Ach watt, Leben!, Ernährung

Zwischenstand des Hochsicherheitstraktes

Islands in the sky

Ich habe die Cadbury Creme Eggs seit zwei Wochen und es sind immer noch welche da. Ich habe seit einer Woche ein 24er-Pack Peanutbutter-KitKat (mühsam im Internet bestellt, da es dieses Mana der Götter bei uns in der Gegend im stationären Handel eben so wenig zu kaufen gibt wie den Zimtschneckentee … da braucht sich wirklich niemand zu wundern, dass die Leute lieber im Internet bestellen!) und es ist ebenfalls zum überwiegenden Teil noch vorhanden.

Und das alles nur dank Olé-Olé-Super-Kitchen-Safe!

Er wirkt also. Zwar nur so gut, wie meine Disziplin, beim Öffnen auch nur das herauszunehmen, was ich mir zu diesem Zeitpunkt zu essen erlauben möchte – aber offenbar reicht das. Ich muss nicht ständig Willenskraft aufwenden, sondern nur einmal. Ich kann meine Energie auf andere Dinge richten.

Zweiter Punkt, an dem ich in dieser Sache arbeite: MBSR. Das ganze Achtsamkeits-Gedöhns will meine Ärztin mir schon seit Jahren draufschaffen. Und egal, wie sehr ich mich anstrenge, es geht nicht voran. Mein Monkey-Brain rennt sofort im Kreis, wenn ich auch nur die Augen schließe und mich auf meinen Atem konzentrieren möchte. Deshalb war es auch so hart, sich den sicheren Ort zu erarbeiten und klappt es nicht wirklich, die Weißbrot-essen-Übung zu verinnerlichen.

Ich versuche nun, die Grundübungen (Atmen, Entspannen, Rumsitzen, Lächeln … klingt schon ein bisschen schräg) in meinen Arbeitsalltag zu integrieren. Immer wieder kleine Pausen und ein paar Minuten meditieren.

Vermutlich ist das der falsche Ansatz und man kann mit solch winzigen Einheiten keine Fortschritte erzielen, aber im Moment bekomme ich längere Strecken nicht hin.

Auf jeden Fall ist es mir schon gelungen, meine Mittagessenszeit um ein Drittel zu verlängern! Schnellhäcksler-Madame isst achtsam! Sehen Sie, wie sie nach jedem Löffel Porridge Pause macht! Beobachten Sie das Wunder, dass sie nicht schon die nächste Ladung aufschaufelt, während sie noch kaut! `lo and behold!

Ebenfalls mit übermenschlicher Anstrengung ist es mir gelungen, ein Buch zu beenden. Weshalb ich mir zur Belohnung gleich noch ein Neues angeschafft habe … Aber das war notwendig! Wir wollen den neuen Bladerunner-Film ansehen (ich gehöre zu dem Prozent Menschen, das den alten Film dröge, anstrengend und unbefriedigend fand) und die Lektüre von „Do Droids dream of Electric Sheep“ fiel auch in meine „von A bis Z in der Bücherei“-Phase, die bekanntermaßen so lange her ist, dass man damals noch mit D-Mark bezahlt hat, so dass ich die Handlung in keinster Weise mehr präsent habe. Da ist es hoffentlich verständlich, dass ich gar nicht anders konnte, als mir das Buch zu holen.

Nun auf in den Tag – ist immerhin Fast-Freitag!

Advertisements
Ach watt, Leben!, Ernährung, Training, Weniger

Teilerfolge, Zorn und Sport

Katze, vom Bett fließend. #catcontent #tortoiseshellcat #torbie

A post shared by B.S. (@pinkpointypony) on

Der Kitchen Safe wirkt weiterhin super. Alles, was dort drin ist, ist sicher und auch wenn ich mich sehr auf meine tägliche Schokoladenration freue, schaffe ich es dennoch recht problemfrei, ihn in geschlossenem Zustand nicht als störend und Hindernis wahrzunehmen und ihn im offenen Zustand nicht ratzekahl zu plündern. Läuft also. Heute kommen mit etwas Glück meine Zotterschokoladen an, da kann der Safe weiterhin heldenhaft sein.

Weniger gut: Beim Mage-Spielen habe ich dafür durcheskaliert und viel zu viele Gummibärchen, Schokoeier und ein Sesam-Honig-Ding gegessen. Das war viel, viel zu viel und ich hatte abends Bauchschmerzen davon. Ohne es zu bereuen. Also, zumindest nicht körperlich. Auf der Meta-Ebene habe ich natürlich bereut wie die Sau. Aber das Vollgefressensein fühlte sich sooooo gut an, da gibt es keine Worte! Bauchschmerzen vor Völlegefühl ist für mich der perfekte Zustand. Und das macht mir ein bisschen Angst.

Führte folgerichtig mal wieder zu extremer Selbstverachtung. Diesem Kreislauf entkomme ich derzeit gar nicht mehr wirklich. Immer, wenn ich einigermaßen mit mir im Reinen bin, mache ich sehenden Auges Blödsinn und hasse mich dann mit Hingabe.

Zumindest Sport lief dafür gut. Ich kann momentan jede Woche mehr auflegen – und zwar fast überall! Nur bei den Ab/Adduktoren verharre ich und bei den Crunches geht es langsamer. Aber ansonsten werde ich stetig stärker. Ohne Fettabbau führt das natürlich zu einer derzeit immer deutlicher werdenden Schrankform. Und enger werdenden Hosen. Exakt das Gegenteil dessen, was ich erreichen wollte. Tja. Irgendwie habe ich das mit dem Versagen derzeit optimal drauf.

Am Samstag war übrigens das zweite Mal innert vier Wochen die Polsterrolle für die Stange beim Squatten verschwunden und ich musste mein Handtuch nehmen. Was natürlich viel zu dünn war und ich bekam blaue Flecke auf den Dornfortsätzen der Wirbelsäule. Die einzig anwesende Angestellte des Gym war völlig überfordert und wusste nicht einmal, wovon ich rede. Als Kraftsportler ist man dort einfach falsch. Aber leider kann ich mir die Mitgliedschaft bei einer spezialisierteren Gym-Kette (und das ist die einzige, die es sonst noch in der Region gibt – wurde alles kanibalisiert!) nicht leisten und hänge fest.

Zugegebenermaßen war es aber auch amüsant, wie die verzweifelte Angestellte im Verlauf der nächsten halben Stunde mit fünf, sechs grob zylinderförmigen Schaumstoffdingen ankam (am Ende sogar, warum auch immer und völlig random, mit einem Nierenstützgurt!), immer wieder voller Hoffnung, dass das das Teil wäre, was ich vermisst habe.

Half alles nichts.

Aber als ich schon längst mit den freien Gewichten fertig war, kam plötzlich eine Dame, die ich samstags immer beim Training sehe, mit der Rolle an und meinte, ob das der vermisste Gegenstand sei. Sie hätte ihn gerade bei einem Gerät am anderen Ende des Raumes gefunden. Ich war glücklich, bedankte mich überschwänglich und machte aus reiner Freude noch einen Satz Squats mit der Rolle.

Und ab jetzt weiß ich, dass irgendein Knallkopf die Rolle offenbar ostereiermäßig einfach irgendwohin schleppt und ich sie deshalb einmal quer durch das komplette Gebäude suchen muss. Tja. Wie gesagt – als Kraftsportler ist man dort einfach eine Randgruppe und muss sehen, wie man zurechtkommt. Ich muss mal die Waldnymphe fragen, ob sie mir bei der großen Studiokette nicht einen besseren Preis heraushandeln kann (darin ist sie wirklich gut!). Dann würde ich sofort wechseln. Aber derzeit wären das vierzig Euro mehr im Monat und das ist echt zu viel.

Ernährung, Weniger

Äpfel und Schokolade

Mein erstes Supernatural-Nerdshirt. 😊 #qwertee #supernatural #geekwear

A post shared by B.S. (@pinkpointypony) on

Der Kitchen Safe tut brav seinen Dienst. Ich habe gestern ein Creme Egg herausgenommen und zwei Packungen Pseudo-Snickers und Pseudo-Mars vom Lidl eingefüllt. Normalerweise wären die jetzt schon mindestens zur Hälfte leer – aber so ist der Deckel zu und der Timer läuft bis morgen Abend. Denn heute brauche ich keine Schokolade, weil ich, wie meistens an Freitagen, mit Waldnymphe und Erklärfaun koche und esse. Samstag brauche ich auch keine Schokolade, weil wir Mage spielen und es in der Villa Kunterbunt immer genug vegane Gummibärchen gibt. Aber ich war schusselig und habe den Timer falsch eingestellt. Na, ist kein Beinbruch – ich drehe ihn am Samstagabend einfach weiter!

Die Snickers/Mars waren ein Spontankauf und sind kleiner als die Originale. Eins davon hat um die hundert Kalorien, kann also sehr gut genutzt werden, um den Creme Egg-Vorrat zu strecken.

Weiterhin fällt es mir erstaunlich leicht, den Behälter zu ignorieren. Wenn der Timer abgelaufen ist und ich mir etwas herausnehmen kann, ist das schön – aber die restliche Zeit ist er uninteressant. Dabei steht er recht prominent zwischen der Küchenmaschine und dem Kaffee – also dort, wo ich mehrmals am Tag hingehe und auch in direkter Sichtlinie, wenn man zum Backofen oder Kühlschrank muss. Es ist also kein Fall von „aus den Augen, aus dem Sinn“, obwohl es ja nach diesem Prinzip arbeitet. Seltsam. Psychologie scheint zu funktionieren. (Innere-Arschloch-Stimme: „Noch!“)

Woran ich hingegen noch arbeiten will, ist herauszufinden, welche Obstsorten sich als Süßigkeitenersatz optimal eignen. Orangen/Grapefruit mit Buttermilch oder Joghurt sind ein Träumchen. Aber Zitrusfruchtsaison ist nicht mehr lange. Auch Kaki ist wundervoll – und ebenfalls bald wieder verschwunden. Bananen liebe ich, aber die sind am besten zusammen mit Erdnussbutter und damit sind sie eine komplette Mahlzeit und als Snack raus. Trauben haben gerade nicht wirklich Saison und sind sehr kalorienintensiv. Beeren aus sonstwoher sehen schon furchtbar aus, werden dementsprechend schmecken und haben eine Ökobilanz wie ein Unfall bei der BASF. Tiefkühlobst ist schon toll, müsste ich mir aber in größeren Mengen anschaffen und auch sinnvoll auftauen. Birnen und Kiwi mag ich gern, aber derzeit finde ich Beides nicht in ansprechender Qualität. Mango und Papaya sind sehr weit gereist und müssen umständlich filetiert werden, weshalb ich sie – ähnlich wie Kaki – nur in kleinen Mengen und selten kaufe.

Was gar, gar, gar nicht geht sind Äpfel. Sehr lecker, regional und man braucht lange, um sie zu essen, aber aus irgendeinem Grund bekomme ich eine halbe Stunde nach Apfelverzehr einen mörderischen, raubtierhaften Hunger, wie ich ihn sonst nie erlebe. Das ist fast unheimlich. Ich könnte dann ein halbes Schwein auf Toast fressen und werde sehr, sehr unleidlich. Und das kann ich ja nun mal gar nicht brauchen. Keine Ahnung, welcher Bestandteil des Apfels das auslöst – sollen Äpfel auf Grund ihrer Ballaststoffe doch im Gegenteil lange und gut sättigen! Warum ich die komplett gegenteilige Reaktion zeige … keine Ahnung. Es bleibt schwierig.

Ach watt, Leben!, Ernährung, Training, Weniger

Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!

Oder – um meiner ewigen dunklen Wolke Rechnung zu tragen – es scheint zumindest bisher zu klappen. Ich habe den Kitchen Safe aufgestellt, die Creme Eggs hineingeworfen, den Deckel aufgelegt (vorher zwei mitgelieferte Batterien – die normale Gameboy-Sorte – reingeprockelt), mit dem Wahlrad 24 Stunden eingestellt und den fünf Sekunden-Timer beobachtet, bevor sich der Container unwiderruflich verschlossen hat.

Und nun sitzt das Ding in meiner Küche und es ist mir völlig wumpe, dass dort neun großartige Köstlichkeiten lagern, die ich nicht sofort aufessen kann!

Das ist ein tolles Gefühl. Als ob das Zeug gar nicht da wäre. Und obwohl ich mir mit dem Timer für heute Abend eine Portion Süßigkeiten erlaubt habe, überlege ich schon, ob ich nicht lieber eine Portion Skyr esse, weil ich Lust auf eine Menge Protein habe. Ist das nicht phantastisch?

Ich wurde sogar so hasenwild, mir Zotterschokolade zu bestellen. Sie haben gerade „kaufe eins, krieg eins dazu“-Aktion für Weihnachtssorten und da konnte ich nicht widerstehen. Und muss es auch nicht – weil ich die gesamte Ladung in den Safe werfen werde.

Vielleicht bin ich zu euphorisch, nur weil es bisher zwölf Stunden gut läuft. Vielleicht breche ich irgendwann zusammen und nehme alles aus dem Safe. Vielleicht schaffe ich mir ein weiteres putziges Trauma.

Aber vielleicht auch nicht! Vielleicht klappt es endlich mal, das Thema „Süßigkeiten“ zu ent-dämonisieren. Nicht mehr daran zu denken. Es eventuell sogar irgendwann ganz zu vergessen.

Ich mag keine Essstörung haben (von meiner Ärztin bescheinigt! Also stimmt das!) aber ich habe auch kein gesundes Verhältnis zu Schokolade. Ob ich es jemals hinbekomme, bleibt noch im Dunkeln. Aber ich will verdammt sein, wenn ich es nicht stetig weiter versuche!

An der Sportfront ist es zäh und langsam. Zwar macht es Spaß, Supernatural vom Stepper aus zu schauen (ich bin mittlerweile in Season 7) und die rumpflastigen Morgen-Bodyweightsachen sind auch prima, um in den Ruhepausen weiter mit Duolingo Französisch zu lernen … aber ich habe das Gefühl, dass ich mir derzeit keinen Gefallen tue. Ich baue meine Muskulatur weiter aus, ohne den Fettanteil zu reduzieren. Was gefühlt darin resultiert, dass ich z.B. dickere Beine bekomme. Was mich sehr ankotzt, weil die Oberschenkel meine absolute Problemzone sind und die Unterschenkel nicht dicker werden dürfen, weil sonst die Stiefel nicht mehr zugehen!

Fettabbau/Bodyforming ohne Defizit, nur mit Sport … scheint nicht so zu klappen. Nichtmal langsam. Ich muss mich etwas mehr darüber informieren, wie das hinzubekommen ist.

Ach watt, Leben!, Dat Nerdstuff, Ernährung, Training

Diese Protein-Brownies …

… haben insgesamt weniger Kalorien als anderthalb Snickers, schmecken dafür aber deutlich schokoladiger. Und ergeben ungefähr einen ganzen Teller voll. Das ist auf dem Bild schwer abzuschätzen, da das meine Zwergen-Auflaufform ist.

Low-carb-carrot-brownie-cake. 😊 #lowcarb #ohneunsinnabnehmen #carrotcake

A post shared by B.S. (@pinkpointypony) on

(Schonungslos ehrliche Foodfotografie. Ich hatte im Studium ein ganzes Seminar nur über Foodfotografie. Was amüsant war, mich aber mit der festen Überzeugung zurück ließ, dass ich niemals wieder „hübsches“ Essen fotografieren möchte. Ich will zum Brutalismus!)

Ich wollte die Wunderbrownies schon lange einmal ausprobieren und gestern fiel mir dann zufällig das Rezept wieder auf. Eigentlich sind sie auf Zucchinibasis – aber ich hatte nur Gelberüben. Was der Sache nicht geschadet hat, ich brauchte nur etwas mehr Wasser. Und Low Carb ist das Ganze auch noch. Gar nicht davon zu reden, dass die Herstellung „wirf alles in eine Schüssel, rühre es gut durch, kippe es in eine Form und ab damit in den Ofen“ auch für den ungeduldigsten Küchenbewohner machbar sein sollte. Na, was ein Spaß!

Und was braucht man nun genau dafür?

  • 200 Gramm Gelberüben (oder eben Zucchini)
  • 10 Gramm Backkakao
  • 30 Gramm Proteinpulver Schoko oder Vanille
  • 15 Gramm Erdnussmehl (oder irgendein anderes Mehl)
  • 50 Gramm Magerjoghurt
  • 10 ml Zitronensaft
  • 3 Gramm Natron (oder Backpulver)
  • Süßstoff (sollte 50 Gramm Zucker entsprechen)
  • eine Prise Salz
  • ein, zwei Löffel Wasser, damit der Teig browniemäßig wird

Zusammen sind das rund 330 Kalorien für das komplette Ding. Man raspelt die Gelberüben klein (das ist das Aufwändigste an diesem Rezept), rührt alles zusammen, schüttet es in eine Form und backt es bei 190 Grad Ober/Unterhitze etwa 25 bis 30 Minuten. Das war’s schon. Schmeckt kräftig nach Schokolade und ist ein wirklich guter Nachtisch, wenn man vorher Grillgemüse mit Shiratakinudeln und Tomatensoße hatte. Werde ich mir heute noch einmal backen und heute mal in größerem Maßstab Gelberüben raspeln (damit es sich lohnt, die Sauerei mit der Küchenmaschine zu veranstalten) und in 200-Gramm-Portionen einfrieren. Dann habe ich vorgesorgt.

Mein Kitchen Safe ist unterdessen zwar aufgestellt, hat aber noch keinen Inhalt, da die Cadbury-Eier erst heute ankommen. Damit besitze ich nun das wohl Welt-teuerste Cookie Jar (außer Damian Hirst hat da irgendwas mit totem Hai und Diamanten gebaut) und setze große Erwartungen in dessen Wirksamkeit.

Ansonsten versuche ich in irgendeinen wie auch immer gearteten Groove zu kommen. Ich habe mir ein Supernatural-Shirt designed, hatte kleinere Probleme damit, es bei Spreadshirt zu bestellen, weil mein Virenscanner gelegentlich zu cool für PayPal ist (zum Glück hat man ja als moderner Mensch mehr als nur ein oder zwei internetfähige Devices) und arbeite in meinen Mittagspausen weiter am Geburtstagsgeschenk für die Waldnymphe.

Die Schulter ist unverändert. Gefühlt bringen die Schmerzmittel also nichts. Mein Sportprogramm konzentriert sich unter der Woche völlig auf Beine und Rumpf, nicht einmal halb-verbotene Squats und Rows mache ich. Deshalb kann die fehlende Veränderung also nicht an mir liegen. Vermutlich bin ich zu ungeduldig.

Ach watt, Leben!, Ernährung, Weniger

Gespannte Erwartung

Heute wird der Kitchen Safe ankommen. Ich habe mir auch gleich eine Zwölferpackung Cadbury Creme Eggs dazu bestellt. Damit ich das Ding gleich auf höchster Eskalationsstufe testen kann. Denn wenn etwas mein Kryptonit ist, dann die wundervollen englischen Fondant-Schokoladeneier. Da würde ich eine ganze Packung auf einen Sitz essen. Dumm nur, dass schon eins davon 150 Kalorien hat.

Weshalb ich es zwar ohne Probleme schaffe, zwei davon jeden Tag in meinem Speiseplan unterzubringen, mehr aber kritisch würden. Ideales Einsatzgebiet für den Kitchen Safe!

Es klingt wirklich fast zu schön, um wahr zu sein – ich outsource mein Willenskraftproblem, damit ich mich besser auf andere Dinge konzentrieren kann. „Andere Dinge“ sind derzeit nicht nur die Schulter, die gefühlt eher so mittel besser wird (ich fürchte, ich habe ein Schmerzgedächtnis entwickelt, da selbst drei 600er IBU pro Tag nicht wirklich etwas ausrichten …) und für die ich meine Morgengymnastik von Planks zu drei Zwanzigersätzen Crunches und Reverse Crunches verändert habe, sondern auch meine finanzielle und sonstige berufliche Situation.

Ich liebe meinen Job. Sehr. Ich wollte nirgendwo sonst arbeiten. Selbst wenn es manchmal so scheint, als hätte sich der komplette Restverlag verschworen, die Grafik in den Wahnsinn zu treiben, so ist es doch generell eher so, dass ich mich morgens auf die Arbeit freue. Klar, niemand mag Montagmorgen – aber es gibt die „och nööö, sooo früh“-Reaktion aufs Weckerklingeln und die „ich möchte liegenbleiben und verrotten“-Reaktion. Erstere trifft auf mich zu, weshalb ich glaube, am richtigen Ort zu arbeiten.

Aber … es gibt trotzdem Verbesserungspotential. Und darüber möchte ich mit meinen Chefs mal sprechen. Zeitnah. Die Einladungsmail zu diesem Gespräch ist schon raus und nun bin ich erstens auf die Reaktion gespannt und muss mir zweitens Stichwortkärtchen machen, damit ich mich nicht verzettle. Stattfinden wird es frühestens Ende nächster Woche. Zeit genug, mir Sorgen/Gedanken zu machen.

Ach watt, Leben!, Ernährung, Training, Weniger

Würdevolles Fahrradfahren, der Kampf gegen den inneren Kritiker und Entspannungsversuche an der Willenskraftfront

Misosuppe. #miso #ohneunsinnabnehmen

A post shared by B.S. (@pinkpointypony) on

Am Samstag habe ich nicht nur viel Zeit im Gym verbracht und mich dort sehr gut gefühlt (nur Bein/Rumpfübungen. Plus ein paar „gefährlichere“ Sätze Squats und Rows. Die Squats auch nur mit vierzig, statt mit meinem Maximum fünfzig. Und die Rows nur mit zwanzig Kilo), sondern bin danach auch zu dem Fahrradgeschäft, in dem ich vor zwei Jahren mein Rad erworben habe, um mir Lenker und Sattel schulterfreundlich einstellen zu lassen.

Hat man dort auch kompetent und kostenlos (ich habe nur zehn Euro in die Kaffeekasse gesteckt, verlangt haben sie nichts. Fand ich nett!) getan. Nur der Azubi, der das alles übernommen hat, war sehr grantig, sobald die Chefin aus dem Raum war. Also nicht mir gegenüber. Aber er fluchte und schimpfte heftig über seine Arbeitsbedingungen. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte – ich fühlte mich damit überfordert, ihm beizubringen, dass man Kunden gegenüber besser nicht so viel unschöne Interna erzählt.

Wieder einmal eine schwierige soziale Interaktion, bei der ich mich mit Lächeln und Winken herausgehalten habe. Aber mir fiel da wirklich keine sinnvolle Vorgehensweise ein!

Egal. Jedenfalls ist nun der Lenker meines Rades maximal hochgeschraubt und ergonomischer gekippt und der Sattel etwas nach hinten geschrägt. Damit throne ich jetzt also wie so eine römische Matrone (die hatten auch Fahrräder. Ganz bestimmt!) auf meinem Untersatz und habe dementsprechend den CW-Wert einer Ziegelsteinmauer. Bedeutet also: in Zukunft langsameres, mühsameres Fahren. Dafür aber keine so starke Schulterbelastung mehr. Irgendwas ist ja immer!

Sollte die Positionsänderung nicht genügen, brauche ich tatsächlich einen neuen Lenker. Aber über diese Brücke gehen wir, wenn wir zu ihr kommen. Erst einmal probiere ich die derzeitige Lösung mal so hundert Kilometer lang aus. Das sollte als sample size reichen.

Das sorgt dafür, dass ich mich immer mehr aufs Frühjahr und die damit wieder länger werdenden Fahrstrecken freue. Positive Gedanken – yay! Und gegen die nörgelnde Stimme im Kopf habe ich mir spontan das E-Book „10% happier“ gekauft. Mir gefiel der bewusst tiefstapelnde Titel. Es ist auch kein self-help-Buch, sondern die Geschichte eines Mannes, dem sein innerer Kritiker eine Angsterkrankung samt Depression und Drogenproblemen beschert hat. Und der genauso blödsinnig emotionsfeindlich und bis auf die Knochen rational an alles herangehen wollte, wie ich das tue. Ich bin erst bei 30% des Buches, habe deshalb noch keine bahnbrechenden Epiphanien gelesen. Freue mich aber auf seine Bewertung von Meditation und Achtsamkeitsübungen.

(Unrelated: Ich bin heute Morgen hinter einem Lieferwagen mit der Aufschrift „Ganzheitliche Gebäudetechnik“ hergefahren. Die Vorstellung, was diese Firma wohl tut, hat mich bestimmt zehn Kilometer lang amüsiert.)

Und um meine mentalen Truppen nicht weiterhin an tausend Fronten gleichzeitig kämpfen zu lassen, habe ich beschlossen, zumindest die Verantwortung für das Essen ein wenig outzusourcen (yeah, Denglisch!). Ich habe mir einen Kitchen Safe bestellt und werde damit hoffentlich entspannter mit Süßigkeiten/Snacks umgehen können. Ich nehme damit den Druck des „es ist da … ich muss alles aufessen, damit es nicht mehr da ist!“ weg und kann trotzdem jeden Tag irgendeine Kleinigkeit Süßes essen. Ein ziemlich teures Vergnügen, wenn das Teil auch bei Amazon gerade stark reduziert ist. Für den Originalpreis hätte ich es mir definitiv nicht gekauft – nicht einmal mit dreißig Prozent Nachlass ist es wirklich erschwinglich. Aber ich bin langsam ziemlich verzweifelt und erhoffe mir davon Einiges. Morgen kommt es an. Ich werde berichten!