Dat Nerdstuff, Training

Muskelneid und Selbstbild

Seit ich die Kalkschulter habe und kein Training für die Oberarme/Schultern mehr machen darf, ist alles zum Teufel gegangen, was ich mir vorher so glücklich und mit Spaß und Stolz aufgebaut hatte. Die ganze Definition und Kraft ist weg. Ich könnte heulen. Aber ich kann nichts tun. Nur zusehen und traurig sein. Wenn einem der Körper reingrätscht, ist man eben machtlos.

Und ja, ich sage es: „Der Körper“. Dissoziation vom Feinsten. Mir egal, ich mag es nicht, also ist es „der Körper“ und nicht „ich“. Wäre ja auch nicht so, als hätte ich den Kalk da eingelagert. Das war der Körper ganz allein. Um es mit Helge Schneider – dem Meister – zu sagen: „Hätter ja nich machen müssen. Hätt ja auch was anderes überlegen können, der doofe Hai!“ (Das „Kanner machen was er will, bei mir kann jeder machen was er will!“ hatte ich eine Zeitlang als Warnton am Mac, bis man mich fast unter Tränen bat, das wieder zu ändern … Das war vor Urzeiten, als der Mac noch ein gescheites Betriebssystem hatte, als Steve Jobs noch nicht wieder alles kaputtmachen durfte und man PC-Teile verbauen konnte. Ja, Mutti erzählt mal wieder vom Kriech! Mit Macs konnte man früher tatsächlich arbeiten! Sie sahen aus wie PCs, hatten ein sinnvolles Betriebssystem, an dem man selbst herumschrauben konnte und waren generell großartige Arbeitspferde für Designer, Filmleute und Soundmenschen. Dann kam Steve Jobs zurück, machte aus den Geek-Geräten gequirlte, bunte Hipsterscheiße und klaute Telefondesign. Tja. Nun. Auch Adobe begriff das recht schnell und es gab den Photoshop, der früher Mac-exklusiv gewesen war, bald für PC)

Ich bin unzufrieden, zeichne Rhys mit seiner hübschen Durchbemuskelung (siehe oben) und fühle mich als Versager. Ich setze zwar eine kleine Hoffnung in die Trainerstunde am Montag, aber da bisher jedes Vorfühlen bei den Physiotherapeuten nur zu „kann im Schlimmsten Fall Sehnenabriss hervorrufen“ führte, ist diese Hoffnung nicht gerade ein loderndes Feuer.

Wie heißt es so schön: „Wenn eine Tür zugeht, war vermutlich nur irgendwo ein Fenster auf Kipp“, weshalb ich mich eben mit zusammengebissenen Zähnen auf Beine und Rumpf stürze. Was ich eigentlich nie wollte. Gut definierte Arme/Schulterpartie war immer mein Hauptziel.

Aber wenigstens scheint es mit Beinen und Co voranzugehen. An der Legpress bin ich bei fast 300 Pfund (hört sich besser an als 137 Kilo) bei normalen Reps. Und auch bei den Crunches habe ich an der Maschine einen Sprung auf 43 Kilo gemacht. Und das nur durch tägliches Bodyweighttraining.

Man muss Positives suchen …

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Dat Nerdstuff, Training

Schwergewichtig

61,2 Kilo. Zweihundert Gramm mehr als gestern. Aber heute egal, da ich sicher bin, dass es an den Muskeln liegt. Weil ich gestern im Training von Kraftausdauer zu Muskelaufbau gewechselt habe. Drei Monate lang habe ich mit mittlerer Belastung jeweils zwei lange Sätze gemacht, jetzt geht es mit hoher Belastung und drei kurzen Sätzen weiter. Damit die Muskeln gut wachsen!

Mann, das ging zeitweilig heftig an die Substanz. Ich habe bei der Beinpresse einen Sprung von zwölf Kilo nach oben gemacht, beim Compound Row von sieben und bei den Ab/Adduktoren auch sieben. Am schlimmsten war es beim Training des Sägemuskels … ich dachte, ich fall vom Ast! Aber da mir diese Übung generell schwerfällt, war das zu erwarten.

Richtig Muskelkater habe ich aber trotzdem nicht. Ich merke es, es tut auch ein bisschen weh, ist ein klein wenig steif – aber irgendwie hätte ich mehr erwartet. Mache ich nun etwas richtig oder falsch? Ich bin verunsichert. Ich wärme mich immer gut auf und ab und trinke während des Trainings viel. Außerdem gibt´s direkt danach einen Eimer Eiweiß und andere feine Sachen. Ob das hilft, den Muskelkater kurz zu halten? Ich will mich ja nicht zu wenig beanspruchen, sonst werde ich ja nie zum Mini-Hulk!

Aber eins ist mal sicher: Es macht Spaß! Ich mag solche kurze, punktuelle Überbeanspruchung lieber als lange, halb anstrengende Einheiten. Das mag an meiner kurzen Aufmerksamkeits- ... Eichhörnchen!

Egal. Ich freue mich auf Donnerstag, wenn es die nächste Muskelaufbaueinheit gibt! Und irgendwann überwinde ich auch meine Schüchternheit und frage diesen netten, riesigen Mann, der immer im Eisenbereich herumwurstelt, ob er mir helfen kann. Oder nehme eine Trainerstunde. Eins von beiden.

Ansonsten versuche ich, mir gerade so wenig wie möglich Termine zu geben. Ein paar Sachen sind gesetzt – aber heute Abend und den ganzen Sonntag werde ich für mich allein haben. Ich werde wieder neue Bernd-das-sehr-kleine-Brote backen (heute esse ich das letzte der ersten Fuhre zu Mittag, da braucht es Nachschub, weil ich noch ein dreiviertel Glas vegane Leberwurst habe, die sich irgendwie nur so mittel auf Frühstückskuchen mit Datteln macht). Und ich werde in TESO herumgammeln. Meinen Babyvampir und den Khajiit weiter leveln. Ersterer spielt sich nicht ganz so vorteilhaft, wie ich gedacht habe. Aber ich bin auch erst am Anfang. Ich will ihn als Froststaff-Tank testen. Mal sehen, wie sich das anlässt. Aber dazu braucht der junge Mann erst einmal etwas mehr Erfahrung und deutlich mehr Skillpunkte. Ich habe diese Notwendigkeit prokrastiniert, in dem ich mich gestern ausgiebig mit seiner Frisur und Kleidung beschäftigt habe. Aber hey, es ist meine Freizeit! Und mein Vampir soll ein hübscher Vampir sein. Nicht niedlich. Aber ansprechend. Jeder meiner Charaktere in Computerspielen ist so. Selten konventionell schön aber immer sehr speziell attraktiv.

Jetzt gilt es, den heutigen Arbeitstag zu überstehen, dann kann ich mich auf einen völlig freien Feierabend freuen.