödsinnig emotionsfeindlich und bis auf die Knochen rational an alles herangehen wollte, wie ich das tue. Ich bin erst bei 30% des Buches, habe deshalb noch keine bahnbrechenden Epiphanien gelesen. Freue mich aber auf seine Bewertung von Meditation und Achtsamkeitsübungen.

(Unrelated: Ich bin heute Morgen hinter einem Lieferwagen mit der Aufschrift „Ganzheitliche Gebäudetechnik“ hergefahren. Die Vorstellung, was diese Firma wohl tut, hat mich bestimmt zehn Kilometer lang amüsiert.)

Und um meine mentalen Truppen nicht weiterhin an tausend Fronten gleichzeitig kämpfen zu lassen, habe ich beschlossen, zumindest die Verantwortung für das Essen ein wenig outzusourcen (yeah, Denglisch!). Ich habe mir einen Kitchen Safe bestellt und werde damit hoffentlich entspannter mit Süßigkeiten/Snacks umgehen können. Ich nehme damit den Druck des „es ist da … ich muss alles aufessen, damit es nicht mehr da ist!“ weg und kann trotzdem jeden Tag irgendeine Kleinigkeit Süßes essen. Ein ziemlich teures Vergnügen, wenn das Teil auch bei Amazon gerade stark reduziert ist. Für den Originalpreis hätte ich es mir definitiv nicht gekauft – nicht einmal mit dreißig Prozent Nachlass ist es wirklich erschwinglich. Aber ich bin langsam ziemlich verzweifelt und erhoffe mir davon Einiges. Morgen kommt es an. Ich werde berichten!

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Arzt versus Sport. Schon wieder!

Der Orthopäde hält Sport wirklich für die Wurzel allen Übels und tut alles, um mich davon abzubringen. Bewegung scheint ihm die Hauptursache für Schmerzen. Prinzipiell hat er natürlich recht. Würde man sich direkt nach der Geburt in Kunstharz gießen lassen, käme der Gedanke an Schmerzen gar nicht erst auf. Dumm nur, dass meine Eltern mich haben groß werden lassen, anstatt mich als Türstopper zu verwenden.

Jedenfalls … habe ich erst einmal wie üblich sehr viel Zeit im übervollen Wartezimmer verbringen dürfen (eine Stunde dort, noch einmal eine halbe Stunde im Flur vor den Behandlungszimmern – und ich hatte noch Glück! Die beiden Herren neben mir waren schon drei Stunden da …) und musste dann meine fünf Minuten (neuer Rekord! So lange hat er vorher noch nie mit mir geredet! Und ich konnte auch fast meinen abschließenden Fragesatz zu Ende bringen, bevor er wieder aus der Tür war!) mit dem Arzt so effizient wie nur möglich ausnutzen.

So richtig zu Wort kam ich nicht – aber ich habe ein paar Tatsachen bekommen.

  • Keine angerissene/beschädigte Sehne. Nur entzündet. Sehr entzündet.
  • Immer noch die Kalkeinlagerung.
  • Meine Krankenkasse wird keinerlei Behandlung bezahlen. Das ist aber nicht ungewöhnlich – sie sind laut Arzt eher so mittel daran interessiert, ihren Kunden Beweglichkeit zu erhalten. So wird z.B. immer ein künstliches Kniegelenk bezahlt, Therapie, die ein künstliches Kniegelenk verhindern kann, aber nicht.
  • Ich darf drei Wochen keinen Sport machen, der die Schulter belastet. Erst wollte er mir Sport komplett verbieten, aber ich habe wohl zu wütend geguckt, also bekam ich nur verboten: Seilspringen, Planks, Benchpress, Dips, Flys, erstmal Rows, Fahrradfahren. In diesen drei Wochen muss ich jeden Tag drei 600er IBU nehmen, um die Entzündung der Sehne zu behandeln. Ich frage mich, was dieser Arzt für akzeptabel hält, wenn man denn schon so etwas Schlimmes wie Sport machen will. Nordic Walking? Minigolf?
  • Sobald ich schmerzfrei bin, darf ich mit Lat-Übungen und Klimmzügen anfangen. Für immer verboten bleiben werden mir Benchpress, Dips und Flys (er klang ein bisschen selbstzufrieden, als er mir verkündete, dass ich mir die Schulter wohl hauptsächlich mit den Dips ruiniert hätte. Dass der Kalkbrocken aber schon viel länger als mein Interesse an Kraftsport existiert, war wohl nicht relevant). Mit Lat/Klimmzug soll Muskulatur aufgebaut werden, die eine Art „Polster“ zwischen Sehne und Knochen legt, damit das Kalkding nicht immer gleich bei Belastung für eine Entzündung sorgt. Klimmzüge. Hm. Waren immer ein Fernziel, das ich nicht wirklich strack verfolgt habe. Werde ich nun damit anfangen.
  • Ich soll mir ein Hollandrad kaufen, damit ich mich beim Fahrradfahren nicht so auf die Schulter stütze. Ich habe heftig gelacht. Nein. Kein Hollandrad. Ich bin noch unter siebzig. Ich werde mal sehen, ob mir der Fahrradladen einen Bonanza-Rad-Lenker aufmontieren kann. Easy Rider und so.
  • Erlaubter Sport: Stepper, Laufen (ich habe Joggen nicht erwähnt und nehme mal einfach an, dass es erlaubt ist), alle Bein/Rumpfsachen, bei denen ich die Arme nicht bewege. Später dann auch Rows, Squats und dergleichen.
  • Ich habe keine Ahnung, ob Schwimmen okay wäre. Ist aber nicht schlimm. Ich habe früher zwar sehr gerne stundenlang einfach nur Bahnen gezogen, halte mich derzeit aber für zu schwammig, um mich im Badeanzug (den ich eh in keiner passenden Größe mehr besitze) ansehen zu wollen.

Soweit also der Stand der Schulter. Das hätte ich auch alles schon vor einem halben Jahr haben können. Naja, die Waldnymphe meint, ich sollte mir auf jeden Fall in der Sportmedizin noch eine Zweitmeinung holen. Vielleicht möchte da jemand auch etwas länger mit mir sprechen.

Ansonsten bin ich weiter mit mir und meiner Selbstkontrolle unglaublich unzufrieden. Ich weiß nicht, ob einfaches Abwarten hilfreich ist. Ich fühle mich definitiv gestresst und unruhig – aber das ist eine Henne-Ei-Situation, da die Hauptursache des Stresses ist, dass ich keine Selbstkontrolle habe, was dazu führt, dass ich vor lauter Stress keine Selbstkontrolle habe. Mal schauen. Vielleicht bahnt sich ja wieder eine Phase der absoluten Planung an. Ich brauche noch ein paar Strategien. Aber an denen arbeite ich.

Everyday is Legday

Timebandit
Zumindest in nächster Zeit für mich. Denn der Besuch beim Orthopäden rangiert auf der nach oben offenen Hilfreich-Skala bei minus 25. Als ich in der Praxis ankam, standen die Leute schon bis zur Treppe. Es wurde nicht besser, als man dann zum Warten in den Flur vor die Behandlungsräume verteilt wurde, weil sonst kein Platz mehr gewesen wäre. Ja, das deutsche Gesundheitssystem funktioniert! Ein Grund mehr, Beschwerden zu verschleppen. Lieber krank als mit so vielen fremden Menschen eingepfercht zu sein! (Danke, soziale Phobie! Danke, Agoraphobie! Ihr seid ein Spitzenteam und macht’s mir in so vielen Situationen leichter!)

Jedenfalls kam ich irgendwann dran und ich hatte exakt anderthalb Minuten mit dem Arzt. Er hat mich nicht einmal untersucht. Ich habe eine Überweisung zum Radiologen bekommen für eine Tomografie, weil man ja ganz sicher sein muss, dass es auch eine Kalkschulter ist. Neben einem gesalzenen „WTF?!“ für das Verhältnis Warte- zu Patientenzeit auch ein „Ääääähhh …“, denn wenn er sich unsicher ist …. warum hat er es nicht abgeklärt, als ich das erste Mal damit ankam? Vor einem halben Jahr also … ein halbes Jahr, in dem ich Schmerzen hatte … Ganz großes Kino.

Und die kurz angerissenen Alternativen („Meine Damen und Herren – wir haben doch keine Zeit!“) waren – entweder die Behandlungen mit Erfolgsaussichten aus eigener Tasche bezahlen oder mich bei einer OP mit einer gar nicht mal so kleinen Chance zum Krüppel schießen lassen. Aber dafür wenigstens von der Krankenkasse bezahlt!

Echt jetzt … vierhundert Euro frisst mir jeden Monat die Krankenkasse aus dem Gehalt. Und das … dafür?

Ich war nicht unbedingt gut gelaunt, als ich die Praxis wieder verlassen habe. Unter anderem auch weil ich, während ich wartete, direkt auf einen Ganzkörperspiegel starrte und der mir sehr unbarmherzig zeigte, was für ein fetter, wabbliger Wal ich bin. Sehr, sehr unattraktiv. Da müssen mindestens noch zehn Kilo runter. Dann wäre ich ganz haarscharf vor Untergewicht. Aber ich sehe so furchtbar aufgedunsen und eklig aus, das kann so nicht bleiben. Wenn man vorm eigenen Anblick zurückzuckt, muss etwas getan werden.

Zum Glück bin ich dabei. Defizit läuft. Mehr oder weniger. Ganz 500 schaffe ich praktisch nie. Aber ich halte die 450 bis 500 dafür vermutlich auch die nächsten paar Monate durch. Ich schätze bis zum Herbst, wenn ich insgesamt zehn Kilo weghaben will. Zehn Kilo sind rund 70.000 Kalorien. Das würde jeden Monat ungefähr 10.000 Kalorien Defizit bedeuten. Oder 2500 die Woche. Machbar.

Der Muskelaufbau wird mir wie üblich etwas reingrätschen – aber da ich sowieso „auf Sicht“ abnehmen möchte (also nicht wiegen, nur Klamotten und eventuell Maßbänder), wird es mich weniger belasten als zu Zeiten, als ich noch rein über Waage kontrolliert habe.

Nach dem Arzttermin bin ich dann ins Gym. Das erste Mal Sport nach der Erkältung. Die immer noch nicht ganz weg ist. Aber ich wollte nicht mehr warten und musste mich nach dem Frust einfach bewegen …

Ich habe mir ein reines Bein-Rumpf-Programm gebastelt. Davor ein bisschen Cardio und dann war’s auch wieder gut. Nicht einmal Squats kann ich mehr machen, weil ich dazu ja schließlich die Stange auf dem Nacken halten muss und mir das an der verdammten Schulter auch wehtut. Also Legpress (ich war so sauer, dass ich auf zwei Sätze 116 Kilo gegangen bin und nun meine Kniescheibe wieder knackt), Hüft-Ad/Abduktoren, Crunches in jeder Form und Hamstrings.

Ich werde also meine ganzen, mühsam aufgebauten und mir echt gut gefallenden Schultermuskeln nach und nach verlieren, weil ich nichts für ihren Erhalt tun kann. Ja, die moderne Medizin hat’s echt drauf!

Wo bleibt mein Cyber-Gelenk?

Darwin-Award, Führerscheinedition

Seelisch und körperlich keine Veränderung zu Gestern. Es kam nur noch die Angst hinzu, dass ich keinen Sport mehr machen kann, falls die Krankenkasse die Behandlung meiner Schulter nicht zahlen wird. So ungelegt dieses Ei auch sein mag – es hängt wie eine dunkle Wolke über mir. Eine Zukunft mit chronischem Schmerz und viel weniger Bewegung. Das macht mich so erschöpft. Und so wütend. Ich sollte doch der Traum jeder Krankenkasse sein. Ich habe Normalgewicht, treibe Sport, esse kein Fleisch, trinke keinen Alkohol und rauche nicht. Ich gehe zur Krebsvorsorge und seit ich abgenommen habe, brauche ich auch keine Blutdruckmedikamente mehr. Ich bin der perfekte Beitragszahler. Und anstatt, dass sie nun alles tun, mich mit wenig Aufwand in diesem Zustand zu erhalten, legen sie meiner Behandlung Steine in den Weg.

Und das Allerbeste: Diese Lackaffen zahlen Akupunktur, aber keine richtige Medizin! Ich möchte bitte Kostenübernahme für mein Therapie-Einhorn! Ich glaube, ich muss die Krankenkasse wechseln. Zu einer Kasse, in der nicht bei Mondschein Rituale getanzt werden.

Hilft jedenfalls nicht, mich aus dem Sumpf zu ziehen. Addiert zur grauen Ebene.

Aber wenigstens konnte ich heute Morgen um halb sechs natürliche Auslese bei der Arbeit bewundern. Nein, niemand ist gestorben.

Ich stand an der Ampel am Ausgang unserer kleinen Straße und wartete, dass der Bedarfssensor sich bequemen würde, die Anwesenheit meines Autos zur Kenntnis zu nehmen und auf Grün zu schalten. Ich starrte während dessen stumpf in den Mittelgrund der Kreuzung. Da geschah schräg gegenüber Folgendes …

Man kann ja durchaus eine etwa 300 Meter lange Einbahnstraße auch mal gegen die erlaubte Richtung befahren, wenn man ein Anlieferer für eine Bäckerei am Eck und sehr faul ist.

Man kann dann auch seinen Transporter gegen eben diese Richtung stehen lassen, damit man nicht noch fünf Meter fahren muss und schneller seine Brötchen ausladen kann.

Ebenfalls kann man ignorieren, dass genau gegenüber – am Anfang exakt jener Einbahnstraße, auf der man gerade herumsteht – das Polizeirevier ist.

Aber sich dann wundern, wenn Polizisten angefahren kommen und sehr verdutzt sind, ist dann doch ein bisschen arg dämlich.

Jetzt auf’s Meeting vorbereiten und sich einreden, dass die Vorzeichnung des Covers nicht so schlecht ist, wie sie aussieht. Immerhin hat die Frau zwei Arme, zwei Beine und einen Kopf. Und sogar zehn Finger. Niedrigschwelliger Erfolg! Diese Woche zieht sich wie Kaugummi. Alles läuft langsam, zäh und mühsam. Es kann nur besser werden.

Einer von diesen Tagen …

Get 'em tickets to the gun show. 😊 #progress #fitspo

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… aber zumindest läuft das Defizit. Gestern kam ich auf 540 und da ich heute exakt das selbe essen werde, wird es ebenso sein. Nur mit MyFitnessPals Angaben für Backkakao komme ich nicht ganz klar. Da bekomme ich 75 Kalorien für zwei Teelöffel davon, die in meinen Abendkaffee wandern. Da ein Teelöffel aber 6 Gramm hat (gestrichen 4, gehäuft 6, denke ich mal), käme ich bei 360 Kalorien auf 100 Gramm gerade mal auf 43,2 Kalorien. Mit aller Unschärfe also maximal 45. Und nicht fast das Doppelte! Na, ich bleibe mal bei „es sind nur 540 Defizit“, dann habe ich Platz für Senf im Dressing meines Beilagensalats.

Mal sehen, wie ich nach dieser Nacht zurechtkomme. Denn so richtig ausgeschlafen bin ich nicht. Meine Katze und das begabte Kind (wir erinnern uns: Mein Staubsaugroboter) haben sich verbündet, mich um halb vier aufzuwecken. Erstere mit leisem Herumgenöle, Letzteres mit auf-der-Ladestation-Gewackel-und-Gepiepse. Ich habe das begabte Kind dann gezwungen, die Ladestation neu anzufahren und die Katze aus dem Schlafzimmer geworfen. Brachte beides nichts. Der Robo fuhr nach fünf Minuten eine plötzliche Ehrenrunde (danach war zum Glück Ruhe) und die Katze kratzte so lange an der Tür, bis sie sie auf hatte.

Ermüdend. Sehr ermüdend.

Nun ist es Morgen, ich bin übermüdet, die Katze ist beleidigt und das begabte Kind wird auch nicht besser saugen. Ach, was ein Mist!

Arbeit für heute ist bisher langweilige Routine. Für die Mittagspause habe ich Aussicht, an einem Bild für die Waldnymphe weiterzumachen. Endlich mal wieder ein bisschen P0rn.

Apropos Waldnymphe … sie hat bei TESO echt Blut geleckt und hat sich zu einem eifrigen Tüftler entwickelt, um ihren Sorcerer immer effektiver zu machen. Gestern waren wir mit J2 und T. in drei Dungeons und es lief hervorragend. Natürlich bleibt vorrangiges Ziel, auch außerhalb von Wochenenden ein wenig (virtuelle) Zeit miteinander zu verbringen – aber ein bisschen Ehrgeiz schadet schließlich nie!

Sportmäßig pausiere ich immer noch, weil ich schon beim Seilspringen zu schlecht Luft bekomme. Außerdem habe ich am Donnerstag einen Termin beim Orthopäden wegen der Schulter. Ich wollte das zwar eigentlich erst im Februar machen, aber im Ernst … ich habe doch keine Lust, dass sich da ein Schmerzgedächtnis entwickelt! Also bis Donnerstag kein Training, nur ein paar hundert Sprünge Seilspringen (maximal so 300) und ein paar Minuten diverse Planks. Und wenn ich Donnerstag dann eine Roadmap bekomme, wie der Kalkschulter zu Leibe gerückt werden soll/kann/wird, habe ich direkt meine Sportsachen dabei und gehe danach ins Gym. Klingt nach einem Plan.

Plötzliches Umfallen und dann doch ein frohes Fest

Ich weiß nicht, was ich angestellt habe, aber in der Nacht von Donnerstag auf Freitag bin ich einfach zusammengebrochen. Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Gelenkschmerzen der wüstesten Art und mein Kreislauf war praktisch nicht mehr vorhanden. Ich habe zwar die Plätzchen in Verdacht, die die Waldnymphe von einer Kollegin bekommen und an mich weitergegeben hat … aber können Plätzchen so etwas auslösen?

Jedenfalls musste ich 24 Stunden durchschlafen, mich mit Ibuprofen sturmreif schießen und dann konnte ich langsam wieder unter die Lebenden krauchen.

Diese Zeit war echt höllisch. Vor allem, weil die Katze ja trotzdem versorgt werden wollte … Ich habe mich also in die Küche geschleppt und auf dem Weg dahin alle zwei Meter Pause gemacht, um ein paar Minuten auf dem Boden auszuruhen. Das war echt unschön. Und dann musste ich auch noch einkaufen, weil das Katzenfutter aus war! Ich habe die Aldikassiererin übel angeschnautzt, weil sie – wie sie es ja immer tun – so hektisch durchschob, dass mir alles herunterfiel. Die dumme Blunz konnte gut sehen, dass ich beide Hände brauchte, um mich am Tresen festzuhalten … da kann man doch mal ein zivileres Tempo vorlegen, bis der Kunde nachgekommen ist mit Einräumen!

Naja, jetzt geht es mir besser. Ich bin fast wieder auf dem Damm und freue mich darauf, heute mittag zum Baumschmücken zur Waldnymphe zu fahren, heute Abend bei den Eltern zu Abend zu essen und mich dann später noch zum Mädelsabend mit einer Freundin zu treffen (Weihnachten wird bei uns mehr angelsächsisch gefeiert – also am 24. eher im Freundeskreis – Familie ist dann am 26.).

Sport fiel gestern natürlich auch aus. Doof, weil ich am Donnerstag noch so verdammt gut drauf war. 71 Kilo beim Row gezogen und 109 Kilo an der Leg Press! Ich war völlig besoffen von meiner Leistung. Und der Trainer meinte auch, dass ich mal zu einem anderen Orthopäden gehen sollte, weil so eine Sonarzertrümmerung des Kalkdings in der Schulter doch recht normal wäre. Und außerdem sollte ich mal ausprobieren, ob es überhaupt am Sport läge, weil es ihm komisch vorkommt, dass sich die Reizung nicht während sondern erst nach der Belastung bemerkbar macht.

Ich glaube so etwas natürlich nur zu gern und werde mal im Januar sehen, ob ich einen Termin bei einem anderen Arzt bekomme.

Weihnachtsfrühstück. 😊 Frohes Fest! #merrychristmas #coffee #happyholidays

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So, jetzt erst einmal mein Weihnachtsfrühstück fertigtrinken (Kaffee mit Zimt, Koriander, Ingwer und Muskat, Süßstoff, Haselnuss-Flavdrops und aufgeschäumter Milch), ein bisschen in TESO herumwumpeln und dann ab gen Waldnymphe!

Habt ein schönes Fest, liebe Lesefröschchen!

Ausgebremst

Gestern war ich noch voller Begeisterung darüber, wie gut es mit der hohen Schlagzahl bei den Bench Dips klappt, da hat meine dämliche Kalkschulter direkt beschlossen, dass das so ja auf keinen Fall weitergehen kann.

Und das passiv-aggressive Mistding tut das natürlich nicht bei der Übung selbst, sondern wartet, bis ich schlafen gehe. Dann wache ich irgendwann mitten in der Nacht davon auf, dass meine Schulter so sehr schmerzt, dass ich den Arm nicht mehr bewegen kann. Tolle Sache.

Und wie der Orthopäde schon sagte: Eine OP macht so etwas in den meisten Fällen nur schlimmer. Na, großes Kino. Damit zu leben lernen ist nicht einfach. Was soll ich auch machen? Auf Sport, der die Schulter belastet, verzichten? Keine Lösung. Möchte ich erstens nicht und ist zweitens auch nicht eingrenzbar, weil die Schulter schließlich auch durch Laufen schlimmer wird – warum auch immer!

Fragt man das Internet, sollte sich eine Kalkschulter irgendwann von selbst geben. Oder auch nicht – sie „verharrt“ offenbar auch ganz gerne mal. Trotzdem scheint man im Web eher positiv gestimmt, was eine Behandlung angeht, als mein Arzt, der aber generell ein ziemlicher Pessimist zu sein scheint, der mir auch schon wegen „zu viel Sport“ (brennt’s? Ich mache deutlich weniger Sport, als empfohlen! Ich komme nicht auf eine halbe Stunde täglich, wenn man das zusammenrechnet!) eine sofortige Frühvergreisung samt kaputten Gelenken prophezeit hat.

Vielleicht gehe ich einfach noch einmal zu einem anderen Orthopäden.

Und bis dahin lege ich Tage ein, an denen ich starke Belastung der Schulter vermeide. Ich frage mich, ob die Schulter Seilspringen ähnlich negativ bewertet wie Laufen. Beides hat objektiv gesehen wenig mit dieser Körperregion zu tun – aber Logik scheint man nicht unbedingt anwenden zu können.

Die Dips werde ich erst einmal durch Planks ersetzen. Die habe ich bisher noch nie gemacht und ich glaube, so ein bisschen Körperspannung tut mir ganz gut. Ich bin im Mittelteil immer noch zu schwammig. Die ersten Sätze sind schon erledigt und ich muss sagen … alter Schlappen, das zieht rein! Dummerweise ist Plank aber auch belastend für die Schultern.

Langsam weiß ich wirklich nicht mehr, was ich außer Squats machen kann, ohne dass mir die beschissene Kalkschulter reingrätscht! Aber vermutlich ist die rein statische Belastung bei Planks zumindest mal weniger reizend für die Bizepssehne (dort sitzt der Kalkeinschluss wohl) als die ständige Bewegung beim Laufen oder bei Dips.

Ach, Sport macht schon ganz schön kaputt!